Fia Payton

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Am Ende bleibt das Leben

Am Ende bleibt das Leben

 (2)
Erschienen am 03.02.2016

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Rezension zu "Am Ende bleibt das Leben" von Fia Payton

Eine wichtige Einladung
HelmiSchausbergervor 3 Jahren

Wenn wir von Heldinnen hören, dann stellen wir uns meist irgendwelche Amazonen vor, die mit Schwertern oder Schusswaffen bewaffnet durch die Gegend laufen und Bösewichte zur Strecke bringen. Wir bewundern die Stärke und Entschlossenheit dieser Übermenschen, die es gar nicht gibt, und nicht selten sehnen wir uns danach, genauso unbesiegbar zu sein. Weil wir ahnen – nein, weil wir wissen – dass das Leben und die Welt gefährlich sind.

Aber hin und wieder erfahren wir von Heldinnen, die es tatsächlich gibt. Die Ungeheuerliches, Unaussprechliches durchgemacht haben und seither am Kämpfen sind. Unaufhörlich. Und wir wünschten uns, dass ihnen nicht widerfahren ist, was ihnen widerfahren ist, und dass sie nicht gezwungen sind, die ganze Zeit diese fürchterlichen Kämpfe austragen zu müssen. Aber wir hoffen, dass sie nicht aufhören zu kämpfen. Wir hoffen, dass sie durchhalten, weil es so unglaublich wichtig ist, dass die Monster der Vergangenheit besiegt werden und die Monster der Gegenwart freiwillig den Rückzug antreten. Und wir stellen fest, dass die Heldinnen der Fiktion es mit keiner der Heldinnen des realen Lebens aufnehmen könnten. Niemals. Weil die Heldinnen der Fiktion keine Ahnung haben, was die Heldinnen der Realität tatsächlich tagtäglich durchmachen. Und wir Leser*innen auch nicht.

Dieses Buch gibt aber ein kleines bisschen Einblick. Es handelt von einer wahren Heldin die nicht bereit ist, einfach aufzugeben, obwohl die Sehnsucht nach einem Ende des ständigen Kämpfens oft so groß ist, dass Suizid der einzige Ausweg zu sein scheint. Sophie öffnet ihr Tagebuch für uns und mit Respekt vor diesem mutigen Schritt und der Unbeugsamkeit der Autorin sollten wir es auch lesen.

Aber es wird wehtun. Weil wir uns hilflos fühlen werden. Weil wir Sophie ziemlich schnell in unser Herz schließen werden und zusehen müssen, wie sie ihren Suizid plant und wie erneut ihre Grenzen missachtet werden. Und weil das alles keine Fiktion ist und wir am Ende nicht einfach sagen können: „Puh, das war heavy, aber jetzt ist ja Gott sei Dank alles wieder gut.“

Die Autorin lädt uns nicht nur mit der für ein Tagebuch typischen Prosa in ihre Welt ein, sondern lässt uns auch mit Gedichten an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben, und mit Dialogen zwischen ihr und ihrem Alter Ego Ana, der Antagonistin. „Am Ende bleibt das Leben“ ist also nicht nur ein sehr tiefgehendes Werk einer sehr ehrlichen Autorin, sondern auch wirklich abwechslungsreich geschrieben. Und obwohl es mich zutiefst berührt hat, schaffte Fia Payton es auch, mir immer wieder mal ein Schmunzeln zu entlocken. Und unter anderem weil sie das kann, hoffe ich, dass sie niemals mit dem Schreiben aufhören wird.

Die Einladung an uns, einen Blick in Sophies Tagebuch zu werfen, kann nicht einfach gewesen sein, umso wertvoller ist sie. Und umso wichtiger ist es, dass wir ihr folgen.

 

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