Fikry El Azzouzi Wir da draußen

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Inhaltsangabe zu „Wir da draußen“ von Fikry El Azzouzi

Ayoub ist zu Hause rausgeflogen, genauso wie seine besten Freunde. Zusammen mit dem hübschen, etwas schlichten Fouad und dem Halbafrikaner Maurice schlägt er seine Zeit in ihrem belgischen Heimatdorf tot und versucht, irgendwie über die Runden zu kommen. Und dann ist da noch Kevin, ein überdrehter junger Konvertit, der sich selbst in Karim umgetauft hat. Die vier wollen rein ins Leben. Sie wollen Spaß haben und Mädchen finden und eine Perspektive, aber sie bleiben isoliert, abgeschoben auf die Strafbank der Gesellschaft. Authentisch, drastisch und mit scharfem, hintergründigem Humor beschreibt El Azzouzi, wie die Clique erst in die Kriminalität abrutscht und sich dann allmählich radikalisiert. Ayoub, der weder mit Gewalt noch Islamismus etwas am Hut hat, muss miterleben, wie die Situation Schritt für Schritt eskaliert. Einen Teil der Freunde wird es noch weiter ins Aus treiben, die anderen nach Syrien in den Dschihad. ›Wir da draußen‹ erzählt, wie aus ganz normalen jungen Männern Täter werden und was mit Menschen passiert, für die sich niemand interessiert.

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    Wir da draußen
    sabatayn76

    sabatayn76

    03. January 2017 um 22:06

    Inhalt: Der 15-jährige Ich-Erzähler Ayoub lebt im belgischen Waasdorp und trifft sich mit seinen Freunden Fouad, Karim und Maurice meistens im Waschsalon des Ortes, da die Jungs nicht wissen, wo sie sonst ihre Zeit verbringen sollen. Sie alle haben Probleme zu Hause und wissen nicht recht, wohin sie im Leben wollen und können - Ayoub wird von seinem Vater tyrannisiert, Fouad ist zu Hause rausgeflogen, Karim (der eigentlich Kevin heißt und zum Islam konvertierte) erträgt seine alkoholkranke Mutter nicht mehr, und Maurice lebt aufgrund seiner binationalen Herkunft zwischen den Welten. ‚Wir da draußen‘ erzählt vom Leben und vom Alltag der vier Außenseiter, von ihrem Weg in die Kriminalität und in die Radikalität. Mein Eindruck: ‚Wir da draußen‘ ist ein düsterer Roman voller Hoffnungslosigkeit und Perspektivlosigkeit. Erzählt wird auf direkte, explizite und oft umgangssprachliche Weise, und auch inhaltlich kommt man als Leser bisweilen an die Grenzen des Erträglichen. Fikry el Azzouzi schildert authentisch und überzeugend, wie die Jugendlichen in eine Abwärtsspirale aus Langeweile und Ausgegrenztsein geraten, die über kleinere Betrügereien bis zu kriminellen Handlungen und schließlich in die Radikalität führt.Dabei erzählt der Autor im Detail und schonungslos von Prostitution, Sex, Drogen und extremer Gewalt, was das Buch zu einer tragischen, bewegenden und beängstigenden Lektüre macht, die jedoch auch ein besseres Verständnis dafür bietet, was die Ursachen für Extremismus sind. Sehr gelungen fand ich in diesem Zusammenhang auch, dass sich der Ich-Erzähler immer wieder direkt an den Leser wendet, als ob er ihm seine Gedanken, Gefühle und Reaktionen erklären und dadurch Absolution erlangen möchte. Mein Resümee: Ein unheilschwangeres und düsteres Buch, das den Weg in den Radikalismus und Extremismus erklärt und verständlich macht.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

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    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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  • Auf der Verliererseite

    Wir da draußen
    serendipity3012

    serendipity3012

    03. October 2016 um 11:29

    Auf der Verliererseite Ayoub und seine Freunde führen ein Leben abseits der Gesellschaft, irgendwo in Belgien. Von den Eltern herausgeworfen und aufgegeben, dreht sich das Leben der vier darum, Zeit totzuschlagen und möglichst Spaß dabei zu haben. Ayoub und Fouad haben marokkanische Wurzeln, Maurice ist Halbafrikaner. Karim heißt eigentlich Kevin, hat sich aber im Zuge seiner Konvertierung zum islamischen Glauben unbenannt. Die vier ziehen durch die Straßen, auf der Suche nach Drogen und nach leicht zu habenden Frauen, eine Perspektive haben sie in ihrem Leben nicht. Sie leben in den Tag hinein. Und sie sind Freunde, die zusammenhalten, auch wenn der Ton zwischen ihnen manchmal rau ist. Ayoub ist derjenige, der ihre Geschichte erzählt, der sie aufschreibt, beschließt, von nun an Schriftsteller zu sein, denn mehr sei dazu nicht nötig. Er spricht den Leser oft direkt an, ja, stellt ihm sogar Fragen, sodass man von Anfang an in seine Geschichte und die seiner Freunde hineingezogen wird.„Wir da draußen“ von Fikry El Azzouzi ist die Geschichte von vier Verlierern, die sich eine harte Schale zugelegt haben, und vor anderen und sich selbst stets den Eindruck zu erwecken suchen, dass ihnen niemand etwas anhaben kann. Sie sind cool. Der nicht sehr umfangreiche Roman lässt sich in zwei große Abschnitte gliedern: Im ersten Teil wird das Leben der vier jungen Männer gezeigt, der immer gleiche Trott, aus dem es kein Ausbrechen zu geben scheint, im zweiten dann zeigt El Azzouzi auf, wohin es sie führt, dass sie sich in diesem perspektivlosen Leben gefangen sehen.Warum sie dieses Leben führen, was genau sie dorthin gedrängt hat, erfahren wir nicht. Was schief ging, in Kindheit und Jugend, in Schule und Familie, all das bleibt im Dunkeln. So bekommt man eine Zustandsbeschreibung, die zwar authentisch wirkt, sich aber in die Länge zieht und nicht immer angenehm zu lesen ist. Ein Zwiespalt: Die lange Beschreibung eines Abends, als die Freunde zu Prostituierten gehen, mag dazu taugen, ein authentisches Bild zu schaffen, trotzdem ermüdet die Lektüre irgendwann, abgesehen davon, dass man mit der derben Sprache des Erzählers bzw. den detaillierten Schilderungen, die auch mal unter die Gürtellinie gehen, kein Problem haben sollte. Derb ist der Ton nicht immer, aber stets der gesprochenen Sprache nachempfunden.„Karim ist in letzter Zeit wieder intensiver mit seinem Glauben beschäftigt. Das kommt und geht bei ihm, so phasenweise. […] Ich finde das nicht weiter schlimm, Karim überlegt sich öfter mal Sachen anders. Ich glaube, er ist nach irgendwas auf der Suche, aber er weiß nicht, wonach. Ich bin auch auf der Suche, aber ich weiß nicht, wonach. Falls wir fündig werden, lasse ich es dich rechtzeitig wissen, lieber Leser. Falls nicht, dann auch.“ S. 110Der zweite Teil der Geschichte, in dem sich die Dinge ändern, kommt dann recht unvermittelt und unvorbereitet. Die Konsequenzen, die Karim aus seinem für ihn unbefriedigenden Leben zieht, werden durchaus schlüssig dargelegt, auch die Dialoge zwischen den Freunden überzeugen und tragen zur Charakterisierung der Figuren bei. Trotzdem fehlen auch hier ein wenig Hintergrund und Bindeglieder zwischen dem Davor und Danach.El Azzouzi lässt Ayoub stets in launigem Ton erzählen, seine Sprache ist ungeschliffen, geradeaus, wie er eben mit seinen Freunden redet. Und Ayoub ist nicht dumm, und auch wenn er die Augen verschließen mag vor Dingen, die er nicht sehen will, wenn er stets Entschuldigungen findet für Aktionen, die schlicht kriminell sind, dann blitzt doch immer durch, dass er weiß, was sie tun, dass er die Konsequenzen sieht. Aber wird ihn das vor dem endgültigen Abrutschen bewahren?Letztendlich sprang der Funke bei der Lektüre von „Wir da draußen“ leider nicht ganz über. Das lag einerseits klar an persönlichen Präferenzen und der Tatsache, dass mir einige Szenen zu lang, zu explizit waren. Andererseits fehlten mir Hintergründe, empfand ich manches als zu unvermittelt. El Azzouzi konzentriert sich auf die Auswirkungen von etwas, das nur zu bekannt ist, die Ausgrenzung von vornehmlich nordafrikanischen Einwanderern in Europa. Die Außenseiterstellung der vier Freunde (bzw. der drei, die ausländischer oder halbausländischer Herkunft sind) wird auch im Roman immer wieder klar. Es ist die Wirkung, die El Azzouzi beschreibt, nicht die Ursache. Es ist besorgniserregendes Bild.

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