Finn-Ole Heinrich

 4,1 Sterne bei 180 Bewertungen
Autor von Räuberhände, Die taschen voll wasser und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Finn-Ole Heinrich

Finn-Ole Heinrich, Jahrgang 1982, aufgewachsen in Cuxhaven. Filmstudium in Hannover. Lebt in Hamburg. Zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Finn-Ole Heinrich

Cover des Buches Räuberhände (ISBN: 9783938539873)

Räuberhände

 (61)
Erschienen am 02.01.2014
Cover des Buches Die taschen voll wasser (ISBN: 9783938539019)

Die taschen voll wasser

 (26)
Erschienen am 18.04.2005
Cover des Buches Gestern war auch schon ein Tag (ISBN: 9783442713189)

Gestern war auch schon ein Tag

 (18)
Erschienen am 11.01.2016
Cover des Buches Frerk, du Zwerg! (ISBN: 9783827054760)

Frerk, du Zwerg!

 (10)
Erschienen am 08.09.2011
Cover des Buches Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes (ISBN: 9783938539514)

Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes

 (4)
Erschienen am 17.09.2018

Neue Rezensionen zu Finn-Ole Heinrich

Cover des Buches Räuberhände (ISBN: 9783442741250)der_buchschubsers avatar

Rezension zu "Räuberhände" von Finn-Ole Heinrich

Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl
der_buchschubservor 2 Monaten

Janik und Samuel haben ihr Abitur beendet und reisen zusammen nach Istanbul, um Samuels vermeintlichen Vater zu suchen, von dem er glaubt, Türke zu sein. Dort genießen sie zuerst die zweisame Zeit miteinander und lernen Land und Leute kennen, bis längst verziehene und vergessen geglaubte Geschehnisse zutage kommen, die an der langjährigen Freundschaft und Bruderschaft rütteln und diese auf eine Bestandsprobe stellen.

Bei „Räuberhände“ handelt es sich um einen Coming-Of-Age- bzw. Entwicklungsroman, den ich aufgrund dessen zu lesen begonnen hatte, weil die gleichnamige Buchverfilmung ab dem 02. September 2021 in den deutschen Kinos ausgestrahlt werden soll(te) und ich ohnehin ein Fan des Genres bin, ebenso von Schullektüren, wie „Räuberhände“ eine ist.

Besonders gut am Roman gefallen hat mir die Beschreibung der sozialen Unterschiede und Umfelder, aus denen die beiden Jungs stammen und in denen sie aufgewachsen und groß geworden sind.

Samuels Mutter ist einer Alkoholsucht verfallen, durch die ihre Familie zerbrochen ist. Samuel wünscht sich nicht sehnlichster als das Gefühl von Ordnung und Beständigkeit, und sieht in Istanbul seine Identität und Heimat aufgrund des  Vaters, der, so erzählte die Mutter Irene, Türke sein soll.

Janik hingegen wuchs wohlbehütet bei Akademiker-Eltern auf, die für Alles und Jeden Verständnis und Güte haben, so auch für Samuel, auf den Janik immer mehr neidisch wird trotz oder gerade wegen ihrer gemeinsamen Kindheit, in der Samuel eine Art Bruder für ihn geworden ist aber auch zum Rivalen im Kampf um die Aufmerksamkeit ihrer gegenseitigen Eltern. Janiks Bestreben ist, im Unterschied und Vergleich zu Samuel, der Ausbruch aus familiären Verhältnissen und aus dieser „perfekten“ Welt und die dadurch ermöglichte individuelle Entfaltung.

Diese Schichten und Haltungen kollidieren in Istanbul miteinander. Während Samuel seine „Herkunft“ ergründet und Versuche der Integration unternimmt, fühlt sich Janik mit der Zeit, in der sie dort sind, immer fremder in einer Kultur, die nicht seine ist und entfernt sich von Samuel, der ihn abzuhängen scheint auf dem Weg des Erwachsenwerdens.

Der Roman las sich sehr schnell und rasant, auch stilistisch und dramatisch hat mir die Geschichte gut gefallen, vor allem wegen der unverfänglichen und umgänglichen Jugendsprache, in der es hier und dort türkische Begriffe gibt, die ich nicht verstanden, die aber zur Atmosphäre stimmig beigetragen haben; sowie die Rückblenden und Zeitsprünge, die sich miteinander verstricken und die sich im Höhe- und Wendepunkt zwar vorausschaubar aber befriedigend zusammenballen.

Ich empfehle das Buch all denjenigen, die auch etwas mit „Tschick“ von Herrndorf oder „Der Vorleser“ von Schlink anfangen konnten, denn daran hat mich „Räuberhände“ von Finn-Ole Heinrich aus dem btb Verlag erinnert: an eine Kombination aus diesen beiden, im positiven Sinne.

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Cover des Buches Schlafen wie die Rüben (ISBN: 9783948722043)Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Schlafen wie die Rüben" von Finn-Ole Heinrich

kreativ, voll Energie, ein Sprachfeuerwerk
Gwhynwhyfarvor 4 Monaten

«Bei uns zu Hause gibts ein knallefestes Ritual.

Jeden Abend, immer gleich:

Das große Zubettgehen der kleinen Leute

nennen meine Eltern das.»


Zuerst Hüpferei, dann Esel Olga schütteln, aus dem See trinken und in die Becker grölen, den Himmel striegeln, die Betten verdauen und den Morgen ölen ... Wilde Geschichten aus der kunterbunten Familie Rübe werden hier präsentiert, herrlich lustig, Seite um Seite. Aber, da kann doch irgendetwas nicht stimmen, machen die solche Dinge vor dem Einschlafen? Und richtig, die Erzählerin hatte einige Sachen durcheinandergebracht. 


«Honig auf die Kissen schmieren,

der Nachtsichtbrille Witze schnitzen

hundert Liter Teechen grölen,

Schluck um Schluck die Sonne trinken,

bis die Geister nicht mehr schlüpfen.»


Drum geht es nochmal von vorn los, nun in der richtigen Reihenfolge:


«Im Garten striegeln wir den See,

dann steht der Esel tief im Tee,

guckt mit gut geölten Augen durch die Sonnenbrille

und wir löffeln schön Gegröle in die Stille,

warten, wie die Dunkelheit den Zweck vertreibt

und der Mond im Becher bleibt.»



Die Gute-Nacht-Geschichte von Finn-Ole Heinrich und Dita Zipfel beschäftigt sich mit Einschlafritualen, das auf ziemlich witzige Art und Weise, kreativ und atemlos, ein Sprachfeuerwerk. Und dann schlägt es um. Unruhe ordnen, inhaltlich, sprachlich – Ordnung verschafft Entspannung. Die Vorbereitung auf den Schlaf. Genauso ist dieses Buch aufgebaut. Chaotische, wirbelnde Turbulenzen werden in Reihe gesetzt, in Reime, Erholung kehrt in den Text ein, gleitet hinein zum Schlaf. Die Grafiken sind fetzig und bunt, aber nicht knallig, da es sich um abgetönte Farben handelt: Rot/Lachs/Weinrot, Marineblau in Abstufung, Weiß, Schwarz/Grautöne. In witziger computeranimierter Grafik fängt Tine Schulz den erzählten Nonsens auf und stellt ihn zur Untermalung zum Text bildlich dar. Die Text-Bild-Kombination ist herrlich! Natürlich soll man das ganze Ritual auch nachspielen! Kann man danach schlafen, nach Gegacker, Grölen und Gehüpfe? Kann man. Vor Erschöpfung. Ein herrliches Kinderbuch, sprachlich kreativ und witzig, mit einem wundervollen Rhythmus in der Geschichte, unterstreichende Grafik. Meine Empfehlung! Der Mairisch Verlag gibt eine Altersempfehlung ab 4 Jahren. Da gehe ich mit.


«Licht aus, Tür zu, Stille.

Jetzt bräuchte man ne Nachtsichtbrille.»


Finn-Ole Heinrich, Jahrgang 1982, ist vielfach ausgezeichneter Autor von Erzählbänden, Romanen (Räuberhände), und Kinderbüchern (Maulina Schmitt / Frerk, du Zwerg). Für seine Kinderbücher erhielt er u.a. den Deutsch-Französischer Jugendliteraturpreis 2014, den LUCHS 2015, das Hamburger Tüddelband 2014, und den Deutschen Jugendliteraturpreis 2012. Deutsch-Französischer Jugendliteraturpreis 2014, den Deutscher Jugendliteraturpreis 2020 (Jugendroman «Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte»), den Korbinian - Paul Maar-Prei


Dita Zipfel, Jahrgang 1981 schreibt Bilderbücher, Theaterstücke, Drehbücher und Romane. Sie lebt und arbeitet zusammen mit Finn-Ole Heinrich. Zuletzt erhielt sie den Deutschen Jugendliteraturpreis 2020 (Jugendroman «Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte») sowie den Korbinian – Paul Maar-Preis 2020. Finn und Dita leben zusammen in Berlin und Südfrankreich.


Tine Schulz, Jahrgang 1981, Illustratorin und Zeichnerin für Verlage, Magazine und Organisationen - am liebsten für Kinder und alles, was fair, sozial, nachhaltig ist und die Welt ein wenig besser macht. Nach einer Ausbildung zur Mediengestalterin, einigen Jahren als Grafikerin und einem Kommunikationsdesignstudium arbeitet sie jetzt als freiberufliche Illustratorin in Rostock und auf Rügen.

 https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/schlafen-wie-die-ruben-von-finn-ole.html

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Cover des Buches Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes (ISBN: 9783442719334)Buchstabenliebhaberins avatar

Rezension zu "Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes" von Finn-Ole Heinrich

Der Reuber weiß Bescheid
Buchstabenliebhaberinvor 5 Monaten

Ein angehender Vater kriegt Panik, ob er seinem ungeborenen Kind ein guter Vater sein kann. Wie das geht, ist er doch eher nicht so der Macher. Er hat eine Idee, er geht in den großen, wilden Wald, wo der Reuber wohnt. Dort will er selbstbewusst und stark werden. Er will eine Ausbildung beim Reuber machen!

Nach anfänglicher Skepsis nimmt der Reuber ihn unter seine Fittiche. Das Training ist hart, der vegetarische Gummibärchenliebhaber frisst Würmer, Dreck und muss jagen lernen, er schläft auf dem Boden, er luffudert zusammen mit dem Reuber, trinkt Reuberkaffee und wird bei Regen klatschnass. Er muss sich von Klippen stürzen, tauchen lernen, durch den Wald rasen und Wanderer überfallen. Bis er selber selbstbewusst und stark ist, und zu seiner Frau und seinem Kind zurückgehen kann.

Was für ein Buch! Absolut hinreißend, sehr liebevoll illustriert, jede Seite ein Erlebnis. 

Ich war neugierig auf das Buch, ich kenne "Räuberhände" und seine Kurzgeschichten und liebe seine Sprache. Hier kommt noch etwas verspieltes hinzu, und Finn-Ole Heinrichs Fantasie kennt keine Grenzen, er erfindet neue Wörter für des Reubers Aktivitäten, am liebsten würde man mit den beiden Rabauken dort im Wald im Unterholz am Feuer sitzen und einfach mitmachen wollen! Eine Runde Luffudern und ganz im Hier und Jetzt sein!

Meine Leseempfehlung für Groß und Klein!

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Gespräche aus der Community

Liebe Freunde der Jugendbuchliteratur,

wir freuen uns sehr, Sie mit einer kommenden Neuerscheinung vertraut zu machen, auf die wir besonders stolz sind.

Als unabhängiger Verlag aus Hamburg publizieren wir seit Jahren Kinder- und Jugendbücher, die sich um den Austausch unterschiedlicher Kulturen verdient machen. Unser Augenmerk liegt dabei auf einer altersgerechten und erzählorientierten Vermittlung von Sprachen, den Schwerpunkt bildet das Deutsche und Spanische, doch auch die Vermittlung anderer Sprachen findet ihren Ausdruck in unserem Programm. Daher werden unsere Bücher im Sprachunterricht besonders geschätzt.

Im Oktober erscheint mit Und nun? ein Titel, der auch jenseits des Lernfeldes Sprachen und Kulturen große Aufmerksamkeit erfahren dürfte. Denn wir konnten zwei tolle und vielbeachtete Autoren für das Buch gewinnen: Finn-Ole Heinrich, der junge Schriftsteller aus dem hohen Norden, der im vergangenen Jahr mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde und Carlos Rodrigues Gesualdi, der als Argentinier seit einigen Jahren in Deutschland lebt und in Südamerika mit seinen vielen (Jugend-)Büchern zu den Bestsellerautoren zählt.

Die besondere Konstellation des Buches: Wir stellen zwei Kurzgeschichten dieser Autoren zu einem Thema einander gegenüber. Das schwierige und umso wichtigere Thema ist der Umgang mit der Lebenssituation, die sich durch die Trennung der Eltern ergibt und das Leben in der neuen Familienkonstellation.
Einmal beleuchtet aus argentinischer, einmal aus deutscher Perspektive, von einem jungen Stern am Himmel der Jugendbuchliteratur und einem erfahrenen Bestsellerautor. Beide Geschichten erscheinen in deutscher und spanischer Sprache und richten sich an Leser ab 12 Jahren.

Wer sich über Hintergründe zum Thema und dem Buch informieren möchte, dem sei gern das Autorengespräch mit dem Kulturportal stagecat.de empfohlen, das Sie hier finden:
http://stagecat.de/interview.php

Natürlich freuen sich auch die Autoren über Ihren Besuch:
http://www.finnoleheinrich.de/
http://www.gesualdi.eu/

Wir verlosen unter allen Teilnehmern 10 Exemplare des Buches, die die Gewinner exklusiv vor dem offiziellen Erscheinungstermin erhalten!
Als Kleinverlag sind wir auf Empfehlungen und Mundpropaganda besonders angewiesen. Wir freuen uns daher besonders, wenn die Gewinner unsere Neuheit hier und anderswo bewerten oder rezensieren wollen.

Für alle, die leer ausgehen, noch ein kleiner Hinweis: Bis zur offiziellen Veröffentlichung kann das Buch beim Verlag zum ermäßigten Subskriptionspreis erstanden werden. Unseren Shop finden Sie hier.

59 BeiträgeVerlosung beendet

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