Finn-Ole Heinrich Gestern war auch schon ein Tag

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Inhaltsangabe zu „Gestern war auch schon ein Tag“ von Finn-Ole Heinrich

Susan fehlt ein Bein. Tom ist die Treppe runtergefallen. Und Henning lügt so lange, bis er die Wahrheit sagt. Finn-Ole Heinrich erzählt von Menschen, die ins Schwanken gekommen sind, die das Leben mit aller Härte umgeworfen hat. Und die nun wieder aufstehen müssen. Die Texte hinterlassen in ihrer Ehrlichkeit, sprachlichen Klarheit, ihrer Sensibilität und auch in ihrem Humor eine Faszination, die lange trägt. »Heinrichs Erzählweise hat etwas, was man wenigen jungen Schriftstellern heutzutage bescheinigen kann. Sie hat einen eigenen Ton.« Sebastian Reier, Die Zeit

Ehrlich, schnörkellos und hart erzählt der Autor in acht Kurzgeschichten vom Leben seiner Protagonisten.

— Seehase1977
Seehase1977

Kurzgeschichten, die das Seelenleben grundsätzlich unterschiedlicher Menschen beschreiben. Alle regen zum Nachdenken an!

— schnaeppchenjaegerin
schnaeppchenjaegerin

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  • Gestern war auch noch ein Tag

    Gestern war auch schon ein Tag
    Seehase1977

    Seehase1977

    22. April 2016 um 11:11

    Klappentext:Susan fehlt ein Bein. Tom ist die Treppe runtergefallen. Und Henning lügt so lange, bis er die Wahrheit sagt. Finn-Ole Heinrich erzählt von Menschen, die ins Schwanken gekommen sind, die das Leben mit aller Härte umgeworfen hat. Und die nun wieder aufstehen müssen. Die Texte hinterlassen in ihrer Ehrlichkeit, sprachlichen Klarheit, ihrer Sensibilität und auch in ihrem Humor eine Faszination, die lange trägt. »Heinrichs Erzählweise hat etwas, was man wenigen jungen Schriftstellern heutzutage bescheinigen kann. Sie hat einen eigenen Ton.« Sebastian Reier, Die ZeitIch höre mich vor einiger Zeit noch sagen, dass ich grundsätzlich kein großer Freund von Kurzgeschichten bin. Doch neuerdings beobachte ich mich, wie ich hin und wieder doch nach solchen Büchern greife und auch bis jetzt noch nicht enttäuscht wurde. Das Buch „Gestern war auch schon ein Tag“ von Finn-Ole Heinrich beinhaltet acht Kurzgeschichten die mitten aus dem Leben gegriffen sind. Ohne Schnörkel, ehrlich, direkt und schonungslos lässt der Autor seine Leser am Leben und Denken seiner jeweiligen Protagonisten teilhaben. Es geht z.B. um eine junge Frau die ihr Bein verloren hat und es den Anschein macht, als hätte ihr Partner die größeren Probleme mit dem Verlust zurechtzukommen. Oder aber der Wochenend-Hooligan, der unter der Woche als liebender Vater und renommierter Rechtsanwalt lebt Über die einzelnen Geschichten möchte ich hier aber gar nicht zu viel verraten. Nicht jede der acht Geschichten konnte mich komplett überzeugen, manche waren mir zu kurz, manche zu lang, aber im Großen und Ganzen haben mich alle auf ihre Art nachdenklich gemacht und sind mir teilweise wirklich unter die Haut gegangen. Die Kurzgeschichtensammlung „Gestern war auch schon ein Tag“ von Finn-Ole Heinrich handelt von Menschen, denen das Leben übel mitgespielt hat, die wieder zurückfinden müssen oder aber von jenen, die am Rande der Gesellschaft leben und denen das Leben nicht schenkt. Lesens- und empfehlenswert!

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  • Kurzgeschichten, die das Seelenleben grundsätzlich unterschiedlicher Menschen beschreiben

    Gestern war auch schon ein Tag
    schnaeppchenjaegerin

    schnaeppchenjaegerin

    25. January 2016 um 18:18

    "Gestern war auch schon ein Tag" ist eine Sammlung von acht Kurzgeschichten, die jede auf ihre Weise tragisch, skurril und irgendwie anders ist und trotz oder gerade wegen ihrer Kürze zum Nachdenken anregen. Die erste Geschichte handelt von einer jungen Frau, der ein Beim amputiert worden ist. Sie vermisst scheinbar nichts, ihr Freund dagegen kann sich an die neue Situation nicht gewöhnen und entfremdet sich immer mehr von ihr. Die zweite Erzählung dreht sich um einen Mitarbeiter der Müllabfuhr und seinen "geheimnisvollen" Blackout. Die dritte handelt von einem Jungen in einem "Heim für gestörte Kinder", der seine Wut durch Gewalt abbaut. Die vierte Geschichte war am kürzesten und eher melancholisch. Sie spielt im Herbst und thematisiert den Abschied mit der Option auf ein Wiedersehen. Die fünfte Erzählung schildert den typischen Samstag von drei Hooligans. Die sechste, mit Abstand längste und damit auch eingehendste Geschichte dreht sich um die frische Beziehung eines jungen Paares, dessen Ende aufgrund der Drogensucht der egozentrischen Marta bereits vorgezeichnet ist.   Geschichte Nr. 7 fand ich auch sehr erschüttert. Hier geht es um einen abgebrühten Bauarbeiter, der sein Geld illegal mit einer Pitbullzucht verdient. Die achte und letzte Kurzgeschichte war für mich ein gelungener Abschluss der Sammlung. Sie dreht sich um das traurige Schicksal einer Familie. Im Zentrum steht dabei eine Schülerin, eine Waise, die vor dem Abitur steht und den Familienalltag zwischen dementer Oma und behindertem älteren Bruder managt. Alle Geschichten und ihre Protagonisten sind grundsätzlich unterschiedlich, bei allen betrachtet der Autor vor allem deren Seelenleben, das durch bestimmte Situationen oder äußere Umstände aus dem Gleichgewicht geraten ist. Beschrieben werden viele alltägliche Themen oder Probleme, die jeden einzelnen von uns treffen können - sei es der Umgang mit Behinderungen, das Älterwerden oder der Tod - aber alles eher unangenehme Themen, die man deshalb häufig lieber verdrängt. Jede Kurzgeschichte berührt und regt zum Nachdenken an. Manchmal was es wirklich schade, dass es "nur" Kurzgeschichten sind. Oft habe ich mich gefragt, wie es mit den Protagonisten weiter gegangen wäre (oder wie es angefangen hat?), wenn der Autor einen ganzen Roman über sie und ihr Schicksal geschrieben hätte. Keine leichte Kost, aber gerade deshalb auch sehr lesenswert! Nicht von ungefähr wird Finn-Ole Heinrich (* 1982) als einer der größten Nachwuchsliteraten von der Presse gelobt.

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  • Kurzweilige Erzählungen, aus dem Leben gegriffen

    Gestern war auch schon ein Tag
    Julino

    Julino

    04. August 2015 um 19:11

    Herbst, das ist die Sommerernte. Im Herbst sitzen, Beine auf dem Tisch und den Gaumen voll Spätsommer. – Sie hat den Herbst gewonnen So und nicht anders stelle ich mir die perfekte Kulisse für die Lektüre des 2009 im mairisch Verlag erschienenen Erzählungsbandes von Finn-Ole Heinrich vor. Der Autor versammelt darin acht wunderbare Kurzgeschichten, die mal länger, mal kürzer, aber immer äußerst intensiv gestaltet sind. Intensiv in verschiedener Hinsicht. Da gibt es beispielsweise Susan in der ersten Geschichte des Bandes, die den Titel Zeit der Witze trägt. Susan hat ein Bein verloren. Sie scheint damit klarzukommen, ihr Freund nicht — und so erlebt der Leser mit, wie sich zwei Menschen aufgrund einer veränderten Äußerlichkeit emotional voneinander entfernen. Diese Distanz, die Susans Freund als Ich-Erzähler aufbaut, ist schockierend und doch irgendwie nachvollziehbar. Ihr Körper ist nicht mehr der Körper, den ich noch im Balkonsommer unbedingt haben wollte. Ich will den neuen nicht. Ich will kein Mensch sein, der vor einer Behinderung flieht. Ich mag so einen Menschen nicht. Ich bin so ein Mensch. –Zeit der Witze Genau diese Ambivalenz hat mich noch lange zum Nachdenken angeregt, vor allem zur Reflexion meines eigenen Verhaltens. Finn-Ole Heinrich gelingt es, mit einer erschreckend klaren und alltagsnahen Sprache, die kleinen Zwischenmenschlichkeiten unserer Zeit abzuzeichnen. Immer wieder zeigt der Autor ohne großen Pathos, wie leicht ein Mensch aus der Bahn geworfen werden kann und wie dieser wieder in die Spur findet oder manchmal eben auch nicht. Besonders die längste Geschichte des Buches mit dem schlichten Titel Marta hat mich beeindruckt. Die Protagonistin dieser Erzählung ist krank, so krank, dass jeder es ihr sofort von außen ansieht. Paul lernt Marta zufällig kennen. Er ist fasziniert von ihrer Gelassenheit, von ihrer ständig präsenten Freiheit, die sie um jeden Preis auslebt. Beide tun sich gegenseitig gut, Paul kann sich erfolgreich mit Martas Hilfe vom Schreiben seiner Abschlussarbeit ablenken und lernt wohl zum ersten Mal in seinem Leben, was es heißt, sich treiben zu lassen. Paul wiederum bietet Marta ein gewisses Maß an Stabilität und gibt ihrem haltlosen Lebensstil einen Rahmen. Die Story der beiden lehrt mich vor allem eins: dass es nicht nötig ist, Beziehungen zwischen zwei Menschen immer kategorisieren zu müssen. Sicherlich ist da zwischen den beiden so etwas wie Liebe, aber eben auch ganz viel Freundschaft und noch eine andere undefinierbare Verbundenheit, die stets mit einem Gefühl von Melancholie unterlegt wird. Marta schlief noch. Ich weiß nicht, wie lange ich ihr dabei zugesehen habe. Wie sie dalag und zuckte, ein unregelmäßiges, fast musikalisch wirkendes Zucken. […] So lag sie vor mir, wie das Ende einer Geschichte, deren schönste Momente ich längst verpasst hatte. – Marta In der letzten Geschichte des Bandes, Wenn man gesungen sagt, zeigt sich, dass der Tod eines lieben Menschen auch eine Art Befreiung sein kann. Elli hat sich jahrelang um ihren behinderten Bruder als auch um ihre mehr und mehr in Demenz versinkende Großmutter gekümmert. Nun ist die Großmutter gestorben, was dazu führt, dass Ellis großer Bruder Willem nach langer Zeit in das Haus seiner Kindheit zurückkehrt. An ihre Oma denkt die Protagonistin mit gemischten Gefühlen zurück. Sie und auch ihre Geschwister verdanken ihr sehr viel. Die Eltern der Kinder kamen bei einem Autounfall ums Leben, die Großmutter nahm die drei danach bei sich auf. Dennoch schwingt mit dem Tod der alten Frau auch ein Hauch Erleichterung in Elli mit. Großmutter war eine verknitterte Erinnerung an die Frau, die Tom und mich und für eine Zeit lang auch Willem damals aufgenommen hatte. […] Als sie das erste Mal morgens in der Küche saß, mit leerem Gesicht und Einkaufstüte auf dem Kopf, habe ich noch gelacht und gehofft, das sei Humor. […] Zum Schluss hat man es auch von außen gesehen […] und ich dachte: Wie schnell das alles ging, und wie wenig übrig geblieben ist. – Wenn man gesungen sagt Finn-Ole Heinrich bringt damit das scheinbar Unaussprechliche zur Sprache und verpackt es so geschickt, dass es plötzlich legitim scheint, gesellschaftlich tabuisierte Gedanken offen zu legen. Gestern war auch schon ein Tag ist ein wertvoller Erzählungsband, über dem stetig ein Hauch von Melancholie zu schweben scheint. Die acht Kurzgeschichten erzeugen jeweils unterschiedliche Welten, in die es sich lohnt, einzutauchen — nicht nur an Herbsttagen.

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  • Rezension zu "Gestern war auch schon ein Tag" von Finn-Ole Heinrich

    Gestern war auch schon ein Tag
    MelladeLuxe

    MelladeLuxe

    15. August 2012 um 11:34

    Kurzgeschichten mit Personen, die uns ans Herz wachsen.
    Trotzdem - typisch Kurzgeschichte, mit unerwarteten Wendungen. Die Charaktere sind ungewöhnlich, treffen ungewöhnliche Menschen oder haben ein ungewöhnliches Schicksal. Auf jeden Fall sehr feine Geschichten und ein toller Nachwuchsautor!

  • Rezension zu "Gestern war auch schon ein Tag" von Finn-Ole Heinrich

    Gestern war auch schon ein Tag
    steff

    steff

    08. January 2012 um 18:39

    Heinrich ist erwachsen geworden. Die Kurzgeschichten sind allesamt gut, man denkt später noch mal dran.

  • Rezension zu "Gestern war auch schon ein Tag" von Finn-Ole Heinrich

    Gestern war auch schon ein Tag
    Gruenente

    Gruenente

    03. July 2010 um 14:30

    Ich mag keine Kurzgeschichten. Warum? Weil ich immer wissen will wie es weiter geht. Das ist hier besonders stark bei mir so gewesen. Vor allem bei der Geschichte mit der Frau, die ein Bein verlor. Sehr interessant war hier, das es nicht aus ihrer Sicht, sondern aus der ihres Freundes, der den Eindruck machte viel mehr verloren zu haben als sie. Doch wie hat sie das Bein verloren, wie haben sie vorher zusammengelebt? Und immer wieder: wie geht es weiter? Abgeschlossen war für mich die Geschichte mit den Kampfhunden. Sie war auch gut, aber irgendwie in sich geschlossen. Doch wie kommt das Mädchen, dass für die Demenz-kranke Oma und Ihren geistig behinderten Bruder sorgte weiter im Leben zu recht? Ich wünscht der Autor würde die Geschichten mal weiterspinnen und einen Roman daraus machen…

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  • Rezension zu "Gestern war auch schon ein Tag" von Finn-Ole Heinrich

    Gestern war auch schon ein Tag
    stories!

    stories!

    02. November 2009 um 17:37

    Diese acht Erzählungen haben mich enorm beeindruckt. Susan fehlt ein Bein. Elli
    und Tom ist die gesamte Familie abhanden gekommen. In einer atemberaubenden literarischen Plastizität verarbeitet Heinrich allzu menschliche Geschichten. Dieser Autor wird in ein paar Jahren einer der ganz großen Namen sein... ganz sicher!