Inhalt:
In Die Witwe von Fiona Barton steht ein erschütternder Kriminalfall im Mittelpunkt: Die zweijährige Bella verschwindet spurlos aus dem Vorgarten ihres Zuhauses. Schnell gerät Glen Taylor ins Visier der Ermittlungen. Doch bevor der Fall endgültig aufgeklärt werden kann, stirbt Glen bei einem Unfall.
Zurück bleibt Jean, die Witwe, und mit ihr unzählige Fragen. Was wusste sie wirklich? Hat sie etwas geahnt oder sogar bewusst verdrängt? Während eine Journalistin, ein Ermittler und Jean selbst ihre Sicht der Dinge schildern, entfaltet sich nach und nach ein komplexes Bild aus Erinnerungen, Wahrnehmungen und möglichen Wahrheiten. Die Geschichte springt dabei zwischen verschiedenen Zeitpunkten und Perspektiven hin und her und setzt sich Stück für Stück zusammen.
Eigene Meinung:
Die Thematik des Buches ist alles andere als leicht und hat mich stellenweise sehr getroffen. Gerade das Verschwinden eines kleinen Kindes sorgt automatisch für Beklemmung und genau diese Stimmung zieht sich durch das gesamte Buch.
Besonders gut gefallen hat mir die Erzählweise aus drei Perspektiven. Dadurch bekommt man nicht nur unterschiedliche Einblicke in den Fall, sondern auch in die Gedankenwelt der Figuren. Dieses Wechselspiel sorgt dafür, dass man als Leser ständig hinterfragt, was wirklich passiert ist und wem man glauben kann.
Der Schreibstil von Fiona Barton hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Er ist ruhig, aber gleichzeitig eindringlich und schafft es, eine unterschwellige Spannung aufzubauen. Vor allem dieses ständige Schwanken zwischen verschiedenen möglichen Wahrheiten hat mich durchgehend bei der Stange gehalten.
Mit Jean als Hauptfigur bin ich leider nicht richtig warm geworden. Ich fand sie teilweise anstrengend und schwer greifbar. Ihre Art und ihre Entscheidungen haben bei mir eher Distanz geschaffen als Mitgefühl, auch wenn genau das vermutlich Teil ihrer Figur ist.
Fazit:
Ein psychologisch geprägter Krimi mit einer spannenden Grundidee und einem besonderen Blickwinkel auf die Frau des Täters. Trotz kleinerer Längen und einer nicht ganz zugänglichen Protagonistin bleibt die Geschichte im Kopf und regt zum Nachdenken an. Wer ruhige, vielschichtige Geschichten mag, wird hier fündig und sollte keine klassische Thrillerspannung erwarten.






















