Fiona McFarlane Nachts, wenn der Tiger kommt

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Inhaltsangabe zu „Nachts, wenn der Tiger kommt“ von Fiona McFarlane

Wenn verborgene Ängste Wirklichkeit werden Die betagte Ruth wohnt in einem entlegenen Haus am Meer. Seit dem Tod ihres Mannes ziehen ihre Tage gleichförmig dahin, allein vom Rhythmus der Wellen und dem Klang des Windes geprägt. Eines Tages steht eine vom Staat geschickte Pflegekraft vor der Tür. Die tüchtige Frida übernimmt schnell das Regime, sie kümmert sich um Geldangelegenheiten und die Medikamente, sodass die alte Dame das Haus gar nicht mehr verlassen muss. Langsam entgleitet Ruth das Gefühl für die Realität: Gegenstände verschwinden, ein leerstehendes Zimmer scheint bewohnt, nachts schleicht ein blutrünstiger Tiger durchs Haus … und ist Frida wirklich die, für die sie sich ausgibt?

zum Nachdenken, zwischendurch sehr verwirrend

— Nachtfalter89
Nachtfalter89

Guter Debütroman, der gekonnt mit mit dem Leser und der Frage "Wo beginnt die Illusion & wo hört die Relalität auf?" spielt.

— Kopf-Kino
Kopf-Kino

Über das einsame Leben einer alten Frau, deren Alltag durch das plötzliche Auftauchen einer dubiosen Pflegekraft auf den Kopf gestellt wird.

— Anniu
Anniu

Nach spätestens der Hälfte des Buches kann man sich schon denken, was es mit der Betreuerin Frida auf sich hat.. schade.

— Exabyte
Exabyte

Dies ist ein ganz besonderes Buch, das sehr spannend erzählt, was im Alter so alles passieren kann und den Leser auf falsche Fährten lockt.

— gst
gst

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  • Nachts wenn der Tiger kommt

    Nachts, wenn der Tiger kommt
    Nachtfalter89

    Nachtfalter89

    02. February 2015 um 12:05

    Weshalb ich dieses Buch unbedingt lesen wollte war das wunderschöne Cover...  "Nachts, wenn der Tiger kommt" ist eine faszinierende Schilderung über die Volkskrankheit Demenz. Und nicht nur das, die Autorin schafft es den Leser zum Nachdenken zu bringen. Die Stärke dieses Debüt-Romans ist, dass er den Leser ganz mit hineinnimmt in den „Kopf von Ruth“ und ihn mehr und mehr teilhaben lässt an der „Verwaschung“ der Realität der alten, alleinstehenden Dame. Und das sehr gekonnt, in einer Sprache, die sich nicht dem Tempo der „Lösung“ verpflichtet, sondern der Gründlichkeit der Darstellung. Das Alter, sich abschwächende Erinnerungen, Demenz, bis hin zu Fantasien eines „Tigers im Haus“, die gekonnt zwischen Realität und Illusion gehalten werden.

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  • Themen-Challenge 2014 - Bücher, deren Hauptfigur 10 Jahre jünger oder älter als ihr selbst ist

    Daniliesing

    Daniliesing

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  • Getigertes Altern

    Nachts, wenn der Tiger kommt
    steffchen3010

    steffchen3010

    17. June 2014 um 15:11

      “Der drollige Spiegel, der Jeffreys Gesicht war, hatte es ihr verraten – , dass sie das Stadium erreicht hatte, in dem ihre Söhne sich ihretwegen Sorgen machten.” Zitat, Seite 10 Ruth lebt seit dem Tod ihres Mannes ein einsames Leben in einem entlegenen Haus am Meer. Mit ihren Söhnen telefoniert sie nur gelegentlich, scheint ihnen durch das Altern ein Klotz am Bein. Alte Freunde gibt es nur wenige, für regelmäßige Besuche wohnen sie zu weit weg. So schleppt Ruth sich mühsam durch die Tage, beobachtet Wale, lauscht dem Rauschen des Meeres oder dem Tosen des Windes. Das Erledigen des Haushaltes gelingt ihr nur schleppend: Sie überlässt es vielmehr einem persönlichen Spiel und den darauf folgenden Zeichen der Natur, ob sie erledigt werden oder nicht. “Sie sah aufs Meer hinaus und zählte die Abfolge der Wellen: Wenn es vor der nächsten großen weniger als acht kleine gab, würde sie den Sand vom Gartenweg fegen.” Zitat, Seite 14 Eines Nachts vernimmt sie in ihrem Haus einen erdigen dschungelgleichen Geruch und das Schnauben und Schnaufen eines großen Tieres; ein vibrierendes Atmen, dass sie vor Angst erstarren lässt. Ruth ist sich sicher, dass ein Tiger durch ihr Wohnzimmer schleicht. Am Tag darauf steht eine fremde Frau vor der Tür zum Garten, die behauptet, von den Behörden geschickt worden zu sein. Da Frida tüchtig ist und sich zuverlässig um alles kümmert, überlässt ihr Ruth nach und nach das Regime. Doch Frida kümmert sich nicht nur um den Hausputz, das Kochen oder Ruths Medikamente, sondern erlangt auch langsam aber sicher die Kontrolle über Ruth. Und während sich die alternde Ruth völlig auf Frida verlässt, entgleitet ihr Schritt für Schritt das Gefühl für die Realität. Und irgendwann stellt sich die Frage: Ist Frida tatsächlich ein Geschenk des Himmels oder hegt sie ganz andere Absichten? “Die Bedeutsamkeit erwuchs aus den Geräuschen, die sie hörte, und aus denen, an die sie sich nur erinnerte; sie lag irgendwo genau dazwischen, fand dort einen Platz, und wuchs.” Zitat, Seite 65 “Nachts, wenn der Tiger kommt” ist ein intensiver Roman über das Älterwerden. Die Protagonistin Ruth schließt man sofort ins Herz. Durch ihr zunehmend hilfloses und verwirrtes Wesen möchte man sie am liebsten pausenlos in die Arme schließen und ihr bedächtig über den Kopf streicheln. Den schleichenden Prozess des Älterwerdens verdeutlicht Fiona McFarlane durch plötzliche Szenenwechsel zwischen Realität und Fiktion, die nicht immer leicht zu lesen sind. So gerät der schon im Titel erwähnte Tiger Zugang zur Geschichte. Ein surrealer Wegbegleiter, der für viel Aufregung und Irritationen sorgt. Nicht nur bei Ruthie, sondern auch beim Leser. Das Haus am Meer wird zum Dschungel, Ruths verstörtes Wesen zum Tiger. Trotz ihres jungen Alters, ist es der Autorin gut gelungen, sich in die alternde Ruth hineinzuversetzen und ihr Altern sehr authentisch darzustellen. Die fortschreitende Demenz der Hausbesitzerin verbildlicht McFarlane durch abwechslungsreiche Szenen, in der Ruth zunehmend die Kontrolle über den eigenen Körper und ihre Gedanken verliert. Sie scheint oft wie betäubt, stetig im Kampf mit sich selbst. Während sie im einen Moment völlig klar bei Verstand ist, verwechselt sie Vergangenheit und Gegenwart im anderen, ruft nach ihrem verstorbenen Ehemann oder meint, noch immer auf Fidschi zu leben. So stößt auch der Leser nicht selten an seine Grenzen, scheint wie gefangen, vom unheimlichen Sog der Geschichte. Bei Frida, die angeblich vom Staat als Haushaltshilfe geschickt wird, ahnt man von Anfang an nichts Gutes. Ihr Wesen ist anstrengend und kräftezehrend. Immer wieder gelangt eine neue Facette ihres undurchsichtigen Ichs zum Vorschein, täuscht und überfordert mich. Oft hätte ich ihr gerne einfach nur eine geklatscht oder sie gebeten, zu gehen. Doch Fridas wirsches Wesen scheint Ruth oftmals wie eine schallende aber notwendige Ohrfeige zu treffen, die sie aus ihrer Trance erwachen lässt, sie den Wunsch verspüren lässt, alte Freunde wiederzusehen oder mit dem Bus in die Stadt zu fahren. Es ist ein Wechselbad der Gefühle. So hat Fiona McFarlane mit ihrem Debüt ein undurchsichtiges und spannendes Werk geschaffen, das von Liebe, Vertrauen, einer gefährlichen Täuschung und dem Altern erzählt. Auf äußerst einfallsreiche und zugleich irritierende Weise hat sie meine Tage mit einer Geschichte gefüllt, die ich so schnell nicht vergessen werde. Sie hätte gern eine einzige Wolke am Himmel gesehen. Das wäre kuschelig und fröhlich und irgendwie tröstlich gewesen. Wenn ich eine Wolke sehe, dachte sie, bedeutet das, dass ich wieder hochkomme. Es bedeutet, dass ich nicht gefallen bin. Zitat, Seite 219/220

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  • Leserunde zu "Nachts, wenn der Tiger kommt" von Fiona McFarlane

    Nachts, wenn der Tiger kommt
    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    Wenn verborgene Ängste Wirklichkeit werden ... Die betagte Ruth wohnt in einem entlegenen Haus am Meer. Seit dem Tod ihres Mannes ziehen ihre Tage gleichförmig dahin, allein vom Rhythmus der Wellen und dem Klang des Windes geprägt. Eines Tages steht eine vom Staat geschickte Pflegekraft vor der Tür. Die tüchtige Frida übernimmt schnell das Regime, sie kümmert sich um Geldangelegenheiten und die Medikamente, sodass die alte Dame das Haus gar nicht mehr verlassen muss. Langsam entgleitet Ruth das Gefühl für die Realität: Gegenstände verschwinden, ein leerstehendes Zimmer scheint bewohnt, nachts schleicht ein blutrünstiger Tiger durchs Haus … und ist Frida wirklich die, für die sie sich ausgibt? LESEPROBE Gemeinsam mit dem DVA Verlag vergeben wir 25 Leseexemplare zur gemeinsamen Lesung, Diskussion und Rezension. Wir würden uns freuen, wenn Ihr Euch genauso wie wir für den Roman "Nachts, wenn der Tiger kommt" begeistern könnt - Ihr könnt Euch bis einschliesslich 12. März 2014 dafür bewerben!  Fiona McFarlane wurde in Sydney geboren, studierte an der dortigen Universität und promovierte an der University of Cambridge. Sie hat bisher Kurzgeschichten in namhaften Zeitschriften veröffentlicht, war Stipendiatin im Fine Arts Work Center in Provincetown, Massachusetts, im St. John’s College in Cambridge, England, und ist gegenwärtig am Michener Center for Writers der University of Texas in Austin. "Nachts, wenn der Tiger kommt" ist ihr erster Roman; er erscheint in mehr als einem Dutzend Sprachen. Fionas Facebookfanpage

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  • Der Kampf gegen einen Tiger und das Vergessen

    Nachts, wenn der Tiger kommt
    Anniu

    Anniu

    18. April 2014 um 15:58

    Inhalt Die 75-jährige Ruth fristet nach dem Tod ihres Mannes Harry ein recht eintöniges, einsames Leben in einem abgeschiedenen Haus an der australischen Küste. Sie meistert den Alltag trotz ihres Alters noch recht gut, wäre da nicht ein Tiger der nachts durch ihr Haus schleicht und der armen Ruth keine Ruhe lässt. Als dann auch noch eines Tages die auffällige Frida vor ihrer Tür steht und sich als vom Staat geschickte Pflegekraft vorstellt, gerät das geruhsame Leben der alten Dame ganz durcheinander. Durch die Ankunft Fridas kommt endlich wieder etwas Schwung und Farbe in Ruths eintönigen Alltag. Doch irgendetwas scheint mit Frida nicht zu stimmen, und dann taucht der Tiger wieder auf... oder wird Ruth allmählich verrückt? Meine Meinung Fiona McFarlane gibt die Einsamkeit und Melancholie der betagten Ruth sprachlich sehr anschaulich und einfühlsam wieder, sodass man direkt einen Zugang zu den Gedanken der Protagonistin erhält und die alte Dame mit ihrer etwas schrulligen Art - sie flucht leidenschaftlich gern - schnell ins Herz schließt. Ruth versucht zunächst noch an dem Rest Selbstständigkeit, der ihr im Alter geblieben ist, festzuhalten. Doch immer mehr merkt man, wie ihr die Kontrolle über das eigene Leben entgleitet und sie sich mehr oder weniger freiwillig in eine Abhängigkeit zu ihrer Pflegekraft Frida begibt. Zunehmend verwischen mit der Ankunft des Tigers die Grenzen zwischen Realität und Illusion, sodass der Leser beginnt daran zu zweifeln, was wirklich gerade geschieht und was bloß in Ruths Kopf passiert. Vieles bleibt so bis zum Schluss unklar, was mir sehr gut gefallen hat, da es sehr eindrucksvoll den Zustand einer alternden, wahrscheinlich dementen Frau wiedergibt. Besonders die Erzählweise aus Ruths Sicht und die metaphernreiche Sprache erlauben einen direkten Einblick in Ruths verworrene Gedankenwelt und sind meiner Meinung nach ein sehr gelungener Versuch Demenz zu versprachlichen. Die Hilflosigkeit Ruths hat mich persönlich sehr traurig gemacht und zeichnet ein wirklich realistisches Bild vieler älterer Menschen, deren Partner bereits verstorben sind und deren Kinder weit entfernt leben und kaum mehr Anteil am Leben ihrer Eltern haben. Es ist erschreckend, wie hilflos die Protagonistin den Launen ihrer Mitmenschen ausgesetzt ist und wie sie ihr Leben immer weniger selbstständig beeinflussen kann. "Nachts, wenn der Tiger kommt" ist ein berührendes Buch über das Altern, das Vergessen und die Einsamkeit, welches mich bewegt und zum Nachdenken gebracht hat. Es hinterlässt ein beängstigendes Gefühl, da einjeder sich früher oder später selbst in einer ähnlichen Lage wie Ruth wiederfinden kann. Aber ich denke, dass es wichtig ist sich auch mit Themen wie dem Altern auseinanderzusetzen und fand es gleichzeitig bedrückend als auch interessant, als junger Mensch einmal einen Blick in das Leben einer älteren Frau werfen zu können.

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  • Weggleiten….

    Nachts, wenn der Tiger kommt
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    16. April 2014 um 13:52

    Weggleiten…. Die Stärke dieses Debüt-Romans ist, dass er den Leser ganz mit hineinnimmt in den „Kopf von Ruth“ und ihn mehr und mehr teilhaben lässt an der „Verwaschung“ der Realität der alten, alleinstehenden Dame. Und das sehr gekonnt, in einer Sprache, die sich nicht dem Tempo der „Lösung“ verpflichtet, sondern der Gründlichkeit der Darstellung. Alter, sich abschwächende Erinnerungen, Demenz, bis hin zu Fantasien eines „Tigers im Haus“, die gekonnt zwischen Realität und Illusion gehalten werden. Für Ruth, die alte Dame, ist dieser Tiger genauso real wie jene Frida, die sich als behördliche Pflegekraft vorstellt und den Alltag Ruths von da an gestaltet. Aber wer hat sie bestellt? Beauftragt? Ruths Sohn Jeffrey war es nicht, soviel scheint klar. Aber auch er prüft nicht genauer, wer oder was Frida ist, er hat genug damit zu tun, die offenkundigen Probleme seiner Mutter möglichst weit von sich fern zu halten und Frida scheint ihm da sehr nützlich zu sein. Wer ist Frida und was will sie? Das ist eine der zentralen Fragen dieses Buches, die ihrer Auflösung harren. Die andere betrifft, natürlich, den Tiger. „Er war ihr versprochen worden und ihr treu geblieben“. Ein Tiger, der sich an entscheidenden Momenten nur um sich selbst zu kümmern scheint. „Er schwenkte den trägen Kopf nur zu seiner anderen Flanke und leckte sie ab. Er definierte seine Streifen“. In langen Erinnerungsblöcken erfährt der Leser über das Leben von Ruth, über ihren verstorbenen Mann Harry, der nicht der einzige Mann in Ruths Leben war (wenn nicht die Erinnerungen trügen), während in der Gegenwart die burschikose Frida das Szepter in die Hand nimmt und auch hier nicht immer klar ist, ob das zu Ruths Bestem oder zu ihrem Schlechten sein wird. Während Jeffrey, als Symbol für sicher so manche erwachsene Kinder alternder Menschen, sich lieber aus dem Abbau der geistigen Kräfte seiner Mutter versucht, herauszuhalten. Auf der anderen Seite ist die Stärke des Buches im Lauf der Lektüre auch die Schwäche des Buches. Da dem Leser bis fast ganz zum Schluss nur wenig äußere Anhaltspunkte gegeben werden, verläuft man sich quasi mit in all den Vorstellungen Ruths und findet sich kaum zurecht in dem, was Realität ist, was abgeänderte Erinnerung sein mag und was reine Fantasie des Erlebens darstellen könnte. Da sind die Rückblicke fast schon hilfreich zu nennen, denn aus diesen ergibt sich eher ein Bild der Persönlichkeit Ruths und so mancher Bezug auch zur Gegenwart. Für den auch Ellen steht, eine Frau, die später hinzutreten wird, ohne aber tatsächlich noch eingreifen zu können. Alles in allem ein stückweit zu verwirrend, um den roten Faden vor Augen zu halten, mit sehr intensiv und ausführlich gezeichneten Personen und einem fühlbaren „Weggleiten“ aus der Realität, aber auch mit Längen, Unklarheiten und sehr bedächtiger, daher sehr langsamer, teils zäher Erzählweise.

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  • Sehr interessant, aber auch nur für den Moment

    Nachts, wenn der Tiger kommt
    Niralina

    Niralina

    14. April 2014 um 18:21

    Kurzbeschreibung: Die betagte Ruth wohnt in einem entlegenen Haus am Meer. Seit dem Tod ihres Mannes ziehen ihre Tage gleichförmig dahin, allein vom Rhythmus der Wellen und dem Klang des Windes geprägt. Eines Tages steht eine vom Staat geschickte Pflegekraft vor der Tür. Die tüchtige Frida übernimmt schnell das Regime, sie kümmert sich um Geldangelegenheiten und die Medikamente, sodass die alte Dame das Haus gar nicht mehr verlassen muss. Langsam entgleitet Ruth das Gefühl für die Realität: Gegenstände verschwinden, ein leerstehendes Zimmer scheint bewohnt, nachts schleicht ein blutrünstiger Tiger durchs Haus … und ist Frida wirklich die, für die sie sich ausgibt? Meine Meinung: In diesem Roman begleiten wir die ältere Dame Ruth, Witwe, mit zwei Söhnen, welche aber schon lange ausgezogen sind. Die zuckersüße Ruth lebt nun allein in einem Strandhaus bei Sydney, dass sie ursprünglich gar nicht beziehen wollte. Es war die Idee ihres verstorbenen Mannes, Harry, welchem eines Tages relativ unerwartet bei seinem täglichen Spaziergangs einen Herzinfarkt erleidet. Nun muss sie sich allein um Haus und Garten kümmern, was ihr nur schwerlich gelingt. Sie strukturiert ihren Tag nach Muster und Bedingungen. So regt sie sich zum Beispiel sich länger darüber auf, dass der Weg voll Sand ist, als sie brauchen würde ihn wegzufegen. Manchmal zählt sie die Wellen. Kommen nach einer Großen weniger als acht Kleine, steht sie auf und fegt den Sand weg. Und nachts wenn sie im Bett liegt, hört sie einen Tiger die Möbel im Wohnzimmer umstoßen und lauscht den Geräuschen des Dschungels. Auch zweifelt sie die Sinnlosigkeit mancher Ausübungen an - wieso sollte man morgens sein Bett machen, wenn man doch abends eh wieder alles verwühlt. Eines Tages taucht dann völlig unangemeldet Frida auf. Sie erklärt, dass sie vom Staat angestellt wurde, um Ruth ein wenig unter die Arme zu greifen, im Haushalt und bei ihren Erledigungen. Die Person Frida ist ebenso interessant wie unsympathisch, und das komplette Gegenteil von Ruth. Ihr Auftreten ist sehr plump und direkt. Wie ein Elefant. Sie bringt Ruth' kompletten Tagesablauf durcheinander, meckert, scheint es aber insgeheim gut zu meinen. Die Geschichte schreitet voran mit einer Stimmung, wie ich sie so noch nie gelesen hatte. Einerseits ist der Roman ziemlich ruhig und geradlinig. Dann gibt es jedoch wieder Szenen die sehr intensiv aus den Rahmen springen, ohne aber die Grundstimmung zu zerschlagen. Die Geschichte wirkt ziemlich konfus in ihrer Ordnung. Ebenso einzigartig ist auch der Schreibstil der Autorin. Sie beweist hier eine wirklich kreative Wortfindung und beschreibt Situationen oder Eindrücke so, wie man es selbst nicht ausdrücken würde, und es passt einfach. Es macht wirklich Spass zu lesen. Aber auch wenn es seine Momente hatte, muss ich sagen, dass es bei mir nicht hängen geblieben ist. Das liegt vermutlich auch daran, dass das Ende auf mich so wirr wirkte. Mir fehlt wohl das nötige Talent um den letzten Abschnitt (oder den Tiger) zu interpretieren und zu deuten. Es war schön, solange es wehrte, aber nichts, dass mir im Gedächtnis bleiben wird. So wie diese Situationen, die man im Nachhinein den Freunden erzählt und dann hinzufügt "Hm, ihr hättet wohl dabei sein müssen, um er zu verstehen.." Fazit: Die Geschichte hatte eine harmonische und witzig Grundstimmung und die Abstecher in die Erinnerungen von Ruth als junge Frau auf Fidschi waren immer sehr erfrischend. Alles in allem war es mir dann aber doch zu ruhig und Ruth's Schlussszene war für meinen Verstand nicht greifbar. Der Roman ist nicht für alle Altersgruppen, sondern eher etwas für Erwachsene - für junge Leser wohl eher nicht interessant -, deswegen von mir nur eingeschränkt empfehlbar.

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  • Tolles Thema, gute Gedanken, interessante Geschichte

    Nachts, wenn der Tiger kommt
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. April 2014 um 18:17

    Titel:   Nachts, wenn der Tiger kommt   Autor:   Fiona McFarlane   ISBN:   9783421046079   Erscheinungsdatum:   März 2014   Cover:   Das Cover zeigt einen Dschungel. Die Sonne versucht den Weg einen zu finden und man sieht leichte Sonnenstrahlen. Die Schrift ist schlicht und klar.   Kurzbeschreibung laut Buch:   Die betagte Ruth führt ein ruhiges Dasein in ihrem einsam gelegenen Haus an der Küste. Eines Nachts hört sie merkwürdige Geräusche, ein Tiger scheint durch ihr Wohnzimmer zu schleichen. Am Tag darauf steht eine fremde Frau vor ihrer Tür. Beide Gäste sind gekommen, um zu bleiben. Darf Ruth ihnen trauen – und viel entscheidender: Kann sie sich selbst noch trauen? Meine Kurzbeschreibung:   Ruth wohnt alleine in einem Haus am Strand. Es ist etwas abseits und einsam. Eines Nachts hört sie Geräusche und ist sich felsenfest sicher einen dass ein Tiger in ihrem Haus herumläuft. Ruth ist nicht mehr die jüngste und versucht ihr Leben zu meistern, auf ihre Weise. Eines Tages steht dann eine Frau vor ihrer Türe. Was hat das zu bedeuten? Wer ist das und darf sie ihr trauen?   Fazit:   Also ich habe die Kurzbeschreibung gelesen und das Buch hat mich gleich interessiert. Ich werde nun nicht auf das Buch im Detail eingehen, weil ich glaube dass jeder sich selbst über die Geschichte ein Bild machen soll. Aber zu dem Thema an sich möchte ich etwas sagen und meine Empfindungen zum Buch. Also es geht um einen Menschen, der bereits ein gewisses Alter erreicht hat. Ein tolles Thema für ein Buch, weil es sehr selten verwendet wird. Das Buch zeigt die Schattenseiten des Alters auf, aber auch die Sonnenseiten. Es zeigt aber auch auf was einem im Alter passieren kann und das man oftmals alleine da steht. Es zeigt auf das die Welt, die Menschen, die Familie oft nicht näher hinsehen will. Nicht hinsehen will weil die Zeit fehlt, der Mut fehlt oder einfach man nicht daran denkt dass etwas passieren könnte. Das Buch hat mich bis ca. 2/3 sehr gefesselt und ich war und bin bis zu diesem Teil total begeistert gewesen. Es ist toll geschrieben, mit alle den Einzelheiten des Alters und die Eigenheiten gewisser Personen. Doch der letzte Teil hat mich leider eher genervt. Es wurde so abgeschweift und für mich endlos in die Länge gezogen,  es wurde am Schluss sehr unruhig bzw. unverständlich, so dass ich schon am überlegen war den Schluss vorzuziehen.  Aber auch der Schluss hat mich am Ende nicht mehr so überrascht. Aber wie gesagt jeder hat da sicherlich eine eigene Meinung.  Ich gebe gerne 3 Sterne für das Thema, für die Gefühle, das Gespür  und für einen Teil des Buches. Ich bin auch gespannt auf weitere Bücher der Autorin.   Sterne:    ***   von 5 Sterne

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  • Nachts, wenn der Tiger kommt

    Nachts, wenn der Tiger kommt
    nataliea

    nataliea

    08. April 2014 um 10:31

    "Nachts, wenn der Tiger kommt" ist eine faszinierende Schilderung über die Volkskrankheit Demenz. Und nicht nur das, die Autorin schafft es den Leser zum Nachdenken zu bringen. Zum Inhalt ist folgendes zu sagen: Ruth lebt in einem Strandhaus in Australien. Und zwar allein, da ihr Mann bereits verstorben ist. Nachts sieht sie einen Tiger durch ihr Haus streifen und denkt, dass sie langsam verrückt wird. Doch plötzlich steht Frida vor der Tür und behauptet eine staatlich bestellte Pflegerin zu sein. Aber je länger Frida bei ihr ist, desto betagter scheint Ruth zu werden... Die Autorin hat einen sehr flüssigen und leicht verständlichen Schreibstil. Sehr interessant fand ich vor allem die Sichtweise der Ruth, denn das Buch ist aus ihrer Sicht geschrieben. So gewinnt der Leser wesentlich mehr Einblick in Sachen Demenz und vor allem der Hilflosigkeit von Ruth. Und hierfür steht auch die Metapher des Tigers, der Ruth allnächtlich besucht. Dieser zieht sich durchs ganze Buch und versucht nahezubringen, wie etwas für Ruth so reales plötzlich surreal sein muss. Problematisch an diesem Roman sind leider einige langatmigen Passagen, welche sich meist in der Vergangenheit abspielen. Und auch das ziemlich vorhersehbare Ende trübt die Begeisterung über diesen außergewöhnlichen Roman. Dieser Roman ist trotz Kritikpunkte gelungen und ich vergebe 3 von 5 Punkten.

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  • Ein beklemmender Roman über Vergesslichkeit und Einsamkeit im Alter

    Nachts, wenn der Tiger kommt
    LaSonrisa

    LaSonrisa

    06. April 2014 um 13:06

    Inhalt: Die betagte Ruth wohnt nach dem Tod ihres geliebten Mannes alleine in einem abgelegenen Haus am Meer. Eines Tages steht Frida vor ihrer Türe und stellt sich als vom Staat geschickte Pflegekraft vor, die sich nun um Ruth kümmern soll. Kurz bevor Frida in Ruths Leben tritt, hört Ruth eines Nachts Dschungelgeräusche in ihrem Haus und spürt die Anwesenheit eines Tigers, der äußerst bedrohlich auf sie wirkt. Ihr Sohn zeigt sich wenig beeindruckt davon, und handelt dies als Halluzination einer alten Dame ab. Doch was passierst Nachts wirklich im Haus von Ruth? Gibt es wirklich einen Tiger oder ist er doch nur ein Hirngespinst? Und was hat es mit Frida auf sich, die einfach so vor Ruths Tür steht und das Regiment im Haus mehr und mehr übernimmt? Meine Meinung: Die in Sydney geborene Autorin Fiona McFarlane schildert in ihrem Debütroman wie wenig die Nöte und Ängste betagter Menschen in unserer heutigen Gesellschaft wahrgenommen werden und wie leicht deren Gutgläubigkeit häufig ausgenutzt wird. Auch zeigt der Roman auf, wie wichtig soziale Kontakte für ältere Menschen sind, und wie wichtig es ist, auch im hohen Alter Freundschaften zu pflegen. Während des Lesens hatte ich stets ein sehr beklemmendes Gefühl. Man fühlt direkt, wie es sich für Ruth anfühlen muss, in diesem abgelegenen Strandhaus, ohne Familie und allein gelassen zu leben, und auch Frida ändert nichts an dieser, den Alltag beherrschenden, Einsam- und Hilflosigkeit. Frida war mir von Anfang an unsympathisch und der Eindruck, den ich von ihr hatte, bestätige sich im Laufe des Romans mehr und mehr. Das Ende konnte ich schon sehr schnell vorahnen, was dazu geführt hat, dass mir ein Aha-Erlebnis gefehlt hat und ich keine große Spannung verspürt habe. Da alles sehr vorhersehbar war und einige Passagen sehr langatmig und daher mühsam zu lesen waren, vergebe ich nur 3 Sterne.

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  • Gelungen, aber mit Längen

    Nachts, wenn der Tiger kommt
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. April 2014 um 20:02

    InhaltSeit dem Tod ihres Mannes lebt die betagte Ruth alleine in einer Strandvilla an der Küste Australiens. Nachts streift ein Tiger durch ihr Haus und Ruth zweifelt langsam aber sicher an ihrem Verstand.Die gewohnte Alltagsroutine wird durchbrochen, als plötzlich Frida vor ihrer Tür steht und behauptet eine vom Staat geschickte Pflegerin zu sein. Doch je länger Frida da ist, desto mehr verliert Ruth den Bezug zur Realität... Meine MeinungEigentlich passt das Buch so gar nicht in mein bevorzugtes Genre aber wir alle sollten ja mal ab und zu Ausflüge ins Unbekannte wagen, oder? Relativ schnell treffen Ruth und Frida aufeinander. Ich fand es ehrlich gesagt ziemlich unglaubwürdig, dass Frida einfach so in Ruth' Haus platzen kann, ohne dass diese es richtig hinterfragt. Ruth' Sohn Jeffrey quetscht die Betreuerin zwar ein wenig aus, lässt es aber schnell bleiben, nachdem ihm klar wird, dass sich jetzt endlich jemand um seine senile Mutter kümmert. Aber dennoch, ich an seiner Stelle hätte die Frau wenigstens kennen lernen wollen! Schon bald übernimmt Frida die ganze Hausarbeit, erledigt Bankgeschäfte für sie usw. Sie drängt Ruth mehr und mehr in die Unselbstständigkeit, z.B überredet sie Ruth dazu ihr Auto zu verkaufen. Dann ist da natürlich noch der Tiger, der nachts auftaucht und Ruth in Angst und Schrecken versetzt. Der Tiger ist nicht immer präsent, nimmt aber eine sehr zentrale Rolle ein. In dem Buch geht es vor allem um Einsamkeit im Alter, Demenz und das Vergessen. Immer wieder fragt sich Ruth, ob er real ist und ihr Sohn Jeffrey, dem sie sich anvertraut hat, redet ihr ein, es wären bloß Hirngespinste. Aber wie kann etwas, das so real erscheint bloß eine Ausgeburt der Fantasie sein? Ruth verliert mehr und mehr den Bezug zur Realität, sie verliert Dinge, sie vergisst Dinge und alles scheint auf seltsame Weise mit Frida zusammenzuhängen. Steckt sie hinter allem? Natürlich zieht sich diese Frage durch den ganzen Roman. Die Autorin hat das Ganze wirklich clever in die Perspektive Ruth' eingebunden. Denn wir bekommen nur mit, was sie denkt, sieht, fühlt. So ist es schwer sich eine ungetrübte Meinung zu der Sache zu bilden, zumal Ruth auch Anzeichen von Demenz zeigt. Die aktuellen Ereignisse vermischen sich mit Erinnerungen an ihre Kindheit auf Fidschi und dem Leser wird ein sehr gutes Bild darüber vermittelt, wie es im Kopf der verwirrten Ruth zugeht. Leider gibt es auch viele Längen im Buch. Die bereits erwähnten Erinnerungen an ihre Vergangenheit sind streckenweise sehr ermüdend zu lesen und auch eher langweilig. Mir hat sich nicht wirklich erschlossen, wozu man alles über die Kindheit wissen muss. Einige Seiten habe ich dadurch bloß quergelesen. Ich habe aus irgendeinem Grund eine thrillerhafte Atmosphäre erwartet, wurde in diesem Punkt jedoch enttäuscht. Die Geschichte dümpelt eher vor sich hin. Frida war mir von Anfang an sehr unsympathisch. Sie behandelt Ruht oft respektlos und grob. Sehr geschickt inszeniert war, wie sie Ruth mehr in die Abhängigkeit treibt. Auch wenn Ruth sie öfter loswerden wollte, konnte sie dennoch nicht. Alleine hätte sie es längst nicht mehr geschafft. Was Frida letztendlich von Ruth wollte, erschloss sich mir ab ca. der Hälfte des Buches. Es war einfach viel zu offensichtlich und nach dem heiß machenden Klappentext habe ich mehr erwartet. Das Ende konnte mich dennoch überraschen, denn ich habe es überhaupt nicht kommen sehen. Mehr möchte ich aber nicht verraten ;) FazitEin gelungener Erstling über das Altern und das Vergessen. Einfühlsam beschreibt die Autorin aus der Sicht einer Frau in den Anfängen der Demenz. Aufgrund langatmiger Abschnitte und einer wirklich sehr hervorsehbare Wendung muss ich Punkte abziehen. Das thrillerartige Katz- und Mausspiel blieb leider aus. Von mir gibt es gute 3/5 Punkte.

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  • Altern mit Tiger

    Nachts, wenn der Tiger kommt
    Heldin-mit-Happy-End

    Heldin-mit-Happy-End

    Die betagte Ruth lebt seit dem Tod ihres Mannes allein mit zwei Katzen in einem Strandhaus an der australischen Küste, bekämpft Rückenschmerzen mit Tabletten und trostlose Tage mit kleinen Ritualen. Ihr ruhiges Leben wird von einem nächtlich umherschleichenden Tiger und der plötzlich auftauchenden staatlichen Betreuerin Frida auf den Kopf gestellt. Wärend die Raubkatze auf leisen Pfoten Ruths Nächte durchwandert, bringt die patente Frida das Haus auf Vordermann und lenkt das Leben der alten Dame in geordnete Bahnen. Was Ruth anfangs entgegenkommt, verunsichert sie zunehmend. Woher kommt der Tiger? Wieso lebt Frida plötzlich im Haus? Ruth kann schließlich auch allein zurecht kommen - oder? In dem Debütroman von Fiona McFarlane gibt es spannende Abschnitte, trotzdem ist er - anders als der Klapptet nahelegt - kein Thriller. Wer einen effekthascherischen Schocker schmökern möchte, ist mit dem Buch auf jeden Fall nicht gut beraten. Da die Geschichte aus der Perspektive der alten Damen erzählt wird, erfährt der Leser nur das, was Ruth erlebt. Ebenso wie sie nicht genau weiß, was eigentlich los ist, bleibt auch der Leser lange Zeit im Dunkeln. Diese Verwirrung, was "wahr" ist und was "falsch" mach die leise Spannung des Buches aus. Die Autorin schafft es wunderbar, den Leser in zweifelnde Verunsicherung zu versetzen. Extrem gut gelungen ist auch die Schilderung der Gedankenwelt einer alten Frau. Fiona McFarlane beschreibt gekonnt, wie klare Momente sich mit geistig verwirrten abwechseln, wie der Drang nach Eigenständigkeit von zunehmender Hilfsbedürftigkeit ausgehebelt wird und wie das Schwelgen in Erinnerungen kleine Alltagsfluchten ermöglicht. "Nachts, wenn der Tiger kommt" ist ein ruhiges Buch, dessen Klasse sich mir erst beim zweiten Hinsehen erschlossen hat. Auf den ersten Blick wirkt es geradezu minimalistisch (zwei Frauen in einem Haus und sonst passiert nicht viel), aber wer sich wirklich darauf einlässt, entdeckt zwischen den Zeilen eine ganze Pracht. ,

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    • 2
    gst

    gst

    05. April 2014 um 07:40
  • Ruth's außergewöhnliche Geschichte mit Frida, George und einem imaginären Tiger

    Nachts, wenn der Tiger kommt
    marreh

    marreh

    04. April 2014 um 21:27

    Ein Buch, das wirklich einen Eindruck hinterlässt. Die Autorin konzentriert sich hier auf eine ungewöhnliche Begebenheit. Sie schildert das Leben von Ruth, einer alten Frau, die langsam etwas verwirrt ist und stellt ihr Frida zur Seite, die sich als Betreuerin um sie kümmert und dabei doch etwas ganz anderes im Schilde führt. Die Autorin hat eine sehr bildhafte, fast schon poetische Sprache. Ihre Erzählperspektive ist auf die Sicht ihrer Protagonistin, Ruth, festgelegt. Nur aus deren Perspektive wird der gesamte Plot erzählt. Der Leser gewinnt Einsicht in die Sichtweise und das Leben dieser alten Frau, er wird Zeuge ihrer Hilflosigkeit und schnell wird klar, dass Frida sie ausnutzen möchte. Die Geschichten rund um den Tiger sind ungewöhnlich, sehr bizarr und manchmal des Guten zuviel. Dennoch ist die Geschichte lesenswert, man muss sich einfach darauf einlassen. Es passiert nicht viel aktiv, aber dennoch gelingt es der Autorin, den Leser zu binden. Es gibt hier und da Längen, aber insgesamt doch lesenswert.

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  • Auf leisen Tigertatzen

    Nachts, wenn der Tiger kommt
    Wortklauber

    Wortklauber

    02. April 2014 um 17:59

    Die betagte Ruth lebt seit dem Tod ihres Mannes allein mit zwei Katzen in einem Strandhaus an der australischen Küste. Hinter dem Garten beginnen die Dünen und dahinter beginnt das Meer. Wenn die Wale wandern, kommen sie bis in die Bucht. Der Kontakt zu ihren beiden Söhnen, die längst eigene Familien gegründet haben, beschränkt sich auf Feiertagsbesuche und Telefonate. Um die Ordnung ihrer Tage zu wahren, beginnt Ruth, Rituale zu entwickeln, Entscheidungen von Zufälligkeiten abhängig zu machen, wie der Zahl der Wellen, die an den Strand laufen. Ruths Tage ähneln sich, werden belanglos. Sie vergisst Dinge, stellt sich selbst in Frage, manchmal denkt sie an ihr Ende. Eines Nachts spürt Ruth die Anwesenheit eines Tigers, der durch ihr Haus streift. Diesen beunruhigenden Gedanken hält sie im Zaum, indem sie sich ins Gedächtnis ruft, dass es in Australien keine Tiger gibt. Auch in Fidschi, wo sie ihre Kindheit als Tochter eines missionierenden Arztes und einer Krankenschwester verbracht hat, sind keine großen Raubtiere heimisch. Wohl aber kennt sie von dort tropischen Regenwald - den Dschungel, den der Tiger auf seinen nächtlichen Streifzügen durch ihr Haus mitzubringen scheint. Ruth sieht den Tiger nicht, sie weiß, dass er nicht da sein kann - und gleichzeitig weiß sie, dass er sich in ihrer Nähe aufhält. Am nächsten Morgen steht die resolute Frida vor Ruths Haustür. Sie behauptet, von der staatlichen Fürsorge geschickt worden zu sein, um nach ihr zu sehen. Ruth weiß nicht so recht, was sie davon halten soll, aber sie weist ihr auch nicht die Tür. Sie weiß nur zu gut, dass ihr Dinge entgleiten, also nimmt sie die Hilfe freudig an. Frida scheint zudem eine patente Person zu sein. Innerhalb kürzester Zeit hat sie das Haus auf Vordermann gebracht. Nicht zuletzt ist ihre Gesellschaft eine Bereicherung für Ruth. Derweil schweifen Ruths Gedanken immer öfter in ihre Jugendzeit ab, sie denkt an ihre Jugendliebe Richard, einen Arzt, den sie als junges Mädchen auf Fidschi kennen gelernt hat. Sie haben beide andere Menschen geheiratet, aber ihr Kontakt ist nie abgerissen, obwohl sie sich nie wieder getroffen haben. Nun, da sie beide verwitwet sind, wünscht Ruth sich, ihn noch einmal zu sehen und lädt ihn zu sich ein. Der Tiger hat zuerst Frida und dann Richard zu ihr geführt - so stellt es sich für Ruth dar. Dann merkt Ruth, dass Frida immer mehr Raum für sich beansprucht. Offenbar verbringt sie viel mehr Zeit im Haus als Ruth ursprünglich angenommen hat, während sie selbst - nach dem Verkauf des Wagens auf Fridas Betreiben hin - kaum noch hinaus kommt. Zudem bestärkt Frida sie den Tiger betreffend. Es kommt zu Zusammenstößen der beiden Frauen. Ruth richtet ihre Aggression gegen Fridas Sachen und Frida ... Der Roman wird in der dritten Person (fast) komplett aus Ruths Sicht erzählt. Die Schilderungen sind damit unzuverlässig. Der Leser kann lange nur Vermutungen anstellen. Wahrscheinlich ist es so, aber es könnte auch alles anders sein. Wenn Ruths Leben in diesem Haus am Meer ein Stück Stoff wäre, dann wäre der mit Fäden durchwirkt, die vor langer Zeit gewoben wurden; teilweise beginnen sich Szenen aus Ruths Vergangenheit in die Gegenwart zu stehlen und dort nebeneinander mit dem Jetzt zu existieren. Und dieses Stück Stoff wäre löchrig, denn Ruth kann zwar beobachten, aber nicht unbedingt die richtigen Schlussfolgerungen daraus ziehen. In dem Debütroman von Fiona McFarlane gibt es spannende Abschnitte, trotzdem ist er kein Thriller. Die Geschichte spinnt sich über weite Strecken um diese beiden Frauen in dem einsamen Haus am Meer, trotzdem ist es kein Kammerspiel. "Nachts, wenn der Tiger kommt" ist ein Roman über das Altern, über Verletzlichkeit, über Verluste - und es ist dennoch kein trostloser Lesestoff. Darin wie in der Einfühlsamkeit der Autorin, ihrer Fähigkeit, lebendige, glaubwürdige, mehrdimensionale Figuren zu zeichnen und in der schönen Sprache liegen klare Stärken des Romans. Man darf gespannt sein, was es von Fiona McFarlane noch zu lesen geben wird.

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  • Viel zu vorhersehbar!

    Nachts, wenn der Tiger kommt
    Exabyte

    Exabyte

    01. April 2014 um 10:59

    Klappentext: "Die betagte Ruth führt ein ruhiges Dasein in ihrem einsam gelegenen Haus an der Küste. Eines Nachts hört sie merkwürdige Geräusche, ein Tiger scheint durch ihr Wohnzimmer zu schleichen. Am Tag darauf steht eine fremde Frau vor ihrer Tür. Beide Gäste sind gekommen, um zu bleiben. Darf Ruth ihnen trauen - und viel entscheidender: Kann sie sich selbst noch trauen?" Inhalt: In diesem Buch geht es um die 75jährige Ruth, deren Mann tot ist und die allein in einem Haus an der Küste lebt. Dort ist nicht viel los und sie strukturiert ihren Alltag mit kleinen Regeln. Ihre beiden Söhne leben weiter weg und sie telefoniert nur ab und zu mit ihnen. Ruth glaubt, ein Tiger sei in ihrem Haus. Vor allem nachts, wenn sie schläft, wacht sie irgendwann von seinem Schnauben und seinen Geräuschen auf.. und plötzlich steht eine vom Staat geschickte Betreuerin vor ihrer Tür. Meinung: Ich muss leider sagen, ich war enttäuscht von diesem Roman. Das Buch ist sehr schön geschrieben. Es erzählt aus der Perspektive der 75jährigen Ruth und Fiona McFarlane schafft es auf jeden Fall, den Leser zu verwirren. Man kann sich durch den Schreibstil in die 75jährige Ruth versetzen und weiß irgendwann selbst nicht mehr "Ist Ruth dement? Ist sie geistig verwirrt? Oder sind es andere, die sie verwirren wollen?!". Außerdem ist Ruth ein sehr liebenswerter Charakter. Sie setzt sich kleine "Regeln", nach denen sie ihren Alltag strukturiert und ist auch sonst einfach eine niedliche, etwas schrullige alte Frau. Auch die Kulisse, in der das ganze spielt, ist schön gewählt. Allerdings konnte mich das allein nun wirklich nicht überzeugen. Ich habe es im Rahmen einer Leserunde hier gelesen und leider war nach spätestens der Hälfte des Buches schon so ziemlich klar, worauf alles hinausläuft. Ich habe bis zuletzt gehofft, dass es nicht so einfach ist und dass es noch eine unerwartete Wendung gibt... aber nein. Das Ende ist genau so, wie ich es nach dem ersten, aber spätestens nach dem zweiten Leseabschnitt schon geahnt habe. Und auch die Sache mit dem Tiger, die mich eigentlich überhaupt erst auf das Buch aufmerksam gemacht hat, weil sie so spannend klang, hat mich beim Lesen dann doch eher gestört. Außerdem schwelgt man in den ersten drei Leseabschnitten quasi immer nur in Ruths Vergangenheit - und zwar indirekt erzählt und seitenlang ausgeführt. Ist klar, dass man mit zunehmendem Alter viel an seine Vergangenheit denkt. Aber dann doch bitte direkt erzählt und nicht 3/4 des ganzen Buches. Mich hätte viel mehr interessiert, was Ruth in der Gegenwart denkt. Fazit: Schade, ich glaube, ich habe mir anhand der Beschreibung des Buches etwas ganz Anderes vorgestellt. Es war an sich schön zu lesen - wenn auch viel zu viel Vergangenheit -irgendwie wollte man dann ja auch wissen, was es nun wirklich mit der Betreuerin Frida auf sich hat.. leider konnte man sich das nach spätestens der Hälfte des Romans eh denken. Ich muss leider sagen - das Ende hat mich wirklich etwas verärgert.

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