Fiona Mozley

 3,8 Sterne bei 22 Bewertungen
Autor von Elmet, Elmet und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Fiona Mozley

Fiona Mozley wurde 1988 in Hackney bei London geboren. Sie studierte am King's College in Cambridge und lebt heute in York, im Nordosten Englands, wo sie im Little Apple Bookshop arbeitet. Das erste Kapitel von »Elmet« tippte Fiona Mozley auf einer Zugfahrt nach London in ihr Handy. Der Guardian nannte den Roman »ein Juwel«, der Economist »überwältigend und unvergesslich«. Er wurde u.a. mit dem Sunday Times Writer of the Year Award und dem Somerset Maugham Award ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des Man Booker Prize.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Fiona Mozley

Cover des Buches Elmet (ISBN: 9783442770434)

Elmet

 (21)
Erschienen am 09.11.2020
Cover des Buches Elmet (ISBN: 9781473660557)

Elmet

 (1)
Erschienen am 27.07.2017
Cover des Buches Elmet: A John Murray Original (ISBN: 9781473676497)

Elmet: A John Murray Original

 (0)
Erschienen am 25.01.2018

Neue Rezensionen zu Fiona Mozley

Cover des Buches Elmet (ISBN: 9783442770434)EnysBookss avatar

Rezension zu "Elmet" von Fiona Mozley

Elmet - Ein Buch mit Themen, die wir gerne verdrängen
EnysBooksvor 24 Tagen

Cover:
Das Cover zeigt einen dichten Wald in düsteren Tönen, welches gut die Stimmung der Geschichte von Elmet wiedergibt. Zusätzlich repräsentiert der Wald den Ort der Haupthandlung.

Worum geht es?
Daniel und Cathy leben zusammen mit ihrem Vater in Elmet, welches bis ins 17. Jahrhundert eine Zuflucht für Gesetzesflüchtige war. Lange leben sie friedlich für sich in einer Waldhütte, bis ihr Leben eine dramatische Wendung nimmt.
Aufbau:
In der «ich»-Perspektive begleiten wir den vierzehnjährigen Daniel, ein störrischer, sehr naiver, aber auch ruhiger Junge, welcher mit viel Ausdauer seine Ziele verfolgt. Aus seiner Sicht erleben wir, wie seine Schwester sich durch die Tage kämpft und der Vater sie auf eine ungewisse Zukunft vorbereitet. Durch die authentischen Charaktere, konnte man die Geschichte ernstnehmen und mit den Protagonisten mitfiebern.
Ab den ersten 50 Seiten nimmt die Geschichte fahrt auf und man lebt sich in der Geschichte ein, welche das tägliche Chaos beschreibt, was die ganze Familie erlebt. Die Geschichte verläuft Chronologisch, bis auf einzelne, deutlich abgehobene Kapitel, welche die Gegenwart behandeln.
Die Geschichte wird durch viele Metaphern und ausführliche Umgebungsbeschreibungen lebendig. Jedes Stilmittel ist vertreten und wird sehr abwechslungsreich verwendet. Dadurch und durch die teilweise auch eher längeren Sätze war das Lesen des Buches für mich sehr anspruchsvoll. Trotzdem vermochte die Autorin mit ihren Bildgewalteigen und Detailverliebten Beschreibungen den Leser zu fesseln.
Das Buch behandelt unterschiedliche, sehr heikle Themen, welche zum Schluss im Teil mit den Spoilern genannt werden, da sie zu viel über die Geschichte verraten würden. Jedoch zeigt der Vater eine ungesunde und zum Teil auch sehr gefährliche Erziehungsweise vor. Im Allgemeinen war es überraschend, wie direkt manche Themen angesprochen wurden. Unter anderem wird auch gezeigt, wie unterschiedlich die Welt betrachtet werden kann, selbst wenn es um Gewalt oder Eigentum geht.

***Ab hier mit Spoiler***
Daniel befindet sich mitten in der Selbstfindung und verfolgt seine Ideale, während Daniels Schwester Cathy mit sexueller Belästigung und Mobbing zu kämpfen hat. Ihr Vater legt sich währenddessen mit den falschen Leuten an, während er seine Kinder Trinken und Rauchen lässt, eine sehr ungesunde Ernährung verfolgt und sie von jeglichen, fremden Einflüssen fernhält.

Eigene Meinung:
Während des Lesens fühlte es sich an, als würden mir Schuppen von den Augen fallen. Ich erkannte: Menschen sind gut darin, Dinge zu verdrängen, die es selbst heute häufig in unserem Leben gibt, weil sie unangenehm sind, oder Erinnerungen wecken, die wir nicht haben mögen. Das Buch hat mich dadurch sehr beeindruck und wird mir wahrscheinlich eine Weile im Gedächtnis bleiben.

Fazit:
Elmet ist ein sehr tiefgehendes, realistisches Buch welches mit seinem Bezug zur Realität punktet, uns aber auch gleichzeitig die dunklen Seiten der Menschen aufzeigt und mich mit den versierten Charakterzügen der Protagonisten überzeugen konnte. Wer jedoch allergisch auf offene Enden reagiert, sollte jedoch lieber die Finger von diesem Buch lassen.
Von mir bekommt das Buch auf Grund von zwischenzeitlichen Längen 3 von 5 Sternen.

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Cover des Buches Elmet (ISBN: 9783442770434)AUSGEbuchT-PetraMolitors avatar

Rezension zu "Elmet" von Fiona Mozley

Gesellschaftskritisches „Märchen für Erwachsene“: Ich tauchte ein in die düster-intensive Welt von „Elmet“
AUSGEbuchT-PetraMolitorvor einem Monat

Das Buch/Die Autorin: 

Der Roman „Elmet“ ist das vielgerühmte und prämierte Erstlingswerk der britischen Autorin Fiona Mozley. Er erschien Anfang November 2020 auf Deutsch im btb Verlag. Erhältlich sind das 320-Seiten-starke Taschenbuch für 12,00 Euro sowie das E-Book für 9,99 Euro. Übersetzer ist Thomas Gunkel.

Fiona Mozley wurde 1988 in Hackney bei London geboren. Sie studierte in Cambridge und lebt heute in York, im Nordosten Englands, wo sie im Little Apple Bookshop arbeitet. Das erste Kapitel von „Elmet“ tippte Fiona Mozley auf einer Zugfahrt nach London in ihr Handy. Ihr Roman wurde u.a. mit dem Sunday Times Writer of the Year Award und dem Sommerset Maugham Award ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des Man Booker Prize.

Wie es aussieht:

Das Titelbild passt für mich sehr gut zur Handlung und atmosphärischen Stimmung des Buches und wirkt in seinen Brauntönen, „erdig“, edel und ausdrucksstark. Schön gemacht! Der Hinweis des Verlages auf eine „Selection-Ausgabe“ könnte etwas kleiner sein, das ist mir zu plakativ. Für alle, die sich wie ich fragten, was es mit dem Buchtitel auf sich hat, gibt es eine Erklärung im Buch: „Elmet war das letzte unabhängige keltische Königreich in England“. Eine sehr interessante Information, die mir tatsächlich nicht bekannt war.

Um was es geht (Klappentext des Verlages):

Eine schmerzhaft schöne Familiengeschichte – preisgekrönt, bejubelt, berührend.

John Smythe ist mit seinen Kindern Cathy und Daniel aufs Land gezogen, nach Yorkshire, in die Wälder von Elmet. Dort hegen die drei den Traum von einem anderen, friedvollen Leben. Sie wohnen in einem Häuschen, das sie eigenhändig erbaut haben, mitten in der Natur, nicht weit von der Eisenbahnlinie Edinburgh-London entfernt. Nur manchmal muss der Vater fort zu illegalen Faustkämpfen. In diesen Zeiten, in denen es immer weniger Arbeit gibt im Norden Englands, der einzige Weg, um die Familie über Wasser zu halten. Doch dann steht eines Tages ein Mann vor der Tür, der behauptet, dass alles ihm gehört - der Wald, der Grund und Boden, das Häuschen, in dem sie leben. Ihn kümmert der Wald eigentlich nicht, er bewirtschaftet ihn nicht. Aber er pocht auf sein Recht.

Wie es mir gefallen hat:

Obwohl ich hauptsächlich Krimis, Thriller und Historische Romane lese, begebe ich mich auch in anderen Genres gerne auf Entdeckungsreise und habe so schon viele literarische Schätzchen gefunden. So er ging es mir auch bei dem Roman „Elmet“, auf den ich durch das Cover aufmerksam wurde. Als ich dann den Klappentext und die Leseprobe gelesen hatte, dachte ich mir: „Das könnte etwas für Dich sein“. Und ich muss sagen, mein Gefühl hat mich auch dieses Mal nicht getäuscht. Ich kann nicht erklären warum, aber als ich diese Rezension schrieb, war mein erster Gedanke, dass es sich hierbei irgendwie um ein gesellschaftskritisches „Märchen für Erwachsene“ handelt. Woran ich das festmache, weiß ich nicht, aber so empfinde ich tatsächlich. Manche Satzgefüge erschienen mir fast schon wie Poesie.

Die Stimmung des aus der Sicht von Daniel geschriebenen Romans ist für mich sehr intensiv, plakativ und authentisch. Ich konnte mich sehr gut in die Schauplätze hineinversetzen, vielleicht auch, weil ich schon in England und Schottland in Urlaub war.

Den Schreibstil empfand ich bei einigen Passagen im Vergleich zu den übrigen etwas „kantig“, passte aber selbstverständlich gut zur schroffen Handlung und ihren Protagonisten. Ab und an empfand ich einige Längen in verschiedenen Schilderungen, die ich nicht gebraucht hätte. Meine Lieblingsfigur ist tatsächlich der bärbeißige John – auch wenn ich seine Erziehungsmethoden auch in früheren Zeiten für äußerst fragwürdig halte. Er, der eigentliche Goliath, hat letztendlich gegen David keine Chance.

Was mir irgendwie nicht besonders gefallen hat, bzw. mir irgendwie zu „schnell“ und offen abgehandelt wurde, war der Schluss. Da war ich tatsächlich etwas enttäuscht.

Ich vergebe für „Elmet“ vier von fünf Sternen und eine Leseempfehlung!

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Cover des Buches Elmet (ISBN: 9783442770434)ysmns avatar

Rezension zu "Elmet" von Fiona Mozley

In die dunklen Wälder Nordenglands
ysmnvor einem Monat

Elmet, das erklärt auch ein Ted Hughes-Zitat zu Beginn des Buches, war ein unabhängiges keltisches Königreich zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert im Norden Englands. Und es ist diese Gegend, in der die Autorin ihre Geschichte ansiedelt. Zwar spielt die Geschichte in der Gegenwart, doch der Bezug zu den Kelten und zu vorangegangenen Zeiten, der schon durch den Titel hergestellt wird, ist allgegenwärtig. Die erzählte Welt zeichnet sich durch etwas Archaisches, Rohes und Ursprüngliches aus. 
Umso faszinierender ist es, dass es Mozley gelingt, in dieser Welt, die zeitlos scheint, Kritik an unserer Gesellschaft und am Kapitalismus zu üben. Sie schreibt über soziale Ungerechtigkeit, über die ungleiche Aufteilung von Kapital und Besitz, über Armut, die Ausbeutung von Arbeitern und die Gier. 


Im Mittelpunkt dieser Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Problemen steht ein bärtiger Riese mit seinem kleinen Sohn und der raubvolgelhaften Tochter. So jedenfalls beschreibt der Roman seine eigenen Protagonisten und zeichnet mit dieser Charakterisierung das Bild einer ungleichen Familie. Daniel und Cathy sind 14 und 15 Jahre alt. Ihre Mutter hat die Familie verlassen und auch der Vater ist während ihrer Kindheit immer wieder abwesend, bis er eines Tages entschließt, auf einem Stück Land in der Heimat seiner Frau ein Haus für sich und die Kinder zu bauen. 
Zusammen leben die Drei fortan im Einklang mit sich selbst und mit der Natur. Doch ihr friedliches Zusammenleben findet ein jähes Ende, als Mr Price, einer der wohlhabendsten und einflussreichsten Landbesitzer der Gegend, ihnen verwehrt, weiterhin auf dem Grundstück im Wald zu wohnen. 


Fiona Mozleys Debütroman ist kraftvoll, tiefgründig und endet für die meisten Leser sicher nicht mit der letzten Seite. Denn man will der Geschichte noch nachlauschen, will nicht plötzlich, sondern nur ganz allmählich aus ihr heraustreten und ich denke, das ist es, was einen gelungenen Roman auszeichnet. 

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