Fiona Shaw Der Honiggarten

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Inhaltsangabe zu „Der Honiggarten“ von Fiona Shaw

Eine verbotene Liebe Ein kleiner Ort im England der 50er Jahre. Lydia ist unglücklich in ihrer Ehe und ihr einziger Lichtblick ihr kleiner Sohn Charlie, der oft alleine durch das Städtchen streift und seinen Gedanken nachhängt. Durch ihren Sohn lernt Lydia die Ärztin Jean kennen, die ihr eine völlig neue Welt eröffnet. Bei Jean findet sie Anregung, Geborgenheit und Freundschaft – und schließlich mehr. Fasziniert entdeckt Charlie, dass seine Mutter auch lebensfroh und glücklich sein kann – und teilt diese Entdeckung voller Unschuld anderen mit. Er ahnt nicht, dass er damit eine Lawine ins Rollen bringt …

Ein authentisches Buch über das Leben von Fraun in den 50er Jahren im Allgemeinen, und das lesbischer Frauen im Besonderen.

— Jacynthe

Ein Roman über die Liebe zweier Frauen, die sich den gesellschaftlichen Vorurteilen stellen muss. Ruhig, nachdenklich und doch voller Leben,

— SinjeB

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  • "Der Honiggarten" von Fiona Shaw

    Der Honiggarten

    Jacynthe

    30. May 2014 um 22:32

    Klappentext Ein kleiner Ort in England in den 50er Jahren. Stundenlang streift der kleine Charlie durch das Städtchen und beobachtet aufmerksam seine Umgebung - und er liebt seine Mutter Lydia abgöttisch. Durch ihren Sohn lernt Lydia die Ärztin Jean kennen, die ihr eine völlig neue Welt eröffnet. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine intensive Freundschaft, und fasziniert entdcjt Charlie, dass seine Mutter, die von seinem unberechenbaren Vater verlassen wurde, lebensfroh und fröhlich sein kann. In seiner offenen und unschuldigen Art teilt er sein Glück auch anderen mit - und ahnt nicht, dass er damit eine Lawine ins Rollen bringt ... Meine Meinung Anfangs war ich mir sicher, dem Buch am Ende die volle Punktzahl geben zu können. Es passte einfach alles: die Zeit sprach mich an und der Klappentext versprach eine spannende Geschichte über Frauen in der Gesellschaft. Der Roman ist auch gut gelungen aber ich finde, dass es zu lange dauert, bis alles in Fahrt kommt. Die Schilderungen sind schön und angenehm zu lesen, weshalb ich mich auch nicht gelangweilt habe, aber der rote Faden verwischt einfach ein wenig, was ich Schade finde. Erst in der Mitte ist erkennbar, in welche Richtung die Geschichte verlaufen wird. Die Lösung des Konflikts am Ende erschien mir auch ein wenig... plump, irgendwie an den Haaren herbei gezogen, auch wenn von Anfang an auf darauf hingearbeitet wurde.  Besonders gut hat mir die Schilderung des Lebens einer Frau in der Gesellschaft der 50er Jahre gefallen. Sie ist sehr authentisch und man ist umso erleichterter, in der heutigen Zeit geboren worden zu sein. Andererseits sind auch die romantischen Seiten dieser Zeit beschrieben, so dass in dem Buch ein schönes Gleichgewicht herrscht. Auch die Gefühlswelt des kleinen Charlie, der langsam zum Mann wird, kommt nicht zu kurz und verleiht dem Roman entscheidendes Flair. Über das Leben einer Hausärztin im England dieser Zeit sowie über Bienenzüchtung hat sich die Autorin gut informiert, wie sie in ihrer Danksagung erwähnt. Sie versteht es, mit Worten Bilder zu schaffen und den Leser zu entführen. Für diesen Roman vergebe ich 4 von 5 Wolken und empfehle in wärmstens weiter. Perfekt für lange Sommerabende! Ich möchte noch anmerken, dass ich den Originaltitel "Tell it to the Bees" passender finde, als die Übersetzung. Die Bienen in Jeans Garten sind der Kern der Geschichte und Jean verrät Charlie, dass man den Bienen jedes Geheimnis zu flüstern könne. Sie würden zuhören und es in sich bewahren. Deshalb fände man auf dem Honig eine schaumige Schicht. Dieser Schaum enthält die den Bienen anvertrauten Geheimnisse und verpufft schlielich an der Oberfläche. Eine schöne Vorstellung, auch wenn ich keinen Honig esse ;)

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  • Wenn Frauen sich nicht lieben dürfen

    Der Honiggarten

    SinjeB

    28. July 2013 um 15:59

    Eine sanfte Liebe - warm wie ein Bienenstock im Winter, gefährdet durch das Gift der Kleingeistigkeit Zum Inhalt: Nach zwanzig Jahren kehrt Charlie noch einmal an den Ort seiner Kindheit zurück. An den Ort, an dem sich sein Leben änderte, als er zehn Jahre alt war. Damals lebt er mit seinem Vater und seiner Mutter in einfachen Verhältnissen. Die Mutter arbeitet seit zehn Jahren in der örtlichen Radiofabrik und kümmert sich, wie es sich für eine gute Ehefrau geziemt, fürsorglich um den Haushalt. Charlie liebt sie sehr. Mutter und Sohn haben eine innige Beziehung; sie fördert seinen kindlichen Forscherdrang, und während sie kocht, liest ihr Charlie aus einem der vielen Bücher vor, die sie sich so gerne aus der Bücherei ausleiht. Der Vater aber glänzt durch Abwesenheit, mal ist er arbeiten, dann wieder geht er allein aus. Ihr Leben ist ereignislos und repetitiv. So wird beispielsweise sonntags immer bei Tante Pam, der Schwester des Vaters, zu Mittag gegessen, obwohl die Charlies Mutter Lydia noch nie leiden konnte. Erst als Charlie in eine Prügelei gerät und von seinem Vater Robert wiederwillig zur Hausärztin gebracht wird, hält Neues Einzug in seinen Alltag. Die Ärztin Jean züchtet in ihrer raren Freizeit Bienen und lädt, Charlies Neugier und Interesse erkennend, ein, ihr dabei zu helfen. Von da an verbringt Charlie jede freie Minute im urwüchsigen Garten ihres alten Hauses, hilft, lernt und forscht, lauscht den Bienen und erzählt ihnen von seinem Alltag. Als Robert die Familie schließlich verlässt, finden Charlie und Lydia in Jean eine zuverlässige Freundin. Charlie genießt es, wie seine Mutter wieder aufblüht, doch bald verbreiten sich unbedachte, unschuldige Worte zu Gerüchten mit ungeahnten Folgen.  Meine Meinung:  Fiona Shaws "Der Honiggarten" ist inzwischen nicht mehr neu (deutsche Erstausgabe 2011) und leider nur noch gebraucht erhältlich. Ich bin froh, dass ich mir den Roman als Gratisbeigabe bei einer Bestellung bei meinem Lieblingsanbieter für Mängelexemplare ausgesucht habe, denn sonst wäre mir eine sehr einfühlsame Geschichte entgangen.  Der Umschlag, der von der Münchener ZERO Werbeagentur gestaltet wurde und eine Mohnblüte auf grünem Hintergrund zeigt, lässt sich auf den ersten Blick nur schwer mit einem Roman, in dem Bienen und Honig einen roten Faden bilden, vereinbaren, zumal Mohn eher als Pollenlieferant fungiert, anstatt Honig zu liefern. Dennoch symbolisiert die rote Blüte sehr gut den letzten Sommer, den Protagonist Charlie in seiner Heimatstadt verbringen darf. Einen Sommer, in dem er ein Stück älter wird, von Wut auf seinen Vater erfüllt ist, aber dennoch Kind sein darf, Freundschaft erfährt und erlebt, dass seine Mutter wieder Lebensfreude findet.  Fiona Shaws Roman spielt im England der 1950er Jahre.  Eine gute Dekade nach Kriegsende sind die gesellschaftlichen Strukturen klar umrissen.  Die Frauen der Arbeiterschicht gehen einer Berufstätigkeit nach, sind auch zu Hause noch voll für Mahlzeiten, Haushalt und Kinderbetreuung zuständig.  Männer tun und lassen, was sie wollen. Auch wenn sie fünf Jahre mit offenem Hosenstall um die Häuser ziehen, darf Frau noch lange keine Einwände erheben, und die Entscheidung über Fortbestand der Familie und den Verbleib von Kindern liegt beim Mann.  Besuch empfängt man immer wohlfrisiert und mit einem Hauch Rot auf den Lippen.  Unverheiratete Frauen brauchen bei Gesellschaften einen Tischherrn, um nicht ins Gerede zu kommen, und ungewollten Kindern droht die Häkelnadel.  Gleichgeschlechtliche Liebe gilt nicht nur als unnatürlich, sondern wird, zumindest bei Männern, sogar strafrechtlich verfolgt.  All diese Themen führt Fiona Shaw in der Kleinstadt ihres Romans mit all ihrem Klatsch und Tratsch und dem Mief von Prüderie, der uns heute den Kopf schütteln lässt, zusammen.  Dabei bewegt sie sich mit ihren Figuren auf einem recht schmalen Grat zwischen stereotyp und authentisch.  Vor allem Robert Weekes gibt in dieser Hinsicht eine bedauernswert archaische Gestalt ab, ach so männlich in seinen Anforderungen und seinem Unverständnis gegenüber der Ehefrau. Als Familienvater und Ehemann kommt er besonders schlecht weg, da er in diesem Roman, der in Perspektivwechseln den auktorialen Erzähler seinen Sohn Charlie, seiner Frau Lydia und Ärztin Jean über die Schultern blicken lässt, keine eigenen Szenen erhält, die sein Denken und Fühlen aus seiner Sicht näher beleuchten würden. Dort zählt nur, wie er sich gegenüber seiner Familie verhält, seine Worte, die wehtun, sein eifersüchtiges Desinteresse am eigenen Kind und sein beleidigtes Ego, als Lydia weiterzieht. Dazwischen steht Charlie, zehnjährig, unschuldig, ein ganz normaler Junge, voller Entdeckungsdrang und so unverbrüchlicher Liebe zu seiner Mutter, die es nie versäumt, ihm ihren Stolz und Anerkennung zu vermitteln. Durch seine Augen und aufgrund der Drittperspektive zum Teil bedrückend analytisch erleben Lydia, die noch recht jung und ausgesprochen hübsch ist und sich trotz der schweren, mitunter risikoreichen Arbeit in der Fabrik eine aufrechte Haltung bewahrt hat und in Büchern eine Zuflucht findet. Wir sehen sie auf ihrem Fahrrad nach Hause radeln, in Gedanken bei ihrem Sohn. Mit bewundernswerter Tapferkeit erträgt sie die Ablehnung durch Roberts Familie. Sie ist als eine Frau gezeichnet, für die das Wohl ihrer Familie an erster Stelle steht und die ihre Entscheidungen auf ihre Familie ausrichtet, sich selbst aber wenig Freiheiten zugesteht - ein paar Tanzabende mit Freundinnen aus der Fabrik und ihre Freude am Lesen einmal ausgenommen. Lydia ist eine Frau, die ahnt, aber nicht wahrhaben will, und dementsprechend aus allen Wolken fällt. Aus heutiger Sicht mag ihre Situation vielleicht nur halb so dramatisch scheinen, doch in der Zeit, die Fiona Shaw für ihren Roman gewählt hat, gleicht Alltag einem Spießrutenlauf.  Schonungslos lässt die Autorin den Leser, vor allem auch in starken Dialogen, daran teilhaben, wie sehr hier der Frau das Scheitern der Familie in die Schuhe geschoben wird. Lydia ist plötzlich an allem schuld: Vernachlässigung ehelicher Pflichten, Verhätscheln des Kindes ...  All dies ist der Hausärztin Jean Markham eher fremd. In der Mittelschicht zu Hause, von den Eltern mit nur wenig Liebe bedacht, übt sie den Arztberuf seit Jahren gewissenhaft aus. Doch sie ist allein. Seit jeher gilt sie als klug, aber nicht als schön. Selbst ihre Haushälterin hatte gehofft, die Ärztin einmal mit Ring am Finger zu sehen, weil es, Jahre nach dem Krieg, da die Männer nach Hause zurückgekehrt seien, nicht mehr nötig sei, dass Frauen ihres Standes arbeiten. Jean aber arbeitet unermüdlich, kämpft sich durch Masernepidemien und findet ihren Ruhepol bei ihren Bienenvölkern.  Fiona Shaw nimmt sich zu Beginn ihres Romans viel Zeit, um den Charakter der Jean einzuführen, ihr ein Gesicht und ein freundschaftliches Umfeld zu geben. Ganz bewusst führt sie Jean nicht mit den üblichen Klischees ein, die erahnen ließen, dass ihr Interesse an Frauen liegt. Sie konzentriert sich vielmehr auf eine gebildete Frau, die eben nie geheiratet hat und ihre Prioritäten anders verteilt. Was anfänglich als Geduldprobe anmutet, wird im Laufe des Romans durch Shaws einfühlsame Schilderung der Beziehung zwischen den beiden unterschiedlichen Frauen wieder wettgemacht.  So sanft, wie Charlie seine Leidenschaft für Bienen und Insekten im Allgemeinen entdeckt, entspinnt die Autorin eine tiefe Liebe zwischen den Frauen, die einen vollkommen verschiedenen familiären und gesellschaftlichen Hintergrund mitbringen. Beide sind erwachsen und sich wohlbewusst, dass sie sich jenseits der gesellschaftlichen Konventionen bewegen. Und beide sind zunächst überrascht, was sie füreinander empfinden. Doch in einer Kleinstadt, in der jeder jeden kennt, quasi alle Frauen in derselben Fabrik arbeiten, bleibt nichts lang geheim, und ohne Rücksicht auf Verluste werden Gerüchte verbreitet, die gar nicht erst hinterfragt werden, sondern nach und nach ihre Auswirkungen haben. Vor allem auf Charlie, der mit seinen Kinderaugen gar nicht sieht, dass seine Mutter und Dr. Markham mehr als nur gute Freundinnen sind.  Der Handlungsstrang um die imkernde Jean ist recht fehlerbehaftet. Beispielsweise beschreibt die Autorin das Honigschleudern und die entsprechenden Vorbereitungen unnötig ausführlich, vergisst aber Schritte an der Stelle, wo sie normalerweise hingehören. Auch wirkt das in der Übersetzung gewählte Vokabular zumindest für mich, die ich seit vielen Jahren von Imkerjargon umgeben bin, zum Teil unbeholfen. Termini wie Volk oder Beute wären oftmals passender, als ausschließlich von Stock zu sprechen, und die Vorstellung, dass Zellen anstatt Waben geschleudert werden, ließ mich schmunzeln. Dass Bienen im Winter schlafen, kann ich auch nicht bestätigen. Dem möchte ich aber wenig Bedeutung beimessen, da vermutlich die wenigsten Leser Einblick in die Magazinimkerei (die Jean da ganz offenbar betreibt) haben und sich daran kaum stören dürften.  Trotz der fachlichen Lapsus gelingt es der Autorin nämlich sehr gut, die Biene als Metapher und bindendes Element einzusetzen. Mehr als einmal erwähnt sie die Kommunikation der Bienen, etwas, das ihren Protagonisten Lydia und Robert in den Ehejahren abhanden gekommen zu sein scheint. Nicht nur ihnen, auch die meisten Menschen im Ort ziehen sich eher tuschelnd zurück, anstatt mit denen, die es betrifft, offen zu kommunizieren. Für Charlie, der bei seinem Vater kein Gehör findet, werden die Bienen eine Art Ersatzpartner. Ihnen vertraut er sich an, und sie können seine Worte natürlich nicht verdrehen oder anderen preisgeben. Auch die Ruhe und Behutsamkeit, die Charlie an Jeans Bienenvölkern erlernt, fehlt dem kleinstädtischen Umfeld. Nicht zuletzt ist es auch ein Glas Honig, mit dem Charlie, stolz auf seine Leistung, die Gunst des Vaters zu gewinnen versucht und das gewissermaßen ein Bindeglied zwischen Vergangenheit und Charlies Rückkehr bildet. Aber wie die Biene hat auch der Mensch die Chance, davonzufliegen und sich da niederzulassen, wo er bessere Bedingungen findet.  Fazit:  Gesellschaftsroman, der einfühlsam und mit poetischem Gespür die Geschichte eine zerrütteten Kleinfamilie im England der 1950er Jahre erzählt und zwischen zwei gegensätzlichen Frauen eine sanfte, erwachsene Liebe erblühen lässt, die dem Kleinstadtgeist kaum die Stirn zu bieten vermag. Eine Geschichte über Mutterliebe und den Verlust der Unschuld, einnehmend und bittersüß zugleich. Gesamteindruck:  5 von 5 Punkten

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  • Rezension zu "Der Honiggarten" von Fiona Shaw

    Der Honiggarten

    WildRose

    10. July 2012 um 13:24

    Das Buch hat mich positiv überrascht. Ich hatte von Anfang an recht hohe Erwartungen, denen Fiona Shaw durchaus gerecht werden konnte. Sie hat ein sehr ruhiges, atmosphärisches Werk geschaffen und ich fand es schön, dass das Buch aus unterschiedlichen Sichtweisen geschrieben wurde. Mal ging es um den zehnjährigen Charlie, mal um Lydia und mal um Jean. Die Charaktere waren alle sehr realistisch dargestellt, keiner einfach nur als böse oder gut. Das fand ich ebenfalls sehr positiv an dem Buch. Außerdem hat die Autorin es geschafft, zwischen Lydia und Jean eine gewisse Spannung aufzubauen, man konnte beim Lesen förmlich hören und sehen, wie es zwischen den beiden knisterte. Das fand ich schön. P.S: Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen, obwohl ich eigentlich etwas anderes erwartet hatte. Meiner Meinung nach ein toller Roman für schöne Stunden.

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  • Rezension zu "Der Honiggarten" von Fiona Shaw

    Der Honiggarten

    IraWira

    19. April 2012 um 14:39

    "Der Honiggarten" ist eins dieser eher ruhigen Bücher, die mehr von der Stimmung, die sie vermitteln leben, als von der tatsächlichen Handlung. Es passiert zwar eigentlich sehr viel, aber das Hauptaugenmerk der Autorin liegt auf den Perösnlichkeiten und auf der Beschreibung ihrer Situation, ihrer Gefühle und der Natur um sie herum. Diese Beschreibungen werden mit viel Liebe zum Detail und in einer sehr poetischen Sprache herausgearbeitet. Die Personen ziehen einen in ihre Geschichte hinein, früh ahnt man, in welche Richtung es sich bewegt, dennoch ist es keine komplett vorhersehbare Handlung. In den Personen selbst spielt sich sehr viel ab, ihre Beziehungen untereinander sind sehr dynamisch und intensiv. Die eigentliche Handlung ist bestimmt von dem gesellschaftlichen und moralischen Denken des Englands der 50er Jahre, die Personen sind einerseits darin gefangen, suchen sich aber auf ihre Weise ihren Weg aus diesen engen Grenzen. Die Geschichte um den Jungen Charlie, seine Eltern, deren Ehe zerbricht und die Ärztin Jean, die zur Vertrauten Charlies und letztlich auch seiner Mutter wird, kann einem einige nette Stunden bereiten, allerdings sollte man bereit sein, sich auf diese Art ruhiger Romane einzulassen. Wer lieber actionreichere Bücher liest, wird von diesem Buch wenig haben. Für mich ist es ein Buch für warme Sommerabende, nicht zu anspruchsvoll, sondern zum leichten Weglesen, aber auch nicht zu seicht und vorhersehbar.

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  • Rezension zu "Der Honiggarten" von Fiona Shaw

    Der Honiggarten

    filfil67

    06. April 2012 um 09:02

    Ein Buch über einen kleinen Jungen, Bienen und England in den 50ern. Äh, klingt jetzt nicht ganz so interessant, oder? Ich kann nur sagen: Der erste Eindruck täuscht. Manchmal frage ich mich, wer die Texte hinten auf den Büchern schreibt. Als ich die Möglichkeit hatte das Buch kostenlos zu beziehen habe ich dies wegen des Klappentextes dankend abgelehnt. Irgendwie klang dies nicht wirklich nach der Art von Buch, das ich gerne lesen würde. Inzwischen habe ich es trotzdem getan. Die Bewertungen hier haben mich neugierig gemacht. Für mich geht es in diesem Buch nicht hauptsächlich um Charlie. Er ist "nur" eine der drei Hauptpersonen des Buches. Aber eben nur eine. Die anderen beiden sind seine Mutter Lydia und die Ärztin Jean. Und eigentlich geht es mehr um die Frage, wer oder was Familie ist oder sein kann. Lydia hat Charlies Vater geheiratet - weil sie schwanger oder in ihn verliebt war. So genau weiß sie dies heute auch nicht mehr. Lieben tun sich die beiden auf jeden Fall nicht mehr. Und so dreht sich Lydias Leben hauptsächlich um die Fabrik in der sie arbeitet, um die Scherben ihrer Beziehung und um ihren Sohn Charlie. Der zehnjährige Charlie ist ein liebenswerter Kerl. Heute würde man so jemanden "Nerd" nennen. So gerne, wie es im Klappentext dargestellt wird, liest er gar nicht. Aber er beobachtet alles genau und in seinem Kopf spielt sich viel ab. Jean ist Ärztin, Besitzerin eines großen Hauses mit Garten, in dem sich einige Bienenstöcke befinden. Sie ist nicht unglücklich in ihrem Leben - aber einsam. Eines Tages wird Charlie von seinem Vater in Jeans Sprechstunde gebracht, weil er sich verletzt hat. Jean und Charlie freunden sich an und sie bringt ihm nach und nach alles bei, was man über Bienen und Honig wissen muss. Irgendwann lädt Jean Charlies Mutter zum Tee ein. Sie will nicht, dass Lydia sich Sorgen um Charlie machen muss. Immerhin verbringt er mehr und mehr Zeit bei Jean. Die Frauen finden sich nicht unsympatisch, wissen aber erst gar nicht so genau, wie sie miteinander umgehen sollen. Sie kommen aus völlig verschiedenen Schichten. Lydia aus der Arbeiterschicht und Jean aus der gehobenen Mittelschicht. Im England der 50er Jahren war dies genug, um eine riesige Kluft zwischen Menschen zu erschaffen. Klassenunterschiede waren fast unüberbrückbar. Und trotzdem entwickelt sich zwischen den beiden Frauen langsam eine Art Freundschaft - bis sie merken, dass sie sich ineinander verliebt haben. Und niemand ist davon mehr überrascht und zuerst auch schockiert als sie selber. Man kann sich vielleicht denken, dass so eine Beziehung vor gut 60 Jahren nicht einfach und oft auch nicht ungefährlich war. Wie sich die Geschichte weiterentwickelt will ich hier aber nicht verraten. Dies ist sicherlich kein Buch für Leser, die einen engen Plot oder viel Action erwarten. Wer sich aber die Zeit nimmt und sich auf die Geschichte einlässt wird ein paar Stunden Lesevergnügen erleben. Von mir bekommt "Der Honiggarten" daher 5 Sterne. Und ich werde mich auf die Suche nach weiteren Büchern von Fiona Shaw machen.

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  • Rezension zu "Der Honiggarten" von Fiona Shaw

    Der Honiggarten

    gst

    18. March 2011 um 14:50

    Fiona Shaw ist mit diesem Buch ein Liebesroman der besonderen Art gelungen. Obwohl der Leser schon früh ahnt, was sich im Garten der Ärztin, die auch Bienen züchtet, anbahnt, verliert der Roman bis zum Schluss seine Spannung nicht. Das liegt unter anderem am Stil der Autorin, die wohl sehr naturverbunden ist. Mit wundervollen Vergleichen beschreibt sie die Landschaft und die Menschen im prüden England kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Da hing ein "grauer Himmel tief über der Stadt, als wäre er mit Wäscheklammern an den Hügeln im Westen befestigt". Die Hausärztin Jean "wusste, dass mit jedem Mann und jeder Frau, die sie aufsuchten, ihre Taschen abstellten, den Hut abnahmen, den Mantel auszogen und auf dem braunen, mit Polsternägeln beschlagenen Stuhl im Behandlungszimmer Platz nahmen, ein ganzes Leben, ein menschliches Schicksal, hereinkam." Eines Tages kam der zehnjährige Charlie mit seinem Vater herein und stellte ihre Welt auf den Kopf. Endlich hatte sie jemanden, mit dem sie ihr Hobby, das Imkern, teilen konnte. Währenddessen "tropfte die Trauer (seiner Mutter) in das Kartoffelwasser und auf die Würste." Viel später erlebt der Leser mit, wie Charlie mit seinem geliebten Segelboot seine unbekümmerte Kindheit davon schwimmen lässt... Auch wenn die Geschichte wenige Seiten vor Ende des Buches eine etwas unglaubwürdige Wendung nimmt, lohnt sich das Lesen durchaus. Unter anderem, weil es dem Leser erlaubt, in längst vergangene Zeiten einzutauchen (heute lebt es sich viel leichter, weil die Menschen viel toleranter sind), ihm Gefühle nahe bringt, über die er sich sonst vielleicht keine Gedanken machen würde und ihn somit auch zum Nachdenken anregt. Mir fiel es schwer, das Buch aus der Hand zu legen! Dass diese Rezension auf eine falsche Fährte führt, ist übrigens Absicht . . .

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