Fish Wu

 4,7 Sterne bei 20 Bewertungen
Autor*in von Briefe aus Taipeh.

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Cover des Buches Briefe aus Taipeh (ISBN: 9783038870203)

Briefe aus Taipeh

(20)
Erschienen am 06.08.2024

Neue Rezensionen zu Fish Wu

Cover des Buches Briefe aus Taipeh (ISBN: 9783038870203)
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Rezension zu "Briefe aus Taipeh" von Fish Wu

zehr
Ein Stück chinesische Geschichte

In der Graphic Novel 'Briefe aus Taipeh' berichtet der Autor Fish Wu über seine Familiengeschichte, die auf drei Generationen zurückblickt. In den neunzehnhundertvierziger Jahren tobte in China eine Revolution, die den privaten Landbesitz reformieren und in Gemeineigentum umwandeln sollte. Sein Urgroßvater und dessen Bruder, beide Intellektuelle, stellen sich diesen neuen Herren und ihren revolutionären kommunistischen Ideen entgegen, haben mit Repressalien zu kämpfen. Ein Bruder sucht sein Glück im fernen Taiwan. Der andere bleibt mit der Familie zurück in der Heimat. 

Wie es den Familienmitgliedern bis zum Wiedersehen ergeht, wird in Bild und Text sehr anschaulich und ergreifend dargestellt. Ein Stück chinesische Geschichte zeigt wieviel Mut und Durchhaltevermögen notwendig war, um die harten Zeiten zu überstehen. 

Wer mag und vor allem in der Lage ist, kann den Text wahlweise in deutscher Sprache oder in chinesisch verfolgen. 

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Rezension zu "Briefe aus Taipeh" von Fish Wu

savira
Gefühlvoll

Der Graphic Novel basiert auf einer wahren Geschichte in China. Fish Wu hat dazu seine Großmutter befragt, die ihm die Geschichte ihres Vaters erzählt. Er und sein Bruder mussten in den 1950er Jahren eine schwere Entscheidung treffen.


Die Geschichte ist geprägt von vielen Emotionen, die vor allem durch die tollen Zeichnungen transportiert werden. Der Text ist eher spärlich, aber er wird auch nicht benötigt, um die Geschichte und die Not der Familie nachzuvollziehen. Der Grundton ist dabei sehr ernst. Das Ende hätte ich mir vielleicht noch etwas detaillierter gewünscht, aber es rundet die Story dennoch gut ab.

Am Schluss gibt es auch nochmal ein Nachwort des Autoren, das sehr interessant ist.


Insgesamt ist das Buch auf jeden Fall für jeden zu empfehlen, der sich für chinesische Geschichte interessiert oder einen sehr gefühlvollen Graphic Novel lesen möchte. Die Bilder sind wirklich herausragend und die Geschichte ebenfalls sehr gelungen erzählt. 

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Rezension zu "Briefe aus Taipeh" von Fish Wu

liesmal50
Nachdenkenswertes Stück Geschichte

Als ich „Briefe aus Taipeh“ entdeckte, gingen meine Gedanken gleich zurück zum Weltgebetstag des Jahres 2023, denn das Gastgeberland war damals Taiwan. Im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Weltgebetstags-Gottesdienstes habe ich viel über Land und Leute erfahren – und auch über die Geschichte des Landes, deren Bewohner immer noch um die Unabhängigkeit bangen. China ist nicht weit entfernt…

Mit großem Interesse habe ich jetzt die Geschichte einer Familie gelesen, die in einem kleinen Dorf in China beheimatet ist. Fish Wu berichtet, was er aus vielen Gesprächen mit seiner Großmutter erfahren hat, und das nimmt seinen Anfang Ende der 1940er-Jahre. 

Zwei Brüder, der eine ein Mann mit Frau und Kindern, der andere alleinstehend, wurden aus politischen Gründen verhaftet und bedroht. Alles wurde ihnen genommen. Der alleinstehende Shen Erchong flüchtet nach Taiwan, während Shen Erya mit seiner Familie in dem kleinen Dorf bleibt.

Fish Wu braucht nicht viele Worte, um die Familiengeschichte zu erzählen. Seine ausdrucksstarken Zeichnungen lassen die ganze Dramatik sprechen, ohne dass es langer Texte bedarf. Mit einer Graphic Novel hat Fish Wu eine Biografie seines Urgroßvaters und -onkels sehr eindrucksvoll und detailliert übermittelt. Das Buch ist erschienen im DIN A4-Format und jedes einzelne Bild spricht für sich. 

Hat mich mein erster Eindruck beim anfänglichen Durchblättern noch vermuten lassen, dass die Bilder teilweise „wild und durcheinander“ wirken, so habe ich schnell feststellen können, dass die Zeichnungen den jeweiligen Gegebenheiten genau angepasst wurden. 

Sehr dankenswert sind noch die Worte des Autors, mit denen er im Nachwort seine Gedanken zu dem Buch und ebenso seine ganz persönlichen auch mit seiner Leserschaft teilt.

Ich hätte gern noch etwas mehr über das Leben von Shen Erchong in Taiwan erfahren. Doch es waren ja in erster Linie die Erinnerungen der Großmutter, die in diesem Buch erzählt werden. 

Auf jeden Fall bin ich froh, wieder etwas mehr über die nicht einfache Geschichte Chinas, auch wenn es in erster Linie „nur“ die einer kleinen Dorfgemeinschaft ist, erfahren zu haben. 

Die Geschichte lässt mich nachdenklich zurück. In diesen Zusammenhang passt das von Fish Wu gewählte Sprichwort, das im Nachwort zu lesen ist: „Der Klangkörper eines Musikinstrumentes und der Kolben eines Gewehres stammen oft aus demselben Wald.“

Gespräche aus der Community

Cover des Buches Briefe aus Taipeh
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Chinabooks_Verlag

Fish Wu erzählt die Geschichte seines Urgrossvaters und eines Urgrossonkels, wie diese ab den 1940er Jahren im Zuge der chinesischen Landreform durch ihre Zivilcourage, sich nicht an Diffamierungen beteiligen zu wollen, selbst das Opfer von Verfolgungen werden. Die beiden Brüder müssen eine schicksalshafte Entscheidung treffen: Die Flucht nach Taiwan zu versuchen oder in der Heimat auszuharren.

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