Die Brüder Karamasow

von Fjodor M. Dostojewski 
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Die Brüder Karamasow
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Simon_liests avatar

O.k. die Sprache passt mit der Theatralik nicht mehr so, aber so kurzweilige 1200 Seiten muss man erstaml hinbekommen, was für Figuren!

christianekoerdels avatar

Nach einem Drittel hat er mich leider verloren, der Großmeister Dostojewski.

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Inhaltsangabe zu "Die Brüder Karamasow"

Die Brüder Karamasow – 'Roman in vier Teilen, mit einem Epilog' ist das letzte Werk der großen 'Romantragödien ' von Fjodor Michailowitsch Dostojewskij, erschienen 1879/80, ein Jahr vor dem Tod seines Autors. 'Daß ein einzelner Mensch die Karamasows schreiben konnte, ist ein Wunder', so notierte Hermann Hesse, und tatsächlich, Die Brüder Karamasow ist nicht nur eine ausnehmend packende Familiengeschichte im Rußland des 19. Jahrhunderts, ist nicht nur intensivstes erzählerisches und gedankliches Umkreisen einer Idee, wonach am Ende die Erkenntnis des Guten inmitten von unendlich viel Bösem die Menschen erlöse, in dem gewaltigen Romanwerk spiegelt sich auch die gesamte dichterische Welt Dostojewskijs.

Wiederum als Kriminalgeschichte angelegt, diesmal jedoch bleibt der Täter für den Leser bis zum Schluß unbekannt, erzählt Dostojewskij die Geschichte der drei Brüder Karamasow, die als Erwachsene in ihr Elternhaus zurückkehren, wo sie ihrem Vater als einem alten lüsternen Trunkenbold begegnen. Ihre Verachtung ist so groß, daß sie seinen Tod herbeiwünschen. Als er dann wirklich ermordet aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf den ältesten Bruder, Dimitrij. Er wird schuldig gesprochen und zu Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt. Alle wissen jedoch: Ein anderer hat den greisen Unhold ermordet, und trotzdem nehmen die Brüder die Schuld auf sich …

Inmitten menschlicher Verirrungen und turbulenter Beziehungswirren stehen die Fragen nach dem Gesetz, dem Glauben und der Ethik – eine Antwort darauf werden wir in dem Roman nicht finden, jedoch eine Beschäftigung damit, die uns über die Lektüre hinaus begleitet.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783100154057
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:1280 Seiten
Verlag:S. FISCHER
Erscheinungsdatum:04.11.2010
Das aktuelle Hörbuch ist am 20.02.2015 bei Audible GmbH erschienen.

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    christianekoerdels avatar
    christianekoerdelvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Nach einem Drittel hat er mich leider verloren, der Großmeister Dostojewski.
    Ein Ausflug ins alte Russland

    Zunächst hatte ich richtig Spaß. Ich hatte Urlaub, Zeit im Überfluss, da taucht man gerne mal ein in andere Welten, auch mal langatmigere Welten, auch wenn in diesem Fall nicht in ein Fantasy Welten, sondern ins alte Russland. 

    Nachdem ich damit zurecht kam, dass alle drei Brüder als zweiten Vornamen den ihres Vaters tragen, der stets mit genannt wird, was es nicht einfacher macht, die Jungs auseinander zu halten, fand ich diese Familie sehr interessant. Ich war gespannt, was sich da noch entwickeln würde. 

    Doch dann war der Urlaub zu Ende, die Zeit wurde kostbarer und der Meister verlor mich etwa bei einem Drittel nach einem unsäglichen Monolog, einer Geschichte in der Geschichte. 

    Ob das nur mir so geht? 


    Bin ich zu sehr ein Kind unserer Zeit, ohne die Geduld, die für die Klassiker aufzubringen ist? Dabei sind hier wirklich Passagen dabei, Formulierungen und Charakterstudien vom Feinsten. Aber das alleine, so habe ich dabei gelernt, macht ein Buch, das mir gefällt, eben nicht aus. 

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    janett_marposnels avatar
    janett_marposnelvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein philosophisches Meisterwerk, bei dem die Literatur auf der Strecke bleibt.
    Philosophisch hui. Literarisch pfui.

    Die Familie Karamasow mit den Brüdern Dmitri, dem überspannten und verdächtigen Vatermörder, Iwan, dem studierten Agnostiker und Alexej, dem warmherzigen Novizen sowie deren nichtsnutziger und widerwärtiger Vater Fjodor stehen kurz gesagt für die damaligen gesellschaftlichen und politischen Missstände in Russland. Und nicht zu vergessen, Smerdjakow, der Halbruder der drei Halbbrüder, der eine gewichtige Rolle in diesem umfassenden Buch einnimmt.

    Zugegebener Maßen ist die Dialektik in Dostojewskis Werk nicht zu übersehen, aber mir ist der kompakte Roman zu speziell-individuell, was wohl auch der Grund dafür ist, dass viele alte und neue Philosophen für „Die Brüder Karamasow“ schwärmen. Durch den überwiegend philosophischen Anteil kommt meiner Ansicht nach die literarische Seite zu kurz, sodass die Unterhaltung des philosophisch unbedarften Lesers bei Dostojewski auf der Strecke bleibt und dieses Werk in seiner ganzen Weite somit nur einem eingeschränkten Leserpublikum vorbehalten ist.

    Für meinen Geschmack sind Dostojewskis Figuren so überspitzt dargestellt, dass sie schon unnatürlich wirken, fast wie eine Farce. (Wobei man bedenken sollte, dass Dostojewski genau das beabsichtigt haben könnte.) Das fängt bei der Sprache an und hört bei den manchmal schon schizophren wirkenden Handlungen auf. Tolstois „Anna Karenina“ wurde um die gleiche Zeit geschrieben und beschäftigt sich, großzügig betrachtet, ebenfalls mit dem damaligen russischen System, aber auf eine heiter-ironische Art und nicht wie bei Dostojewski in fahrig-wirrer Weise.

    Auf den über 1000 Seiten gibt es vielleicht zwei Landschaftsbeschreibungen. Auch Häuser, Räume, geschweige denn Dörfer oder Städte werden so gut wie gar nicht oder irgendwie nur trist und dunkel am Rande beschrieben, sodass man beim Lesen immer in einen etwas depressiven Zustand verfällt. Bis auf den Gerichtssaal am Ende der Geschichte, als es endlich zu dem Prozess um den Vatermörder kommt, hier gibt sich der Autor plötzlich Beschreibungen in allerhöchstem Maße hin. Nicht nur der Gerichtssaal, auch die Personen werden in ausführlichster Weise beschrieben. Nehmen wir zum Beispiel Doktor Herzenstube, den der Leser im ersten Drittel des Buches kennenlernt und der sporadisch immer wieder Mal auftaucht, jedoch nie wirklich an der Geschichte beteiligt ist, dieser Doktor wird nun zum Schluss so detailliert beschrieben, als würde Dostojewski eine neue Figur einführen.

    Oft hatte ich den Eindruck, Dostojewskis Romanpersonal springt kreuz und quer durch die Geschichte, was wahrscheinlich durch den Umstand begünstigt wurde, dass der Autor seine Figuren hervorholt und wieder verschwinden lässt, wie es ihm gerade passt, was dem Leser allerdings erschwert, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Die einzige Figur, mit der ich mich identifizieren konnte, war Alexej. Ohne ihn hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht zu Ende lesen können. Er war immer ein kleiner Lichtblick in diesem trostlosen Theater (auch das könnte durchaus von Seiten des Autors beabsichtigt gewesen sein).

    Die unnatürlichen Dialoge, die mitunter in seitenweise Monologe ausufern, erschwerten zusätzlich meinen Lesefluss. Niemand, auch nicht in Russland um 1870, spricht so debil wie Dostojewskis Figuren. Nehmen wir nur einmal das Wort „Täubchen“, welches gefühlte 250 Mal im Buch vorkommt. Jeder wird von jedem wenigstens einmal als Täubchen betitelt. Und warum bedient sich ein Autor überhaupt unablässig des Diminutivs? Jedes fünfte Wort wird durch die Endung „chen“ künstlich verniedlicht. Härchen, Witwchen Augenblickchen, Nötchen,
    Verschen etc.

    Selbstverständlich spielt Gott in diesem philosophischen Drama eine große Rolle. Am interessantesten fand ich Kolja Krasotkins Einstellung zu Gott. Der fast vierzehnjährige, vollkommen überreife Junge, ist der Auffassung, dass Gott nur rein hypothetisch, aber trotzdem wichtig für die Menschen ist, denn sie brauchen ihn für ihre innere Ordnung und damit für die Weltordnung. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

    Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es sich zwar um ein großartiges Werk handelt, dass es Dostojewski allerdings nur eingeschränkt gelungen ist, eine Brücke zwischen Philosophie und Literatur zu schlagen. 

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    DiagramLajardvor 4 Jahren
    Schlimm

    Die ganze Anlage des Romans ist durch und durch konstruiert: Der Vater ist die Landwirtschaft, die Söhne stehen für Militär, Intelligenzja und Klerus, dann gibt es noch einen illegitimen Sohn, der ist das Subproletariat: Keine Familie der Welt ist so. Wer den Alten denn nun auf dem Gewissen hat, interessiert den Autor auch nur mäßig, ihm kommt es allein auf die ach so tiefsinnigen Dialoge an, in denen er einem seine Message reinreiben will: Bleibe verwurzelt in deinen (natürlich russischen) Traditionen und nimm die Schuld auf dich, auch wenn du's gar nicht warst. Orthodox-masochistisch, sozusagen. Ich hab das Buch nur aus schierem Durchhaltewillen zu Ende gelesen, was ich besser hätte bleiben lassen. Die eingeschobene Fabel vom Großinquisitor ist aber schön, sonst hätte es nur ein Sternchen gegeben. Die kann man aber auch einzeln lesen.

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    stefwies86s avatar
    stefwies86vor 5 Jahren
    Ein „Russe“ wie er im Buch steht…


    … im wahrsten Sinne des Wortes.

    Sprachgewaltig, geradezu verschwenderisch in der Figurenbildung und wie immer bei den Russen subtil (Hüstel) moralisch.
    Ich würde dieses Buch auf jeden Fall als Einstiegsdroge in die russische Literaturseele empfehlen, da es im Gegensatz zu bspw. Schuld und Sühne wenigstens etwas Humor mitbringt – wenn man es schafft, über diese gescheiterten auch mal zu Schmunzeln.

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    annchen2004s avatar
    annchen2004vor 5 Jahren
    endlich

    Endlich als E-Book
    Danke an den Verlag, dass er dieses Buch nun endlich auch als EPUB herausgebracht hat, sonst hätte ich mir wohlmöglich noch ein eipatt kaufen müssen.

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    jennifer_hubers avatar
    jennifer_hubervor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Brüder Karamasow - Vollständige Ausgabe, mit interaktivem Personenverzeichnis" von Fjodor M. Dostojewski

    Ein wuchtiger, russischer Roman. Volle Punktzahl für diese Umsetzung

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    siggi88vor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Brüder Karamasoff" von Fjodor M. Dostojewski

    Das erste Buchl, dass ich nicht zu Ende gelesen habe. Und ich muss ehrlich sein: Ich habe es nicht vertsanden. Dabei haben mich vor allem die vielen fremden Namen letzenendes dazu gebracht, das Verstehen versuchen nach dem ersten Teil aufzugeben

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    Minzevor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Brüder Karamasow" von Fjodor M. Dostojewski

    wenn man Dostojewski liest, blättert man ehrfürchtig die Seiten um....großartige Literatur, die einen den Atem stocken lässt

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    Molksvor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Brüder Karamasow" von Fjodor M. Dostojewski

    Es war ein hartes Stück Arbeit sich durch die beinahe 1.300 Seiten zu lesen. Aber es war nicht nur trockene russische Literatur der Extraklasse, sondern teilweise auch amüsant, so dass mir doch das ein oder andere Schmunzeln über das Gesicht huschte.
    Im Grunde lässt sich der Inhalt grob mit Vatermord beschreiben, aber Dostojewski versteht es wie kaum ein Anderer, die Nebenschauplätze und sämtliche Charaktere exakt und interessant zu beschreiben.
    Kein Buch, das ich ein zweites Mal lesen würde, aber eins, das mir wohl mein Leben lang im Kopf bleiben wird.

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    Tajavor 9 Jahren
    Rezension zu "Die Brüder Karamasow" von Fjodor M. Dostojewski

    Das ist ein beispielloses Geniewerk. Da dieses Buch zu den besten der Weltliteratur zählt, kann man es überall nachlesen, worum es eigentlich geht. Es geht um eine Familiengeschichte. Ich war absolut überwältigt. Das ist das erste Buch, das ich sofort nach der letzten Seite noch einmal lesen würde,um es richtig zu zelebrieren. Man kann ein Paar Werke neben dem Buch stellen,aber höher geht's einfach nicht. Absolut fantastisch. Wer es nicht schafft, soll etwa noch einmal in 10 Jahren versuchen. Es lohnt sich. Ich habe mit 20 versucht und in die Ecke geworfen. Ich habe jetzt das Buch förmlich verschlungen, allerdings im Original, nicht dass ich ein Sprachgenie bin, sondern gebürtig aus Russland komme. Aber die neue Übersetzung von Svetlana Geier soll sehr gut sein. Auf jeden Fall sehr empfehlenswert . Ich finde-einmal im Leben muss man "Brüder Karamasow" gelesen haben. Dann also....

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