Fjodor M. Dostojewski Die Sanfte

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Inhaltsangabe zu „Die Sanfte“ von Fjodor M. Dostojewski

"Denken Sie sich einen Mann, der vor der Leiche seiner Frau steht, einer Selbstmörderin, die sich erst vor wenigen Stunden aus dem Fenster gestürzt hat." Fantastisch und realistisch zugleich - so bezeichnet Dostojewski im Vorwort seine meisterhafte Erzählung "Die Sanfte", 1876 erschienen. In einem inneren Monolog lässt er den Witwer sein Leben überdenken: An Leid und Gram und Schuld zerbrochen, ist er ebenso sehr Opfer wie Täter. Ein ergreifendes Stück Weltliteratur über Verletzlichkeit und Rachsucht, über späte Reue und die schmerzliche Plötzlichkeit der Liebe.

Erschreckend und verstörend zugleich. Dennoch hat mich diese Erzählung tief bewegt.

— Wortteufel
Wortteufel

Diese Erzählung von Dostojewski hat mich am meisten überwältigt!

— malentendu
malentendu

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  • Beeindruckende, aber auch niederdrückende Erzählung

    Die Sanfte
    Buchbloggerin

    Buchbloggerin

    01. October 2016 um 17:26

    Mit jedem neuen Buch von Fjodor Dostojewski, welches ich lese, merke ich immer wieder, was für ein großartiger Autor er ist bzw. war und wie gerne ich seine Bücher lese. Die Themen, die er anspricht, haben an Aktualität bis heute nicht viel eingebüßt und seine Geschichten lassen sich wunderbar lesen. Außerdem geht er in seinen Büchern viel tiefer, als sich auf den ersten Blick sagen lässt. Diese Tiefgründigkeit und genaue Auseinandersetzung mit der Thematik und vor allen den Charakteren macht das Lesen besonders spannend. »Denken Sie sich einen Mann, der vor der Leiche seiner Frau steht, einer Selbstmörderin, die sich erst vor wenigen Stunden aus dem Fenster gestürzt hat.« Fantastisch und realistisch zugleich ? so bezeichnet Dostojewski im Vorwort seine meisterhafte Erzählung »Die Sanfte«, 1876 erschienen. In einem inneren Monolog lässt er den Witwer sein Leben überdenken: An Leid und Gram und Schuld zerbrochen, ist er ebenso sehr Opfer wie Täter. Ein ergreifendes Stück Weltliteratur über Verletzlichkeit und Rachsucht, über späte Reue und die schmerzliche Plötzlichkeit der Liebe. Fjodor Dostojewski hat mit seinem Buch Die Sanfte eine kurze Erzählung erschaffen, die von einem älteren Mann handelt, der in seinem Leben bisher nichts sehr Großes erreicht, dafür aber umso Erniedrigenderes erlebt hat. Durch seine Arbeit als Pfandkeiher lernt er ein fast sechzehnjähriges Mädchen kennen, welches er letztendlich heiratet. Sie willigt in die Heirat ein, weil sie meint, somit dem schlimmen Leben bei ihren Tanten zu entkommen. Die erste Zeit in ihrer Ehe scheint geprägt von Glück und Freude zu sein, doch nach und nach schwinden diese positiven Gefühle, das Leben wird düsterer und erdrückender. Man erfährt, dass der Mann das Mädchen geheiratet hat, um sich einen Freund zu erziehen, eine Person, die nur zu ihm gehört. Um dies zu erreichen, behandelt er sie mit Gleichgültigkeit und Strenge. Dadurch wird das junge Mädchen immer verschlossener und es kommt schließlich dazu, dass sie ihn in gewisser Weise nur noch duldet. Der Mann war mir während der gesamten Handlung nicht besonders sympathisch. Er war auf der Suche nach jemandem, der ihm gegenüber machtlos ist und in dem jungen Mädchen hat er das „perfekte Opfer“ dafür gefunden. Seine Motive, die ihn zu der Heirat mit dem Mädchen gebracht haben, waren nicht selbstlos. Er hatte nicht vor, sie „nur“ von ihren bösen Tanten zu befreien, vielmehr wollte er, dass sie seine Frau wird, damit er seine Macht über diese ausüben konnte. Es kommt der Zeitpunkt, an dem das junge Mädchen ihr Leben an seiner Seite nicht mehr aushält und sich selbst das Leben nimmt. Nach ihrem Tod merkt der Mann, nachdem er ihr gesamtes gemeinsames Leben an seinem inneren Auge vorbeiziehen lässt, was seine Fehler waren. Sie hätten mehr miteinander reden sollen, er hätte sie nicht so behandeln sollen, wie er es für richtig hielt. Doch jetzt ist es zu spät und er empfindet Reue. In dieser Geschichte lässt sich die „Verwandlung“ des Mannes ganz gut erkennen. Dieses kleine Büchlein habe ich recht schnell durchgelesen. Es hat mich interessiert, wie es denn weitergehen würde in der Ehe der beiden Leute, ob es denn positive Entwicklungen geben würde. Die Hoffnung, dass es wieder besser mit ihnen laufen würde, habe ich bis zum Schluss nicht aufgegeben, obwohl der Autor bereits im Vorwort vor einem „schlimmen“ Ende warnt. Eine sehr beeindruckende Erzählung, die von mir 4 von 5 Sterne bekommt.

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  • Zwiespältig

    Die Sanfte
    rkuehne

    rkuehne

    21. June 2016 um 23:34

    Ein sehr zwiespältiges Buch. Die Geschichte des Pfandleihers, der am Sarg seiner Ehefrau versucht deren Selbstmord zu verstehen, zu rechtfertigen, zu verarbeiten, hat es über weite Strecken nicht geschafft mich in seinen Bann zu ziehen. Zu oft waren die Wesenswandlungen des Pfandleihers, der in dem recht kurzen Text häufig die Positionen ändert, zu schwierig für mich, eine Identifikation mit dem Protagonisten. Trotzdem hat mich das Ende, nicht der Handlung wegen, sondern wegen der Endlichkeit des Lebens und der Traurigkeit des Suizids der jungen Frau tief bewegt.

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  • Ein großartiges Stück Literatur!

    Die Sanfte
    Pooly

    Pooly

    Ein wundervolles Stück Literatur, von dem ich froh bin, es gelesen zu haben. Erst sehr wirr, aber mit der Zeit immer strukturierter und geordneter berichtet, folgt der Leser den Gedanken eines Ehemannes, der - ab und an an sich selbst gerichtet, beizeiten aber auch an ein unbekanntes Publikum gewandt - wie es wohl zum Selbstmord seiner Frau hatte kommen können. Dabei versteht der Autor nicht nur auf meisterhafte Weise, die sich langsam richtenden Gedankengänge des Mannes zu schildern, sondern auch die Charaktere selbst - ihre Beziehungen - tragen eine Spannung in sich, die sich nach hinten hin immer weiter aufbaut. Ich bin begeistert.

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    • 3
  • Intensiver Roman über späte Reue

    Die Sanfte
    Penelope1

    Penelope1

    30. May 2013 um 10:59

    In diesem Roman von Dostojewski hält ein verzweifelter und offensichtlich schuldbewusster Pfandleiher einen Monolog, in dem er nach den Ursachen für den Selbstmord seiner jungen Frau sucht, die sich vor wenigen Stunden aus dem Fenster gestürzt hat. Er kann sich nicht von ihr trennen, befürchtet den Zeitpunkt, da sie abgeholt wird und er alleine bleiben muss. Er nutzt die letzte gemeinsame Zeit reumütig, hält Rückblende, erinnert sich an den Zeitpunkt des Kennenlernens, seiner Werbung um sie und ihre Ehe. Dabei sucht er immer wieder nach möglichen Gründen, analysiert seinen eigenen Charakter und sein Wesen und dabei steht ihm immer deutlicher sein eigenes Versagen vor Augen. Ein düsterer Roman, der tief in die Seele dieses im Grunde unglücklichen Pfandleihers blicken lässt. Dabei ist man als Außensteher diesem zweifelnden und scheinbar zerbrochenen Mann um einiges voraus und erkennt lange vor ihm seine Schuld, sein Unterlassen... Ergreifend in seinen Aussagen und  seinen Erkenntnissen über die Liebe, Reue und Schuld.

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  • Rezension zu "Die Sanfte" von Fjodor M. Dostojewski

    Die Sanfte
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. July 2012 um 07:49

    Veröffentlichung 1876 erstmalig in der Zeitschrift "Tagebuch eines Schriftstellers" Handlung Ein Mann provoziert den Selbstmord seiner Frau und lässt an der Bahre ihre Beziehung nochmals Revue passieren. Anmerkungen Unter russischen Forschern besteht wohl mehrfach die Auffassung, dass diese Erzählung eine Analogie zur Legende der Heiligen Pelageja darstellen soll bzw. kann. Und eben jene Ikone könnte die Sanfte bei dem Sprung in den Tod auch in der Hand gehabt haben. "Die Legende der Heiligen Pelageja Die Legende von der Heiligen Pelageja Die Sage spielt im Jahr 290 n.Ch. Pelageja wurde von heidnischen Eltern geboren. Ihre Schönheit und ihre Bildung sollen außergewöhnlich gewesen sein. So wollte sie dann auch des Kaisers Sohn zur Frau. Sie lehnte rigoros ab. Durch Freunde wurde sie jedoch inzwischen längst zum christlichen Glauben geführt. So gab sie dann als ablehnende Begründung an, dass sie erstens mit ganzem Herzen nur dem wahren Gott zuspreche, zweitens ausschließlich für ihn ihre Jungfräulichkeit bewahren werde und drittens jedes Martyrium für ihn in Kauf nähme. Des Kaisers Sohn begreift, dass er keine Chance auf Pelageja als Frau hat und bringt sich mit dem Schwert selbst um. Daraufhin ist der Kaiser erzürnt und wendet sich gegen Pelageja. Sie wurde zum Tode durch Verbrennung in einem Ofen verurteilt. Den Henkern war es verboten, die Todgeweihte zu berühren. So bekreuzigte sich Pelageja und stieg betende eigenständig in den Ofen und hatte somit auch ihren dritten Punkt, das Martyrium wahrgemacht. Während ihr Körper verbrannte, soll die gesamte Stadt mit Myrrhe Duft erfüllt gewesen sein. Ihre Knochen verbrannten nicht. Die wurden vor die Tore der Stadt in die Wüste geworfen. Dort wiederum sollen die Knochen von 4 Löwen bewacht worden sein, um sie vor dem Zugriff durch andere Tiere zu schützen; und zwar so lange bis ein Bischoff Klinon diese Stelle aufsuchte, ihre Knochen einsammelte, sie ordnungsgemäß begraben ließ. Als nach 306 n.Ch. die Christenverfolgungen abebbten, ließ der Kaiser Konstantin an dieser Stelle eine Kirche errichten. Quelle: frei übersetzt nach pravoslavie.ru" Bereits 1869 zeichnen sich die Strukturen der Erzählung in seinen Notizheften ab. Dieser bestehende Entwurf lag sieben Jahre unausgearbeitet, bis sich Dostojewski durch folgende Meldung in einer Zeitung veranlasst sieht, den Entwurf aufzuarbeiten. vgl. Grossman, Leonid; Über die Sanfte in Sowjetliteratur 12 /1981 "Petersburger Pressemitteilung in der Zeitung "Golos" vom 2. Oktober 1876 "Gestern, am 30. September, um 12 Uhr stürzte sich die aus Moskau zugereiste Näherin Marja Borissowa aus einem Mansardenfenster des sechsstöckigen Hauses von Owsjannikow, Galernaja-Straße Nr. 20. Die Borissowa war aus Moskau gekommen, ohne hier Angehörige zu besitzen. Sie beschäftigte sich mit Gelegenheitsarbeit und klagte in der letzten Zeit oft darüber, ihre Arbeit werde schlecht bezahlt und das aus Moskau mitgebrachte Geld gehe zu Ende. Am Morgen des 30. September klagte sie über Kopfschmerzen. Dann setzte sie sich hin und trank Tee. Kaum war ihre Wirtin, die zum Markt wollte, die Treppe hinuntergegangen, da flogen Glasscherben auf den Hof, und danach stürzte die Borissowa selbst herab. Die Bewohner des gegenüberliegenden Hinterhauses sahen, wie die Borissowa zwei Fensterscheiben einschlug, die Beine voraus, aufs Sims kletterte, sich bekreuzigte und sich mit einem Heiligenbild in den Händen hinabstürzte: Das Heiligenbild, ein Einsegnungsgeschenk ihrer Eltern, war das Anlitz der Mutter Gottes. Die Borissowa wurde bewußtlos ins Krankenhaus gebracht und starb dort nach wenigen Minuten." Düwel S. 75" „Sehr wahrscheinlich hat Dostojewskij dabei die eigenen Erlebnisse nach dem Tod seiner Frau verwertet. Der Brief den er damals (noch an der Bahre der Verstorbenen) an seinen Bruder schrieb, fängt fast mit den gleichen Worten an wie der Monolog des Ehemanns in der Erzählung.“ Braun, Maximilian; Dostojewskij-Das Gesamtwerk als Vielfalt und Einheit S. 226

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  • Rezension zu "Die Sanfte" von Fjodor M. Dostojewski

    Die Sanfte
    Lirix

    Lirix

    25. August 2010 um 17:38

    Wieder einmal hat Dostojewski in aller Kürze sehr tiefgreifende Gedanken zu Papier gebracht. Schnell zu lesen, aber es werden nachhaltige Gedanken bleiben.
    Es geht um das Schweigen, um das Beherrschen wollen, sich nicht Öffnen können und um die späte Erkenntnis seiner "Fehler", sowie um Reue.

    Große Gefühle!

  • Rezension zu "Die Sanfte" von Fjodor M. Dostojewski

    Die Sanfte
    Gesa

    Gesa

    09. June 2009 um 12:51

    Die Geschichte eines Pfandleihers und seiner jungen Frau - eine tragische Geschichte. Erzählt wird rückblickend aus der Perspektive des Ehemannes, was es für den Leser manchmal schwierig macht, zu erkennen, was genau eigentlich vorgefallen ist. Das Buch ist voll von faszinierenden Betrachtungsweisen über das Leben, die Liebe, Jugend und Moral - auch wenn man das meiste davon wohl nicht teilen mag. Auf jeden Fall höchtster Lesegenuss und nur zu empfehlen!

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  • Rezension zu "Die Sanfte" von Fjodor M. Dostojewski

    Die Sanfte
    katermurr

    katermurr

    10. July 2008 um 00:03

    Ein Selbstmord? Ein Mord?Eine spannende Geschichte, sehr eigenartig. Ich hab manche Gedanken und Folgerungen und Wendungen nicht wirklich verstanden. Vielleicht liegt das daran, dass das Buch doch aus einer anderen Zeit und einem anderen Kulturkreis stammt. Wie auch immer, es ist sehr gut geschrieben und keineswegs belanglos.