Fjodor M. Dostojewski Schuld und Sühne

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Inhaltsangabe zu „Schuld und Sühne“ von Fjodor M. Dostojewski

Unter den fünf meisterhaften Romanen des großen russischen Dichters ist "Schuld und Sühne" neben "Die Brüder Karamasow" der wohl berühmteste und wirkungsmächtigste. In berauschender Sprache und ergreifenden Bildern erzählt der "größte Kriminalroman aller Zeiten" (Thomas Mann) die atemberaubende Geschichte des mittellosen Studenten Raskolnikow, der in fortschrittsgläubiger Verblendung einen Doppelmord begeht - und daran zerbricht. Er, der Verbrecher, sehnt sich fortan nach Strafe, um seine Untat zu sühnen, doch wahrhafte Rettung verspricht ihm allein seine Liebe zu der Prostituierten Sonja. (Dostojewski, Fjodor 1821 - 1881)

Russische Autoren verlangen einem viel ab, vor allem Zeit. Und dies sollte man bei diesem Roman haben. Schwere Kost, doch lesenswert.

— AnneEstermann

Beeindruckender und atemberuabender Blick in den Abgrund eines Mörders

— Beust

Grandios! Aber 800 Seiten... boahhh.. geschafft. Trotzdem sehr gutes Buch

— Ankili

Nicht meins.

— Rija21

Bleibt nicht viel zu sagen, auch wenn heute die Erzählstimme nicht mehr ganz so aktuell wäre ...

— Simon_liest

ein grandioser Krimi, der alles heutige in den Schatten stellt

— Valabe

Schlicht und Einfach der beste Kriminalroman aller Zeiten.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

R

— claudiaaa

Die vollen 5 Sterne. Ein Meisterwerk.

— oyalin

Meisterwerk eines Getriebenen.

— Provinzpoet

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  • Leserunde zu "Schuld und Sühne" von Fjodor M. Dostojewskij

    Schuld und Sühne

    NiWa

    Willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe Klassiker Leserunden.  Wir wollen ein bisschen Leben in die altehrwürdige Literaturwelt bringen. Daher haben wir beschlossen, einige Klassiker gemeinsam zu lesen. Für den August/September haben wir uns ein großes Werk vorgenommen Schuld und Sühne von Fjodor Dostojewski. Klappentext: Unter den fünf meisterhaften Romanen des großen russischen Dichters ist "Schuld und Sühne" neben "Die Brüder Karamasow" der wohl berühmteste und wirkungsmächtigste. In berauschender Sprache und ergreifenden Bildern erzählt der "größte Kriminalroman aller Zeiten" (Thomas Mann) die atemberaubende Geschichte des mittellosen Studenten Raskolnikow, der in fortschrittsgläubiger Verblendung einen Doppelmord begeht - und daran zerbricht. Er, der Verbrecher, sehnt sich fortan nach Strafe, um seine Untat zu sühnen, doch wahrhafte Rettung verspricht ihm allein seine Liebe zu der Prostituierten Sonja. Beginnen werden wir am 1. August und freuen uns über jeden, der sich mit uns an dieses Werk wagen will. :-) Wichtig ist, dass es von diesem Klassiker viele verschiedene, und vor allem gekürzte Versionen, gibt. Die Ausgabe vom Anaconda-Verlag ist derzeit mit ca. 800 Seiten eine der vollständigsten Ausgaben. Natürlich kann man auch mit ganz anderen Übersetzungen/Ausgaben mitlesen. Ich habe mich dafür entschieden, weil sie relativ günstig und gebunden ist.  Dementsprechend wurde auch die Kapiteleinteilung für die Leserunde daraus entnommen. Soweit man sich in der Leserunde orientieren kann, ist jede andere Version natürlich in Ordnung. (Bitte notfalls bei der Kapiteleinteilung in der Plauderecke ein Veto einlegen - danke!) Wir freuen uns über zahlreiche TeilnehmerInnen - denn gerade bei so umfangreichen Werken, kann man gemeinsam mehr erreichen!  Bitte schreibt eure Beiträge in die bestehenden Kategorien, damit die Leserunde übersichtlich bleibt. Bitte denkt auch daran, den Spoiler-Haken zu setzen!  Übrigens, wer sich für weitere Klassiker-Leserunden interessiert, auch bei unserer großen Schwesterngruppe werden fleißig Klassiker der Weltliteratur gelesen. Anmerkungen zur Kapiteleinteilung der Leserunde Der Inhalt ist insgesamt in 6 Teile gegliedert. 1. Teil (ca. 130 Seiten) 2. Teil (ca. 150 Seiten) 3. Teil (ca. 120 Seiten) 4. Teil (ca. 110 Seiten) 5. Teil (ca. 110 Seiten) 6. Teil (ca. 170 Seiten)

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    • 228
  • Die Fähigkeit zur Unfähigkeit.

    Schuld und Sühne

    Provinzpoet

    30. March 2015 um 18:37

    Der Einblick in die Welt der Petersburger Gesellschaft um 1865 beeindruckte mich am stärksten in diesem Meisterwerk. Die Erkenntnis, dass der trübsinnig-grüblerische Protagonist derart krankhaft von Empathielosgkeit befallen ist, was ihn gar zum Doppelmord treibt, lässt aufhorchen. Dieser  mit Leidenschaft verfasste Roman ließe sich kinderleicht in die heutige Zeit übertragen. Wollen wir das? - Besser nicht. Manch einer könnte sich erschrecken. Wenn man bedenkt, in welch grotesker Situation Dostojewski diesen Roman verfasste (Spielsucht in Wiesbaden, pleite, wirre Verlagskonditionen, das letzte Drittel nur noch diktierend weitergegeben), so ist das Ergebnis um so wertvoller einzuordnen. Gerade heutzutage.

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  • Ein psychologisches Krimi-Duell

    Schuld und Sühne

    NiWa

    Rodion Raskalnikow schmeißt sein Studium in St. Petersburg hin, grenzt sich selbst von sozialen Kontakten ab und vergräbt sich in die fixe Idee, eine Pfandleiherin nicht nur um ihr Vermögen sondern auch gleich um ihr Leben zu bringen. Er sei als Übermensch geboren, ist Rodions Meinung, und dies gebe ihm das Recht, einen Mord zu begehen. Doch bei seinen Überlegungen vergisst er ganz auf die Konsequenzen, die so ein Raubmord mit sich bringt … Raskalnikow begeht also die Tat, die er sich schon so schön im Kopf zurecht gelegt hatte und dann geht doch einiges dabei schief. Unvermittelt driftet er in einen paranoiden Wahn ab, weiß nicht wem er trauen kann, sieht im Freund den Feind oder umgekehrt? Und die Polizei ist ihm auf den Fersen oder ist das auch nur Einbildung? Im Vordergrund steht natürlich Raskalnikow, ein Mörder, Unsympathler, der Idealtyp eines Antihelden. Die Abscheu gegen Rodion stieg gleichzeitig mit der gelesenen Seitenzahl und trotzdem habe ich manchmal sogar Mitleid mit ihm empfunden. Dostojewski zeichnet ein psychologisches Bild des Täters und zeigt sich in diesem Feld besonders bewandert. Sogar der ermittelnde Polizeibeamte Porfiri entpuppt sich als früher Profiler, der immer wieder in seine psychologische Trickkiste greift, um ein Verhör voran zu treiben. Doch anders als erwartet ist auch Rodion diesem Spiel nicht abgeneigt, auch wenn ihm seine wachsende Paranoia zu überrumpeln droht. Für mich waren diese Duelle zwischen dem Ermittler und Raskalnikow sehr amüsant zu lesen und obwohl ich Rodion eher abgeneigt war, fühlte ich mich gleichzeitig mit ihm in die Ecke gedrängt. Bei vielen dieser Passagen musste ich an den bekannten Inspektor Colombo aus der gleichnamigen Fernsehserie denken, dem das psychologische Spiel der Unscheinbarkeit auf den Leib geschneidert war. Mit den vielen Nebenpersonen und -handlungen habe ich mich doch etwas geplagt. Die vielen russischen Namen haben mich manchmal verwirrt, sodass ich mehrere Stellen noch einmal lesen musste, um zu verstehen, mit wem ich es jetzt eigentlich zutun habe. Hinderlich war hier die russische Eigenheit, Personen mit mehreren Namen zu versehen, die dann willkürlich verwendet werden. Es kommt sogar vor, dass eine Person in einem Absatz dreimal unterschiedlich bezeichnet wird! Daraus habe ich auf jeden Fall gelernt, dass ich mir beim nächsten „Russen“ Notizen zu den Namen der Charaktere machen werde. „Schuld und Sühne“ war mein erster russischer Klassiker. Das Werk ist ursprünglich 1866 erschienen und so habe ich mir einen dementsprechend altmodischen Schreibstil und eine zurückhaltendere Erzählweise erwartet. Aber ich hatte natürlich nicht mit Dostojewski gerechnet. Kaum zu glauben, mit welch moderner Sprache er bereits damals dieses großartige Werk geschrieben hat. Es lässt sich sehr gut und flüssig lesen, hält meistens die Spannung und überrascht mit einer erschreckenden Brutalität, die man auch heutzutage nur selten in einem Kriminalroman so finden kann.

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    • 11
  • Zurecht ein Klassiker.

    Schuld und Sühne

    Gulan

    Der ehemalige Jura-Student Rodion Rowanowitsch Raskolnikow lebt in St. Petersburg in bitterer Armut. Er hat einen wissenschaftlichen Artikel verfasst, in dem er eine Theorie entwickelt, dass außergewöhnliche Menschen Vorrechte genießen und auch Taten verüben dürfen, ohne belangt zu werden, damit sie den gesellschaftlichen Fortschritt weiterbringen. Raskolnikow hat einen Mordplan gegen eine alte Pfandleiherin entwickelt, zögert lange, entschließt sich aber schließlich doch, diesen durchzuführen, da er sich im Sinne seiner Theorie dazu berechtigt sieht. Seine Tat geschieht jedoch ganz anders als gedacht. Nur mit Mühe und Not bleibt er unentdeckt. Zudem ist er, anders als in seiner Theorie vorgesehen, mit den psychischen Folgen seiner Tat völlig überfordert. „Schuld und Sühne“ ist einer der Klassiker der russischen Literatur. Dostojewskij veröffentlichte ihn als Serie in einer Zeitschrift im Jahre 1866. Der Roman spielt in der damals stark wachsenden Stadt St. Petersburg. Dostojewskij schildert in seinem Roman vor allem die prekäre Situation der armen Bevölkerungsmehrheit. Er nimmt auch immer wieder Bezüge zum damaligen Zeitgeschehen auf. Der Titel nimmt das Hauptmotiv des Romans vorweg. Die Begriffe Schuld, Sühne, Verbrechen und Strafe werden zum einen juristisch, ethisch-moralisch, gesellschaftlich-fortschrittlich, aber zum anderen auch christlich-religiös in verschiedenen Situationen behandelt. Dabei beinhaltet das Buch sowohl Aspekte eines Gesellschaftsromans als auch eines Kriminalromans. Besonders die Szenen des Doppelmords sind mit einer packenden Intensität geschildert. Trotz der anspruchsvollen Themen empfand ich den Schreibstil als gut zu lesen. Herausragend sind Dostojewskijs Romanfiguren, denen eine unglaubliche Tiefe verliehen wird. Die Beschreibungen der Psychologie der Charaktere, ihrer Stimmungen und ihrer inneren Motivation sind die eigentlichen Highlights . Rodion Romanowitsch Raskolnikow ist die zentrale Figur dieses Romans. Wegen seiner Armut ist er gezwungen, sein vielversprechendes Jurastudium abzubrechen. Seine Theorie des „außergewöhnlichen Menschen“ fasziniert ihn zusehends. Die alte Pfandleiherin ist für eine „Laus“, eine Person, über deren Leben er sich hinwegsetzen kann, um selbst weiterzukommen. Schließlich entschließt er sich nach einem Brief seiner Mutter, in der sie ihm mitteilt, dass seine Schwester Dunja den Anwalt Luschin heiraten soll, zu dem Mord. Doch es gelingt ihm nicht, seinen kühl kalkulierten Plan umzusetzen. Er begeht sogar einen Doppelmord, gerät zusehends in Panik und wird nur durch viel Glück nicht bei frischer Tat ertappt. In der Folge setzt ihn mehrere Tage ein schweres Fieber sowohl physisch als auch psychisch außer Gefecht. Er verzweifelt zunehmend daran, seinem Ideal nicht zu entsprechen und beginnt, einen Verfolgungswahn zu entwickeln. Gleichzeitig kommen Raskolnikows Mutter und seine Schwester Dunja in St. Petersburg an und verschärfen die Situation. Dunja ist auf dem Land als Gouvernante im Hause der Swidrigailows vom Hausherrn umworben worden. Den gesellschaftlichen Eklat hat der Anwalt Luschin genutzt, um Dunja die Verlobung anzutragen. Luschin sieht in ihr ein armes, junges Mädchen, dass nach der Heirat völlig von ihm abhängig sein wird. Raskolnikow und sein loyaler, aber etwas naiver Freund Rasumichin, der sich selbst in Dunja verliebt, wollen die Ehe auf jeden Fall verhindern. In einem Wirtshaus lernt Raskolnikow den ehemaligen Beamten und Trinker Marmeladow kennen. Dessen Tochter Sonja prostituiert sich, um die Familie über Wasser zu halten. Schließlich stirbt Marmeladow bei einem Verkehrsunfall, Raskolnikow übernimmt mit seinem letzten Geld die Beerdigung, woraufhin er und Sonja sich näher kommen. Schließlich taucht auch Swidrigailow in St. Petersburg auf, ein verschlagener und rücksichtsloser Mann mit Vorliebe für junge Mädchen, um Dunja für sich zu gewinnen. Er belauscht ein Gespräch zwischen Raskolnikow und Sonja, in dem er ihr den Doppelmord gesteht. Ebenfalls eine wichtige Rolle nimmt der Untersuchungsrichter Porfirij ein. Er kennt Raskolnikows wissenschaftlichen Aufsatz und ist sich sicher, dass dieser den Doppelmord begangen hat. Höhepunkt ist ein geistiger Disput zwischen beiden, in dem sie vordergründig Raskolnikows Thesen diskutieren, aber im Hintergrund Porfirij Raskolnikow des Mordes beschuldigt. Allerdings ist beiden klar, dass es dafür keine Beweise gibt. Dostojewskij behandelt in seinem Roman die Situation den Alltag der armen russischen Bevölkerung sehr düster und eindringlich. Die zunehmend aufkommenden revolutionär-sozialistischen Strömungen und der Fortschrittsglaube werden in den Kontrast zu christlichem Glauben, Humanität und Empathie gestellt. Zurecht ist dieser Roman ein echter Klassiker. Natürlich muss man sich hier und da ein wenig durchkämpfen, aber die Vielschichtigkeit und Intensität ist beeindruckend. Vor allem die Figurenkonstellationen und die Darstellung der Charaktere haben mich absolut überzeugt.

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    • 12
  • Schuld und Sühne bzw. Verbrechen und Strafe

    Schuld und Sühne

    Penelope1

    Der Titel dieses Klassikers wurde inzwischen auch in „Verbrechen und Strafe“ übersetzt , wobei mir persönlich „Schuld und Sühne“ weitaus besser gefällt, drückt es doch m.E. die innere Zerrissenheit des Mörders treffender aus. „Schuld und Sühne“ mutet auf den ersten Blick wie ein Krimi an, in dem ein ehemaliger Student, der sich als „Außerdordentlicher Mensch“ ansieht, das Recht herausnimmt, eine Pfandleiherin umzubringen, die ihre Kunden mit Wucherzinsen nur noch weiter ins überall gegenwärtige Elend zieht. Dieser Mord erweist sich als perfekt, niemand verdächtigt ihn ernsthaft und der Einzige, der dies tut, hat keinerlei Beweise… Doch damit ist der Mörder nicht glücklicher, denn er leidet unter der Tat, nicht unbedingt an Reue, dennoch scheint er fast an dieser Tat zu zerbrechen- aus den unterschiedlichsten Gründen, die Dostojewski hier überaus intensiv und eindringlich schildert. Da ist zunächst seine eigene Überheblichkeit, mit der er sich über die „normalen“ Menschen stellt, andererseits sein Unvermögen, Liebe anzunehmen oder gar zu geben, und dass er letztendlich die „Grenze“ nicht überschreiten konnte, die ihm in seinen Ansichten bestätigt hätte, sieht er als persönliches Scheitern an. Dostojewski beschreibt den russischen Alltag, die Menschen und die Petersburger Gesellschaft sehr lebendig und authentisch. Aber auch an den persönlichen Zweifel und Gedankengängen des Protagonisten, sprich des Mörders, lässt er den Leser z.B. mittels ausführlicher Monologe teilhaben. Und so kann man miterleben, wie er einerseits scheinbar immer mehr dem Wahnsinn verfällt, andererseits jedoch klar seine Ansichten vertritt und immer wieder an sich selbst zweifelt. Kein Wunder, dass seine Handlungen und sein Auftreten seinen Mitmenschen gegenüber immer rätselhafter und oft nicht nachvollziehbar erscheinen, aber dennoch wird auch dem Leser nach und nach klar, worum es wirklich geht: um Schuld bzw. Verbrechen, und um Sühne/Strafe und nicht zuletzt auch um Glaube und Liebe, denn auch diese beiden Themen sind fast untrennbar mit dem Titel und Inhalt des Romanes verbunden. Doch nicht genug damit, denn der Mord an der Pfandleiherin ist wohl eher der Vorwand bzw. die Bühne für Dostojewski, sich ausführlich mit damals aktuellen gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen, mit denen Russland sich damals befasste, z.B. der moderne Kapitalismus, die „Frauenfrage“. Hierüber wird untereinander diskutiert, von allen Seiten beleuchtet , und ich fand die verschiedenen Ansichten und Argumente sehr aufschlussreich und hinweisend auf das Verhalten der verschiedenen Figuren. Fazit: Ich empfand diesen Klassiker zwar als nahezu erschreckend düster, dennoch hat Dostojewski hier einen Roman geschaffen, der zu den unvergesslichen Klassikern gehört. Kein Roman für zwischendurch – man benötigt einiges an Konzentration, um bei den vielen unterschiedlichen und für uns Europäer ungewohnte Namen nicht durcheinander zu geraten, aber es lohnt sich! Mich hat „Schuld und Sühne“ von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, und ich war von der Tiefe, der Vielschichtigkeit und dem gut lesbaren Schreibstil sehr positiv überrascht.

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    • 2
  • Die große LovelyBooks Themen-Challenge 2014

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2014? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 20 vorgegebenen Themen mindestens 15 Bücher aus 15 unterschiedlichen Themen zu lesen. 5 Themen können also ausgelassen werden. Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt hier mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag. Diese Challenge läuft vom 1.1.2014 bis 31.12.2014. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Wer am Ende des Jahres die 15 Bücher zu 15 verschiedenen Themen geschafft hat, nimmt automatisch an einer Verlosung eines schönen Überraschungspakets teil. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2014 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Ich habe jedes Thema auch zu einem extra Beitrag hier auf LovelyBooks verlinkt, in dem ihr euch jeweils über die passenden Bücher austauschen könnt. Für jedes Thema hänge ich ein Beispielbuch in der Reihenfolge der vorgegebenen Themen an, ihr könnt aber gern andere lesen! Bücher, die erstmalig vor 2010 erschienen sind Bücher, die Teil einer Reihe sind (alles ab mindestens 2 Bänden) Bücher, die ein vorranging rotes Cover haben Bücher, deren Buchtitel eine Zahl enthalten Bücher, die ausschließlich als Taschenbuch / Broschur erschienen sind (nicht als Hardcover, E-Book zusätzlich ist ok) Bücher, bei denen der Vor- oder der Nachname des Autors mit dem gleichen Buchstaben beginnt, wie der Buchtitel Bücher, die bisher noch keine Rezension auf LovelyBooks haben (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns) Bücher, in denen es ums Essen geht und das auch durch den Buchtitel, das Cover o.Ä. ausgedrückt wird Bücher von deutschsprachigen Autoren Bücher, die weniger als 250 Seiten haben Bücher, auf denen hauptsächlich Schrift und kein vordergründiges Covermotiv zu sehen ist Bücher von Autoren, die schon mindestens 5 Bücher veröffentlicht haben Bücher, die in der Hardcover-Ausgabe einen Schutzumschlag haben Bücher, deren Buchtitel aus mindestens 5 Wörtern bestehen Bücher, die aus einer anderen Sprache als dem Englischen oder Französischen übersetzt wurden Bücher, die in einer Stadt mit mehr als 1 Mio. Einwohner spielen Bücher, die in einem unabhängigen Verlag erschienen sind (keine Verlagsgruppen / Konzerne) Bücher, auf deren Cover mindestens 3 Lebewesen zu sehen sind (es zählen Menschen & alle Tierarten) Bücher, die auf LovelyBooks mit 4,5 - 5 Sternen bewertet sind (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns) Bücher, deren Hauptfigur mindestens 10 Jahre jünger oder älter als ihr selbst ist (wer dieses Thema erfüllen möchte, müsste hier sein Alter verraten - in meinem Fall müsste die Figur 17 oder jünger bzw. 37 oder älter sein) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Antworten auf häufig gestellte Fragen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Wenn es in der Aufgabenstellung keine spezielle Eingrenzung gibt, zählt wirklich alles, was dazu passt. Zahlen zählen also auch als Zahlen, egal ob ausgeschrieben oder nicht usw. * Ich kann diese Challenge nicht in Unterthemen gliedern, da das nur bei Leserunden geht. * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Unabhängige Verlage sind solche, die nicht zu einer Verlagsgruppe / einem Konzern gehören. Wenn ihr unsicher seid, schreibt mir eine Nachricht mit dem entsprechenden Verlag. * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, als auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2014 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Postet euer jeweiliges Buch bitte erst, wenn ihr es wirklich komplett gelesen & eine Rezension oder Kurzmeinung geschrieben habt. * Ein paar Beispiele für Verlage,  die als unabhängig zählen - es gibt aber wirklich ganz viele, fragt mich im Zweifel einfach per Nachricht: Hanser Verlag (und Unterverlage), Aufbau Verlag (und Unterverlage), dtv, Coppenrath Verlag, Diogenes Verlag, usw. * Falls Bücher, die eine ISBN habe, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com * Bei Themen, für die der Stand bei Lesebeginn entscheidend ist (Bücher, die noch keine Rezension haben / Bücher, mit Bewertung zwischen 4,5 - 5 Sternen) vertraue ich einfach darauf, dass ihr wirklich nur welche angebt, wo das stimmt. * Keine Mangas & Comics, außer für Thema 10 - Graphic Novels zählen überall, sofern sie dem Thema entsprechen Teilnehmer: 19angelika63 4cloverleaf 78sunny aba Aduja Ajana Alchemilla AlinchenBienchen allegra Alondria Amara Anendien Aniston81 AnnaMK Anneblogt Annilane Anniu anushka Arizona Asu AuroraBorealis baans Bambi-Nini Baneful battlemaus88 BethDolores BiancaWoe Bluebell2004 bluebutterfly222 bookgirl Bookmarble books_and_senses bookscout brudervomweber BuchblogDieLeserin Bücherwurm Buchgeborene Buchrättin Buecherfee82 Buecherfreak321 Buecherschmaus Buecherwurm1973 callunaful Carina2302 carooolyne CaryLila Cattie christiane_brokate Clairchendelune Clouud coala_books Code-between-lines Curin czytelniczka73 daneegold DaniB83 Daniliesing danzlmoidl darigla Deengla Deirdre dieFlo Dini98 Donata Donauland DonnaVivi Dreamworx Dunkelblau El. Elke Emma.Woodhouse Eskarina* Evan fabalia FantasyDream Fay1279 Felilou Finesty22 Florenca fireez Fraenzi Freakshowactress fredhel funkyreadinggirl garfieldbuecher Gela_HK Geri GetReady Ginevra ginnykatze Girdie glanzente Glanzleistung gra grinselamm GrOtEsQuE Gruenente gst Gulan guybrush hannelore259 HarIequin Heldin-mit-Happy-End hexe2408 HibiscusFlower Hikari Honeygirl96 IraWira isipisi jahfaby janaka jasminthelifeispretty Jeami Jecke Julia_Ruckhardt Juliaa JuliaSchu juliaslesewelt Juya Kaiaiai Kajaaa kalligraphin Kanjuga Karin_Kehrer Karoliina Karottenjunkie KatharinaJ Kendall Kerstin-Scheuer Kidakatash Kiki2000 Kirschbluetensommer Kiwi_93 Kleine1984 Kleine8310 kleinechaotin kleinfriedelchen Krinkelkroken krissiii KTea  Kurousagi LaDragonia LadySamira091062 LaLecture LaLeLu26 Lalena Laupez lcsch30 LeJardinDuLivre LenaausDD Leochiyous lesebiene27 Lesefee86 Lese-Krissi Leselotteliese lesemaus LeseMaus Lesemaus_im_Schafspelz leseratte69 lesewurmteri Lialotta Libramor LibriHolly liebling Lienne LilaLady lilja1986 lille12 Lilli33 LillianMcCarthy lilliblume LimitLess lisam Lissy Literatur literaturleben Lizzy_Curse LMisa Loony_Lovegood Looony Lucretia Lukodigilit Luna16 Lyla11 mabuerele Madlenchen Maggi90 maggiterrine mamenu mareike91 Maryanna mecedora merlin78 mieken Miia MiniBonsai minori Mira123 miss_mesmerized MissErfolg MissMisanthropie MissPaulchen MissTalchen mona0386 Mone80 monerl moorlicht Moosbeere mrs-lucky Mrs_Nanny_Ogg Nabura Naddlpaddl NaGer Narr Nenatie Nik75 Niob Nirena nj-sun noellecatherine Normal-ist-langweilig Nova7 Nyoko PaperPrincess papertowns Papsat ParadiseKiss1988 parden passionelibro Pelippa Penelope1 PetitaPapallona Phoebe PMelittaM Prisha prudax Queenelyza QueenSize readandmore RicardaMarie Ritja rikku_revenge RoteZora RottenHeart rumble-bee SakuraClow Salzstaengel samea Samy86 Sandy7 sarlan Sarlascht Sauhund01 scarlett59 Schafswolke Scheherazade Schneckchen Schneeeule129 Schnuffelchen schokolade29 schuhbidu SchwarzeRose Seelensplitter serpina shadow_dragon81 Shadowgirl sibylle_meyer Si-Ne SofiaMa Solitary77 solveig Solvejg Somaya Sommerleser sonjastevens Sophiiie Spleno Starlet Staubwolkex SteffiFeffi SteffiR30 sternblut Stjama summi686 Sun1985 sunlight Sunny87 sunrisehxmmo sursulapitschi Suse*MUC Sweesomastic sweetyente Synic Taku Tamy_s tanjuschka Tatsu taylaa Thaliomee The iron butterfly TheBookWorm thenight tigger Tini_S Traeumeline Trashonaut uli123 unfabulous urlaubsbille vb90 Venj98 vielleser18 Vitus Watseka weinlachgummi Weltverbesserer werderaner wiebykev Wildpony Winterzauber World_of_tears91 WortGestalt Wortwelten wuschelana xaliciaxohlx Xirxe YvetteH Yvonnes-Lesewelt zazzles Zeilenreichtum Zeliba zitrosch Punkteübersicht

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    • 2083
  • Leserunde zu "Schuld und Sühne (Roman)" von Fjodor M. Dostojewskij

    Schuld und Sühne

    Madame Swann

    Diese Leserunde gehört zur Reihe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur - Monat für Monat". (Haupt- und Abstimmungsthread: http://www.lovelybooks.de/thema/Wir-lesen-Klassiker-der-Weltliteratur-Monat-f%C3%BCr-Monat-643067688/) Für April haben wir uns Dostojewskis wohl berühmtestes Werk "Schuld und Sühne" / "Verbrechen und Strafe" aus dem Jahr 1866 vorgenommen. Alle, die Lust haben mitzulesen, sind wie immer herzlich willkommen!

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    • 260
  • Schwere Kost

    Schuld und Sühne

    Mina - Das Irrlicht

    03. June 2013 um 23:55

    Diese Mammutwerk mit stolzen 1000 Seiten in meiner Ausgabe, habe ich nun über zwei Monate versucht zu lesen und mir anhand einer Sekundärliteratur von Birgit Harreß (Reclam-Verlag) zu erschließen. Versucht deshalb, weil ich mir unerwartet schwer tat. Dostojewskij lebte von 1821-81 und veröffentlichte Schuld und Sühne als seinen Debütroman im Jahre 1866. Die Zeit, in der publizierte, deckt sich mit der des Realismus in Russland. Laut der Interpretation Harreß‘ ist aber Dostojewskij anders als Tolstoi et al. kein Realist, der dem Göttlichen abgeschworen hat und sich selbst als sich perfektionierenden Übermenschen sieht. Er glaubt daran, dass es eine göttliche Wahrheit gibt, die sich in den einzelnen Werken des Autors wiederfinden. Schuld und Sühne – manchmal auch Verbrechen und Strafe – erzählt die Geschichte des ehemaligen Studenten Raskolnikow, der ungewollt das perfekte Verbrechen begeht, in dem er eine Frau ermordet. Ein Großteil des Buches geht es nun darum, dass Raskolnikow unter der Tat leidet und auch wieder nicht leidet, verdächtigt wird, aber nicht überführt werden kann. Letztlich gibt er ein Geständnis ab und geht in ein Straflager, in dem er seine innere Freiheit erlangt, obwohl er sie äußerlich aufgeben musste. Mir fällt es sehr schwer, dass Buch in Form einer ausführlichen Inhaltsangabe darzustellen, da es mir unsagbar schwer viel, mich damit anzufreunden. Zu düster war es mir von Beginn an, zu abstrakt in der Tat, die begangen und erst gegen Ende hin wirklich aufgelöst wurde. Hinzu kamen die vielen, für mich sehr fremden und wenig zugänglichen russischen Namen und Eigennamen, die mich trotz eines Verzeichnisses für eben diese, verwirrten. Ich bin selbst sehr überrascht, dass ich mit Dostojewskij allem Anschein nach überhaupt nicht warm werde, während ich Tolstois Anna Karenina verschlungen habe. Mir bleibt nur das saloppe (Fernsehen bezogene) Fazit: „Schwere Kost. Da esse ich lieber Milchschnitte!“

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  • Schuld und Sühne

    Schuld und Sühne

    irishlady

    15. May 2013 um 18:14

    In Sankt Petersburg ermordet Raskolnikoff eine Pfandleiherin und ihre Schwester. Fortan muss er fürchten, von der Polizei überführt zu werden. Das ist es aber nicht allein. Sein Gewissen macht ihm Probleme. Teils muss er mit Fieber, Wahn etc. zurechtkommen, teils plagen ihn aber auch die seelischen Qualen. Freunde und Familie sind ratlos und Raskolnikoff weiß nicht, ob und wie er mit seiner Schuld umgehen soll. Anfangs von seinen Motiven überzeugt, zweifelt er. Für welchen Weg wird er sich warum entscheiden – sibirisches Arbeitslager oder unruhige Freiheit? Inhaltlich wie aber auch sprachlich ist dieser russische Klassiker nicht umsonst ein Klassiker geworden. Dostojewski klagt in seinem Werk die Zustände Russlands an, über so manche politische wie geistige Haltung wird philosophiert und fordert damit einen aufmerksamen Leser. Leichte Probleme haben mir manchmal die unterschiedlichen und vielen Namen gemacht, mit denen man als ungeübter Leser russischer Literatur mal durcheinanderkommen kann. Interessant fand ich die Motive Raskolnikoffs, die bezeugen, dass es ein Mord mit einer bestimmten Begründung war, die einem zum nachdenken anregt. Ich kann mir schon denken, dass bei der Veröffentlichung dieses Buches es zu vielen Diskussionen kam bzw. warum dieses Buch ein Klassiker wurde. Meine Ausgabe ist aus den 70er Jahren und hat 400 Seiten. Ich gehe davon aus, dass an manchen Stellen gekürzt wurde und bin daher gespannt, wie die modernere Übersetzung ausschaut und welche Informationen ich dazu noch erhalte. Alles in allem muss ich sagen, dass das ein Buch ist, bei dem ich froh bin, es gelesen zu haben und jeder das irgendwann auch tun sollte J, ich es aber auch dann nicht noch einmal lesen werde, weil man sich schon arg konzentrieren muss, es anstrengend und kräfteraubend ist, einen aber definitiv zum nachdenken anregt. Man merkt, dass es sich hierbei um „gehobene“ Literatur handelt. Ein Klassiker halt!

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  • Schuld und Sühne - Dostojewski

    Schuld und Sühne

    Das_Leseding

    26. April 2013 um 20:34

    Inhalt: Rodion Raskolnikow, lebt in St. Petersbrug des 19. Jahrhunderts, schmeißt sein Studium und benötigt Geld. Neben vielen privaten Problemen ist die Geldnot eines seiner stärksten. So ist er oft Gast bei der Pfandleiherin Aljona, die ihn noch mehr Kostet als das Verleihen einbringt. Rodion beschließt daher aus Fadenscheinigen Gründen, die arme Aljona Iwanowa umzubringen. Doch wie geht es nach dem Mord weiter?! Schreibstil: Der Schreibstil sowie die Übersetzung sind gelungen. So lässt sich dieses doch recht umfangreiche Werk schnell und flüssig lesen. Der Bildhafte Stil lässt den Leser in das St. Petersburg des 19. Jahrhunderts eintauchen und die düstere Stadt erfahren. Charaktere: Rodion ist ein sehr düsterer und teilweise verwirrter Charakter. So schmeißt er, als hochbegabter, sein Studium und versucht sich so durchzubringen. Auch den Mord scheint er, eine sehr lange Zeit, nicht zu bereuen. Er empfindet sich als Übermensch und rechtfertigt seinen Mord mit, wie er findet, guten Gründen. Die anderen Charaktere sind alle auf ihre Art einzigartig und doch gleich. Jeder ist auf seinen Vorteil bedacht und es herrscht wenig Mitgefühl. Das ganze Buch über musste ich mich fast auf jeder Seite fragen, wie ich die Charaktere einordnen kann. Sie sind liebenswürdig und doch teilweise sehr egoistisch. Kurz: Dostojewski schafft es einen sehr tiefen Einblick in die menschliche Psyche und die Gedanken zu zeichnen und die Charaktere interessant aufleben zu lassen. Fazit: Schuld und Sühne ist ein sehr lesenswerter Klassiker der tief in die menschlichen Abgründe blicken lässt. Ich gebe 4 Sterne für ein sehr interessantes Werk, welches teilweise durch lange Monologe einschläfernd wirkte. Trotzdem waren diese nötig um die Hintergründe und Personen verstehen zu können. Im Nachwort wird noch einiges zu Dostojewski selbst erwähnt. Diesen Teil fand ich besonders interessant, da hier auch ein kleiner Zusammenhang zwischen ihm und der Geschichte “Schuld und Sühne” hergestellt werden kann.

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  • Rezension zu "Schuld und Sühne" von Fjodor M. Dostojewski

    Schuld und Sühne

    mandarinpeach

    09. June 2012 um 21:35

    Eines Tages begeht der Student Raskolnikow einen Mord an einer Pfandleiherin und kommt unbehelligt davon. Doch die Tat, die er für gerechtfertigt hält, ruft schwere Vorwürfe in seinem Unterbewusstsein hervor. Der junge Mann lebt von nun an mit der Angst, täglich für sein Verbrechen belangt zu werden und als nichts geschieht, prahlt er sogar mit dem, was er getan hat, doch niemand nimmt ihn für voll. Oder vielleicht doch? Entweder, ich bin nicht in der Lage, das Motiv dieses Buches zu verstehen oder Dostojewski hatte ein paar Probleme damit, seine Handlungen logisch erscheinen zu lassen. Nachdem ich die erste Seite gelesen hatte, dachte ich: "Wow, dieses Buch kann nur klasse werden!" Und dann kam der Rest. Angefangen bei dem Mord an den beiden Frauen, den ich auch nach "Aufklärung" nicht wirklich nachvollziehen kann, über Raskolnikows Schlaf-Angst-Schlaf-Aggressions-Phasen hinweg bishin zu arroganter Selbstzufriedenheit und einer "Ich kenne dich erst seit zwei Tagen, aber ich will den Rest meines Lebens mit dir verbringen"-Romanze. Ich saß in der U-Bahn und war so enttäuscht von Schuld und Sühne, dass ich zwischenzeitlich zu der Übezeugung gelangt war, dass Buchverbrennungen eigentlich gar nicht so schlimm sind. Von Raskolnikow selbst bekommt man nicht viel Aktion geliefert. Entweder er schläft, er schreit, er schläft, schläft oder feiert sich als großen Helden der Moral, bevor er sich wieder kränklich auf seinen Diwan wirft und weiterschläft. Die Grundaussage, die Dostojewski mit diesem Werk treffen wollte, erschließt sich mir zwar, aber meiner Meinung nach hat er es nicht logisch dargelegt. Wenn ich Bücher lese, versuche ich immer wieder die Handlungen und Motive der Charaktere nachzuvollziehen und das gelangt mir hier leider gar nicht. Jegliche aufkeimende Spannung wurde von einer bald darauffolgenden Schlafphase seitens Rodja im Frühstadium erstickt. Noch ein sehr anstrengender Punkt war, dass alle Personen mehrere Namen hatten. Da war Raskolnikow, der auch Rodja genannt wird, noch die einfachste Variante. Aber das ist wohl eher eine Eigenheit der russischen Sprache, die ich auch nicht als wirklichen Mangel erwähnen möchte. Fazit: Für mich war Schuld und Sühne nichts und leider kann ich die Euphorie vieler Leser nicht nachvollziehen.

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  • Rezension zu "Schuld und Sühne (Roman)" von Fjodor M. Dostojewskij

    Schuld und Sühne

    100Buecher

    09. June 2012 um 16:10

    DOSTOJEWSKI-TOLSTOI (3:0) Eigentlich hatte ich echt nullkommanull Bock dieses Buch überhaupt anzufangen. Und plötzlich konnte ich nicht mehr aufhören. Ich beginne zu lesen und erwarte Tolstoi. Ich lande irgendwo bei Ken Follett. Sowohl das Tempo als auch der Spannungsfaktor haben mich extrem überrascht.Obwohl Schuld und Sühne fast exakt zur gleichen Zeit erschienen ist wie Tolstois Krieg und Frieden, lassen sich die Bücher nicht miteinander vergleichen und lesen sich auch vollkommen unterschiedlich. Während unser werter Herr Tolstoi mich ja nach langem K(r)ampf irgendwo kurz vor Ende der ersten Halbzeit verloren hat (man klicke hier), habe ich bei Dostojevski sogar noch in der Verlängerung (Epilog) mitgefiebert. Eins zu null für Dostojevski. . Man muss natürlich dazu sagen, dass Krieg und Frieden dreimal so viele Seiten hat wie Schuld und Sühne, gelesen habe ich aber bei beiden Büchern gleich viele, nämlich ca. 400. Und während diese sich bei erstgenanntem über ein halbes Jahr geschleppt verteilt haben, hab ich zumindest die ersten 200 Seiten des letztern in einem weg gelesen. Für den Rest hab ich ein bisschen länger gebraucht, aber das lag eher an meiner Masterarbeit. (Dostojevski - Tolstoi 2:0) . Zwar spielen beide Romane (zumindest teilweise) in Sankt Petersburg, aber während Tolstoi den Adel porträtiert, liegt der Fokus bei Schuld und Sühne exakt auf der anderen Seite von Sankt Petersburg. In den dunklen Treppenhäusern und schlecht isolierten Kämmerchen der Ärmsten, deren Wände vom Ruß der einzigen Lichtquelle geschwärzt sind. In einer solchen Kammer begegnen wir zum ersten mal dem hochintelligenten aber bitterarmen Jura-Studenten Rodion Romanovna Raskalnikova (Raskalnikoff genannt), der apathisch in seiner Kammer rumliegt und kaum mal einen anderen Menschen zu Gesicht bekommt, mit Ausnahme der Putzhilfe ohne die er ansonsten wahrscheinlich schon verhungert wäre. Und im Gegensatz zu Tolstoi bleibt Dostojewski auch erstmal bei seiner Hauptfigur ohne dem Leser gleich dazu noch gefühlte 25 weitere Hauptcharaktere auf den ersten paar Seiten um die Ohren zu Hauen. Ich bin also sehr gut ins Buch hineingekommen und habe zumindest am Anfang auch noch verstanden wer wer ist. (Dostojevski - Tolstoi 3:0) . Gegen Mitte des Buches änderte sich das ein bisschen, auch wenn die Anzahl der handelnden Figuren auf einem gut übersichtlichen Level bleibt. Leider hat Dostojewski aber irgendwie Spaß daran, seinen Figuren verschiedene Spitznamen zu geben und ich hab eine Zeit gebraucht bis ich kapiert hatte, dass Rodions Schwester Eudoxia wahlweise auch Dounia oder Donetchka genannt wird. Und wenn man dann noch die Nachnamen nach Lust und Laune variiert und Mutter Raskalnikoff mit ins Spiel kommt, dann verwirrt man den Leser doch ein bisschen, der sich fragt wo in einer Zwei-Personen Unterhaltung auf einmal die ganzen Leute herkommen. Konkret sieht das folgendermaßen aus: Dounia (Schwester) fängt ein Gespräch mit ihrer Mutter Pulcheria Alexandrovna an (die hat auch einen Doppelnamen, aber anscheinend einen anderen als ihre Kinder). Dann spricht Eudoxia Romanovna (Schwester) worauf Pulcheria Raskalnikova (Mutter) etwas erwidert, was sich Dounetchka Raskalnikova (Schwester) dann anhört. Und das alles in einem Absatz. . Der Grund aus dem das Buch auch 150 Jahre nach seinem Erscheinen noch so beliebt ist, liegt meiner Meinung nach in der literarischen Meisterleistung mit der Dostojewski uns einen eigentlich klaren Anti-Helden als Identifikationsobjekt unterjubelt. Der Mann mordet eiskalt, hat danach nicht mal ein schlechtes Gewissen und benimmt sich seinen Liebsten gegenüber ziemlich ätzend. Auf der anderen Seite kann er sich aber bis zur Selbstaufgabe für völlig fremde Menschen einsetzen und er liebt seine Mutter und seine Schwester offensichtlich sehr. Nachdem Raskalnikov die alte Frau erschlagen hat, dreht er vollkommen ab, sieht überall nur noch Verdächtigungen gegen ihn und leidet ganz allgemein unter einer schweren Psychose. Keine Ahnung wie Dostojewski das macht, aber dieser Verfolgungswahn greift krass auf den Leser über und irgendwann konnte ich auch nicht mehr unterscheiden wer nun Feind und wer Freund ist. Neben Raskalnikov gibt es noch einen anderen, mindestens genauso interessanten Charakter, der zwischen Mordgerüchten und Vergewaltigungsversuchen genauso unberechenbar in seiner Gutherzigkeit daherkommt und von dem ich wirklich gerne noch etwas mehr erfahren hätte. Leider tritt er erst zum Buchende hin auf. Nur einige der Charaktere lassen sich einer offensichtlichen Unterteilung in gut und böse zuordnen. Wie geschaffen zum Hassen ist zum Beispiel der reiche Zukünftige von Raskalnikovs Schwester, mit dem sie sich selbstlos verlobt hat um ihrer Familie ein sicheres Einkommen zu ermöglichen. Allerdings ist Schwester Dounia so ein sympathischer Charakter und ihr Verlobter so ein dummer Arsch, dass der Leser von ganz alleine mit Raskalnikov mitfiebert, der versucht die Verlobung platzen zu lassen. . Die Geschichte ist nicht nur gespickt mit bildreichen Metaphern sondern auch mit interessanten, facettenreichen Figuren, die einem selbst dann im Gedächtnis bleiben, wenn sie eigentlich nur kurz auftauchen. Im ersten Teil des Buches trifft Raskalnikov zum Beispiel den alten Säufer Marmeladov, der so verzweifelt ist, dass seine Familie wegen seiner Trinksucht verhungert und seine älteste Tochter sich prostituieren muss, dass er nicht anders kann als weiterzutrinken. Jedoch ist es dessen Frau, die mich nicht mehr loslässt. Ihr Charakter ist laut Wikipedia nach einer ehemaligen Affäre von Dostojewski gestaltet, die eine ziemlich unerträgliche Psychotante gewesen zu sein scheint. Allerdings zeigt auch dieser Buchcharacter wieder liebenswerte Phasen, so dass es uns schwerfällt zu urteilen. Die ganzen kleinen Geschichten um die Nebencharaktere, die Raskalnikov immer mal wieder aus seiner verstörten Apathie herausholen und die getriebene Hektik von Raskalnikov selbst machen das ganze zu einer runden Geschichte, die mich, auch wenn ich sie wohl nicht nochmal lesen werde, mich bestimmt noch länger beschäftigen wird. . Mein Fazit Zu Recht ein Klassiker, den man schon irgendwann in seinem Leben mal gelesen haben sollte. Wirft interessante Fragen über Macht und das Recht auf, wie weit Menschen für ein (gutes) Ziel gehen dürfen. Für all diejenigen, die sich die Geschichte lieber in der zeitsparenden Version in der Verfilmung anschauen, hab ich diesen Trailer der 2002er Verfilmung mit Vanessa Redgrave and Crsipin Glover gefunden. Der Film sieht zumindest auf den ersten Blick aus, als wäre er ziemlich nah am Buch geblieben

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  • Rezension zu "Schuld und Sühne" von Fjodor M. Dostojewski

    Schuld und Sühne

    Golondrina

    22. November 2011 um 21:10

    Gescha-hafft! Musste ich bei Seite 800 ausrufen. Es war jetzt nicht direkt so, dass ich mich zum Lesen zwingen musste aber manchmal hätte ich Fjodor gern zugerufen: menno, komm doch mal zum Punkt. Bei der Stange gehalten haben mich auf alle Fälle die vielschichtigen fein gezeichneten Charaktere. Daneben gabs noch ein bisschen Komödienstadl, ein bisschen Columbo, düsteres Russland des 19. Jh. und viele viele Nebenstränge, die jeder für sich ein Büchlein wert wären. Fazit: neben "Der Spieler" wird "Schuld und Sühne" wohl mein einziger Dostojewski bleiben, da liegen mir Tolstoi oder Puschkin eher.

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  • Frage zu "Schuld und Sühne" von Fjodor M. Dostojewski

    Schuld und Sühne

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Dostojewski: Der Spieler (hat wohl autobiographische Züge)

    • 5
  • Rezension zu "Schuld und Sühne" von Fjodor M. Dostojewski

    Schuld und Sühne

    Zara

    15. April 2011 um 20:53

    Meine Ausgabe wurde von Hermann Röhl übersetzt und ich kam sehr gut mit der Übersetzung zurecht. Mit den ersten 50 Seiten hatte ich etwas zu kämpfen, weil ich mir erstmal überhaupt keinen Reim machen konnte, worauf das Ganze hinauslaufen soll. Doch dann hat mich die Story total gepackt und zwar auf seine eigene, gar nicht so leicht in Worte zu fassende Weise. Es ist nicht wie bei einem Thriller, der durch Schnelligkeit o.ä. einem den Atem raubt - ich hatte eher das Gefühl ständig hingehalten zu werden. Das war es eigentlich, was mich so fasziniert hat. Ich hätte gerne sofort wissen wollen, was denn nun passiert, wurde aber nur langsam vorwärts gelassen. Die vielen verschiedenen Charaktere gut gefallen und keiner war "platt", sondern jeder für sich eine Person, die man sich gut vorstellen kann. Raskolnikow hat mich zwischendrin mit seiner überheblichen Art genervt, aber im Großen und Ganzen kam ich mit seiner Person sehr gut zurecht und konnte seinen Gedankengängen gut folgen. Noch mehr genervt aber war ich von Rasumichin. Er hat zwar alles immer nur gut gemeint, aber eine Nervensäge ist er trotzdem :breitgrins: Dieses düstere Russland hat mich leider stark runtergezogen - die ganze Armut hat mich sehr deprimiert. Das war, neben der langatmigen Sprache auch ein Grund, warum sich das Buch bei mir gezogen hat. An vielen Tagen konnte ich mich einfach nicht aufraffen in diese traurige Welt abzutauchen. Insgesamt hat sich das Buch für mich gelohnt, auch wenn ich hier mit meiner Bewertung nicht so herausrage.

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