Fjodor M. Dostojewskij Verbrechen und Strafe

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Inhaltsangabe zu „Verbrechen und Strafe“ von Fjodor M. Dostojewskij

Mit 'Verbrechen und Strafe' ist jetzt einer der größten psychologischen Romane der Weltliteratur im handlichen Taschenformat erhältlich. Seit seinem Erscheinen 1866 ist die Suggestion, mit der Dostojewskij die Entwicklung zum Mörder schildert, der Sog, der zur blutigen Tat führt, unerreicht. Psychologische Einsicht und philosophische Erörterung verschmelzen zu einem metaphysischen Thriller, wie er in der Weltliteratur einzigartig geblieben ist. Nicht 'besser als eine Laus' erscheint dem Studenten Raskolnikow eine alte Wucherin, weshalb er glaubt, sie töten und ausrauben zu können. Sein Herz wehrt sich ebenso wie sein Unterbewusstsein gegen die geplante Tat, doch von sozialer Not gedrängt und gefangen in lebensfeindlichen Ideen, wird er zum Mörder. Nach dem Mord jedoch erkennt er, dass kalter Verstand und Nützlichkeitsdenken nicht alles im Leben sind. Das Delirium und die grenzenlose Einsamkeit, die dem Verbrechen folgen, lassen ihn erkennen, dass der Weg aus der Vereinsamung nur über Geständnis und Strafe führen kann. Auch wenn die 'Reue' ihm eher fremd ist, die Liebe errettet ihn schließlich. Mit seiner psychologisch beeindruckenden Darstellung eines Mörders hat Fjodor Dostojewskij einen Charakter beschrieben, der in seiner Orientierungslosigkeit symptomatisch für die moderne Gesellschaft ist. Bei aller Zeitkritik aber überwiegt am Ende die Hoffnung, dass es noch andere Kräfte in der Welt gibt als das Böse.

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    Verbrechen und Strafe
    surya

    surya

    21. February 2017 um 11:34

    Inhalt Der erste große Roman von Dostojewski, welcher 1866 erschienen ist, handelt von Rodion Romanowitsch Raskolnikow, welcher in St. Petersburg Rechtswissenschaften studiert. Als Student lebt er in äußerst ärmlichen Verhältnissen in einem kleinen Zimmer, in welchem er intensiv über die Klassifikation der Menschen nachsinnt. Sich selbst zu den größeren, bedeutenderen und wertvolleren Menschen zählend, ermordet er nach längerer und reiflicher Überlegung eine alte Pfandleiherin, welche für ihn zu den niedrigeren. lebensunwertern Menschen zählt –  sie ist für ihn nicht mehr als eine Laus. Es gelingt Raskolnikow, nach dem Mord unentdeckt zu bleiben. Nach außen ein perfekter Mord … Leider machten ihm, anstatt ungerührt und teilnahmslos über die Leiche hinweg zu sehen wie seinerzeit Napoleon über Leichen hinwegsah, sein Inneres, sein Gewissen, seine Seele einen Strich durch die Rechnung …     Meine Meinung Ich war überrascht, wie leicht und flüssig dieses Werk von Dostojewski zu lesen war. Überrascht war ich aber auch von dieser – zumindest meiner Meinung nach – Handlungsarmut der Geschichte, wenn sich das so sagen lässt. Insbesondere als der Mord geschehen war, legt Dostojewski das Augenmerk vielmehr auf das Innenleben von Raskolnikow, was für mich auch das Herzstück dieser Geschichte ausmacht. Er beschreibt mit einer solchen Intensität, teilweise auch Grausamkeit und Brutalität die Folgen des schlechten Gewissens und lässt den Leser hier keinesfalls verschont. Raskolnikow wird von Paranoia, Alpträumen, Misstrauen und allerlei psychosomatischen Folgen heimgesucht und der Leser ist bei all dem unmittelbar dabei und in der Gedankenwelt von Raskolnikow gefangen. Erfasst von dieser schwermütigen und trübseligen Stimmung ist man versucht, das Buch am liebsten ab und zu zur Seite zu legen, um dem ein wenig zu entfliehen. Wenngleich das Buch auch seine Längen hatte, was meiner Meinung nach auf den detailreichen und ausführlichen Schreibstil von Destojewski zurückzuführen ist, und trotz der vielen Nebenfiguren mit ihren russischen Namen und zusätzlichen Kosennamen, ist dieses Werk wundervoll. Für mich ist es auch eine Abschreckung und Warnung zugleich - es führt vor Augen, wie leicht und schnell man sich das eigene Leben zerstören kann und aufgrund einer selbst getroffenen Entscheidung vom einen auf den anderen Augenblick eine vollkommen andere Person ist als zuvor. Eine kurze Anmerkung zur Übersetzung: Mir fällt bei Klassikern die Wahl der Übersetzer nicht ganz leicht. Bei diesem Werk galt bis 1994 die Übersetzung von E.K. Rahsin als Standard. 1994 wurde die Ausgabe von Swetlana Geier komplett neu übersetzt und so erhielt dieses Werk anstelle des Titels „Schuld und Sühne“ „Verbrechen und Strafe“.  Ich kam mit der Übersetzung sehr gut klar und war diese sehr flüssig und angenehm zu lesen. Mein Fazit Ein Werk, in dem die großen Fragen des Lebens behandelt werden: Moralvorstellungen, Glaubensüberzeugungen, Freundschaften, Verbrechen, Strafe bzw. Sühne und das ganze durchzogen von psychologischen und philosophischen Gedankengängen. Ein Werk, das mich aufgrund seines Tiefgangs überzeugt hat. Für mich eine klare Leseempfehlung.

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  • Ein Meisterwerk!

    Verbrechen und Strafe
    Sandy3437

    Sandy3437

    06. February 2017 um 13:44

    Die Geschechte von Rodion Romanowitsch Raskolnikow fasziniert und verlangt dem Leser einiges ab. Man fiebert mit ihm, man leidet mit ihm, man gruselt sich vor ihm. Fast scheint es mir, als wäre ich selbst die 2 Wochen, in denen ich das Buch las, im Delirium durch St. Petersburg gewandert. Den EInblick, den ich in das Seelenleben Rodjas bekommen habe, lässt sich mit nichts vergleichen, das ich bisher gelesen habe. Das Buch fesselt einen von der ersten bis zur letzten Seite und lässt einen nicht mehr los. Auch die wenigen zähen Passagen scheinen bewusst vom Autor eingefügt worden zu sein, um den Leser zu quälen und ihn so dem Gefühlsleben Raskolnikosws und dessen Qualen näher zu bringen. Uneingeschränke Leseempfehlung!

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  • Dostojewskij rocks!

    Verbrechen und Strafe
    Bruno_Vasconcelos

    Bruno_Vasconcelos

    04. February 2016 um 16:15

    Selten habe ich einen solch fesselnden Roman gelesen,
    der mich so sehr verwirrt, überrascht, beeindruckt und zum Nachdenken angeregt hat.

    Raskolnikoff ist vor allem ein normaler Mensch. Ein normaler Mensch, der zum Mörder wird.

    Genial.

    Grüßle,
    Bruno

  • Verbrechen und Strafe

    Verbrechen und Strafe
    SandraWer

    SandraWer

    Schauplatz des Romans ist Sankt Petersburg um 1860. Der Hauptprotagonist im Buch ist Rodion Romanowitsch Raskolnikow. Zu Beginn des Buches wird man in sein Leben eingeführt. Dabei wird dem Leser sein Sozielverhalten und seine finanzielle Not nähergebracht. Er war Student, musste aber sein Studium abbrechen, da er sich seinen Lebensunterhalt nicht mehr leisten konnte. Zu den finanziellen Nöten kommen auch psychische Leiden. So meidet Raskolnikow so gut wie möglich alle sozialen Kontakte. Außerdem scheint Raskolnikow depressiv zu sein. Er kann sich zu nichts motivieren und vegetiert die meiste Zeit nur vor sich hin. Er schmiedet Pläne einen Mord an einer Pfandleiherin zu begehen. Das Motiv ist nicht ganz klar, man nimmt jedoch an es geht darum, seine finanzielle Not zu verbessern. Bis dahin lebt er hauptsächlich von der Unterstützung der Mutter, die selbst in finanziellen Nöten steckt, aber ihren letzten Rubel an ihren Sohn/ihre Hoffnung weitergeben würde. In einem Brief schreibt die Mutter von einer bevorstehenden Hochzeit von Raskolnikow’s Schwester Dunja. Aufgrund der Schilderungen im Brief folgert Raskolnikow, dass die Hochzeit rein finanziellen Interessen dienen und seine Schwester sich quasi für ihn, ihren Bruder opfern würde. Die Mutter erhofft sich durch die Hochzeit, dass Raskolnikow sein Studium wieder aufnehmen bzw. ihm sogar eine Arbeitsstelle in Aussicht gestellt werden könnte. Da Raskolnikow aber schlechte Absichten des Bräutigams ahnt, ist er gegen diese Hochzeit und möchte sie verhindern. Kurze Zeit später folgt der Mord an der Pfandleiherin und der unabsichtlich durchgeführte Mord an dessen Schwester Lisaweta. Raskolnikow hat erwartet, dass die Pfandleiherin an diesem Abend alleine zuhause sein würde und die Anwesenheit der Schwester passt nicht in seinen Plan. Alles in allem stellt sich Raskolnikow nicht gerade besonders geschickt an bei dem Mord und er wird nur aufgrund von Glück um Haaresbreite nicht erwischt. Zudem ist Raskolnikow nicht bei vollem Bewusstsein und hat Fieber. Nach dem Mord folgt eine Phase des Fieberwahns. Raskolnikow gelingt es gerade noch, die Beweise zu vernichten und ist dann Tage lang ohne Bewusstsein. Er versteckt die Beute, ohne sie zuvor genau angesehen zu haben. Obwohl man den Mord nicht versteht, der wirklich brutal abgelaufen ist, fiebert man mit Raskolnikow mit und hofft, dass er damit davonkommt. In der Phase des Fieberwahns oder Deliriums vergehen oft Stunden oder Tage in denen Raskolnikow kaum etwas mitbekommt. Er hat immer wieder Besuch, nimmt diesen aber nicht wirklich wahr. Als er wieder zu Bewusstsein kommt befinden sich einige Menschen bei ihm. Sein Freund Rasumichin, ein Arzt… Diese Menschen erzählen von dem Mord in der Nachbarschaft. Raskolnikow hört an dieser Stelle zum ersten Mal über die Tatbestände der laufenden Ermittlungen. Immer wieder kommt ihm der Gedanke, ob die anwesenden Personen etwas ahnen könnten. Immer wieder kommen Aussagen von Raskolnikow, bei denen man sich als Leser denkt, er müsse sich so doch verdächtig machen. Immer wieder denkt man als Leser auch, dass Raskolnikow bald ein Geständnis ablegen würde, ist dann aber froh, dass es doch nicht so kommt. Raskolnikow meldet sich im Polizeirevier, da auch er Gegenstände an die Pfandleiherin verliehen hatte. Einen Hinweis zum Motiv des Mordes findet man in einem Artikel, den Raskolnikow schon zuvor veröffentlicht hatte, der hier zum Thema wird. Er teilt in diesem Artikel die Menschen in Gewöhnliche und Ungewöhnliche ein... Für diese Ungewöhnlichen Menschen, sei es legitim zu morden. Er nennt hier oft Napoleon als Beispiel. Die hier beschriebene Ansicht finde ich sehr fragwürdig (Im Zitat unten etwas genauer ersichtlich). Vom Untersuchungsrichter Porfirij taucht die Frage auf, ob nicht Raskolnikow selbst sich als einen dieser ungewöhnlichen Menschen betrachte und deshalb sich selbst auch einen Mord zugestehen konnte, der nach R.'s Meinung rechtens sei. Ob nicht auch der Mörder der Pfandleiherin einer sei, der sich selbst für einen ungewöhnlichen Menschen halten könnte. Nun folgt ein angekündigter Besuch von Mutter und Schwester in Petersburg. Mutter und Schwester erkennen nach einiger Zeit auch die bösen Absichten Luschins, des zukünftigen Ehemanns, und die Hochzeit wird aufgelöst. Neu ins Spiel kommt Swidrigajlo, der Raskolnikow des Mordes beschuldigt, aber seinen eigenen Interessen verfolgt. Er hat Geld und würde gerne Dunja, Raskolnikows Schwester heiraten. Eine Szene, die mir sehr gefallen hat, ist die im Revier, als Profirij ein Ermittlungsgespräch mit Raskolnikow führt. Hier geht es um die Ermittlungsmethoden an sich und wie man bei einer Ermittlung vorgehen kann. Raskolnikow ist sich die ganze Zeit im Unklaren, ob Profirij etwas ahnt. Alles wird kurz danach entschärft, als ein Anstreicher ein Geständnis in diesem Mordfall ablegt. Raskolnikow gesteht Sonja, der er sehr nahe steht, den Mord begangen zu haben. Zum Ende hin, als der Mordfall von den Ermittlern schon zur Seite gelegt wurde, entscheidet sich Raskolnikow doch und legt ein Geständnis ab. Er kommt in ein sibirisches Arbeitslager und Sonja begleitet ihn und besucht ihn täglich. Raskolnikow zeigt keinerlei Reue am Mord, er bereut nur diesen gestanden zu haben. Ganz zum Ende des Buches wird angedeutet, dass die Liebe zu Sonja und der Glaube an die Zukunft aus Raskolnikow einen anderen Menschen machen könnten (es steht aber offen, wie genau dieser Mensch aussehen würde). Der Verlauf seines weiteren Lebens sei aber möglicherweise Stoff für eine neue Geschichte…“aber unsere jetzige Geschichte ist zu Ende.“ (so endet das Buch) Alles in Allem finde ich das Buch sehr schön. Manche Kapitel ziehen sich zwar auch in die Länge, aber es ist es wert auch das durchzustehen. Einige Kapitel sind sehr spannend, krimihaft und wieder andere Kapitel haben ihre eigenen Reize. Sehr gut finde ich die Unterschiede der verschiedenen Persönlichkeiten, die teilweise nur durch Dialoge genau dargestellt werden. Überhaupt sind im Buch Dialoge und teilweise auch Gedanken/Selbstdialoge vorherrschend. Sehr interessant finde ich die Einführung in die allgemeinen sozialen Verhältnisse im Russland der Zeit. Ich hatte oft ein sehr klares Bild vor Augen, was auf eine gute Beschreibung hindeuten lässt. Dostojewskij hat eine teilweise gnadenlose Art die Protagonisten zu beschreiben. Ich habe sehr viele Bilder über die Szenen und Schauplätze im Kopf, wie das nicht immer bei Büchern der Fall ist. Ich habe jetzt schon ein Gefühl, dass ich das Buch vermissen werde. Ich kann mir das Buch sehr gut als Theaterstück vorstellen und werde mich erkundigen, ob das irgendwann einmal in meiner Umgebung aufgeführt wird. Bei der von mir gelesenen Ausgabe handelt es sich um eine Neuübersetzung von Swetlana Geier. Sie hat sich sogar getraut, den Titel neu zu übersetzen, da sie meinte, der Ursprüngliche Titel „Schuld und Sühne“ sei keiner, der dem Sinn des Titels treu bleibe (Siehe unten Wikipedia). Ich glaube, dass Svetlana Geier als Übersetzerin sehr stark versucht hat, das zu übersetzen, was Dostojewskij meinte. Sie kennt ihn sehr gut und hat seine wichtigsten Werke übersetzt. Es gibt auch eine sehr interessante Doku über sie "Die Frau mit den 5 Elefanten". Ich glaube auch, dass es viel am Übersetzer liegt, wie treu er dem Original bleibt und ich glaube Frau Geier war genau das am Wichtigsten. Zitate: Zitat: "Siehst du, Rodion: hör zu und sag deine Meinung. Ich will es so. ... Es fing an mit der Anschauung der Sozialisten. Diese Anschauung ist ja bekannt: das Verbrechen ist ein Protest gegen die anormale soziale Einrichtung – und sonst nichts, sonst gar nichts, andere Gründe gelten nichts, und fertig! ...« ... »Da lügst du schon wieder!« rief Porfirij Petrowitsch. ... »Andere Gründe gelten nichts!« unterbrach ihn Rasumichin hitzig. »Ich lüge gar nicht! ... Ich will dir ihre Bücher zeigen: alles geschieht bei ihnen darum, weil ›das Milieu einen hereingezogen hat‹ – und weiter nichts! Das ist ihre Lieblingsphrase! Daraus folgt direkt, daß, wenn man die Gesellschaft normal einrichtet, alle Verbrechen sofort aufhören, weil es dann nichts mehr geben wird, wogegen zu protestieren, und alle werden im Nu Gerechte sein." Zitat über Artikel: " Ich glaube nur an meinen leitenden Gedanken. Dieser besteht eben darin, daß die Menschen überhaupt nach dem Naturgesetz in zwei Kategorien[334] zerfallen; in die Niederen (die Gewöhnlichen), das heißt, sozusagen, das Material, das einzig zur Fortpflanzung gleicher Individuen dient, und in eigentliche Menschen, das heißt solche, die das Talent oder die Gabe haben, der Gesellschaft ihr eigenes neues Wort zu verkünden. Es gibt natürlich zahllose Zwischenstufen, doch die Unterscheidungsmerkmale der beiden Kategorien sind ziemlich scharf. Die erste Kategorie, das heißt ganz allgemein gesagt das Material, die ihrer Natur nach konservativen, soliden Menschen, leben im Gehorsam und lieben es, gehorsam zu sein. Meiner Ansicht nach sind sie auch verpflichtet, gehorsam zu sein, und das ist in keiner Weise erniedrigend für sie. Die Vertreter der zweiten Kategorie übertreten sämtlich das Gesetz, sie sind Zerstörer oder neigen dazu, je nach ihren Anlagen. Die Verbrechen dieser Menschen sind natürlich relativ und verschiedenartig; meistens fordern sie in den verschiedensten Manifestationen die Zerstörung des Bestehenden im Namen eines Besseren. Wenn aber so einer zur Verwirklichung seiner Idee meinetwegen über eine Leiche oder über Blut hinwegschreiten maß, so darf er sich innerlich, vor seinem Gewissen, meiner Ansicht nach, die Erlaubnis geben, über das Blut hinwegzuschreiten – übrigens je nach der Idee und ihrer Größe –, was ich Sie zu beachten bitte. Die erste Kategorie ist immer die Herrin der Gegenwart, die zweite – die Herrin der Zukunft. Die ersteren erhalten die Welt und vermehren sie quantitativ; die letzteren bewegen die Welt und führen[335] sie ans Ziel. Die einen wie die anderen haben das vollkommen gleiche Recht zu existieren. " Wikipedia: Der russische Originaltitel des Romans, Prestuplenije i nakasanie (Преступление и наказание), lässt sich nicht exakt ins Deutsche übertragen. Der geläufigste Übersetzungstitel ist Schuld und Sühne, trifft mit seiner stark moralischen Orientierung jedoch nicht die russischen Termini, die eher aus dem juristischen Sprachgebrauch stammen. Genauer ist die Übersetzung als Verbrechen und Strafe

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  • Leserunde zu "Verbrechen und Strafe" von Fjodor M. Dostojewskij

    Verbrechen und Strafe
    rumble-bee

    rumble-bee

    Ihr lieben Mitleser, Buchliebhaber, und Teilnehmer der "Klassiker Zeitreise"! Nun endlich ist es soweit, die Fischer Verlage und Lovelybooks starten den Aufruf zur nächsten Leserunde in der Aktion. Alle, die sich für die Neu-Übersetzung von Dostojewskijs Klassiker "Verbrechen und Strafe" von Swetlana Geier interessieren (früher "Schuld und Sühne"), sind herzlich eingeladen, sich zu bewerben, und anschließend mitzudiskutieren! Der Verlag stellt wieder zehn Exemplare zur Verfügung - als Taschenbuch, und übrigens auch als E-Book. Schreibt also bitte in eurer Bewerbung dazu, welches Format ihr möchtet. Ggf. auch, welchen Reader ihr habt. Und postet bitte euren Bewerbungsbeitrag gleich im richtigen Unterthema - das erspart mir viel Sucherei. Danke vorab! Die Bewerbungsfrist möchte ich diesmal bis zum 12. Mai einschließlich ausdehnen. Am Montag, dem 13., werde ich dann das Ergebnis der Verlosung hier bekanntgeben. Kurz zur Erinnerung: in diesem Klassiker der Weltliteratur geht es um den Studenten Raskolnikow, der aus Geldnot zum Mörder wird. Der Roman schildert seinen Weg über Reue und Verzweiflung bis hin zur letztendlichen Vergebung. Das Buch ist sowohl als psychologische Studie, als auch als reiner Kriminalroman berühmt geworden. Man kann es also auf mehr als einer Ebene lesen, weshalb der Verlag und ich sehr auf eure Eindrücke gespannt sind. Um euch zu bewerben, beantwortet uns doch bitte folgende Frage: Welches Ereignis, oder welche Tat, habt ihr in eurem Leben schon heftig bereut? Welchen Fehler würdet ihr gerne wieder gutmachen? Habt ihr euch jemals selbst vergeben? Abschließend erwähnen möchte ich noch, dass wir nur um ernsthafte Bewerbungen bitten. Das heißt: ihr solltet bereit sein, nach Erhalt das Buch zeitnah zu lesen, euch an der Leserunde zu beteiligen, und bitte auch eine Rezension zu schreiben. Willkommen sind natürlich auch alle, die das Buch schon besitzen! Wir verwenden allerdings die Neu-Übersetzung von Swetlana Geier, und weisen darauf hin, dass es zu Unstimmigkeiten kommen könnte, falls jemand eine andere Ausgabe benutzt. Zur Orientierung hier noch einmal für euch der Link zur Aktionsseite: http://www.lovelybooks.de/aktion/klassiker/ Der Fischer Verlag und ich grüßen euch herzlich, und geben hiermit den Startschuss! Wir freuen uns auf eure Beiträge!

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  • Verlosung der Lieblingsbücher 2013 vom LovelyBooks-Team - unsere Buchtipps für euch!

    Daniliesing

    Daniliesing

    Es ist schon zu einer kleinen Tradition geworden, dass wir euch hier über die Weihnachtszeit auch mal unsere Lieblingsbücher vorstellen, die wir in diesem Jahr gelesen haben. Deshalb grübelt das gesamte LovelyBooks Team schon seit ein paar Wochen, welche Bücher wir euch empfehlen und als Buchpaket unter euch verlosen wollen. Denn die Entscheidung ist jedem von uns in diesem Jahr überhaupt nicht leicht gefallen, aber das kennt ihr bestimmt auch selbst. Neben dem Buchpaket mit den 10 Lieblingsbüchern vom Team verlosen wir außerdem einen Kobo GLO E-Reader in schwarz. Hier dürfen sich also gleich 2 Gewinner sehr freuen! Unsere Buchtipps: 1. miadonna empfiehlt: "Die Tochter der Wälder" von Juliet Marillier Ich drehe die Regeln dieses Jahr für mich etwas um und nenne nicht mein Lieblingsbuch für dieses Jahr, sondern möchte die letzte Gelegenheit nutzen euch eine Autorin ans Herz zu legen, die in Deutschland leider nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die sie eigentlich verdient hätte. Für mich ist das richtig, richtig schmerzhaft, weil ich in einigen ihrer Serien feststecke, die jetzt nicht weiter übersetzt werden. Es geht um Juliet Marillier, die mir mit ihren Büchern diese besonderen Lesemomente ermöglicht, wie ich sie das letzte Mal als Teenager z. B. bei der Lektüre von den Nebeln von Avalon hatte. Das ist jetzt über 20 Jahre her und ich habe angenommen, dass mir dieses Gefühl 'völlig in der Geschichte zu leben' einfach nicht mehr passieren kann, weil ich a.) zu erwachsen b.) zu unaufmerksam c.) zu fantasielos geworden bin. Als mir dann Dani von ihrer Lieblingsreihe 'Sevenwaters' erzählte, wurde ich zwar hellhörig, aber ich hatte nicht mit diesem Geschenk gerechnet. "Die Tochter der Wälder" hat mich mit Haut und Haaren gefressen, ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, ich musste mich wegen akuten Leserfiebers bei der Arbeit krank melden, die großen Abenteuer warteten schließlich auf mich. Nachdem ich die Tochter der Wälder gelesen hatte, musste Nachschub her und ich las mich im Anschluss durch alle verfügbaren Bücher und Reihen von Juliet Marillier. Normalerweise bin ich von irgendeinem Band dann enttäuscht, aber das ist mir einfach nicht passiert. Leider war irgendwann trotzdem Schluss, denn die Autorin findet keinen Verlag in Deutschland, weil sich ihre Reihen und Serien nicht in der Masse durchgesetzt haben. Wie traurig ist das denn? Deshalb hier an dieser Stelle noch einmal meine Empfehlung für die Bücher von Juliet Marillier. Und wer weiß, wenn sich jetzt alle Leser auf ihre Bücher stürzen, dann komme ich vielleicht doch noch einmal in den Genuss eines dieser raren Lesemomente... 2. MissBookarazzi empfiehlt: "Silver Linings" von Matthew Quick Mir fiel es dieses Jahr schwer, ein Buch zu finden, das mich so richtig begeistert hat. Doch mir ist schließlich eins aus dem Frühjahr eingefallen, das meiner Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit erhält und auf eine bestimmte Weise besonders ist! Die meisten sind durch die Oscars eher mit dem Film vertraut. Ich finde jedoch, man sollte zuerst das Buch kennen. "Silver Linings" ist ein versteckter Bücherschatz von Matthew Quick, der den Leser durch zwei eigene und verrückte Charaktere mitreißt und in die ungewöhnliche Geschichte von Pat und Tiffany entführt, die einen immer wieder überrascht und die verschiedenen Facetten des Lebens durch einen bemerkenswerten Blickwinkel sehen lässt. Das Buch ist sicherlich nicht für jeden Lesegeschmack geeignet. Aber wer ein Herz für skurrile und liebenswerte Charaktere hat, der wird Pat und Tiffany gerne auf ihrer Suche nach ihrem eigenen Happy End begleiten! 3. sarah_elise empfiehlt: "Bettler und Hase" von Tuomas Kyrö Urkomisch, verschroben und überaus liebenswürdig ist nicht nur der rumänische Antiheld Vatanescu sondern der gesamte Roman „Bettler und Hase“ des finnischen Autorenstars Tuomas Kyrö. In einer einzigartigen Manier mit fantastischen Elementen hangelt sich der rumänische Auswanderer in tiefem Vertrauen auf die westeuropäische Wohlstandsgesellschaft durch die kriminelle Unterwelt Finnlands; stets getrieben von der Sehnsucht nach finanzieller Sicherheit. Nachdem er Menschenhändler Jegor entkommen konnte, begibt sich Vatanescu auf einen Road-Trip quer durch Finnland und rettet versehentlich ein Kaninchen, das er „Hase“ tauft. Und während der treu-naive Protagonist sich schwertut, richtige Entscheidungen zu fällen, verfügt „Hase“ über den überlebenswichtigen Instinkt, bei Gefahr Reißaus zu nehmen. Auf ihrer Suche nach dem Glück trifft das komische Duo auf Gestalten der kuriosesten Facetten. Armut, Menschenhandel und organisierte Kriminalität stellen nicht die optimalen Rahmenbedingungen für ein modernes Märchen dar, doch Tuomas Kyrö schafft es mit rabenschwarzem Humor und seinem rumänischen Forrest Gump den Leser zu verzaubern. Wo Vatanescus Reise endet und welche Rolle der finnische Ministerpräsident und Facebook spielen, wird nicht verraten, doch die Lektüre unterhält und lehrt uns die Sehnsucht der Menschen nach Gerechtigkeit und Humanität in einer kapitalistischen Gesellschaft. 4. DieBuchkolumnistin empfiehlt: "Troposphere" von Scarlett Thomas Die britische Autorin Scarlett Thomas hat mit “Troposphere” ihren siebten Roman geschrieben und darin mit Ariel Manto eine weibliche Hauptdarstellerin geschaffen, die mir sympathischer nicht sein könnte: sie ist verrückt, witzig, rothaarig, im ständigen Schwanken zwischen Pessimismus und Hoffnung, stark und liebevoll und süchtig nach ständigem Wissensnachschub und Austausch über ihre verschiedenen Theorien rund um unsere Existenz. Gerade die vielen naturwissenschaftlichen und philosophischen Erläuterungen machen den Roman wahrscheinlich für viele Leser völlig untauglich – für mich machten genau diese Diskurse den Reiz aus und sie fordern jederzeit volle Aufmerksamkeit.Ein Roman, an dem sich die Geister sicherlich scheiden – ich bin sofort reingekippt und wollte nie mehr raus. Eines der Bücher, die ich immer wieder und wieder lesen will und dabei stets Neues entdecken werde, denn vorhersehbar ist hier nur eines: man ist nach dem Buch schnell ebenso süchtig wie Ariel Manto nach der Troposphäre. 5. malano empfiehlt: "Leb wohl, Schlaraffenland" von Roland Düringer und Clemens G. Arvay Man könnte sagen: "Das Buch zum Film", auch wenn es keinen Film im klassischen Sinne gibt, sondern ein Videotagebuch! Seit 2. Januar dieses Jahres hat sich der österreichische Kabarettist und Schauspieler Roland Düringer, einem interessanten Selbstversuch unterzogen und zwar: Wie wäre es in der heutigen Zeit ein Leben wie in den 70ern (seiner Kindheit) zu führen, abseits von Telefon, Internet, e-Mail, Bankomatkarte, Auto, Supermärkten und ständiger Verfügbarkeit... Roland Düringer hat also begonnen nach und nach, die Werkzeuge der heutigen Zeit zu reduzieren oder wegzulassen und beobachtet was dies für sich und sein Leben bedeutet und hat dies in Form eines Videotagebuches auf www.gueltigestimme.at festgehalten und dokumentiert. Und da mich nun dieses Videotagebuch und Düringers Experiment seit Anfang dieses Jahres begleiten, empfehle ich euch somit quasi das neu erschienene "Buch zum Film" mit dem Titel: "Leb wohl, Schlaraffenland - Die Kunst des Weglassens", oder wie in der Inhaltsangabe beschrieben: ein Leben wie früher zu führen und dabei die Zukunft zu gewinnen. 6. Kari empfiehlt: "Ich bin verboten" von Anouk Markovits In diesem Jahr hat mich ein Buch ganz besonders ergriffen, das mir sogar noch nach Monaten immer wieder ins Gedächtnis rückt. Klammheimlich schleicht es sich in meine Gedanken, während der Bahnfahrt nach Hause oder wenn ich mir gerade eine neue Lektüre aussuche. Die Rede ist von „Ich bin verboten“ von Anouk Markovits, einem Roman, der die Geschichte einer streng gläubigen jüdischen Familie vom Zweiten Weltkrieg bis in unser 21. Jahrhundert hinein erzählt. Die Autorin, welche selbst als Satmar-Chassidim, einer jüdischen Sekte, aufwuchs, berichtet von diesem streng regulierten und kontrollierten Leben, das vor allem Frauen in ihre Grenzen weist. Durch zwei weibliche Hauptfiguren, die zwar unterschiedliche Wege beschreiten, aber auf ihre Art und Weise mutig und entschlossen sind, ihr Leben zu meistern, beschreibt Anouk Markovits, wie enge Fesseln ein Leben voller Möglichkeiten zu einem ungelebten Leben werden lassen können. Ihr Erzählstil ist wie ein Sog, der den Leser diese völlig fremden Leben hautnah erleben lässt. 7. kultfigur empfiehlt: "Die letzte Generation" von Arthur C. Clarke "Die letzte Generation" von Arthur C. Clarke ist Vorlage und Inspiration für viele andere Science-Fiction Bücher, Serien und Filme (u.a. "V - Die Besucher"). Die Geschichte erzählt von der Begegnung der Menschen mit einer außerirdischen Rasse, die plötzlich mit riesigen Schiffen am Himmel über den Metropolen der Welt auftauchen. Es ist das Ende der Menschheit wie wir sie kennen. Doch was wissen wir schon ... 8. doceten empfiehlt: "Shotgun Lovesongs" von Nickolas Butler "Shotgun Lovesongs" ist inspiriert von der Lebensgeschichte und Musik von Bon Iver und damit ein toller Roman über Freundschaft und über die große Frage, was das Leben eigentlich wirklich ausmacht. Butler schafft es, im Leser Fernweh und Heimweh zugleich zu wecken. Fernweh nach der wunderbaren Natur Wisconsins, nach dem Wechsel der Jahreszeiten und dem einfachen, idyllischen Leben auf dem Lande dort. Heimweh nach der eigenen Familie und den Jugendfreunden, die zumindest in meinem Fall sehr weit weg wohnen und die für mich immer noch sehr wichtig sind. Viel wichtiger ist aber, dass das Buch die Musik von Bon Iver selbst aufgreift. Die großen Themen des Romans sind auch die Themen der Songs von Justin Vernon. "Shotgun Lovesongs" ist Bon Iver zwischen zwei Buchdeckeln - das ist toll und darin liegt auch der gelungene Geniestreich von Butler! 9. Trumans empfiehlt: "Monster" von Benjamin Maack „Monster“ von dem deutschen Autor Benjamin Maack ist mir schon im Buchladen sofort ins Auge gefallen, durch sein schlichtes, aber unglaublich stimmiges Cover: schemenhaft blickt der Betrachter in die Tiefen eines Waldes. Sonst Nichts. Wald, Autor und Titel und mein erster Eindruck wurde beim Lesen gefestigt. „Monster“ beinhaltet einzelne Erzählungen, die aber doch zusammengehören. In jeder steht eine Figur mit Namen Benjamin im Zentrum. Immer sind es Personen, die herumirren, ihren von Gewalt oder Sexualität verstörten Blick umherschweifen lassen und erschreckend Unkonventionelles tun. Maack erzählt höchst atmosphärisch und packend, überzeugend und provokant. 10. Daniliesing empfiehlt: "Wunder" von R.J. Palacio Oft lese ich Bücher und mag sie sehr gern. Doch selten lese ich ein Buch und kann nicht anders, als es wirklich zu lieben! “Wunder” liebe ich!  Die US-amerikanische Autorin Raquel J. Palacio hat mit ihrem Buch “Wunder” ein echtes Buchwunder geschaffen. Ich habe es aufgeschlagen und wollte nur mal kurz reinlesen, doch nach nur ein paar Seiten war ich schon mitten in der Welt von August, liebevoll Auggie genannt, angekommen. Ein erstaunlich gefühlvoller Jugendroman, der deutlich zeigt, wie bedeutsam es ist, wer wir wirklich sind und wie unwichtig in diesem Zusammenhang Äußerlichkeiten sind, die nur einen so geringen Teil der Persönlichkeit eines Menschen ausmachen. Seid ihr neugierig auf unsere 10 Lieblingsbücher 2013 geworden? Dann habt ihr jetzt bis einschließlich 6. Januar Zeit bei der Verlosung eines Buchpakets mit allen 10 Büchern mitzumachen. Eine kleine Anmerkung zu "Die Tochter der Wälder": Da das Buch vergriffen ist, müssen wir erstmal schauen, ob wir noch ein Exemplar auftreiben können. Alternativ wird sonst ein anderes Buch von Juliet Marillier im Paket liegen. Bitte gebt bei eurer Teilnahme außerdem an, ob ihr das Buchpaket oder den Kobo GLO gewinnen möchtet bzw. ob euch beides interessiert. Jetzt müsst ihr uns nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Welches Buch würdet ihr euch am meisten zu Weihnachten wünschen und wieso? Falls ihr erst nach Weihnachten mitmacht, erzählt uns doch stattdessen, welche Bücher ihr geschenkt bekommen habt! Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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    • 1017
  • Der Klassiker von Dostojewskij

    Verbrechen und Strafe
    irishlady

    irishlady

    13. December 2013 um 16:20

    In Sankt Petersburg ermordet Raskolnikoff eine Pfandleiherin und ihre Schwester. Fortan muss er fürchten, von der Polizei überführt zu werden. Das ist es aber nicht allein. Sein Gewissen macht ihm Probleme. Teils muss er mit Fieber, Wahn etc. zurechtkommen, teils plagen ihn aber auch die seelischen Qualen. Freunde und Familie sind ratlos und Raskolnikoff weiß nicht, ob und wie er mit seiner Schuld umgehen soll. Anfangs von seinen Motiven überzeugt, zweifelt er. Für welchen Weg wird er sich warum entscheiden – sibirisches Arbeitslager oder unruhige Freiheit? Inhaltlich wie aber auch sprachlich ist dieser russische Klassiker nicht umsonst ein Klassiker geworden. Dostojewski klagt in seinem Werk die Zustände Russlands an, über so manche politische wie geistige Haltung wird philosophiert und fordert damit einen aufmerksamen Leser. Interessant fand ich die Motive Raskolnikoffs, die bezeugen, dass es ein Mord mit einer bestimmten Begründung war, die einem zum nachdenken anregt. Ich kann mir schon denken, dass bei der Veröffentlichung dieses Buches es zu vielen Diskussionen kam bzw. warum dieses Buch ein Klassiker wurde. Da ich dieses Buch zum 2. Mal relativ knapp hintereinander gelesen habe - meine erste Ausgabe war aus den 70er Jahren - war mir die Handlung schon klar und auch mit den vielen Persönlichkeiten hatte ich nun weniger Probleme als beim ersten Mal lesen. Sehr interessant war es für mich nun die beiden Ausgaben miteinander zu vergleichen. Meine alte Ausgabe hatte 400 Seiten und mir war klar, dass an manchen Stellen gekürzt wurde. Das führte dazu, dass ich beim Lesen schon merkte, dass einiges unbeantwortet bleiben wird oder sich nun eine Lücke auftut. Bei dieser Ausgabe jetzt haben sich alle meine Fragen beanwortet bzw. einiges konnte für mich jetzt aufgeklärt werden. Es reiht sich nun alles logisch aneinander, was bei mir zu einem Aha-Effekt führte und ich hatte nun nicht das Gefühl als hätte ich etwas verpasst. Daher lohnt sich diese Ausgabe schon sehr, besonders für mich und ich bin froh, dass ich diese Ausgabe nun auch noch gelesen habe. Ich habe nun wirklich das Gefühl, dass ich keine Leerstellen mehr habe und ich wirklich Schuld und Sühne bzw. Verbrechen und Strafe gelesen habe. Auch weitere Zusatzinformationen halfen mir das Buch zu verstehen und die Zeit Russlands und Dostojewski. Abzug gibts allerdings bei der Gestaltung des Buches. Die Seiten sind soo dünn, dass ich wirklich Angst hatte, dass mir eine Seite mal hopps geht oder sie zumindest einreißt. Ansonsten bin ich von der Übersetzung sehr angetan, da ich der Meinung bin, dass es flüssiger und leichter geschrieben wurde und verständlicher war als meine ältere Ausgabe. Vielen Dank dafür, dass D. jetzt in der "modernen" Zeit angekommen ist :) Verbrechen und Strafe ist gehobene Literatur, ein Klassiker halt, den man nicht einfach mal so nebenbei lesen kann. Man muss sich anstrengen und es ist kräfteraubend. Diese Ausgabe war aber definitiv nicht so anstrengend wie meine alte, was ich schon sehr schätze. Mit dem "neuen" Titel kann ich mich zwar nicht so anfreunden, aber nun gut. Ich bin froh, dass ich mich ins Russland vergangener Zeiten hab versetzen lassen, dass ich ein Dostowjeski gelesen habe und vor allem dieses Buch, aber ich werde Schuld und Sühne oder Verbrechen und Strafen sicherlich nicht ein 3. Mal lesen. Wer es aber noch nicht getan hat, sollte es schon tun und dafür eignet sich vor allem diese Ausgabe!

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  • Leserunde zu "Der grüne Blitz" von Jules Verne

    Der grüne Blitz
    Mare_Verlag

    Mare_Verlag

    Wir möchten wieder eine mare-Leserunde mit Euch starten, und zwar diesmal mit einem echten Klassiker. Denn am 24. September erscheint in unserem Verlag die Neuübersetzung von Der grüne Blitz, dem einzigen Liebesroman von Jules Verne! Zum Buch: Die hübsche Helena wächst auf dem schottischen Landsitz ihrer »Zieheltern« Onkel Sam und Onkel Sib auf, die sich nicht nur eine Schnupftabakdose teilen, sondern auch stets die Sätze des jeweils anderen vollenden. Als Helena achtzehn wird, beschließen die beiden, sie mit dem hochseriösen Gelehrten Aristobulus Ursiclos zu verheiraten, der ihnen als Garant für das Glück ihrer Nichte erscheint. Doch diese fordert Bedenkzeit: Aus der Zeitung hat sie vom »grünen Blitz« erfahren, einem seltenen Naturphänomen, das nur an besonders klaren Tagen bei Sonnenuntergang am Meer beobachtet werden kann. Wer den grünen Blitz gesehen hat, wird sich, so besagt die Legende, in Gefühlsdingen nicht täuschen. Mit ihren Onkeln und deren Wunschkandidat im Schlepptau begibt sich Helena auf eine Reise entlang von Schottlands Westküste, auf der Suche nach dem grünen Blitz – und der großen Liebe. Dank dieser Schmuckausgabe liegt Jules Vernes einziger Liebesroman, 1882 im Original erschienen und gut hundert Jahre später von Eric Rohmer als »Das grüne Leuchten« fürs Kino adaptiert, endlich in einer modernen deutschen Übersetzung vor. Mit humorvollem Understatement und hinreißender Leichtigkeit entführt uns der Autor auf diese abenteuerliche Entdeckungsreise, die schließlich eine Entdeckungsreise des Herzens ist. Hier geht's zur Leseprobe Möchtet Ihr zu den 15 Gewinnern gehören*? Dann bewerbt Euch gleich und beantwortet dazu bis zum 22. September 2013 diese Frage: Welche Klassiker habt Ihr zuletzt gelesen? Welcher steht noch auf Eurer „Leseliste“? Wir freuen uns wie immer auf viele Bewerbungen! Euer mareverlag * Bedingung dabei ist, dass Ihr Euch im Gewinnfall zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.

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    • 224
  • Leider nichts für mich..................................................

    Verbrechen und Strafe
    nirak03

    nirak03

    20. July 2013 um 14:07

    Gleich zu Beginn möchte ich sagen „Verbrechen und Strafe“ hat mir nicht wirklich gefallen. Ich gebe für dieses Buch nur 2 Sterne, ich werde versuchen hier zu erklären warum. Ich möchte aber damit niemanden davon abhalten dieses Buch selbst zu lesen. Wobei geht es in dem Roman „Verbrechen und Strafe“? Es geht um den Studenten Raskolnikow der eine alte Wucherin umbringt. Warum handelt er so? Dieses Verhalten zu erklären und zu durchleuchten davon erzählt der Autor. Er gibt Einblicke in das Leben des Studenten und seine Denkweise. Er erzählt von dem Umfeld in dem Raskolnikow lebt. Dostojewski lässt jeden zu Wort kommen, der auch nur ansatzweise mit Raskolnikow kontakt hat. Sei es die Polizei, die das Verbrechen aufklären soll, oder Nachbarn oder seine Familie (er hat Mutter und Schwester) auch sein Freund darf sich ausführlich äußern. Es gibt Seitenweise Diskusionen mit Gesprächspartnern und auch die Gedankengänge der Protagonisten werden ausführlich geschildert. Die Leben aller Personen werden erzählt und sie haben nicht unbedingt was mit dem Verbrechen von Raskolnikow zu tun. Mir war das alles viel zu viel. Ich hatte Probleme überhaupt in die Geschichte hineinzufinden und mich mit den Protagonisten anzufreunden. Dann waren mir die Diskusionen zu lang und viel zu ausführlich und auch zu philosophisch.  Ich fand einfach, dass das eigentliche Thema der Geschichte, (der Mord den Raskolnikow begann) zu kurz kam. Dostojewski ist mir im Laufe  der Geschichte einfach zu sehr abgewichen und hat ausführlich von anderen Protagonisten erzählt. Der Autor hat wirklich jedes Detail von allen Seiten beleuchtet und der russische Erzählstil macht das Lesen nicht gerade einfacher. Es gibt für jeden Charakter  etliche Kosenamen so dass es mir oben drein auch noch schwer fiel den Überblick nicht ganz zu verlieren. Hinzu kommt dann auch noch, dass russische Namen nicht immer leicht auszusprechen sind, was ich eigentlich nicht weiter tragisch finde, wenn mich denn die eigentliche Story fesselt was hier leider nicht der Fall war.   Mein Fazit: Auch wenn „Verbrechen und Strafe“ ein Klassiker ist, ist er einfach nicht jedermanns Geschmack und für mich war das Buch einfach nichts. Ich fand ihn zu langatmig und dadurch teilweise einfach langweilig.  Die zwei Sterne gibt es von mir, weil es eben ein Klassiker ist und ich die eigentliche Mordgeschichte sowie Aufklärung gut fand.   

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  • Auch heute noch immer aktueller Klassiker

    Verbrechen und Strafe
    unclethom

    unclethom

    01. July 2013 um 06:56

    Wenn man Dostojewskij liest, weiß man worauf man sich einlässt. Ich bin mit Freude an dies Buch herangegangen. Ich hatte es vor dreißig Jahren schon einmal gelesen. Aber es hat immer noch nichts von seinem Reiz für mich verloren. Die Art und Weise wie Dostojewskij seine Protagonisten beschreibt, wir er die Umgebung beschreibt, lässt einen tief eintauchen in die russische Seele. Es ist nach wie vor ein Genuss sein Buch zu lesen. Es ist ein Genuss in vielerlei Hinsicht, vor allem jedoch ist es die Sprache, die immer wieder gefällt. Dostojewskij beurteilen zu wollen ist schon fast anmaßend, aber ich tu es dennoch. 5 von 5 Sternen. Wobei für einen solchen Klassiker natürlich 5 Sterne eindeutig zu wenig sind.

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  • Wenn Druck aus Menschen keine Diamanten macht...

    Verbrechen und Strafe
    JessSoul

    JessSoul

    24. June 2013 um 19:03

    Dostojewskij´s Werk "Verbrechen und Strafe", auch unter "Schuld und Sühne" bekannt, handelt von dem ehemaligen Studenten Raskolnikow, der aus Mangel an Geld und aus Überzeugung eine Pfandleiherin ermordet und ausraubt, hinterher aber mit der Angst, gefasst zu werden, nicht umgehen kann. Dostojewskij hat einen auf Psychologie fundierten Kriminalroman verfasst, der von Dialogen und Monologen beinahe überschwemmt wird. Die fast karikative Darstellung der Charaktere ist gewöhnungsbedürftig, lässt sich aber wahrscheinlich sehr gut auf die russische Mentalität zurückführen. Die Erörterung der Beweggründe vieler Figuren ist beinahe zuviel des Guten, an anderer Stelle mangelt es dafür wiederum an Erläuterung. Auffallend sind auch die unzähligen Andeutungen zu gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Theorien seiner Zeit, wahrscheinlich könnte man allein mit der Analyse dieses einen Buches Monate verbringen. Insgesamt konnte mich dieses Buch zwar zum Ende hin ebenfalls fesseln, viele Charaktere waren für mich allerdings weder greifbar noch ihr Handeln nachvollziehbar, was allerdings weniger dem Buch bzw. Autor zu Lasten fällt, sondern vielmehr den vielen Jahren zwischen der damaligen und der heutigen Gesellschaft. Zumindest glaube ich, das es so ist, denn ich kann mir manchmal doch nur schwer vorstellen, dass sich die Menschen damals so überzogen benommen haben sollen. Deshalb beurteile ich die Figuren auch als karikativ. Interessant ist allerdings der psychoanalytische Ansatz und die Darstellung der Menschen und deren Reaktionen auf wachsenden gesellschaftlichen Druck, sowie einhergehend auf Armut, Perspektivlosigkeit und Missstände. Dabei wurden auch die Aspekte Glaube und Unglaube in das Geschehen und die Charaktere eingeflochten, was dieses Werk zu einer mehr als 700-seitigen Diskussion werden lässt. Ich bereue nicht, es gelesen zu haben, aber wenn ich nur an Schriftsteller wie Fontane denke, dann wird Dostojewskij niemals zu meinen favorisierten Autoren gehören, und ich glaube nicht, dass der Vergleich hinkt, lasse mich aber gern eines Besseren belehren. Ich frage mich allerdings inständig, warum hier fast ausnahmslos 5 Sterne vergeben werden? Traut sich niemand, einen Klassiker schlechter zu bewerten oder erschließt sich mir der Sinn nicht? Bisher konnte mir auch niemand die Frage beantworten, warum gerade dieses Buch zu den Klassikern gehört? Viele sagen: Aufgrund der Tiefe der Figuren, das ist für mich absolut nicht nachvollziehbar, da habe ich viele Bücher gelesen, die das besser konnten, z.B. "Der Klavierstimmer" von Pascal Mercier und der ist bis jetzt auch kein "Klassiker". Es tut mir leid, aber es geht mir hier wie mit moderner Kunst: Es wird manchmal, nicht unbedingt bezogen auf dieses Werk, in den Himmel gelobt, was nicht dorthin gehört!

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  • Gültig bis heute

    Verbrechen und Strafe
    alasca

    alasca

    24. June 2013 um 11:38

    Gültig bis heute Die Geschichte ist bekannt: Raskolnikow, Jurastudent an der Petersburger Universität, begeht aus einer durch Nietzsche beeinflussten nihilistischen Haltung heraus einen Mord, muss erkennen, dass er nicht "Übermensch" genug ist, mit der Tat zu leben und stellt sich schließlich den Behörden. Wer den plotgetriebenen Stil moderner Literatur gewohnt ist, wird Dostojewskis Sprache sehr neu finden - ich brauchte ein bisschen, bis ich mich darauf einlassen konnte. Sein Roman lebt von den lebhaften inneren Monologen der Figuren, die fast in Echtzeit gehalten sind, den genau wiedergegebenen Gedankengängen und der sehr naturalistischen wörtlichen Rede. Wir hören (lesen) die Figuren einen Gedanken anfangen, verwerfen, innehalten, stottern, neu formulieren... In der heutigen Literatur ist es üblich, Dialoge und Gedanken sehr pointiert und verdichtet zu gestalten, aber so spricht man im wirklichen Leben natürlich nicht. Sondern eher so, wie Dostojewski es (be-)schreibt. Dadurch ist man den Figuren sehr nah. Die Handlung wird auch nicht so sehr durch Taten, sondern eben durch das innere Geschehen der Figuren vorangetrieben. Raskolnikow vor allem kam mir nach anfänglichem Fremdeln so nahe, dass ich mir zeitweilig fast gewaltsam ins Gedächtnis rufen musste, dass ich mich gerade mit einem Mörder identifiziere. Ihm durch seine inneren Turbulenzen zu folgen, baut trotz bekanntem Ausgang eine erstaunliche Spannung auf, so dass sich die knapp 800 Seiten lasen wie im Fluge. Die Figuren sind Ideenträger und insofern stilisiert, haben aber bis in die Nebenfiguren große psychologische Tiefe. Dostojewski lässt durch sie Ideenkonstrukte gegeneinander antreten, und es bleibt lange offen, welche Position er selbst einnimmt, wiewohl er die Sympathien des Lesers so lenkt, dass man es sich denken kann. Ich teile seinen Standpunkt nicht, aber dennoch habe ich mich gern zum Philosophieren anregen lassen, denn Dostojewski wirft eine immer noch gültige Frage auf: Ist "Größe" eine Rechtfertigung, um eines künftigen Nutzens für die Menschheit willen Verbrechen zu begehen? Muss ein außergewöhnlicher Mensch sich nicht an die geltende Moral halten? Darf er also Böses tun, um Gutes zu erreichen? Viele Szenen sind bis ins Absurde übersteigert, wie zum Beispiel die Totenfeier Marmeladows - ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte, so intensiv war trotz des grimmigen Humors der emotionale Gehalt. Andere Szenen thematisieren derart abstoßende Seelenzustände oder grausame Geschehnisse, dass ich mir wünschte, ich könnte quasi beim Lesen wegschauen. Aber alle sind so intensiv aufgeladen, dass ich mich ihrer Wirkung nicht entziehen konnte. Meisterhaft! Das Ende war für mich, die ich dem Phänomen Religion skeptisch gegenüberstehe, ein bisschen zu viel - und ich fand, der alte Titel "Schuld und Sühne" hatte durchaus seine Berechtigung. Trotzdem habe ich die Lektüre sehr genossen, nicht zuletzt, weil dieses Buch ein pralles, buntes Bild Russlands in der Mitte des 19. Jahrhunderts malt - das russische Pendant zum England von Charles Dickens. Fazit: "Verbrechen und Strafe" ist ein besonderes Leseerlebnis und hat immer noch Gültigkeit.

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  • Sehr lang(atmig)

    Verbrechen und Strafe
    Labradoria

    Labradoria

    21. June 2013 um 07:15

    Das Buch an sich hat mich etwas zwiegespalten. Zum einen war es schon ganz nett geschrieben und es hat auch stellenweise spaß gemacht es zu lesen.. zum anderen ist es sehr langatmig (bei der Seitenzahl passiert einfach zu wenig). Es dreht sich (fast) alles um das Verbrechen, psychische Probleme, andere Krankheiten, Armut und natürlich den Tod.  Die Namen haben mich zum Teil etwas verwirrt da sie sich ähneln (Hauptfigur Raskalnikow und sein Freund z. B.). Die Liebe kommt hier auch nicht zu kurz. Das beste fand ich noch war der Epilog... Alles in einem nett, aber absolut nicht für jedermann der sich für klassiker, Dostojewskij oder St. Petersburg/ Russland interessiert.

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  • Verbrechen und Strafe

    Verbrechen und Strafe
    Lesebienchen

    Lesebienchen

    05. June 2013 um 20:49

    «Wir müssen Dostojewski lesen, wenn wir elend sind, wenn wir bis zur Grenze unserer Leidensfähigkeit gelitten haben und das ganze Leben als eine einzige brennende, glühende Wunde empfinden, wenn wir Verzweiflung atmen und Tode der Hoffnungslosigkeit gestorben sind. Dann, wenn wir aus dem Elend vereinsamt und gelähmt ins Leben hinüberstarren und es in seiner wilden, schönen Grausamkeit nicht mehr begreifen und nichts mehr von ihm haben wollen, dann sind wir offen für die Musik dieses schrecklichen und herrlichen Dichters. Dann sind wir nicht mehr Zuschauer, dann sind wir nicht mehr Genießer und Beurteiler, dann sind wir arme Brüder unter all den armen Teufeln seiner Dichtungen, dann leiden wir ihre Leiden, starren mit ihnen gebannt und atemlos in den Strudel des Lebens, in die ewig mahlende Mühle des Todes. Und dann auch erhorchen wir Dostojewskis Musik, seinen Trost, seine Liebe, dann erst erleben wir den wunderbaren Sinn seiner erschreckenden und oft so höllischen Welt.» Dies ist ein Auszug aus Hermann Hesses Porträt über den großen russichen Schriftsteller Fjodor M. Dostojewski. Wer in dessen Werk "Verbrechen und Strafe" eingetaucht ist, wird Hesse zu jedem Wort beglückwünschen, ihm Recht geben. Ja, Dostojewski ist ein schonungsloser Erzähler des Schrecklichen. Bereits zu Beginn von "Verbrechen und Strafe" begegnet der Leser einem zutiefst verwirrten ehemaligen Studenten namens Raskolnikow. Dieser haust in einem winzigen Zimmer, verarmt und vereinsamt. In diesem Konglomerat aus Enge, Isolation, Desillusionierung und Armut hat sich bei Raskolnikow eine Idee im Kopf festgesetzt: die Idee von gewöhnlichen Menschen, dem Material, und den außergewöhnlichen Menschen, die fern jedes Gesetzes und jeder Moral stehen, allein aufgrund ihrer Genialität. Nun möchte auch Raskolnikow ein großer Mensch sein und stellt sich selbst auf die Probe, indem er eine alte Wucherin ermordet und beraubt. Dieser Mord stellt den Ausgangspunkt des Romans und Raskolnikows Leidenswegs dar, denn er kann diese Tat keineswegs so einfach verarbeitet und gleitet langsam immer mehr in wahnhafte Zustände bis hin zur völligen Bewusstlosigkeit ab. Der Leser wird vom Autor tief hinein in die wirre Psyche des Studenten geführt. Er wohnt Gesprächen Raskolnikows mit Freunden und Familie bei, in denen er sich immer mehr isoliert. Er begleitet ihn zur Polizei, bei der er sich beinahe verrät. Und er lernt mit ihm Sonja kennen, eine reine Seele, die mögliche Rettung. In allen Situatione ist es so, wie Hesse beschreibt, man leidet mit, durchlebt alles an der Seite der Figuren und dies z.T. so nah, das es beinahe nicht zu ertragen ist.  Dostjewskis nüchterner, aber daher umso präziser Stil trägt viel zu dieser Figurennähe bei. Er ist schonungslos in seinen Darstellungen, jede Schwäche wird ausgelotet, alles bis ins Kleinste seziert. So ensteht ein Panorama der russischen Gesellschaft mit all ihren menschlichen Abgründen.  "Verbrechen und Strafe" ist ein meisterhafter psychologischer Roman, für den man starke Nerven braucht, denn, wie Hesse sagt, man erlebt hautnah den "den wunderbaren Sinn seiner erschreckenden und oft so höllischen Welt."

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  • Rezension zu Fjodor Dostojewskij – „Verbrechen und Strafe“ (oder: „Schuld und Sühne“)

    Verbrechen und Strafe
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    04. June 2013 um 17:55


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