Fjodor Michailowitch Dostojewski Der Spieler

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Inhaltsangabe zu „Der Spieler“ von Fjodor Michailowitch Dostojewski

»Und da wir nun unbedachtsam und ohne rechte Bemühung spielen, so ruinieren wir uns durch das Spiel völlig.«In einer Gruppe von finanziell Abgebrannten findet sich der Hauslehrer Alexéj Iwánowitsch ein. Spielsüchtig und ebenfalls mittellos verliebt er sich in Polina, die ihn zunächst ablehnt, weil sie nur Geld und Status interessieren. Ihr Stiefvater, ein russischer General, wittert ein großes Erbe seiner verstorbenen Tante Antonída. Doch dann taucht diese Tante in der Runde auf…Dostojewski (1821 –1881) schrieb »Der Spieler« in wenigen Tagen und verarbeitete darin seine Sucht zum Spiel. Die grotesken Dialoge, eingebettet in eine wahnwitzige Handlung, machen den Text auch heute noch zu einem der deutlichsten Beschreibungen von Spielsucht.

Es ist poetisch und präzise geschrieben, ein richtig russisches Stück Literatur, aber dennoch hat mir etwas gefehlt.

— Jari

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  • Fjodor Dosotjewski - Der Spieler

    Der Spieler

    Jari

    28. May 2017 um 12:37

    Das Thema dieses Romans ist kein einfaches: die Spielsucht. Wie immer fängt alles ganz harmlos an, nur ums ich dann mehr und mehr aufzubauen. Als Leser hat man lange das Gefühl, dass Hauptfigur Alexei alles ganz gut im Griff hat. Aber er sind die kleinen Dinge, die sich mehren. Zitternde Hände, erhöhter Herzschlag. Gibt es einen Unterschied darin, ob man für jemand Anderen spielt oder für sich selber? Um diese Frage kreisen wir. Der Anstoss kommt von aussen, genauso wie der Druck, der auf Alexei ausgeübt wird. Dem Druck under Verlockung des Geldes, denen er schlussendlich erliegt. Diese Teile der Geschichte sind sehr intensiv geschildert; man merkt, dass Dostojewski selber Erfahrungen mit dieser Sucht gesammelt hat. Er weiss also, wie es sich anfühlt. Wie man in diesen Strudel hineingerät. Dennoch weiss ich bisher noch immer nicht so recht, was ich von „Der Spieler“ halten soll. Es ist poetisch und präzise geschrieben, ein richtig russisches Stück Literatur, aber dennoch hat mir etwas gefehlt. Oder es war mir etwas zu viel. Denn wie so manche Russen zuvor, hängt Alexei mit Herz und Nieren an seiner Auserwählten Polina. Polina aber trieb mich mit ihren Spielchen teilweise beinahe in den Wahnsinn, sodass ich Alexei am liebsten mal kräftig durchgeschüttelt hätte. Wobei das auch nichts genutzt hätte, da bin ich mir sicher. Immerhin wird Polinas Verhalten am Schluss noch erklärt, aber Alexeis treudoofe Anhänglichkeit kann ich dennoch in keiner Weise nachvollziehen. Spass dagegen hatte ich mit den teilweise sehr bösen Seitenhieben auf andere Nationen. Davor bleibt bei Dostojewski keiner gefreit: egal ob Deutsche, Engländer, Franzosen oder auch die Russen - sie alle kriegen ihr Fett weg. Böse, böse, aber zumindest ein Fünkchen Wahrheit steckt in den langen Reden vielleicht doch drin. Es wird übrigens viel Französisch geredet, sodass ein Wörterbuch zum Nachschlagen empfehlenswert ist oder man überliest diese Einschübe einfach. Aus dem Zusammenhang wird einem als Leser alles klar. Dostojewski hat mich vor allem durch seine sprachliche Gewandtheit beeindruckt, sodass ich trotz meines Zweifels gegenüber dem Spieler gerne weitere Titel aus der Feder des Autoren lesen möchte.

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  • Ein sehr interessanter Klassiker - definitiv lesenswert!

    Der Spieler

    Buchbloggerin

    04. September 2016 um 18:18

    In der fiktiven Stadt Roulettenburg wartet ein hochverschuldeter General im Kreise seiner Familie und einiger Gläubiger auf das Erbe seiner reichen Tante. Das Geld soll ihn von seinen Schulden befreien und eine Heirat mit der gut betuchten Mademoiselle Blanche in die Wege leiten. Doch die Tante denkt nicht daran das Zeitliche zu segnen. Aus verzweifelter Liebe zur Tochter des Generals kann der junge Hauslehrer Aleksej Iwanowitsch ihre Bitte nicht ausschlagen im Kasino sein Glück zu versuchen, um das Geld für die Schulden zu erstehen. Doch Polina nutzt den Liebesblinden nur aus und treibt ihn darüber hinaus in die gefährliche Spielsucht. Aleksej erkennt sich in diesem Teufelskreis selbst kaum wieder und verfällt der dunklen Seite seiner Seele. In all ihrer Komplexität und voller Empathie schildert Dostojewski in diesem stark autobiographisch geprägten Roman die Abgründe der Spielleidenschaft. Bereits am Titel lässt sich erkennen, dass es sich in diesem Roman um das Glücksspiel handelt. Es wird auf die Frage eingegangen, wieso Menschen sich darauf einlassen und warum sie es danach nicht mehr lassen können. Eine große Rolle – wohl auch die wichtigste – spielt hierbei das Geld. Viele Menschen sind von der Spielsucht betroffen, sowohl alte als auch junge, was man auch in dieser Erzählung erkennen kann. Der Protagonist Alexej Iwanowitsch ist ein Utschitel, ein Hauslehrer, der in seiner Tätigkeit kein besonderes Ansehen oder großes Vermögen genießt. Anfangs ist er ein überzeugter Gegner des Glücksspiels, auch wenn er sich der Verlockung zu spielen bewusst ist, doch er kann ihr widerstehen. Dies ändert sich jedoch, als er sich letztendlich doch dazu entschließt, zu spielen. Das Glücksspiel verändert ihn so stark, dass ehemalige Freunde ihn kaum widererkennen. Einen Großteil der Handlung verbringt man im Kasino, während die einen oder anderen Charaktere ihr Glück beim Spiel versuchen. Da ich mich damit nicht auskenne, war es auf der einen Seite natürlich sehr interessant, mal „mitten im Geschehen“ bei einem Glücksspiel dabei zu sein, andererseits konnte ich oft nicht verstehen, was die Menschen wieder dorthin zurückzog, wo sie schon mehr oder weniger gewaltige Verluste erlebt haben. Sehr deutlich wurde dadurch aber die Geldgier der Menschen und dass die Menschen (fast) alles dafür geben würden, Reichtum zu erlangen. An dem Roman fand ich aber auch all die vielseitigen und gut ausgearbeiteten Charaktere sehr interessant. Da war beispielsweise Miss Polina, die von dem Protagonisten verehrt und geliebt wurde, obwohl sie ihn herablassend und oft gemein behandelt hat. Wie sich herausstellte hat sie ihn jedoch die ganze Zeit über auch geliebt, so unglaubwürdig das auch schien. Die Großtante, deren Tod von ihrer Verwandtschaft sehnlichst herbeigewünscht wurde, um endlich ihren Besitz erben zu können, war ebenfalls eine interessante Persönlichkeit, die definitiv für Vielseitigkeit gesorgt hat. Es gab aber auch noch andere Charaktere, die viel zur Spannung beigetragen haben und das Leseerlebnis noch lesenswerter gemacht haben. Ansprechend war außerdem der Fakt, dass dieses Buch viele autobiographische Züge aufweist, man also die Handlung teilweise auf das Leben Fjodor Dostojewskis beziehen kann. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das Schreiben dieses Buches ihm sehr zum Verarbeiten seines Lebens als Spieler geholfen hat, auch wenn er sich mit dem Schreiben nicht besonders Mühe gegeben hat (wie man dem Nachwort entnehmen kann), sondern das Buch sehr kurzfristig geschrieben und zur Veröffentlichung freigegeben hat. Der Spieler ist, wie ich finde, ein sehr gelungener Roman, in dem sich der Autor auf interessante Weise mit dem Thema „Glücksspiel“ auseinandersetzt und von verschiedenen Seiten darauf eingeht. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und denke, dass es eine sehr tiefgehende Geschichte erzählt, die wenigstens ein zweites Mal gelesen werden sollte, um sie gänzlich zu durchdringen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sterne.

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