Flannery O'Connor

 3.6 Sterne bei 14 Bewertungen

Lebenslauf von Flannery O'Connor

Trotz ihres frühen Todes eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen der Südstaaten: Flannery O'Connor wird 1925 in Georgia geboren. 1942 schließt sie die Peabody Laboratory School ab und studiert anschließend am Georgia State College for Women Englisch und Soziologie. 1946 wird O'Connor in den Iowa Writer's Workshop, einen angesehenen Studiengang für kreatives Schreiben an der University of Iowa, aufgenommen. Als O'Connor 15 Jahre alt ist, stirbt ihr Vater an Lupus erythematodes. 1951 wird auch bei ihr Lupus diagnostiziert. Aufgrund der Krankheit zieht sie wieder auf das Anwesen ihrer Vorfahren. Flannery O'Connor stirbt am 3. August 1964 im Alter von 39 Jahren. O'Connors Werke, zwei Romane und mehrere Kurzgeschichten, weisen einen Stil ähnlich dem von Faulkner auf. O'Connor zeichnet groteske Figuren vor regionalen Schauplätzen, beschäftigt sich mit zeitgenössischen Problemen wie dem Holocaust. Die Rassenproblematik zeichnet sich in späteren Werken immer deutlicher ab, genauso wie der religiöse Einfluss. Aber obwohl O'Connor streng katholisch ist, vertritt sie die Ansicht, die Literatur dürfe nicht kritisch den Zeigefinger heben, sondern der Leser müsse selbst verstehen, was der Autor sagen will. Ihr zu Ehren wird jedes Jahr der Flannery O'Connor Award for Short Fiction, ein Preis für Kurzgeschichtensammlungen, vergeben.

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Keiner Menschenseele kann man noch trauen

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Erscheint am 31.01.2019 als Taschenbuch bei Arche Literatur Verlag AG.

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Keiner Menschenseele kann man noch trauen

Keiner Menschenseele kann man noch trauen

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Erschienen am 09.02.2018
Keiner Menschenseele kann man noch trauen

Keiner Menschenseele kann man noch trauen

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Erschienen am 31.01.2019
Keiner Menschenseele kann man noch trauen

Keiner Menschenseele kann man noch trauen

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Erschienen am 09.02.2018
Die Lahmen werden die ersten sein

Die Lahmen werden die ersten sein

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Erschienen am 01.10.1997
Flannery O'Connor Complete Stories

Flannery O'Connor Complete Stories

 (1)
Erschienen am 06.12.2009
Complete Stories

Complete Stories

 (1)
Erschienen am 02.04.2009

Neue Rezensionen zu Flannery O'Connor

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Rezension zu "Keiner Menschenseele kann man noch trauen" von Flannery O'Connor

Bitterböse, hinterhältig zeigt sie die Hillbillies, obendrein rassistisch, baptistisch und borniert
Gwhynwhyfarvor 14 Tagen

Flannery O´Connor war zu Lebzeiten eine bekannte Schriftstellerin in den USA. Sie starb mit 39 Jahren viel zu früh an einer Immunkrankheit. Wer kennt nicht das Amerika von Gwen Bristow, Lonnie Coleman und Margaret Mitchell, Südstaatler, aufrechte Menschen, harte Arbeiter, alle verfolgen den American Dream, wer hart arbeitet, der schafft es auch. Bei Flannery O´Connor findet man solche Menschen nicht, der Süden ist arm, trotz harter Arbeit und nett sind diese Protagonisten so gar nicht. Die Erzählungen stammen aus verschiedenen Kurzgeschichtenbänden aus den Jahren 1948 bis 1955 und Flannery O´Connor leuchtet den Süden aus einer ganz anderen Perspektive aus, als die oben genannten. Im Stil von T.C. Boyle – aber wesentlich bissiger. Im Nachwort finden wir auch eine Begründung, warum das N-Wort bei der Übersetzung stehenblieb – es war schon damals anstößig und genau so gemeint.

»Wir haben beschlossen, das N-Wort in seiner ganzen Anstößigkeit im Text zu belassen, und zwar weil der Abscheu des Lesers vor diesem Wort ein wesentlicher Grund ist, warum O´Connor es überhaupt verwendet hat.«

Groteske Geschichten über das ganz normale Amerika, Hillbillies mitten ins Leben geschaut, religiös und sittenstreng, rassistisch, dumme und dreiste Typen, Widerlinge auf der einen wie der anderen Seite. Menschen, die täglich um ihr Brot kämpfen, ein armes Amerika. Was nützt einem Haus und Hof, uralt, verrottet, wenn man trotzdem kaum einen Dollar in der Tasche hat, keine Zähne im Mund. Wir lernen Typen kennen, die mit der Werkzeugtasche übers Land gehen, Reparaturarbeiten für ein Bett und und eine Mahlzeit erledigen, verwahrloste Kinder, die von zu Hause wegrennen oder vor die Tür gesetzt werden, die allein durchkommen müssen, einige von ihnen sind extrem hinterhältig, niederträchtig, aber nicht nur die. Anständige Leute vom Land, gottesfürchtig, die wir aus anderen Romanen kennen, werden hier von ihrer durchtriebenen Seite gezeigt.

Der erste Satz: »Die Großmutter wollte nicht nach Florida.«

Aber auf alte Leute hört ja niemand. Ein Familienausflug endet im Desaster – böse, böse …

Kinder, die plötzlich vor einer Farm auftauchen, herumlungern, einer von ihnen hat zuvor hier gelebt und würde so gern wieder hier wohnen, reiten … Doch was sollen die Frauen, die allein auf der Farm wohnen, schon mit ihnen anfangen? Schon gar nichts haben die Rotzlöffel etwas bei den Pferden zu suchen …

»Anständige Leute vom Land sind das Salz der Erde«

Frauen, die allein mit ihren Kindern auf Farmen wohnen, ein Thema, das immer wieder auftaucht. Misstrauen gegenüber jedem, der vor der Tür steht, den man nicht kennt – Rassismus, Hass, gleichzeitig Naivität demjenigen gegenüber, den man meint zu kennen. Gewehr in der Hand, keine Zähne im Mund, der typische alternde Hillbilly.

Bei einer älteren Farmersfrau, die allein mit ihrer stummen Tochter zusammenlebt, klopft ein einarmiger Landstreicher an, offeriert Handwerkertätigkeiten. Was kann ein Einarmiger schon anstellen? Vor ihm braucht man keine Angst zu haben. Er stellt sich als geschickt an und für die Tochter sucht die Alte noch einen Ehemann. Der Einarmige heiratet die Tochter prompt, er ist nicht scharf auf das Geld oder das Haus der Alten, die auch kaum etwas gespart hat. Er führt die Tochter gleich nach der Hochzeit mit Mutters Oldtimer aus, dem guten Stück, lässt seine junge Frau 150 Kilometer weiter an einer Tankstelle sitzen.

»›Es heißt, sie sind nicht da, wo sie geboren sind, und sie können nirgends hin. Wenn man dich von hier davonjagen würde und keiner wollt dich haben.‹
›Sieht aber so aus, als wären sie jetzt hier‹, sagte der alte Mann nachdenklich. ›Wenn sie jetzt hier sind, dann sind sie wo.‹«

Auf der einen Seite tun mir als Leser die Protagonisten meist leid, aber gleichzeitig sagt man sich oft: Es geschieht dir ganz recht! Die Farmerin, die sich über das faule N…-Pack beschwert, mit dem sie sich herumschlagen musste. Sie beschäftigt nun Polen, die dem Holocaust entflohen sind. Sie arbeiten zuverlässig und billiger, sollen mal ordentlich schuften, sollen froh sein, dass man sie überhaupt ins Land gelassen hat. Die Polen, tja, Europäer! Vorsicht!

»Aber wo nun Ausländer auf der Farm waren, Leute, die ihre Augen überall hatten und nichts begriffen, die aus einem Land kamen, wo dauernd Krieg geführt wurde, wo die Religion nicht reformiert worden war - bei solchen Leuten musste man beständig aufpassen.«

Erzählungen aus den 1950er-Jahren, die heute noch immer aktuell sind. Europa ist an allem schuld, daran, dass es Amerika schlecht geht. Andererseits kann einem das primitive Europa auch leidtun. Und früher, da war alles besser. - Diese Worte könnten von heute sein. Bitterböse Geschichten, schwarzer Humor und Groteske. Viel Spaß beim Lesen. Das ist viel besser als Horror. Gut, dass Flannery O´Connors Geschichten noch einmal neu übersetzt wurden.

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Rezension zu "A Good Man Is Hard to Find and Other Stories" von Flannery O'Connor

Südstaaten-Kurzgeschichten mit herrlich bitterböse Note
Viv29vor 5 Monaten

Flannery O'Connor bietet uns in ihren Kurzgeschichten einen originellen Blick auf das Leben im tiefen Süden der USA dar. Ihre Protagonisten sind größtenteils aus der Arbeiter- und Mittelschicht, halten einerseits die Werte des Alten Südens, wie zB Gastfreundschaft, sehr hoch, sind andererseits aber größtenteils unangenehm im Rassismus verhaftet.

Sie schreibt den Southern Drawl ganz wundervoll (schon deshalb empfiehlt sich das Lesen der englischsprachigen Ausgabe) und man hört die Leute geradezu reden, was zum authentischen Bild viel beiträgt. Auch die Beschreibungen von Häusern, Essen, Gedanken, Arbeit liefern weitere Bausteine zu einer sehr guten lebensechten Beschreibung dieser ganz eigenen Welt.

Das Besondere an den Kurzgeschichten ist, daß sie durchweg ganz harmlos, unspektakulär beginnen, dann aber fast immer mit einer unerwarteten und grausamen Wendung enden. Flannery O'Connor schaut in die Abgründe der Menschen, beschreibt das Schreckliche dann genau so lakonisch wie die leicht trägen Schilderungen von Reisevorbereitungen, Haushaltsarbeit oder Nachbarschaftsgesprächen. Überhaupt ist ihr Umgang mit Sprache sehr gelungen, es gab viele Sätze, die ich mehrfach gelesen habe, weil sie so hervorragend waren.

Für meinen Geschmack waren die Geschichten allerdings oft im Mittelteil ein wenig langatmig und an manchen Stellen wurde auch etwas viel wiederholt. Ein, zwei der Geschichten fand ich leider auch etwas nichtssagend. Im Ganzen ist es aber ein Buch, daß aufgrund der herrlichen Darstellung der Atmosphäre, dem ansprechenden Umgang mit Sprache und vor allem aufgrund der bitterbösen Wendungen sehr lesenswert ist.

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Rezension zu "Wise Blood" von Flannery O'Connor

Wise Blood #lblc2015 #Englisch-Lesechallenge
Buchwaerterinvor 4 Jahren

Hazel Motes, früher ein frommer Kichgänger und überzeugt davon einmal Pastor zu werden kehrt vollkommen desillusioniert aus dem Krieg zurück. Von nun an verachtet er all jene die ohne zu hinterfragen glauben und versteht diese Schafe einfach nicht. So beginnt sein persönlicher Kampf gegen diejenigen die blindlings glauben, gegen die Gesellschaft der damlaigen Zeit. Im speziellen kämpft er genen Asa Hawkes, den blinden Prediger uns seine etwas merkwürdige Tochter indem er in seiner Verzweiflung seine eigene Religion ‘The Church without Christ’ gründet und so versucht etwas in der seiner Meinung nach kaputten Gesellschaft zu verändern.

“Wise Blood” ist mit seinen 176 Seiten kein sehr dickes Buch und eigentlich hätte ich es innerhalb eines tages ausgelesen haben müssen aber das habe ich nicht, denn ich fand es wirklich anstrengend zu lesen. Natürlich weiß ich, dass man es nicht nur auf seinen “religiösen” Inhalt beschränken darf aber es konnte mich trotzdem nicht überzeugen. Für mich ist es so ein typisches “Anti”-Buch, im Sinne von der Protagonist ist dagegen, weil er dagegen ist. Für mich hat das gesamt Buch leider nicht wirklich an tiefe gewonnen und genau wie damals als ich “The Catcher in the Rey” gelesen habe verstehe ich nicht warum das Buch für solche Kontroversen gesorgt hat.

Wenn ihr einen Klassiker lesen wollt und Euch auch schwierige Texte nicht schrecken dann könnt ihr “Wise Blood” natürlich gerne lesen. Aber ich als geübte Kafka-Leserin, die sonst wirklich keine Probleme mit schwierigeren Texten hat würde Euch eher davon abraten. Solltet ihr es aber betreut in einer Gruppe lesen könnte ich mir vorstellen, dass einem das Verständnis leichter fällt.

Eure Buchwärterin.

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Flannery O'Connor wurde am 25. März 1925 in Savannah (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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