Adrian Mayfield - Auf Leben und Tod

von Floortje Zwigtman 
4,7 Sterne bei33 Bewertungen
Adrian Mayfield - Auf Leben und Tod
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Finale: Ein berührendes Abenteuer, skurille Gestalten und alte Bekannte und immer wieder Adrian. Ein leuchtendes Ende!

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Grandoser Abschluss einer grandiosen Trilogie, mit einem - für mich - perfekten Ende!

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Inhaltsangabe zu "Adrian Mayfield - Auf Leben und Tod"

Adrian steht am Abgrund - seine große Liebe Vincent Farley hat ihn vor die Tür gesetzt, nachdem er erfahren hat, dass Adrian vor ihm auch andere Männer geliebt hat. Adrian sinnt auf Rache, eine Rache, an der er schließlich selbst zu zerbrechen droht. Um nichts weniger als um Tod oder Leben geht es im dritten Band der von der Kritik gefeierten und preisgekrönten Trilogie um Adrian Mayfield und seine Suche nach dem großen Glück im viktorianischen London. Ist Adrians Kampf zum Scheitern verurteilt, angesichts der Normen einer Gesellschaft, die nach der Verhaftung von Oscar Wilde ihre hässliche Seite so ungeschminkt wie nie zuvor nach außen kehrt? Oder werden am Ende doch das Leben und die Liebe siegen?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783836953672
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:633 Seiten
Verlag:Gerstenberg Verlag
Erscheinungsdatum:27.06.2011

Rezensionen und Bewertungen

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    TheSaints avatar
    TheSaintvor 2 Monaten
    Der großen Liebe Tod und Wiedergeburt

    Zu Beginn des finalen Bandes dieser Trilogie finden wir den Helden der Geschichte dort, wo ihn das Ende des zweiten Romans gelassen hat: In den Fängen von Leutnant Nell und Nora Ambrose bei der Heilsarmee. Die hatte sich schon beinahe erfolgreich des alkoholkranken Vaters von Adrian angenommen und versucht nun, auch den Sohn zurück auf den Pfad der Tugend zu bringen, den er durch seine unziemliche Liebe zu dem wohlhabenden Maler Vincent Farley verlassen hatte.

    Doch ebensowenig wie es die Heilsarmee schafft, Adrian zu kurieren, kann sich dieser selbst von seinen tiefen Gefühlen und dem damit verbundenen Schmerz für Vincent Farley heilen... der sich dem Druck seiner Familie und dem der Gesellschaft beugt und um die Hand der blumenbegeisterten Octavia Webb anhält.
    Die Verbindung zwischen den beiden Männern war immer schon eine problematische Geschichte gewesen: Nicht nur wegen der gesellschaftlichen Schmähung sondern auch durch das sehr unterschiedliche Er- und Ausleben dieser tiefen Gefühle.
    Als Vincent noch von Adrian's Vorleben als Strichjunge erfährt, fällt es ihm leichter, sich dem Druck seines Bruders Stuart zu beugen und sich von Adrian - der nun tief verletzt und traurig nach Möglichkeiten sucht, seine große Liebe wieder für sich zu gewinnen - loszusagen.

    So erzählt der Roman vom großen Schmerz einer Liebe und zu welchen Höllenfahrten die Belange des Herzens führen können. Die Versuche um die Rückeroberung des Geliebten bringen Adrian wieder mit dem interessanten und kauzigen Augustus Trops zusammen wie auch mit Oscar Wilde und Alfred "Bosie" Douglas, die Beide ihre eigenen sieglosen Schlachten zu kämpfen haben.
    Auf der Suche nach Unterstützung geht Adrian eine Allianz mit der "Drag Queen" Lady Eleanor Kinderly ein, die minderjährige Kinder an spezielle Bordelle verkauft... Es taucht auch ein amerikanischer schmieriger Journalist namens Paul McBride auf, der sich in diesen Reigen der Doppelmoral und Zügellosigkeit jener Kreise, die es sich leisten können, einreiht.

    Zwigtman schreibt auch diesmal wieder mit großer Sicherheit für Gefühl und Atmosphäre und bringt altbekannte Figuren zurück und lässt neue Charaktere ungezwungen ihren Platz im Mayfield'schen Universum finden. Besonders der eingewobene Erzählstrang um Lady Kinderly's "Broterwerb" gibt dem Roman eine interessante verwerfliche Note und bringt ein Tabuthema als emotionale Komponente für Adrian's Abenteuer in Paris ins Spiel.
    Sehr berührend fällt das Finale aus - die Autorin schafft es, Adrian mit der Welt zu versöhnen und ihm in wunderschönen Szenen schlußendlich das zu geben, wonach er sich seit der schicksalhaften ersten Begegnung mit Vincent sehnte...
    Ein interessanter Abschluß dieser vor historischer Kulisse spielenden Geschichte... der sogar im Epilog von Vincent's Schicksal berichtet.

    Diese Trilogie ist eine absolute Leseempfehlung. Sehr selten findet man Geschichten, die so wohl recherchiert und ausgearbeitet eine reale Begebenheit mit einer fiktiven Liebesgeschichte verwirkt und nicht vor Kitsch und Herzschmerz trieft.

    Es bleibt zu hoffen, dass eines Tages auch die Vorgeschichte zu dieser Trilogie - "Kersenbloed" (2007 geschrieben) - in deutsch übersetzt werden wird!




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    Cirillas avatar
    Cirillavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Grandoser Abschluss einer grandiosen Trilogie, mit einem - für mich - perfekten Ende!
    Fünf Sterne sind nicht genug!


    Jeder der das Genre mag, weiß, wie schwer es ist tolle LGBT-Literatur zu finden. Es gibt viel Trash und Belangloses und natürlich auch viel Gutes und Nettes. 
    Was ich jedoch meine, sind Wow-Romane, die einen umhauen. So richtig gutes Zeug, mit genialer und talentierter Schreibe, das man kaum aus der Hand legen kann und welches einem noch lange nachhängt.
    Danach muss man leider sehr lange und geduldig suchen. Auf hunderte stumpfsinnige Geschichten kommt, wenn man Glück hat, eine Perle.
    Und die Adrian-Mayfield-Trilogie ist genau das: eine dieser selten Perlen.

    Ich habe mich dazu entschieden, die Geschichte so zu bewerten, wie man sie lesen sollte: als ein Ganzes. Es könnte also kleinere Spoiler geben.

    Während wir Adrian im ersten Band kennenlernen, mit ihm gemeinsam Freundschaften schließen, an seiner sexuellen Erwachung teilhaben und sich der Zweite auf den Versuch einer Beziehung zwischen ihm und Kunstmaler Vincent Farley fokussiert, erleben wir hier, was tiefe Zuneigung anrichten kann.

    Floortje Zwigtman beschreibt den schmalen Grad zwischen Liebe und Hass so real und gut, dass man gar nicht anders kann, als mitzuleiden. Man möchte Adrian schütteln und zur Besinnung bringen, während man sich an seine eigenen Teenagertage und die Dummheiten, die man aus Liebe gemacht hat, erinnert.

    Vor allem eine bestimmte Sache, die ich in Zeiten des Self-Publishing, der selbsternannten Schreiberlinge und der Rezensionen, die manchmal leider jeglicher Rechtschreibung und Grammatik entbehren, weil manche Menschen keine Lust haben, einfach nochmal drüber zu gucken, so schmerzlich vermisse, sprang mir hier (neben Talent) auf jeder Seite entgegen:

    Mühe.

    Die Autorin muss wahnsinnig viel Zeit und Mühe in Recherche gesteckt haben, um eine so grandiose und glaubwürdige Geschichte zu schreiben, die nicht nur in einem anderen Land und einer anderen Zeit spielt, sondern auch noch reale Ereignisse mit Fiktion verbindet.

    Die Schilderung der Wilde-Prozesse war genauso gelungen, wie die Beschreibung des Mannes selbst und Zwigtmans Version von Bosie hat mir sehr gefallen. Ja, er war der verwöhnte, egoistische Junge, mit dem regelmäßig das Temperament durchging, der viele hässliche Worte sagen konnte und der meinte, ihm müsse die Welt zu Füßen liegen. Aber eben auch ein verzweifelter, trauriger Charakter.

    Generell gibt es keine Schwarz-Weiß-Malerei oder Klischees. Bitterböse oder eine reine Unschuldsseele ist hier niemand und das ist etwas, was man heutzutage leider ebenso wenig findet, wie die Fähigkeit der Autorin, Figuren mit jeder Menge Tiefgang und haufenweise Facetten zu entwickeln.

    Ein weiteres dickes Plus ist Adies Entwicklung und all die Erkenntnisse, die ihm während seiner schwierigen Zeit kommen.
    Ich wollte am liebsten ins Buch springen und den Jungen umarmen, ihm sagen, dass alles gut wird und dass er es sich nicht so schwer machen soll.

    Wer nach der ultimativen Liebe mit Happy-End sucht, wird hier nicht fündig (oder doch, nur eben nicht so wie man denkt).
    Es gibt nicht "das eine Paar", das zusammenkommt, auseinandergeht, streitet und wieder zusammenkommt - zum Glück, denn meistens mag ich diese Push-and-Pull Spielchen nicht besonders, die viele so zu lieben scheinen.

    Hier geht es schlicht und einfach um Adrian Mayfield, der uns in seiner sturen Art als Ich-Erzähler das Herz stielt.
    Adie mit all seinen Macken, Ecken und Kanten (aber auch seiner Liebenswürdigkeit), der die Entdeckung macht, dass er sich vielleicht an eine völlig falsche Vorstellung von dem Mann, den er liebte, geklammert hat.
    Den die Erkenntnis trifft, dass er mit diesem Mann wahrscheinlich niemals glücklich geworden wäre.
    Der in seiner Neigung weder Sünde, noch Ungesundes sieht, sich dazu entschließt, er selbst zu bleiben und dafür belohnt wird. Welch schönere Message könnte man den Leserinnen und Lesern mitgeben?

    Bei Vincent lagen meine Gefühle immer irgendwo zwischen Mitleid und Wut. Eigentlich war es mehr Mitleid, vor allem in einer Szene im zweiten Band, in der Adie zu weit geht.
    Er zerstört damit das zarte Band zwischen ihm und Vincent und die Konsequenzen daraus waren für mich glaubwürdig, nachvollziehbar und tatsächlich sogar wünschenswert. An dieser Stelle stand ich ganz eindeutig auf Vincents Seite und die Autorin hat es gut hinbekommen, hier nichts zu romantisieren.
     
    Eine meiner Lieblingsfiguren wurde Terry, der meiner Meinung nach ruhig mehr "On-Screen-Zeit" hätte bekommen können. Toller Junge.

    Was am Ende aus Adie (und auch Vincent) wurde, hat mich vollends überzeugt: Diese Reihe ist das beste, was ich seit langem gelesen habe.

    Fazit: Eine wunderbare Geschichte über einen Jungen, der sich selbst und die Liebe kennenlernt, der Dummheiten und Fehler macht, aber auch daran wächst.
    Eine Geschichte über die Zeiten Oscar Wildes, die Scheinheiligkeit und Doppelmoral der Gesellschaft und die absolut irrationale und hirnlose Dummheit von Homophobie (die es ja leider heute noch gibt - in einigen Jahren werden die Menschen hoffentlich auch auf unsere Zeit mit einem Kopfschütteln zurückblicken).
    Eine Geschichte, die ich (gemeinsam mit ihrem wundervollen Protagonisten) in mein Herz geschlossen habe, dich ich nie vergessen und wieder lesen werde.
    Leider kann ich nur fünf Sterne vergeben, ansonsten würde ich hunderte regnen lassen!


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    TheHopes avatar
    TheHopevor 4 Jahren
    Adrian

    Man verfolgt Adrian in seinen Höhen und Tiefen, man ist dabei wenn er Lacht, wenn er weint und wenn er seine neuen Pläne ausdenkt. Man wächst mit dem Charakter mit und schließt ihn und andere Protagonisten ins Herz. Das Ende hat etwas tief trauriges aber doch etwas Herz erwärmendes. 

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Rezension zu "Adrian Mayfield - Auf Leben und Tod" von Floortje Zwigtman

    Epilog: _And then we'll understand
    we held gold dust in our hands_

    Dieser Satz ging mir noch einmal durch den Kopf, als ich mit der Trilogie durch war. Gefühlt haben sich nämlich die Gesamten 3 Teile wie Goldstaub in meinen Händen, weil es mich unglaublich verzaubert, wie auch berührt hat. Aber vor allem beinhaltete es für mich eine kleine Lebenshilfe, so schwachsinnig sich das auch anhören mag.

    Dieser Abschluss ist mit soviel Liebe, Schmerz und Spannung verpackt, ich würde es mit 15 aufwärts jedem in die Hand drücken. (Außer die ''Homophob'' sind) Die Story fuhr mir einfach erbarmungslos wie eine Walze übers Herz.
    Es war letztes Jahr mein Lesehighlight und wird es auch wahrscheinlich die nächsten Jahre bleiben.

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    Korikovor 7 Jahren
    Rezension zu "Adrian Mayfield - Auf Leben und Tod" von Floortje Zwigtman

    Nach einer Wartezeit von fast zwei Jahren erschien nun endlich der letzte Band der Trilogie um Adrian Mayfield, der direkt an den zweiten Band der Reihe anknüpft.. Floortje Zwigtman zeigt auf über 600 Seiten, wie die Liebe des einfachen Jungen Adrian Mayfield zu Vincent Farley, einem Mann aus besserem Hause endet und welche Folgen die Wilde- Prozesse auf das Leben der beiden haben.

    Adrian Mayfield steht vor den Trümmern seines Lebens. Nachdem Vincent Farley ihn aufgrund seiner Vergangenheit als Stricher aus dem Haus geworfen hat, sinnt der Junge auf Rache. Verletzt, allein und hasserfüllt will er alles daran setzen Vincent Farley zurück zu gewinnen. Dabei scheint ihm jedes Mittel Recht, insbesondere als er mitbekommt, dass sich Vincent mit dem Gedanken trägt, die unschuldige Octavia Webb zu ehelichen. Dank des Strichjungen Nettles stolpert Adrian über Lady Kinderly, die in Wirklichkeit ein tuberkulosekranker Mann ist. Ihr Pfleger Chris soll bei Vincent einbrechen, um die etwas expliziteren Skizzen und Briefe zu stehlen, bevor Adrians ehemaliger Liebhaber sie vernichten kann. Der Diebstahl gelingt, doch Lady Kinderly plant mehr mit den Bildern und will sie ausstellen lassen, um dem Ruf der Farleys zu schaden. Adrian ist einverstanden und beschließt mit ihr zusammenzuarbeiten, verbindet ihn mit Lady Kinderly doch ein ähnliches Schicksal.
    Schon wenige Tage später entdeckt Adrian, dass die Lady, zusammen mit Chris und der kleinen Eliza (auch ein kleiner Junge) einem richtig teuflischen Geschäft nachgeht – sie entführt kleine Kinder, um sie in Paris an Bordelle und reiche Herrschaften zu verkaufen. Adrian ist zwar entsetzt und will nichts mit einer solchen Bande zu tun haben, doch als Vincent mit Octavia nach Paris aufbricht, um dort um die Hand des Mädchens zu bitten, steht für Adrian fest, dass er unbedingt ebenfalls in die französische Hauptstadt fahren muss, um den Antrag zu verhindern. Dass es Lady Kinderly ist, die er zusammen mit drei entführten Kindern, begleitet, stört anfangs Adrian nicht. In Paris angekommen lernt er den amerikanischen Journalisten McBride kennen, der sogar seine Mutter für eine gute Story verkaufen würde. Mit ihm als ewigen Schatten, lernt Adrian nicht nur Paris kennen, er begegnet auch Augustus Trops und Bosie wieder, die nach Frankreich geflohen sind. Trops ist glücklich Adrian zu sehen, jedoch umso entsetzter als er erfährt, dass Vincent ihn verlassen hat. Er bietet ihm seine Unterstützung an, insbesondere als herauskommt, dass Adrian gezwungen war sich selbst zu prostituieren. Adrian sieht seine Chance die drei Kinder aus den Fängen der Lady zu befreien und er bittet Trops um Hilfe. Tatsächlich gelingt die Rettungsaktion, wenngleich Adrian danach noch tiefer in Probleme rutscht, ist die Lady doch überhaupt nicht begeistert, dass ihre Einnahmequelle verschwunden ist.
    Sie beschließt mit Adrians unfreiwilliger Hilfe Vincent zu erpressen. Adrian erhält dafür sogar die Gelegenheit mit Vincent zu sprechen und tatsächlich scheint sich alles zum Guten zu wenden. Vincent willigt ein, die geforderten 400 Pfund zu zahlen. Als er sich nicht daran hält und mit Victoria aus Paris zurück nach London flieht, fühlt sich Adrian erneut verraten und fallengelassen. In blindem Hass und Zorn scheint ihm jedes Mittel Recht zu sein, Vincents Beziehung zu ihm öffentlich zu machen – zu einer Zeit der Wilde-Prozesse der Todesstoß für die Farleys. Während Vincents Bruder Stuart alles unternimmt, um den Schein zu wahren und die Hochzeit zwischen Vincent und Octavia Webb vorantreibt, entscheidet sich Adrian, beeinflusst von Lady Kinderly, alles zu riskieren. Als Frau verkleidet soll er auf einem Ball der Farleys auftreten und Vincent dort öffentlich demaskieren. Adrian, durch eine seltsame Krankheit (die er für Tuberkulose hält) geschwächt und geistig fast vollständig wahnsinnig, lässt alles mit sich geschehen. Sein einziges Ziel scheint zu sein, mit Vincent zusammen an seiner Liebe zu ihm zu zerbrechen. Doch er rechnet nicht mit Stuart und seinem Diener Palmtree, die unterdessen nicht einmal mehr vor einem Mord zurückschrecken, um die Beziehung zwischen Adrian und Vincent zu verheimlichen…

    Der letzte Band der Trilogie ist nicht nur um knapp 150 Seiten länger, er ist auch wesentlich dramatischer und fanatischer, als die vorherigen Bände. Was sich zu Ende des zweiten Bandes bereits angekündigt hat, nimmt nun einen Großteil der Handlung ein. Adrians Hass und Rache bestimmen fast 500 Seiten der Geschichte. Es wird gezeigt, wie tief Vincent Adrian eigentlich verletzt hat und welche Opfer Adrian bringen will, um Vincent schlussendlich zu demaskieren. Dass er in dieser Zeit weder logisch handelt, noch sich von seinen Freunden oder seine Familie helfen lässt, zeigt nur wie sehr er Vincent eigentlich geliebt hat. Adrian gerät für einige Monate vollkommen auf die schiefe Bahn, kann bald nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden und scheint das meiste eher wie einen wahnsinnigen Fiebertraum zu erleben.
    So schwer seine Handlungen nachvollziehbar erscheinen – sie passen zu Adrian, der schon vor der Trennung durch Vincent bedingungslose Liebe erwartet hat und von einem sicheren Leben träumte. Erst gegen Ende des Bandes entwickelt sich Adrian weiter, reift an den Ereignissen (insbesondere als seine Familie herausfindet, dass er homosexuell ist) und findet wieder zurück ins Leben.
    Vor dem Hintergrund des letzten Wilde-Prozesses und dem öffentlichen Hass gegenüber Homosexuellen, erzählt Floortje Zwigtman das mitreißende Ende einer Geschichte, voller Dramatik, Hass und Rachsucht. In einigen Punkt ist die Handlung zwar nur schwer nachvollziehbar, da Adrian in ein solch tiefes Loch stürzt, dass ihn die Ereignisse fast vollständig zu einer anderen Person machen, dennoch passt es zu der Zeit und den Figuren.
    Es gelingt der Autorin neue interessante Persönlichkeiten (Lady Kinderly, Octavia Webb, Marthe) einzuführen, ohne dass sie auf alte Bekannte verzichtet. Nahezu jede Figur, ob historisch oder nicht, erhält noch einmal einen kleinen Auftritt, seien es nun Oscar Wilde, Bosie, Aubrey Beardsley oder Augustus Trops. Nicht nur Adrian entwickelt sich im Laufe der Geschichte weiter, auch Vincent, Augustus Trops und Adrians Familie sind gezwungen ihre Prinzipien zu überdenken und zu ändern.
    All das macht „Adrian Mayfield – Auf Leben und Tod“ zu einem gelungenen Abschluss der Trilogie. Zusammen mit dem blumigen, mitreißenden Schreibstil der Autorin, die einmal mehr die damalige Zeit und die Figuren real werden lässt, ist der Abschlussband von „Adrian Mayfield“ ein Muss für jeden Fan der Reihe. Floortje Zwigtman schafft ein mehr als gelungenes, nachvollziehbares Ende, dass ein wenig an E. M. Fosters „Maurice“ erinnert und obgleich es einige Längen gibt, lässt sich der Roman gut und schnell lesen.

    Insgesamt ist „Adrian Mayfield – Auf Leben und Tod“ ein guter, solider Abschluss der Reihe, der zwar nicht ganz an Band 1 herankommt, jedoch dank der letzten Seiten und des Epilogs (in meinen Augen das Highlight der Geschichte) wesentlich spannender und besser ist als der zweite Band. Fans der Reihe sollten sich den Abschluss der Adrian Mayfield- Trilogie nicht entgehen lassen. Wer neugierig geworden ist, außergewöhnliche schwule Literatur sucht oder einfach nur ein Fan der Zeitepoche und Oscar Wildes ist, sollte sich diese Reihe nicht entgehen lassen. Selten wirkte ein Portrait des 19. Jahrhunderts so lebendig und Oscar Wilde so nah, wie in Floortje Zwigtmans Trilogie. Unbedingt lesen!

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    murmelvor 7 Jahren
    Rezension zu "Adrian Mayfield - Auf Leben und Tod" von Floortje Zwigtman

    Adrian Mayfield sinnt auf Rache, nachdem ihn sein Liebhaber Vincent Farley einfach ohne einen Penny und ohne Schutz auf die Straße geworfen hat, nachdem er von seiner unbürgerlichen Vergangenheit erfahren hat. Zu allem Überfluss soll Vincent, "kuriert" von seinem Arzt eine Frau heiraten, damit der Familienruf wiederhergestellt wird...

    Endlich, endlich ist er erschienen, der Abschluss der Trilogie um Adrian Mayfield und ich hätte diesem Buch wirklich gerne fünf Sterne gegeben, die Verhandlung von Oscar Wilde, angeklagt wegen Unzucht, wird beschrieben, man trifft alte und neue Freunde wieder und die Autorin lässt ein wahnsinniges Paris Ende des 19. Jahrhunderts auferstehen. Allerdings hat mich die Figur der Lady Kinderley, die Adrian zeitweise unter ihre Fittiche nimmt, einfach nur genervt. Die Lady war mir einfach unsympatisch, obwohl sie im Rachefeldzug und im gesamten Buch eine bedeutende Figur darstellt. Das Ende des Buches ist sehr gelungen. Mir hat sehr gut gefallen, wie Adrian sich um sein Leben und dessen weiteren Verlauf Gedanken macht und der Epilog ebenso.

    Die bildgewaltige und lebensnahe Sprache von Floortje Zwigtman ist, wie in den letzten beiden Bänden, unschlagbar, ein Kompliment auch an den Übersetzer Rolf Erdorf.

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    VeganBookaholicvor 7 Jahren
    Rezension zu "Adrian Mayfield - Auf Leben und Tod" von Floortje Zwigtman

    Adrian ist enttäuscht, verletzt und sinnt auf Rache. Vincent Farley, den er so abgöttisch liebte, hat ihn, als er von seiner Vergangenheit erfuhr fortgestoßen, als hätte er niemals etwas für ihn empfunden. Ohne irgendwelche Regungen setzte er Adrian auf die Straße, nur um gleich darauf seine Verlobung mit Octavia Webb, einer Tochter aus gutem Hause, bekannt zu geben. Zudem steht das Ende des Wilde Prozesses kurz bevor und viele von Adrians Freunden aus dem purpurnen Hofstaat reisen, mit der Hoffnung auf mehr Verständnis, nach Paris.

    Wird Adrian es auch alleine schaffen, Vincent wieder für sich zu gewinnen?

    „Adrian Mayfield – Auf Leben und Tod“ ist leider offensichtlich das Ende der Reihe. Floortje Zwigtman hat es geschafft aus dem Finale der Trilogie einen ganz besonderen Roman zu machen, der an Spannung, Gefühlen und Echtheit fast nicht zu toppen ist. Adrians Gefühlswelt öffnet sich einem und so schafft man es nicht nur Verständnis für sein Handeln aufzubringen sondern seinen vielschichtigen Charakter zu verstehen und mit ihm zu fühlen.

    Dieser Roman unterscheidet sich in seiner Qualität nicht von den ersten beiden Bänden, obwohl die Stimmung sehr viel düsterer ist. Die Autorin beschreibt einige Dinge auf eine eher malerische Art und Weise, schafft es aber gleichzeitig, einen an den spannenden und entscheidenden Stellen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. Auch die Übersetzung von Rolf Erdorf habe ich als sehr gelungen empfunden.

    Die Charaktere, die erfundenen und die historischen, werden in die Geschichte perfekt eingebunden. Zwigtman schafft es, jeder ihrer Figuren durch gut ausgearbeitete und recherchierte Hintergründe, sowie einen vielseitigen Charakter, Leben einzuhauchen. Keiner der Protagonisten ist langweilig oder wirkt irgendwie eindimensional.

    Im Gegenteil, man merkt ihnen die Liebe und Geduld an, mit der die Autorin sich ihnen gewidmet hat. Und eben diese Geduld findet sich auch in der Umsetzung ihrer Idee wieder. Das Buch enthält eine eigene Geschichte, sowie Fakten, wie etwa eine Vielzahl von Namen, Daten oder Schriftstücken, die real sind, sich aber nahtlos in die fiktive Geschichte einreihen, sodass der Übergang zwischen Fiktion und Realität perfekt verschwimmt.

    Das Cover der deutschen Ausgabe ist großartig gelungen und spiegelt, im Gegensatz zum Cover der Originalausgabe, den Inhalt und die Intensität dieses Buches wieder.

    Großartig!!! Unbedingt lesen! :)

    Zitate:

    „Er sieht nicht, dass dieser Baum verzaubert ist. […] Er glaubt, das hier wäre ein hässlicher alter Apfelbaum. Aber das ist er nicht. Wenn du weißt, wie du hingucken musst, wirst du entdecken, dass alles eine verborgene Schönheit hat, selbst die gewöhnlichsten Dinge. Dann kannst du Glück aus dem Nichts zaubern und Menschen, Tiere und Bäume mit Schönheit bekleiden, bis die ganze Welt verzaubert scheint. Das ist Magie. Das hat ein Mann in London mir beigebracht.” “Ein Zauberer?” […] “Ja, ein Zauberer. Und was er mir beigebracht, ist ein großes Geheimnis. Die Leute in London wollen ihn dafür ins Gefängnis stecken. […] Heute Nacht, wenn ihr schlaft, fliegen die Lampions in den Himmel und brennen dort weiter, zwischen den Sternen, damit er sie in London auch sehen kann.“ (Seite 264)

    Ich blieb stehen, gefangen in seinem Griff, im strömenden Regen, und ließ die Tropfen wie Tränen über meine Wange rollen. “Ich liebe dich”, sagte ich, “und ich bereue gar nichts.“ (Seite 603)

    http://gottagivethembooks.wordpress.com

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    blue-birds avatar
    blue-birdvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Finale: Ein berührendes Abenteuer, skurille Gestalten und alte Bekannte und immer wieder Adrian. Ein leuchtendes Ende!
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    Nespavanjevor 4 Monaten
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    Monekindvor 6 Monaten

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