Flore Vasseur Kriminelle Bande

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Inhaltsangabe zu „Kriminelle Bande“ von Flore Vasseur

In diesem brandaktuellen Wirtschaftskrimi ist die Realität erschreckend nah. Clara, Jérémie, Bertrand, Vanessa, Alison, Antoine und Sébastien kennen sich seit ihrem Studium an der Pariser Eliteuni HEC. Damals waren sie eine unbeschwerte Gruppe, jetzt sind sie ganz oben auf der Karriereleiter angekommen. Sie sind Politiker, Journalisten, Investmentbanker oder PR-Strategen, ?iegen für Geschäftstermine um die ganze Welt und beschäftigen Haus- und Kindermädchen, deren Namen sie nicht kennen. Als ein streng geheimes Dossier auftaucht, das beweist, wie eine New Yorker Investmentbank Staatshaushalte manipuliert und somit massiv in die Europäische Finanzkrise involviert ist, beginnt das perfekte Leben der Freunde außer Kontrolle zu geraten. Spätestens Sébastiens rätselhafter Tod macht ihnen deutlich: Hier geht es nicht nur um Geld, Macht und Politik, sondern auch um ihr eigenes Leben ...
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  • "Die Eurozone ist nichts weiter als ein riesiges Ponzi-Schema"

    Kriminelle Bande
    R_Manthey

    R_Manthey

    16. August 2015 um 17:22

    Wirtschaftsgeschichte in einem Roman zu verpacken, dessen Hauptfiguren wie die Autorin Absolventen einer französischen Eliteuniversität sind - das ist kurz gesagt das Anliegen dieses Buches. Die Handlung entwickelt sich auf dem Höhepunkt der letzten Finanzkrise in Frankreich. Seit ihrem Uni-Abschluss haben sich sieben ehemaligen Freunde auf verschiedenen Wegen weit auf der Karriereleiter emporgearbeitet. Sebastien dient Folman Pachs, dessen CEO sich für Gottes rechte Hand hält, und soll als oberster Kommunikationschef weltweit eventuell auftretende undichte Stellen stopfen. Denn die wahre Rolle dieser Bank, deren reales Äquivalent man nicht lange suchen muss, soll der Öffentlichkeit verborgen bleiben. Dass viele europäische Spitzenbeamte und Politiker einst auf ihrer Gehaltsliste standen oder noch immer stehen, sollte man natürlich als Zufall ansehen. Um einen Eindruck von Inhalt und Stil dieses Buches zu vermitteln sei aus einer Radioshow im Handlungsrahmen zitiert, in deren Verlauf Clara, die inzwischen eine anerkannte Journalistin ist, Folgendes zum Besten gibt: "Die Betrügerein, die den Beitritt Griechenlands 2001 begleitet haben, wurden uns so dargestellt, oder soll ich sagen 'verkauft', als handelte es sich um einen Einzelfall, der die gesamte Riege der europäischen Spitzenpolitiker vollkommen überrascht hätte. Die Manipulation der griechischen Konten durch Folman Pachs ist mit der Zustimmung von Eurostat durch einen zu jener Zeit völlig legalen Vorgang vonstattengegangen, jedoch vor den Menschen geheim gehalten worden. ..." Wenn man dieses Buch als szenische Dokumentation begreift, dann ist es sehr gut gelungen. Als Wirtschaftskrimi hingegen erscheint es mir etwas zu sehr von politischen und ökonomischen Fakten und ihren Erklärungen überfrachtet zu sein. Gut hingegen beleuchtet die Autorin die Stimmung und den moralischen Verfall der französischen Oberschicht, wenngleich auch hier kaum emotionale Tiefe zu spüren ist. Die Figuren und ihre Beziehungen untereinander dienen eher der Schilderung einer schon weit fortgeschrittenen Selbstzerstörungssucht, mit der die selbsternannten politischen Eliten im Namen eines wahnwitzigen Projekts die europäischen Nationen zugrunderichten wollen. Auch der Spannungsbogen verläuft eher flach: Sebastien ist tot. Warum und wie ihn ein so früher Tod ereilt hat, weiß man nicht so recht, ebenso nicht, welche brisanten Dokumente er kurz vorher Clara überspielt hat. Vielleicht hält die Autorin ihre Leser bewusst im Ungewissen, um ihr eigentliches Anliegen - die Offenlegung der Verdrahtung von Politik und Finanzeliten für ein breiteres Publikum - in den Vordergrund zu stellen. Das ist ihr dann auch tatsächlich gut gelungen.

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