Florian Apler

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Und täglich grüßt der Schweinehund

Und täglich grüßt der Schweinehund

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Erschienen am 05.10.2012

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Rezension zu "Und täglich grüßt der Schweinehund" von Florian Apler

Hera Lind treibt keinen Sport. Sie bewegt sich nur.
R_Mantheyvor 3 Jahren

Das ist kein Witz. Das steht so fast wörtlich in diesem Buch (S. 69). Muss eigentlich jede prominente Frau, die noch einigermaßen die Form hält, eine Fitness-Fibel verfassen? Offenbar verspüren solche Frauen diesen inneren Ruf oder sie werden von Verlagen zu solchen Büchern überredet. Natürlich ist Hera Lind intelligent genug, um sich zu fragen, ob sie sich auch noch in diese Reihe stellen muss, denn genau mit dieser Frage beginnt sie ihr Werk.

Da wir das Buch nun lesen können, fiel ihre Antwort wohl positiv aus. Sicher, weil auch die Frage nicht wirklich ernst gemeint war. Und Frau Lind hat auch eine Berechtigung für ihr Buch entdeckt, nämlich die Bekämpfung des inneren Schweinehundes durch völlig neuartige Methoden. Leider kann ich nicht davon berichten, dass mich diese Herangehensweise irgendwie überzeugt hätte.

Bevor man zum eigentlichen Programm gelangt, muss man sich durch zwei völlig unterschiedliche Teile des Buches lesen. Zunächst erklärt uns Hera Lind sehr wortreich, wie man angeblich das Schweinehund-Problem löst. Ganz nebenbei erfährt die Leserin dabei auch, wie die Autorin es geschafft hat, ihr Fitness-Programm zu beginnen und dann gnadenlos durchzuziehen.

Irgendwann in einer Lebenskrise hat es in ihrem Kopf angeblich Klick gemacht. Sie war bei einer Veranstaltung von Laufpapst Strunz und beschloss dann, es wie er zu machen. Und siehe da, das Laufen befreite sie von ihren mentalen Schwankungen und schuf ein neues Lebens- und Körpergefühl. Seitdem stellt Hera Lind jeden Morgen ihren Wecker eine Stunde früher aufs Bimmeln und läuft. Und das seit über 15 Jahren ohne eine einzige Ausnahme. Schreibt sie jedenfalls.

Und da haben wir auch das einzige wirkliche Geheimnis eines solchen Erfolges. Es heißt Selbstdisziplin. Alles, was die Autorin über den inneren Schweinehund und seine Erziehung schreibt, reduziert sich in Wirklichkeit auf dieses eine Wort. Der Rest ist Freude am Erfinden belangloser Sätze oder ausgelebtes Mitteilungsbedürfnis. Aber vielleicht muss das alles so sein, denn der Text richtet sich an Frauen. Man möge mir verzeihen, wenn ich das nicht so recht beurteilen kann, denn ich gehöre nicht zu dieser Zielgruppe.

Man kann allerdings die über 100 Seiten, die in diesem Buch vom Superweib Hera Lind stammen, auch auf zehn reduzieren, ohne dass man danach irgendeine wichtige Information vermissen würde. Man erfährt immerhin noch, dass Frau Lind auch irgendwann auf die Pilates-DVDs von Barbara Becker und über Bekannte schließlich auch noch zum Yoga stieß. Nun also präsentiert sie uns das Beste aus Pilates und Yoga.

Wenn diese Übungen nützlich sind, kann man letztlich auch darüber hinwegsehen, dass es natürlich eine ziemliche und fast schon ins Komische gehende Anmaßung darstellt, wenn jemand, der Pilates und Yoga durch Nachmachen von DVD-Übungen erlernt zu haben glaubt, darüber entscheidet, was denn wohl das Beste aus beiden Systemen wäre. Ganz abgesehen davon, das ein Herausnehmen von Teilen ein durchdachtes System nicht verbessern kann.

Immerhin hat Frau Lind aber noch einen persönlichen Fitness-Trainer an ihrer Seite, der das vielleicht etwas besser weiß. Er kommt im zweiten Teil zu Wort, und der Stilbruch könnte nicht größer sein. Plötzlich wird der Ton ganz anders, sachlich und exakt. Herr Apler beschreibt in sehr kurzer, in vielen Fällen viel zu knapper Form seine Haltung zu einem vernünftigen Fitnessplan und rät zum Muskelaufbau, weil der die Fettverbrennung fördern würde. Er verschweigt an dieser Stelle allerdings, dass man dabei auch zunehmen kann, weil Muskelmasse schwerer ist als Fett.

Wer abnehmen möchte, muss seine Ernährung meistens radikal umstellen. Auch diese einfache, aber harte Wahrheit kommt kaum zur Sprache. Einiges erfährt man aber doch, leider jedoch ohne große Präzision. Dass man besser auf bestimmte Formen kohlenhydratreicher Kost verzichten sollte, wird nur angedeutet. Wenn man, wie hier, zur Erstellung eines Ernährungsplanes vorher allerlei mathematische Berechnungen anstellen muss, ist das wohl eher kontraproduktiv, weil lebensfremd. Menschen, die das so versuchen, werden wahrscheinlich scheitern, es sei denn, sie sind Pedanten.

Das Beste an diesem Buch sind die hinten dargestellten Übungen für Beine, Bauch und Rücken. Sie werden recht gut erklärt und mit Aufwärmübungen und einem sogenannten Cool down verbunden. Im Wesentlichen wird nur mit dem eigenen Körpergewicht und kleinen Frauenhanteln gearbeitet. Neu sind all diese Übungen nicht, auch wenn sie hier merkwürdige Namen bekamen. Wer schon einmal Yoga betrieben hat und nun diese Übungen sieht, wird je nach Temperament entweder lachen oder den Kopf schütteln, weil er nie geahnt hätte, dass einige von ihnen "zum Besten aus Yoga" gehören würden.

Natürlich werden diese Übungen einen Effekt erzielen, wenn man sie regelmäßig, am besten täglich, ausführt. Wer allerdings Yoga oder Pilates erlernen möchte, sollte das besser unter der Aufsicht erfahrener Trainer versuchen, die Fehlstellungen korrigieren und auf individuelle körperliche Probleme eingehen können.

Meine Bewertung für dieses Buch gilt ausschließlich dem Übungsprogramm.

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Und täglich grüßt der Schweinehund, DVD" von Florian Apler

Ein effektives Programm für trainierte Körper
R_Mantheyvor 3 Jahren

Beim Betrachten dieser DVD habe ich mich recht bald gefragt, was sich die beiden Hauptdarsteller eigentlich bei dieser Übungsserie gedacht haben. Auf der DVD-Hülle präsentiert sich Hera Lind, doch von ihr stammen diese Übungen mit Sicherheit nicht, selbst wenn sie sie in bemerkenswerter Form mitmacht. Autor des ganzen Programms ist Florian Apler, der die komplette Übungsserie auch vorstellt. Frau Lind macht ab und an bedeutungslose Bemerkungen und ein fröhliches Gesicht.

Nach einem kleinen Aufwärmprogramm folgen Übungsserien für Beine, Bauch und Rücken. Alle diese Übungen erfordern eine uneingeschränkte, also schmerzfreie Beweglichkeit, ein nicht gestörtes Gleichgewichtsgefühl und eine nicht unerhebliche Sportlichkeit. Man sieht zwar einige Bewegungen aus Yoga-Übungen, wenn man dafür ein Auge hat, aber mit Yoga hat das alles nichts zu tun.

Im Wesentlichen wird mit dem eigenen Körpergewicht gearbeitet. Apler benutzt darüber hinaus kleine Hanteln, weil er in allen Übungen immer die Arme mittrainieren lässt. Das erzwingt zwar einen zusätzlichen Effekt, erschwert die ganze Angelegenheit aber auch nicht unerheblich, weil man sich nicht nur auf die Bewegungen einer Muskelgruppe konzentrieren muss, sondern gleichzeitig auch noch manchmal gegenläufige Bewegungen mit den Armen auszuführen hat.

Keine Frage, die Übungen werden den erhofften Effekt erzielen, wenn man sie so ausführt, wie uns das Frau Lind und Herr Apler vormachen. Doch für wen eignen sie sich eigentlich? Wenn sie für durchtrainierte Frauen wie Hera Lind gedacht sind, und diesen Eindruck muss man einfach gewinnen, dann fragt man sich, wozu dann diese ganze Theater mit dem inneren Schweinehund? Zielen Sie jedoch auf Frauen, die gerne ihre wirklichen oder eingebildeten Problemzonen bekämpfen wollen, sich aber dazu nicht aufraffen können, dann gehen sie wohl am Ziel vorbei, denn die perfekte Art, in der sie hier vorgeturnt werden, schreckt wahrscheinlich eher ab.

Hatte man gar weibliche Bewegungsmuffel im Visier, dann gilt das erst recht. Von Frauen mit Bewegungseinschränkungen oder einer aus dem Gleichgewicht geratenen Muskulatur ganz zu schweigen. Solche Frauen werden sich von den martialischen Fragen des Herrn Apler, ob es denn bei Frau Lind in den Muskel schon brenne, nicht unbedingt angesprochen fühlen.

Kurz: Diese Übungen, die noch mit einigen Dehnungen abgeschlossen werden, stellen sicher ein sehr effektives Muskeltraining für Beine, Bauch und Rücken dar, wenn man sie so beherrscht, wie sie hier vorgeturnt werden. Sie setzen eine gewisse Beweglichkeit, etwas Sportlichkeit und Körpergefühl voraus.

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