Florian Freistetter Newton - Wie ein Arschloch das Universum neu erfand

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Inhaltsangabe zu „Newton - Wie ein Arschloch das Universum neu erfand“ von Florian Freistetter

Im 17. Jahrhundert war es höchste Zeit, dass ein Genie auftauchte und Schneisen ins Dickicht des Unwissens schlug. Isaac Newton war dieses Genie. Und ein Arschloch. Science Buster Florian Freistetter zeigt, wie intrigant und hinterhältig Newton wirklich war und dass sein Hass auf Robert Hooke und Gottfried Wilhelm Leibniz keine Grenzen kannte. Gleichzeitig beweist er, dass Newton die Physik niemals revolutioniert hätte, wenn er nicht solch ein Kotzbrocken gewesen wäre. Wenn Genialität auf Streitsucht trifft – und dabei ein kosmisches Arschloch herauskommt, davon erzählt Freistetters Buch mit schonungslosem Humor.

Kurzweiliger&amüsanter kann man auf so wenig Seiten wohl kaum so viel über den Tausendsassa Newton erzählen. Plus: Partywissen ohne Ende.

— franzzi

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  • Der letzte Magier

    Newton - Wie ein Arschloch das Universum neu erfand

    franzzi

    25. November 2017 um 22:30

    Isaac Newton. Das ist der, dem ein Apfel auf den Kopf fiel und der daraufhin die Physik mit seiner Gravitationstheorie revolutionierte. Das ist der, nach dem eine Standardeinheit der Physik benannt ist, welche die Gewichtskraft eines Körpers misst. Newton, das ist der, von dem Farin Urlaub sinkt: Newton hatte Recht. Aber womit eigentlich? Wer über den großen Denker nicht viel mehr weiß, als dass er ein großer Denker war, irgendwie revolutionär, mit dem Apfel halt und irgendwas mit Mathe, Physik und Astronomie, für den hat Florian Freistetter genau das richtige Buch geschrieben. Denn: "Newton - Wie ein Arschloch das Universum neu erfand" erzählt in ungewöhnlich lockerer und extrem kurzweiliger Art und Weise, warum es sich lohnt, mehr über Newton zu wissen - und liefert das Basiswissen zur Person, seinen Gedanken und Erfindungen sowie der heutigen Bedeutung des Ganzen gleich mit. Als Sahnebonbon gibt es Fakten aus der Kategorie "Unnützes Wissen", die das Buch noch unterhaltsamer machen.Das klingt zum Beispiel so:"Wenig Schlaf, Essen im Stehen, Vorlesungen in leeren Räumen und eine ewige Abneigung gegen Unkraut: Isaac Newton erfüllte schon früh alle Kriterien eines verwirrten Professors."Aber es geht auch konkreter. Oder wussten Sie schon, dass der Mann, der die Physik revolutionierte, der englischen Krone die das Problem mit den Falschmünzern nahezu vollständig vom Hals schaffte, um die Erfindung der Zeit und der Uhr wetteiferte und zeitgleich mit Leibniz die Integralrechnung erfand, all diese herausragenden Ergebnisse mehr oder weniger als Nebenprodukte abwarf, weil er sich eigentlich hauptsächlich für Theologie und, ja, halten Sie sich fest, Alchemie (ja, das mit dem Stein der Weisen und dem Stein zu Gold und so), beschäftigte?!"Die Arbeit von Isaac Newton begründete das in den nächsten Jahrhunderten dominierende mechanistische Weltbild. Newton selbst glaubte aber an eine ganz andere Welt. Der gesamte Kosmos und die ganze Materie waren in dieser Sicht von einem göttlichen Geist durchdrungen, und den galt es zu erkennen und zu verstehen. Die Alchemie war daher auch kein Hobby, oder - wie man immer wieder hören konnte - etwas, das er erst spät in seiner Karriere tat, als sein Verstand nicht mehr so scharf war wie früher. Wenn schon, dann wäre es eher angebracht, Newtons physikalische Forschung als "Hobby" zu bezeichnen, die er zwischen seine theologischen und alchemistischen Studien quetschte."Diese Erkenntnis erklärt auch, warum Newton von John Maynard Keynes beschrieben wurde mit: "Newton war nicht der Erste des Zeitalters der Vernunft. Er war der letzte Magier." (zit. n. freistetter)Dabei schreibt Freistetter seine Interpretation des Newtonschen Lebens und Schaffens nicht streng chronologisch auf, sondern sortiert es nach Themen, für die sich Newton interessierte, und nach Charaktereigenschaften, die ihn ausmachten. So erklärt er eben auch recht eindrücklich, warum Newton ein Arschloch war: Er pflegte, hundsbeleidigt auf all jene zu reagieren, die es wagten, seine Thesen und Arbeiten zu kritisieren - oder gar nachweislich zu verbessern und überzog sie mit rufschädigenden Schmähkampagnen und Brieflawinen. Unter diesen Opfern war unter anderem der große Leibniz. Dabei belegt Freistetter seine Schilderungen stets eng mit Zitaten und Literaturbelegen, auch Newton selbst kommt zu Wort. Das ist lehrreich und macht großen Spaß zugleich. Besser geht das Lustmachen und Nahebringen von Wissenschaftsgeschichte nicht. Und was zum Lernen für unser Tun im Hier&Jetzt gibt es nebenbei auch noch. Selbst wenn wir nicht einmal annähernd solche Universalgenies sind, wie die, über die Freistetter so grandios schreibt:"Stellen wir uns einen Moment lang eine Welt vor, in der zwei so große Geister wie Newton und Leibniz Freunde sind, die sich gegenseitig unterstützen und antreiben, anstatt einander zu bekämpfen und aufzuhalten. In dieser Welt hätte Newton seine Arbeit nicht vor der Welt verborgen, sondern gemeinsam mit Leibniz die Mathematik in ungeahnte Höhen treiben können. Stattdessen hatten zwei der größten Wissenschaftler aller Zeiten nichts besseres zu tun, als sich gegenseitig mit Dreck zu bewerfen."

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  • Die „anderen Seiten“ des Genies betrachtend

    Newton - Wie ein Arschloch das Universum neu erfand

    michael_lehmann-pape

    02. May 2017 um 15:18

    Die „anderen Seiten“ des Genies betrachtendFrisch von der Leber weg, fast umgangssprachlich und immer mit einem klaren Blick auf die nicht sonderlich beglückenden Seiten Isaac Newtons, so „schreibt“ sich Freistetter durch die Erkenntnisgeschichte des eigenwilligen Genies, der, zwischenmenschlich betrachtet, eine Katastrophe nach der anderen lancierte.Nicht umsonst schreibt George Bernhard Shaw:„Newton war in der Lage, erstaunliche Fähigkeiten mit einer Leichtgläubigkeit und einem Wahn zu kombinieren, die selbst für einen Hasen eine Schande darstellen würden“.Ein Zitat, das Freistetter wie eine Überschrift über sein Werk stellt und dem er im Verlauf der Lektüre absolut gerecht wird. Denn so hat man Newton landläufig nun wirklich noch nicht kennengelernt.Ein Egoist von Gottes Gnaden, ein streitbarer Fiesling, der es scheinbar darauf anlegte, es sich mit jedem menschlichen Wesen zu verderben, dass in Reichweite geriet.Und dabei gelingt es Freistetter durchaus, diese Faszination für den Wissenschaftler Newton ebenso im Buch anklingen zu lassen, wie der gelinde Abscheu gegenüber einem menschlichen „Ekelpaket“.„Lieber als mit anderen Menschen beschäftigte sich Newton daher mit der ihn umgebenden dinglichen Welt“.Und selbst als Lehrer an der Universität scheint das nicht anders gewesen zu sein. Denn keinerlei Berichte oder Aufzeichnungen ehemaliger Studenten lässt sich finden.„Wenige kamen und noch weniger verstanden ihn“, diesen nachlässigen, schlampig wirkenden Gelehrten, der auch kein Problem damit hatte, die leeren Wände „anzureden“. Hauptsache ohne Kompromiss. Denn wie in der Wissenschaft, so auch im menschlichen Umgang, eindeutig dominant und kein bisschen einsichtig oder wenigsten höflich lebte Newton sein Leben.Wovon schon der erste Auftritt in der wissenschaftlichen Öffentlichkeit kündet. Der leiseste Anhauch von Kritik wurde unbarmherzig öffentlich beantwortet, wie der rege Schriftkehr der Anfangsjahre zeigt.„Er vertrug die Kritik so schlecht wie ein kleines Kind, und ebenso trotzig verhielt er sich auch“. Was auch damit zusammenhängen könnte, dass Newton ein „Geheimniskrämer“ erster Güte ebenfalls war, wie Freistetter erläutert und damit auch die mangelnde Empathie Newtons in den Raum stellt. Denn kein bisschen war dieser in der Lage, Kollegen Zeit zu geben, seine seit Jahren überlegten und dann ad hoc veröffentlichten Thesen in Ruhe sinken zu lassen.Und dennoch, „was in der Physik seit 1687 (dem Zeitpunkt der Veröffentlichung der „Principa“, Newtons Magnus Opus) erreicht wurde, bleibt im Grunde nur eine Randbemerkung zu den „Principa“.Freistetter gelingt, ohne das „Denkmal“ des Wissenschaftlers zu beschädigen, den unsympathischen Menschen Newton Seite für Seite dem Leser sehr nahe zu bringen und damit ein schillerndes, anregend zu lesendes biographisches Bild zu vermitteln.

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