Florian Günther Mir kann keiner

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Inhaltsangabe zu „Mir kann keiner“ von Florian Günther

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  • Rezension zu "Mir kann keiner" von Florian Günther

    Mir kann keiner
    Urs_Boeke

    Urs_Boeke

    09. March 2011 um 21:55

    Florian Günther MIR KANN KEINER Gedichte, Edition Lükk Nösens ISBN 978-3-00-026927-1 Günther legt mit MIR KANN KEINER seinen bereits sechsten Gedichtband vor, und es scheint, als sei Bukowski nie gestorben, damals, irgendwann im März. Doch hier schreibt ein Lebendiger, wenn auch nicht Quicklebendiger, wie Unmengen von Bier vermuten lassen. Und mehr noch: Hier schreibt kein billiges Bukowski-Plagiat, sondern ein Ostler, der bereits zu seiner eigenen Schreibe gefunden hatte, bevor er Bukowski überhaupt kannte. Und so beherrscht Florian Günther all die schwierigen Tricks, um den immer gleichen Sujets Alltag, Alltag, Alltag eben doch Tiefsinn und Heiterkeit abzugewinnen, auch wenn diese Heiterkeit manchmal vielleicht Sarkasmus weichen muß, aber dennoch lächeln läßt. Günther kann es sich erlauben, mit Wiederholungen zu kokettieren, denn: „Als sie zur Tür/ herausspazierte, wußte ich,/ sie würde/ wiederkommen. (Die Nächste)“ Und eines ist klar: Die Nächste ist niemals die einzige und erst recht nie die letzte, und so wird Günther dem Alltag in Berlin auch weiterhin genug Zeilen abgewinnen, um diese in Gedichte pressen zu können. Es scheint aus dem Ärmel geschüttelt, improvisiert und ein leichtes – und ist genau deshalb großartige Handwerkskunst. Hier schmiedet ein Dichter an seinem Talent, und er benutzt den alltäglich Wahnsinn als Amboss. Und dann, inmitten der Seiten, so etwas wie Selbsterkenntnis: „Hier der Autor/ der geschliffenen Zeile,/ dort nichts/ weiter als ein Säufer mehr;/ faul, arbeitslos/ und laut. (Nichts ist sicher)“ Wer also zur Klärung für philosophische Fragen auf Habermas, Heidegger & Co verzichten kann und die wesentlichen Dinge eher auf einen Bierdeckel schmiert (und mehr wesentliche Dinge gibt es nicht!), sei hiermit bedient. Und das allemals besser, als von langfüßigen Kellnern in Paris.

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  • Rezension zu "Mir kann keiner" von Florian Günther

    Mir kann keiner
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. March 2011 um 11:47

    Zum Inhalt: 62 Gedichte Meine Meinung: Wer ein Gedicht wie „Friedrichshainer Konkurrenz“ abschießt, kann eigentlich nichts falsch machen. Selten ein Poem gelesen, welches in wenigen Zeilen und mit 52 Wörtern so auf den Punkt kommt. Ich wusste ja schon, dass Florian seine mit scheinbarer Leichtigkeit rausgeschüttelten Texte mit Herzblut und unter Schmerzen aufs Papier fließen lässt (ja schon bevor du es mir mit „Schein und Sein“ reingerieben hast), doch auch dieser Band bestätigt, dass Günther zu den besten z.Zt. aktiven Dichter gehört (neben Urs Böke), denen die Texte vermeintlich nur so raus rollen, ohne dabei an Qualität zu verlieren. Gut, ne Kröte ist immer am Start, aber letztlich zählt der Gesamteindruck und „Mir kann keiner“ ist gespickt mit hervorragenden Gedichten, die, abseits vom stumpf reimenden Metrik-Mainstream, die Straße, das Leben und das verkackte Drumherum aufs Korn nehmen und ohne romantisches oder verklärtes Getue einfach nur beschreiben, was sich da draußen abspielt. Hier schreibt keiner, der zu Hause sitzt und sich das Leben ausdenkt. Hier schreibt einer, der das Leben fühlt, es greift und mehr als einmal enttäuscht wird von dem, was er sieht. Doch ich bin sicher, solange Florian Günther noch den Klammeraffen parat hat, wird ihm so schnell nichts passieren da draußen und er wird weiter machen, mit dem, was er am besten kann – Beschreibungen seiner Umgebung, die bei aller Härte doch immer den gewissen Funken Poesie in sich haben. Und wie lakonisch das sein kann, liest man wunderbar in „Bestellung“: „Ich krieg n Berliner./Probier doch mal/n Warsteiner./Zu teuer./N Warsteiner/mein Freund,/zeigt den anderen,/dass du Arbeit/hast!/Ach ja? Ich/krieg n Berliner.“ Der Gedichtband wird abgerundet mit einem Interview, welches Volly Tanner mit Florian Günther geführt hat und außerdem gibt es noch eine Antwort auf die Anfrage für ein Essay, sowie ein kurzes, knackiges Nachwort, dass im Prinzip auch für diese Rezi gerreicht hätte.

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