Florian Homm

 3.6 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor von Kopf, Geld, Jagd, Erfolg im Crash und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Florian Homm

Florian HommKopf, Geld, Jagd
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Kopf, Geld, Jagd
Kopf, Geld, Jagd
 (4)
Erschienen am 06.11.2012
Florian HommErfolg im Crash
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Erfolg im Crash
Erfolg im Crash
 (3)
Erschienen am 23.11.2017
Florian HommEndspiel
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Endspiel
Endspiel
 (2)
Erschienen am 15.02.2016
Florian Homm225 Jahre Knast
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225 Jahre Knast
225 Jahre Knast
 (2)
Erschienen am 09.11.2015
Florian HommDie einzige Lektion über Aktieninvestitionen, die Sie jemals brauchen werden
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Die einzige Lektion über Aktieninvestitionen, die Sie jemals brauchen werden

Neue Rezensionen zu Florian Homm

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Rezension zu "Erfolg im Crash" von Florian Homm

"Wer jetzt noch am Aktienmarkt investiert, ohne seine Exposure abzusichern, ist lebensmüde"
R_Mantheyvor 6 Monaten

Dieser Satz soll von Nassim Taleb stammen, einem „brillanten Analytiker ("schwarze Schwäne") und Hedgefond-Manager", den der Autor offenbar sehr verehrt. Nicht nur Taleb glaubt, dass die vom Gelddrucken getriebene Party an den Aktienmärkten bald vorbei sein wird.

Als Grundlage seines neuen Buches (Endfassung Juli 2017) dienen Homm deshalb zwei Szenarien: Entweder ereignet sich bis Ende 2019 ein gewaltiger Crash oder wir erhalten das japanische Desaster einer langfristigen Stagnation oder Schrumpfung der Wirtschaft mit entsprechenden Aktienmärkten. Homms Text richtet sich an Kleinanleger mit ausreichendem Kapital, um an den verschiedenen Wertpapiermärkten profitabel aktiv zu werden. Und er ist einfach gegliedert: (1) Analyse, (2) Investment-Strategien, (3) Anlageideen.

Ich möchte mich ähnlich kurz fassen. Erstens: Die Hommsche Analyse scheint schlüssig und wird mit zahlreichen ökonomischen Kennzahlen untermauert. Leider nützt das alles herzlich wenig, wenn man in den entsprechenden Grafiken kaum etwas erkennen kann. Sie sind viel zu klein und waren im eingereichten Manuskript offenbar farbig. Im aus diesem Manuskript entstanden Buch werden daraus Bilder mit kaum zu unterscheidenden Grautönen in der Darstellung.

Zweitens: Homms zeitliche Voraussagen müssen nicht stimmen. Gelegentlich sind die handelnden Akteure in der Lage, den nicht aufzuhaltenden Zusammenbruch noch sehr lange hinzuziehen, während andererseits unerwartet Ereignisse den Lauf der Dinge erheblich beschleunigen könnten. Man kann den Zeitpunkt solcher Crashs also nicht wirklich voraussehen. Sich vorher zu positionieren kann folglich ebenso ein teures Desaster werden wie ein Glücksfall.

Drittens: Unter Homms Anlageideen kann man je nach eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten einige wirklich interessante Vorschläge finden. Andere hingegen erscheinen zweifelhaft, wie etwa Investitionen in Krypto-Währungen. Sie können ebenso kriminalisiert wie verboten, unterwandert oder verhindert werden. Wenigstens einige dieser kritischen Möglichkeiten erwähnt Homm. Man sollte sich sehr genau ansehen, was Regierungen jetzt schon verlautbaren oder unternehmen.

Unter seinen zahlreichen Ideen befinden sich auch andere merkwürdige Vorschläge. Inverse ETFs sind in meinen Augen ein ziemlicher Unfug. Um das zu verstehen, muss man sich in diesem Buch nur einmal Homms Beispielrechnung zu einem inversen DAX-ETF ansehen. Noch merkwürdiger fand ich jedoch seine Vorschläge für Leerverkäufe. Er empfiehlt unter anderem, ein Oil-Basket zu shorten (S. 158) Dafür führt er neun amerikanische Ölfirmen mit deutscher Wertpapierkenn-Nummer an. Man muss also einen Broker finden, der einem diese Aktien gegen Gebühr verleiht, dann müssen im Idealfall die Kurse fallen, und schließlich kauft man die Papiere zurück und übergibt sie wieder dem Broker. Der Kursverlust abzüglich der Gebühren ist dann der Gewinn dieser Aktion. Abgesehen davon dass man sich damit jetzt ziemlich in die Nesseln gesetzt hätte, weil die Ölpreise und damit die Öl-Aktien gestiegen sind, hat die Sache einen ganz anderen Haken. Da diese Papiere in Deutschland kaum gehandelt werden, muss man einen Broker finden, der die ganze Prozedur in den USA abwickeln kann.

Viertens: Die ganze Denk- und Handelsweise Homms entspricht nicht dem, was in den Köpfen gewöhnlicher Akteure in Deutschland steckt. Ein Wunder ist das nicht, denn Homm ist diese eingeschränkte Denkweise nicht gewöhnt. Er ist von je her anders vorgegangen und besitzt entsprechende Kontakte und Erfahrungen. Natürlich kann man sich bilden und sich auf Homms Niveau hochziehen lassen. Dafür gibt es im Buch genügend Hinweise. Für solche Leser ist wohl dieses Buch letztlich auch gedacht.

Nur unter dieser Voraussetzung kann man Homms Buch guten Gewissens empfehlen. Für den normalen Anleger, der sich nicht auf Homms Spuren begeben möchte, ist dieses Buch eher verwirrend. Immerhin findet man am Ende zwei Muster-Portfolios für Long und Short, die eine gewisse Plausibilität hätten, wenn demnächst die erwartete Katastrophe über uns hereinbrechen würde. Tut sie es nicht, dann hat man insbesondere auf der Short-Seite ein ziemliches Problem. Wenn man es geschickt angestellt hätte, hätten vielleicht selbst jetzt Gewinne diese Verluste aufgefangen. Das lässt sich jedoch nicht überprüfen, weil es dabei auf Einstiegskurse, Positionsgrößen und andere Details ankommt, die ein solches Buch niemals liefern kann.

Kurz gesagt: Dieses Buch ist nur etwas für Leute, die mit den dort enthaltenen Informationen vernünftig und selbständig umgehen können. Als Empfehlungen kann man sie schon deshalb nicht ansehen, weil sie nur dann einen Sinn ergeben, wenn man sie zur richtigen Zeit richtig zu nutzen versteht.

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Rezension zu "Endspiel" von Florian Homm

"Der Patient ist klinisch tot"
R_Mantheyvor 3 Jahren

In seinem ersten Buch beklagte Florian Homm noch, dass er die falschen Götter angebetet hätte. Seine zweite Publikation ist einer wahrhaft Heiligen gewidmet, an die er auch noch im dritten Buch glaubt. Hinzugekommen ist nun, dass er offen für die Linkspartei wirbt. Das klingt alles ein wenig bizarr, aber es passt zur multipolaren Persönlichkeit des Autors. Ich würde mir ein solches Urteil nicht erlauben, wenn es nicht vom Autor selbst stammen würde.

Obwohl Florian Homm auch in diesem Buch einiges aus seiner Vergangenheit als einer der größten deutschen Hedgefondmanager erzählt, kann man sich dennoch auch nach diesem Buch kaum ein Bild davon machen, was er wirklich damals tat. Dazu fehlen einfach zu viele Bestandteile dieses Puzzles. Immerhin erfährt der Leser, dass Homm ein Spezialist für Leerverkäufe war. Solche Menschen werden in der Öffentlichkeit nicht gerade mit Lob überhäuft, denn sie spekulieren auf den wirtschaftlichen Ruin eines Unternehmens und beschleunigen ihn gegebenenfalls. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um völlig überschuldete Gesellschaften.

Und damit wären wir beim Thema. Denn in diesem Buch geht es um hoffnungslos überschuldete Volkswirtschaften, deren finanzielles Ende bevorsteht. Allen westlichen Industriestaaten stehen vor diesem unausweichlichem Schicksal, denn statt zu rechten Zeit der Wahrheit ins Auge zu blicken und umzusteuern, haben sie alles getan, um die Insolvenz zu verschleppen. Im Jargon der deutschen Politik heißt das "Zeit kaufen".

In diesem Buch versucht Florian Homm nun erstens die Lage zu analysieren und zweitens Ratschläge zu erteilen, wie man sich möglichst schadensarm aus dem zu erwartenden Endspiel heraushält. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Analyse ist sehr gut, der zweite Teil eine Enttäuschung. Insofern hat dieses Buch bis auf ein paar Ausnahmen meine Erwartungen ziemlich getroffen.

Eine dieser Ausnahmen besitzt schon wieder eine gewisse Komik. Denn auf der einen Seite vergleicht Homm die Situation der westlichen Gesellschaften mit den Pleitekandidaten aus seinem Hedgefondleben. Auf der anderen Seite sollen seine Leser aber um Gottes Willen nicht das machen, was er damals tat. Homm hätte nämlich damals leerverkauft. Das kann man natürlich auch jetzt machen, indem bei einem Aktienindex auf fallende Kurse setzt. Das geht allerdings nur über Derivate. Und solches Teufelszeug lehnt Homm jetzt ab. Oder besser: Er warnt seine Leser davor, weil man davon etwas verstehen muss. Und genau das traut er seinen Leser (wohl meistens zu recht) nicht zu. Mit dieser Aussage ist die Pointe des Buches also schon einmal eine völlig andere als man bei Homm vielleicht erwartet hätte.

Was soll man also sonst machen? Physisches Gold kaufen, sich Vorräte anlegen, sich einen sicheren Nebenverdienst besorgen? So in etwa. Und die Linkspartei wählen. Leider habe ich nicht wirklich begriffen, was Homm sich davon erhofft. Besondere ökonomische Kompetenz vielleicht? Planwirtschaft? Man fragt sich da schon, was im Kopf von Homm vorgeht. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass ihm diese Partei bei seiner Freilassung geholfen hat.

Homms Analyse der ökonomischen Situation der westlichen Staaten ist fast brillant. Darüber hinaus entwickelt er zwei mögliche Szenarien: einen Crash, ausgelöst durch einen externen Schock, und das japanische Modell des langen Siechtums, auf das unsere selbsternannten Eliten hinsteuern. Denn sie wollen unter allen Umständen das Unvermeidliche solange wie möglich hinauszögern. Griechenland steht dafür als Beispiel.

Homms Ratschläge hingegen bieten kaum Neues. Dafür kann er nichts, denn auch er kann kein Wundermittel erzeugen, zumal niemand genau weiß, wie die Abläufe tatsächlich sein werden. Kaum jemand wird die "Kernschmelze des Finanzsystems sicher überstehn", wie der Untertitel dieses Buches behauptet. Es sei denn man gehört zum Geldadel, wie Homm bestimmte Kreise nennt, die sicher wieder aus dieser Krise gestärkt hervorgehen, weil sie die nötigen Mittel und Techniken dafür besitzen. Den anderen bleiben solche Bücher.

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "225 Jahre Knast" von Florian Homm

"Wenn du wissen willst, wer deine Freunde sind, verschaff dir eine Gefängnisstrafe."
R_Mantheyvor 3 Jahren

"Hör zu du Klugscheißer. Willst du, dass ich deinen Kopf gegen diese Wand schlage, bis dein Gehirn rausspritzt? Hörst du mich? Hast du das verstanden? Leg dich ja nicht mit mir an. Nie wieder." Das sind Sätze aus dem Munde eines Mannes, der von sich behauptet, Maria, die Mutter Gottes, hätte ihn auf den rechten Weg geführt und seine Seele vor dem Ruin gerettet. Und nun würde er von ihr dazu berufen worden sein, ihre Botschaft in die Welt zu tragen, damit "andere Seelen in Not auch von ihrer großen Gnade profitieren können."

Wer nicht glauben kann oder will, dass eine gezielte kalte Gewaltandrohung und die Gnade der Mutter Gottes irgendwie zusammen in einen Kopf passen, der kennt Florian Homm nicht. Man mag seine vorgebliche Bekehrung nicht glaubhaft finden und auch dieses Buch schulterzuckend und voller Unverständnis beiseite legen, doch dann verpasst man eine Gelegenheit für eine seltene Vorführung einer tief gespaltenen Seele. Homm selbst hat sich in seinem Vorgängerbuch Kopf Geld Jagd - Wie ich in Venezuela niedergeschossen wurde, während ich versuchte, Borussia Dortmund zu retten. selbst als Psychopathen bezeichnet. Damals war er noch vor Kopfgeldjägern untergetaucht. Aber nach drei Jahren und 153 Tagen wurde er in Florenz festgenommen. Es drohte ihm die Auslieferung in die USA, wo ihm der Prozess gemacht werden sollte. Die Höchststrafe für die ihm dort zur Last gelegten Vergehen, die im Buch nicht wirklich präzise erläutert werden, liegt dort bei mehrfach lebenslänglich oder 225 Jahren Knast ohne die Möglichkeit einer Bewährung. In Deutschland gibt es keine Anklage gegen ihn.

Wer Homms Geschichte oder gar ihn nicht kennt, sollte vorher sein erstes Buch lesen. Oder er muss sich mit der Zusammenfassung des Geschehens aus Homms Sicht am Anfang dieses Buches begnügen. Was Homm dann im Weiteren schildert, sind seine Bemühungen, sich der drohenden Auslieferung in die USA zu entziehen, was ihm letztlich gelungen ist. Wen das auch nicht besonders interessiert, kann den Text vielleicht als Information über die Korruptheit der italienischen Justiz und der unfassbaren Zustände in italienischen Gefängnissen lesen. Selbst wenn nur ein Bruchteil von Homms Beschreibungen stimmt, dann kann man allein deswegen den Glauben an all das verlieren, was angeblich die gelebten europäischen Werte sein sollen. Oder man sieht, wie weit Beschwörungsformeln aus Sonntagsreden und die Realität von einander entfernt liegen.

Homm war und ist einer der meistgesuchten Leute auf einer Liste des FBI. Er beschreibt in diesem Buch, welchen Druck die amerikanischen Dienste auf die angeblich souveränen Staaten Europas ausüben, wenn sie etwas erreichen wollen. Gesetze und Regeln anderer Nationen scheren sie nicht. In Homms Fall führte dieser Druck dazu, dass Italien (und damit die EU) eine Reihe von Gesetzen brach. Die Erwartung einer mehrfach lebenslänglichen Gefängnisstrafe ohne Bewährung sind "weder mit der Europäischen Menschenrechtskonvention noch mit der italienischen Verfassung vereinbar". Da Homm unter chronisch-progressiver Multipler Sklerose leidet, hätte er schon allein deswegen gar nicht in Haft kommen dürfen. Dass ihm Medikamente verweigert wurden, krönt die Sache noch. Es gab nie einen formalen Auslieferungsantrag der USA, was an sich schon ein Grund ist, Homm in Freiheit zu lassen. Über seine partielle Isolationshaft muss man in diesem Zusammenhang erst gar nicht reden. Warum die Sache dennoch am Ende für ihn nach 15 Monaten glimpflich ausging, kann man im Buch nachlesen.

Selbstverständlich darf man über Homms Taten und seinen Charakter ganz unterschiedlicher Meinung sein. Allerdings sollte man dazu auch die Tatsachen wirklich kennen und nicht nur auf Beschreibungen aus seiner Sicht zurückgreifen müssen. So gesehen ist sein Buch lediglich eine sehr interessante Beschreibung eines Teils seines Schicksals, die mit der Schilderung von skandalösen Zuständen in Europa verbunden wird. Man lernt in diesem Buch einen Menschen und einen Stück seiner Lebensgeschichte aus dessen Sicht kennen, die soweit abseits der Normalität liegt, dass sie fast unglaublich erscheint. Egal, was man über Homm denkt - sein Überlebenswille und seine Intelligenz sind erstaunlich, ebenso wie seine Kaltblütigkeit und sein psychopathischer Hang. Eine sehr seltsame und seltene Mischung, die entweder fasziniert oder abstößt. Oder beides gleichzeitig macht.

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