Florian Huber Kind, versprich mir, dass du dich erschießt

(8)

Lovelybooks Bewertung

  • 17 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 1 Leser
  • 3 Rezensionen
(5)
(2)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Kind, versprich mir, dass du dich erschießt“ von Florian Huber

Monatelang brandete 1945 eine Selbstmordwelle durch Deutschland, die Tausende – Frauen, Männer und Kinder – in den Untergang riss. In welchen Abgrund hatten die Menschen geblickt, dass sie angesichts der Befreiung vom Dritten Reich nur im Tod einen Ausweg sahen? Aus der Sicht derer, die das unfassbare Geschehen selbst miterlebt haben, erzählt der Historiker Florian Huber von dem größten Massenselbstmord der deutschen Geschichte und seiner Verdrängung durch die Überlebenden – ein fesselnder Blick auf die Gefühle der kleinen Leute, die in ihren Untergang marschierten.

Interessant, aber teilweise angesichts der Materie zu abstrakt geschrieben. Hat man sich an Hubers Schreibstil gewöhnt, fesselt es.

— goldie3004
goldie3004

Stöbern in Sachbuch

Green Bonanza

informativ, grün, lecker, etwas ausgefallen - für Gemüsefans und solche, die es werden sollten ;)

SigiLovesBooks

Freundinnen

Eröffnet neue Sichtweisen zu Freundschaften, die für jeden wertvoll sind/nützlich sein können. Eine interessante Lektüre!

Tankrastra

Mein Kind ist genau richtig, wie es ist

Ein lesenswertes Sachbuch über die Entwicklung des eigenen Wesens- Nicht nur für Eltern Lesenswert!

Diana182

Glück besteht aus Buchstaben

Letztlich eher enttäuschend. Die Autobiographie nahm mehr Raum ein als die Bücher. Außerdem ein paar Taktlosigkeiten.

rumble-bee

Gemüseliebe

Kochbuchliebe!

kruemelmonster798

Was das Herz begehrt

Tolles Buch mit vielen Erklärungen über unser Herz.

Linda-Marie

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ein verschwiegenes Thema wird öffentlich gemacht

    Kind, versprich mir, dass du dich erschießt
    Freyheit

    Freyheit

    19. January 2017 um 17:20

    F. Huber ist in seinem Buch auf der Frage nach „dem Warum“.Dabei hat er sich auf Tagebücher, Lebensberichte und Bücher bezogen. Sein Schreibstil ist klar und er hält persönliche Wertungen raus. „Gott sei Dank“ hat er auf bildreiche Beschreibungen verzichtet.So kann man das Buch mit dem nötigen Abstand lesen. Dennoch hat es mich tief berührt.Ich gebe zu, dass ich bei diesem Thema eine Wissenslücke hatte. Ich wusste nichts über die große Selbstmordepidemie.Dieses Buch hat mich nicht nur diesbezüglich aufgeklärt, sondern ich verstehe jetzt auch, was die Menschen in Hitler sahen und von ihm erhoffen. Huber hat mir die Angst, die Verzweiflung und – nach dem Krieg – die Sinnlosigkeit nahegebracht.Der Buchtitel taucht später im Buch erneut auf und dann habe ich den Satz auch wirklich verstanden und nachvollziehen können.Dennoch stellt man sich die Frage: „Würde oder hätte ich es auch so getan?“Fazit:Dieses Buch ist für jeden, der sich für die deutsche Geschichte, besonders zwischen 1933-1945, interessiert. Dein Alter sollte jedoch die 16 nicht unterschreiten.Ein verschwiegenes Thema wird öffentlich gemacht.Für mich ein durchaus gelungenes Buch, welches ich gerne weiterempfehle.

    Mehr
  • Karussell in Buchform

    Kind, versprich mir, dass du dich erschießt
    Sessany

    Sessany

    07. December 2015 um 15:08

    Über den Titel muss man gar nicht gross reden, sehr einvernehmend... Vom Thema her ein riesen Potenzial, aber leider habe ich das Buch aufgrund seines eher dürftigen Inhaltes "überflogen". Ab einer gewissen Anzahl an gelesenen Seiten hatte ich einfach mal genug über Vergewaltigungen und Selbstmorde gelesen. Auf fast jeder vierten Seite kam das Thema zu sprechen ( Versteht mich nicht falsch, Vergewaltigung ist ein sehr ernstzunehmendes Thema, aber in dieser Form war's mir einfach zu viel ), was mich im Lesefluss ziemlich gestört hat. Da das Thema "Nach dem Zweiten Weltkrieg" eher wenig angesprochen wird, mir der Schreibstil des Autor sehr gut gefällt und die Struktur (nicht aber die physische Umsetzung) des Buches im Grunde genommen nicht schlecht gewählt ist, gebe ich hier drei Sterne.

    Mehr
  • Aufwühlend

    Kind, versprich mir, dass du dich erschießt
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    17. March 2015 um 09:42

    Aufwühlend Zum Ende des zweiten Weltkriegs 1945 hin waren es nicht nur Teile der Führung des dritten Reiches, die den Freitod wählten, allen voran Hitler und Goebels samt dessen Frau und, Gipfel der Perfidität, auch aller Kinder der Familie Goebels. Eine ganze „Welle“ an Selbstmorden überschwemmte das Land vor der und während der Kapitulation. Aus verschiedenen Gründen, sicherlich. Ideologisch motiviert, aus nackter Angst vor der Heranrückenden roten Armee, aus einem Gefühl der totalen Leere heraus bei jenen, die fest auf die Ideologie und Propaganda des dritten Reiches vertraut hatten, bei manchen sicherlich auch im Angesicht dessen, dass ihre aktiven Taten in diesem Regime zur Rechenschaft gezogen werden würden. Florian Huber geht diesem aufwühlenden, harten, emotionalen Buch genau diesem Aspekt am Ende des Krieges nach und wendet sich dabei in den ersten Kapiteln zunächst exemplarisch dem kleinen Ort Demmin zu. Minutiös schildert er die Atmosphäre, die innere Befindlichkeit im Ort, die verschiedenen inneren Haltungen, die letztendlich zu einem Massenselbstmord sondergleichen führten, kurz bevor die rote Armee den Ort erreichte. Wobei, was die Kinder angeht (und das wird hier nicht das einzige Mal sein, dass es auch die Unschuldigen trifft), kann man getrost eher von Mord denn von Selbstmord sprechen, auch dass eine Parallele zum verblendeten Handeln der Familie Goebels im fernen Berlin. „Wie schön könnte die Zukunft sein, wenn, ja wenn nicht die grausige Wirklichkeit alles zunichtemachen würde, wovon wir träumten“. Worte aus dem Tagebuch eines Lehrers, welche die ganze Illusion und Verstrickung in sich tragen, die im Mai 1945 wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrachen. Verstrickung, Mitschuld, eigene Schuld, dies steht nun im Raum und kann nicht „einfach so“, wie lange Jahre gewohnt, „nicht gewusst werden“. „Die grausige Wirklichkeit war jene, die sie alle nicht hatten sehen wollen, aber nicht mehr verdrängen konnten. Senn jetzt rückte sie ihnen hart, brüllend und triumphierend auf den Leib“. Auch in der Sprache emotional nicht Florian Huber kein Blatt vor den Mund und zeigt ein enges Geflecht von Motiven auf, die an nicht wenigen Orten zu vielfachen Selbstmorden führten. Dass die Propaganda der roten Armee, die flüsternde Kunde vom harten, brutalen Vorgehen der russischen Soldaten im Blick auf die Deutschen das ihrige hinzutat, legt Huber dem Leser dabei ebenso vor die Augen wie er im Gegenzug Personen und innere Befindlichkeiten zu schildern versteht, die in völliger Verblendung scheinbar beschlossen hatten, zu leben und zu sterben. Fassungslos steht der Leser so manches Mal vor dem Geschehen. Nicht nur, was die Tode angeht, auch, was Huber in einfachen Worten als Hintergrund und als unrettbare Verstrickung darzustellen versteht: „Wer ein Wofür hat zu leben, erträgt fast jedes Wie“. Und wenn das Wofür, und sei es auch noch so eine Lüge gewesen, verliert, der verliert dann folgerichtig sein Leben. Nur einer der sorgsam aufgerollten roten Fäden, die Huber in diesem sehr lesenswerten Buch darlegt zu einem tatsächlich wenig bekannten, verdrängten „Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte“.

    Mehr