1913

von Florian Illies 
4,1 Sterne bei246 Bewertungen
1913
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Positiv (188):
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Kurzweiliger Überblick über das Jahr 1913, in dem sich so viel getan hat und so viele Menschen einander beeinflusst haben

Kritisch (19):
Camposolensiss avatar

Die Idee finde ich gut, aber die ausgewählten Ereignisse sind etwas subjektiv.

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Inhaltsangabe zu "1913"

Die Geschichte eines ungeheuren Jahres – der internationale Bestseller jetzt im handlichen Taschenformat!

'Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen – Illies' Geschichten sind einfach großartig.'

Ferdinand von Schirach

Florian Illies entfaltet virtuos ein historisches Panorama des Jahres, in dem unsere Gegenwart begann: 1913. In Literatur, Kunst und Musik werden die Extreme ausgereizt, als gäbe es kein Morgen. Zwischen Paris und Moskau, zwischen London, Berlin und Venedig begegnen wir zahllosen Künstlern, deren Schaffen unsere Welt auf Dauer prägte. Man kokst, trinkt, ätzt, hasst, schreibt, malt, zieht sich gegenseitig an und stößt sich ab, liebt und verflucht sich.

Es ist ein Jahr, in dem alles möglich scheint. Und doch wohnt dem gleißenden Anfang das Ahnen des Verfalls inne. Florian Illies lässt dieses Jahr, einen Moment höchster Blüte und zugleich ein erstes Flackern des Untergangs, in einem grandiosen Panorama lebendig werden.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596520534
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:432 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:19.02.2015
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.11.2012 bei Der Audio Verlag erschienen.

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    YukBooks avatar
    YukBookvor 9 Monaten
    Der Sommer des Jahrhunderts

    Wie hätte wohl ein Buch über das Jahr 2017 ausgesehen, wenn Florian Illies Momentaufnahmen von aktuellen Geschehnissen und Persönlichkeiten zusammengestellt hätte? Vermutlich hätten die bildende Kunst und Literatur nicht so im Mittelpunkt gestanden wie in diesem Buch, das vor fünf Jahren erschienen ist. Das Konzept finde ich originell: Der Autor und Kunsthistoriker knöpft sich jeden Monat einzeln vor, schildert die aus seiner Sicht erwähnenswerten Ereignisse und hangelt sich so durch das ganze Jahr.

    Der Kunsthistoriker erzählt dabei so locker, klug und amüsant, dass man keine Mühe hat, sich in die schnell wechselnden Situationen hineinzuversetzen. Haben wir gerade noch mit Kafka über einen Liebesbrief an die Angebetete Felice gebrütet, befinden wir uns kurze Zeit später bei Asta Nielsen, die ihre ersten Filme dreht. Bemerkenswert ist, dass der Autor nur einzelne Tage im Leben verschiedener Persönlichkeiten beschreibt und doch das Typische an ihrem Wesen erfasst und illustriert.

    Er schafft immer wieder einen eleganten Übergang zwischen den Momentaufnahmen und Anekdoten und gibt dem Leser das Gefühl, das Jahr ziehe wie ein Film vor seinem Auge vorüber. Bald fühlt man sich fast angesteckt von den herrschenden Neurosen und der Untergangsstimmung, die Schriftsteller, Maler und Psychoanalytiker gleichermaßen ergreift. Allmählich versteht man, wie daraus die dem Morbiden zugetane Wiener Intelligenz entstand.

    Manche Fakten ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch, zum Beispiel, dass Marcel Duchamp immer noch keine Lust hat, die Malerei wieder aufzunehmen. Im Laufe des Buches sind einem die Protagonisten schon so vertraut, dass man das Gefühl hat, auf einen Sprung bei Rilke, Kokoschka, Schnitzler oder Freud vorbeizuschauen, und sich mit einem „What’s up?“ auf den Lippen zu erkundigen, wie die Dinge stehen. Eine erstaunliche Leistung von Florian Illies, die Fülle und Vielfalt eines ganz besonderen Jahres in ein unterhaltsames Büchlein zu packen.

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    Buecherfreundinimnordens avatar
    Buecherfreundinimnordenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Kleine Kulturgeschichte kurz vor Ausbruch des ersten Weltkriegs
    Interessante Zeitstudie in Sachen Kunst und Lebensgefühl

    Der Autor schildert die Befindlichkeiten diverser Geistesgrößen und Künstler im Jahr 1913. wir erleben auszugsweise mit, was Rilke, Kafka oder Jung ( um nur einige zu nennen) kurz vor Beginn des ersten Weltkriegs getan, gedacht, geschrieben haben. Mit wem oder über wen sie sich amüsierten, was sie quälte, wie es um ihre finanzielle Situaion bestellt war: alles dabei. Das letzte Jahr im Frieden, bevor die Hölle losbricht: das ist durchaus interessant, allerdings habe ich das ähnlich angelegte Buch von Werner Biermann ( Sommer 39) noch spannender gefunden. Biermann beleuchtet die europaweite Lage auch politisch, das hat mir gefallen und bei mir noch mehr Interesse geweckt - daher 4 von 5 Sternen für Illies.

    Kommentare: 2
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    vielleichtaberdochs avatar
    vielleichtaberdochvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich glaube, jeder Historiker und auch jeder Kulturwissenschaftler hat ein Lieblingsjahr. Nach dem Lesen ist meines 1913.
    1913 – Der Sommer des Jahrhunderts

    Das herrliche an diesem Buch ist, dass es wie ein Tagebuch durch das Jahr 1913 huscht. In 1913 – Der Sommer des Jahrhunderts erleben Persönlichkeiten einzelne Tage in ihrem Leben. Einige dieser Menschen sind bereits bekannt, andere werden bedeutend werden.

    Im Großen und Ganzen bewegen sich die meisten Figuren in der Künstlerszene. Da sind bekannte und (heute nicht mehr) bekannte Literaten, Maler und eben auch ein Adolf Hitler, der einfach hätte bei seinen verdammten Aquarellen bleiben sollen. Und dann auch ein Franz Kafka, bei dessen Erwähnung, man spätestens beim dritten Mal die Augen verdreht.
    Während alle so heiter ihr Leben genießen, ist es nicht nur der Titel, der vermuten lässt, dass sich bald der Herbst nähern wird – er hängt die ganze Zeit über den Köpfen der Charaktere. Und dennoch ist die Geschichte eine heitere Erzählung, die oft mit etwas Ironie und meistens mit einem Augenzwinkern daher kommt, die sie so angenehm zu lesen macht.

    Kann ich das Buch empfehlen? Ja, auf jeden Fall. Es ist ein kurzweiliges und lehrreiches Buch. Durch die zumeist kurzen Kapitel lohnt es sich auch für „Weniger-Leser“. Es ist eine lockere Unterhaltung zwischendurch, die gut und leicht geschrieben ist, sodass es einfach ein Genuss ist, sich durch die Handlung zu blättern. Die ganze Rezension gibt es auch in meinem Blog.

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    huckelberrys avatar
    huckelberryvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wunderschön und kurzweilig
    Wunderschön und kurzweilig

    Das Buch ist in die Monate des Jahres 1913 gegliedert und jeder Monat enthält viele kleine Annekdoten zu bekannten Persönlichkeiten. Sie lesen sich zuweilen fast wie Fortsetzungsgeschichten aus der Tageszeitun. Wirklich sehr unterhaltsam.
    Mit dem Jahr 1913 verbindet man nicht unbedingt Liebesgeschichten zwischen heute berühmten Künstlern. Die Geschichten bieten, teils etwas reißerisch, Einblick in das tägliche Leben und die vorherrschende Stimmung abseits der Politik.

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    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Wucht! Ein Schatz voller Kunst, Literatur, Politik und Wissenschaft. Unbedingt lesen!
    Im Jahre 1913...

    Unglaubliches und doch Wahres passiert im Jahr am Anfang des 20. Jahrhunderts. Ob Robert Musil, Artur Schnitzler, Franz Kafka oder Adolf Hitler. Personen, Begebenheiten, Werke erblicken das Licht der Welt, verschwinden, finden statt.
    Mit diesem Buch ist Florian Illies ein wirklich herausragendes Buch gelungen. Klug, witzig, unterhaltsam, charmant. Mit fallen noch mehr positive Adjektive ein, um diese Perle von Buch zu beschreiben. Ein Querschnitt durch die Welt, nicht nur in Deutschland. Viele, viele bekannte Gesichter, aber auch neue Persönlichkeiten und vor allem Fakten lassen dieses Buch so lebendig wirken, als wäre man für kurze Zeit selbst im Jahre 1913. Eine klare Leseempfehlung!

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    dominonas avatar
    dominonavor 3 Jahren
    alles was man braucht

    Ein sehr interessanter, teils leicht reißerisch gestalteter Überblick über die Geschehnisse ein Jahr vor Kriegsbeginn. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf der künstlerischen, literarischen und psychologischen Entwicklung der Zeit. Der Autor geht chronologisch vor und wendet sich immer wieder verschiedenen Personen zu. Dabei ist er oft ironisch (Rilke) und bringt aber den stürmischen Kern des Buchs immer wieder erstaunlich gut auf den Punkt. Ich habe viele Anregungen erhalten, mich welchen Biographien ich mich nochmal eingehender befassen möchte.

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    Kartoffelschafs avatar
    Kartoffelschafvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Interessant, lehrreich - die perfekte Mischung aus Spannung, Geschichte, Drama und Witz.
    Eine großartige Zusammenfassung

    Die Geschichte eines ungeheuren Jahres der internationale Bestseller jetzt im handlichen Taschenformat!§§"Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen Illies' Geschichten sind einfach großartig."§§Ferdinand von Schirach§§Florian Illies entfaltet virtuos ein historisches Panorama des Jahres, in dem unsere Gegenwart begann: 1913. In Literatur, Kunst und Musik werden die Extreme ausgereizt, als gäbe es kein Morgen. Zwischen Paris und Moskau, zwischen London, Berlin und Venedig begegnen wir zahllosen Künstlern, deren Schaffen unsere Welt auf Dauer prägte. Man kokst, trinkt, ätzt, hasst, schreibt, malt, zieht sich gegenseitig an und stößt sich ab, liebt und verflucht sich.§§Es ist ein Jahr, in dem alles möglich scheint. Und doch wohnt dem gleißenden Anfang das Ahnen des Verfalls inne. Florian Illies lässt dieses Jahr, einen Moment höchster Blüte und zugleich ein erstes Flackern des Untergangs, in einem grandiosen Panorama lebendig werden.
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    Ich war anfangs ein wenig skeptisch, ob sich dieses Buch ob der doch recht komplexen Thematik gut lesen lassen wird.Dazu kann ich nun, nachdem ich es beendet habe definitiv ja sagen. Allerdings ist es kein klassischer Roman und mir persönlich war es nicht möglich, dieses Buch an einem Stück zu lesen. Daher auch der eine Stern Abzug.
    Vom Aufbau her ist es untergliedert in die einzelnen Monate des Jahres 1913 und in diverse Abschnitte - jeweils zu den entsprechenden Persönlichkeiten.
    Hiervon sind jedem bekannt, von anderen hat man vielleicht nur mal den Namen gehört, kann diese Person aber nicht richtig einordnen.
    Umso spannender ist es, diverse Dinge, Begebenheiten und Beweggründe zu erfahren.
    Irgendwie ein klein wenig Auffrischung in Geschichtsdingen.
    Ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt und bin um einiges an Wissen reicher. 
    Der Autor versteht es grandios, die Dramatik und Tragik einiger Geschichten mit Witz und einem ganz besonderen Charme zu beschreiben. 
    Ich kann dieses Buch vorbehaltlos empfehlen.

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    VeraPestels avatar
    VeraPestelvor 4 Jahren
    Das darf in diesem Jahr nicht fehlen!

    Niemand ahnte im Sommer des Jahres 1913, dass im darauffolgenden Jahr alles anders sein würde, dass es einen Krieg geben könnte. Es gab einige die unkten, allein schon aufgrund der Zahl 13, die als Unglückszahl gefürchtet wird. Illies hat einiges über das Jahr zusammengetragen. Er schreibt, 1913 sei ein "völlig überdrehtes Jahr". Der erste Looping wird geflogen. Lutz springt zum ersten Mal den Lutz. Hitler spaziert im Park von Schloss Schönbrunn, dort spaziert auch Stalin, Kaiser Franz Josef fährt in der Kutsche vorbei, so viel Geschichte auf einmal, das Unheil ist im Anmarsch. Maler, Literaten, Denker, Aufbruch und Wildheit, dazwischen die Meldung von der Geburt Gert Fröbes. Das erwartet uns in dem Roman.

    Illies gibt uns einen Einblick in die Welt der Künstler und Literaten. Die Politik spielt keine große Rolle, so scheint es. Man macht sich Sorgen am Rande, ja, aber das eigene Überleben steht an erster Stelle. Thomas Mann übernimmt sich mit seinem Hausbau, für Else Lasker-Schüler wird Geld gesammelt, Trakl läuft mit Depressionen am Strand entlang, die Neurasthenie scheint überall. Außerdem verkündet der Präsident der Stanford University: „Der große Krieg in Europa, der ewig droht, wird nie kommen." Also schreibt Kafka Liebesbriefe der anderen Art, Kokoschka malt besessen an einem Bild. Das sind Namen, die wir kennen. Oft wartet der Autor mit Anekdoten auf, die mich schmunzeln lassen. Was ist wahr an diesen kleinen Geschichten, wo galoppiert er mit uns davon, um ein Bild zu malen, aus dem Text zu schauen? Ich kann es nicht sagen, die angeführte Literaturliste ist lang. Manchmal wertet er bissig und treffend, "... und zeichnet die Krone der Schöpfung, das Schwein, den Menschen."


    Er zeichnet das Bild eines Jahres. Vieles bricht. Neue Strömungen drängen sich auf. Die Kritik ist machtlos, sie kann nichts verhindern. Der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. Rückblickend sind es Revolutionen an jeder Front. Diese Aufbruchstimmung fehlt mir in der heutigen Zeit. Betrachte ich es genauer, muss ich sehen, dass es sie überall gibt. Sie liegen verstreut und es ist oft Zufall, was mich erreicht. Ich lebe in der Zeit der Informationsflut. Alles scheint wichtig. Vielleicht fühlt sich das genauso an wie damals. Die Zeit vor hundert Jahren kommt mir bahnbrechender vor. Auch wenn man Verabredungen aufgrund brieflicher, und dementsprechend langwieriger, Kommunikation verpassen konnte.

    Gegliedert ist der Roman ganz einfach, nach Monaten. Zu Beginn gibt er einen Ausblick auf die kommenden Tage, sehr treffend, heiter zusammengefasst. Es lässt sich leicht lesen, was Rilke und die Manns taten, wo arbeitete Gottfried Benn und was war mit Else Lasker-Schüler, wie bestritten sie ihr Leben, was hatten sie miteinander zu tun, oder kannten sie sich gar nicht? Langweilig ist es nie. Und wieder schreibt ein Historiker einen Roman. Er hat mir damit einen Einblick in die Zeit verschafft. Und er hat es besser gemacht als manch anderer. Fakten hat er geschickt verbunden und eine herrliche Atmosphäre geschaffen von dem, was einmal war. Es ist schade, dass dieses Jahr so schnell verging.


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    Kerstin2505s avatar
    Kerstin2505vor 4 Jahren
    Der Sommer des Jahrhunderts

    Über dieses Buch wurden ja bereits zahlreiche Lobeshymnen ausgeschüttet – und jetzt komme auch noch ich hinterher, Eeewigkeiten nachdem das Hardcover erschienen ist und auch die Taschenbuchausgabe schon über zwei Monate in den Buchhandlungen liegt. Ich tu‘ es trotzdem, denn es muss einfach sein. Ich habe lange kein Buch gelesen, das mich so bedingungslos begeistert hat, und weil ich ihm so viele Leser wie möglich wünsche, will ich es an dieser Stelle noch einmal in Erinnerung rufen für alle, die bisher nicht die Gelegenheit hatten, es zu lesen oder es irgendwo in den Untiefen ihres SuBs herumliegen haben.

    Worum geht es? Ganz platt gesagt: um das Jahr 1913. Etwas differenzierter gesagt: es geht um Freud, Proust, Kafka, Lasker-Schüler, Stalin, Benn, das Ehepaar Schnitzler, Kokoschka, die Manns, Hitler, Rilke… die Liste ließe sich noch ewig erweitern, denn wir treffen gefühlt wirklich jeden, der zu dieser Zeit Rang und Namen hatte oder zumindest schon in den Startlöchern dafür stand. Aber vielmehr als das WER steht hier eigentlich das WIE im Vordergrund. Florian Illies hat kein Sachbuch geschrieben, er hat auch keinen Roman geschrieben. Es sind vielmehr unzählige kleine Episoden – manche nur eine Zeile kurz – die er mühevoll anhand von Tagebüchern und Aufzeichnungen recherchiert hat und hier nun chronologisch aufbereitet und zu einem bunten Mosaik aus Fakten und manchmal auch kleineren Mutmaßungen und Gedankenspielen verschmelzt („Vielleicht haben sich die beiden [Hitler und Stalin], von denen ihre Bekannten aus dieser Zeit erzählten, dass sie gerne im Park von Schönbrunn spazieren gingen, einmal höflich gegrüßt und den Hut gelüpft, als sie ihre Bahnen zogen durch den unendlichen Park.“).

    Manches weiß man also sicher, bei anderem ist man ein bisschen im Ungewissen, aber eigentlich treten Kategorien wie „wahr“ oder „ausgedacht“ beim Lesen auch sehr schnell völlig in den Hintergrund. Man wird einfach nur mitgerissen von dem, was da so alles passierte in diesem „Sommer des Jahrhunderts“, wie es Illies nennt. Die Süddeutsche Zeitung beschrieb das Buch als „gewaltigen Teaser“, und das trifft meiner Meinung nach voll ins Schwarze. Man will permanent mehr wissen, tiefer in die Hintergründe einsteigen, will die Gesichter zu den einzelnen Episoden sehen, mehr über die genannten Künstler erfahren, wissen, wie es für einige von ihnen nach 1913 weiterging... Was Illies hier macht, ist wirklich ganz großes Kino und verdient daher auch eine ganz große Leseempfehlung!

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    michella propellas avatar
    michella propellavor 4 Jahren
    der sommer 1913

    ahhh! simply mindblowing.
    illies schafft es, uns die welt der ""wichtigen" schachfiguren des jahres 1913, sprich künstler, schriftsteller, politiker und deren bessere hälfte(n) auf einem tableau in kleinen häppchen zu präsentieren, dass man wünscht, dieses picknick nähme nie ein ende.
    zwischen wien und berlin, einer prise prag und paris, abstecher an die ostsee und alpen, erfahren wir über die großen und kleinen alltäglichkeiten, probleme, krankheiten, illusionen, verrücktheiten, sehnsüchte und liebschaften all jener, die das weltgeschehen in der kunst bis heute nachhaltig beeinflussen. und man versteht aufs neue, wie "klein" und miteinander verwoben die welt von damals war, als sich diese genannten untereinander kannten und bereisten und nebenbei der welt ihren stempel aufdrückten.
    nach monaten geordnet, in viele absätze gegliedert, lässt illies thomas mann, rilke, kafka, benn und die brücke-künstler, kokoschka, alma mahler-werfel, freud und jung (um nur einige zu nennen) lebendig und menschlich werden. grandios!
    ich warte auf den sommer 2014...

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    Florian Illies hat ein Jahrhundertbuch geschrieben.

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