Florian Illies 1913 – Der Sommer des Jahrhunderts

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Inhaltsangabe zu „1913 – Der Sommer des Jahrhunderts“ von Florian Illies

1913 ist das Jahr, in dem unsere Gegenwart beginnt. In Literatur, Kunst und Musik werden die Extreme ausgereizt, als gäbe es kein Morgen. Proust sucht nach der verlorenen Zeit, Benn liebt Lasker-Schüler, Rilke trinkt mit Freud, Strawinsky feiert das Frühlingsopfer – und in München stellt ein österreichischer Postkartenmaler namens Adolf Hitler seine Werke aus. Anfang und Ende, Triumph und Melancholie – alles verschmilzt, alles wird Kunst. Virtuos wie kein anderer entfaltet Florian Illies das Panorama eines unvergleichlichen Jahres und setzt der Geburtsstunde unserer Moderne ein literarisches Denkmal. Lesung mit Stephan Schad 1 mp3-CD | Laufzeit 384 min

Gute Idee für ein Hörbuch etwas verwirrend...

— vormi
vormi

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    1913 – Der Sommer des Jahrhunderts
    Bommerlinda

    Bommerlinda

    26. July 2016 um 17:40

    Kennt ihr das? Menschen, die man auf einer Party trifft, mit ihnen einen Smalltalk halten möchte, die dann aber die Gunst der Stunde ergreifen, um einem den ganzen Abend über ihr ach so geballtes Wissen um die Ohren zu knallen. Wenn man sich jedoch auf eben diese Menschen einlässt und ihnen aufmerksam zuhört, lernt man doch tatsächlich oft noch was dazu.  Genau so erging es mir beim Lesen dieses Buches, geschrieben von einem Autor der, so könnte man meinen, nur so vor Wissen strotzt. In kleinen Anekdoten, die flott erzählt werden, tischt einem der Autor ein breites Spektrum an Persönlichkeiten auf, die alle zufällig in eben diesem Jahr 1913 kulturell unterwegs sind. Vermutlich gibt es unter den Lesern den einen oder anderen, der da überall mitreden kann, aber die meisten werden bei dieser Zeitreise auf interessante Figuren treffen, die sie bisher vielleicht gerade mal vom Namen her kennen. Eins vorab, die Aneinanderreihung von kurzen Texten in diesem Buch, wie sie auch in einer Illustrierten stehen könnte, ist kein Roman. Aber Vergleiche mit Klatschblättern, wie ich sie oft in anderen Rezensionen gelesen habe, sind einfach ungerecht. Der Autor schreibt für ein niveauvolles Publikum. Eine gewisse Bildung wird vorausgesetzt, sonst ist man schnell im Dschungel der vielen Namen, Städte und Werke verloren. Möglicherweise schummelt er auch an manchen Stellen, um einen engeren Zusammenhang herzustellen, den es so wahrscheinlich nie gegeben hat. Er deutet beispielsweise eine mögliche kurze Begegnung von Hitler und Stalin im Park von Schönbrunn in Wien an. Dies sei ihm zugestanden, denn es erhöht dadurch die atmosphärische Dichte des Buches, das kein exakter geschichtlicher Abriss ist, sondern ein kultureller Roman dieser Zeit. Dabei mag mancher zu gut oder zu schlecht wegkommen, bzw. nur einzelne Facetten seiner Persönlichkeit erwähnt sehen. So taucht Hitler als asketisch lebender Kunstmaler auf, der in Wien und München täglich mehrere Aquarelle erstellt und von Milch und Brötchen lebend den Verkaufserlös der Bilder zusammenhält. Kafka als weinerlicher Pessimist, der schrecklich konfuse Briefe an seine Geliebte schreibt, in denen er sich selbst um die Ehe mit derselben bringt.Eine weitere Ebene sind die gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge vor gut hundert Jahren. Es ist schon erstaunlich, wie wenig die Welt damals mit einem großen Krieg gerechnet hat. Artikel und Bücher der damaligen Zeit, die man praktisch eins zu eins in die heutige Zeit übertragen könnte, in denen von der Unmöglichkeit weiterer Kriege philosophiert wird, da alle Staaten wirtschaftlich so sehr miteinander verflochten sind, das man unmöglich das alles wegen eines Krieges riskieren könne. Die gekrönten Häupter Europas treffen sich in Berlin zu einer Hochzeit, lächeln sich zu und beschwören eine heile Welt und überall herrscht Friede, Freude, Eierkuchen.  Die Vermögen der Wohlhabenden wachsen, ein Siegmund Freud berechnet für eine Stunde Psychotherapie den Gegenwert mehrerer Monatsgehälter seiner Hausangestellten. Auf der anderen Seite werden viele Künstler von reichen Gönnern bezuschusst, hier sei insbesondere Rilke erwähnt, der nur zu und zu  gern von wohlhabenden Verehrerinnen ein großzügiges Taschengeld annimmt. Ein Jahr später bricht der erste Weltkrieg aus und nichts ist mehr wie es einmal war. Fazit: Ein wirklich gut geschriebenes Buch, das Lust darauf macht, sich mit Musik, Literatur und bildender Kunst des Expressionismus näher zu beschäftigen, wenn man denn daran interessiert ist. Absolut lesenswert!

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  • Ein Sommer, der Geschichte schrieb

    1913 – Der Sommer des Jahrhunderts
    black_horse

    black_horse

    28. October 2015 um 16:50

    Dieses (Hör)Buch ist außergewöhnlich. Es verbindet Historie und Roman in einer besonderen Form von Anektoden. Der Autor fängt damit jede Menge Informationen über das Leben in der Welt der Künstler und Denker in diesem denkwürdigen Jahr ein. So erfährt der Zuhörer nicht nur intime Details über das Liebesleben und die Aktivitäten von mehr oder weniger berühmten Persönlichkeiten dieser Zeit, sondern auch über die geschichtlichen Entwicklungen im damaligen Europa. Gut gelesen von Stephan Schad bringt dieses Hörbuch angenehm, interessante Hörstunden, in denen sicher jeder Hörer so einiges Neues erfährt über Namen, die ihm vielleicht schon mal begegnet sind, aber die er noch nicht so richtig einordnen konnte.

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  • 1913 - Der Sommer des Jahrhunderts

    1913 – Der Sommer des Jahrhunderts
    vormi

    vormi

    28. July 2015 um 00:40

    Das Jahr 1913 aus Sicht der damaligen Künstler, Dichter und  Denker, Maler, Psychiater oder jenen, die erst später bekannt werden. Hier kommt jeder mal zu Wort, ob Briefe von Siegmund Freud,  mehrere Mitglieder der Familie Mann oder Anekdoten von Liebenden. Immer vor dem Hintergrund des drohenden Krieges und ganz viele Zeitgeschehen,  aber, was mir sehr gut gefallen hat  mit keinem Hinweis auf den anstehenden Krieg. Das macht es für den umso interessanter,  da ja auch die diversen Protagonisten nichts davon  wußten,  was im Jahr darauf passiert. Ich unterstelle Florian Illies mal  daß alles in dem Buch gut recherchiert ist, denn das genau dies, Kunst und Kultur,  ist ja sein Hauptfach, in dem er sich sehr gut auskennen wird. Die Herangehensweise finde ich total ungewöhnlich und dadurch sehr beeindruckend. Ein Jahr, nicht ganz unwichtig für alles, was danach gesehen wird. Aber ich bin fest überzeugt, man könnte fast jedes beliebige Jahr nehmen, denn in 365 Tagen kann und wird immer einiges gesehen,  bestimmt auch vieles  was uns Durchschnittsbürgern gar nicht hat bekannt wird. Er läßt ganz viele bekannte Personen zu Wort kommen, läßt uns an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben. An ihren Ängsten und Träumen.  Leider ist dieses Buch für den Hörbuch-Genuss nur bedingt geeignet. Denn durch die Vielzahl an Personen, aufgebaut ein wenig wie ein Episoden-Film, wird die Lagern hellen verwirrend und unübersichtlich.  Ich habe mir manches Mal gewünscht, doch lieber das Buch gelesen zu haben. Denn in einem Taschenbuch kann man bei Unklarheiten schnell mal zurückblättern, um sich bestimmte Dinge und/oder Personen wieder zu vergegenwärtigen.  Und für diesen Wirrwarr ziehe ich 1 Stern ab.

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  • Rezension zu "1913" von Florian Illies

    1913 – Der Sommer des Jahrhunderts
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. December 2012 um 11:03

    Großartig! Illies vermittelt Literatur-und Kunstgeschichte auf so unterhaltsame Weise, dass man mehr davon möchte. Vielleicht entsteht ja eine Serie daraus?

  • Rezension zu "1913" von Florian Illies

    1913 – Der Sommer des Jahrhunderts
    Clari

    Clari

    24. December 2012 um 16:19

    Tagebuch einer beginnenden großen Künstlerepoche. Florian Illies hat sich das Jahr 1913 ausgesucht, um einmal zu zeigen, wie gehaltvoll einflussreiche Künstler, Dichter und Denker das literarische und politische Leben des kommenden Jahrhunderts prägten. Tagebuchartig folgt er den Ereignissen und Treffen so bekannter Künstler wie Oskar Kokoschka, Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc, Klimsch und Schiele. In der Tat war 1913 ein Jahr des beginnenden Expressionismus in der Malerei, der Erneuerung in den Neurowissenschaften durch die Fortführung der Erkenntnisse von Sigmund Freuds Psychoanalyse, und es war das Jahr kreativer Schriftsteller, die uns die schönsten Werke der Weltliteratur schenkten. 1913 zeigten sich aber auch die Vorboten des politischen Umsturzes in Russland und Europa. Fortlaufend zählt Illies von Monat zu Monat auf, was sich tat. Hitler und Stalin begegneten sich zum ersten Mal. Franz Kafka und Sigmund Freud sind in aller Munde; Else Lasker - Schüler und Gottfried Benn verbindet eine stille Liebe. Die beiden Maler Franz Marc und Ludwig Kirchner treten auf den Plan, und Oswald Spengler befasst sich mit dem „Untergang des Abendlandes“. Von allen diesen Künstler und anderen mehr hat man gehört und weiß sie einzuordnen. Doch nie hat jemand so kontinuierlich über das Jahr 1913 berichtet, in dem sich entscheidende Ereignisse ankündigten oder bereits ereignet hatten. In Wien gelangen die Maler Gustav Klimt und Oskar Schiele zu hohem Ansehen, zu denen auch Oskar Kokoschka zählte. Sie bildeten zusammen die Wiener Moderne. „Paris, München, Wien und Berlin galten insgesamt als die Frontstädte der Moderne“. In diesem Buch wimmelt es nur so von bekannten Namen, die das Jahrhundert prägten und mit ihnen das Charisma der zwanziger Jahre ausmachten. Heinrich und Thomas Mann gehören ebenso dazu wie Hofmannsthal und Arthur Schnitzler. Wer wissen will, wie diese Künstler, Dichter und Denker den Beginn das 20.Jahrhundert mit ihren Künsten beeinflussten, der lese diese Aufzählung, in der wohl niemand von Rang und Namen fehlt. Zu allen weiß der Autor uns Einzelheiten zu erzählen und fügt seine Ausführungen zu einem geschlossenen Bild dieser sehr lebendigen und hoch aktuellen Zeit zusammen. Man meint geradezu dabei zu sein, wenn Ateliers öffnen, Lesungen stattfinden oder anderweitige Veränderungen des Jahrhunderts ihren Anfang nahmen. Auch Aldi öffnete 1913 die ersten Ladentüren! Eine äußerst labile und zugleich von Neuerungen berstende Phase deutscher und europäischer Kulturgeschichte tut sich auf. Die Fülle des Materials ist überwältigend und lässt einen kaum zu Atem kommen. Doch bekommt man mit diesem Jahr 1913 einen Eindruck von den schöpferischen Kräften und aufwühlenden Denkrichtungen, die uns bis heute begleiten. Das Fazit ist: alle diese kreativen Künstler und Gelehrten konnten nicht verhindern, dass zwei Weltkriege unsere Kultur und unser Land tief erschütterten und Deutschland ins Abseits drängten. 1913 ist das letzte Jahr am Abgrund vor dem ersten dieser beiden Weltkriege. Das war der Bruch, mit dem der geistige und schöpferische Niedergang der deutschen Geschichte begann. Florian Illies hat ein umfassendes und höchst informatives Werk geschaffen, das uns Aufschluss bietet über eine beginnende neue Ära, die so tragisch mit dem ersten und zweiten Weltkrieg für Deutschland endete.

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