Florian Opitz SPEED - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

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Inhaltsangabe zu „SPEED - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ von Florian Opitz

Haben wir die Grenzen von Beschleunigung und Effizienz schon erreicht? Was kommt dann?

Unser Leben ist beschleunigt bis zum Anschlag. Die Technik, die seit der Erfindung der Dampfmaschine verhießen hat, uns ein immer bequemeres und genussreicheres Leben zu verschaffen, ist dabei, uns zu versklaven. Mit dem Takt, den globale Informationsübermittlung in Echtzeit über Handy, Blackberry und iPhone vorgibt, haben Menschen kaum noch die Chance mitzukommen. Wer treibt dieses Hamsterrad an, in dem wir alle leben? Und wo ist all die Zeit geblieben, die wir in den letzten Jahrzehnten durch immer ausgeklügeltere Technologien, Synergieeffekte und Effizienzmodelle gespart haben? Woher kommt dieser ständige Drang nach Beschleunigung überhaupt? Florian Opitz befragt und beobachtet Menschen, die sich, jeder auf seine Weise, mit dem rasenden Takt unseres Lebens arrangieren: eine Unternehmensberaterin, einen Informationsbroker, eine Krankenschwester, eine Pilotin, einen Burnout-Arzt, eine Bergbauernfamilie und viele mehr. So zeichnet er ein eindringliches Bild von den Hoffnungen und der Hilflosigkeit unserer Gesellschaft, etwas Sinnvolles aus der kostbaren Lebenszeit zu machen.

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  • Rezension zu "SPEED - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" von Florian Opitz

    SPEED - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

    emeraldeye

    20. June 2012 um 15:36

    Der hervorragenden Rezension von Michael Pape-Lehmann habe ich sachlich nichts hinzuzufügen, nur emotional. Ich stemme mich ganz gerne gegen den Wahnsinn des ständigen Erreichbarseinmüssens, der ewigen Hetze nach angeblich wichtigen neuen Informationen, des ständigen Dabeiseinmüssens und der sekundenschnellen Flexibilität in allen Dingen. Mit meinerVerweigerung löse ich interessante Reaktionen von Irritation bis Wut aus. Akzeptanz ist selten. Dabei bin ich weder langsam noch dumm noch langweilig oder desinteressiert. Ich habe mich einfach zu oft darüber geärgert, wenn Verabredungen erst eine Stunde vorher bestätigt oder abgesagt werden oder ich feststellen muß, dass mein Gegenüber nicht in der Lage ist, sich länger als eine Eintagsfliege zu konzentrieren. Ein extremes Phänomen ist, dass Leute zwar erscheinen, aber gleich mit Blick auf die Uhr bekannt geben, dass sie nur 2 Stunden Zeit haben, weil sie noch eine zweite, dritte oder vierte Verabredung haben. Ich frage mich dann immer wieder, wie die dieses Stakkato aus Begegnungen nur durchhalten und was sie denn eigentlich davon haben. Meistens streiche ich diese hechelnden Persönlichkeiten von meiner Bekanntenliste, und das ist leider genau der Pferdefuß an der Entschleunigung. Ich muß immer mehr Menschen streichen und finde immer weniger, die in ihrem Leben mehr "Qualitätszeit" (!!!) haben wollen. So überzeugt ich bin, dass irgendetwas schief läuft im öffentlichen und im privaten Leben, so kann ich doch nicht verleugnen, dass mich immer wieder die tiefe Angst packt, doch jede Menge absolut wichtige Dinge zu versäumen. Florian Opitz´ Buch hat mir einmal mehr die Bestätigung gegeben, dass es in Ordnung ist, langsamer zu leben, zumindest privat. Also werde ich auch weiterhin ein Buch (ein echtes, keinen Reader) in die Hand nehmen und es genießen, stundenlang zu lesen und die Welt um mich herum zu vergessen.

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  • Rezension zu "SPEED - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" von Florian Opitz

    SPEED - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

    michael_lehmann-pape

    01. October 2011 um 13:04

    Wo verliert sich die Zeit? Vor einiger Zeit hat Alex Rühle sein „Ohne Netz“ vorgelegt, einen sechsmonatigen Selbstversuch ohne Handy und Internet. Interessanterweise besucht Florian Opitz in seinem Buch unter anderem auch jenen Alex Rühle im Zuge seiner eigenen Recherchen aus seinen eigenen Lebensbeobachtungen heraus. Und dieser „Besuch im Buch“ macht Sinn, denn auch daran zeigt sich, dass das Phänomen, im eigenen Empfinden einfach immer zuwenig Zeit zu besitzen eine enge Verbindung aufweist zur ständigen und fortschreitenden Digitalisierung der Welt. Und diese wiederum nicht nur Ursache von „Beschleunigung“ (Speed) ist, sondern vor allem auch Folge eines strukturellen Problems: „Beschleunigung“ gilt als Kernkompetenz für das wirtschaftliche und individuelle Leben. Oder, wie es eine der befragten Personen im Buch zu Gehör bringt: „Nicht der Starke schluckt den Schwachen, sondern der Schnelle den Langsamen“. Florian Opitz macht sich auf. In seinem Leben, in dem der empfundene Mangel an Zeit ein immer größer werdendes Problem darstellt (vor allem, seitdem Opitz Vater geworden ist) und sucht nach Spuren des „Zeitverlustes“. Wo bleibt sie denn genau, die Zeit? Und was kann er persönlich dagegen unternehmen? Seine erste Station, ein Seminar mit Lothar J. Seiwert erweist sich, mit Verlaub, als fauler Zauber. Noch nicht einmal die Botschaft der von Seiwert im Vortrag eingestreuten mäßigen Zaubertricks erschließt sich Opitz. Der im Übrigen aus kundigem Mund später im Buch vom Zeitenforscher Karlheinz Geißler darin bestätigt wird. Zeitmanagement sei eher nicht der Königsweg zu einem subjektiven „Mehr“ an Zeit. Aber auch ein auf Burnout spezialisierte Psychologe kann Opitz nicht wirklich weiterbringen. Gut also, dass er sich dann der „anderen“ Seite zuwendet, den „Zeitbeschleunigern“ in Form der Unternehmensberatungen und Effizienzsteigerer. Trotz so mancher Worthülsen spricht dieses Kapitel eine intensive Sprache. Schon in der einjährigen Wartezeit auf einen 30 Minuten Termin bei der durchstrukturierten Unternehmensberaterin und dann natürlich auch die Gesprächsinhalte selbst zeigen auf, dass letztlich zwei Pole und Haltungen nicht vereinbar gegeneinander stehen. Auf der einen Seite die wirtschaftlich geprägte Entwicklung nach immer mehr Effizienz und Steigerung der Nutzung der Zeit (Zeit ist Geld) und auf der anderen Seite das Bedürfnis, ja die Notwendigkeit zu biologischer (analoger) zur Ruhe, Muße und zum subjektiv erfüllten Erleben der Zeit. Das übrigens ist eigentlich die Kernbeobachtung, der Opitz in seinem Buch der vielen Stationen nachgeht. Immer mehr zu tun, fast ständig „on“ zu sein und subjektiv immer weniger zu wissen, wo denn die Zeit eigentlich geblieben ist. Kapitelweise sucht Opitz antworten beim Zeitmanager, beim Therapeuten, beim Zeitforscher, beim digitalen Fasten, im Rahmen der Unternehmensberatung und an vielen Orten mehr. Ohne wirklich abschließend fündig zu werden. Viele Einzelteile fügt er so zusammen und lässt dieses Puzzle begleiten jeweils zum Abschluss jedes Besuches und Interviews von Hartmut Rosa, Professor der Soziologie, der den Umgang mit der Zeit und die „Zeittaktung“ intensiv zum Gegenstand seiner Forschung gemacht hat. Ein spannendes Unterfangen im Rahmen eines Problems, dass nicht nur subjektiv, sondern tatsächlich strukturell gesellschaftlich vorliegt, wie sich nach der Lektüre klarstellt. Eine „Suche nach der verlorenen Zeit“, die keine „Universalformel“ an den Tag bringen wird, aber ein Einladung zur intensiven, persönlichen Reflektion darstellt. Dazu, „ein Bewusstsein für unsere Lebensumstände zu entwickeln“ und das bedeutet im ersten Schritt, erst einmal genau hin zu schauen. Ein Schauen, zu dem dieses Buch in guter Form anregt und anleitet, vielfache Informationen erbringt und miteinander verbindet, die das Problem ständig erhöhten „Zeitdrucks“ auf die Füße stellt. Wie Rosa im Buch sagt: „Wir bewegen uns in einer Welt, die sich in allen Dimensionen ständig ändert und schneller ändert“. Eine Analyse, die klarstellt, dass es breiterer Lösungsansätze bedarf, will man das kollektive Ausbrennen einer Gesellschaft verhindern. In flüssiger und leicht lesbarer Form nimmt Florian Opitz den Leser mit auf eine Reise zu Fachleuten aller Seiten zum Thema „Zeit“. Zu Gegnern, Befürwortern und jenen, die versuchen, einen Ausgleich zu finden zwischen Beschleunigung und menschlicher Sehnsucht nach Muße und Verarbeitung all dessen, was geschieht. Ein wichtiges Thema, anregend dargestellt, ohne erhobenen Zeigefinger und ohne sich eine universale Lösung anzumaßen.

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