Florian Scheibe Kollisionen

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Inhaltsangabe zu „Kollisionen“ von Florian Scheibe

An einem Sommertag fährt die Architektin Carina mit dem Fahrrad die sechzehnjährige Punkerin Mona an. Für beide verläuft der Unfall glimpflich, und doch verknüpfen sich ihre Lebenswege auf dramatische Weise. Denn Mona ist schwanger – und Carinas Kinderwunsch seit Langem unerfüllt. Ein Roman über die Kollisionen unterschiedlicher Lebensentwürfe. Carina und ihr Partner, der Journalist Tom, wohnen in einer Dachgeschosswohnung mit Blick über die Stadt. Dass der Park vor ihrer Haustür nicht der sauberste ist, stört sie genauso wenig wie die unmittelbare Nähe zur Drogenszene. Dort, unter der Hochbahn, lebt die sechzehnjährige Mona, seit sie von zu Hause abgehauen ist. Normalerweise gibt es zwischen beiden Welten nur wenige Berührungspunkte, doch nun werden sie auf schicksalhafte Weise zusammengeworfen: Denn während sich Carina und Tom seit Langem vergeblich ein Kind wünschen, ist Mona ungewollt schwanger … Scharfsichtig erzählt Florian Scheibe vom Zusammenprall sozialer Gegensätze, ohne dabei das Gespür für die inneren Nöte seiner Figuren zu verlieren. Mit einem Sinn für die bisweilen absurde Komik menschlichen Strebens entwirft er einen schillernden Gesellschaftsroman über die Konflikte unserer Gegenwart.

Ein geniales Buch, das mich komplett in seinen Bann gezogen hat - hochspannend, emotional und tief- (und teilweise auch ab-)gründig!

— TeleTabi1
TeleTabi1

Ein interessanter, sprachlich großartiger Roman, dessen Handlung ich jedoch nicht immer glauben konnte.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Vermochte mich nicht wirklich zu überzeugen...

— Sommerregen
Sommerregen

schöner Schreibstil, interessant umgesetzt, nur die Protas waren mir zu extrem, das Ende hat mich nicht überzeugen können.

— vielleser18
vielleser18

Das Buch liest sich sehr flüssig und greift aktuelle Themen auf. Leider werden zu viele Klischees bedient.

— TanyBee
TanyBee

Ein Buch voller Kollisionen und Metamorphosen, ein zum Teil Klischee-bedienendes Abbild eines Teil unserer Gesellschaft.

— Gruenente
Gruenente

5 Sterne für die Idee, die Bildhaftigkeit, die parallele Konstruktion – aber nur 3 für die dominanten Klischees

— StefanieFreigericht
StefanieFreigericht

Zwei Frauen, eine Kollision, eine Verbindung. Interessanter Ansatz, nicht ganz überzeugend umgesetzt.

— miss_mesmerized
miss_mesmerized

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  • Toll geschrieben, aber nicht immer ganz plausibel

    Kollisionen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    08. January 2017 um 11:15

    Die Architektin Carina und die drogensüchtige Mona prallen bei einem Fahrradunfall aufeinander – eine Begegnung, die nicht ohne Folgen bleibt. Die eine wohnt in einem schicken Loft, die andere mal in einer Einrichtung, mal auf der Straße. So unterschiedlich die beiden sind, kreisen die Gedanken beider Frauen immer wieder um dasselbe Thema: ein Baby. Carina wünscht sich sehnlichst ein Kind, wird aber einfach nicht schwanger von ihrem Freund, dem Journalisten Tom. Mona hingegen hat ein ganz anderes Problem: Sie will das Kind loswerden, das sich ungewollt in ihrem Bauch eingenistet hat.Wunderbar bildhaft aus wechselnden PerspektivenFlorian Scheibe zeigt uns die Ereignisse abwechselnd durch Carinas, Monas und Toms Augen. Manche Szenen werden dabei noch einmal aus einem anderen Blickwinkel wiederholt. Da sich die Sichtweisen der drei Protagonisten stark unterscheiden, wird das niemals langweilig, im Gegenteil. Manchmal lässt der Autor auch geschickt im Dunkeln, um welche Figur sich eine Szene dreht und sorgt dadurch für so manchen Überraschungsmoment. Die Erzählart und die Sprache haben mich von der ersten Seite an überzeugt.Eine Reihe an KollisionenDer Titel passt hervorragend zum Buch, denn der Zusammenprall zwischen Carina und Mona ist nicht die einzige Kollision in diesem Buch. Schade fand ich, dass die beiden Frauen relativ wenig miteinander zu tun haben. Ich erfahre als Leserin zwar anschaulich, wie unterschiedlich ihre Lebenswelten sind, hätte aber nach der Beschreibung mehr Begegnung zwischen Mona und Carina erwartet. Sie treffen zwar immer wieder aufeinander, lernen einander aber niemals wirklich kennen.Carinas Kinderwunsch hat massiven Einfluss auf ihre Beziehung, die daher relativ viel Raum in diesem Buch einnimmt. Das ist teils hochinteressant, manchmal aber auch klischeehaft oder deutlich überspitzt. Letzteres gilt nicht nur für den Konflikt zwischen dem Paar mit unerfülltem Kinderwunsch, sondern auch für andere Ebenen der Handlung. Mir persönlich hätte ein Fokus auf wenige zentrale Konflikte und eine etwas stillere Geschichte besser gefallen, aber das ist eine Frage des individuellen Geschmacks.

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  • Gegensätzliche Welten

    Kollisionen
    Fornika

    Fornika

    12. December 2016 um 16:27

    An einem warmen Sommertag kollidiert das Fahrrad der Mittdreißigerin Carina mit der 16jährigen Mona. Ihre Leben weisen erstaunliche Parallelen auf: Carina wünscht sich schwanger zu werden, Mona ist es. Erstere injiziert sich deswegen Hormone, letztere drückt ihr tägliches Quantum Heroin. Beide wohnen sie im selben Viertel, an entgegengesetzten Enden der sozialen Leiter und treffen im Laufe der nächsten Wochen und Monate immer wieder aufeinander.  Florian Scheibes Roman zeigt gute Ansätze, konnte meine Erwartungen jedoch nicht gänzlich erfüllen; immer wieder ist die Handlung leider zu vorhersehbar, zu klischeebeladen (ich denke hier z.B. an Toms Reaktion auf den gesteigerten Druck o.ä.), was mir doch ein bisschen den Lesespaß genommen hat. Die Gegensätze der beiden Frauen werden anhand verschiedenster Situationen dargestellt, die dann doch öfter mal völlig konstruiert wirken; nicht zuletzt, weil die beiden in der ach so großen Großstadt wohnen und sich mit einer Häufigkeit über den Weg laufen, die dann doch eher zu einem 100-Seelen-Dorf gepasst hätte. Scheibe greift aktuelle Themen auf, unbequeme Themen wie vorgetäuschte Toleranz, Armutsgefälle, Menschen, die durch soziale Raster fallen etc., nicht immer erlaubt er sich dazu jedoch mehr als einen oberflächlichen Blick, sodass der sozialkritische Aspekt dann doch schnell mal unter den Tisch fällt. Positiv bleibt mir Scheibes Erzählstil im Gedächtnis, sein Gespür für gelungene Szene- und Perspektivwechsel, sein flüssig zu lesender Stil. Ein Körnchen Wahrheit steckt in vielen seiner Aussagen, er hat sie jedoch für mich unter Wert verkauft.

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  • Dieses Werk lässt mich zwiegespalten zurück...

    Kollisionen
    Sommerregen

    Sommerregen

    10. October 2016 um 14:17

    Die gut verdienende Architektin Carina vermag nicht mehr rechtzeitig zu bremsen, als ihr die sechzehnjährige Mona unerwarteter Weise vor das Fahrrad läuft. Auf ihre Versuche, sie anzusprechen, reagiert der Teenager ebenso wenig, wie auf ihr immer energischer werdendes Anstupsen. Doch irgendwann bemerkt Carina den Grund für das merkwürdige Verhalten des ihr unbekannten Mädchens: Offensichtlich steht sie unter dem starken Einfluss von Drogen. Nach dieser Feststellung steigert sich ihre Wut jedoch noch weiter, als sie auf die leichte Wölbung des Bauches aufmerksam wird.Wieso wird ein obdachloser, jugendlicher Junkie schwanger, während sie zusammen mit ihrem Lebensgefährten Tom verzweifelt versucht, eine Familie zu gründen? Diese Ungerechtigkeit ist Carina unbegreiflich.Und so fasst sie den Entschluss, dass Tom und sie sich untersuchen lassen sollen - länger möchte sie auf ein eigenes Kind nicht warten müssen. Nach den nicht ganz so rosig ausfallenden Untersuchungen entscheiden sich die beiden für eine Kinderwunschbehandlung.Während das gut gestellte Paar mit aller Kraft versucht, ein Kind zu bekommen, ist Mona, die, von der Kälte in ihrem reichen Elternhaus aus der Bahn geworfen, auf der Straße lebt, Drogen nimmt, ungewollt schwanger geworden.Es folgen weitere Kollisionen, welche dazu beitragen, dass sich Toms, Carinas und Monas Leben immer weiter verstricken, obwohl sich die Lebensentwürfe der drei zunehmend verändern.Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war ich auf das Buch sehr gespannt. Zum einen denke ich, dass das Thema des unerfüllten Kinderwunsches sehr viel Potential bietet und Raum für einen bewegenden Roman schafft und zum Anderen war ich der Überzeugung, dass die verschiedenen aufeinanderprallenden Lebenswelten zahlreiche weitere Möglichkeiten bieten, Kontraste darzustellen oder die Charaktere eine (Weiter-)Entwicklung durchlaufen zu lassen.Als ich dann mit dem Buch begann, konnte ich bereits nach wenigen Sätzen in die Erzählung abtauchen. Der häufig bildhafte Schreibstil ermöglicht ein lockeres Lesen, sodass man bereits nach kurzer Zeit die 337 Seiten durch hat. Aufgebrochen wird dieses unbeschwerte Lesen meines Erachtens durch die ständigen Perspektivwechsel, denn sowohl Mona als auch Carina und Tom berichten aus ihrem Leben. Dabei geschieht Beschriebenes manchmal nacheinander, immerzu jedoch auch zur selben Zeit. Darüber hinaus weiß man nicht, aus welcher Perspektive gerade geschrieben wird, was bei mir des öfteren zu Verwirrung führte.Sobald allerdings eindeutig wurde, um welchen Charakter und um welche Zeit es sich handelt, wurde der Abschnitt für mich wieder spannend. Da die unterschiedlichen Figuren eine individuelle Sicht auf die Welt haben, konnte man sich so ein besseres Bild von den Protagonisten machen und die Unterschiede in ihrem Leben besser erkennen.Allerdings stellt mich die Figurengestaltung vor ein weiteres Problem: Auch wenn ich die Wut von Tom und Carina über den unerfüllten Kinderwunsch, auch aufgrund der meist in diese Richtung gehenden Beschreibungen, gut nachvollziehen konnte, wirkten weder ihr Verhalten noch ihre Gefühle so richtig stimmig auf mich. Denn sie verspüren keineswegs nur Wut, sondern ihr Zorn schlägt sich immer wieder sogar in aggressivem, ja sogar gewalttätigem, Verhalten wider. Für dieses gibt es aus meiner Sicht jedoch nie einen wirklichen Grund - keinen Auslöser, welcher ein solches Benehmen rechtfertigen würde.Darüber hinaus verliert sich ihre Authentizität beim Zurückgreifen auf eine Vielzahl von Vorurteilen: Das glückliche Paar, welches bemerkt, dass es neben der Karriere auch noch etwas anderes, vielleicht sogar wichtigeres, gibt. Der Lebensgefährte, der, von dem unerfüllten Kinderwunsch und der entwürdigenden Diagnose bezüglich seiner Zeugungsfähigkeit, deprimiert, sich in eine Affäre mit einer jungen Kollegin stürtzt - und dann inflagranti von seiner Freundin erwischt wird. Die Liste könnte man noch ein ganzes Stück fortsetzten, darauf verzichte ich an dieser Stelle jedoch. Treten solche Klischees vereinzelt auf, ist das für mich keineswegs ein Störfaktor, häufen sie sich allerdings, verstärkt sich das Gefühl, etwas Konstruiertes zu lesen.Des Weiteren waren mir sowohl Tom als auch Carina nach einer Weile des Lesens recht unsympathisch. Konnten mich ihre Verzweiflung und ihr Wunsch nach einem Kind am Anfang noch berühren, wurden sie mir irgendwann immer fremder und unverständlicher. Mir wurde zunehmend die karrierebezogene und auf eine gewisse Art unehrliche Weise der beiden zu präsent.Mona hingegen, die zu Beginn als Junkie auftritt, der bereits im Jugendalter verloren zu haben scheint, gewinnt Seite um Seite. So weiß sie beispielsweise um den Vater, kann ihm davon erzählen und sich Gedanken zu ihrer (vielleicht gemeinsamen) Familie machen. Dabei entwickelt sie sich Stück für Stück zu einer jungen Frau.So sind die Charaktere durchaus unterschiedlich und wandeln sich auch, aber jeder auf seine Art und keineswegs immer zum Besseren. Manche Handlungen erscheinen mir wie Trotzreaktionen, andere sind mir einfach so unverständlich, wiederum andere hingegen wirken stimmig auf mich. Der Schreibstil ist ansprechend und die Erzählweise bewirkt, dass die Seiten nur so fliegen. Die vielen Kollisionen wirken gekünzelt, da zwischendurch einfach zu dick aufgetragen wird. Insgesamt lässt mich "Kollisionen" zwiegespalten zurück, sodass ich auch für meine Bewertung genau die Mitte, also 2,5 Sterne, wähle.

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    • 8
  • Ein polarisierendes Buch

    Kollisionen
    vielleser18

    vielleser18

    06. October 2016 um 06:32

    Auf der einen Seite das priviligierte Paar Carina und Tom, die sich sehnlichst Nachwuchs wünschen und die, weil es auf natürlichem Wege nicht klappt, zu einer Kinderwunschbehandlung gehen. Auf der anderen Seite steht Mona. 16 Jahre, drogenabhängig und schwanger. Immer wieder - gerade zwischen Carina und Mona - kommt es zu Kollionen, ein Zusammenprall mit dem Fahrrad, ein zufälliges Treffen im Park, im Krankenhaus, vor dem Sexshop.....manchmal bewusst wahrgenommen, manchmal nicht. Florian Scheibe erzählt in einem sehr flüssigen, sehr gut lesbaren Schreibstil, die Entwicklung der drei Protagonisten in ihrem jeweiligen Umfeld. Absolut positiv ist dabei die perspektivischen Wechsel, ein Kapitel reiht sich ans nächste, immer wieder aus Sicht eines anderen Protagonisten. Dabei weiß man anfangs nicht immer, wer ist gerade gemeint, ein schöner Reiz, und vielfach werden die einzelnen Szenen der Kollisionen aus zwei Perspektiven erzählt. Dabei treten immer wieder große Unterschiede der Wahrnehmung auf. Jeder erlebt dabei das Ereignis etwas anders. Ja - die Protagonisten. Carina, die Architektin, die als Maklerin Luxus-Lofts verkauft, die unbedingt Kinder möchte und nicht schwanger wird. Die durch verschiedene Ereignisse immer mehr Bodenhaftung verliert (wenn sie denn jemeils welche hatte) und immer extremer wird. Tom, ihr Lebensgefährte, Journalist, der durch die Erkenntnis, dass er zeugungsunfähig ist, aus alleln Wolken fällt und in eine Lebenskrise fällt. Mona, die aus superreichem Hause stammt (Geld vorhanden, Liebe und Beachtung nicht), abgerutscht ins Drogenmilieu und auf die Straße, schwanger von Petr, einem rumänischen Punk und Hausbesetzer. Symphatisch ist mir keiner geworden, Am ehesten vielleicht Mona, die es irgendwie schafft. Dennoch ist es gerade das Ende das micht nicht überzeugen konnte. Lange haben mich die Szenenwechsel, die Kollisionen überzeugen können, doch am Ende war mir vieles zu viel. Zu extrem, zu abgedreht, zu häufig, zu zufällig und identifizieren konnte ich mich mit keinem. Es ist ein extrem von reich und arm, von zwei absolut differenten Lebensweisen. Das Verhalten von Monas Eltern, die Praktiantin, Petr und Co, das Drogenviertel und das Luxusloft, Die Asche in der Urne, das "saubere" Ende im Drogenumfeld. Es steckt viel wahres in dem Roman, aber die Häufigkeit dieser extremen Begebenheiten macht es wieder unglaubwürdig . Und wenn man die Masse an Kollisionen als einfach als gelungenes gestalterisches Element des Autors ansieht, ist es für mich die Aussage am "glücklichen" Ende, das für mich einfach nur ein Bild des Ballast abwerfens um glücklich zu sein, bedeutet, das mir nicht gefällt. Fazit: Sehr gut geschrieben, eine tolle Idee, gelungene Szenenwechsel, aber letztendlich war es ein Zusammenprall von Extremen, von Menschen, die auf beiden Seiten keinen Glauben, keinen Halt, keine Grenzen kannten, das war mir auf beiden Seiten zu extrem, da die Anhäufung es unglaubwürdig gemacht hat. Das Ende konnte mich dann nicht überzeugen.

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  • Leserunde zu "Kollisionen" von Florian Scheibe

    Kollisionen
    Klett-Cotta_Verlag

    Klett-Cotta_Verlag

    Florian Scheibe hat seinen neuen großen Roman »Kollisionen« im Klett-Cotta Verlag veröffentlicht. Wir würden gerne mit euch eine Leserunde zum Buch starten. Seid ihr dabei?HIER GEHT ES ZUR LESEPROBEInfos zum Buch:»Der dramatische Zusammenprall zweier Welten: Florian Scheibe erforscht mit unheimlicher Präzision die Psychologie seiner Figuren.« Michael Krüger An einem Sommertag fährt die Architektin Carina mit dem Fahrrad die sechzehnjährige Punkerin Mona an. Für beide verläuft der Unfall glimpflich, und doch verknüpfen sich ihre Lebenswege auf dramatische Weise. Denn Mona ist schwanger – und Carinas Kinderwunsch seit Langem unerfüllt. Ein Roman über die Kollisionen unterschiedlicher Lebensentwürfe. Carina und ihr Partner, der Journalist Tom, wohnen in einer Dachgeschosswohnung mit Blick über die Stadt. Dass der Park vor ihrer Haustür nicht der sauberste ist, stört sie genauso wenig wie die unmittelbare Nähe zur Drogenszene. Dort, unter der Hochbahn, lebt die sechzehnjährige Mona, seit sie von zu Hause abgehauen ist. Normalerweise gibt es zwischen beiden Welten nur wenige Berührungspunkte, doch nun werden sie auf schicksalhafte Weise zusammengeworfen: Denn während sich Carina und Tom seit Langem vergeblich ein Kind wünschen, ist Mona ungewollt schwanger … Scharfsichtig erzählt Florian Scheibe vom Zusammenprall sozialer Gegensätze, ohne dabei das Gespür für die inneren Nöte seiner Figuren zu verlieren. Mit einem Sinn für die bisweilen absurde Komik menschlichen Strebens entwirft er einen schillernden Gesellschaftsroman über die Konflikte unserer Gegenwart.Kurzinfo zum Autor:Florian Scheibe, geboren 1971 in München, hat Kulturwissenschaft, Geschichte und Filmregie studiert. Er lebt mit seiner Familie in Berlin, wo er als freier Autor arbeitet.Seine Homepage finden Sie unter: www.florianscheibe.de.

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    • 221
  • Lebenswege mit Kollisionen

    Kollisionen
    TochterAlice

    TochterAlice

    04. October 2016 um 09:58

    sind es, die Florian Scheibe in diesem Roman beschreibt, die Lebenswege von Carina und Mona vor allem, aber auch von Tom, Carinas Lebensgefährten. Es sind keine geraden Straßen, sondern eher verwinkelte Pfade - solche, die sich gegenseitig überkreuzen, aber auch sonst mit der ein oder anderen Gestalt, mit verschiedenen Ereignissen und erlebnissen kollidieren. Dabei sind Carina und Tom zunächst sehr geradlinig unterwegs: es sind Karrieretypen, denen eigentlich nur eines im Weg steht, um uneingeschränkt glücklich zu sein: der unerfüllte Kinderwunsch. Und da soll kein Weg, keine Methode außer Acht gelassen werden, um diesen zu erfüllen, koste es, was es wolle! Natürlich gibt es kleinere Unwägsamkeiten, die sich aber bislang immer gut ausräumen ließen - eine davon ereignet sich gleich zu Beginn der Geschichte: da nämlich kollidiert Carina mit Mona, einem 16 Junkie, die auch noch schwanger ist... Und irgendwie ist dies der Beginn dafür, dass bei Tom und Carina so einiges aus den Fugen gerät, bei Mona ist dies ja sowieso schon der Fall. Ja, es wäre eine gute Möglichkeit, eindringlich aufzuzeigen, wie die Welt eines Einzelnen durch die Verkettung unterschiedlicher - und beileibe nicht nur unglücklicher - Ereignisse mir nichts dir nichts aus den Fugen gehoben wird. Zwar nicht von Jetzt auf Gleich, aber doch in relativ kurzer Zeit. Irgendwie passiert das aber nicht: die Verwinkelungen passen irgendwie nicht, sie sind so absurd un unlogisch, dass sie für mich nicht mehr passen, sie lassen die Figuren unglaubwürdig erscheinen. Und das ist für mich in einem Roman, in dem exemplarisch Brüche aufgezeigt werden sollen (und das - so scheint es mir zumindest - war eines der Ziele) ein No-Go. Diese Verwicklungen, die zu einem zugegebenermaßen relativ runden Ende führen, sind nicht authentisch, sie sind extremst konstruiert und sehr weit hergeholt. Zudem jagt - gerade im Hinblick auf die Figuren Mona, Carina und Tom und deren Umfeld - ein Klischee das andere, was ich als ziemlich nervig empfand. Vielleicht empfindet es nicht jeder so, denn der Roman ist durchaus angenehm geschrieben, Stil und Form passen, aber irgendwie wird aus meiner Sicht aus den vielversprechenden Ansätzen leider kein stimmiges Gesamtformat. Aber wie gesagt, das wird nicht jeder so sehen und ich möchte niemanden davon abbringen, sich selbst einen Einblick in dieses Berliner Stimmungsbild mit Veränderungen zu verschaffen!

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  • Kollisionen in der modernen Welt

    Kollisionen
    TanyBee

    TanyBee

    04. October 2016 um 09:54

    Carina und Tom sind ein junges, erfolgreiches Paar: Sie ist Architektin und baut alte Gebäude zu Luxuswohnungen um. Er ist Journalist und schreibt eine Kolumne für ein Stadtmagazin. Die beiden wohnen in einer schicken Dachgeschoßwohnung, die eigentlich traumhaft ist, aber mitten in einem Problemviertel mit aktiver Drogenszene liegt. Und die beiden haben noch ein Problem: Carina wünscht sich ein Kind, aber sie wird nicht schwanger. Eines Tages fährt sie mit dem Fahrrad ein junges Mädchen an. Sie ist ein Junkie – und schwanger. Ab diesem Moment berühren sich die Lebenswege der beiden immer wieder. Der Roman „Kollisionen“ greift viele zeitgemäße Themen auf: Gentrifizierung, Kinderwunschbehandlung, Status-Denken. In dem Buch gibt es viele der Kollisionen aus dem Titel: die schicken Wohnungen prallen auf die Drogenszene, eine ungewollt Schwangere prallt auf eine ungewollt Kinderlose, in der Redaktion des Stadtmagazin prallt eine junge Bloggerin auf einen erfahrenen Journalisten. Ich finde es sehr gut, dass sich das Buch mit derart aktuellen Themen beschäftigt. Allerdings war die Umsetzung für mich nicht immer glaubwürdig und die Reaktionen und Handlungen der Protagonisten nicht immer nachvollziehbar. Natürlich ist die Kinderwunschbehandlung emotional aufreibend für die Beteiligten: Aber trotzdem passt es nicht zum Charakter von Carina und Tom, dass sie beiden handgreiflich werden. Viele Wendungen oder Handlungsstränge waren mir zu klischeebehaftet und zu wenig originell. Zum Beispiel Tom, der sich von einer Jungen Praktikantin verführen lässt. Oder Mona, die aus gutem Hause kommt, aber wegen der dort herrschenden emotionalen Kälte zum Junkie wurde. Andere Szenen wieder fand ich sehr gut beschrieben: Carina gibt ein TV-Interview, sie will eigentlich Werbung machen für ihr Viertel und für die Wohnungen, die sich verkauft, aber als sie sich selbst im Fernsehen sieht merkt sie, dass sie verhärmt und falsch wirkt. Das Buch lässt mich zwiegespalten zurück: einerseits mag ich es, dass es aktuelle Themen aufgreift und es liest sich sehr schnell und flüssig. Andererseits habe ich das Gefühl, dass es nicht tiefgreifend genug ist und es zu einfache Lösungen gibt. Besonders gestört hat mich, was am Ende mit dem Viertel passiert… aber ich verrate nicht gerne das Ende in Rezensionen, deswegen möchte ich das an dieser Stelle nicht weiter ausführen. Also mein Fazit: ein gut zu lesendes Buch, das aktuelle Themen aufgreift, aber leider nicht tief genug geht und zu oft auf Klischees zurück greift.

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    • 2
  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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    • 2951
  • Schwierig... gut zu lesen, aber die Figuren waren mir zu heftig in ihrem Verhalten

    Kollisionen
    Buchraettin

    Buchraettin

    02. October 2016 um 12:54

    Drei Hauptfiguren tauchen in diesem Buch auf. Die junge noch minderjährige, schwangere und drogenabhängige Mona. Dann die Architektin Carina und ihr Lebensgefährte, die sich ein Kind wünschen. Carina, selbstbewusst, ehrgeizig und voller Anspannung. Ein Fahrradunfall verbindet die Schicksale von Mona und Carina. Kurze Momente, in denen sie Kontakt auch zu Tom bekommt. Schicksal? Abwechselnd ist ein Kapitel jedem der Figuren gewidmet. Das Buch lässt sich locker und leicht lesen. Es wurde ein sehr bildhafter Stil verwendet und zu Beginn des Buches war ich begeistert von dem bildhaften Stil. Was mir nicht gefallen hat, sie die zum Teil extremen Verhaltensweisen der Figuren. Besonders die Aggressivität, die bei einigen durchkommt, das war mir als Leser zu extrem in ihrem Verhalten und sie waren mir als Leser nicht nah. Ich fand sie nicht sympathisch und irgendwie führte es bei mir dazu, dass die Geschichte an sich nicht wirklich gern gelesen habe. Als Leser spürt man die Anspannung, die geballten Emotionen, aber mir persönlich war es während des Lesens zu viel Anspannung und ich konnte einige der Verhaltensweisen der Figuren nicht ganz nachvollziehen. Für mich war es viel was da in den Figuren ablief. Mir waren es dann im Lauf der Geschichte zu viele Zufälle, die die Figuren aufeinanderprallen ließen. Es wurde mir zu viel auf den Aspekt Anspannung und Wut gelegt. Es war zu viel Wut, die da durchkommt zwischen den Zeilen. Sie entwickeln Verhaltensweisen, die mir zu extrem waren beim Lesen. Ich denke, mir fehlte ein wenig mehr Gefühl, mehr Einfühlungsvermögen mich in die Figuren hineinversetzen zu können. Sie blieben mir zu sehr auf Distanz. 2,5 Sterne

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  • Für mich eine literarische Entdeckung!

    Kollisionen
    dubh

    dubh

    02. October 2016 um 10:45

    Das Paar Carina und Tom lebt ein gutes, ja, man könnte sagen, ein privilegiertes Leben in der Hauptstadt. Als Architektin und Journalist sicherlich nicht mit schmalen Gehältern ausgestattet, können sie sich den Blick über die Stadt aus ihrer schicken Dachgeschosswohnung im gentrifizierten Kreuzberg locker leisten. Doch eines fehlt in der heilen Welt: die beiden wünschen sich ein Kind und lassen seit geraumer Zeit nichts unversucht, um sich diese Sehnsucht doch noch zu erfüllen. In der Nähe ihrer Wohnung lebt die sechzehnjährige Punkerin Mona, nachdem sie von zuhause ausgerissen ist, unter der Hochbahntrasse der U1. Der glatte Gegenentwurf zu Carinas und Tom Leben - nur wenige Meter voneinander entfernt. Eines Tages fährt Carina die junge Obdachlose mit dem Fahrrad an. Zum Glück geschieht beiden nichts weiter - außer der Tatsache, dass sich ihre Leben berühren, was im Normalfall vermutlich nie der Fall gewesen wäre. Beinahe wirkt es wie ein Wink des Schicksals, denn Mona ist ungewollt schwanger - etwas, das in Carinas Welt nie vorkommen würde. Was kann das jetzt für die beiden Frauen bedeuten? Florian Scheibe überzeugt mit diesem Roman in meinen Augen nicht nur sprachlich, sondern auch thematisch. Sehr gut hat er den drängenden Kinderwunsch Carinas und die im Grunde noch viel drängenderen Probleme Monas eingefangen, die großen Unterschiede zwischen den so gegensätzlichen Lebensentwürfen und die immense Schere zwischen privilegiert und mittellos. Es sind Gegebenheiten und Unterschiede, die in diesem Land existieren, die aber selten - in dieser Weise zumindest - im Fokus stehen. Bemerkenswert ist ebenso, wieviel Gespür der Autor für seine Figuren zeigt - für mich wurden ihre Beweggründe, Sorgen und Nöte beinahe greifbar! Da ist es nur folgerichtig, dass der Titel des Romans „Kollisionen“ lautet - denn genau das ist es, was unser Leben bestimmt: die großen und kleinen, die ungewollten und die unerwarteten Kollisionen, die so manches beeinflussen und verändern können. Wer denkt, dass der Verlauf des Romans voraussehbar ist, der täuscht sich, denn Florian Scheibe schafft es immer wieder, Überraschendes einzubauen. Und so hat er in meinen Augen einen sehr aktuellen Gesellschaftsroman mitten aus dem Herzen Berlins geschrieben, ein Gegenwartsroman, der viele wichtigen Themen anspricht und dabei intelligent unterhalten kann. Fazit: Für mich sprachlich als auch thematisch eine der Entdeckungen dieses Jahres!

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  • Von Kollisionen und Metamorphosen

    Kollisionen
    Gruenente

    Gruenente

    01. October 2016 um 22:55

    Ein Vorzeigepaar, Großstadt-Yuppies, leben in einer tollen Wohnung, haben tolle Jobs und einen riesigen Hund. Nur eines fehlt zum Vorzeigeglück: ein Baby. Carina und Tom sind zufrieden mit ihrem Leben.Mona ist ein Heroinjunkie, Teenager, verbringt den Tag mit Schnorren, Kinderstrich und kleinen Diebstählen um sich den nächsten Druck verpassen zu können.Da kommt es zur Kollision: Mona tritt auf die Straße und läuft direkt in Carinas Fahrrad hinein. Bede stürzen. Eine Kollision nach der andern wird beschrieben: die Drogenszene kollidiert mit der kindefreundlichen Wohngegend, Jung mit alt, arm mit reich, Bürgertum mit Anarchie. Ungewollte Schwangerschaft mir unerfülltem Kinderwunsch.Das Buch hätte auch Metamorphosen heißen können, dann alles ist in stetiger Veränderung. Aus dem erfolgreichen Redakteur wird ein besoffener Penner, der in seiner eigenen Urinpfütze steht. Aus einer gesunden Vegetarierin wird eine Frau die raucht, trinkt und Fleisch frisst. Aus einer gutmütigen Dogge wird ein Ungeheuer, als sie zurückgelassene Drogenreste im Park vertilgt. Aus einem Luxusloft wird eine Unterkunft für Hausbesetzer. Die unwürdige Masturbation in der Kinderwunschklinik wird dem Agieren in einem Sexshop gegenübergestellt. Aus einer schwangeren Heroinabhängigen wird… Stop. Alles will ich ja nicht verraten.Das Buch liest sich schnell, es ist spannend und durch verschiedenen Perspektiven geschickt aufgebaut. Sehr gut gefiel mir, wie gleiche Zeiträume und Ereignisse nacheinander aus verschiedenen Sichten erzählt werden. So kann man die Handlung variierter betrachten. Allerdings werden auch viele Klischees bedient, so dass einige Entwicklungen auch vorhersehbar sind. Filmreife, originelle Szenen (wie der Lauf durch ein Filmset) werden unlogisch beendet (warum schlägt Tom den Mann?). Einige Zusammenhänge und Zufälle wirken sehr konstruiert. Dafür gibt es schöne, fast philosophische Einschübe in Form von Toms Kolumnen. Dadurch, dass die letzte den Unterschied zwischen Zufall und Schicksal zu erklären versucht, kann man diese Konstruktionen auch unter einem anderen Licht sehen. Der Roman hat gute Ansätze, der Autor hat Potenzial. So sind mir die Figuren, die Schauplätze und die Handlung sehr bildhaft vor Augen. Das Buch kann mich in letzter Konsequenz aber nicht ganz überzeugen.

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  • 5 Sterne für Idee, Bildhaftigkeit, parallele Konstruktion – insgesamt 3 wegen dominanter Klischees

    Kollisionen
    StefanieFreigericht

    StefanieFreigericht

    01. October 2016 um 20:57

    Von den Schnittpunkten von Parallelen in der unendlichen Ferne Die Immobilienmaklerin Carina kollidiert auf ihrem Fahrrad mit Mona. Carina will ein Baby – und wird nicht schwanger. Mona ist schwanger – und will kein Baby. Carina hat Architektur studiert und arbeitet als Immobilienmaklerin, weil sich damit mehr Geld verdienen lässt. Im Moment verdient sie keines, weil sie Lofts verkaufen will in ihrer Wohngegend – dort werden die gut betuchten Wohnungsuchenden von Junkies, Dealern und Obdachlosen abgeschreckt. Mona ist Junkie und lebt irgendwo, in einem besetzten Haus, einer Obdachlosen-Unterkunft. Monas Hand zittert beim Setzen des nächsten Schusses, weil sie bereits auf Entzug ist. Carinas Hand zittert beim Spritzen der Hormone, um den Eisprung zu stimulieren. Carinas Mann Tom, Journalist, vergleicht aktiv: die Kabine im Sexshop, die Kinderwunschpraxis mit dem Raum, aus dem er mit der Spermaprobe wieder herauskommt – in beiden Fällen hat er einen Bildschirm mit Pornos, Zellstofftücher. Bis hierher und noch etwas weiter fand ich den Roman fantastisch, ich mag, wie Autor Florian Scheibe mit Sprache spielen kann: S. 9 „Sie bremste mit aller Kraft und in alle Richtungen, mit Händen, Füßen und sogar mit dem Oberkörper. Ihr Vorderrad prallte auf etwas Schweres, Hartes, das zugleich weich und biegsam war. Erst trügerische Schwerelosigkeit: Schweben, In-der-Luft-Liegen, getragen vom Adrenalin. Dann der Aufprall: Wie ein Lappen, der in einer schnellen Bewegung über einen verkrümelten Frühstückstisch gezogen wird, schrammte sie mit ihrem Sommerkleid über die Straße, und ihre Haut griff willig nach dem winzigen Splitt, der den Asphalt bedeckte.“ Der Autor übertreibt es nicht mit dieser Bildhaftigkeit, dadurch wird man ihrer nicht überdrüssig. Bis hierhin? Nun, leider bin ich danach enttäuscht worden: als Tom auf die Praktikantin "Soph" trifft, die Sex von ihm will, zu dem es nicht kommt – und dann, natürlich, doch, wegen der Frustration über die Reduzierung der eigenen Partnerschaft auf Nachwuchs, wobei, natürlich, Carina hereinplatzt. Das ist nur ein Beispiel, es wurde mir der Klischees zu viel. Tom schreibt in seiner Kolumne: „Wir alle trauen uns nicht, ehrlich zu sein. Wir sagen, dass wir in einer bunten, durchmischten Gesellschaft leben wollen, aber tatsächlich hört der Spaß bei einem Graffito an der Hauswand auch schon wieder auf. Wir sagen, dass der Wohlstand in der Welt ungerecht verteilt ist, aber dem Obdachlosen in der U-Bahn geben wir höchstens mal fünfzig Cent. “ S. 276 und so weiter – und so fort. Das ist so wahr wie es gleichzeitig Gutmenschentum im wahrsten Sinne als Schimpfwort ist: Wer wäre so verlogen, sich über ein Graffito an der EIGENEN Hauswand zu freuen? Rettung vor dem Versinken im Klischee bietet mir ausgerechnet Mona, die ich zu Beginn des Romans nie für eine Identifikationsfigur gehalten hätte: ein sechzehnjähriger schwangerer rauchender Junkie, die das Kind nicht will und zunächst alles gegen die Schwangerschaft tut. Klarer als die „Erwachsenen“ um sie herum erkennt sie die Grenzen ihrer Möglichkeiten, bleibt im Realismus verankert; stark auch ihr „Notwehr-Ich“. 5 Sterne für die Idee, die Bildhaftigkeit, die parallele Konstruktion – aber nur 3 für die dominanten Klischees. Ich habe wirklich mehrere Tage UND eine Leserunde hindurch mit dem Resultat daraus gerungen, mich aber für die 3 Sterne insgesamt entschieden, bei 4 Sternen wäre mir zu sehr die Botschaft gewesen, es „fehle nur ein wenig“. Ich werde mir das Debütbuch des Autors besorgen, weil ich an das glaube, was er an Handwerk zeigt – bei den Klischees hätte ich mir hier ein aufmerksameres Lektorat gewünscht.

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    • 3
  • Florian Scheibe - Kollisionen

    Kollisionen
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    01. October 2016 um 19:25

    Eine zufällige Begegnung, einen Moment nicht aufgepasst und schon werden zwei Menschen miteinander verbunden. Die 16-jähige Mona läuft der Architektin Carina vor das Fahrrad und provoziert so einen Zusammenprall. Diese Kollision hat Folgen für beide Frauen, denn Carina ist das, was Mona verabscheut: gutbürgerlich, lukrativer Job, Teil der Gesellschaft. Mona dagegen lebt auf der Straße und von Heorinschuss zu Heroinschuss. Doch sie hat noch etwas, um das Carina sie beneidet: Mona ist schwanger. Diese erste Kollision hat scheinbar kaum physische Folgen, doch sie verändert nachhaltig Carinas Leben: nach und nach bricht alles zusammen und bald schon steht sie vor einem Trümmerhaufen, der einmal ihr Leben war. Der Roman klang vielversprechend: zwei völlig gegensätzliche Frauen, die sich begegnen und in der Folge eine unsichtbare Verbindung haben, die sie immer wieder zueinander führt. Ein junges Mädchen, eine erwachsene Frau; eine Drogensüchtige, eine erfolgreiche Karrieristin; eine Schwangere, eine mit Kinderwunsch. Doch wird die Grundidee nicht überzeugend umgesetzt. Die Handlung wird von unglaubwürdigen Zufällen bestimmt, die einfach zu konstruiert wirken, als dass sie real sein könnten. Kaum eine der Begegnungen ist nachvollziehbar motiviert, sondern sie ereignen sich immer, weil gerade unzählige Dinge unbeabsichtigt passieren. Dazu ist mir die Figurenzeichnung zu unstimmig. Insbesondere die Nebenfiguren wie Monas Mutter wirken unausgereift und haben je nach Szene ein völlig anderes Auftreten, was sie fast wie gänzlich verschiedene Figuren wirken lässt. Hinzu kommt die Bedienung unzählige Klischees: die Volontärin, die sich dem Reporter an den Hals wirft, um ihre Karriere zu befördern; die Drogenabhängigen, die gleichzeitig Autonome und Brandstifter sind; die Kinderwunschklinik mit der Vorbildärztin, die sich ihr Kind selbst gezaubert hat; das Mädchen aus gutem Haus, das in die Drogenszene abdriftet…Gefreut hatte ich mich auf interessante, starke Frauenfiguren, die in der Interaktion miteinander wachsen und interessanter werden. Carina fällt immer mehr in sich zusammen und entwickelt einen echten Nervfaktor. Sie wird mehr und mehr reduziert auf den Kinderwunsch, dabei muss es in ihrem Leben zuvor noch anderes gegeben haben. Es mag Frauen geben, die ihr ganzes Dasein verleugnen vor dem einen großen Wunsch, aber dadurch verliert man doch nicht gleich jede Lebensfähigkeit. Mona hingegen wird mir am Ende zu erwachsen und ihre Welt ist mir ein wenig zu rosarot. War sie zu Beginn drogenabhängig und schwanger, kann sie leichter Hand alle Probleme plötzlich lösen. Und das mit 16 auf sich alleine gestellt. Sprachlich liest sich der Text gut, nur leider kann der Inhalt hier nicht mithalten und so das Buch als Ganzes nicht überzeugen.

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  • Absolut lesenswert!

    Kollisionen
    Elena9985

    Elena9985

    12. September 2016 um 14:54

    Der Roman „Kollisionen“ vom Autor Florian Scheibe ist am 27.08.2016 im Verlag Klett-Cotta erschienen.   Carina, ihres Zeichens Architektin mit lang unerfülltem Kinderwunsch, fährt mit Ihrem Fahrrad die 16-jährige drogensüchtige, ungewollt schwangere, Punkerin Mona an. Der Unfall verläuft für beide glimpflich, doch ihre beiden Lebenswege scheinen danach untrennbar verknüpft zu sein.   Inhalt und Meinung: Das Cover zeichnet eine junge, auf einem Fensterbrett an offenem Fenster sitzende, Frau in dunklen Tönen ab. Im Hintergrund sieht man die Hausfassade eines Patrizierhauses in hellerem weiß. Betrachtet man das Cover, ohne den Inhalt des Buches zu kennen, erscheint es düster und man fragt sich, was die junge Frau wohl hat. Mit dem Wissen des Inhaltes des Buches, kann man das Cover gut interpretieren. Die junge Frau stellt Mona dar, die im „Schatten“ lebt und am Abgrund sitzt (durch das offene Fenster). Im schönen Patrizierhaus gegenüber könnten Carina und ihr Lebensgefährte Tom (Thomas) mit der Dogge Bennie wohnen. Es prallen Welten aufeinander. Noch schöner wäre es gewesen, wenn man in einem Fenster des Patrizierhauses eine Silhouette einer Frau erahnen könnte. Diese hätte ich dann als Carina gesehen, die ein Auge auf Mona hat. Zwar mit Abstand, aber auf Sichtweite. Der Roman ist in fünf Teile gegliedert: 1.Zusammenprall 2.Zwietracht 3.Zwist 4.Zerwürfnis 5.Aufprall Jeder einzelne Teil ist in einer unterschiedlichen Anzahl von Kapiteln unterteilt. In Teil eins, „Zusammenprall“, kommt es wie der Titel dieses Teiles schon sagt zum Zusammenprall, oder der Kollision, zwischen Carina und Mona. Mona ist vollkommen weggetreten, nicht durch den Unfall, sondern durch das ihr zuvor selbst verabreichte Heroin. Carina, deren Kinderwunsch seit jeher unerfüllt ist, sieht das Mona schwanger ist und schlägt diese. Mona versteht in ihrem Rausch überhaupt nicht warum und bezeichnet Carina daraufhin durch das ganze Buch durch, als die „verrückte Frau“. Auffällig ist, dass der Roman sehr detailreich geschrieben wurde, wie z.B. auf Seite 38 / 39: „ Die zerissenen Bücher lagen neben ihr auf dem Boden. Alle zwei, drei Minuten öffnete sie die Klappe und warf einen Packen neues Material nach. Die Flammen flackerten hellorange, und ihr züngelnder Tanz war viel nervöser, als wenn man Holzscheite verbrannte. Es erstaunte Carina, wie lange es dauerte, bis sich das Feuer durch die Leineneinbände genagt hatte, während sich die Lesebändchen sofort willfährig zu kleinen Ascheklumpen zusammenrollten.“ Der Autor arbeitet hier mit sehr ausdrucksstarken Adjektiven, was mir sehr gut gefällt. Man kann sich ebenfalls sehr gut in die Lage der einzelnen Protagonisten versetzen und wird in einer Weise Teil von Ihnen. Sehr auffällig sind auch die oft vorkommenden Wortwiederholungen, wie: „Gehwegplatte“, „Kreuz“ und „Schwanger“. Ich vermute das hiermit die Gewichtigkeit des Wortes noch verdeutlicht werden soll. Im Laufe des ersten Teiles lernt der Leser neben Carina und Mona, auch noch Carinas Lebensgefährten Tom, oder Thomas wie er richtig heißt, und ihren Hund Bennie kennen. Tom schreibt Kolumnen in einer Zeitung und steht kurz vor der Verfassung seiner 100. Kolumne. Carina und Tom leben mit Bennie in einer Dachgeschosswohnung direkt vor einem Park an einer Hochbahn. Dieser Park ist mit den Jahren zunehmend zum Drogenumschlagplatz mutiert und Mona nicht unbekannt, da Sie unter der Hochbahn am Park ihren Tag mit betteln für den nächsten Schuss verbringt. Die Kapitel innerhalb der Teile oder Teile der Kapitel sind immer aus der Sicht der Protagonisten geschrieben und nicht beispielsweise nur aus der Sicht Carinas. So bekommt man eine gute Einsicht in die Gedankenwelt aller wichtigen Hauptprotagonisten und kann ihren Handlungen gut folgen. Im Verlauf des ersten Teiles trifft Carina, während eines Spazierganges im Park mit Bennie, auf Mona, welche vor der „verrückten Frau“ flüchtet. Carina hetzt hinter Mona her um sie noch zu erwischen. Bennie blieb wo er war und nimmt, leider Gottes, Drogen im Gebüsch zu sich, wird regelrecht tollwütig, erkennt Carina bei ihrer Rückkehr zu ihm nicht mehr, und fällt Carina an, bevor er leblos zusammenbricht. Für mich eine sehr intensive Szene, da auch ich schon einmal von einem Hund angefallen wurde. In Teil zwei „Zwietracht“ lernt der Leser Petr kennen. Petr ist, wie Mona, drogensüchtig und lebt auf der Straße. Er ist Rumäne uns spricht nur ein paar wenige Brocken deutsch. Er ist der Vater des in Mona heranwachsenden Kindes und sehr erfreut, dass er Vater wird. Um endlich schwanger zu werden, entschließt sich Carina dazu in eine Kinderwunsch-Klinik zu gehen. Tom gibt dazu Spermien ab, um zu testen, ob er als Spender tauglich ist, oder ob er unfruchtbar ist. Als Carina wieder nach Hause kommt, nimmt sie sich die Urne von Bennie vom Kaminsims, öffnet diese und riecht am Inhalt. Einem Verlangen nach, steckt sie einen Finger hinein und lutscht danach an diesem. So etwas Widerliches habe ich noch nie gelesen. Im weiteren Verlauf des Romans holt sich Carina immer wieder Asche aus der Urne und lutscht sie. Ich frage mich, was das soll?! Auch diese Lust auf Fleisch von Carina ist immer wieder Thema. Im ersten Teil des Buches verleibt Sie sich einen Döner ein, als gäbe es kein Morgen, dabei ist sie eigentlich Vegetarierin. Im weiteren Verlauf des zweiten Teiles entschließt sich Mona dazu sich einen goldenen Schuss zu setzen. Dazu braucht sie jedoch Geld und stellt sich daher an den Kinderstrich vor einen Sex-Shop. Aus diesem kommt ein Mann heraus, welcher ihr Geld gibt mit der Bedingung, dass sie von dort verschwindet und nicht wiederkommt. Sie nimmt das Geld und macht sich von dannen. Hier hatte ich den Eindruck, dass es sich um irgendeinen Typen handelt, doch es stellt sich heraus, dass es sich um Tom handelt, der da aus dem Sex-Shop kam. Tom recherchierte dort für seine Kolumne, weil er nicht wusste, worüber er schreiben soll. Auch hier kommt es zu der zufälligen Kollision zwischen Mona und in diesem Fall Tom. Man könnte meinen die Stadt in der die Protagonisten leben sei ein Dorf. Während Tom den Sex-Shop verlässt und Mona Geld gibt, wird er von der Volontärin seiner Zeitung, namens Soph,  dabei beobachtet. Am folgenden Tag trifft er im Kopierraum nach Feierabend auf sie und es kommt zum Techtelmechtel. Der dritte Teil „Zwist“ beginnt damit, dass sich Carina Embryonen einsetzen lässt. Tom möchte unbedingt dabei sein und Carina zur Seite stehen, steht aber selber im Stau. Kurzentschlossen lässt er sein Fahrzeug einfach stehen, rennt quer durch die Straßen, rennt weiter quer durch ein Filmset und bricht einem dortigen Mitarbeiter, der Tom versucht aufzuhalten, die Nase. Total aufgewühlt und dreckig durch einen Sturz kommt er in der Klinik an. Mona ihrerseits mittlerweile in einer Enzugsklinik angekommen, weil Sie sich den goldenen Schuss gesetzt hatte, aber gerettet werden konnte, versucht sich dort einzuleben, was ihr jedoch nur bedingt gelingt. In seiner nächsten Kolumne identifiziert er sich selbst als den, der durch das Set gelaufen ist und den Mitarbeiter niedergeschlagen hat. Schnell bekommt die Filmfirma davon Wind, wer er ist und schreibt Toms Chefin. Diese teilt ihm mit, dass die Filmfirma von einer Anklage absieht, wenn er 15.000€ Schadensersatz zahlen würde. Total aufgewühlt von dieser Nachricht und dem Tag, schnappt sich Tom Soph und schläft mit Ihr nach Feierabend im Büro. Dabei erfährt der Leser, dass es beim ersten Mal zu garkeinem Geschlechtsverkehr gekommen war, da Tom nicht konnte. Es kommt wie es kommen muss und Carina kommt in die Redaktion und sieht die Beiden. Carina flüchtet durch das Haus in ihren Wagen, übersieht den ihr nachgelaufenen Tom und überfährt ihn. Der Titel des vierten Teiles „Zerwürfnis“ betitelt exakt das, wozu es kommt: zum Zerwürfnis. Teil vier beginnt im Krankenhaus, nachdem Carina Tom angefahren hat. Carina trifft dort auf Mona, welche zuvor ebenfalls eingeliefert wurde, da Sie blutet. Mona wird nach einem kurzen Gespräch klar, was die „verrückte Frau“ für ein Problem hat: sie kann keine Kinder bekommen und Mona, die nie schwanger werden wollte, ist es geworden. Nach einigen Wochen, nachdem Tom aus dem Krankenhaus entlassen wurde, will er noch einmal Spermien abgeben, die der wartenden Carina direkt eingesetzt werden sollen. Doch es klappt nicht, so sehr sich Tom auch anstrengt. Konfrontiert mit seinem Versagen geht er zu Carina und sagt es ihr. Diese ist sehr erbost und macht Tom Vorwürfe, das es zuvor bei der Volontärin ja noch prima geklappt hätte. Die Situation eskaliert dermaßen, dass von den Krankenschwestern die Security gerufen werden muss und Tom aus dem Haus entfernt wird. Als Carina später nach Hause kommt, ist Tom ausgezogen. Um sich selbst zu trösten, nimmt sie sich abermals die Urne von Bennie und löffelt sich seine Asche in den Mund. Und ich komme nicht umhin noch einmal zu erwähnen WIE ekelhaft dies ist. Ein auf den anderen Tag kommt ein Filmteam zu Carina in die Wohnung, mit der Bitte diese über das Viertel und die Drogensituation im Park interviewen zu dürfen. Sie willigt ein und gibt ein Interview. Derweil findet in der Entzugsklinik, in der sich Mona befindet, ein Fest statt. Ihre Eltern kommen auch dorthin und konfrontieren Mona damit, dass sie das Sorgerecht für das noch ungeborene Kind übernehmen wollen. Dies versetzt Mona dermaßen in Rage, dass sie die Psychologin, die ihre Eltern zu diesem Schritt noch ermunterte, attackiert. Mona, von Sinnen, flüchtet aus der Klinik und macht sich auf zu Petr. Petr wiederum hat das Interview von Carina im Internet gesehen und erfährt darin, dass Carina eine alte leerstehende Brauerei zu Lofts umwandeln will und noch Interessenten sucht. In diese Brauerei brechen Petr, Mona und einige Freunde ein, um dort zu nächtigen. Als noch weitere Hausbesetzer dazu kommen, eskaliert die Lage und die Polizei rückt an. Mona kann sich mit Petr in dem Tohuwabohu herausschleichen und beobachtet das Ganze aus der Entfernung. Die Brauerei wird letztlich von den Besetzern in Brand gesteckt. Tom, dessen Kolumne eingestellt wird, weil sie nicht mehr zeitgemäß erscheint, kündigt bedingt durch eine Kurzschlussreaktion, bei der Zeitung. Eines Abends lauert er Soph auf, um sie zur Rede zu stellen, da sie jetzt die neue zeitgemäßere Kolumne schreiben soll und er vermutet, dass sie dies eigentlich die ganze Zeit im Sinn hatte. Dabei erfährt er unter anderem von der besetzten Brauerei und dem Polizeieinsatz. Aufgeschreckt durch diese Nachricht macht er sich direkt auf zur aufgewühlten Carina. Sie versöhnen sich wieder und Tom zieht wieder ein. Der finale Teil fünf hat den Titel „Aufprall“. Carina und Tom beschließen ins Ausland zu gehen und verkaufen ihre Wohnung, viele ihrer Sachen und den Rest lagern sie ein. Mona bringt einen kleinen Jungen zur Welt in der Wohnung einer rumänischen Familie, zu der sie Petr gebracht hatte. Mona, seit einigen Wochen clean, beschließt den Jungen wegzugeben und mit Petr nach Rumänien zu gehen. Vor der Geburt hatten sie gewettet, ob das Kind ein Junge oder Mädchen werden wird und Petr hatte gesagt, würde es ein Junge werden, würden die Beiden nach Rumänien gehen. Er hatte Recht. Mona und Petr bringen den kleinen Jungen noch in derselben Nacht der Geburt zu Carina, die völlig überrumpelt aus dem Bett geklingelt wird. Sie nimmt den Kleinen an sich und Mona und Petr verlassen die Wohnung. Schnell beschließt Carina das sie den Kleinen nicht behalten kann und bringt ihn ins Krankenhaus zur Babyklappe. Dort versichert man ihr, dass sie sich dort gut um den Kleinen kümmern und dass sie für ihn eine gute Familie finden werden. Carina verrät nicht, wer den Jungen gebar, da Mona sie darum bat, aus Angst ihre Eltern würden sich des Kleinen annehmen. Im Laufe des folgenden Tages geht Carina mit Bennies Urne in den Park und verstreut ihn an dem Busch, an dem Bennie damals die Drogen zu sich genommen hatte. Die Urne lässt sie dort auf einer Mauer stehen und geht wieder in die Wohnung, um alsbald mit Tom in eine neue Zukunft aufzubrechen. Auch Petr und Mona brechen in eine neue Zukunft auf in Richtung Rumänien. Wie das Schicksal es will, wären sich Carina, Tom, Petr und Mona beinahe an einem Rastplatz wieder in die Arme gelaufen. Petr und Mona suchen nach einer Mitfahrgelegenheit und Carina und Tom fahren an ihnen vorbei. Tom hält nur nicht an, weil es Carina sehr schlecht geht. Na, warum ist ihr wohl schlecht? Richtig! Sie ist schwanger!   Meine Ausführungen gehen nicht annährend in die Tiefe, wie der Roman es an sich geht. Faszinierend finde ich, wie zwei grundlegend verschiedene Lebensweisen, doch so nah aneinander vorbei gehen und gleichzeitig miteinander verwoben werden können. Alle Handlungen machen letztlich einen Sinn, die vielleicht allein betrachtet dies nicht tun. Und Zufälle gibt’s in diesem Roman, das ist der Wahnsinn. So ein Zufall, dass Carina gerade Mona anfährt, die auch noch ungewollt schwanger ist, was Carina lange verwehrt bleibt. Oder das Bennie ausgerechnet an irgendwelchen Drogen stirbt, die im Park herumliegen und Mona wiederum will mit Hilfe von einer Überdosis sterben, stirbt aber nicht. An der „Figur“ von Tom liest sich sehr gut ab, wie psychisch anstrengend es ist, den eigenen Kinderwunsch oder den der Frau / Lebensgefährtin nicht erfüllen zu können. Tom ist zuweilen mit den Nerven am Ende und verhält sich so, wie nie zuvor. Carina wünscht sich zwar auch Kinder und nagt daran, dass sie keine bekommt, sie finde ich jedoch nicht so ausdrucksstark wie Tom. Der Roman liest sich sehr flüssig und ich als Leserin wollte immer sehr gerne wissen, wie es weitergeht. Auch die Titelwahl der einzelnen Teile finde ich sehr gut gewählt. Ich habe den Eindruck, dass die ersten vier Teile sich dem Ende hin immer weiter steigern, bis es letztlich zu dem großen Urknall „Aufprall“ kommt, der der Beginn von etwas Neuem ist. Zu gerne hätte ich am Ende noch gewusst, wie es dem kleinen Jungen weiterhin erging? Hat er gute Eltern gefunden? Oder wäre er zufällig von Monas Eltern adoptiert worden, weil diese sich noch ein Kind wünschten? Dies wäre der absolute Höhepunkt gewesen. Ich muss hier am Ende meiner Ausführungen noch einmal deutlich sagen, dass es absolut widerlich war Carina die Asche des Hundes essen zu lassen. Auch wenn ich dies echt widerwärtig finde, vergebe ich 5 von möglichen 5 Punkten.

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