Florian Schroeder Offen für alles und nicht ganz dicht

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Inhaltsangabe zu „Offen für alles und nicht ganz dicht“ von Florian Schroeder

'Kinder ja, aber bloß nicht jetzt. Zusammenwohnen gerne, aber bitte mit getrennten Schlafzimmern. Fünf-Gänge-Menü und Traumfigur. Grün wählen, schwarz leben.' Florian Schroeder geht hart ins Gericht mit sich und allen anderen, haut drauf, schüttelt den Kopf und kann die Welt nicht mehr verstehen. Mit viel Humor beschreibt er das Leben zwischen Facebook und Starbucks: 'Wir sind unglaublich mobil, ungeheuer flexibel und unfassbar kreativ.' Liebevoll wirbt er um Verständnis, mit Geschichten, die das Leben der 30-Jährigen schreibt. Und der 40-Jährigen. Und der 50-Jährigen. Das Alter spielt keine Rolle. Es ist die Generation, die sich entschieden hat, sich nicht mehr entscheiden zu wollen. So kreist sie um sich selbst - mit Vollgas im Leerlauf. Aber mit viel Spaß dabei.

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    Offen für alles und nicht ganz dicht

    steffchen3010

    12. May 2014 um 21:58

    Wir sind offen für alles – und nicht ganz dicht. Wir sagen nicht mehr ja und nein, wir sagen jein. Sowohl-als-auch. Zitat, Seite 8 Florian Schroeder, so heißt er also, der Typ der die Haltung unserer heutigen Generation beim Namen nennt: “Entschlossen, sich nicht mehr entscheiden zu wollen. Permanent, mit Vollgas, im Leerlauf”. Wir alle leben ein Leben voller Möglichkeiten. Wir surfen durch eine Welt, deren Welle an Informationen, Zielsetzungen und scheinbaren Idealen uns nahezu überspült und uns dann bei der Entscheidungsfindung alleine zurücklässt. Uns belächelt, wenn wir unfähig sind, schnell genug zu reagieren. Nicht wissen, was das Richtige ist. Richtig, was ist das schon? Warum entscheiden, wenn man alles gleichzeitig haben kann?! Kinder? Ja, aber lieber erst später. Zusammenziehen? Warum nicht, aber nur mit getrennten Schlafzimmern. Dazugehören? Ja, aber nur mit genügend Abstand. Mittendrin statt nur dabei? Nö, eher nur dabei als mittendrin. Die Coolness ist die Schwester der Ironie. Schön distanziert, über den Dingen statt in ihnen. Jede Haltung ist vorläufig. Zitat, Seite 86 In seinem ersten Buch nimmt uns der 1979 geborene Kabarettist, der in Freiburg Germanistik und Philosophie studiert hat, auf einen Spaziergang durch das Leben mit. Er berichtet von seiner erfolglosen Zeit beim Radio, warum er die Studiengebühren als “Eliteflatrate” und den Bachelor als “Wissensbulimie” bezeichnet. Er erzählt von den Menschen, die ihm im Verlauf seines Lebens begegnet sind und auf die er immer wieder trifft. Den “Irgendwas mit Medien”-Typen und Coaches dieser Welt, die mit ihrem sinnlosen Geschwafel die Welt beglücken und eigentlich selbst so gar keine wirkliche Ahnung haben, wovon sie reden. Den überglücklichen Eltern dieser Welt, die ahnungs- und kinderlose Single- & Pärchen-Freunde mit 15 MB-Emails voller Kinderfotos überfordern und den 30-, 40- und 50-jährigen dieser Zeit. Er lässt keinen aus. Und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis es auch dich erwischt und du dich beim Umblättern der Seiten vorsorglich duckst, weil du Angst hast, vom schlagkräftigen linken Haken ausgeknockt zu werden. Nett, im Wortsinn: als größte Ohrfeige, die man einem Menschen geben kann. Nett ist meist gefolgt von dem tragischen Wort ‘aber’. “Ich find dich nett, aber…” Nett ist wie ein Kanarienvogel: Stinkt nicht, stört nicht, könnte aber genauso gut weg sein. Irgendwo zwischen Langeweile, Gleichgültigkeit und Desinteresse, da wohnt nett. Zitat, Seite 214 Gnadenlos, überspitzt und gekonnt pointiert. Schroeder findet stets die passenden Worte für die Menschen und Ereignisse aus der Politik, den Medien und dem alltäglichen Leben. Fällt das bei einem Kabarettisten auch unter “Kompetenzsimulation bei völliger Ahnungslosigkeit” oder sind es einfach die Gedanken eines guten Beobachters mit großer Klappe? Parteien sind die Kleingartenvereine des 21. Jahrhunderts. Zitat, Seite 65 So bleibt auch der “Coffee-Shop-Hype” nicht unerwähnt. Starbucks, jener Ort mit dem “unheimlichen Stilmix”, an dem sich Oma-Ohrensessel zu unbequemen Holzstühlen und kleinen Holztischen gesellen und man das Gefühl hat, der Innenarchitekt wäre auf Drogen gewesen. Hier stößt du bereits bei der Wahl deines Wunschgetränks an deine Grenzen, weil dir beim Blick auf die Getränkekarte schon panisch die Ohren schlackern, aus Angst, sich bis zur Bestellung noch nicht entschieden zu haben. Natürlich genügt es nicht, zwischen einem kleinen, mittleren oder großen Getränk zu unterscheiden. Nein. Wir brauchen eine englische, spanische und italienische Größe, die dir die Welt plötzlich neu definiert. Ein tall ist kein groß mehr, sondern klein. Ein grande, steht plötzlich für mittel und venti ist nur noch groß anstatt das Zwanzigfache. Superlative verbessern selbst die heiße Schokolade (Premium Hot Chocolate) um ein Vielfaches und ein Chai Tea Latte bietet dir wörtlich übersetzt eine Tasse voller Teeteemilch (Chai, südasiatisch: Tee, Tea, englisch: Tee, Latte, italienisch: Milch). Wir schießen nicht mehr Fotos, um Augenblicke festzuhalten, wir schaffen Augenblicke, um sie auf Fotos festzuhalten.  Zitat, Seite 27 Die heutige Handhabung von Handy, Tablet und Laptop. Krankheit oder Kult? Verhilft dir das ständige “Online-Sein” und daraus resultierende Geposte von Gedanken und Fotos via Facebook, Twitter und Co tatsächlich zu einer getunten Selbstdarstellung im Baukasten-Modus? So à la Pippi Langstrumpf “Ich mach mir die Welt widdewidde wie sie mir gefällt…”? Schreien derartige Handlungen nach einem Menschen mit mangelndem Selbstbewusstsein oder kann man es tatsächlich noch als netten Zeitvertreib bezeichnen? Ein Leben ohne Facebook? Ja. Nein. Jein! Fest steht, dass Schroeder auch hier nicht zurückschreckt. Facebook war und ist ihm suspekt, auch wenn er zugibt, selbst ein Online-Junkie zu sein und stündlich seine Mails zu checken. Das iPhone ist dabei sein ständiger Begleiter. Eine endgültige Entscheidung zwischen Apple und Windows will er dabei trotzdem nicht treffen. Er fühlt sich vielmehr “in beiden Welten zuhause” und lebt trotz immer wieder aufkehrender Probleme hinsichtlich der Kompatibilität und den unverständlichen Blicken seines Apple-Nerd-Kumpels Andi das Prinzip: Ich will alles. Ich habe langsam das Gefühl, Windows-Benutzer verteilen Koks an Kinder und schlagen ihre Frauen. Apple-Nutzer hingegen sind niemals Benutzer. Sie sind User. Sie sind die besseren Menschen, denn sie essen Bio, trennen Müll, wählen Grün und gucken ARTE. Kurz: Apple-User machen die Welt besser, Windows-Benutzer machen sie schlechter. Wenn auch nicht absichtlich: Die Windows-Fraktion hat nur keine Zeit zum Weltverbessern, sie muss ja ständig Sicherheitslücken schließen! Zitat, Seite 163 Wortgewandt und ironisch-überspitzt erklärt uns Schroeder die Welt. Dabei bleibt selbst Helmut Kohl nicht unverschont, der viele Jahre vielmehr als Gott galt, obwohl auch er “nur” ein Kanzler war. Casting-Shows, Fitness-Wahn und musikalische Querschläge. In “Offen für alles” findet tatsächlich Alles Schroeders Aufmerksamkeit. Und plötzlich versteh selbst ich, warum meine Eltern immer noch im “Analogistan” als “Digitalistan” leben. “Analogistan”, die Ära, in der noch Telefone mit Drehscheiben und Kassetten in waren, wohingegen “Digitalistan” mit Tweets & Feeds hantiert und die “Mitquaker” unserer Zeit beherbergt. Mit viel schwarzem Humor und einer gehörigen Prise Realismus pfeffert dir Schroeder die Dinge dieser Welt um die Ohren und unterhält dich auf 233 Seiten in höchstem Maße. Einfach klasse, dieser Mann – Chapeau Herr Schroeder für deine unfassbar große aber intelligente Klappe!

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  • Rezension zu "Offen für alles und nicht ganz dicht" von Florian Schroeder

    Offen für alles und nicht ganz dicht

    Jetztkochtsie

    03. January 2012 um 08:04

    JA JA JA! Genau dieses Buch habe ich gebraucht, eine witzige, lakonische, ironische Beschreibung meiner Generation. Ich habe mich selten in einem Buch so oft wieder erkannt, ertappt gefühlt, mich peinlich berührt grinsend abgewandt und innerlich ordentlich gekichert. Gut, nicht alles ist witzig, einige der Feststellungen sind durchaus ein wenig traurig, lassen eine düstere Zukunft erahnen und einen selbst leicht schockiert zurück, wenn man erkennt, daß viele andere genauso anders sein wollen, wie man selbst und man letztlich dann doch wieder zum Einheitsbrei gehört.... Schroeder läßt sich aus, über Selbstverliebte Facebook geposte (Treffer!), über den Mut zum deutlichen JEIN! Das Zusammenwohnen wollen, aber dann bitte mit getrennten Schlafzimmern (hust Treffer, wir haben ein Haus mit zwei Wohnungen für zwei Personen gebaut!) Das schwarz leben und grün Wählen... (Halber Treffer, ich lebe grün (HEY ICH TRENNE DEN MÜLL!!! ) und wähle Schwarz, reine Sympathiebekundung für Frau Merkel), die gänzliche Unentschlossenheit einer ganzen Generation, das nicht festlegen wollen, das alles haben und erreichen wollen... dabei reflektiert er durchaus pointiert, sprachlich gelungen und eben ironisch, wobei Ironie ja auch ein Mittel ist, sich eben nicht festzulegen, zur Not kann man immer noch behaupten, es wäre nicht ironisch gemeint geweisen. Er macht sich ein bißchen lustig über die Rezensionsmentalität, den Weg weg vom Zuhören, hin zum alles und jeden Kommentieren, Bewerten und Sternchen verteilen. (Treffer... schließlich tue ich genau das hier.) Er beleuchtet die Unterschiede, der Menschen, die noch wissen, was man mit einem Bleistift und einer Kassette anfangen kann, zu den Menschen, die nie ein Telefon mit Wählscheibe in Betrieb genommen haben. Ein bißchen Retro, ein bißchen Nostalgie, ein bißchen mahnender Zeigefinger, gut durchgemixt und gelungen formuliert. Für mich angenehme gar nicht so seichte Unterhaltung, durchaus empfehlenswert. Ein wenig seltsam fand ich allerdings, daß mein Posting auf der Facebookseite des Autors, welches sich sehr lobend zum Buch äußerte, innerhalb von wenigen Minuten gelöscht wurde. Das paßt irgendwie so gar nicht zum Buchinhalt und ließ mich ein wenig verdutzt zurück.

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  • Rezension zu "Offen für alles und nicht ganz dicht" von Florian Schroeder

    Offen für alles und nicht ganz dicht

    VeroG

    02. September 2011 um 18:48

    Mit wenigen, boshaften, aber intelligenten Strichen skizziert Schroeder die seltsame Welt der heute 30- bis 50-jährigen. Die Generation, die sich entschieden hat, sich nicht mehr zu entscheiden, wie er selbst am Cover schreibt. Man merkt, dass Schroeder Kabarettist ist und daher gewohnt, den Finger genau auf die Wunden zu legen und mit dem Skalpell des Humors die Schwächen der Menschen aufzudecken. Brillant und unterhaltsam hält er uns einen Spiegel vors Gesicht. Und manchmal bleibt uns das Lachen irgendwie im Halse stecken. Lesenswert!

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