Florian Sitzmann

 4,3 Sterne bei 22 Bewertungen
Autor*in von Der halbe Mann, Bloß keine halben Sachen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Florian Sitzmann, geboren 1976, hat nach einem schweren Motorrad-Unfall 1992 beide Beine verloren. 1999 schließt er eine kaufmännische Ausbildung ab. Im Jahr 2002 startet er eine international erfolgreiche Karriere als Leistungssportler im Handbiken. Seine positive Art, seinen Lebenswillen und seine Lebenserfahrung versucht er in verschiedenen Projekten an Menschen weiterzugeben, die sich in ähnlich schwierigen Lebenslagen befinden. Aus diesen Projekten entsteht eine immer größer werdende Vernetzung mit Gleichgesinnten, die wie Florian Sitzmann etwas bewegen wollen. Sein Buch „Der halbe Mann - Dem Leben Beine machen“ über die ersten Jahre nach seinem Unfall ist bereits in der 5. Auflage und wurde mehr als 12.000 mal verkauft.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Florian Sitzmann

Cover des Buches Der halbe Mann (ISBN: 9783442158027)

Der halbe Mann

 (13)
Erschienen am 17.06.2014
Cover des Buches Bloß keine halben Sachen (ISBN: 9783442158560)

Bloß keine halben Sachen

 (6)
Erschienen am 17.08.2015
Cover des Buches Der halbe Mann (ISBN: 9783641139124)

Der halbe Mann

 (2)
Erschienen am 10.02.2014
Cover des Buches Pokke & das halbe Glück (ISBN: 9783982594507)

Pokke & das halbe Glück

 (1)
Erschienen am 15.12.2023

Neue Rezensionen zu Florian Sitzmann

Cover des Buches Pokke & das halbe Glück (ISBN: 9783982594507)
peanjos avatar

Rezension zu "Pokke & das halbe Glück" von Florian Sitzmann

Der halbe Mann und der Einarmige - auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, das Leben ist trotzdem schön
peanjovor einem Monat

In einer Reha-Klinik trifft der bereits genesene, beinamputierte Jan auf Pokke, einen 17jährigen Sprayer, der bei einer dummen Aktion seinen linken Arm verloren hat. Pokke hat aber nicht nur seinen Arm sondern auch seinen Lebensmut und seine Lebensfreude verloren. Was soll das alles noch, er wird immer ein Krüppel sein. Nichts mehr mit Verliebtsein in Zoe, der coole Dude, den die anderen bewundern. Er ist verletzt, wütend, traurig und das zeigt er allen, in dem er jeden, auch die, die ihm Gutes tun wollen, wegstößt (wörtlich und im übertragenen Sinn). Aber Jan, der das alles selbst durchgemacht hat, lässt sich davon nicht abschrecken. Er will Pokke zeigen, dass das Leben noch viel zu bieten hat, auch wenn man das Leben nicht mehr mit zwei Armen umfassen kann. 

Der Autor Florian Sitzmann erzählt hier die Geschichte von zwei jungen Männern, die, so würden wir sagen, das Schicksal böse mitgespielt hat. Aber aus seiner eigenen Erfahrung kann er berichten, dass auch so eine Grätsche im Leben diesem eine neue, positive Wendung geben kann. Neben der Geschichte von Pokke und Jan berichtet Sitzmann immer wieder in kleinen Zwischenkapiteln, wie sich das ganz konkret bei ihm angefühlt hat, was ihm geholfen und was es bewirkt hat. Deshalb ist das Buch nicht nur ein Jugendroman mit fiktiver Geschichte, sondern eine Erzählung, wie es sein könnte und wie es wirklich bei Florian Sitzmann war.

Sehr ermutigend, bereichernd, locker geschrieben und auf jeden Fall ein Jugendroman, der gelesen werden sollte.

Cover des Buches Der halbe Mann (ISBN: 9783442158027)
Jorokas avatar

Rezension zu "Der halbe Mann" von Florian Sitzmann

Der halbe Mann ist ganz und gar „Kerl“ geblieben
Jorokavor einem Jahr

Weiterhin sind ihm Frauen ganz wichtig, schnelle Autos, nur ja, Fußball geht im Rollstuhl nicht mehr so gut, dafür wird es zum Ultra-Marathon-Mann mit dem Handbike.


Ich kenne Herrn Sitzmann nicht persönlich, habe auch nie ein Interview oder ähnliches vom ihm gesehen oder ihn life erlebt (zumindest nicht bewusst, vielleicht zufällig, da ihn einiges mit meinem Wohnort Darmstadt verbindet, vielleicht sogar noch vor seinem Unfall). Rein nach Lesen des Buches ist mein Eindruck: Hier schreibt ein Mann, der auch nach einem folgenreichen Unfall nicht aufgibt. Er möchte weiterhin so „normal“ wie möglich leben und seine Behinderung sozusagen als „Markenzeichen“ betrachten. Wie er schreibt, erhöhe sie sogar seine Chance bei den Frauen. Durch das erhaltene Schmerzensgeld kann es sich materielle Statussymbole leisten, die für ihn ansonsten wahrscheinlich unerreichbar geblieben wären.


Die Schwerpunkte, die er in seinem Leben setzt, sind sehr nach Anerkennung und Erfolg (bei Frauen, Beruf etc.) ausgerichtet. Ich weiß nicht, ob mich mein Eindruck täuscht, aber zumindest im Buch entsteht für mich der Eindruck, dass er sich mit seiner Behinderung zwar arrangiert hat, aber sie nicht akzeptiert hat.


Als seine Tochter zur Welt kommt schreibt er: „Hauptsache gesund.“ Das hat mich dann doch etwas irritiert. Für mich scheint da ein wenig die Haltung durch: Behinderung ist schon okay, aber bitte nicht in der eigenen Familie. War wäre denn gewesen, wenn sie mit dem Down-Syndrom auf die Welt gekommen wäre? Hätte er sie deshalb dann weniger geliebt?


Das Vorwort von Xavier Naidoo fällt doch recht spärlich aus.


Zeilen aus seinen Liedern dienen als Überschriften der Kapitel.


Nun klar, der Mann musste einen schweren Unfall mit anschließender irreversiblen Behinderung wegstecken. Er schreibt auch ausführlich über den Unfallhergang und die Reha. Er kritisiert, dass er bei Interviews immer nach dem „Wie ist es passiert, wie kommt er mit seiner Behinderung klar“ gefragt wird, aber nicht, wie er es z.B. schafft, seine Rolle als Vater und den Beruf unter einen Hut zu bringen. Nun, im Buch berichtet er davon aber auch nicht. Schade, wäre eine gute Möglichkeit gewesen, oder?


Fazit: Das Schicksal von Florian Sitzmann in Ehren, sein Buch hat mich nicht überzeugen können. Ich empfehle stattdessen die Geschichte von Natalie Simanowski: „Wieder aufstehen“.

Cover des Buches Bloß keine halben Sachen (ISBN: 9783641083793)
SagMals avatar

Rezension zu "Bloß keine halben Sachen" von Florian Sitzmann

Deutschland – (k)ein Rollstuhlmärchen
SagMalvor 5 Jahren

Florian Sitzmann verlor nach einem schweren Motorradunfall 1992 beide Beine und ist seitdem mit Rollstuhl mobil. In „Bloß keine halben Sachen | Deutschland – ein Rollstuhlmärchen“ berichtet er von seinen beinlosen Erfahrungen im Fußgängerdschungel, gibt viele wertvolle Tipps und macht gleichzeitig Mut.

So schreibt Sitzmann im Buch über wichtige Bereiche des Lebens, erzählt, wie er sie persönlich im Rollstuhl sitzend gemeistert hat und was er sich für eine wirklich gelungene Inklusion von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft wünscht. Er berichtet unter anderem auch von seinen ersten Erfahrungen in der Reha, die soweit weg vom „normalen Leben mit anderen Menschen“ war. Er erzählt weiterhin von überforderten Menschen und wie er sich mit viel Eigeninitiative selbst ins Arbeitsleben einbrachte. Er schreibt, wie er sich den Sport zurückeroberte und auch in der Liebe neues Glück fand. Ferner, worauf es für ihn beim barrierefreien Wohnen ankommt, was es beim Urlaub buchen zu beachten gilt und warum soziales Engagement so wichtig ist.

Mein Fazit:
Ich selbst bin Fußgängerin, doch mein Lebensgefährte sitzt nach einem Schicksalsschlag im Rollstuhl und ist seitdem auf Hilfe angewiesen. Das Buch von Florian Sitzmann bestätigt viele unserer eigenen Erfahrungen, hat uns darüber hinaus aber auch gute Hinweise gegeben und Tipps für Anlaufstellen, bei denen wir uns noch mal genauer umschauen können. Ein Buch also, dass wir mit einer bestimmten Erwartungshaltung gelesen haben und das uns dort vollends abgeholt hat.

Darüber hinaus finde ich es persönlich wichtig und großartig, wie sich der Autor als selbst Betroffener für Menschen mit Behinderung einbringt, kämpft und damit auch all denen eine Stimme gibt, die das gegebenenfalls momentan nicht selbst können. 

Für wirklich gelungene Inklusion ist es meiner Ansicht nach noch ein weiter Weg. Das erleben wir täglich aus eigener Erfahrung, sobald ich mit meinem Lebensgefährten das Haus verlasse. Bücher, wie die von Florian Sitzmann, helfen jedoch, auch bei Nichtbetroffenen mehr Verständnis und Einfühlung zu erzeugen und sind meiner Ansicht nach ein Baustein dafür, etwas an der jetzigen Situation für Menschen mit Behinderung zu ändern und die Wichtigkeit von Inklusion ins Bewusstsein zu rücken.

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 29 Bibliotheken

auf 4 Merkzettel

von 1 Leser*innen aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks