Florian Werner Schüchtern

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Inhaltsangabe zu „Schüchtern“ von Florian Werner

Selbstdarstellung scheint heute selbstverständlich, Schüchternheit hingegen ist passé. Stimmt nicht, wie Florian Werner in seinem Bericht zeigt. Die Gesellschaft der Schüchternen ist auch im 21. Jahrhundert überraschend groß. Amüsant und formvollendet erzählt Werner von seiner Rolle als zweitgeborener Zwilling, von der Bedeutung von Kapuzenpullis, wie er seine Frau kennenlernte und warum er auch gegenüber unverschämten Kellnern zwanghaft höflich bleibt. Werner erklärt außerdem, wie Schüchternheit bei Kindern entsteht, wie der große Markt der Schüchternheitsbekämpfung funktioniert und warum Schüchternheit auch eine Stärke sein kann. Ein geistreicher, ungewöhnlicher und verblüffender Erlebnisbericht.

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  • Leserunde zu "Schüchtern" von Florian Werner

    Schüchtern

    FlorianWerner

    Selbstdarstellung scheint heute selbstverständlich, Schüchternheit hingegen ist passé. Stimmt nicht, wie ich in meinem Buch zeige. Die Gesellschaft der Schüchternen ist auch im 21. Jahrhundert überraschend groß. In „Schüchtern“ erzähle ich von meiner Rolle als zweitgeborener Zwilling, von der Bedeutung von Kapuzenpullis, wie ich meine Frau kennenlernte und warum ich auch gegenüber unverschämten Kellnern zwanghaft höflich bleibe. Außerdem gehe ich der Frage nach, wie Schüchternheit bei Kindern entsteht, wie der große Markt der Schüchternheitsbekämpfung funktioniert und warum Schüchternheit auch eine Stärke sein kann. Ich verlose 15 Exemplare von „Schüchtern“ an diejenigen, die sich gern mit mir über das Thema „Schüchternheit“ austauschen und gemeinsam mit anderen mein Buch lesen möchten. Schreibt mir bis zum 18. Oktober, was euch am Thema „Schüchternheit“ interessiert. Die Leserunde beginnt am 21. Oktober, herzlich dazu eingeladen ist jeder, den das Thema interessiert! Übrigens: Es gibt auch eine eigene Facebookseite, auf der ihr Neuigkeiten rund ums Buch erfahrt. Schaut doch vorbei! zur Facebookseite Ihr könnt euch zwei Videos ansehen, zum einen den Buchtrailer, zum anderen meine Lesung bei zehnseiten.de. Wer Lust hat, einen Blick ins Buch zu werfen, hier gibt es eine Leseprobe.

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    • 289

    Bellchen

    25. November 2012 um 16:59
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    purplerose10 schreibt Außerdem sollte man sich nicht für andere ändern. Wenn jemand dich wirklich mag, dann wird er auch deine Schüchternheit akzeptieren. So sehe ich das:)

    Genau!! (:

  • Rezension zu "Schüchtern" von Florian Werner

    Schüchtern

    purplerose10

    25. November 2012 um 13:40

    Ich habe dieses Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen und muss sagen, dass ich positiv überrascht war. Auch wenn ich etwas anderes erwartet hatte. Als schüchterner Mensch hat man es nicht immer leicht und dieses Buch versucht zu vermitteln, dass Schüchternheit auch Vorteile haben kann. Was ich als leichte Lektüre angefangen hatte, entwickelte sich schon fast zu einem "Fachbuch". Man erfährt viele Informationen über diese Charaktereigenschaft, aber dies in einer sehr amüsanten Sprache. Lediglich die vielen Fachausdrücke manchmal haben mich etwas gestört. An einigen Stellen musste ich wirklich schmunzeln, besonders die Sache mit dem Telefonieren. Gekoppelt mit eigenen Erfahrungen bringt der Autor die Rolle als Schüchterner gut rüber und man kann sich in einigen Dingen wirklich identifizieren. Fazit: Besser gemacht, als die ganzen Bücher alla "Wie überwinde ich meine Schüchternheit?" . Hier wird deutlich, dass auch andere Menschen die selben Probleme haben wie man selber und warum es gar nicht so schlimm ist schüchtern zu sein.

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  • Rezension zu "Schüchtern" von Florian Werner

    Schüchtern

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. November 2012 um 13:18

    Gestaltung Das Cover ist sehr schlicht gehalten und passt somit sehr gut in das Genre hinein. Ich gestehe ich bin ein absoluter Schildkröten Fan, weshalb ich die kleine Schildkröte super süß finde. ;) Sie dient hier als Symbol der Schüchternheit, ebenfalls sehr passend. :) Meinung Mit großem Interesse bin ich an dieses Buch heran gegangen, die Schüchternheit ist ein ständiger Begleiter in meinem Leben, mal habe ich sie gerne um mich herum, in anderen Situationen verfluche ich sie dafür, dass sie nie von meiner Seite weicht. ;) Das Thema Schüchternheit wird hier sehr aufgerollt, so kommen wir zu den Fragen wie Schüchternheit überhaupt entsteht? Ist es möglich von Geburt an Schüchtern zu sein oder kommt diese erst im Laufe der Zeit zu einem? Eine Frage mit der sich der Autor sehr intensiv auseinander setzt und diese auch sehr persönlich reflektiert. :) Dann wird auch noch darauf eingegangen ob es Unterschiede gibt zwischen schüchternen Männern und Frauen. Bei Frauen wurde es zumindest früher akzeptiert, sogar als eine wertvolle Tugend angesehen, während Männer die schüchtern waren, nicht wirklich als vollwertiger Mann angesehen wurde.. Der Vergleich von damals und heute fällt auf, dass Männer es vielleicht immer noch schwerer haben, gerade auch bei der Partnersuche, Schüchternheit bei Frauen aber auch keine Vorteile mehr mit sich bringt. Eher wird die Schüchternheit heute als eine Art Krankheit angesehen, der man unbedingt den Kampf ansagen muss.. Dabei gibt es auch viele Aspekte der Schüchternheit die durchaus positiv sind, so sind schüchterne sehr nachdenklich treffen keine voreilige Entscheidungen, die man hinterher eventuell bereuen könnte ect. Das Thema wird hier wirklich sehr vielseitig beleuchtet, sowohl die negativen als auch positiven Aspekte.. Das Buch ist sehr flüssig geschrieben, es wirft einige Fachbegriffe auf, die sich aber durchaus von selbst erklären, wenn man weiter liest. :) Ich habe für mich schon lange entschieden meine Schüchternheit mit all ihren Macken zu akzeptieren, sie ist ein Teil von mir, ein Teil der mich ausmacht. :) Fazit Ein wirklich tolles Sachbuch , über ein allgegenwärtiges Thema, das nicht nur durch seine Sachlichkeit hervorsticht sondern auch durch die persönliche Note, die der Autor mit einfließen lässt. :)

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  • Rezension zu "Schüchtern" von Florian Werner

    Schüchtern

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. November 2012 um 23:03

    Autor Florian Werner ist schüchtern und hat sich offensiv mit dem Thema in seinem Buch „Schüchtern“, einer wahrlich unterschätzten, aber allgegenwärtigen Eigenschaft gewidmet. Schüchternheit ist in unserer Gesellschaft nicht nur unterschätzt, sondern auch eher negativ konnotiert. Schüchterne Menschen wirken häufig deplatziert, im privaten wie im beruflichen Alltag. Diese Eigenschaft scheint sich mit der „Ellbogengesellschaft“ nur schwer vereinbaren zu lassen. Der Autor beantwortet in seinem Buch zahlreiche Fragen. So beispielsweise was Schüchternheit genau ist, wie sie sich entwickelt und auswirkt. Kernfrage ist jedoch, ob und wie es sich mit der Schüchternheit leben lässt und ob sich gar Vorteile aus der zunächst negativ bewerteten Eigenschaft ergeben können. Zur Beantwortung der Fragen greift Florian Werner auf seine eigenen Erfahrungen als schüchterner Mensch zurück. So erfährt man viel über den Autor und kann die teils auch sehr skurrile Beispiele sehr gut nachvollziehen. Besonders deutlich zeigte sich dies bei dem Problem zu Telefonieren und den Techniken, um Telefonate zu verhindern. Schwierige Situationen ergeben sich für schüchterne Menschen an vielen scheinbar „leichten“ und „normalen“, weil alltäglichen interaktiven Situationen. Manche Ängste und Befürchtungen sind nur schwer nachvollziehbar für weniger / nicht schüchterne Leute. Werner versteht es mit seinen Beispielen auch aus der Wissenschaft mehr Verständnis für Schüchternheit zu entwickeln. Außerdem richtet er den Blick auch auf vergangene Zeiten und den Stellenwert der Schüchternheit in verschiedenen Epochen und Regionen. Auch geschlechterspezifische Unterschiede erklärt er, so wird Schüchternheit bei Frauen im Allgemeinen häufiger als Tugend, bei Männern jedoch als Last gedeutet. Auch die Frage, ob die soziale Umwelt oder doch die Gene entscheidend für die Ausbildung der Schüchternheit sind klärt Werner. Fazit: Das Buch ist für alle sehr gut geeignet, die sich -ob aus direkter Betroffenheit oder auch reinem Interesse- für das Thema interessieren. Schüchternen wird es aufzeigen, woher ihre Schüchternheit möglicherweise kommt und wie sie damit umgehen können (das „Behandeln“ oder „Bekämpfen“ der Schüchternheit ist ausdrücklich nicht das Ziel!) und vor allem, dass es vielen so ergeht. Weniger schüchterne Menschen werden mehr Verständnis entwickeln können, da sie einen Einblick in die Lebenswelt ihrer eher ruhigen Mitmenschen bekommen. Werner schafft eine Balance zwischen Witz, Ironie und der benötigten Ernsthaftigkeit, sich dem Thema und all seinen Facetten zu widmen. Mit lebensnahen, amüsanten Beispielen, aber auch gut recherchierten wissenschaftlichen Fakten zum Thema schafft es Werner das Interesse bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Ich kann den Kauf des Buches mit gutem Gewissen empfehlen !

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  • Rezension zu "Schüchtern" von Florian Werner

    Schüchtern

    Marcuria

    21. November 2012 um 01:06

    Ein hilfreiches Buch für alle leisen Genossen . Schüchternheit kann viele Formen annehmen und sich so im Alltag unterschiedlich äußern. Wer sich selbst als schüchtern wahrnimmt, wird sich vermutlich in einigen der folgenden Situationen und Denkmustern wiederfinden: Während das Telefon zum größten Feind ernannt wurde, werden Internet und die Kommunikation per Email hoch geschätzt, Schreiben fällt in den meisten Fällen nunmal leichter als Reden, wichtige Telefonate sowie Termine werden liebend gerne wenn auch meist mit schlechtem Gewissen vor sich hergeschoben, da schließlich so vieles schiefgehen könnte, Gruppen von fremden Menschen werden vermieden, in Gesprächen fällt es oftmals schwer, schnell genug zu reagieren, zu lange wird die vermeintlich richtige Antwort gesucht, mögliche Reaktionen abgewogen, peinliche Pausen entstehen, man hat das Gefühl, beobachtet zu werden, da man selbst schließlich ständig damit beschäftigt ist, seine Mitmenschen zu betrachten und einzuschätzen, Situationen zu analysieren und abzuschätzten. . Schüchterne mögen nur allzu oft das Gefühl haben, mit ihren Schwierigkeiten völlig alleine dazustehen. Sowohl auf der Straße als auch im Internet, auf der Arbeit oder in der Schule, in der Politik, vor allem aber im Fernsehen scheinen die extrovertierten und selbstbewussten Menschen deutlich zu überwiegen. Hier stellt sich allerdings die Frage, ob eben jene nicht einfach nur durch ihre laute Art um ein Vielfaches präsenter sind und allein dadurch in der Überzahl scheinen. Bei näherer Betrachtung wird schnell klar, dass ein großer Teil der Gesellschaft sich schüchtern im Hintergrund aufhält, während der Rest fröhlich im vorderen Teil der Lebensbühne rumtanzt, um Aufmerksamkeit buhlt und somit die Sicht versperrt. Schnell wird deutlich, dass die Dunkelziffer der Leisen Genossen in Wirklichkeit viel höher ist als anfangs vermutet. . Florian Werner zeigt in seinem Werk zahlreiche Aspekte und unterschiedliche Herangehensweisen an die Thematik auf. So beschreibt er unter anderem die geschichtliche Entwicklung inklusive der Wortherkunft, untersucht die Wirkung in der Gesellschaft und geht der Frage nach, ob schüchternes Verhalten für Männer eine Last sei, während es bei Frauen oftmals als Tugend angesehen wird. Desweiteren beschäftigt er sich mit der frühkindlichen Entwicklung sowie der Schwierigkeit herauszufinden, ob das Sozialverhalten genetisch bedingt ist oder vielmehr von der Erziehung abhängt, er erklärt kontraphobisches Verhalten, legt einen Augenmerk auf die zahlreichen positiven Seiten der Schüchternheit und regt dadurch zum Nachdenken an, ob sie tatsächlich abgelegt, also nach langem Kampf besiegt werden sollte oder ob sie nicht vielleicht sogar von Vorteil für Betroffene und im Grunde wichtig für die Gesellschaft sein könnte. . "Wenn [schüchternes Verhalten] sich allzu negativ auf den Fortbestand der Art ausgewirkt hätte, wäre es vermutlich schon längst aus dem Katalog der menschlichen Charaktereigenschaften verschwunden." (S.70) . Der Autor findet (abgesehen von einem etwas langatmigen Kapitel) eine gute Balance zwischen Wissenschaft und Erlebnisberichten, zwischen Fachsprache und Umgangssprache sowie zwischen Ernst und Humor. Der Aufbau des Buches ist sehr gut durchdacht, der Inhalt wirkt gut recherchiert und auch sprachlich gesehen ist "Schüchtern" durchaus gelungen. So tauchen zwar viele Fachbegriffe auf, jene werden allerdings gut erklärt oder aus dem Kontext heraus klar, wodurch ein leichter Zugang ermöglicht wird. . Ratgeber zur sanften Bewältigung bis hin zur regelrechten Bekämpfung der Schüchternheit oder der als Sozialphobie bezeichneten pathologischen Form derselben gibt es viele, doch Florian Werner steuert mit "Schüchtern" ein wichtiges Buch bei, das neben wissenschaftlichen Untersuchungen vor allem tiefgreifende Einblicke in das Denken und Fühlen der schüchternen Menschen bietet, wobei er (dem nicht sehr stark im Handeln eingeschränkten Teil von) ihnen statt einer psychologischen und medikamentösen Behandlung eine neue Wahrnehmung, ein Kennelernen und Wertschätzen der eigenen Stärken nahelegt.

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  • Rezension zu "Schüchtern" von Florian Werner

    Schüchtern

    GraceJones

    20. November 2012 um 22:49

    Inhalt: Florian Werner nähert sich dem Thema "Schüchternheit" in seinem gleichnamigen Werk aus einer anderen Perspektive als üblich. Er beabsichtigt in erster Linie nicht, Hilfe GEGEN Schüchtenrnheit anzubieten, als vielmehr zu informieren, Verständnis zu wecken und eine Perspektive aufzuzeigen, aus der Schüchternheit als solche nicht als Makel behandelt, sondern als normale menschliche Eigenschaft, die auch positiv sein kann, dargestellt werden soll. Zu diesem Ziel führt Werner einerseits wissenschaftliche Fakten und Erkenntnisse, sowie geschichtliche Entwicklungen der Schüchternheit heran und vermischt diese andererseits mit seinen persönlichen Erfahrungen. Dies geschieht mit Hilfe eines durchaus ironisch-sarkastischen Erzählstils, der nicht nur kurzweilig ist, sondern der Thematik auch den vermeintlich überflüssigen Ernst nimmt und sie von der humorvollen Seite betrachtet. Meine Meinung: "Schüchtern" hat mich gleichermaßen erstaunt, fasziniert und zum Schmunzeln gebracht. In vielen der dargestellten Situationen, konnte ich mich wiederfinden, in andere wiederum konnte ich mich einfühlen. Der herrliche sarkastische Schreibstil des Autors lädt ein, sich selbst (und seine Schüchternheit) nicht zu ernst zu nehmen. Fast möchte man stolz sein, auf seine schüchternen Eigenschaften. Anzumerken ist jedoch, dass Werner sich oftmals einer recht akademischen Wortwahl bedient, was das Lesen für manch einen unter Umständen erschweren mag, allerdings wunderbar zum allgegenwärtigen Sarkasmus passt. Fazit: "Schüchtern" ist in jedem Fall eine Lektüre wert. Ich selbst war nach dem Lesen amüsiert, bin einerseits mit neuem Wissen ausgestattet und andererseits zum Nachenken gebracht worden. Die spielerische Annäherung an das Thema macht das Lesen kurzweilig und leicht verdaulich, obwohl das Werk durchaus auch von wissenschaftlicher Seite interessante Aspekte aufweist, z.B. auf soziologischer Ebene. Ein Buch, das für Schüchterne und Nichtschüchterne gleichermaßen interessant und empfehlenswert ist.

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  • Rezension zu "Schüchtern" von Florian Werner

    Schüchtern

    Tru1307

    19. November 2012 um 22:03

    Wer kennt das nicht? Ein vielleicht unangenehmes Telefonat wird immer wieder verschoben, im Laden von Verkäufern angesprochen zu werden ist ein Gräuel und eigentlich möchte man sich am Liebsten den ganzen Tag verstecken. Ich zumindest kenne solche Momente, weswegen ich mich dafür entschieden habe, ein Sachbuch zum Thema zu lesen. Mich interessierte vor allem, wie man die ungeliebte Schüchternheit bekämpfen kann und wie diese Eigenschaft eigentlich geprägt wird. Anregungen habe ich dann auch eine Menge zu diesen Fragen gefunden, aber eben auch einen kleinen Wandel durchgemacht - denn warum muss Schüchternheit eigentlich immer negativ sein? "Wenn mich jemand auf der Straße anrempelt, entschuldige ich mich natürlich. Wenn ich das Gefühl habe, beobachtet zu werden, etwa in der Straßenbahn oder einem Café, weiß ich nicht, wo ich hinschauen soll; zum Glück gucke ich aber meist sowieso auf den Boden, wo die Gefahr, dem Blick eines anderen Menschen zu begegnen, relativ gering ist [...]". (S. 9) Der Titel Schüchtern. Bekenntnis zu einer unterschätzten Eigenschaft sagt bereits aus, um was es in diesem Sachbuch geht und welche Haltung der Autor zum Thema Schüchternheit hat. Und was der Titel verspricht wird dann auch gehalten, denn der Autor Florian Werner verpackt viele interessante Aspekte der Schüchternheit in kurze Kapitel und gibt einen Rundum-Blick über die Geschichte, die Entwicklung, die Bekämpfung oder auch die (fehlende) Akzeptanz der Schüchternheit. Der Autor gibt an, selbst schüchtern zu sein, weswegen man davon ausgehen kann, dass er die Schüchternheit in ein besseres Licht rücken möchte. Dieser Eindruck bestätigt sich dann auch auch in der Lektüre des Sachbuches. Alles wird aber fundiert dargestellt, wie man es bei einem Fachbuch auch erwarten kann. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass hier sehr gut recherchiert wurde, wenn es gibt viele Informationen zu allen möglichen Fragen, die man sich stellen könnte. So wird zum Beispiel beleuchtet, ob die Schüchternheit schon immer so negativ gesehen wurde und ob es in der heutigen Zeit nicht eine gewisse Tendenz gibt, Schüchternheit gar als Krankheit zu bezeichnen. Gleichzeitig haben die Kapitel oft einen ironischen oder selbstkritischen Unterton, der das Lesen zum Vergnügen macht. Schüchtern. Bekenntnis zu einer unterschätzen Eigenschaft hat mich beeindruckt. Und zwar nicht, weil es so viel Fachwissen zu einer menschlichen Eigenschaft vorweisen kann, sondern weil in jedem Abschnitt auch immer kleine Geschichten aus dem Leben eingeflochten wurden, die die trockene Theorie in interessante Erlebnisberichte verwandelt haben. Ich habe mich in vielen Situationen wiedergefunden, was das Lesen natürlich vereinfacht hat. Warum ist Schüchternheit beispielsweise heute so negativ behaftet? Wie entsteht Schüchternheit? Und kann man dagegen etwas unternehmen? Diese und viele weitere Fragen werden in den Raum gestellt und meiner Meinung nach zu Genüge beantwortet. Bewertung Schüchtern ist nicht nur ein Buch für Schüchterne, sondern auch für Menschen, die sich dafür interessieren, wie eine solche Eigenschaft über die Jahrhunderte hinweg bewertet wurde. Durch die persönlichen Erlebnisse des Autors entsteht ein rund herum gelungenes Fachbuch, dass sich trotz der teilweise sehr trockenen Thematik gut lesen lässt.

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  • Rezension zu "Schüchtern" von Florian Werner

    Schüchtern

    Fia

    19. November 2012 um 21:44

    Erster Eindruck: Ich habe mich noch nie als extrem schüchtern angesehen, aber gerade als ich aufs Gymnasium gekommen bin, war ich ziemlich zurückhaltend und mit Fremden zu sprechen ist mir schwergefallen. Mittlerweile hat sich das wieder etwas gelegt und ich würde sagen, dass ich ein gutes Mittelmaß zwischen schüchtern und extrovertiert gefunden habe. Nichtsdestotrotz hat mich das Buch gleich angesprochen. Man lernt ja nie aus und es gibt immer die ein oder andere Situation, in der man mehr aus sich herauskommen könnte. Außerdem soll es in dem Buch ja auch darum gehen, wie Schüchternheit entsteht - und das fand ich gleich sehr interessant. Meine Meinung: Wenn man bedenkt, dass es sich bei dem Buch eigentlich um ein Sachbuch handelt, ist der Schreibstil des Autors wirklich toll. Es gibt zwar die ein oder anderen Fachwörter, aber das hält sich zum Glück in Grenzen. Sonst ist der Schreibstil sehr flüssig und lässt sich gut lesen. Die Kapitel sind jeweils verschiedenen Themen zugeordnet. So gibt es z.B. ein Kapitel, dass sich damit beschäftigt was Schüchternheit eigentlich ist. Ein anderes handelt davon, wie Schüchternheit entsteht, wieder ein anderes davon, wie man gegen das Schüchternsein ankämpfen kann (oder auch nicht) ... Ich finde die Themen sehr interessant und der Autor hat gute Ideen und erläutert diese auch schlüssig. Besonders gut gefällt mir, dass sich zwischen den "Sachtexten" auch Erzählungen und Erfahrungen aus dem Alltag des Autors finden. Das lockert das ganze Buch auf und ist oft auch sehr amüsant zu lesen. Außerdem kann man sich in der ein oder anderen Erzählung vielleicht sogar wiedererkennen. Mein Fazit: Ein Sachbuch, das nicht trocken und langweilig ist, sondern durch die Erfahrungen des Autors und seine amüsanten Erzählungen sehr schön zu lesen ist. Nebenbei erfährt man natürlich auch einiges Interessantes über die Schüchternheit und das Schüchtern-Sein. Eine Leseempfehlung gibt's für alle Schüchternen, aber auch für die, die einfach an diesem Thema interessiert sind.

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  • Rezension zu "Schüchtern" von Florian Werner

    Schüchtern

    Sarlascht

    15. November 2012 um 16:49

    Inhalt: Schüchternheit ist im 21. Jahrhundert nicht mehr verantwortbar, viel zu sehr ist die Gesellschaft auf Leistung aus. Selbstbewusstsein ist das A und O, um überleben zu können, sich voranzutreiben und seinen Platz zu finden. Hier gibt es keinen Ort für den zurückhaltenden Menschen, weil er sich doch nur selbst im Weg steht, oder? Florian Werner ist schüchtern und zeigt, dass man diese Charaktereigenschaft nicht unterschätzen darf. Natürlich steht man sich manchmal im Weg, aber sieht man dadurch nicht mehr, wenn man sich mal die Zeit nimmt, den Moment zu betrachten? Auf unterhaltsame Art und Weise erzählt der Autor eigene Erlebnisse, zeigt aber auch auf, was Schüchternheit überhaupt ist und seit wann es ein Makel ist, diese Eigenschaft in sich zu tragen. Schnell wird dem Leser klar, dass Schüchternheit viel mehr ist, als man denken mag. . Meine Meinung: „Schüchtern – Bekenntnis zu einer unterschätzen Eigenschaft“ scheint ein Fachbuch zu sein, doch letztlich ist es viel mehr. Vollgepackt mit Fakten, über die Entstehung, Verbreitung, aber auch dem Umgang mit der Charaktereigenschaft, wird das straffe Wissen dadurch aufgelockert, dass der Autor Geschichten aus seinem eigenen Leben erzählt, was eben davon dominiert wird, dass er schüchtern ist. Das vermittelte Wissen ist interessant aufbereitet, allerdings ist es so, dass es an manchen Stellen einfach zu viel des Guten ist, zumindest was den Schreibstil betrifft. Den Inhalt kann man nichts ankreiden, nur scheint der Autor eine Vorliebe für Fremdwörter zu haben, so dass er mehr als nur einige einbaut. Dadurch wird der Lesefluss erheblich gestört, Sätze müssen öfters gelesen werden, um ihren Sinn zu erkennen, was letztlich sehr anstrengend ist. Man muss sich im Klaren sein, dass es sich hier um ein Fachbuch handelt, die einzelnen Kapitel werden zwar durch persönliche Erlebnisse amüsant gestaltet, doch einen Mittelweg zwischen Humor und Wissen schafft das Buch nicht, es bleibt viel mehr auf der wissenschaftlichen Seite, was nicht tragisch ist, doch nach dem Klappentext ein wenig schwer zu deuten war. . Denke, das Buch ist nicht nur für schüchterne Menschen bestimmt, sondern auch für solche, die sich für die menschliche Charaktervielfalt interessieren. Selbst betroffen, findet man sich in vielen Situationen wieder, analysiert sich teilweise selbst, weil das Geschriebene zum Nachdenken anregt, allen anderen wird ein Verständnis für die manchmal unverständlichen Ängsten gezeigt (Angst vor dem telefonieren, zurückhaltendes Verhalten usw.). . Mit knapp 180 Seiten, ist das Buch eher auf der schmaleren Schiene unterwegs, was manchmal mir das Gefühl gegeben hat, dass einige Themen nur angerissen wurden und durchaus noch ausbaufähiger gewesen wären. Das gebotene Wissen ist umfassend und trotzdem, an der ein oder anderen Stelle wünscht man sich ein bisschen mehr Substanz, manchmal aber auch einfach ein paar mehr persönliche Erlebnisse, um das Gelesene zu verdeutlichen. . Fazit: „Schüchtern“ ist ein vollgepacktes Fachbuch, über eine Charaktereigenschaft, der viel zu viele negative Attribute anhängen. Streckenweise schwierig zu lesen, bleibt es doch ein Buch, welches einen auf amüsante Weise die Schüchternheit näher bringt und zeigt, dass es sich durchaus lohnt, manchmal schüchtern zu sein.

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  • Rezension zu "Schüchtern" von Florian Werner

    Schüchtern

    Taluzi

    15. November 2012 um 12:00

    „Schüchtern“ von Florian Werner ist ein Bekenntnis zu einer unterschätzten Eigenschaft. Sowohl amüsant von seiner eigenen Schüchternheit berichtend, als auch wissenschaftliche Beiträge zum Thema miteinbeziehend, schreibt Florian Werner ein Buch über diese Charaktereigenschaft. Es geht los mit dem scheinbar verbreitetem Problem: das Telefon ist mit einem Tabu belegt. Gespräche werden so lange wie möglich hinausgeschoben, das Telefon wird umkreist und schafft man es doch mal den Hörer in die Hand zu nehmen, muss man spätestens beim fünften Klingeln auflegen. Wer kennt so eine Situation nicht? Im darauffolgenden Kapiteln wird die Schüchternheit rein sachlich betrachtet: Was bedeutet der Begriff eigentlich? Ist Schüchternheit angeboren? Schüchternheit bei Männern und Frauen. Wie wandelt sich Schüchternheit im Laufe der Zeit? Wie äußerte sich Schüchternheit in der Antike und wie äußert sie sich heute? Wie würde das Leben auf Aidotopia, einer Insel nur für Schüchterne, aussehen? Da sich diese wissenschaftlichen Betrachtungen mit den eigenen Erfahrungen des Autors abwechseln, ist der Lesefluss recht flüssig und man muss immer wieder über den ironischen Schreibstil schmunzeln. In manchen Beschreibungen fand ich mich selber wieder und hatte daher einen engeren Bezug zu der Thematik. Die Kapitel sind von der Länge überschaubar und oft durch kleine Abschnitte nochmals untergliedert. Ich kann das Buch nur empfehlen, es ist amüsant zu lesen und doch auch sehr fachlich. Seid nicht schüchtern und holt euch das Buch.

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  • Rezension zu "Schüchtern" von Florian Werner

    Schüchtern

    Lenny

    13. November 2012 um 11:02

    "Unablässig hinterfragt der Schüchterne seine eigene Position, wechselt den Standpunkt, versetzt sich bald in diese und bald in jene Rolle, beobachtet, vergleicht, bewertet, wobei er, bewusst oder unbewusst, ein Verhältnis kommunikativer Asymmetrie herstellt." Dieses Buch habe ich gekoppelt zu einer Leserunde gelesen, das war Klasse, über gelesene Abschnitte zu schreiben, den Autor dabei zu haben. Ich habe mich vorher nicht so wirklich mit meiner Schüchternheit auseinandergesetzt, es ist ein gutes Gefühl, dass es einem nicht allein so geht! In diesem Buch findet man sich oft wieder, der Autor gibt auch sehr viel von sich selbst und seiner Schüchternheit preis. Es macht Spass, dieses Buch zu lesen.

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  • Rezension zu "Schüchtern" von Florian Werner

    Schüchtern

    Bellchen

    30. October 2012 um 18:53

    Auch die Schüchternheit ist schüchtern. (S.18) Erster Satz: Es ist, als lastete auf dem Telefon ein böser Zauber. Als hätte ein polynesischer Stammeshäuptling über dem Apparat ein Tabu verhängt, das nur für mich bestimmt ist und das es mir unmöglich macht, den Hörer aufzunehmen und ein Telefonat zu führen. Inhalt: Selbstdarstellung scheint heute selbstverständlich, Schüchternheit hingegen ist passé. Stimmt nicht, wie Florian Werner in seinem Bericht zeigt. Die Gesellschaft der Schüchternen ist auch im 21. Jahrhundert überraschend groß. Amüsant und formvollendet erzählt Werner von seiner Rolle als zweitgeborener Zwilling, von der Bedeutung von Kapuzenpullis, wie er seine Frau kennenlernte und warum er auch gegenüber unverschämten Kellnern zwanghaft höflich bleibt. Werner erklärt außerdem, wie Schüchternheit bei Kindern entsteht, wie der große Markt der Schüchternheitsbekämpfung funktioniert und warum Schüchternheit auch eine Stärke sein kann. Ein geistreicher, ungewöhnlicher und verblüffender Erlebnisbericht. Cover: Kann man sagen, dass ein Cover schüchtern ist? Wenn ja, dann passt die Gestaltung des Covers perfekt zum Titel und zum Inhalt des Buches. Der Umschlag ist in einer unscheinbaren cremefarbenen Farbe gehalten, nur der Titel "Schüchtern" präsentiert sich in einem leuchtendem Rot. Auch die Schildkröte wird mehrfach im Buch erwähnt - insgesamt finde ich das Cover also sehr gut und passend gestaltet, weil sie perfekt zum Buch und wahrscheinlich auch zum Menschen, der dieses Buch liest, passt. Schreibstil: Auf der einen Seite ist der Schreibstil sehr locker, leicht und schnell zu lesen, auf der anderen Seite kamen in manchen Sätzen so viele mir unbekannte Fremdwörter/Fachbegriffe drin vor, dass ich den Satz mehrmals lesen musste, bis ich mal ansatzweise verstanden habe, was der Satz mir da sagen möchte. Durch die Leseprobe hatte ich nicht so viele Fachbegriffe erwartet, aber nach den ersten Kapiteln hatte ich mich dann zum Glück dran gewöhnt und kam gut in den Lesefluss rein. Der Schreibstil an sich hat mir aber ansonsten sehr gut gefallen, weil er überwiegend eben doch locker, leicht und schnell zu lesen ist. Meinung: "Schüchtern" ist ein sehr interessantes und lesenswertes Buch für Menschen, die dieses Thema interessiert. Mich hat der Autor oft zum schmunzeln, lachen, aber auch nachdenken gebracht. Nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte, hatte ich ein lustiges und lockeres Sachbuch erwartet - wie gesagt, es hat mich oft zum Lachen und Schmunzeln gebracht, aber beim Lesen lernt man auch sehr viele theoretische Sachen über die Schüchternheit. Ehrlich gesagt hat mich das am Anfang ein wenig gestört, weil ich ein eher mehr unterhaltendes Buch erwartet hatte, aber nach ein paar Seiten hatte ich mich auch daran gewöhnt und fand die vielen Informationen dann doch sehr interessant und aufschlussreich. Jedoch finde ich, ehrlich gesagt, den Preis ein wenig hoch. Hätte ich das Buch nicht gewonnen, hätte ich es mir mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gekauft, weil mir 18 Euro für 170 Seiten dann doch ein wenig zu viel ist. Ansonsten ist der Schreibstil leicht zu lesen und insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, weil mich das Thema einfach interessiert und Florian Weber mit witzigen Erinnerungen aus seiner Kindheit die vielen Sachinformationen immer wieder aufgelockert hat, wodurch man nicht zu sehr von Informationen bombardiert wurde. Fazit: Ein lustiges, sehr informatives Buch, bei dem ein schüchterne Mensch schnell merkt, dass er gar nicht so alleine ist, wie er sich manchmal fühlt und das Schüchternheit eigentlich doch gar nicht so verkehrt und schlimm ist.

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  • Rezension zu "Schüchtern" von Florian Werner

    Schüchtern

    Sophia!

    28. October 2012 um 23:45

    „Beim Schlafen ziehe ich immer die Bettdecke über den Kopf, weil ich Angst habe, dass ich von Geistern oder Einbrechern angesprochen werden könnte.“ _ Florian Werner präsentiert seinen Lesern eine autobiographisch gefärbte Abhandlung über eine Charaktereigenschaft, die in unserer modernen Gesellschaft durchaus ambivalent auftritt. Denn es herrscht aktuell eine merkwürdige Gleichzeitigkeit sowohl rücksichtslosen Verhaltens als auch solcher Personen, die sich selbst als schüchtern bezeichnen würden. _ Nicht selten wirken schüchterne Menschen im beruflichen wie auch privaten Alltag völlig deplatziert. Sie scheinen kaum in die (heutige) Gesellschaft zu passen. Doch was ist eigentlich das Wesen der Schüchternheit? Wie entsteht sie? In welchen Formen tritt sie auf? Und die weitaus wichtigere Frage: Wie lässt es sich mit dieser ungeliebten Eigenschaft überhaupt leben? Gibt es möglicherweise sogar Vorteile schüchternen Verhaltens? Ausgehend von diesen und weiteren Fragen analysiert Florian Werner den Kern der Schüchternheit. In Rückgriff auf eigene Erfahrungen als schüchterner Mensch lässt er seine Leser an so manchem skurrilen Erlebnis längst vergangener Tage teilhaben und vollzieht dabei zugleich eine kritische Selbstreflexion. Da wäre zum Beispiel das unlogische, kaum nachvollziehbare Verhalten in ganz alltäglichen Situationen, wie etwa dem Vorgang des Telefonieren. Gerade dann, wenn Interaktionen mit anderen Menschen gefordert sind, reagieren Betroffene, so auch Werner, völlig irrational und entwickeln nicht selten unbegründete Ängste und Vorstellungen ihres Gegenübers, die im schlimmsten Fall sogar in einer Sozialphobie enden können. Werner, bekannt unter dem Spitznamen Schildkröte, zieht sich selbst gerne zurück. Er schreibt von der Allgegenwärtigkeit der Schüchternheit, der Bedeutung sozialer Rollen, von Geschlechterzuschreibungen sowie der somatischen, behavioralen und kognitiven Dimension der Schüchternheit. Am Ende der Lektüre wird die persönliche Bewältigungsstrategie des Autors deutlich: Ironie und Humor. _ Fazit: Das Werk ist ein gelungener Spagat zwischen wissenschaftlich fundierten sowie hoch philosophischen Betrachtungsweisen der Schüchternheit und herrlich selbstkritischen und ironischen Passagen voller Witz und Ironie.

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  • Rezension zu "Schüchtern" von Florian Werner

    Schüchtern

    WinfriedStanzick

    15. October 2012 um 15:39

    Schüchterne Menschen haben es in diesen Zeiten nicht leicht. Wurden sie früher noch als introvertierte oder besonders empfindsame Menschen in einer weniger hektischen Gesellschaft noch eher geschätzt als angenehme Zeitgenossen, gilt Schüchternheit seit den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts als eine Form der Angststörung, die natürlich behandelt werden muss. Und auch viele schüchterne Menschen fühlen sich in einer Welt, in der immer alle aktiv, gut drauf und vor allen Dingen kommunikativ sind auf allen Kanälen, als deplaziert. Es sind diese Menschen, die unter ihrer Schüchternheit echt leiden, die zu solchen Ratgebern greifen, wie Petra Wüst soeben unter dem Titel „Schüchtern war gestern“ einen bei Orell Füssli veröffentlicht hat. Sie will mit ihrem Buch ausdrücklich unter ihrer Schüchternheit leidenden Menschen, die sich öffnen wollen, einen „Schlüssel zu mehr Ausstrahlung, Selbstvertrauen und Lebensfreude“ an die Hand geben. Das ist auch sicher in Ordnung so, wenn sie ihre lebensgeschichtlich erworbene Eigenschaft nicht verdammen, sondern, sich langsam und behutsam öffnend, dennoch mit ihr besser leben lernen. Ich habe in den mehr als vier Jahrzehnten meines erwachsenen Lebens viele schüchterne Menschen erlebt, die, wenn man sie näher kennengelernt und ihre Art respektiert hatte, sich als Frauen und Männer mit einer nicht für möglich gehaltenen Tiefe herausstellten. Florian Werner, dessen „Bekenntnis zu einer unterschätzten Eigenschaft“ hier anzuzeigen ist, hat da sicher ähnliche Erfahrungen mit sich selbst und mit anderen Menschen gemacht. Er erklärt in seinem Essay sehr genau die wissenschaftliche Erkenntnisse über die Entstehung von Schüchternheit und die stellt Frage, wie man sie überwinden kann, bzw. ob das überhaupt einen Sinn macht. Ist die zunächst offensichtliche Schwäche nicht eine große Stärke? Muss man den mit Schüchternheit konnotierten Begriffen wie Verlegenheit, Scham und Scheu nicht die Eigenschaften Mäßigung, Anstand und Ehrfrucht entgegensetzen, so fragt er auf eine sehr sympathische Weise. Interessant war für mich sein Hinweis darauf, dass schüchterne Menschen mehr in ihre bestehende Beziehung investieren, dass sie, altmodisch gesprochen, treuer sind, weil sie genau wissen, wie schwer sie sich mit dem Aufbau einer neuen Beziehungen tun. Damit sie sich aber deswegen nicht alles gefallen lassen müssen, empfehle ich schüchternen Menschen neben diesem Essay von Florian Werner unbedingt auch die Lektüre des schon erwähnten Buches von Petra Wüst.

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