Formánek Josef

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Formánek JosefDie Wahrheit sagen
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Die Wahrheit sagen
Die Wahrheit sagen
 (21)
Erschienen am 04.04.2016

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Rezension zu "Die Wahrheit sagen" von Formánek Josef

Höhen und Tiefen
Buechersissivor 2 Jahren

Dieser Roman hat es wirklich in sich - die Geschichte an sich eben so wie die Art und Weise, wie sie erzählt wird, sind sicher nichts für ganz sensible Häute. Dabei ist das Buch aufgrund seiner Spannung und seiner tiefgründigen Reflexion über das Leben und alle großen Themen im Leben - wie Herkunft und Wurzeln, Treue und Wahrheit, Liebe und Tod - absolut lesenswert.

Knapp zum Inhalt: Der Protagonist, Bernhard Mares, hat ein langes und besonders hartes Leben hinter sich, das im Zeichen des Zweiten Weltkrieges steht, als er auf den alkoholkranken Schriftsteller Josef trifft. Mit diesem schließt er einen Pakt und infolgedessen führt er ihn an alle jene Orte, an welchen sich in seinem Leben schicksalhafte Ereignisse zugetragen haben. So durchlebt er seine heftige Vergangenheit ein weiteres Mal: sein Leben begann mit der Geburt in einer Straßenbahn in Wien, setzte sich als Kind im Waisenhaus fort, ab dem Alter von 16 Jahren diente er in der SS, später als Dolmetscher in der Roten Armee und schließlich als Parteisekretär in der Tschechoslowakischen Armee, woraufhin lange Jahre in Haft und Sorge ums Leben folgten. Wesentlich innerhalb all dieser Wirren ist die Liebe zu Sophie, eine Jüdin, welche er im KZ kennenlernte. Sie wiederzufinden, ist sein wichtigstes Ziel.

Meinung: Wie bereits erwähnt, hat dieses Buch es in sich. Es ist nicht die richtige Lektüre, wenn man nach oberflächlicher Ablenkung sucht. Denn es geht tief unter die Haut, und die eigene Auseinandersetzung mit den Schilderungen erfordert Zeit und Aufmerksamkeit. Aber die Lektüre lohnt sich, denn man gewinnt in vielerlei Hinsicht etwas für sich selbst daraus.
Ich habe angefangen, mich im Rahmen des Leseprozesses aktiv mit großen Fragen auseinanderzusetzen, die meine Persönlichkeit, aber auch die Menschheit allgemein betreffen: Würde ich dies oder jenes tun? Ist die Handlung nachvollziehbar? Wie können Menschen zu all dem fähig sein?
Die Reflexionen des Autors haben mir persönlich sehr geholfen, sie bringen ein wenig Abkühlung und Ruhe in die erhitzte Geschichte, und sie ermöglichen es, Worte und Beschreibungen für die Emotionen zu finden, die sich bei der Lektüre einfinden.
Ich denke, dass gerade dieses Buch eines ist, bei welchem sich jeder Leser selbst seinen ganz persönlichen Zugang schafft - aber auf welche Weise dies auch geschieht und welche Gedanken einem dabei auch durch den Kopf gehen - es ist meiner Ansicht nach auf alle Fälle lohnenswert und eindeutig als persönlicher Gewinn zu sehen, das Buch bis zum Ende zu lesen.

Es gibt sogar einen Trailer zu diesem Buch, er findet sich auf der Facebook-Seite zu "Die Wahrheit sagen": https://www.facebook.com/diewahrheitsagen/videos/vb.1092740980778497/1115038931882035/?type=2&theater&notif_t=like&notif_id=1466978186553985

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Rezension zu "Die Wahrheit sagen" von Formánek Josef

Die Wahrheit sagen
eleisouvor 2 Jahren

Ich habe von diesem Buch noch einmal mehr erfahren müssen, dass ich mit der Wahrheit nicht gut umgehen kann, wenn sie so brutal ist wie in dem Buch erzählt. Wenn man von der Wahrheit ausgehen kann, denn es war mit schon manchmal zuviel des Guten. Schonunglos beschreibt der Autor das Leben des Bernhard Mares, der in einer Müllkippe lebt und sein ganzen Leben über viel Leid und Trauer erlebt hat sei es als Weise, im Heim, spater als SS Soldat. Einziger Funken in seinem Leben: seine Liebe zur Sophie, die er im KZ Mauthausen kennenlenrt und die sein auf einzig guter Weise Leben stigmatisiert. 
Die Reise auf die der Autor den Leser schickt ist alles andere als unterhaltsam, ich konnte viele Nächte vom Nachdenken nicht einfach einschlafen. Fazit: es ist kein Roman für erholsame Stunden, eher das Gegenteil und muss nicht wirklich sein.

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MelaKafers avatar

Rezension zu "Die Wahrheit sagen" von Formánek Josef

Sehr lesenswert
MelaKafervor 2 Jahren

Der Schriftsteller Josef Formanek hat mit dem Roman „Die Wahrheit sagen“ eigentlich zwei Geschichten erzählt. Zum einen die von Bernhard Mares, den er nach einer durchzechten Nacht auf dem Weg in sein Wochenendhaus auf einer Müllkippe kennenlernt. Zum anderen seine eigene, die eines alkoholkranken, nicht schreibenden Schriftstellers, der mit seinen „Altlasten“ kämpft.
Er überredet den alten Herrn Mares, ihm seine Lebensgeschichte zu erzählen, reist mit ihm zu Orten, an denen er im Krieg schlimme Sachen erlebt hat, setzt ihm mit seinen Fragen heftig zu und lernt dadurch auch sich selber kennen.
„Die Wahrheit sagen“ ist ein außergewöhnlicher, wenn auch phasenweise schwer zu ertragender Roman. Zu lesen, was der Krieg aus Menschen macht, lässt einen sich selbst hinterfragen. Wie hätte ich mich in der einen oder anderen Situation verhalten? Der Krieg ist eine schreckliche Sache. Er traumatisiert. Oft trägt man ein Leben lang Schuldgefühle, Ängste und Verbitterung mit sich herum. Und doch ist da Hoffnung, das nach vorne Schauen und das nicht Aufgeben wollen.
Ich habe diesen Roman mit sehr viel Interesse gelesen. Der Sprachstil ist etwas ungewöhnlich, manchmal auch etwas holprig und unrund, was aber irgendwie auch zu der Geschichte passt. Ein Leben während und nach dem Krieg war selten eine runde Sache. Richtig schön fand ich das versöhnliche Ende – das war eine runde Sache.
Das Cover, das ich bei der Leseprobe noch moniert hatte, fand ich nun doch in Ordnung. Durch die unterschiedlichen Strukturen und das Beschränken auf das Wesentliche, hat es das Augenmerk auf den Inhalt gelenkt, das Wesentliche eben, das miteinander Reden und das Zuhören.
Lediglich das Format fand ich etwas unpraktisch. Ein etwas größeres Format hätte bei der Seitenstärke des Buches das Blättern sicherlich erleichtert.

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