Formánek Josef Die Wahrheit sagen

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Inhaltsangabe zu „Die Wahrheit sagen“ von Formánek Josef

Ein schonungsloser Roman, der an vielen Stellen für Gänsehaut sorgt.

— Buechersissi
Buechersissi

Keine leichte Kost

— eleisou
eleisou

Außergewöhnlich, wenn auch phasenweise schwer zu ertragen. Sehr lesenswert.

— MelaKafer
MelaKafer

Ganz interessant

— karin66
karin66

Eine schwere, aber gute Lektüre über Gräueltaten und Gefühle während Kriegszeiten. Manchmal zu absurd zufällig Glück gehabt um wahr zu sein.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Willst Du die Wahrheit hören? Ganz sicher? Überlege es Dir genau ..!

— MissStrawberry
MissStrawberry

Das ist eine wahre Geschichte über das Leben, ergreifend und schonungslos, ohne Schnörkel, ohne Gefühlsduselei, eben die Wahrheit.

— Hennie
Hennie

Wahrlich ein brutaler Roman, aber sehr interessant. Keine leichte Kost!

— miro76
miro76

Eine schonungslose, aber wahre Lebensgeschichte

— Diana182
Diana182

Schonungslose,traurige,furchtbare und gleichzeitig interessante Lebensgeschichte von Bernhard Mares

— claudi-1963
claudi-1963

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  • Buchverlosung zu "Hool " von Philipp Winkler

    Hool
    aufbauverlag

    aufbauverlag

    - Nominiert für den Deutschen Buchpreis - Jeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet. HOOL ist die Geschichte von Heiko Kolbe und seinen Blutsbrüdern, den Hooligans. Philipp Winkler erzählt vom großen Herzen eines harten Jungen, von einem, der sich durchboxt, um das zu schützen, was ihm heilig ist: Seine Jungs, die besten Jahre, ihr Vermächtnis. Winkler hat einen Sound, der unter die Haut geht. Mit HOOL stellt er sich in eine große Literaturtradition: Denen eine Sprache zu geben, die keine haben."Woher kommt die Wut, was tust du, wenn dir nichts geblieben ist? Verzweifelt, knallhart und voller Herz. HOOL leuchtet aus allen Wunden." Lucy FrickeZur LeseprobeÜber Philipp WinklerPhilipp Winkler, 1986 geboren, aufgewachsen in Hagenburg bei Hannover. Studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim. Lebt in Leipzig. Auslandsaufenthalte im Kosovo, in Albanien, Serbien und Japan. Neben Veröffentlichungen in Literaturmagazinen und -anthologien, erhielt er 2008 den Joseph-Heinrich-Colbin-Preis und 2015 für Auszüge aus Hool den Retzhof-Preis für junge Literatur des Literaturhauses Graz. „HOOL“ ist sein Debütroman.© Kat KaufmannJetzt bewerben!Bewerbt euch im Unterthema "Bewerbung/Ich möchte mitlesen", indem ihr folgende Frage beantwortet: Warum möchtet ihr "Hool" lesen?Viele Grüßeeuer Team vom Aufbau Verlag* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Buchverlosung schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.** Bitte beachtet, dass es sich hier um eine Buchverlosung handelt und nicht um eine Leserunde. Ihr könnt natürlich trotzdem gerne hier über das Buch diskutieren, aber eine Moderation wird es nicht geben.

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  • Höhen und Tiefen

    Die Wahrheit sagen
    Buechersissi

    Buechersissi

    28. June 2016 um 15:49

    Dieser Roman hat es wirklich in sich - die Geschichte an sich eben so wie die Art und Weise, wie sie erzählt wird, sind sicher nichts für ganz sensible Häute. Dabei ist das Buch aufgrund seiner Spannung und seiner tiefgründigen Reflexion über das Leben und alle großen Themen im Leben - wie Herkunft und Wurzeln, Treue und Wahrheit, Liebe und Tod - absolut lesenswert. Knapp zum Inhalt: Der Protagonist, Bernhard Mares, hat ein langes und besonders hartes Leben hinter sich, das im Zeichen des Zweiten Weltkrieges steht, als er auf den alkoholkranken Schriftsteller Josef trifft. Mit diesem schließt er einen Pakt und infolgedessen führt er ihn an alle jene Orte, an welchen sich in seinem Leben schicksalhafte Ereignisse zugetragen haben. So durchlebt er seine heftige Vergangenheit ein weiteres Mal: sein Leben begann mit der Geburt in einer Straßenbahn in Wien, setzte sich als Kind im Waisenhaus fort, ab dem Alter von 16 Jahren diente er in der SS, später als Dolmetscher in der Roten Armee und schließlich als Parteisekretär in der Tschechoslowakischen Armee, woraufhin lange Jahre in Haft und Sorge ums Leben folgten. Wesentlich innerhalb all dieser Wirren ist die Liebe zu Sophie, eine Jüdin, welche er im KZ kennenlernte. Sie wiederzufinden, ist sein wichtigstes Ziel.Meinung: Wie bereits erwähnt, hat dieses Buch es in sich. Es ist nicht die richtige Lektüre, wenn man nach oberflächlicher Ablenkung sucht. Denn es geht tief unter die Haut, und die eigene Auseinandersetzung mit den Schilderungen erfordert Zeit und Aufmerksamkeit. Aber die Lektüre lohnt sich, denn man gewinnt in vielerlei Hinsicht etwas für sich selbst daraus. Ich habe angefangen, mich im Rahmen des Leseprozesses aktiv mit großen Fragen auseinanderzusetzen, die meine Persönlichkeit, aber auch die Menschheit allgemein betreffen: Würde ich dies oder jenes tun? Ist die Handlung nachvollziehbar? Wie können Menschen zu all dem fähig sein?Die Reflexionen des Autors haben mir persönlich sehr geholfen, sie bringen ein wenig Abkühlung und Ruhe in die erhitzte Geschichte, und sie ermöglichen es, Worte und Beschreibungen für die Emotionen zu finden, die sich bei der Lektüre einfinden. Ich denke, dass gerade dieses Buch eines ist, bei welchem sich jeder Leser selbst seinen ganz persönlichen Zugang schafft - aber auf welche Weise dies auch geschieht und welche Gedanken einem dabei auch durch den Kopf gehen - es ist meiner Ansicht nach auf alle Fälle lohnenswert und eindeutig als persönlicher Gewinn zu sehen, das Buch bis zum Ende zu lesen. Es gibt sogar einen Trailer zu diesem Buch, er findet sich auf der Facebook-Seite zu "Die Wahrheit sagen": https://www.facebook.com/diewahrheitsagen/videos/vb.1092740980778497/1115038931882035/?type=2&theater¬if_t=like¬if_id=1466978186553985

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  • Die Wahrheit sagen

    Die Wahrheit sagen
    eleisou

    eleisou

    23. June 2016 um 22:16

    Ich habe von diesem Buch noch einmal mehr erfahren müssen, dass ich mit der Wahrheit nicht gut umgehen kann, wenn sie so brutal ist wie in dem Buch erzählt. Wenn man von der Wahrheit ausgehen kann, denn es war mit schon manchmal zuviel des Guten. Schonunglos beschreibt der Autor das Leben des Bernhard Mares, der in einer Müllkippe lebt und sein ganzen Leben über viel Leid und Trauer erlebt hat sei es als Weise, im Heim, spater als SS Soldat. Einziger Funken in seinem Leben: seine Liebe zur Sophie, die er im KZ Mauthausen kennenlenrt und die sein auf einzig guter Weise Leben stigmatisiert. Die Reise auf die der Autor den Leser schickt ist alles andere als unterhaltsam, ich konnte viele Nächte vom Nachdenken nicht einfach einschlafen. Fazit: es ist kein Roman für erholsame Stunden, eher das Gegenteil und muss nicht wirklich sein.

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  • Sehr lesenswert

    Die Wahrheit sagen
    MelaKafer

    MelaKafer

    16. June 2016 um 19:34

    Der Schriftsteller Josef Formanek hat mit dem Roman „Die Wahrheit sagen“ eigentlich zwei Geschichten erzählt. Zum einen die von Bernhard Mares, den er nach einer durchzechten Nacht auf dem Weg in sein Wochenendhaus auf einer Müllkippe kennenlernt. Zum anderen seine eigene, die eines alkoholkranken, nicht schreibenden Schriftstellers, der mit seinen „Altlasten“ kämpft. Er überredet den alten Herrn Mares, ihm seine Lebensgeschichte zu erzählen, reist mit ihm zu Orten, an denen er im Krieg schlimme Sachen erlebt hat, setzt ihm mit seinen Fragen heftig zu und lernt dadurch auch sich selber kennen. „Die Wahrheit sagen“ ist ein außergewöhnlicher, wenn auch phasenweise schwer zu ertragender Roman. Zu lesen, was der Krieg aus Menschen macht, lässt einen sich selbst hinterfragen. Wie hätte ich mich in der einen oder anderen Situation verhalten? Der Krieg ist eine schreckliche Sache. Er traumatisiert. Oft trägt man ein Leben lang Schuldgefühle, Ängste und Verbitterung mit sich herum. Und doch ist da Hoffnung, das nach vorne Schauen und das nicht Aufgeben wollen. Ich habe diesen Roman mit sehr viel Interesse gelesen. Der Sprachstil ist etwas ungewöhnlich, manchmal auch etwas holprig und unrund, was aber irgendwie auch zu der Geschichte passt. Ein Leben während und nach dem Krieg war selten eine runde Sache. Richtig schön fand ich das versöhnliche Ende – das war eine runde Sache. Das Cover, das ich bei der Leseprobe noch moniert hatte, fand ich nun doch in Ordnung. Durch die unterschiedlichen Strukturen und das Beschränken auf das Wesentliche, hat es das Augenmerk auf den Inhalt gelenkt, das Wesentliche eben, das miteinander Reden und das Zuhören. Lediglich das Format fand ich etwas unpraktisch. Ein etwas größeres Format hätte bei der Seitenstärke des Buches das Blättern sicherlich erleichtert.

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  • Die Wahrheit sagen

    Die Wahrheit sagen
    karin66

    karin66

    03. June 2016 um 23:03

              Josef Formánek - Die Wahrheit sagenSowohl das Cover als auch der Titel haben mich etwas interessiert. Anfangs hatte ich Bedenken bei dem Buch, da ich eigentlich nicht die Geschichtsfanatikerin bin. Dieses Buch handelt auch ziemlich viel von Krieg, der SS und dem ganzen drum herum, also nicht unbedingt der Genre und das Thema, das ich bevorzuge.Die Schreibweise ist sehr packend und angenehm zu lesen. So dass auch dieses recht seitenstarke Werk sehr gut zu bewältigen ist. Die Hauptfiguren sind sehr gut gewählt und wirklich hervorragend charakterisiert. Auf einer Müllhalde trifft ein Alkohol abhängiger Schriftsteller  Bernhard Mares. Dieser interessiert ihn sehr. Sie lernen sich nähere kennen und Mares macht mit dem Schriftsteller einen Deal. Er soll ihm helfen, seine alte Liebe Sophie zu finden. Dafür würde er ihm seine Lebensgeschichte erzählen, die er dann als Buch veröffentlichen darf.Die Geschichte beginnt mit der Geburt von Bernhard Mares in einer Straßenbahn. Dann wird er von seiner Mutter vor einer Kirche abgelegt, er kommt in ein Waisenhaus. Sein weiterer Lebenslauf geht durch die SS und die Wirren des Krieges.Ein absolut ungewöhnliches Buch, das mit einer absoluten Offenheit, die Brutalität und das Kriegsgeschehen offen legt. Des Öfteren war ich wirklich sehr bestürzt. Ein empfehlenswertes Buch, das sehr gut geschrieben ist.       

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  • Die Wahrheit sagen

    Die Wahrheit sagen
    MarTina3

    MarTina3

    02. June 2016 um 11:16

    Ein junger Schriftsteller bemerkt eines Tages, dass auf einer Müllkippe eine kleine Hütte steht, die bewohnt ist. Er will wissen, wer dort wohnt und was dahintersteckt. Also macht er sich auf, diesen Menschen kennenzulernen. Es handelt sich um Bernhard Mares. Da dieser ein sehr bewegtes Leben hinter sich hat, will der junge Mann darüber ein Buch schreiben. Anfangs hält Mares überhaupt nichts von dieser Idee, doch dann lässt er sich auf den Handel ein. Der Schriftsteller soll seine geliebte Sophie finden. Im Gegenzug wird er ihm seine Geschichte erzählen. Meine Meinung: Die Geschichte wechselt zwischen den Erzählungen des Schriftstellers und dem Leben des Bernhard Mares ab. Anfangs beginnt die Geschichte leicht und man weiß noch nicht, was einen erwartet. Doch dann beginnt Mares, aus seinem Leben zu erzählen. Diese Einblicke in sein Leben waren sehr interessant und fesselnd, aber aufgrund der Erlebnisse auch schwere Kost. Mares selbst konnte ich anfangs schwer einschätzen, aber mit der Zeit hat man das Gefühl, ihn besser zu kennen. Bernhard Mares Leben fing schon schwer an. Seine Mutter legte ihn nach der Geburt vor einer Kirche ab. Doch er hat Glück und wird vom Pfarrer gefunden und darf bei einer netten Frau eine Weile aufwachsen. Doch der Neid und der Egoismus eines anderen Menschen führt dazu, dass er im Waisenhaus landet. Hier bekommt er keine Wärme und Liebe, aber er übersteht die Zeit. Als er "freikommt", ist er vom Soldatenleben fasziniert und meldet sich freiwillig. So wird er zu einem SS-Mann. Die Kriegsbeschreibungen waren nachvollziehbar und eindrücklich geschildert. Vor allem kann man verstehen, dass ein Mensch abstumpft, wenn er so viel Gewalt und Tod sieht. Daneben macht die Geschichte auch nachdenklich. Man hat das Gefühl, dass Bernhard kein schlechter Mensch ist. Er wurde nicht Soldat aufgrund einer ideologischen Verblendung, sondern nur, weil er endlich irgendwo dazugehören möchte. Ihm ist nicht klar, was für Grausamkeiten der Krieg für die Juden bereithält. Als er diese dann erlebt, lehnt er sich nicht dagegen auf. Doch es bleibt auch die Frage, welche Möglichkeiten er überhaupt gehabt hätte. Was hätte man selbst an seiner Stelle getan? Man merkt, dass man im Leben nicht immer alles nur in Gut und Böse einteilen kann, sondern dass es ganz viele Zwischenstufen gibt. Die Schuldgefühle, die Menschen nicht gerettet zu haben, verfolgen ihn dann auch bis zum Ende seines Lebens. Auch nach dem Krieg bleibt sein Leben bitter. Er wandert immer wieder ins Gefängnis, wo er ziemlich viel einstecken muss. Das einzige, das ihn vor dem Tod bewahrt, ist sein Glauben an die Liebe bzw. an Sophie. Hier wird klar, welche Macht die Liebe besitzt. Davon abgesehen besteht sein einziges Glück im Leben eigentlich nur darin, immer wieder zu überleben. Ansonsten ist es voller Leid und trauriger Ereignisse. Beeindruckt war ich von seinem Mut, immer bei der Wahrheit zu bleiben, auch wenn er genau wusste, was er sich dadurch einhandelte. Mit der Zeit hoffte ich für ihn, dass wenigstens seine Suche nach Sophie positiv endet und er hier noch Freude und Glück erlebt. Der Schreibstil selbst hat mir gefallen. Die Kapitel, in denen über Bernhard Mares Leben berichtet wurden, fand ich aber interessanter, als die Einwürfe des Schriftstellers. Dieser war für mich nur eine Randfigur und blieb ein bisschen blass. Durch diese abwechselnde Erzählung wurde der Lesefluss ein bisschen ausgebremst. Fazit: Alles in allem eine interessante und sehr eindrückliche Geschichte, die aufzeigt, wieviel Leid in ein einziges Leben passt. Aber auch, dass die Liebe den Überlebenswillen auch in "verlorenen" Situationen aufrecht erhalten kann.

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  • Schreckliche Wahrheit

    Die Wahrheit sagen
    Greedyreader

    Greedyreader

    18. May 2016 um 21:33

    Josef Formáneks Roman “Die Wahrheit sagen“ ist ein außergewöhnliches, aber auch ein außergewöhnlich schreckliches Buch. Es erzählt die wahre Geschichte eines Mannes, der furchtbare Dinge gesehen und getan hat. Ein alkoholkranker junger Schriftsteller trifft eines Nachts einen alten Mann, der eine Müllkippe aufzuräumen scheint. Sie begegnen sich wieder, und der Schriftsteller beschließt, die Lebensgeschichte dieses Bernhard Mares aufzuschreiben. Er ist das Kind der Mexikanerin Rosa Maria Mares, die von ihren Eltern nach Wien geschickt wird, damit sie ein besseres Leben hat und dort vielleicht auch einen passenden Ehemann findet. Sie wird schwanger und sofort von ihrer Zufallsbekanntschaft verlassen. Ihr Kind bekommt sie in einer Straßenbahn und setzt es sofort vor einer Kirche aus. Eine kinderlose Frau möchte Bernhard aufziehen, aber das Baby wird ihr weggenommen und kommt ins Heim. Der einzige Lichtblick dort ist sein Freund Rudy, der aber eines Tages aus seinem Leben verschwindet.Da Bernhard keine Perspektive für sein Leben sieht, verpflichtet er sich zu Beginn des Zweiten Weltkriegsals 16jähriger bei der SS. Er nimmt an Erschießungen teil und erlebt die Grausamkeit des Krieges. Im KZ Mauthausen lernt er die Jüdin Sophie kennen, die Liebe seines Lebens. Er wird sie bald wieder verlieren. Das ist noch nicht das Ende seiner Qualen. Er wird als Dolmetscher im Dienst der russischen Armee stehen und später als Sekretär de Kommunistischen Partei in Tschechien arbeiten. Dann fällt er in Ungnade und verbringt 20 Jahre seines Lebens eingesperrt in Gefängnissen und Lagern. Erst 1969 wird er entlassen und reist nach Deutschland und Südamerika.Das Buch ist in mehrfacher Hinsicht schwere Kost. Der Leser kann sich gar nicht vorstellen, dass in einem einzigen Leben so viele furchtbare Dinge passieren. Bernhards Leben spiegelt einen großen Teil des bewegten 20. Jahrhunderts wider. Schwer ist die Lektüre aber auch aus einem anderen Grund. Das Buch liegt in der Hand wie ein Ziegelstein und ist drucktechnisch eine Zumutung für die Augen.Ich empfehle den Roman historisch interessierten, nicht allzu empfindlichen Lesern. Mir hat es nicht so gut gefallen, wie ich erwartet hatte.

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  • Wahrheit sagen

    Die Wahrheit sagen
    Dominikus

    Dominikus

    02. May 2016 um 13:48

    Die Wahrheit sagen von Josef Formánek Auf dem Cover steht „ Brutale Roman über die Liebe zum Leben“, und so ist er auch. Ein Autor mit Alkoholproblemen und Schreibblöckade trifft auf einer Müllhalde einen alten Mann. Er will von ihm wissen, was er da macht. Der alte Mann heißt Bernhard Mares. Die Beiden machen einen Deal, der Autor soll Bernhards große Liebe wiederfinden, dafür erzählt der ihm aus seinem Leben für ein neues Buch. Bernhard Mares wird 1924 als uneheliches Kind in einer Wiener Straßenbahn geboren. Die Mutter legt ihn vor einer Kirche ab. Der Küster bringt das Baby zu seiner Schwester, die sich schon lange ein Kind wünschte, dadurch landet er in der Tschchei. Durch Intrige wird der das Kind weggenommen und Bernhard landet im Kinderheim. Mit sechszehn Jahren muss er auf eigenen Füßen stehen. Auf der Suche nach Gemeinschaft bewirbt er sich bei der SS. So erfahren wir die rohe Welt der Soldaten, Bernhard macht sich nicht besser, er erzählt alles wahrheitlich. In einem Lager trifft er die Jüdin Sophie Rubinstein und verliebt sich in sie. Jedenfalls soll der Autor sie jetzt finden. Bernhard Mares Art ist ziemlich deftig und roh. Der Autor muss ihn immer wieder dazu bringen, das er alles weiter erzählt.. Sie gehen robust mieinander um. Bernhard ist ziemlich durchtrieben, er findet immer wieder einen Weg aus der Misere. Er erlebt viel hartes, aber irgendwie fällt er immer wieder auf die Füße. Josef Formánek erzählt seinen Roman flüssig und interessant. Allerdings war mir alles etwas zu schrecklich und ich musste mich zwingen weiterlesen. Ich konnte bei einigen Erlebnissen nicht sagen, das ist eben Fantasie, sondern es sind eben oft Tatsachen. Es hat sich dann doch gelohnt weiter zu lesen.

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  • Keine leichte Kost

    Die Wahrheit sagen
    MissStrawberry

    MissStrawberry

    27. April 2016 um 15:47

    Der Autor erzählt in diesem Buch über seine Begegnung mit Bernhard Mares. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem Formánek selbst an der Klippe zum unbrauchbaren Alkoholiker steht. Er sieht Mares in eine Hütte auf der Müllkippe gehen und dort leben, die Müllkippe „aufräumen“ und wundert sich doch sehr. Formánek drängt sich Mares quasi schon fast auf. Die beiden spüren, dass sie einander auf gewisse Weise brauchen und so beginnt eine gemeinsame Zeit, die fast schon an Freundschaft grenzt. Mares fordert Formánek auf, seine Geschichte anzuhören und aufzuschreiben. Er will die Wahrheit sagen. Schonungslos. Die Idee ist nicht schlecht – doch schnell merkt man, dass Wahrheit mal lustig, mal erschreckend, mal gut, mal schlecht sein kann. Die ganze Bandbreite von „Wahrheit“ prasselt auf den Leser nieder, ob der nun will oder nicht. Dabei wird Formánek (oder eigentlich Mares?) zwischendurch auch arg ordinär. Immer wieder geht es auch um Sex, der sicher nicht ganz so ausführlich hätte beschrieben werden müssen. Es geht um Krieg, um Hass, um Lieber – um das Leben in einer Zeit, die den Menschen nicht viele Chancen gelassen hat. Es geht auch darum, was solch ein Leben in solch einer Zeit für Folgen haben kann.Die Kapitel sind oft kurz, diverse Einschübe von Formánek sind zudem noch kursiv gehalten. Das Buch ist also auf allen Ebenen vielschichtig und anders. Man liest es auch nicht einfach so hintereinander weg, dazu geht es zu tief. Man benötigt immer wieder Pausen, um das Gelesene verarbeiten zu können und mit dem Schrecklichen, das (nicht nur) Marek geschehen ist, umgehen zu können.Mich hat das Buch sehr gefordert. Anfangs war es urkomisch, aber das Lachen ist mir sehr schnell vergangen. Zwar finden sich immer wieder witzige Stellen, doch grenzen die eher an Galgenhumor. Dafür gibt es aber auch philosophische Stellen in Mares‘ Ausführungen. Auch wenn es um eine Zeit geht, die längst vergangen ist, wirft diese noch immer Schatten auf unsere jetzige Zeit und auch uns, die wir damals noch gar nicht lebten. Das Buch ist absolut beeindruckend, dennoch kann ich ihm nur drei Sterne geben. Vielleicht liegt es an der anderen Mentalität, aber Formánek und Mares konnten mich nicht so nahe an sich heranziehen, wie es hätte sein sollen. Trotzdem war dies ganz sicher keine verlorene Lesezeit.

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  • Die Grausamkeit des Lebens

    Die Wahrheit sagen
    Hennie

    Hennie

    26. April 2016 um 16:26

    Das ist eine wahre Geschichte über das Leben, ergreifend und schonungslos, ohne Schnörkel, ohne Gefühlsduselei, eben die Wahrheit. Für ein Menschenleben ist dieses Schicksal eigentlich zu viel... Bernhard Mares, 1924 geboren, beschönigt nichts, erzählt seine Geschichte dem jungen Schriftsteller, die nackte, bloße Wahrheit. Und das immer wieder, wie in einer Endlosschleife. Es beginnt schon mit der unglücklichen Zeugung, mit der ungewollten Schwangerschaft, die dann mit der öffentlichen Geburt in einer Wiener Straßenbahn endet. Seine Mutter setzt ihn unmittelbar danach vor einer Kirche aus. (Die Mutter, sie bleibt unbekannt. Das ist mein Kritikpunkt: Woher stammt die Vorgeschichte?) Eine fürsorgliche, alleinstehende Frau nimmt den verwaisten Kleinen auf und gibt ihm viel Liebe. Das endet auch wieder sehr abrupt. Durch eine Intrige verliert er die Ersatzmutter und erst als Erwachsener erfährt er die Umstände. Er kommt ins Waisenhaus und wird dort durch eine Nonne sexuell missbraucht. Auch weiterhin überwiegen in seinem langen Leben die negativen Seiten, Bernhard an der falschen Stelle, am unrechten Ort... Bernhard hat einen Makel, ein Kainsmal von Geburt an, da er seine Vorfahren nicht kennt. Es gibt niemanden, der zu ihm gehört, bis er auf die Liebe seines Lebens trifft. SOPHIE RUBINSTEIN. Sie ist alles für ihn. Doch auch sie, kann er nicht halten. Auch sie wird keine Konstante in seinem Leben. Ich habe bei der Lebensgeschichte von Bernhard Mares auch zwischen den Zeilen gelesen. Das Buch ist keine leichte Kost. Es gibt kein Happy End. Verstanden habe ich diesen Mann nicht. Warum hat er sich sein Leben selbst so schwer gestaltet, zumindest dann nach dem Krieg? Nur wegen der Wahrheit? Fragen über Fragen! Was prägt einen Menschen, der keine Wurzeln hat? Es hilft sehr, wenn man im Geschichtsunterricht aufgepasst hat. Dann fällt es leichter die Erlebnisse des noch sehr jungen Mares in der schrecklichsten Zeit in der europäischen Geschichte einzuordnen. Bei mir spielte sich manchmal „Kopfkino“ ab! Ich konnte ein um das andere Mal nur denken: „der arme Junge“, „der bedauernswerte Mann“. (Hintergrund sind bei mir auch die Filme, die ich in der Schulzeit als zum Unterricht gehörend ansehen musste). Für mich ließ sich das Buch nicht in einem Zug lesen. Ich musste es ein um das andere Mal beiseite legen. Trotzdem sollte man im Hinterkopf immer behalten -ES IST WAHR- eine echte Lebensgeschichte. Und jeder Mensch hat nur ein Leben. Der junge Schriftsteller Josef (der Autor selbst!) hatte nach wiederholten Aussagen sehr an der Geschichte dieses Mannes zu „kauen“. Er überdenkt dabei auch sein eigenes Leben. Er ist in mehrerer Hinsicht noch näher an Bernhards Vita dran als die meisten Leser, nämlich als männliches Individuum, als Zuhörer und als Erzähler/Schriftsteller. Josef Formanek konnte aus diesem Schicksal wirklich nicht so etwas Ähnliches machen wie Jonas Jonassons „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“, nur damit es sich freundlicher lesen lässt. Dem Autor ist es gelungen, ein Stück realer, europäischer Geschichte mit authentischer Ausdruckskraft anhand eines Einzelschicksals lebendig zu gestalten. Er erzählt in einfacher, klarer, teilweise schlichter, ja, obszöner Sprache. Es soll auch schocken!!!! Die Mühe dieses Werk zu lesen, lohnt sich.

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  • AUF DEN SPUREN DER VERGANGENHEIT

    Die Wahrheit sagen
    Gral

    Gral

    26. April 2016 um 15:47

    Auch als Leser ist man in dieser imposanten Geschichte regelrecht hin - und hergerissen. Bennys Geburt findet in einer Straßenbahn auf dem Weg zum Spital statt. Die Mutter wollte das Kind allerdings nicht haben. So kam er zu Anna, die ihn abgöttisch liebte. Doch das Glück war nicht von langer Dauer. Als man Anna das Kind von seiten der Behörden wegnimmt, begeht diese Selbstmord. Benny wächst in einem Kloster auf und auch dort ist für den heranwachsnenden Knaben die Welt oft nicht in Ordnung. Dann als junger Mann zur Waffen - SS. Anschließend die Flucht vor den Russen und Amerikanern.Die Kommunisten als rettende Insel? Weit gefehlt! Immer wieder muss Bernhard in Haft und wird beinahe gebrochen. Seine große Liebe Sophie ist der einzige Trost in seinem Leben. Sie verlässt ihn auch endgültig. Als der junge Schriftsteller Josef den alten, zornigen Mann auf einer Müllkippe trifft, will er ein Buch über dessen Geschichte schreiben. Kurzerhand beginnt Bennys Leben noch einmal von vorn.

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  • Josef Formanek: Die Wahrheit sagen

    Die Wahrheit sagen
    RobinBook

    RobinBook

    Titel: Die Wahrheit sagen Autor: Josef Formanek Übersetzer: Martin Roscher Verkauf ab: 04/2016 Gekko-Verlag Preis DE 23.00 €Seiten: 477ISBN: 8090635407/978-8090635401 (AMAZON) Meine Meinung: Der Titel bezieht sich auf das aus einer Lebenserfahrung gewonnene Motto des Protagonisten Bernhard Mares, immer und überall die Wahrheit zu sagen. Vermutlich bezieht sich auch das minimalistisch gestaltete Cover auf das Thema Kommunikation, was mir allerdings soeben erst und mit einiger Verzögerung klar wird, denn bisher fand ich es zwar nicht hässlich, konnte aber nicht viel damit anfangen. - Ich lese sehr gerne Romane mit einer ereignisreichen Geschichte im Vorder- und historischem Geschehen im Hintergrund. An durch die Geschichte im Europa des vergangenen Jahrhunderts geprägten Ereignissen war das Leben des Bernhard Mares wahrlich nicht arm: In einer Straßenbahn geboren, beinahe nach Südamerika ausgewandert, immer von der Idee besessen, seine derzeitige Situation zu verbessern und im Leben etwas zu erreichen und zu bewegen. Einer aus früh gemachten Erfahrungen gezogenen Lehre folgend ist er wie oben bereits erwähnt jemand, der stets die Wahrheit sagt. Was sein abwechslungsreiches Leben allerdings nicht unbedingt einfacher macht. Er zieht als SS-Mann in den Krieg, wobei er glücklicherweise irgendwie darum herum kommt, die SS-typische Blutgruppentätowierung zu erhalten. Später gerät er in Gefangenschaft, wird noch später Parteisekretär in der tschechischen KP und kommt wiederum in das Gefängnis, von wo er letztendlich durch Alt-Nazi-Beziehungen als der letzte Kriegsgefangene frei kommt. Er sucht und findet seine Wurzeln, begreift, dass er trotz vieler widriger Umstände insgesamt gesehen seine Herkunft in Betracht ziehend großes Glück gehabt hat, und er begegnet seiner großen und merkwürdigen Liebe, die leider nicht glücklich endet, ihn jedoch sein Leben lang bewegen wird. Irgendwann lebt er auf einem Müllberg, wo er auf einen jungen Schriftsteller trifft, der an seinem ereignisreichen Schicksal großes Interesse zeigt, ihn befragt und nachhakt und genau zuhört. Und aufschreibt. Das Ergebnis sei dann eben dieses Buch.  Ich habe das Buch interessiert gelesen, vor allem, da die dort geschilderten Dinge ja angeblich auf Tatsachen beruhen sollen, glaube aber nicht, dass es einen nachhaltigen Eindruck auf mich gemacht hat. Höchstens unter dem Aspekt, dass es veranschaulicht, wie wirr das 20. Jahrhundert war, wie verrückt es die Menschen durcheinander rüttelte und sozusagen als hilflose Papierschiffchen auf den Schicksalswellen Achterbahn fahren ließ, könnte ich es als gelungen ansehen.

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  • Die Wahrheit sagen: Brutaler Roman über die Liebe zum Leben

    Die Wahrheit sagen
    storiesonpaper

    storiesonpaper

    25. April 2016 um 13:13

    Allein äußerlich ist „Die Wahrheit sagen“ schon etwas anderes und sticht ins Auge. Obwohl das Cover nicht sehr viel über den Roman aussagt, kann man hier schon erahnen, wie vielfältig die Geschichte sein wird. Leidenschaftliche „Cover-Analysten“ hätten hier ihre wahre Freude dran! Die Vielfältigkeit der Erzählung wird auch dadurch bedingt, dass der Autor autobiografische Elemente einfließen lässt und diese in kurzen Episoden in die Handlung einbaut. Basiert auch die Geschichte des Protagonisten Bernhard Mares` auf wahren Begebenheiten, entsteht so ein authentisches Bild der Geschehnisse und der Leser hat das Gefühl, Formánek würde hier seine Seele offenbaren.  Gemeinsam mit dem Erzähler und dem Erzählenden schlittert der Leser so von einer Episode in die nächste. Besonderheit ist die integrierte Straßenbahnfahrt, die die Handlungsstränge verbindet und gleichzeitig voneinander abgrenzt. Die gesamte Erzählung wirkt in ihren verschiedenen Abschnitten wie ein Spiel gegen die Eintönigkeit der gestalterischen Romanwelt. Hierbei gibt es allerdings wenig Erfreuliches: Mares` Leben ist geprägt vom Zweiten Weltkrieg, einer kräftezehrenden Liebe und grauenvollen Aufenthalten in Gefängnissen. Auf die sogenannten Lichtblicke am Ende des (Straßenbahn-)Tunnels wartet man hier vergebens. Die Handlung ist roh, dreckig und grau –wäre „Die Wahrheit sagen“ ein Film, würde hier wohl fast nie die Sonne scheinen. Geprägt wird der Roman durch intensive Beschreibungen der einzelnen Ereignisse – und das auf eine sehr ehrliche und unverblümte Art. Dieses Plus der Erzählung ist für mich allerdings gleichzeitig ein Minus, da mir Mares schnell unsympathisch wurde. Für mich persönlich ist es sehr schwer, einer Handlung interessiert zu folgen, deren Protagonist darauf ausgelegt ist, Antipathie zu erwecken, daher war es schwierig, die Leselust beizubehalten. Spannend wurde es für mich immer dann, wenn Formánek selbst aus dem Schatten der Erzählung tritt und die Situation des Protagonisten mit der eigenen vergleicht und verknüpft. Fazit: In „Die Wahrheit sagen“ ist der Titel Programm. Wer schonungslose Erzählungen mag und nicht vor erbarmungslosen Beschreibungen zurückschreckt, kommt hier sicher auf seine Kosten. Für mich war es schwer, mich in die Handlung einzufinden, gerade, weil dieses Buch dem Inhalt nach nur eines von vielen ist. Als tschechischer Bestsellerautor hat Josef Formánek noch so einiges an Romanen in petto, auf dessen deutsche Übersetzungen ich sehr gespannt bin. “Die Wahrheit sagen” konnte mich leider nicht richtig überzeugen, hat allerdings die Lust geweckt, mehr von dem Autor zu lesen. Ich gebe dem Buch3 von 5 Sternen.

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  • Das Schicksal bestimmt das Leben, nicht die Weisheit. - Cicero

    Die Wahrheit sagen
    miro76

    miro76

    Josef Formanek hat sich selbst in dieses Buch geschrieben. Der ehemalige Journalist, der sich vor seiner Trunksucht versteckt und nicht mehr schreiben kann, trägt seinen Namen und Teile seiner Biografie. Zu nächtlicher Stunde sieht er einen Mann auf einer Müllkippe und ist fasziniert. Also sucht er ihn auf und lässt sich von ihm seine Lebensgeschichte erzählen. Als Gegenleistung soll er eine Frau finden: Sophie Rubinstein. Zumindest war das ihr Mädchenname. Bernhard Mares ist der Mann auf der Müllkippe. Er ist 84 blickt auf ein Leben zurück, das in alle Richtungen ausgeschlagen hatte. Er war ein Findelkind; ausgesetzt an einer Wiener Kirche. Eine Weile durfte er eine Mutter haben, der er leider weggenommen wurde, um in einem tschechischen Waisenhaus aufzuwachsen. Kein leichtes Leben, schon in sehr jungen Jahren. Aus dem Waisenhaus entlassen, verlässt er auch die Tschechei, um in Österreich eine Bäckerlehre zu absolvieren. Dort prophezeit ihm eine alte Frau, dass er dort sterben würde, wo er geboren wurde, und dass ihm die Uniform kein Glück bringen würde. Dennoch streift er sich recht früh eine Uniform über. Er verspricht sich ein abenteuerliches Leben bei der SS. „Meine Gefühle waren gemischt: Freude darüber, dass die Geschichte wohl stimmte, und Zweifel, weil ich so sorglos mit jemandem sprach, der an all dem beteiligt gewesen war.“           (S. 151) Auch für uns Leser ist dieser Abschnitt von Bernhards Geschichte nicht einfach. Mehrmals musste ich das Buch für ein paar Tage zur Seite legen, denn das Gelesene hat mich zu sehr mitgenommen. Wie durch ein Wunder überlebt Bernhard den Krieg und die Besatzung, nur um sich gleich wieder eine Uniform überzustreifen. Diesmal ist er die Uniform der roten Armee. Er arbeitet als Dolmetscher für die Russen, immer in Angst, als ehemaliges SS Mitglied aufzufliegen. Und dann kommt der Tag, wo das doch passiert. Bernhard Mares beginnt einen Abstieg, der nicht zu enden scheint. Mit viel Glück überlebt er das russische Gefängnis, nur um in Tschechien schnell wieder eingesperrt zu werden. Er wird amnestiert und wieder eingesperrt, bricht aus und wird wieder festgenommen. Aber immer schafft er es, seine Liebe, Sophie Rubinstein, die er aus Mauthausen retten konnte, kurz zu sehen. Nach seiner Odyssee durch die Gefängnisse, wird er in den Westen entlassen, kommt dort zu Reichtum und macht sich auf die Suche nach seinen Wurzeln in Südamerika. Er findet seinen Frieden und gegen Ende seiner Tage, erzählt er seine Geschichte. „Ich hörte ihm aufmerksam zu. Lauschte seinem Redefluss, wartete, wenn er nach dem passenden tschechischen Wort suchte, oder, was in regelmäßigen Abständen vorkam, abhustete. Sah ihn nach dem Stock greifen und mir drohen, wenn eine meiner Fragen ihn aufregte. Er zwang mich zum Nachdenken. Über ihn, über mich. Darüber, wie ich gewesen wäre in seinem Leben, das mich immer mehr absorbierte.“               (S. 20) Und so ergeht es auch uns Leser. Das macht diesen Roman so brutal. Wir sind gezwungen nachzudenken. Der Ich-Erzähler stellt die Fragen, die wir uns als Leser auch stellen müssen. Wie wäre ich gewesen, in seinem Leben? Das Leben des Journalisten ist stark verbunden mit Bernhards Lebensgeschichte. Immer wieder findet er sich in Alkoholgelagen wieder, immer wieder versucht er auszubrechen. Auch die guten Zeiten finden sich in beiden Biografien und schlussendlich schafft es auch der Erzähler, sich mit seinem Leben auszusöhnen. „Die Wahrheit sagen“ ist wahrhaftig ein brutaler Roman über die Liebe zum Leben. Ich empfehle es allen, die bereit sind eine Reise durch die Vergangenheit anzutreten, die stellenweise sehr schwer zu ertragen ist. Ich empfehle es allen, die bereit sind, sich auch mal mit ihrer dunklen Seite auseinanderzusetzen und allen, die ein Gedankenexperiment wie dieses zulassen könne.

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    Mira20

    Mira20

    19. April 2016 um 07:39
  • Eine schonungslose, aber wahre, Lebensgeschichte

    Die Wahrheit sagen
    Diana182

    Diana182

    13. April 2016 um 14:33

    Das Cover zeigt die Umrisse zweier gezeichneter Gesichter, die sich unterhalten. Dies wird mit Satzzeichen dargestellt. Auf Anhieb hätte mich das Cover nicht angesprochen und ich hätte es sicherlich nicht mal aus dem Buchregal gezogen. Neugierig machte mich hier jedoch der Klappentext. Er verspricht eine wahre Lebensgeschichte! Der Inhalt per Buchbeschreibung:Was für ein Leben! Geboren in einer Straßenbahn, fast nach Südamerika ausgewandert, beseelt von dem Drang, etwas Großes zu werden, und dann auf dem Weg durch die Niederungen des 20. Jahrhunderts.Wer ist jener Bernhard Mares, dessen (wahre) Geschichte dieser Roman erzählt? Einer, der immer die Wahrheit sagt. Er zieht als SS-Mann in den Krieg, gerät in Gefangenschaft, wird Parteisekretär in der tschechischen KP und landet erneut in Haft, wo ungeheuerliche Dinge geschehen. Er findet und verliert die unmögliche Liebe seines Lebens, die ihn nie loslässt. Endlich frei, betreibt er eine kleine Bar im Hamburger Hafen, forscht in Venezuela nach seinen Wurzeln, tanzt mit Simon Bolívar, bringt fremde Augen zum Leuchten. Zum Zurückschauen verleitet wird der zornige alte Mann von seinem gegenüber, dem jungen Schriftsteller, der fragt und insistiert und genau hinhört – und schließlich erzählt von diesem Leben, das nur überstehen konnte, wer das Leben liebt. Drastisch erzählt er, verspielt, burlesk, zart und gnadenlos, und zugleich wird das Erzählen für ihn zur Achterbahnfahrt durch die Abgründe des eigenen Lebens. Meine Meinung:Wie schon die Beschreibung vermuten lässt, handelt es sich bei dieser Lebensgeschichte nicht gerade um leichte Kost. Schonungslos und ehrlich wird hier eine sehr schwere Geschichte erzählt, in der nichts ausgelassen wird. So konnte ich das Buch auch nicht direkt am Stück lesen und musste immer mal wieder eine Pause einlegen, in der ich zu einer leichteren Lektüre griff. Dennoch handelt es sich um eine teils ergreifende Geschichte, die mir sehr nahe ging. Man hat das Gefühl, manche Leute scheinen das Unglück gepachtet zu haben, was mich sehr traurig stimmte. Viele geschichtliche Dinge, die mir bisher so noch nicht bewusst waren, werden hier aufgegriffen und erläutert. So lernte ich beim Lesen des Buches direkt noch einige neue Dinge hinzu. Mein Fazit:Es war zwar keine leichte Lektüre, dennoch wollte ich stets erfahren, wie es im Leben der erzählenden Hauptperson weiter gehen würde. Hier und da wünschte ich ihm einfach auch mal etwas Glück! Man findet hier eine schonungslose, erschreckende und offene Lebensgeschichte vor. Man muss sich schon für solche Geschichte interessieren um hier Zugang zum Buch zu bekommen. Ein Buch für zwischendurch ist es definitiv nicht!

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