Der Gentleman

von Forrest Leo 
4,1 Sterne bei48 Bewertungen
Der Gentleman
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Positiv (38):
Claudia_Spaeths avatar

Erfrischend und hinreißend geschrieben. Eine Komödie von höchster Güte.

Kritisch (3):
kalligraphins avatar

Kaum Handlung, sich im Kreis drehende Sinnlos-Dialoge, nervige, flache Charaktere. Gute Idee, pseudokreativ umgesetzt.

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Inhaltsangabe zu "Der Gentleman"

London, Pocklington Place, um 1850: Lionel Savage, Dichter, gerade einmal 22 Jahre alt, hat beschlossen, Selbstmord zu begehen, da er des Geldes wegen geheiratet hat und danach feststellen musste, dass er seitdem keine Zeile mehr zu Papier bringen kann. Er zieht seinen Butler Simmons zurate, weil er nicht weiß, wie er den Selbstmord genau angehen soll. Der einfachste Weg scheint ihm der Tod durch Kopfschuss zu sein. Doch Simmons gibt zu bedenken, dass dabei allerlei Körperflüssigkeiten austreten würden, die jemand aufwischen müsste. Da Savage seinem treuen Butler eine solche Schweinerei nicht zumuten will, muss er eine andere Lösung für sein Problem finden. Just in dem Moment spaziert ein freundlicher Gentleman in sein Arbeitszimmer, der sich als der Teufel höchstpersönlich entpuppt. Und bevor er sich versieht, hat Savage seine Ehefrau an ihn verkauft. So glaubt er zumindest. Doch kaum ist die Ehefrau verschwunden, stellt Savage fest, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Er muss sie wiederfinden. Nur wo zum Teufel soll die Hölle sein?

Faule Aristokraten, ein Butler, der Teufel, eine hinterlistige kleine Schwester, Duelle und Beinahe-Duelle, Arktisexpeditionen und Scotland Yard. "Der Gentleman" ist ein rasanter Abenteuerroman und eine feine kleine Tollerei.

In seinem Debütroman gelingt es Leo, die Konventionen viktorianischer Fiktion zu parodieren. Wahnsinnig witzige Dialoge und komische Komplikationen runden die Geschichte ab.«
Publishers Weekly

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783351036737
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:296 Seiten
Verlag:Aufbau Verlag
Erscheinungsdatum:11.04.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    SandraKavor einem Monat
    Unterhaltsam


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    Yolandes avatar
    Yolandevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine herrlich lustige Komödie mit viel Wortwitz
    Eine herrlich lustige Komödie mit viel Wortwitz

    Autor (Klappentext):

    Forrest Leo, geboren 1990 in Alaska, wo er auch aufwuchs. Er lebte ohne fließendes Wasser und fuhr mit dem Hundeschlitten zur Schule. Er machte einen Bachelor in Schauspiel an der New York University und hat als Zimmermann, Fotograf und im Großraumbüro gearbeitet.

    Inhalt (Klappentext):
    London, Pocklington Place, um 1850: Lionel Savage, ein fauler Aristokrat, 22 Jahre alt, Dichter, kann keine Zeile mehr zu Papier bringen, seitdem er geheiratet hat. Fest entschlossen, seiner untragbaren Lage durch Selbstmord zu entkommen, will Savage sich erschießen. Doch dann fällt ihm ein, dass er das seinem treuen Butler Simmons nicht zumuten kann. Man bedenke nur all die Körperflüssigkeiten, die es aufzuwischen gälte. Kaum hat Savage also den Selbstmordgedanken verworfen, spaziert ein freundlicher Gentleman in sein Arbeitszimmer: der Teufel höchstpersönlich.

    Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzukommen. Die ständigen Fußnoten des vermeintlichen Herausgebers störten meinen Lesefluss erheblich, zumal es auch oft nur belanglose Bemerkungen waren. Als dann klar wurde, wohin sich die Geschichte entwickelt, hatte ich einen riesigen Spaß. Die Story ist total überdreht, turbulent und witzig. Als ich am Ende bei den Danksagungen las, dass dieses Buch zuerst als Theaterstück existierte, wurde mir klar, wieso mir der Stil und die Art und Weise wie die Geschichte verlief, so seltsam vertraut war. Es ist eine klassische Boulevardkomödie mit viel Wortwitz, ständiger Action und vielen Verwicklungen. Sehr lustig und mal etwas völlig anderes.

    Fazit: Eine abgedrehte, herrlich lustige Komödie, die sich wohltuend von dem sonstigen Einheitsbrei abhebt.

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    Fortis avatar
    Fortivor 4 Monaten
    Ungewöhnlich erzählt

    "Der Gentleman" ist ein so extravagantes Buch, dass ich es eigentlich nur Lesern empfehlen möchte, die gerne ungewöhnliche Literatur lesen. Schon die Erzählperspektive mit einem (fiktiven) Herausgeber, der sich andauernd per Fußnote in die Erzählung des (selbst)verliebten und etwas wehleidigen Ich-Erzählers einmischt, ist wohl nichts für jeden. Wer aber aufgeschlossen ist und Gefallen an ungewöhnlicher Literatur hat, dem möchte ich das Buch umso mehr ans Herz legen. 
     Die erzählte Geschichte ansich - über die der Klappentext mehr als genug verrät - ist auch etwas verrückt und dabei nett zu lesen, aber eigentlich nichts herausragendes. Eine Mischung aus historischem Roman und Fantasy (oder Steam Punk?). Für mich steht bei diesem Buch aber die Art wie die Geschichte erzählt wird im Vordergrund. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten. 

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    Xirxes avatar
    Xirxevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Schräge Figuren, witzige Geschichte und irgendwie typisch britisch. Einfach klasse!
    Ein durchweg amüsanter, historischer Abenteuerroman

    London um das Jahr 1850: Der 22jährige Lionel Savage ist ein Dichter, wie ihn sich unsereins zu jener Zeit wohl vorstellt. Adlig, völlig lebensunpraktisch, egozentrisch und den Kopf voller Gedanken, die mit der realen Welt so gut wie nichts zu tun haben. Als er feststellen muss, dass sein Vermögen gänzlich verbraucht ist, plant er reich zu heiraten. Gesagt, getan, die schöne, reiche Vivian wird seine Frau. Doch kurz nach der Hochzeit muss Lionel feststellen, dass er nicht mehr schreiben kann. Seine Kreativität ist versiegt. Voller Verzweiflung verflucht er seine Heirat bzw. seine Gemahlin (die der Grund dafür sein muss) und als während eines Maskenballes, den seine Frau veranstaltet, plötzlich der Teufel bei ihm auftaucht, klagt er diesem sein Leid. Unmittelbar nach dessen Besuch ist Vivian nicht mehr auffindbar und Lionels Kreativität beginnt wieder zu fließen, bis er zu seinem Entsetzen feststellen muss, dass ihm seine Gemahlin fehlt. Schlimmer noch: Er liebt sie heiß und innig. Doch wie soll er sie aus der Hölle holen, wo sie sich zweifelsohne befindet?
    Kaum zu glauben, dass der Autor ein US-Amerikaner ist. Denn die komplette Geschichte wirkt so typisch britisch, dass ich mir fast sicher war, nur ein Einheimischer könne ein solches Buch schreiben. Im Stil einer Screwball-Komödie sind die Protagonisten ziemlich exzentrisch, aber dennoch liebenswert. Da gibt es Ashley, der Bruder Vivians, ein gutaussehender, muskelbepackter Abenteurer, der nur selten in England weilt, aber gerade jetzt zu Besuch kommt. Lizzie, die 16jährige, völlig unkonventionelle Schwester Lionels, vor der die Männerwelt erzittert. Und Simmons, der mustergültige Butler Lionels, der immer und sofort für Alles eine Lösung und Antwort parat hat. Lionel, der als Ich-Erzähler fungiert, erzählt die Erlebnisse mit einer (vermutlich) umfänglichen Ehrlichkeit und jugendlichen Naivität, sodass ich ihn trotz seiner Egozentrik einfach gernhaben musste.
    Systematisch machen sich die Drei auf die Suche nach der Hölle, beginnen mit Kunst und Literatur, und einigen sich schließlich darauf, in Island mit einem Vulkan zu beginnen. Dorthin wollen sie mit der Hilfe eines Erfinders gelangen, der ein wundersames Fluggerät konstruiert hat und sich im Club Hefestaeum aufhält, einer wundersamen Lokalität: "Ich könnte mir vorstellen, dass hier vor langer Zeit einmal ein zweigeschossiges Haus stand; und dass dann ein ehrgeiziger, aber ungelernter Architekt entschieden hatte, einen Turm auf das Haus zu bauen; und dass einige Zeit danach ein weniger ehrgeiziger, aber gelernter Architekt den Turm in so etwas wie ein anständiges Gebäude umzuwandeln begann, aber vor der Fertigstellung verstarb und niemandem mitgeteilt hatte, wie es weitergehen sollte, und die Arbeit dann von einem geisteskranken Hafenarbeiter mit einem Hang zur Flasche fortgeführt wurde, woraufhin die Lage völlig außer Kontrolle geriet." Zudem unterliegt der Club einer besonderen Regelung der Feuerwehr: "Das Hefestaeum hatte so oft die Hilfe der Städtischen Feuerwehr bemüht, dass sich schließlich die Regierung einschaltete und ein Bußgeldsystem einführte. Dem Club wurden pro Jahr zwei Feuer zugestanden, deren Löschung die Feuerwehr unentgeltlich übernimmt. Jedes weitere Feuer zieht eine hohe Gebühr nach sich." Es gibt noch eine ganze Menge weiterer Verwicklungen und Gefahrensituationen (Duelle, Schießereien, Gefangennahmen), wobei Lionel völlig überrascht ein bisschen den Abenteurer in sich entdeckt.
    Diese herrlich schrägen und liebenswerten Figuren bei ihren Erlebnissen zu begleiten, ist ein rundweg abwechlungsreiches und unterhaltsames Lesevergnügen.

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    Kristall86s avatar
    Kristall86vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Herrlich witzig und urkomisch!
    Der Gentleman und der Teufel

    Wir schreiben die Mitte des 19. Jahrhunderts. Der 22 Jahre alte Lionel Savage ist ein wahrlich fauler und müder Aristokrat und Dichter. Seine Hochzeit hat ihn so verändert das er keinen klaren Gedanken fassen kann und nichts mehr zu Papier bringt. Da kommt ihm die glorreiche Idee sich durch Selbstmord dieser miesen Lage zu entziehen. Aber wäre da nicht das Problem mit der Durchführung und der Tatsache das sich eben nun Mal Spritzer und Blutlachen bilden bei dieser Durchführung. Das kann er seinem treuen Butler Simmons nicht zumuten. Nach diesem ganzen Theater und seinem noch größeren Verfall ins Selbstmitleid erscheint dann auch noch der Teufel in seinem Arbeitszimmer. Einige mögen jetzt an Goethes Faust denken und das erscheinen Mephistos...das ist in der Tat recht ähnlich aber definitv nich so humorvoll wie von Forrest Leo. Er beschreibt eine gebrochene Seele die doch im Innersten ganz anders denkt und sich mit diesem ganzen Selbstgerede in Selbstmitleid bringt. Denn zum Schluss steht eines fest: gegen die Liebe hat selbst der Teufel keine Chance und Lionel begreift im tiefsten Inneren das er nichts anderes die ganze Zeit getan hat. Leo beschreibt mit britischem Charme und Witz eine Menschenseele die an einigen Stellen makaber und waghalsig erscheint. Ich habe sehr viel gelacht bei diesem Buch aber nicht wegen des Witzes sondern weil es oft so herrlich bekloppt geschrieben ist. Wer mal ein etwas anderes Buch lesen möchte ist hier sehr gut aufgehoben und wird sich schnell in die Story einfinden. Einzig die Fußzeilen mit ihren ganzen Erläuterungen waren ab und an sehr mühsam und haben den Leser ein wenig aus dem Lesefluss gebracht. Aber alles in allem ein sehr besonderes Stück der Abenteurliteratur!

    Kommentare: 4
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    Lykevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wahnwitziger, skurriler und very britischer Abenteuerroman, der beste Unterhaltung garantiert und die Lachmuskeln enorm beansprucht!
    Wo zum Teuf'l ist die Ehefrau geblieben?

    Wir schreiben das Jahr 1850 im viktorianischen London. Lionel Savage, ein mittelmäßig begabter, jung verheirateter Dichter, befindet sich in einer ausgewachsenen Schaffenskrise. Verantwortlich dafür macht er seine Ehe mit der bildschönen Vivien, da er seit seinem Hochzeitstag keine Zeile mehr zu Papier bringen konnte. Geheiratet hat er sie sowieso nicht aus Liebe, sondern nur des Geldes wegen, um sein poetisch faules Aristokratenleben weiterhin sicherzustellen. Als Ausweg aus dieser verzwickten Lage sieht Savage nur seinen Selbstmord – dieser muss jedoch gut durchdacht und geplant werden, um seinem treuen Butler Simmons keine unnötige Sauerei zu hinterlassen. In diese Überlegungen hinein betritt auf einmal ein unbekannter, unscheinbarer Gentleman sein Arbeitszimmer, welcher sich nach einer anregenden Unterhaltung, in der Savage diesem sein Leid bezüglich seiner Ehe und der damit zusammenhängenden dichterischen Krise klagt, als der Teuf’l höchstpersönlich zu erkennen gibt. Die beiden schließen Freundschaft und kaum ist der Gentleman wieder verschwunden, ist auch seine Ehefrau Vivien wie vom Erdboden verschluckt... Kann es sein, dass Savage seine Frau aus Versehen an den Teuf’l verkauft hat?

    Leo Forrest entführt den Leser mitten hinein in ein skurriles, wahnwitziges Abenteuer voll aristokratischem Charme und bitterbösem britischen Humor, das aus der Sicht des Dichters erzählt wird und so für allerlei überraschende Wendungen und ungeahnte Erleuchtungen sorgt. Nach und nach taucht eine bunte Mischung an liebevoll und überspitzt gezeichneten Charakteren am Ort des Geschehens auf, die sich wortgewandte Schlagabtausche liefert, gemeinsam einen Plan zur Rettung der vermissten Ehefrau ausheckt und sich – wie soll es auch anders sein! - in den Wirren zwischenmenschlicher Beziehungen verliert. Dazu gehören, neben dem schon erwähnten versnobten Butler, Viviens abenteuerlustiger, heldenhafter Bruder Ashley, Savages kleine und ziemlich vorwitzige Schwester Elizabeth, ein alter, weiser Buchhändler, ein tollkühner Erfinder und natürlich (wie es sich für einen britischen Roman gehört) ein paar dümmliche Beamte von Scotland Yard. Man bekommt beim Lesen das Gefühl, Zuschauer eines rasanten Theaterstücks zu sein und tatsächlich wurde die Geschichte ursprünglich für die Bühne geschrieben, was jedoch dem Lesegenuss ganz und gar nicht schadet! Der Leser befindet sich ganz im Gegenteil mitten im Geschehen und wird von flotten Dialogen und einer phantastisch anmutenden Handlung in einem Rutsch durch die Seiten getragen – man kann förmlich sehen und hören, wie die Charaktere sich die Haare raufen, sich lautstark streiten oder zu Beinahe-Duellen herausfordern, sich versöhnen und in die Arme fallen; als Theaterstück sicherlich ein Genie-Streich!

    Aber auch als Roman funktioniert die Geschichte hervorragend. Forrests Sprache ist locker und einfach und lässt doch sehr gekonnt eine typisch viktorianische Atmosphäre aufleben. Auch die leicht belehrenden, korrigierenden und ironischen Fußnoten des fiktiven Herausgebers, der den egozentrischen Dichter nicht sonderlich gut leiden kann und daher die Erzählung in (s)ein rechtes Licht zu rücken versucht, sorgen für den richtigen Biss im Erzählton und treiben dem Leser mehr als nur einmal Lachtränen in die Augen. Es wird wirklich enorm viel geredet in diesem Roman, weshalb eine Handlung im eigentlichen Sinne kaum existiert und sich im Wesentlichen auf ein Hin- und Herlaufen und Ab- und Auftauchen der Charaktere in verschiedenen „Bühnenbildern“ und Szenen reduziert. Und trotzdem ist diese Geschichte ein großartiger Abenteuerroman, der von scharfzüngigen, klugen und mitreißenden Dialogen gekonnt getragen wird und ein Feuerwerk an exzentrischen Charakteren und Situationen liefert. Sie lässt sich in keine der bekannten Genre-Schubladen stecken und genau das macht ihren ungeheuren Charme aus und hebt Forrests Debüt wohlverdient aus der Masse des seichten Romaneinerleis heraus.


    Fazit:

    Dieser Roman ist wirklich ganz großes Kino! (oder besser gesagt: Theater ;)) Es handelt sich hierbei um einen lockerleichten Unterhaltungsroman, der jedoch mit keiner einzigen Zeile in seichte Literaturgefilde abdriftet, sondern den Leser stets auf klugem Niveau zu belustigen weiß. Von mir bekommt „Der Gentleman“ 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung für alle, die einen very britischen Humor zu schätzen wissen. Am besten trinkt man dazu einen 5-o’clock-tea.

    Kommentare: 10
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    raven1711s avatar
    raven1711vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr schräg und very british
    Sehr schräg und very british

    Rezension Forrest Leo - Der Gentleman

    Klappentext:
    London, Pocklington Place, um 1850: Lionel Savage, Dichter, gerade einmal 22 Jahre alt, hat beschlossen, Selbstmord zu begehen, da er des Geldes wegen geheiratet hat und danach feststellen musste, dass er seitdem keine Zeile mehr zu Papier bringen kann. Er zieht seinen Butler Simmons zurate, weil er nicht weiß, wie er den Selbstmord genau angehen soll. Der einfachste Weg scheint ihm der Tod durch Kopfschuss zu sein. Doch Simmons gibt zu bedenken, dass dabei allerlei Körperflüssigkeiten austreten würden, die jemand aufwischen müsste. Da Savage seinem treuen Butler eine solche Schweinerei nicht zumuten will, muss er eine andere Lösung für sein Problem finden. Just in dem Moment spaziert ein freundlicher Gentleman in sein Arbeitszimmer, der sich als der Teufel höchstpersönlich entpuppt. Und bevor er sich versieht, hat Savage seine Ehefrau an ihn verkauft. So glaubt er zumindest. Doch kaum ist die Ehefrau verschwunden, stellt Savage fest, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Er muss sie wiederfinden. Nur wo zum Teufel soll die Hölle sein?

    Meinung:
    Lionel Savage ist ein Aristokrat und Dichter. Leider kein nicht mehr so erfolgreich, so dass das Familienvermögen leider aufgebraucht ist. Und was macht man als verarmter Aristokrat Mitte des 19. Jahrhunderts? Richtig, man sucht sich eine vermögende Ehefrau. Diese findet er dann auch schnell, leider hat die Ehe zur Folge, dass seine Kreativität auf einmal verschwunden ist. Als sein Selbstmord daran scheitert, dass er seinem Butler die Sauerei nicht zumuten möchte, trifft er auf dem Kostümfest seiner Frau einen höchst verwunderlichen Gentleman, der sich als der Leibhaftige selber entpuppt. Und ehe sich Lionel versieht, hat er diesem seine Frau verkauft. Dumm nur, dass diese von den anderen vermisst wird, noch dümmer, wenn man merkt, dass man die Frau doch liebt, auch wenn die Inspiration durch die Ehe gelitten hat. Doch wie soll er sie denn jetzt wiederbekommen?
    Allein beim zusammenfassen des Inhalts hat sich wieder ein Schmunzeln auf meine Lippen geschlichen, so charmant war diese Geschichte. Dabei ist Lionel eigentlich ein von sich selber eingenommener Quälgeist, der allen eher auf die Nerven geht, als dass er wirklich Produktives von sich gibt. Aber das Zusammenspiel mit den anderen Protagonisten, vor allem mit seinem Butler, haben so eine zauberhafte Atmosphäre im Roman geschaffen, ich hätte stundenlang in dem Buch versinken können.
    Das ist auch dem sehr einnehmenden Erzählstil, der hier von Cornelius Reiber übersetzt wurde, geschuldet. Denn der Stil ist einfach nur als charmant zu bezeichnen. Es hat so einen Spaß gemacht, diesem Abenteuer und der Suche nach der verschollenen Ehefrau zu folgen, ich wollte gar nicht mehr zurück in die Welt. Umso schneller war ich dann doch durch das Buch durch und hoffe, künftig noch mehr von Forrest Leo lesen zu können.

    Fazit:
    Diesen charmanten Geniestreich sollte man sich nicht entgehen lassen. So aberwitzig die Handlung anmutet, so toll agieren die Figuren hier im Buch. Zwar ist Lionel Savage nicht die sympathischste Romanfigur, zum Glück hat er seinen Butler mit seiner trockenen Weltansicht, seine quirlige Schwester und natürlich den abenteuerbegabten Schwager, die ihn auf der Suche nach seiner Frau und dem Teufel unterstützen.
    Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
    Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

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    Mary2s avatar
    Mary2vor einem Jahr
    Eigentlich ein Bühnenstück - skurril, überzeichnet, britisch

    Der Leser findet sich in London im Jahr 1850 wieder und nimmt teil am Leben des verzweifelten, jung verheirateten Dichters Lionel (Nellie) Savage in einer künstlerischen Schaffenskrise. Für diese Krise macht er vor allem seine Frau, die er aus rein finanziellen Gründen geheiratet hat, verantwortlich.

    Überhaupt kreisen die Gedanken des faulen Lionel vor allem um ihn selbst und ungerechterweise nimmt er die Personen in seiner Umgebung kaum noch wahr.

    Erst als seine junge Frau, die er noch kaum kennengelernt hat, verschwindet, setzt die Reflexion über die zwischenmenschlichen Beziehungen ein. Der Leser kann das in endlosen Dialogen mit den Hausangestellten, den Verwandten und allen weiteren auftauchenden Personen nachvollziehen.

    Die Handlung bleibt übersichtlich, stellt aber auch gar nicht den Kern des Romans dar.

    Ob der Sinneswandel und die plötzlich aufkeimende Liebe zu der vorher verschmähten Frau von einem Happy End gekrönt sein werden, muss der Leser selbst herausfinden.

    Zu lesen ist dieser Roman recht gut. Die ursprüngliche Fassung als Theaterstück ist deutlich wahrnehmbar und wahrscheinlich wirkt das Stück auf einer Bühne auch sehr stark.

    Die Lesefreude ist abhängig davon, ob der Leser sich die stark überzeichneten Figuren so lebhaft wie im Theater vorstellen mag und ob einem der englische Humor liegt. Sollte das nicht der Fall sein, wird die Lektüre langatmig und nur skurril. Der (fiktive) Herausgeber von Lionels Niederschrift schaltet sich regelmäßig als Kommentator in Form von Fußnoten ein. Das ist manchmal ein Gewinn, oft aber nervig.

    Das Cover, das mich auch ursprünglich angelockt hatte, ist wirklich genial gestaltet und trifft tatsächlich die Stimmung des Buches.

    Klappentext und erste Seite können dem Interessierten bereits verraten, ob die Lektüre lohnen wird.

    Ich vergebe 3,5 Sterne (die ich aufrunde). Das Buch hat mir gefallen – auf der Bühne hätte ich es aber viel lieber gesehen.

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    hannelore259s avatar
    hannelore259vor einem Jahr
    Der Teuf'l ist auch nur ein Mensch

    Was macht ein Dichter der in finanziellen Nöten steckt?
    Ganz klar, er heiratet. Und natürlich ist die Erwählte reich.
    Doch leider ist sie auch der Grund für eine ausgewachsene Schreibblockade aus der es kein Entrinnen gibt, außer?
    NATÜRLICH! SELBSTMORD.
    Und so sinnt Lionel Savage über die Möglichkeiten desselbigen ohne viel Aufwand für sich und andere * nach, als plötzlich der Gentleman alias der Teufel im Rum steht.
    Zwischen beiden entspinnt ein Gespräch, in dem sich eine Freundschaft entwickelt und Savage sein Leid klagt.
    Kurze Zeit danach ist seine Frau wie vom Erdboden verschluckt und für Savage gibt es nur eine logische Erklärung, der Teufel hat sie geholt.
    Es gilt sie zurückzuholen. **
    Also macht er sich auf die Suche*** und stolpert in ein großes Abenteuer.

    * soviel sollte ihm zu seinem Vorteil angerechnet werden
    ** er scheint wohl bemerkt zu haben, dass ihm seine Frau nicht so egal ist, wie gedacht
    *** natürlich nicht allein, dazu wäre er meines Erachtens nicht fähig, sondern er nimmt sich seinen Butler, seine selbstbewußte Schwester und den von einer Expedition zurückgekehrten Schwager zur Hilfe

    Wie man schon merkt, mutet diese Geschichte an, sehr skurril und bisweilen etwas anstrengend zu lesen zu sein.
    Man muß sich auf die Art zu schreiben einlassen und den britischen Humor mögen, um dieses Werk gut zu finden.
    Der Roman lebt von seinen Dialogen und auch wenn keine gewaltige Handlung dahintersteckt, so fühlte ich mich doch hervorreágend unterhalten. Gerade das Finale hat ordentlich mein Lachmuskulatur beansprucht.
    Sicher kann man sagen, dass der Lesefluß durch die Form, also vor allem die Fußnoten,in Klammer gesetzte Sätze, die kurzen ständig aufeinanderfolgenden wörtlichen Reden, gestört wird, aber für mich passt genau das zu diesem humorvoll schrägen Debüt von Forrest Leo.

    Für mich war dieser Roman vor allem eins, herrlich anders und so kann ich ihn allen empfehlen, die mit britischen Humor etwas anfangen können, nicht zuviel Tiefgang erwarten und es eben mal ein wenig außergewöhnlicher mögen.

    Kommentare: 2
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    simonegs avatar
    simonegvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr skurril , teilweise witzig und aufregend. In einigen Passagen jedoch schwer lesbar, weil endlos wirkende Dialoge sehr anstregen.
    Tod und Teuefel und eine verschwunde Ehefrau

    Ich möchte mal von hinten beginnen. In den Danksagungen steht, dass der Ursprung des Buches ein Theaterstück war, und das kann ich mir sehr gut vorstellen. Der Kreis der handelnden Personen ist übersichtlich.
    Der Ich-Erzähler Lionel Savage ist ein bekannter Dichter und hat schwerwiegende Probleme. Zuerst ist das Geld knapp und er heiratet eine Frau aus vermögender Familie. In der Folge kannn er aber nicht mehr schreiben und haßt seine Frau. In seinem Unglück, beschließt er, sich das Leben zu nehmen. Da kommt ihm der Teufel in die Quere und seine Frau verschwindet....
    Es geht meist ziemlich turbulent zu. Manche Dialoge und Szenen ziehen sich jedoch und langweilen mit Wiederholungen. Am besten hat mir das Ende der Geschichte gefallen.
    Große Probleme hatte ich mit der Erzählweise. Neben Savage, der seine Geschichte erzählt, gibt es unglaublich viele Sternchen im Text, die der Herausgeber Hubert Lancaster, ein Verwandter von Frau Savage, hinzugefügt hat, um mittels Fußnoten dies oder jene Darstellung zu kommentieren. Ich fand diese Fußnoten beim Lesen derart störend, dass ich sie irgendwann einfach ignoriert habe.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    aufbauverlags avatar

    London, Pocklington Place, um 1850: Lionel Savage, Dichter, gerade einmal 22 Jahre alt, hat beschlossen, Selbstmord zu begehen, da er des Geldes wegen geheiratet hat und danach feststellen musste, dass er seitdem keine Zeile mehr zu Papier bringen kann. Er zieht seinen Butler Simmons zurate, weil er nicht weiß, wie er den Selbstmord genau angehen soll. Der einfachste Weg scheint ihm der Tod durch Kopfschuss zu sein. Doch Simmons gibt zu bedenken, dass dabei allerlei Körperflüssigkeiten austreten würden, die jemand aufwischen müsste. Da Savage seinem treuen Butler eine solche Schweinerei nicht zumuten will, muss er eine andere Lösung für sein Problem finden. Just in dem Moment spaziert ein freundlicher Gentleman in sein Arbeitszimmer, der sich als der Teufel höchstpersönlich entpuppt. Und bevor er sich versieht, hat Savage seine Ehefrau an ihn verkauft. So glaubt er zumindest. Doch kaum ist die Ehefrau verschwunden, stellt Savage fest, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Er muss sie wiederfinden. Nur wo zum Teufel soll die Hölle sein?


    Faule Aristokraten, ein Butler, der Teufel, eine hinterlistige kleine Schwester, Duelle und Beinahe-Duelle, Arktisexpeditionen und Scotland Yard. "Der Gentleman" ist ein rasanter Abenteuerroman und eine feine kleine Tollerei.

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    Über Forrest Leo

    Forrest Leo, geboren 1990 in Alaska, wo er auch aufwuchs. Er lebte ohne fließendes Wasser und fuhr mit dem Hundeschlitten zur Schule. Er machte einen Bachelor in Schauspiel an der New York University und hat als Zimmermann, als Fotograf und im Großraumbüro gearbeitet.


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