Forrest Leo Der Gentleman

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Inhaltsangabe zu „Der Gentleman“ von Forrest Leo

London, Pocklington Place, um 1850: Lionel Savage, Dichter, gerade einmal 22 Jahre alt, hat beschlossen, Selbstmord zu begehen, da er des Geldes wegen geheiratet hat und danach feststellen musste, dass er seitdem keine Zeile mehr zu Papier bringen kann. Er zieht seinen Butler Simmons zurate, weil er nicht weiß, wie er den Selbstmord genau angehen soll. Der einfachste Weg scheint ihm der Tod durch Kopfschuss zu sein. Doch Simmons gibt zu bedenken, dass dabei allerlei Körperflüssigkeiten austreten würden, die jemand aufwischen müsste. Da Savage seinem treuen Butler eine solche Schweinerei nicht zumuten will, muss er eine andere Lösung für sein Problem finden. Just in dem Moment spaziert ein freundlicher Gentleman in sein Arbeitszimmer, der sich als der Teufel höchstpersönlich entpuppt. Und bevor er sich versieht, hat Savage seine Ehefrau an ihn verkauft. So glaubt er zumindest. Doch kaum ist die Ehefrau verschwunden, stellt Savage fest, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Er muss sie wiederfinden. Nur wo zum Teufel soll die Hölle sein?

Faule Aristokraten, ein Butler, der Teufel, eine hinterlistige kleine Schwester, Duelle und Beinahe-Duelle, Arktisexpeditionen und Scotland Yard. "Der Gentleman" ist ein rasanter Abenteuerroman und eine feine kleine Tollerei.

In seinem Debütroman gelingt es Leo, die Konventionen viktorianischer Fiktion zu parodieren. Wahnsinnig witzige Dialoge und komische Komplikationen runden die Geschichte ab.«
Publishers Weekly

Schräge Figuren, witzige Geschichte und irgendwie typisch britisch. Einfach klasse!

— Xirxe

Herrlich witzig und urkomisch!

— Kristall86

Wahnwitziger, skurriler und very britischer Abenteuerroman, der beste Unterhaltung garantiert und die Lachmuskeln enorm beansprucht!

— Lyke

Sehr schräg und very british

— raven1711

Sehr skurril , teilweise witzig und aufregend. In einigen Passagen jedoch schwer lesbar, weil endlos wirkende Dialoge sehr anstregen.

— simoneg

Großartiger Roman über die Irrungen und Wirrungen des Lebens und der Liebe

— Linker_Mops

Satirisch, übertrieben, englischer Humor .....eine Burleske, bei der man die extremen Akteure fast bildlich vor Augen hat

— vielleser18

Kaum Handlung, sich im Kreis drehende Sinnlos-Dialoge, nervige, flache Charaktere. Gute Idee, pseudokreativ umgesetzt.

— kalligraphin

Ein tolles und verrücktes Debüt des Autors!

— nicole8684

Skurrile Geschichte, langwierige Dialoge & viele Fußnoten

— Petra1984

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  • Chattys SUB-Abbau nach Verlagen

    LovelyBooks Spezial

    ChattysBuecherblog

    Da mich einige Verlage schon seit Jahren mit Rezensionsexemplaren versorgen - vielen herzlichen Dank dafür - möchte ich nun auch etwas besonderes zurückgeben. Aus diesem Grund habe ich diesen Thread eröffnet. Ich sammle hier von jedem gelesenen Buch den Lesestatus inkl. meiner Randbemerkungen und den Rezensionslinks, um diese dann den Verlagen bzw. den jeweiligen Ansprechpartnern zur Verfügung zu stellen. Ich bin mal gespannt, von welchem Verlag ich die meisten Bücher lesen werde. Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen. (Als Anreiz gibt es Buchpakete zu gewinnen) Ach ja, ob Print, ebook oder Hörbuch.... alles ist erlaubt.

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    • 115
  • Ein durchweg amüsanter, historischer Abenteuerroman

    Der Gentleman

    Xirxe

    31. October 2017 um 20:33

    London um das Jahr 1850: Der 22jährige Lionel Savage ist ein Dichter, wie ihn sich unsereins zu jener Zeit wohl vorstellt. Adlig, völlig lebensunpraktisch, egozentrisch und den Kopf voller Gedanken, die mit der realen Welt so gut wie nichts zu tun haben. Als er feststellen muss, dass sein Vermögen gänzlich verbraucht ist, plant er reich zu heiraten. Gesagt, getan, die schöne, reiche Vivian wird seine Frau. Doch kurz nach der Hochzeit muss Lionel feststellen, dass er nicht mehr schreiben kann. Seine Kreativität ist versiegt. Voller Verzweiflung verflucht er seine Heirat bzw. seine Gemahlin (die der Grund dafür sein muss) und als während eines Maskenballes, den seine Frau veranstaltet, plötzlich der Teufel bei ihm auftaucht, klagt er diesem sein Leid. Unmittelbar nach dessen Besuch ist Vivian nicht mehr auffindbar und Lionels Kreativität beginnt wieder zu fließen, bis er zu seinem Entsetzen feststellen muss, dass ihm seine Gemahlin fehlt. Schlimmer noch: Er liebt sie heiß und innig. Doch wie soll er sie aus der Hölle holen, wo sie sich zweifelsohne befindet?Kaum zu glauben, dass der Autor ein US-Amerikaner ist. Denn die komplette Geschichte wirkt so typisch britisch, dass ich mir fast sicher war, nur ein Einheimischer könne ein solches Buch schreiben. Im Stil einer Screwball-Komödie sind die Protagonisten ziemlich exzentrisch, aber dennoch liebenswert. Da gibt es Ashley, der Bruder Vivians, ein gutaussehender, muskelbepackter Abenteurer, der nur selten in England weilt, aber gerade jetzt zu Besuch kommt. Lizzie, die 16jährige, völlig unkonventionelle Schwester Lionels, vor der die Männerwelt erzittert. Und Simmons, der mustergültige Butler Lionels, der immer und sofort für Alles eine Lösung und Antwort parat hat. Lionel, der als Ich-Erzähler fungiert, erzählt die Erlebnisse mit einer (vermutlich) umfänglichen Ehrlichkeit und jugendlichen Naivität, sodass ich ihn trotz seiner Egozentrik einfach gernhaben musste.Systematisch machen sich die Drei auf die Suche nach der Hölle, beginnen mit Kunst und Literatur, und einigen sich schließlich darauf, in Island mit einem Vulkan zu beginnen. Dorthin wollen sie mit der Hilfe eines Erfinders gelangen, der ein wundersames Fluggerät konstruiert hat und sich im Club Hefestaeum aufhält, einer wundersamen Lokalität: "Ich könnte mir vorstellen, dass hier vor langer Zeit einmal ein zweigeschossiges Haus stand; und dass dann ein ehrgeiziger, aber ungelernter Architekt entschieden hatte, einen Turm auf das Haus zu bauen; und dass einige Zeit danach ein weniger ehrgeiziger, aber gelernter Architekt den Turm in so etwas wie ein anständiges Gebäude umzuwandeln begann, aber vor der Fertigstellung verstarb und niemandem mitgeteilt hatte, wie es weitergehen sollte, und die Arbeit dann von einem geisteskranken Hafenarbeiter mit einem Hang zur Flasche fortgeführt wurde, woraufhin die Lage völlig außer Kontrolle geriet." Zudem unterliegt der Club einer besonderen Regelung der Feuerwehr: "Das Hefestaeum hatte so oft die Hilfe der Städtischen Feuerwehr bemüht, dass sich schließlich die Regierung einschaltete und ein Bußgeldsystem einführte. Dem Club wurden pro Jahr zwei Feuer zugestanden, deren Löschung die Feuerwehr unentgeltlich übernimmt. Jedes weitere Feuer zieht eine hohe Gebühr nach sich." Es gibt noch eine ganze Menge weiterer Verwicklungen und Gefahrensituationen (Duelle, Schießereien, Gefangennahmen), wobei Lionel völlig überrascht ein bisschen den Abenteurer in sich entdeckt.Diese herrlich schrägen und liebenswerten Figuren bei ihren Erlebnissen zu begleiten, ist ein rundweg abwechlungsreiches und unterhaltsames Lesevergnügen.

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  • Buchverlosung zu "Der Gentleman" von Forrest Leo

    Der Gentleman

    aufbauverlag

    London, Pocklington Place, um 1850: Lionel Savage, Dichter, gerade einmal 22 Jahre alt, hat beschlossen, Selbstmord zu begehen, da er des Geldes wegen geheiratet hat und danach feststellen musste, dass er seitdem keine Zeile mehr zu Papier bringen kann. Er zieht seinen Butler Simmons zurate, weil er nicht weiß, wie er den Selbstmord genau angehen soll. Der einfachste Weg scheint ihm der Tod durch Kopfschuss zu sein. Doch Simmons gibt zu bedenken, dass dabei allerlei Körperflüssigkeiten austreten würden, die jemand aufwischen müsste. Da Savage seinem treuen Butler eine solche Schweinerei nicht zumuten will, muss er eine andere Lösung für sein Problem finden. Just in dem Moment spaziert ein freundlicher Gentleman in sein Arbeitszimmer, der sich als der Teufel höchstpersönlich entpuppt. Und bevor er sich versieht, hat Savage seine Ehefrau an ihn verkauft. So glaubt er zumindest. Doch kaum ist die Ehefrau verschwunden, stellt Savage fest, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Er muss sie wiederfinden. Nur wo zum Teufel soll die Hölle sein?Faule Aristokraten, ein Butler, der Teufel, eine hinterlistige kleine Schwester, Duelle und Beinahe-Duelle, Arktisexpeditionen und Scotland Yard. "Der Gentleman" ist ein rasanter Abenteuerroman und eine feine kleine Tollerei.Zur Leseprobe Über Forrest Leo Forrest Leo, geboren 1990 in Alaska, wo er auch aufwuchs. Er lebte ohne fließendes Wasser und fuhr mit dem Hundeschlitten zur Schule. Er machte einen Bachelor in Schauspiel an der New York University und hat als Zimmermann, als Fotograf und im Großraumbüro gearbeitet.Jetzt bewerben!Bewerbt euch bitte mit Klick auf den "Bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage: Welches Buch habt ihr zuletzt gelesen?Viele Grüßeeuer Team vom Aufbau Verlag* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Buchverlosung schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.** Bitte beachtet, dass es sich hier um eine Buchverlosung handelt und nicht um eine Leserunde. Ihr könnt natürlich trotzdem gerne hier über das Buch diskutieren, aber eine Moderation wird es nicht geben

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    • 264
  • Der Gentleman und der Teufel

    Der Gentleman

    Kristall86

    18. October 2017 um 10:47

    Wir schreiben die Mitte des 19. Jahrhunderts. Der 22 Jahre alte Lionel Savage ist ein wahrlich fauler und müder Aristokrat und Dichter. Seine Hochzeit hat ihn so verändert das er keinen klaren Gedanken fassen kann und nichts mehr zu Papier bringt. Da kommt ihm die glorreiche Idee sich durch Selbstmord dieser miesen Lage zu entziehen. Aber wäre da nicht das Problem mit der Durchführung und der Tatsache das sich eben nun Mal Spritzer und Blutlachen bilden bei dieser Durchführung. Das kann er seinem treuen Butler Simmons nicht zumuten. Nach diesem ganzen Theater und seinem noch größeren Verfall ins Selbstmitleid erscheint dann auch noch der Teufel in seinem Arbeitszimmer. Einige mögen jetzt an Goethes Faust denken und das erscheinen Mephistos...das ist in der Tat recht ähnlich aber definitv nich so humorvoll wie von Forrest Leo. Er beschreibt eine gebrochene Seele die doch im Innersten ganz anders denkt und sich mit diesem ganzen Selbstgerede in Selbstmitleid bringt. Denn zum Schluss steht eines fest: gegen die Liebe hat selbst der Teufel keine Chance und Lionel begreift im tiefsten Inneren das er nichts anderes die ganze Zeit getan hat. Leo beschreibt mit britischem Charme und Witz eine Menschenseele die an einigen Stellen makaber und waghalsig erscheint. Ich habe sehr viel gelacht bei diesem Buch aber nicht wegen des Witzes sondern weil es oft so herrlich bekloppt geschrieben ist. Wer mal ein etwas anderes Buch lesen möchte ist hier sehr gut aufgehoben und wird sich schnell in die Story einfinden. Einzig die Fußzeilen mit ihren ganzen Erläuterungen waren ab und an sehr mühsam und haben den Leser ein wenig aus dem Lesefluss gebracht. Aber alles in allem ein sehr besonderes Stück der Abenteurliteratur!

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    • 5
  • Wo zum Teuf'l ist die Ehefrau geblieben?

    Der Gentleman

    Lyke

    12. October 2017 um 15:19

    Wir schreiben das Jahr 1850 im viktorianischen London. Lionel Savage, ein mittelmäßig begabter, jung verheirateter Dichter, befindet sich in einer ausgewachsenen Schaffenskrise. Verantwortlich dafür macht er seine Ehe mit der bildschönen Vivien, da er seit seinem Hochzeitstag keine Zeile mehr zu Papier bringen konnte. Geheiratet hat er sie sowieso nicht aus Liebe, sondern nur des Geldes wegen, um sein poetisch faules Aristokratenleben weiterhin sicherzustellen. Als Ausweg aus dieser verzwickten Lage sieht Savage nur seinen Selbstmord – dieser muss jedoch gut durchdacht und geplant werden, um seinem treuen Butler Simmons keine unnötige Sauerei zu hinterlassen. In diese Überlegungen hinein betritt auf einmal ein unbekannter, unscheinbarer Gentleman sein Arbeitszimmer, welcher sich nach einer anregenden Unterhaltung, in der Savage diesem sein Leid bezüglich seiner Ehe und der damit zusammenhängenden dichterischen Krise klagt, als der Teuf’l höchstpersönlich zu erkennen gibt. Die beiden schließen Freundschaft und kaum ist der Gentleman wieder verschwunden, ist auch seine Ehefrau Vivien wie vom Erdboden verschluckt... Kann es sein, dass Savage seine Frau aus Versehen an den Teuf’l verkauft hat? Leo Forrest entführt den Leser mitten hinein in ein skurriles, wahnwitziges Abenteuer voll aristokratischem Charme und bitterbösem britischen Humor, das aus der Sicht des Dichters erzählt wird und so für allerlei überraschende Wendungen und ungeahnte Erleuchtungen sorgt. Nach und nach taucht eine bunte Mischung an liebevoll und überspitzt gezeichneten Charakteren am Ort des Geschehens auf, die sich wortgewandte Schlagabtausche liefert, gemeinsam einen Plan zur Rettung der vermissten Ehefrau ausheckt und sich – wie soll es auch anders sein! - in den Wirren zwischenmenschlicher Beziehungen verliert. Dazu gehören, neben dem schon erwähnten versnobten Butler, Viviens abenteuerlustiger, heldenhafter Bruder Ashley, Savages kleine und ziemlich vorwitzige Schwester Elizabeth, ein alter, weiser Buchhändler, ein tollkühner Erfinder und natürlich (wie es sich für einen britischen Roman gehört) ein paar dümmliche Beamte von Scotland Yard. Man bekommt beim Lesen das Gefühl, Zuschauer eines rasanten Theaterstücks zu sein und tatsächlich wurde die Geschichte ursprünglich für die Bühne geschrieben, was jedoch dem Lesegenuss ganz und gar nicht schadet! Der Leser befindet sich ganz im Gegenteil mitten im Geschehen und wird von flotten Dialogen und einer phantastisch anmutenden Handlung in einem Rutsch durch die Seiten getragen – man kann förmlich sehen und hören, wie die Charaktere sich die Haare raufen, sich lautstark streiten oder zu Beinahe-Duellen herausfordern, sich versöhnen und in die Arme fallen; als Theaterstück sicherlich ein Genie-Streich! Aber auch als Roman funktioniert die Geschichte hervorragend. Forrests Sprache ist locker und einfach und lässt doch sehr gekonnt eine typisch viktorianische Atmosphäre aufleben. Auch die leicht belehrenden, korrigierenden und ironischen Fußnoten des fiktiven Herausgebers, der den egozentrischen Dichter nicht sonderlich gut leiden kann und daher die Erzählung in (s)ein rechtes Licht zu rücken versucht, sorgen für den richtigen Biss im Erzählton und treiben dem Leser mehr als nur einmal Lachtränen in die Augen. Es wird wirklich enorm viel geredet in diesem Roman, weshalb eine Handlung im eigentlichen Sinne kaum existiert und sich im Wesentlichen auf ein Hin- und Herlaufen und Ab- und Auftauchen der Charaktere in verschiedenen „Bühnenbildern“ und Szenen reduziert. Und trotzdem ist diese Geschichte ein großartiger Abenteuerroman, der von scharfzüngigen, klugen und mitreißenden Dialogen gekonnt getragen wird und ein Feuerwerk an exzentrischen Charakteren und Situationen liefert. Sie lässt sich in keine der bekannten Genre-Schubladen stecken und genau das macht ihren ungeheuren Charme aus und hebt Forrests Debüt wohlverdient aus der Masse des seichten Romaneinerleis heraus. Fazit: Dieser Roman ist wirklich ganz großes Kino! (oder besser gesagt: Theater ;)) Es handelt sich hierbei um einen lockerleichten Unterhaltungsroman, der jedoch mit keiner einzigen Zeile in seichte Literaturgefilde abdriftet, sondern den Leser stets auf klugem Niveau zu belustigen weiß. Von mir bekommt „Der Gentleman“ 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung für alle, die einen very britischen Humor zu schätzen wissen. Am besten trinkt man dazu einen 5-o’clock-tea.

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    • 11
  • Sehr schräg und very british

    Der Gentleman

    raven1711

    09. October 2017 um 14:23

    Rezension Forrest Leo - Der Gentleman Klappentext:London, Pocklington Place, um 1850: Lionel Savage, Dichter, gerade einmal 22 Jahre alt, hat beschlossen, Selbstmord zu begehen, da er des Geldes wegen geheiratet hat und danach feststellen musste, dass er seitdem keine Zeile mehr zu Papier bringen kann. Er zieht seinen Butler Simmons zurate, weil er nicht weiß, wie er den Selbstmord genau angehen soll. Der einfachste Weg scheint ihm der Tod durch Kopfschuss zu sein. Doch Simmons gibt zu bedenken, dass dabei allerlei Körperflüssigkeiten austreten würden, die jemand aufwischen müsste. Da Savage seinem treuen Butler eine solche Schweinerei nicht zumuten will, muss er eine andere Lösung für sein Problem finden. Just in dem Moment spaziert ein freundlicher Gentleman in sein Arbeitszimmer, der sich als der Teufel höchstpersönlich entpuppt. Und bevor er sich versieht, hat Savage seine Ehefrau an ihn verkauft. So glaubt er zumindest. Doch kaum ist die Ehefrau verschwunden, stellt Savage fest, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Er muss sie wiederfinden. Nur wo zum Teufel soll die Hölle sein?Meinung:Lionel Savage ist ein Aristokrat und Dichter. Leider kein nicht mehr so erfolgreich, so dass das Familienvermögen leider aufgebraucht ist. Und was macht man als verarmter Aristokrat Mitte des 19. Jahrhunderts? Richtig, man sucht sich eine vermögende Ehefrau. Diese findet er dann auch schnell, leider hat die Ehe zur Folge, dass seine Kreativität auf einmal verschwunden ist. Als sein Selbstmord daran scheitert, dass er seinem Butler die Sauerei nicht zumuten möchte, trifft er auf dem Kostümfest seiner Frau einen höchst verwunderlichen Gentleman, der sich als der Leibhaftige selber entpuppt. Und ehe sich Lionel versieht, hat er diesem seine Frau verkauft. Dumm nur, dass diese von den anderen vermisst wird, noch dümmer, wenn man merkt, dass man die Frau doch liebt, auch wenn die Inspiration durch die Ehe gelitten hat. Doch wie soll er sie denn jetzt wiederbekommen?Allein beim zusammenfassen des Inhalts hat sich wieder ein Schmunzeln auf meine Lippen geschlichen, so charmant war diese Geschichte. Dabei ist Lionel eigentlich ein von sich selber eingenommener Quälgeist, der allen eher auf die Nerven geht, als dass er wirklich Produktives von sich gibt. Aber das Zusammenspiel mit den anderen Protagonisten, vor allem mit seinem Butler, haben so eine zauberhafte Atmosphäre im Roman geschaffen, ich hätte stundenlang in dem Buch versinken können.Das ist auch dem sehr einnehmenden Erzählstil, der hier von Cornelius Reiber übersetzt wurde, geschuldet. Denn der Stil ist einfach nur als charmant zu bezeichnen. Es hat so einen Spaß gemacht, diesem Abenteuer und der Suche nach der verschollenen Ehefrau zu folgen, ich wollte gar nicht mehr zurück in die Welt. Umso schneller war ich dann doch durch das Buch durch und hoffe, künftig noch mehr von Forrest Leo lesen zu können. Fazit:Diesen charmanten Geniestreich sollte man sich nicht entgehen lassen. So aberwitzig die Handlung anmutet, so toll agieren die Figuren hier im Buch. Zwar ist Lionel Savage nicht die sympathischste Romanfigur, zum Glück hat er seinen Butler mit seiner trockenen Weltansicht, seine quirlige Schwester und natürlich den abenteuerbegabten Schwager, die ihn auf der Suche nach seiner Frau und dem Teufel unterstützen.Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

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  • Eigentlich ein Bühnenstück - skurril, überzeichnet, britisch

    Der Gentleman

    Mary2

    27. August 2017 um 18:55

    Der Leser findet sich in London im Jahr 1850 wieder und nimmt teil am Leben des verzweifelten, jung verheirateten Dichters Lionel (Nellie) Savage in einer künstlerischen Schaffenskrise. Für diese Krise macht er vor allem seine Frau, die er aus rein finanziellen Gründen geheiratet hat, verantwortlich. Überhaupt kreisen die Gedanken des faulen Lionel vor allem um ihn selbst und ungerechterweise nimmt er die Personen in seiner Umgebung kaum noch wahr. Erst als seine junge Frau, die er noch kaum kennengelernt hat, verschwindet, setzt die Reflexion über die zwischenmenschlichen Beziehungen ein. Der Leser kann das in endlosen Dialogen mit den Hausangestellten, den Verwandten und allen weiteren auftauchenden Personen nachvollziehen. Die Handlung bleibt übersichtlich, stellt aber auch gar nicht den Kern des Romans dar. Ob der Sinneswandel und die plötzlich aufkeimende Liebe zu der vorher verschmähten Frau von einem Happy End gekrönt sein werden, muss der Leser selbst herausfinden. Zu lesen ist dieser Roman recht gut. Die ursprüngliche Fassung als Theaterstück ist deutlich wahrnehmbar und wahrscheinlich wirkt das Stück auf einer Bühne auch sehr stark. Die Lesefreude ist abhängig davon, ob der Leser sich die stark überzeichneten Figuren so lebhaft wie im Theater vorstellen mag und ob einem der englische Humor liegt. Sollte das nicht der Fall sein, wird die Lektüre langatmig und nur skurril. Der (fiktive) Herausgeber von Lionels Niederschrift schaltet sich regelmäßig als Kommentator in Form von Fußnoten ein. Das ist manchmal ein Gewinn, oft aber nervig. Das Cover, das mich auch ursprünglich angelockt hatte, ist wirklich genial gestaltet und trifft tatsächlich die Stimmung des Buches. Klappentext und erste Seite können dem Interessierten bereits verraten, ob die Lektüre lohnen wird. Ich vergebe 3,5 Sterne (die ich aufrunde). Das Buch hat mir gefallen – auf der Bühne hätte ich es aber viel lieber gesehen.

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  • Der Teuf'l ist auch nur ein Mensch

    Der Gentleman

    hannelore259

    18. August 2017 um 09:16

    Was macht ein Dichter der in finanziellen Nöten steckt?Ganz klar, er heiratet. Und natürlich ist die Erwählte reich.Doch leider ist sie auch der Grund für eine ausgewachsene Schreibblockade aus der es kein Entrinnen gibt, außer?NATÜRLICH! SELBSTMORD.Und so sinnt Lionel Savage über die Möglichkeiten desselbigen ohne viel Aufwand für sich und andere * nach, als plötzlich der Gentleman alias der Teufel im Rum steht.Zwischen beiden entspinnt ein Gespräch, in dem sich eine Freundschaft entwickelt und Savage sein Leid klagt.Kurze Zeit danach ist seine Frau wie vom Erdboden verschluckt und für Savage gibt es nur eine logische Erklärung, der Teufel hat sie geholt.Es gilt sie zurückzuholen. **Also macht er sich auf die Suche*** und stolpert in ein großes Abenteuer.* soviel sollte ihm zu seinem Vorteil angerechnet werden** er scheint wohl bemerkt zu haben, dass ihm seine Frau nicht so egal ist, wie gedacht*** natürlich nicht allein, dazu wäre er meines Erachtens nicht fähig, sondern er nimmt sich seinen Butler, seine selbstbewußte Schwester und den von einer Expedition zurückgekehrten Schwager zur HilfeWie man schon merkt, mutet diese Geschichte an, sehr skurril und bisweilen etwas anstrengend zu lesen zu sein.Man muß sich auf die Art zu schreiben einlassen und den britischen Humor mögen, um dieses Werk gut zu finden. Der Roman lebt von seinen Dialogen und auch wenn keine gewaltige Handlung dahintersteckt, so fühlte ich mich doch hervorreágend unterhalten. Gerade das Finale hat ordentlich mein Lachmuskulatur beansprucht.Sicher kann man sagen, dass der Lesefluß durch die Form, also vor allem die Fußnoten,in Klammer gesetzte Sätze, die kurzen ständig aufeinanderfolgenden wörtlichen Reden, gestört wird, aber für mich passt genau das zu diesem humorvoll schrägen Debüt von Forrest Leo.Für mich war dieser Roman vor allem eins, herrlich anders und so kann ich ihn allen empfehlen, die mit britischen Humor etwas anfangen können, nicht zuviel Tiefgang erwarten und es eben mal ein wenig außergewöhnlicher mögen.

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    • 3
  • Tod und Teuefel und eine verschwunde Ehefrau

    Der Gentleman

    simoneg

    16. August 2017 um 19:31

    Ich möchte mal von hinten beginnen. In den Danksagungen steht, dass der Ursprung des Buches ein Theaterstück war, und das kann ich mir sehr gut vorstellen. Der Kreis der handelnden Personen ist übersichtlich.Der Ich-Erzähler Lionel Savage ist ein bekannter Dichter und hat schwerwiegende Probleme. Zuerst ist das Geld knapp und er heiratet eine Frau aus vermögender Familie. In der Folge kannn er aber nicht mehr schreiben und haßt seine Frau. In seinem Unglück, beschließt er, sich das Leben zu nehmen. Da kommt ihm der Teufel in die Quere und seine Frau verschwindet....Es geht meist ziemlich turbulent zu. Manche Dialoge und Szenen ziehen sich jedoch und langweilen mit Wiederholungen. Am besten hat mir das Ende der Geschichte gefallen. Große Probleme hatte ich mit der Erzählweise. Neben Savage, der seine Geschichte erzählt, gibt es unglaublich viele Sternchen im Text, die der Herausgeber Hubert Lancaster, ein Verwandter von Frau Savage, hinzugefügt hat, um mittels Fußnoten dies oder jene Darstellung zu kommentieren. Ich fand diese Fußnoten beim Lesen derart störend, dass ich sie irgendwann einfach ignoriert habe.

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  • Rezension zu "Der Gentleman"

    Der Gentleman

    Linker_Mops

    13. August 2017 um 22:36

    Als Liebhaberin von Romanen, die das "klassische, alte England" feiern, musste ich natürlich "Der Gentleman" lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht.Die Geschichte ist witzig, spritzig, voll mit überraschenden Wendungen und sehr angenehmen Charakteren. Und auch wenn ich schon mitten in der Geschichte das Ende erahnt hatte, so war es doch überraschend. Und vor allem so romantisch. Das hatte ich nicht erwartet.Der Autor versteht auf alle Fälle sein Handwerk. Die Sprache ist sehr bildhaft und versetzt einen wirklich ins alte, aristokratische England. Die Protagonisten sind sehr authentisch gezeichnet, auch wenn es alle eher skurrile Typen sind. Darum aber umso liebevoller. Mein Fazit: Lange nicht mehr so ein gutes Buch gelesen. Ich kann es auf alle Fälle weiter empfehlen. Daher fünf Sterne.

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    • 3
  • Satirisch, übertriebene Burleske mit englischem Humor

    Der Gentleman

    vielleser18

    12. August 2017 um 09:05

    Verrückt wie das Cover, kann man nur sagen. Bei dieser Geschichte muss man sich im voherein klar machen, dass sie voller übertriebenem englischem Humor steckt. Es ist eine Burleske, ein lustiger Schwank, eine lustige Seifenoper, gut erzählt.Worum geht es ? Im viktorianischen England lebt der Dichter Lionel Savage, Aristokrat durch und durch, 22 Jahre jung mit seinem Butler Simmons. Er leidet an einer ausgeprägten Schaffenskrise, ausgelöst - seiner Meinung nach - durch die sechs Monate zürück liegende Hochzeit aus Geldnot mit Vivian. Was tun ? Als ein unbekannter Gentleman auftaucht, der sich als der Teufel herausstellt, genügen ein paar unbedachte Worte von Lionel und nicht nur der Teufel verschwindet, sondern auch seine Frau. Als jedoch Vivians abenteuerlustige Bruder Anshley Lancaster auftaucht, wird Lionel sein Fehler schnell klar und gemeinsam versuchen sie herauszufinden, wie man Vivian befreien kann.Entweder mag man das Buch oder nicht. Es geht hier nicht um die Handlung, nicht um die Spannung. Diese sind nicht sehr ausgeprägt dargestellt, auch wenn es natürlich eine Entwicklung gibt und auch die Frage um das Verschwinden Vivians beim Leser Fragen aufwirft. Es wird viel geredet in dieser Geschichte, viele abstrusse Dialoge, viele hanebüchene Situationen, viele extreme Szenen, die der Autor aber mit spitzer Feder anschaulich beschreiben kann. Die Geschichte wird aus Sicht des Protagonsiten Lionel erzählt, der die Erlebnisse im nachhinein aufschreibt, sie der "Spannung wegen" aber im Präsens nacherzählt. Als fiktiver Herausgeber agiert Mr. Hubert Lancaster, der in diese Erzählung korrigierend, bewertend eingreift, indem er viele Punkte (1-2 pro Seite) mit Fußnoten versieht und dort kommentiert. Ein zusätzlicher verbaler Schlagabtausch.Wenn man sich diese Geschichte wie ein Theaterstück vorstellt, kann man darüber schmunzeln. Beim Lesen habe ich oft die Protagonisten vor Augen gehabt, wie sie agieren, reden, sich die Haare raufen, aus ihrem starren viktorianischen Korsett ausbrechen, unüblich übertrieben, schrill, extrem und dennoch alles so gut vorstellbar.Am Schluß ein großes Finale, eine überraschende Auflösung und natürlich ein Happy End. Der Hinweis am Schluß, dass das Buch zuerst als Theaterstück "das Licht der Welt" erblickte, erklärt, warum ich mir schon beim Lesen die Protagonisten so gut auf einer Bühne vorgestellt hatte.Wer ernsthafte Literatur erwartet, der ist enttäuscht.Wer sich auf satirische, humorige Literatur einlässt, mit überzogenen Aktionen und Dialogen, wer Burleseken und englischen Humor mag, dem kann ich das Buch empfehlen. Mir hat die Geschichte amüsante Lesestunden geschenk.

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    • 2
  • Der Teuf'l hat die Hand im Spiel

    Der Gentleman

    Tsubame

    10. August 2017 um 10:54

    Tja, was soll ich sagen? Der Autor des Buches, Forrest Leo, Jahrgang 1990, hat ein Buch geschrieben, an welchem sich die Geister scheiden. Viele fühlten sich gut unterhalten, andere waren genervt von Fußnoten und Dialogen und einer recht spärlichen Handlung.Ich gehöre zu letzteren, da sich bei mir der Lesegenuss nicht so recht einstellen wollte. Zum Schluss hatte ich Assoziationen zum Ohnsorg-Theater ... ich glaube, ein Theaterstück wäre der Geschichte besser gerecht geworden.Worum geht es? Lionel Savage, ein 22 jähriger Aristokrat und Dichter, hat aus Geldmangel geheiratet und bringt seitdem keine Verse mehr zu Papier. Als ein Gentleman in sein Arbeitszimmer kommt, der sich als Teufel zu erkennen gibt, klagt er diesem sein Leid und kurz darauf ist seine Frau wie vom Erdboden verschluckt. Savage ist sich sicher, dass der Teufel sie mitgenommen haben muss, entdeckt mit einem Male seine brennende Liebe zu seiner Frau und beschließt, sie zurückzuholen ...Forrest Leo, ein 27jähriger Nord-Amerikaner, hatte sichtlich Spaß daran die britische Upperclass des 19. Jahrhunderts mit ihren Lebensentwürfen und gestelzten Umgangsformen auf die Schippe zu nehmen und gehörig aufzumischen ...Vielleicht muss man ein paar Jahre jünger sein, um diese Begeisterung zu teilen. Mir war vieles einfach zu wirr oder zu albern.Das ungewöhnliche Buchcover hatte mich angelockt, und da muss ich immerhin zugeben, dass es ausgesprochen gut zu Geschichte und Stil des Autors passt.

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  • Sich im Kreis drehende Sinnlos-Dialoge

    Der Gentleman

    kalligraphin

    07. August 2017 um 17:30

    „Ich wurde beauftragt, diese Seiten herauszugeben und ihre Veröffentlichung zu besorgen. Ich tue es nicht gerne und möchte festgehalten wissen, dass ich es für besser hielte, wenn sie verbrannt worden wären.“ (Anmerkung der fiktiven Herausgebers, Hubert Lancaster)London, gegen Ende des Viktorianischen Zeitalters. Der recht bekannte Dichter Lionel Savage stellt fest, dass er pleite ist und sich seinen Lebensstil nicht mehr leisten kann. Da er sich echter Arbeit nicht gewachsen fühlt, kommt für ihn nur die Heirat in eine wohlhabende Familie in Frage. Er muss dann aber feststellen, dass die Ehe ihn in seinem kreativen Schaffen ausbremst. Und wie’s der Teufel so will, lernt er selbigen höchstpersönlich kennen und verkauft ihm seine Frau.Interessante Grundidee, die der Autor Forrest Leo preudokreativ umzusetzen und dadurch zu verhunzen weiß. Während ich den fiktiven Herausgeber, der alles in Fußnoten kommentiert, anfangs noch sehr unterhaltsam fand, kippt dieses Stilmittel schon bald ins Nervige um. Hinzu kommen noch kursive Worte und GROßGESCHRIEBENE SÄTZE (und in Klammern Gesetztes).*Inhaltlich bleibt es leider auch nicht so interessant, wie zunächst geglaubt, denn im Grunde ist die ganze Handlung im Klappentext erzählt. Im Roman wird sie nur noch durch sich im Kreis drehende und äußerst sinnlose Dialoge aufgebläht.** Außerdem gibt es Unstimmigkeiten und Widersprüche en masse. Das alles wirkt so schlecht gemacht, als beherrsche der Autor sein Handwerk nicht. Da mir die Grundidee und das Cover gefallen (und ich außerdem glaube, dass es Leser gibt, die sich sehr gut auf diesen skurrilen Chaoshaufen einer Geschichte einlassen können), gebe ich zwei gutgemeinte Sterne. Beim nächsten Buch wird hoffentlich alles besser, Herr Leo.“Sie meinen also", sage ich, taumelnd, "dass mein Ruhm -""Im Wesentlichen auf der Unwissenheit und dem schlechten Geschmack des Publikums beruht." (107)---*Das ist äußerst anstrengend zu lesen.** Hier zwei Beispiele:„Wirklich?“„Ganz sicher.“„Das finde ich jetzt interessant.“„Ach ja?“„Allerdings.“„Warum?“„Nun“…(73)"Aber früher oder später musst du es ihnen sagen." "Ich wüsste nicht, wieso." "Du musst es ihnen sagen." "Nein." "Musst du aber." "Nein." "Doch." "Überhaupt nicht!" (103) 

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    • 6
  • Skurrile Geschichte, langwierige Dialoge & viele Fußnoten

    Der Gentleman

    Petra1984

    03. August 2017 um 09:55

    Die Inhaltsangabe klingt ziemlich skurril und ich habe mir doch einiges von dem Buch erwartet, wurde aber leider enttäuscht. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass das Buch fast keine Handlung hat und diese langwierigen Dialoge drehen sich immer im Kreis. Erschwert wird, meiner Meinung nach, der Lesefluss durch die  zahlreichen Fußnoten. Klar klären diese einiges auf und sind meist auch ganz witzig, aber das hätte man auch in den Texte inbauen können. Positiv finde ich die einzelnen Charaktere mit ihren Ecken und Kanten , vor allem der Buttler Simmons ist genial. Alles in allem muss ich leider sagen, dass mich das Buch leider nicht abgeholt hat. Es ist aber trotzdem ratsam es zu lesen, denn ich glaube, dass dieses Buch sehr stark polarisiert. Ich gibt entweder gefallen oder nicht gefallen, aber nichts dazwischen. Und genau das finde ich dann auch wieder gut an dem Buch.

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  • Ein tolles und verrücktes Debüt des Autors!

    Der Gentleman

    nicole8684

    03. August 2017 um 09:53

    Im viktorianischen London um 1850: Der blutjunge Lionel Savage, Hauptfigur des Romans, ist ein mittelmäßig berühmter Dichter, der bereits seine Erfolge hatte und mittlerweile nur noch vom einstigen Vermögen zehrt. Die Finanzierung von Herrenhaus, Butler und dem Internat der kleinen Schwester bringt ihn in finanzielle Not und er sieht nur einen Ausweg…eine wohlhabende Gattin. Da kreuzt die vermögende Vivien Lancaster gerade zur rechten Zeit seinen Weg. Leider ist ihm mit der Hochzeit jegliche Inspiration abhandengekommen und kein Vers will ihm mehr gelingen. Verantwortlich dafür macht er ausschließlich seine Frau. Inzwischen ist Savage so verzweifelt, dass er einen Selbstmord in Erwägung zieht. Die möglichen Varianten verwirft er jedoch schnell, als ihm sein treuer Butler vor Augen führt, wie schwierig es für ihn sei, hinterher alles zu beseitigen. Während dieser Grübeleien betritt plötzlich ein Gentleman sein Arbeitszimmer - und stellt sich noch als der Teufel in Person heraus. Savage schüttet dem Teufel sein Herz aus und kaum ist der vermeintliche Freund wieder gegangen, teilt der Butler Lionel mit, dass seine Gattin spurlos verschwunden ist. Die notwendige Kreativität für seine Dichterkunst kehrt endlich zurück. Durch einige Wendungen muss Savage aber schnell feststellen, dass er Vivien eigentlich nur oberflächlich gekannt hat. Je mehr er über sie erfährt, desto deutlicher erkennt er, dass er seine Frau vermisst und sogar liebt. Er muss sie retten…Von der ersten Seite an war ich inmitten der Geschichte. Es ist durchweg einfach fantastisch zu lesen, wie Forrest Leo in seinem Debütroman das viktorianische London mittels Ausdrucksweise und das Verhalten seiner Akteure gekonnt realistisch aufleben lässt. Schreibstil und Wortwahl passen perfekt zur Handlung und der damaligen Zeit.„Der Gentleman“ ist überwiegend von Dialogen durchzogen, was überhaupt nicht negativ verstanden werden soll. Genau diese Dialoge machen das Buch so gelungen. Geprägt von Wortwitz, sarkastischen Plaudereien, trockenen Kommentaren und einem Schuss schwarzem Humor liest sich das Buch locker und flüssig, man fliegt förmlich durch die Ereignisse. Langeweile kommt definitiv nicht auf. Wahrscheinlich werden manchem Leser genau diese speziellen Unterhaltungen nur bedingt zusagen. Leider erst am Ende des Buches erfährt man, dass die Geschichte zunächst als Theaterstück entstanden ist. Würde dies am Anfang stehen, wäre dem Leser direkt klar, warum die Dialoge so sind, wie sie eben sind…halt speziell. Ebenso das Finale ist typisch für Theater: Alle Protagonisten sind auf der Bühne versammelt und klären das Verschwinden von Vivien auf.Eine besondere Auflockerung der Geschehnisse bringt die Unmenge von Fußnoten. Hier darf der „Herausgeber“, ein weitläufiger Verwandter von Savage, zu Wort kommen. Dieser ist allerdings vom großen Dichter nicht wirklich begeistert und zögert nicht, uns dies durch die stetigen Einschübe sehr deutlich und extrem amüsant zu zeigen.Die bunte Mischung an Charakteren ist sehr stimmig und gleicht sich perfekt aus. Alle haben ihre Ecken und Kanten und wirken dadurch sehr menschlich und nahe der Realität. Der Hauptcharakter Lionel Savage wächst einem trotz seiner überheblichen, versnobten, weltfremden Art schnell ans Herz…vielleicht liegt es daran, dass er ja doch irgendwann seinen netten Kern zeigt. Dazu gesellen sich dann auch bemerkenswert starke Nebenakteure, die den skurrilen Haufen komplettieren und alle das komplette Gegenteil zum kauzigen Hausherren sind. Da hätten wir zum Beispiel einen den stets kompetenten und beeindruckend allwissenden Butler Simmons oder aber auch die kleine Schwester - ein absoluter Wildfang.Zum skurillen Cover muss wohl letztlich nichts weiter gesagt werden…passt perfekt zum Inhalt.Ein tolles und verrücktes Debüt des Autors! Absolut empfehlenswert!

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