Forrest Leo Der Gentleman

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Inhaltsangabe zu „Der Gentleman“ von Forrest Leo

London, Pocklington Place, um 1850: Lionel Savage, Dichter, gerade einmal 22 Jahre alt, hat beschlossen, Selbstmord zu begehen, da er des Geldes wegen geheiratet hat und danach feststellen musste, dass er seitdem keine Zeile mehr zu Papier bringen kann. Er zieht seinen Butler Simmons zurate, weil er nicht weiß, wie er den Selbstmord genau angehen soll. Der einfachste Weg scheint ihm der Tod durch Kopfschuss zu sein. Doch Simmons gibt zu bedenken, dass dabei allerlei Körperflüssigkeiten austreten würden, die jemand aufwischen müsste. Da Savage seinem treuen Butler eine solche Schweinerei nicht zumuten will, muss er eine andere Lösung für sein Problem finden. Just in dem Moment spaziert ein freundlicher Gentleman in sein Arbeitszimmer, der sich als der Teufel höchstpersönlich entpuppt. Und bevor er sich versieht, hat Savage seine Ehefrau an ihn verkauft. So glaubt er zumindest. Doch kaum ist die Ehefrau verschwunden, stellt Savage fest, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Er muss sie wiederfinden. Nur wo zum Teufel soll die Hölle sein? Faule Aristokraten, ein Butler, der Teufel, eine hinterlistige kleine Schwester, Duelle und Beinahe-Duelle, Arktisexpeditionen und Scotland Yard. "Der Gentleman" ist ein rasanter Abenteuerroman und eine feine kleine Tollerei. In seinem Debütroman gelingt es Leo, die Konventionen viktorianischer Fiktion zu parodieren. Wahnsinnig witzige Dialoge und komische Komplikationen runden die Geschichte ab.« Publishers Weekly

Sehr skurril , teilweise witzig und aufregend. In einigen Passagen jedoch schwer lesbar, weil endlos wirkende Dialoge sehr anstregen.

— simoneg
simoneg

Großartiger Roman über die Irrungen und Wirrungen des Lebens und der Liebe

— Linker_Mops
Linker_Mops

Satirisch, übertrieben, englischer Humor .....eine Burleske, bei der man die extremen Akteure fast bildlich vor Augen hat

— vielleser18
vielleser18

Kaum Handlung, sich im Kreis drehende Sinnlos-Dialoge, nervige, flache Charaktere. Gute Idee, pseudokreativ umgesetzt.

— kalligraphin
kalligraphin

Ein tolles und verrücktes Debüt des Autors!

— nicole8684
nicole8684

Skurrile Geschichte, langwierige Dialoge & viele Fußnoten

— Petra1984
Petra1984

Schräg und skurril, aber auch ein wenig konfus. Die Begeisterung blieb hinter der Erwartung zurück.

— ulrikerabe
ulrikerabe

Skurril, amüsant and very british, ich habe mich köstlich amüsiert!

— Bibliomania
Bibliomania

Eine unglaublich witzige Geschichte mit herrlichen versnobten Protagonisten.

— rewareni
rewareni

Skurril, witzig und wahnsinnig charmant. Man fliegt nur so durch die Seiten!

— miro76
miro76

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  • Buchverlosung zu "Der Gentleman" von Forrest Leo

    Der Gentleman
    aufbauverlag

    aufbauverlag

    London, Pocklington Place, um 1850: Lionel Savage, Dichter, gerade einmal 22 Jahre alt, hat beschlossen, Selbstmord zu begehen, da er des Geldes wegen geheiratet hat und danach feststellen musste, dass er seitdem keine Zeile mehr zu Papier bringen kann. Er zieht seinen Butler Simmons zurate, weil er nicht weiß, wie er den Selbstmord genau angehen soll. Der einfachste Weg scheint ihm der Tod durch Kopfschuss zu sein. Doch Simmons gibt zu bedenken, dass dabei allerlei Körperflüssigkeiten austreten würden, die jemand aufwischen müsste. Da Savage seinem treuen Butler eine solche Schweinerei nicht zumuten will, muss er eine andere Lösung für sein Problem finden. Just in dem Moment spaziert ein freundlicher Gentleman in sein Arbeitszimmer, der sich als der Teufel höchstpersönlich entpuppt. Und bevor er sich versieht, hat Savage seine Ehefrau an ihn verkauft. So glaubt er zumindest. Doch kaum ist die Ehefrau verschwunden, stellt Savage fest, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Er muss sie wiederfinden. Nur wo zum Teufel soll die Hölle sein?Faule Aristokraten, ein Butler, der Teufel, eine hinterlistige kleine Schwester, Duelle und Beinahe-Duelle, Arktisexpeditionen und Scotland Yard. "Der Gentleman" ist ein rasanter Abenteuerroman und eine feine kleine Tollerei.Zur Leseprobe Über Forrest Leo Forrest Leo, geboren 1990 in Alaska, wo er auch aufwuchs. Er lebte ohne fließendes Wasser und fuhr mit dem Hundeschlitten zur Schule. Er machte einen Bachelor in Schauspiel an der New York University und hat als Zimmermann, als Fotograf und im Großraumbüro gearbeitet.Jetzt bewerben!Bewerbt euch bitte mit Klick auf den "Bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage: Welches Buch habt ihr zuletzt gelesen?Viele Grüßeeuer Team vom Aufbau Verlag* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Buchverlosung schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.** Bitte beachtet, dass es sich hier um eine Buchverlosung handelt und nicht um eine Leserunde. Ihr könnt natürlich trotzdem gerne hier über das Buch diskutieren, aber eine Moderation wird es nicht geben

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    • 262
  • Der Teuf'l ist auch nur ein Mensch

    Der Gentleman
    hannelore259

    hannelore259

    18. August 2017 um 09:16

    Was macht ein Dichter der in finanziellen Nöten steckt?Ganz klar, er heiratet. Und natürlich ist die Erwählte reich.Doch leider ist sie auch der Grund für eine ausgewachsene Schreibblockade aus der es kein Entrinnen gibt, außer?NATÜRLICH! SELBSTMORD.Und so sinnt Lionel Savage über die Möglichkeiten desselbigen ohne viel Aufwand für sich und andere * nach, als plötzlich der Gentleman alias der Teufel im Rum steht.Zwischen beiden entspinnt ein Gespräch, in dem sich eine Freundschaft entwickelt und Savage sein Leid klagt.Kurze Zeit danach ist seine Frau wie vom Erdboden verschluckt und für Savage gibt es nur eine logische Erklärung, der Teufel hat sie geholt.Es gilt sie zurückzuholen. **Also macht er sich auf die Suche*** und stolpert in ein großes Abenteuer.* soviel sollte ihm zu seinem Vorteil angerechnet werden** er scheint wohl bemerkt zu haben, dass ihm seine Frau nicht so egal ist, wie gedacht*** natürlich nicht allein, dazu wäre er meines Erachtens nicht fähig, sondern er nimmt sich seinen Butler, seine selbstbewußte Schwester und den von einer Expedition zurückgekehrten Schwager zur HilfeWie man schon merkt, mutet diese Geschichte an, sehr skurril und bisweilen etwas anstrengend zu lesen zu sein.Man muß sich auf die Art zu schreiben einlassen und den britischen Humor mögen, um dieses Werk gut zu finden. Der Roman lebt von seinen Dialogen und auch wenn keine gewaltige Handlung dahintersteckt, so fühlte ich mich doch hervorreágend unterhalten. Gerade das Finale hat ordentlich mein Lachmuskulatur beansprucht.Sicher kann man sagen, dass der Lesefluß durch die Form, also vor allem die Fußnoten,in Klammer gesetzte Sätze, die kurzen ständig aufeinanderfolgenden wörtlichen Reden, gestört wird, aber für mich passt genau das zu diesem humorvoll schrägen Debüt von Forrest Leo.Für mich war dieser Roman vor allem eins, herrlich anders und so kann ich ihn allen empfehlen, die mit britischen Humor etwas anfangen können, nicht zuviel Tiefgang erwarten und es eben mal ein wenig außergewöhnlicher mögen.

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  • Tod und Teuefel und eine verschwunde Ehefrau

    Der Gentleman
    simoneg

    simoneg

    16. August 2017 um 19:31

    Ich möchte mal von hinten beginnen. In den Danksagungen steht, dass der Ursprung des Buches ein Theaterstück war, und das kann ich mir sehr gut vorstellen. Der Kreis der handelnden Personen ist übersichtlich.Der Ich-Erzähler Lionel Savage ist ein bekannter Dichter und hat schwerwiegende Probleme. Zuerst ist das Geld knapp und er heiratet eine Frau aus vermögender Familie. In der Folge kannn er aber nicht mehr schreiben und haßt seine Frau. In seinem Unglück, beschließt er, sich das Leben zu nehmen. Da kommt ihm der Teufel in die Quere und seine Frau verschwindet....Es geht meist ziemlich turbulent zu. Manche Dialoge und Szenen ziehen sich jedoch und langweilen mit Wiederholungen. Am besten hat mir das Ende der Geschichte gefallen. Große Probleme hatte ich mit der Erzählweise. Neben Savage, der seine Geschichte erzählt, gibt es unglaublich viele Sternchen im Text, die der Herausgeber Hubert Lancaster, ein Verwandter von Frau Savage, hinzugefügt hat, um mittels Fußnoten dies oder jene Darstellung zu kommentieren. Ich fand diese Fußnoten beim Lesen derart störend, dass ich sie irgendwann einfach ignoriert habe.

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  • Rezension zu "Der Gentleman"

    Der Gentleman
    Linker_Mops

    Linker_Mops

    13. August 2017 um 22:36

    Als Liebhaberin von Romanen, die das "klassische, alte England" feiern, musste ich natürlich "Der Gentleman" lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht.Die Geschichte ist witzig, spritzig, voll mit überraschenden Wendungen und sehr angenehmen Charakteren. Und auch wenn ich schon mitten in der Geschichte das Ende erahnt hatte, so war es doch überraschend. Und vor allem so romantisch. Das hatte ich nicht erwartet.Der Autor versteht auf alle Fälle sein Handwerk. Die Sprache ist sehr bildhaft und versetzt einen wirklich ins alte, aristokratische England. Die Protagonisten sind sehr authentisch gezeichnet, auch wenn es alle eher skurrile Typen sind. Darum aber umso liebevoller. Mein Fazit: Lange nicht mehr so ein gutes Buch gelesen. Ich kann es auf alle Fälle weiter empfehlen. Daher fünf Sterne.

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    • 2
  • Satirisch, übertriebene Burleske mit englischem Humor

    Der Gentleman
    vielleser18

    vielleser18

    12. August 2017 um 09:05

    Verrückt wie das Cover, kann man nur sagen. Bei dieser Geschichte muss man sich im voherein klar machen, dass sie voller übertriebenem englischem Humor steckt. Es ist eine Burleske, ein lustiger Schwank, eine lustige Seifenoper, gut erzählt.Worum geht es ? Im viktorianischen England lebt der Dichter Lionel Savage, Aristokrat durch und durch, 22 Jahre jung mit seinem Butler Simmons. Er leidet an einer ausgeprägten Schaffenskrise, ausgelöst - seiner Meinung nach - durch die sechs Monate zürück liegende Hochzeit aus Geldnot mit Vivian. Was tun ? Als ein unbekannter Gentleman auftaucht, der sich als der Teufel herausstellt, genügen ein paar unbedachte Worte von Lionel und nicht nur der Teufel verschwindet, sondern auch seine Frau. Als jedoch Vivians abenteuerlustige Bruder Anshley Lancaster auftaucht, wird Lionel sein Fehler schnell klar und gemeinsam versuchen sie herauszufinden, wie man Vivian befreien kann.Entweder mag man das Buch oder nicht. Es geht hier nicht um die Handlung, nicht um die Spannung. Diese sind nicht sehr ausgeprägt dargestellt, auch wenn es natürlich eine Entwicklung gibt und auch die Frage um das Verschwinden Vivians beim Leser Fragen aufwirft. Es wird viel geredet in dieser Geschichte, viele abstrusse Dialoge, viele hanebüchene Situationen, viele extreme Szenen, die der Autor aber mit spitzer Feder anschaulich beschreiben kann. Die Geschichte wird aus Sicht des Protagonsiten Lionel erzählt, der die Erlebnisse im nachhinein aufschreibt, sie der "Spannung wegen" aber im Präsens nacherzählt. Als fiktiver Herausgeber agiert Mr. Hubert Lancaster, der in diese Erzählung korrigierend, bewertend eingreift, indem er viele Punkte (1-2 pro Seite) mit Fußnoten versieht und dort kommentiert. Ein zusätzlicher verbaler Schlagabtausch.Wenn man sich diese Geschichte wie ein Theaterstück vorstellt, kann man darüber schmunzeln. Beim Lesen habe ich oft die Protagonisten vor Augen gehabt, wie sie agieren, reden, sich die Haare raufen, aus ihrem starren viktorianischen Korsett ausbrechen, unüblich übertrieben, schrill, extrem und dennoch alles so gut vorstellbar.Am Schluß ein großes Finale, eine überraschende Auflösung und natürlich ein Happy End. Der Hinweis am Schluß, dass das Buch zuerst als Theaterstück "das Licht der Welt" erblickte, erklärt, warum ich mir schon beim Lesen die Protagonisten so gut auf einer Bühne vorgestellt hatte.Wer ernsthafte Literatur erwartet, der ist enttäuscht.Wer sich auf satirische, humorige Literatur einlässt, mit überzogenen Aktionen und Dialogen, wer Burleseken und englischen Humor mag, dem kann ich das Buch empfehlen. Mir hat die Geschichte amüsante Lesestunden geschenk.

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  • Der Teuf'l hat die Hand im Spiel

    Der Gentleman
    Tsubame

    Tsubame

    10. August 2017 um 10:54

    Tja, was soll ich sagen? Der Autor des Buches, Forrest Leo, Jahrgang 1990, hat ein Buch geschrieben, an welchem sich die Geister scheiden. Viele fühlten sich gut unterhalten, andere waren genervt von Fußnoten und Dialogen und einer recht spärlichen Handlung.Ich gehöre zu letzteren, da sich bei mir der Lesegenuss nicht so recht einstellen wollte. Zum Schluss hatte ich Assoziationen zum Ohnsorg-Theater ... ich glaube, ein Theaterstück wäre der Geschichte besser gerecht geworden.Worum geht es? Lionel Savage, ein 22 jähriger Aristokrat und Dichter, hat aus Geldmangel geheiratet und bringt seitdem keine Verse mehr zu Papier. Als ein Gentleman in sein Arbeitszimmer kommt, der sich als Teufel zu erkennen gibt, klagt er diesem sein Leid und kurz darauf ist seine Frau wie vom Erdboden verschluckt. Savage ist sich sicher, dass der Teufel sie mitgenommen haben muss, entdeckt mit einem Male seine brennende Liebe zu seiner Frau und beschließt, sie zurückzuholen ...Forrest Leo, ein 27jähriger Nord-Amerikaner, hatte sichtlich Spaß daran die britische Upperclass des 19. Jahrhunderts mit ihren Lebensentwürfen und gestelzten Umgangsformen auf die Schippe zu nehmen und gehörig aufzumischen ...Vielleicht muss man ein paar Jahre jünger sein, um diese Begeisterung zu teilen. Mir war vieles einfach zu wirr oder zu albern.Das ungewöhnliche Buchcover hatte mich angelockt, und da muss ich immerhin zugeben, dass es ausgesprochen gut zu Geschichte und Stil des Autors passt.

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  • Sich im Kreis drehende Sinnlos-Dialoge

    Der Gentleman
    kalligraphin

    kalligraphin

    07. August 2017 um 17:30

    „Ich wurde beauftragt, diese Seiten herauszugeben und ihre Veröffentlichung zu besorgen. Ich tue es nicht gerne und möchte festgehalten wissen, dass ich es für besser hielte, wenn sie verbrannt worden wären.“ (Anmerkung der fiktiven Herausgebers, Hubert Lancaster)London, gegen Ende des Viktorianischen Zeitalters. Der recht bekannte Dichter Lionel Savage stellt fest, dass er pleite ist und sich seinen Lebensstil nicht mehr leisten kann. Da er sich echter Arbeit nicht gewachsen fühlt, kommt für ihn nur die Heirat in eine wohlhabende Familie in Frage. Er muss dann aber feststellen, dass die Ehe ihn in seinem kreativen Schaffen ausbremst. Und wie’s der Teufel so will, lernt er selbigen höchstpersönlich kennen und verkauft ihm seine Frau.Interessante Grundidee, die der Autor Forrest Leo preudokreativ umzusetzen und dadurch zu verhunzen weiß. Während ich den fiktiven Herausgeber, der alles in Fußnoten kommentiert, anfangs noch sehr unterhaltsam fand, kippt dieses Stilmittel schon bald ins Nervige um. Hinzu kommen noch kursive Worte und GROßGESCHRIEBENE SÄTZE (und in Klammern Gesetztes).*Inhaltlich bleibt es leider auch nicht so interessant, wie zunächst geglaubt, denn im Grunde ist die ganze Handlung im Klappentext erzählt. Im Roman wird sie nur noch durch sich im Kreis drehende und äußerst sinnlose Dialoge aufgebläht.** Außerdem gibt es Unstimmigkeiten und Widersprüche en masse. Das alles wirkt so schlecht gemacht, als beherrsche der Autor sein Handwerk nicht. Da mir die Grundidee und das Cover gefallen (und ich außerdem glaube, dass es Leser gibt, die sich sehr gut auf diesen skurrilen Chaoshaufen einer Geschichte einlassen können), gebe ich zwei gutgemeinte Sterne. Beim nächsten Buch wird hoffentlich alles besser, Herr Leo.“Sie meinen also", sage ich, taumelnd, "dass mein Ruhm -""Im Wesentlichen auf der Unwissenheit und dem schlechten Geschmack des Publikums beruht." (107)---*Das ist äußerst anstrengend zu lesen.** Hier zwei Beispiele:„Wirklich?“„Ganz sicher.“„Das finde ich jetzt interessant.“„Ach ja?“„Allerdings.“„Warum?“„Nun“…(73)"Aber früher oder später musst du es ihnen sagen." "Ich wüsste nicht, wieso." "Du musst es ihnen sagen." "Nein." "Musst du aber." "Nein." "Doch." "Überhaupt nicht!" (103) 

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    • 4
  • Skurrile Geschichte, langwierige Dialoge & viele Fußnoten

    Der Gentleman
    Petra1984

    Petra1984

    03. August 2017 um 09:55

    Die Inhaltsangabe klingt ziemlich skurril und ich habe mir doch einiges von dem Buch erwartet, wurde aber leider enttäuscht. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass das Buch fast keine Handlung hat und diese langwierigen Dialoge drehen sich immer im Kreis. Erschwert wird, meiner Meinung nach, der Lesefluss durch die  zahlreichen Fußnoten. Klar klären diese einiges auf und sind meist auch ganz witzig, aber das hätte man auch in den Texte inbauen können. Positiv finde ich die einzelnen Charaktere mit ihren Ecken und Kanten , vor allem der Buttler Simmons ist genial. Alles in allem muss ich leider sagen, dass mich das Buch leider nicht abgeholt hat. Es ist aber trotzdem ratsam es zu lesen, denn ich glaube, dass dieses Buch sehr stark polarisiert. Ich gibt entweder gefallen oder nicht gefallen, aber nichts dazwischen. Und genau das finde ich dann auch wieder gut an dem Buch.

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  • Ein tolles und verrücktes Debüt des Autors!

    Der Gentleman
    nicole8684

    nicole8684

    03. August 2017 um 09:53

    Im viktorianischen London um 1850: Der blutjunge Lionel Savage, Hauptfigur des Romans, ist ein mittelmäßig berühmter Dichter, der bereits seine Erfolge hatte und mittlerweile nur noch vom einstigen Vermögen zehrt. Die Finanzierung von Herrenhaus, Butler und dem Internat der kleinen Schwester bringt ihn in finanzielle Not und er sieht nur einen Ausweg…eine wohlhabende Gattin. Da kreuzt die vermögende Vivien Lancaster gerade zur rechten Zeit seinen Weg. Leider ist ihm mit der Hochzeit jegliche Inspiration abhandengekommen und kein Vers will ihm mehr gelingen. Verantwortlich dafür macht er ausschließlich seine Frau. Inzwischen ist Savage so verzweifelt, dass er einen Selbstmord in Erwägung zieht. Die möglichen Varianten verwirft er jedoch schnell, als ihm sein treuer Butler vor Augen führt, wie schwierig es für ihn sei, hinterher alles zu beseitigen. Während dieser Grübeleien betritt plötzlich ein Gentleman sein Arbeitszimmer - und stellt sich noch als der Teufel in Person heraus. Savage schüttet dem Teufel sein Herz aus und kaum ist der vermeintliche Freund wieder gegangen, teilt der Butler Lionel mit, dass seine Gattin spurlos verschwunden ist. Die notwendige Kreativität für seine Dichterkunst kehrt endlich zurück. Durch einige Wendungen muss Savage aber schnell feststellen, dass er Vivien eigentlich nur oberflächlich gekannt hat. Je mehr er über sie erfährt, desto deutlicher erkennt er, dass er seine Frau vermisst und sogar liebt. Er muss sie retten…Von der ersten Seite an war ich inmitten der Geschichte. Es ist durchweg einfach fantastisch zu lesen, wie Forrest Leo in seinem Debütroman das viktorianische London mittels Ausdrucksweise und das Verhalten seiner Akteure gekonnt realistisch aufleben lässt. Schreibstil und Wortwahl passen perfekt zur Handlung und der damaligen Zeit.„Der Gentleman“ ist überwiegend von Dialogen durchzogen, was überhaupt nicht negativ verstanden werden soll. Genau diese Dialoge machen das Buch so gelungen. Geprägt von Wortwitz, sarkastischen Plaudereien, trockenen Kommentaren und einem Schuss schwarzem Humor liest sich das Buch locker und flüssig, man fliegt förmlich durch die Ereignisse. Langeweile kommt definitiv nicht auf. Wahrscheinlich werden manchem Leser genau diese speziellen Unterhaltungen nur bedingt zusagen. Leider erst am Ende des Buches erfährt man, dass die Geschichte zunächst als Theaterstück entstanden ist. Würde dies am Anfang stehen, wäre dem Leser direkt klar, warum die Dialoge so sind, wie sie eben sind…halt speziell. Ebenso das Finale ist typisch für Theater: Alle Protagonisten sind auf der Bühne versammelt und klären das Verschwinden von Vivien auf.Eine besondere Auflockerung der Geschehnisse bringt die Unmenge von Fußnoten. Hier darf der „Herausgeber“, ein weitläufiger Verwandter von Savage, zu Wort kommen. Dieser ist allerdings vom großen Dichter nicht wirklich begeistert und zögert nicht, uns dies durch die stetigen Einschübe sehr deutlich und extrem amüsant zu zeigen.Die bunte Mischung an Charakteren ist sehr stimmig und gleicht sich perfekt aus. Alle haben ihre Ecken und Kanten und wirken dadurch sehr menschlich und nahe der Realität. Der Hauptcharakter Lionel Savage wächst einem trotz seiner überheblichen, versnobten, weltfremden Art schnell ans Herz…vielleicht liegt es daran, dass er ja doch irgendwann seinen netten Kern zeigt. Dazu gesellen sich dann auch bemerkenswert starke Nebenakteure, die den skurrilen Haufen komplettieren und alle das komplette Gegenteil zum kauzigen Hausherren sind. Da hätten wir zum Beispiel einen den stets kompetenten und beeindruckend allwissenden Butler Simmons oder aber auch die kleine Schwester - ein absoluter Wildfang.Zum skurillen Cover muss wohl letztlich nichts weiter gesagt werden…passt perfekt zum Inhalt.Ein tolles und verrücktes Debüt des Autors! Absolut empfehlenswert!

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  • Schräg, aber konfus

    Der Gentleman
    ulrikerabe

    ulrikerabe

    02. August 2017 um 20:19

    „….Ich kaufe nie etwas, außer Bücher. Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass ich meine Vermögen mit Büchern verprasst habe.“Lionel Savage, Dichter, frisch verheiratet, hat seit seiner Hochzeit nichts mehr geschrieben. Seine Frau Viven liebt er nicht, erwägt sogar, den Freitod zu wählen. Geheiratet hat er aus Geldnöten, sein eigenes Vermögen hat er verprasst. Provoziert durch den Versuch eines Gedichts über den Teufel erhält Lionel seltsamen Besuch. Tags darauf ist Vivien verschwunden. Hat Lionel seine Frau dem Teufel überlassen? Eine Achterbahn der Verstrickungen beginnt ihre Fahrt, mit an Bord neben Lionel sind Viviens Bruder Ashley (Entdecker), Will Kensington(Erfinder) Lizze (Lionels Schwester ) und Simmons(der Butler).Angetan durch das eingangs erwähnte Zitat habe ich mich mit großen Erwartungen einer aberwitzigen Geschichte an dieses Buch gemacht. Schon das Cover verspricht einiges an Unruhe und erinnerte mich an eine Inszenierung am Wiener Akademietheater von Oscar Wildes Dorian Grey. In diesem Zusammen hang fand ich es schon recht erheiternd, dass die Hauptfigur Savage heißt, und dann auch noch Lionel. Dafür war mir Nellie, wie er liebevoll von seiner Schwester genannt wird, dann doch manchmal zu zahm. Die Geschichte nimmt zwar rasant an Fahrt auf, wird aber mit der Zeit immer abstruser und konfuser. In Klammer gesetzte Passagen, Großschreibung, abgehackte Dialoge und vor allem jede Menge Fußnoten bremsen den Lesefluss. Die Aufklärung über Viviens Verbleib war nur mäßig überraschend, da macht es das Kraut auch nicht mehr fett, dass Dante Alighieri der Gärtner des Teufels ist und Elisabeth Bennet doch tatsächlich Autorin geworden zu sein scheint.Zusammenfassend trifft Jeeves auf Dorian Grey auf Jules Verne. Leider blieb meine Begeisterung hinter den Erwartungen zurück.

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    • 2
  • Wer ist hier der Gentleman?

    Der Gentleman
    Bibliomania

    Bibliomania

    01. August 2017 um 23:43

    Lionel Savage ist ein Dichter. Zumindest wäre er das gern, denn seit seiner Hochzeit mit der bezaubernden Vivien Lancaster hat er keinen Vers mehr geschrieben. Er gibt allein seiner Frau die Schuld, die keinen Geist hat, sich nicht für ihn interessiert und gefühlsmäßig total kalt ist. Bis er eines Tages auf einem Maskenball den Teufel trifft und schwuppdiwupp ist seine Frau verschwunden. Doch plötzlich merkt er, dass er sie liebt. Vivien muss zurückgeholt werden!Was für ein amüsantes Buch! Sofort haben mich die Figuren gefangen genommen und es kommt sehr selten vor, dass ich wirklich alle mag. Die Geschichte wird in regelmäßigen Abständen humorvoll und geistreich vom Herausgeber kommentiert, der durch die Hochzeit ein Cousin von Lionel geworden ist. Und Hubert Lancaster muss so einiges richtigstellen...Eine wunderbar kurzweilige, lustige Geschichte, die mich durch das ganze Buch hindurch schmunzeln ließ. Super zu lesen mit feinem britischen Humor und VIEL GESCHREI. Ich habe mich köstlich amüsiert und kann jedem den Gentleman empfehlen, der auf witzige, skurrile Geschichten steht.

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  • Der Gentleman und der Teufel

    Der Gentleman
    rewareni

    rewareni

    01. August 2017 um 11:56

    Lionel Savage, Dichter, gerade einmal 22 Jahre alt, beschließt Selbstmord zu begehen. Seit er mit Vivien, die er nur des Geldes wegen geheiratet hat, zusammen ist, bringt er keine Zeile mehr aufs Papier. Er hasst sie und liebt sie nicht. Aber sein treuer Butler Simmons kann ihn davon abhalten, denn wer würde wohl, wenn durch einen Kopfschuss Blut und sonstige Körperflüssigkeiten austreten, diese dann aufwischen? Zu allem Übel kreuzt plötzlich auch noch seine 16 jährige Schwester Lizzie bei ihm auf, die wegen einer Liebelei von der Schule geflogen ist. Als dann auch noch ein freundlicher Gentleman bei ihm auftaucht, der sich als Teufel vorstellt, scheint das Chaos perfekt zu sein. Denn durch eine unbedachte Äußerung verkauft Lionel seine Frau an ihn und diese ist am nächsten Morgen verschwunden. Doch als Viviens Bruder Ashley auch noch auf Besuch kommt und Lionel erfährt, dass Vivien in Briefen an ihren Bruder ihre Liebe zu ihrem Mann gesteht, beginnt dieser fest zu stellen, dass er doch mehr für sie empfindet, als er bisher eingestehen wollte. Gemeinsam wird nun mit aller Kraft versucht Vivien aus den Fängen des Teufels zu befreien. Doch zuerst müsste man einmal wissen wo dieser wohnt und wie man dort hin kommt? Jedoch bis es so weit ist, gibt es noch Duelle zu überstehen, Kämpfe mit der Polizei und noch viele weitere Verwicklungen. Ob oder wie Vivien befreit wird, muss man schon selber lesen. Wenn man das Buch ,,Der Gentleman´´ von Forrest Leo das erste Mal in den Händen hält und das bunte, schrille und skurril aussehende Cover betrachtet, würde man nie auf die  Idee kommen, dass es sich um eine Geschichte aus dem Jahre 1850 handelt. Wenn man dann aber den Roman gelesen hat, kann man sagen, dass es doch dazu passt. Der Autor hat eine  humorvolle, witzige, manchmal sehr zynische Geschichte geschrieben, wo man sich als Leser keine großartige Handlung erwarten darf, denn die wird man hier nicht finden. Was man dafür bekommt sind Dialoge zwischen den Protagonisten,  die pointenreich, originell und sehr amüsant sind. Wem kurze und oft schnelle Dialoge mag, wird dabei seine Freude haben. Die Personen hat der Autor ein wenig überdreht dargestellt, aber genau das passt zu der Geschichte wunderbar dazu. Der damaligen Zeit ist auch der Sprachstil angepasst und der leicht angehauchte, englische, versnobte Touch kommt hier wunderbar zur Geltung. Als Besonderheit gibt es noch Fußnoten auf fast jeder Seite, wo der Cousin Viviens auf amüsanter Art und Weise seinen Kommentar abgibt zu den Dingen die gerade geschehen und er diese zumeist aus einer anderen Sicht sieht. Ein herrliches Buch über versnobte, englische Gentleman.

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  • Die verkaufte Braut

    Der Gentleman
    miro76

    miro76

    29. July 2017 um 15:43

    Was tut ein junger Aristokrat um 1850 in London, wenn ihm das Geld ausgeht? Er heiratet. Lionel Savage ist 22 Jahre alt und Dichter. Er ist relativ berühmt, aber der Verdienst aus seinen erschienenen Gedichtbänden reicht nicht aus, um ein Herrenhaus am Laufen zu halten, einen Butler zu bezahlen und das Internat der Schwester. Also beginnt er mit der Brautschau und heiratet schließlich die wunderhübsche Vivien Lancaster, die er leider nach wenigen Wochen zu hassen beginnt. Als ein seltsamer Gentleman sein Arbeitszimmer betritt und sich als Teufel vorstellt, der eigentlich auf der Suche nach einem Freund ist, verkauft er seine Braut versehentlich an diesen. Und jetzt beginnt das Abenteuer, denn als Vivien weg ist, muss Savage feststellen, dass er seine Frau eigentlich gar nicht gekannt hatte. Je mehr er über sie herausfindet, umso mehr entflammt die Liebe zu ihr. Er muss sie retten. Forrest Leo lässt seine Hauptfigur allerhand erleben, bis er seine Frau wiederbekommt. Er darf den Erfinder der ersten Flugmaschine kennenlerne, wird in ein Verlies gesperrt, mehrmals zum Duell gefordert und von Scotland Yard verfolgt. Aufgelockert wird das ganze durch eine Unmenge an Fußnoten, in denen der Autor den Verleger zu Wort kommen lässt, der Lionel Savage zu Teil heftig widerlegt und manchmal auch bloßstellt. Diese Einschübe haben mich königlich amüsiert! Mit unendlichem Charme und viel Witz begleiten wir Savage auf seiner Reise, ein aufgeklärter Mann des 19. Jahrhunderts zu werden und wahrscheinlich auch ein guter Ehemann. Mir hat die Lektüre dieses Buches sehr gut gefallen. Ich mag den Humor und die Skurrilität der Geschichte und ich kann es jedem empfehlen, der eine außergewöhnliche Sommerlektüre sucht. Das Buch liest sich leicht, man fliegt nur so durch die Seiten. Es eignet sich also perfekt als Strandlektüre.

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    • 3
  • Teuf'l

    Der Gentleman
    leselea

    leselea

    28. July 2017 um 20:53

    Was tun, wenn man sich zum Dichter berufen fühlt, das Geld aber nicht ausreicht, um sich einen angenehmes „poetisches“ Leben zu finanzieren? Richtig: Reich heiraten. Und was wenn die Ehe einem die dichterischen Fähigkeiten raubt und man keine Zeile zu Papier mehr bring? Zweifellos: Selbstmord. In dieser eindeutigen, gasklaren und alternativlosen Situation befindet sich der 22-jährige Lionel Savage. Während er noch über die beste Art des Selbstmordes nachdenkt (schließlich will er seinem treuen Butler Simmons keine Schweinerei hinterlassen), kommt – wie kann es anders sein – der Teufel zur Tür herein. Dieser erweist sich als formvollendeter Gentleman und bietet Lionel seine Freundschaft an. Dieser willigt freundlich ein – und plötzlich ist Lionels Frau verschwunden. Lionel erkennt einerseits, dass sich Probleme manchmal ohne viel Aufwand lösen lassen, andererseits aber auch, dass er seine Frau doch gar nicht so übel findet, wie gedacht. Im Gegenteil: Er merkt, dass er schwer verliebt in sie ist. Lionel bleibt nichts anderes übrig: Er muss seine Frau aus der Hölle zurückholen. Gemeinsam mit einem mutigen Abenteurer, einem pfiffigen Erfinder, seiner wortgewandten Schwester und dem unerschütterlichen Simmons begibt sich Lionel also auf das Abenteuer seines Lebens… Nach dieser kurzen Zusammenfassung ahnt man es schon: Forrest Leo legt mit seinem Debüt Der Gentleman einen skurrilen, ja beinah abstrusen, auf jeden Fall witzig-spritzigen Roman vor, der exzellente Unterhaltung auf literarischem Niveau verspricht – und diese auch tatsächlich liefert. Neben wahnwitzigen Figuren und dem ironischen, manchmal sogar bitterbösen Erzählkommentaren sorgen vor allem die schwindelerregende Handlung sowie die noch kühneren Dialoge für einen großen Lesespaß. Gefördert wird das kurzweilige Vergnügen auch durch eine leichte, sich jedoch an das 19. Jahrhundert anlehnende Sprache, die die richtige Atmosphäre heraufbeschwört, sich zugleich aber locker und flüssig weglesen lässt. Der Gentleman erzeugt von der ersten bis zu letzten Seite einwandfreies Kopfkino – oder besser Kopftheater: Denn der Roman war ursprünglich als Theaterstück konzipiert und das merkt man ihm auch noch in Buchform gepresst an. Der Gentleman ist sehr stark dialoglastig: Ständig werfen sich die Protagonisten hitzige Worte an den Kopf und fechten Konflikte in immer wieder aufwallenden Diskussionen auf. Ort, Zeit, ja sogar die eigentliche Handlung verkommen dabei beinah zur Kulisse: Wenn man ehrlich ist, reduzieren sich die Aktivitäten der Figuren jenseits der Sprache auf das aufgeregte Hin- und Herlaufen zu den Orten A, B und C und dem Schmieden tollkühner Pläne, die sich im nächsten Moment als nichtig erweisen. Dennoch langweilt einen der Roman auf keiner einzelnen Seite – was für das große, vor allem humoristische Talent des Autors spricht. Und so bewerte ich Der Gentleman abschließend auch als außergewöhnliches Stück Literatur, das sich die Extravaganz erlauben kann, auf eine klassische Handlung zu verzichten und stattdessen den Leser ganz durch seine Fähigkeit, erstklassiges Amüsement zu bieten, überzeugen kann. Ein Roman, der schwer einzuordnen ist, mit literarischen Konventionen spielt und sicherlich hier und da auch mal über das Ziel hinausschießt. Anders, mutig und absolut empfehlenswert!

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  • Der Teufel hat den Schnaps gemacht

    Der Gentleman
    TochterAlice

    TochterAlice

    28. July 2017 um 19:09

    das hat jeder schonmal gehört, der den deutschen Schlager liebt und auch so mancher, der ihm auszuweichen versucht. Im vorliegenden Roman des jungen britischen Autors Forrest Leo kommt dem Höllenfürsten eine ganz andere Rolle zu - falls er das überhaupt ist. Denn der Ich-Erzähler, der blutjunge unglücklich verheiratete Dichter Lionel Savage erzählt hier eine Geschichte, die man gar nicht glauben mag, zumal sie von jemandem kommentiert wird, dessen Identität erst am Ende herauskommt.Savage leichtsinnig zu nennen wäre die Untertreibung des Jahrhunderts und so verwundert es nicht, dass er für sich bereits mit Anfang 20 keinen anderen Ausweg als die Heirat sieht. Um dann schnell zu merken, dass er nicht so richtig klarkommt in seiner Ehe mit der schönen und stolzen Vivien, die offenbar so etwas ganz anderes vom Leben erwartet als Savage. Als einzigen Ausweg sieht er den Selbstmord, aber irgendwie ist das alles zu kompliziert.Wer gerne die Vorfahren Monty Pythons kennenlernen will - die Geschichte spielt im 19. Jahrhundert und findet, dass Literatur und Klamauk zusammenpassen, für den ist dieses spritzige, teilweise absurde Buch wie gemacht. Mir war es allerdings teilweise fast zu abwegig, auch wenn ich immer wieder mal auf den richtigen Weg zurückfand und Spaß daran hatte. Die Figuren, die Forrest Leo hier kreiert hat, scheinen sich zu verselbständigen und ihren eigenen Weg zu gehen - einen wahrhaft wilden und extremen. Wer eine ganz spezielle Art des literarischen Personals kennenlernen will, die neue Wege geht, der wird diese ganz besonderen Charaktere mögen.Tollkühnheit gepaart mit klassischer Erzählkunst und ein bisschen Verrücktheit - klingt das für Sie nach etwas Britischem? Wenn ja, dann sind Sie auf dem richtigen Wege und wenn das für Sie ein attraktiver ist, dann sollten Sie zu diesem Buch greifen!

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