Frédéric Beigbeder Ein französischer Roman

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Inhaltsangabe zu „Ein französischer Roman“ von Frédéric Beigbeder

In einer Zelle der Pariser Polizei sitzt ein Mann, der sein Gedächtnis verloren hat. Nicht komplett, aber seine Kindheit ist ihm irgendwie abhandengekommen. Schon um sich die endlosen Stunden der Untersuchungshaft zu vertreiben, beginnt er, die eigene Geschichte zu rekonstruieren. Und da es sich bei dem Mann um den Schriftsteller Frédéric Beigbeder handelt, ist dabei ein Roman entstanden – ein französischer Roman.

viele wertvolle Gedanken, Bonmots im wahrsten Sinne des Wortes

— wandablue

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  • Wie der Titel verspricht, ein Armvoll französisches Flair

    Ein französischer Roman

    wandablue

    04. September 2013 um 15:26

    Stillstand in einer Zelle im Keller eines Polizeireviers in Paris. Dorthin hat es den Autoren himself verschlagen, nachdem er in einer Silvesternacht auf offener Strasse Kokain schnupfte und gegen das BtMG verstieß. Zur Untätigkeit verdammt, erinnert Beigbeder sein Leben: vor allem Bilder seiner Kindheit, bisher blinde Flecken auf seiner geistigen Landkarte, kehren zurück. Prägende Orte sind das spanische, idyllische Guéthary, wo Vater Mutter kennenlernte und umgekehrt, und natürlich Paris. 1965 geboren erstellt Frédéric Beigbeder gesellschaftskritische, teils zynische, teils melancholische Skizzen der Jahre der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Man erfährt allerhand Allgemeinbildendes, darunter speziell Französisches, die Handlung ist eher minimalistisch; wie Wasser im Wasserglas hin und her schwappt, schwappen auch die Assoziationen des Autors mal hierhin, mal dorthin, immer atmosphärisch dicht, was mich voll in den Bann zieht, irgendwann kann ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ein Scheidungskind vererbt sein Kindheitstrauma, ein Grossvater ist Ruhepol in der Vorpubertät, erste Lieben, Konkurrenz zum älteren Bruder, Verlustängste, Minderwertigkeitsgefühle, Abkoppelung bis fast zur Selbstaufgabe. Und immer wieder Paris. 48 Stunden Gewahrsam formulieren Prägnanz, Intellekt, lakonischen Humor, ein Reichtum der Darstellung. Beigbeder ist ein Meister der Moderne, seine Sprache ist kühl und frech, lyrisch, gewagt, mitunter ordinär und auf dem Punkt. Sein Roman ist ein Kunstwerk und doch leicht verständlich, ein wenig schwermütig und eingängig. „Ein französischer Roman“ ist Philosophie in Erinnerung verpackt, ein kleines sprachliches Wunderwerk mit ungewöhnlichem Scharfblick. Sicher ist dieses Buch sehr Geschmackssache, mehr als andere Bücher, und wer es liest, sollte ein wenig innere Muse mitbringen. Fazit: Mir hat’s gefallen und ich rufe ihm zu: Bravo Frédéric! Applaus! Applaus!

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