Frédéric Beigbeder Ferien im Koma

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Inhaltsangabe zu „Ferien im Koma“ von Frédéric Beigbeder

Die Chronik einer "Nacht auf dem Scheißhaus": ' Les Chiottes' nennt sich ein neuer Club, der sich in Form einer gigantischen Toilette mitten in Paris auf der Place de la Madeleine erhebt. Die Eröffnung wird mit einem spektakulären Fest und einer entsprechend exklusiven Gästeliste gefeiert, auf der sich selbstredend der Gesellschaftskolumnist Marc Maronnier befindet. Die Crème de la Crème der Pariser In-group versammelt sich zu diesem Ereignis in einem Ambiente der Gigantomanie, das durch das Motto "Scheißhaus" direkt mit Ekel und Abgeschmacktheit verbunden wird. Was Marc an diesem Spektakel wirklich fasziniert, ist die Idee einer virtuellen Nacht, die Vorstellung dessen, was sich hätte ereignen können. Stunde um Stunde, Kapitel für Kapitel lässt er die virtuelle Variante dieses Festes ablaufen, das, was hätte sein können, oder vielleicht besser: das, was wirklich ist hinter der Fassade der Fun-Society: Eigensucht, Übersättigung, Haltlosigkeit und Grausamkeit. Die Chronik einer rauschenden Party entwickelt sich zu einem Schreckenspanoptikum, aus dem er erst am Morgen mit der Rückkehr in die Normalität aussteigt. Drogen, Exzesse, Sex, eklektizistische Musikmixes, überdrehte Star-DJs, Gewaltphantasien - die ganze Szenerie implodiert in einer orgiastischen Superinszenierung. Und dann wieder Anne. Der Engel der Liebe, die Schöne, Beste, die Liebende, die wie eine Erscheinung aus dem Gedränge auftaucht, rettet Marc an die Gestade der erschreckenden Normalität. So erschreckend real, dass sie im Morgenlicht wie die Kehrseite des nächtlichen Alptraums erscheint. Der böse Junge lässt sich von seiner Ehefrau heimholen in den weiblichen Schoß der Geborgenheit. Doch was wie eine Erlösung aussieht, entpuppt sich als Enge, aus der es anschließend wieder auszubrechen gilt.

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  • Rezension zu "Ferien im Koma" von Frédéric Beigbeder

    Ferien im Koma
    TheSaint

    TheSaint

    31. March 2012 um 18:55

    Der zweite Band der Marc-Maronnier-Trilogie... hmmm...gar nichts Besonderes. Der Großteil der Handlung ist absolut banal und öde. Gegen Ende des Romanes gibt es ein Blutbad en passant ohne wirklich Bezug zu nehmen. Die Pointe der Geschichte ist nett aber verpufft.

  • Rezension zu "Ferien im Koma" von Frédéric Beigbeder

    Ferien im Koma
    Poiree

    Poiree

    26. August 2010 um 17:57

    ,,Ferien im Koma" von Frédéric Beigbeider ist ein sowohl gelungenes, als auch ein typisches Werk des Schriftstellers, der sich durch Gesellschafts- und Konsumkritik auszeichnet. Ich habe meistens eine ambivalente Haltung zu seinen verkommen dekadenten Helden. Auf der einen Seite Faszination des puren Hedonismus, den sie leben und trotzdem ein scharfes Auge behalten für die Charakterisierung der Elite, die unter sich bleiben möchte. Auf der anderen Seite die Fassungslosigkeit inwieweit sie mit diesem Leben verwurzelt sind, das aus Exzessen, Drogen, Sex, Geld, Alkohol und schnellen, oberflächlichen Beziehungen besteht, eine Welt ohne Moral. Aus diesem Geflecht, das sie ebenso abstoßt, wie auch anzieht, kommen sie nicht mehr raus. Obwohl sie alles haben und ihnen viele Türen offen stehen, fühlen sie sich leer, denn ihnen fehlt etwas im Leben und zwar: das Verliebtsein. Eine wahre Liebe finden. Der Protagonist in diesem Buch ist Marc Maronnier, der bei ELLE die Klatschkolumnen schreibt. Er durchlebt eine Nacht in dem angesagtesten Club "das Klo", in dem die Crèm-de-la-Crème der pariser Gesellschaft eingeladen ist. Es wird eine Nacht des Exzesses, des Rausches, durch Unmengen von Drogen und Alkohol verstärkt, blasierte Gesten, buntes und exzentrisches Auftreten und dazu elektrisierender Techno, der die Szenemenschen um schallt. Je später die Stunde, desto mehr verwandelt sich die Elite in unkontralierbare und willenlose Zombies und mittendrin ist Marc. Auf der Such nach schneller Befriedigung, obwohl er seine Sehnsucht nach echter Liebe spührt. Frédéric Beigbeider porträtiert in seinem Werk die Spaßgesellschaft der frühen 90er Jahre. Obwohl nicht das aktuelle Gesellschaftsbild diskutiert wird, lohnt es sich ,,Ferien im Koma" zu lesen. Der satirische und beißende Schreibstil des Autors kommt so nonchalant daher, dass es mir Vergnüngen beim Lesen bereitet hat. Zum Schluss stellt sich mir immer wieder die Frage: Wie viel von dem Dandy Beigbeider steckt in seinen Charakteren?

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