Neununddreißigneunzig

von Frédéric Beigbeder 
3,7 Sterne bei220 Bewertungen
Neununddreißigneunzig
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Positiv (139):
sandro_abbates avatar

http://novelero.de/neununddreissigneunzig/

Kritisch (28):
L

Zynisch. Für meinem Geschmack zu sehr. Dazu ist dieses Buch zu vulgär geschrieben. Schade, da die Story eig. sehr mitreißend ist.

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Inhaltsangabe zu "Neununddreißigneunzig"

Octave Parango hat einen Topjob in einer noblen Pariser Werbeagentur, Geld und Luxus ohne Ende – und die Schnauze so voll, dass ihm davon schlecht würde, gäbe es nicht den Koks, die Frauen und den Zynismus. Schonungslos verdammt er seine Welt, in der einfach alles käuflich ist, er selbst eingeschlossen. Doch eines Nachts, bei Dreharbeiten zu einem Werbespot in Florida, entlädt sich sein ganzer Hass in einer ungeheuerlichen Gewalttat …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492273527
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:10.11.2011

Rezensionen und Bewertungen

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    dominonas avatar
    dominonavor 14 Tagen
    *Ironie an* Werbung ist scheiße *Ironie off

    Ich musste oft grinsen und habe mir viel Makaberes aufgeschrieben. Schonungslos ehrlich wird uns der Spiegel vorgehalten. Was macht Werbung mit uns und wie funktionieren die Mechanismen. Wer jetzt denkt, er bekommt ein Sachbuch, hat sich geschnitten. Übrigens auch, wer glaubt, der Protagonist werde zu irgendeinem Zeitpunkt sympathisch, aber das war hier tatsächlich nicht so wichtig. 

    Es eskaliert, und zwar richtig, aber das war zu erwarten.

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    pardens avatar
    pardenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Sturm im Wasserglas - großmäulig angekündigt als Skandalroman, lebt das Buch eher von der Wiederholung verachtender Phrasen. Langweilig!
    Dekadenz in Reinkultur...

    DEKADENZ IN REINKULTUR...

    Octave Parango hat einen Topjob in einer noblen Pariser Werbeagentur, Luxus ohne Ende und die Schnauze so voll, dass ihm davon schlecht würde, gäbe es nicht den Zynismus, die Frauen und den Koks. Schonungslos verdammt er seine Welt, in der einfach alles käuflich ist – er selbst eingeschlossen. Bei den Dreharbeiten zu einem Werbespot entlädt sich sein Hass in einer ungeheuerlichen Gewalttat.

    Der Sensationserfolg! Dieser Skandalroman aus Frankreich kostete Frédéric Beigbeder den Job in einer bekannten Werbeagentur und katapultierte ihn auf Platz eins der Bestsellerlisten - ein wildes Pamphlet gegen den Totalitarismus von Medien und Werbung und die neoliberale Pervertierung der Demokratie. Beigbeder reiht sich damit ein in die Front jener Autoren um seinen Freund Michel Houellebecq, die den Verantwortlichen der globalen Realität einen «Kampf auf Leben und Tod» angesagt haben.

    «Beigbeder verhöhnt Missgunst, Kleinkariertheit und intellektuelle Verkommenheit der Werbebranche.» (Time) «Mit einem zornigen Insider-Porträt der Werbeindustrie gelang Frédéric Beigbeder ein Romanhit.» (Der Spiegel) «Frankreich hat nach Michel Houellebecq einen neuen Skandalliteraten.» (Süddeutsche Zeitung) «Ein Romanhit.» (Der Spiegel) «Eine komplett wahnsinnige Mischung aus Romanfragmenten, ideologiekritischen Essays zum Thema und zynischen Anekdoten macht die Qualität des Buches aus.» (Süddeutsche Zeitung)


    "Verkaufen Sie die Leute nicht für blöd, aber vergessen Sie nie, dass sie es sind." (S. 33)


    Bewusst habe ich mal den kompletten Klappentext einschließlich der zitierten Meinungen diverser Zetischriften zu diesem Buch vorangestellt, um zu verdeutlichen, mit welcher Erwartung ich an dieses Buch gegangen bin.

    Enthüllungen? Skandalroman? Widerstand gegen die Globalität sowie gegen den Totalitarismus von Medien und Werbung? Gerne, her damit!

    Doch leider sitze ich jetzt hier, wie schon über große Strecken während der Lektüre, atme noch einmal tief durch und denke: was sollte das? Plakativ wird dem Leser hier die Dekadenz von Medien und Gesellschaft vor Augen geführt, tatsächlich aber habe ich überhaupt nichts Neues erfahren, und das einzige, was ich dem Buch vielleicht zugte halten könnte, wäre die Tatsache, dass ich dadurch an meiner Toleranz- und Ekelgrenze arbeiten konnte.

    Klischeehafte Darstellungen ohne Biss und eine durchgängig ordinäre Ausdrucksweise lassen dem Zynismus kaum den notwendigen Spielraum - Verachtung, das ist es, was hier transportiert wird, für mich oft eher primitiv denn provokativ. Gekonnt jongliert Beigbeder hier mit den Begriffen aus der Werbebranche, was aber kein Wunder ist, da er aus dem Metier kommt. Ich habe nicht in jedem Fall erfasst, was da ausgedrückt werden sollte, wohl aber, dass da jemand recht selbstverliebt sein Wissen zur Schau stellt.


    "In einer blockierten Gesellschaft, wo jeder schuldig ist, ist es das einzige Verbrechen, sich erwischen zu lassen. In einer Welt der Diebe ist Dummheit die einzige unverzeihliche Sünde." (S. 203)


    Nur selten lässt der Hauptcharakter Octave uns die Möglichkeit, in sein wahres Inneres hineinzuschauen. Seine Freundin Tamara formuliert dies treffend: 'Viele Ekel machen auf nett; du bist ein Netter, der auf Ekel macht.' Ansonsten ist er der coole Typ, dessen Tun durch seinen Welthass, gleichzeitig aber auch durch seine Selbstverliebtheit bestimmt wird. Um die Welt, in der er lebt, überhaupt noch ertragen zu können, bleibt ihm nur der zugekokste Zynismus. Ein wirklicher Roman ist dies nicht, eher Fragmente daraus, eine Art Dauerwiederholung ohne wirkliche Intensität, gespickt mit sexistisch-verächtlichen Phrasen. Zuweilen rufen die Schilderungen durchaus Ekel hervor, Desillusion ebenso, vor allem aber eines: Langeweile.

    Am Ende lässt sich festhalten, dass dieses Buch durchaus in die Welt der Werbebranche passt: es ist für mich eine Mogelpackung. Schade, ich hatte hier etwas ganz anderes erwartet...


    © Parden

    Kommentare: 11
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    B
    Borkinsvor 4 Jahren
    Der Schein als Sein

    Die Welt der Werbung als MIkrokosmos, in dem die selbe Katastrophe bevor steht, wie in der großen, ganzen Welt. Die Menschheit als verrohtes, oberflächliches, im letzten Grad zu einem käuflichen Objekt degradiertes Wesen, gefangen in einem System, einer Mechanik, die Beigbeder gar nicht großartig kritisieren, sondern lediglich zynisch beschreiben will.

    Eine bessere Welt ist aus seiner Sicht nicht möglich.  Maximal als utopisches Inselexil kann er sich eine Ausflucht vorstellen, doch selbst hier deutet er die Katastrophe an, die sich in der selben zerstörerischen Langeweile entzündet, wie eh un je.

    Was genau an den Geschichten, die Beigbeder uns auftischt, wahr ist und was nicht, spielt für den Leser keine Rolle. Er fühlt sich trotz der drastisch beschriebenen Extreme in der Welt der Werbung wiedererkannt und entlarvt. Das mag die große Leistung des Autors sein. Dass er es schafft eine Welt zu beschreiben, die gar nicht zu der des durchschnittlichen Europäers passen mag, die sich im Einzelfall jedoch erschreckend deckungsgleich ausnimmt.

    Mit seinem Zynismus trifft Beigbeder ebenso den Nerv, wie sein Landsmann Houllebecq oder Andreas Faldbakken. Das kann man mögen. Man kann ihm aber auch vorwerfen, dass ein Buch, in welchem das erste Kapitel mit dem einleitenden Zitat beginnt:
    "Man muss zumindest versuchen zu beschreiben, was man nicht verändern kann." 

    ein sinnlos geschriebenes ist.
    Diese Welt, die da beschrieben wird, ist uns durchaus bekannt, wenn nicht in seinen Einzelheiten, so doch in seinen Parallelen zum eigenen, alltäglichen Erleben.
    Es  mag keinen Grund für Optimismus geben, dass wir alle irgendwann tiefer blicken, als auf die Kontostände eines jeden. Doch nach gewisser Zeit fängt auch der sich immer irgendwie klüger ausnehmende Zynismus zu nerven an. Analysieren, Beklagen, belächeln und lächerlich machen - das wirkt immer wahnsinnig cool und intelligent, wohingegen sich die Hoffnung heutzutage ihren Ruf als Ausgeburt der Naivität und des Gestrigen gesichert hat. Warum eigentlich? Ich weiß es nicht, aber mir gefällt Beigbreders Zynismus ausnehmend gut und er unterhält mich hervorragend!

    Kommentare: 1
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    Elwes avatar
    Elwevor 7 Jahren
    Rezension zu "neununddreißig neunzig 39, 90" von Frédéric Beigbeder

    Dieses Buch ist ein Wechselbad der Gefühle ... vor allem, wenn man selbst in der Werbe-Branche arbeitet und weiß, dass der Irrwitz, der darin beschrieben wird, kein Zerrbild ist und nicht übertrieben, sondern im Gegenteil ziemlich genau widerspiegelt, wie diese Welt funktioniert.
    Dem Autor gelingt es, seine Abrechnung mit der Branche auch noch in eine recht spannende Geschichte zu verpacken, nämlich die des überbezahlten und von Selbstekel erfüllten, aber dennoch mit Leidenschaft in den sündigen Früchten schwelgenden Protagonisten Octave, einem Werbetexter, der an einem Enthüllungsbuch schreibt und auch sonst bei jeder Gelegenheit provoziert, um von seinem Arbeitgeber endlich gefeuert zu werden. Denn sein Traum ist es, daraufhin in die weichen Daunen bezahlter Arbeitslosigkeit zu fallen und der Dekadenz seines Berufsstands endlich zu entkommen.
    Octave ist natürlich furchtbar inkonsequent in seinem Streben und betrügt sich selbst. Denn wenn er wirklich raus wollte, gäbe es einfachere Methoden. Einfach zu kündigen beispielsweise. Und das fehlende Arbeitslosengeld sollte bei 2 Mio EUR auf dem Konto dann auch nicht wirklich das Problem sein...
    Die Geschichte beginnt mit einer Kundenpräsentation: Für Maigrelette, das Joghurt, das schön und schlau macht, soll ein Fernsehspot und eine Werbekampagne entwickelt werden. Der Kunde ist sehr schwierig, weiß Kreativität nicht zu schätzen und verärgert Octave mit rassistischen Forderungen (die Schauspielerin im Spot muss weiß und mitteleuropäisch sein). Octave zieht sich aufs Klo zurück, um seine vom übermäßigen Koksen blutende Nase unter Kontrolle zu kriegen und verschmiert das Blut anschließend voller Wut an den Wänden auf seinem Weg aus dem Bürogebäude.
    Diese Szene setzt den Ton für den Rest des Buches. Der Joghurt-Kunde und dessen Erhaltung für die Agentur zieht sich als oberste These durch die ganze Geschichte, ebenso das Ringen um einen lustigen/unterhaltsamen/intelligenten Fernsehspot, der trotzdem so progressiv sein soll, dass er in Cannes Gold gewinnt. Ein Ding der Unmöglichkeit. Auf einer zweiten Ebene haben wir Octaves Taumel durch ein verpfuschtes Leben voller wertloser Werte, dem das teure Apartment, die 130T EUR Jahresgehalt, der Z3 und die 3000-EUR-die-Nacht-Huren trotzdem nicht kompensieren, dass er Sophie weggestoßen hat, die einzige Frau, die er liebte, als sie ihm sagte, dass sie schwanger war. Und er seine Tochter nun nie kennenlernen wird, weil er ein verantwortungsloses Arschloch ist.
    Die Erzählstruktur ist manchmal anstrengend, im Großen und Ganzen interessant, experimentell und dem Thema formal angemessen: Über mehrere Abschnitte begegnet uns Octave zuerst als ICH-Erzähler, dann kommt die DU-Perspektive, dann die dritte Person, und schließlich das WIR. Zwischen den Abschnitten ist jeweils das Storyboard für einen Werbeclip eingefügt, der - genauso wie die ganze Handlung - am Anfang noch lustig und zynisch ist, nach hinten dann immer unangenehmer und irrwitziger wird.
    Und so ging es mir auch mit dem ganzen Buch: Die ersten Kapitel sind einfach lustig, weil sie mit spitzem Sarkasmus Realitäten aufs Korn nehmen. Ab der Mitte bis zum Ende hin wird das Buch zunehmend unangenehm und bereitet Magenschmerzen, bis es zum Ende hin in surrealistisch-pessimistische Visionen abdriftet. Ab dort empfand ich auch den Erzähler Octave als Unsympath, der sich als Opfer sieht, aber im Grunde nur ein Heuchler ist, zu schwach, um sich der Verführung des Bösen zu entziehen, das er andererseits so anprangert und dem er seinerseits Heuchelei vorwirft. Aber beim Nachdenken ist das nur konsequent: Dieser Charakter verkörpert perfekt das Bild und die Werte dieser Industrie (von rühmlichen Ausnahmen einmal abgesehen, die aber nicht die Regel bilden).
    .
    39,90 ist ein lesenswertes Buch, das meiner Meinung nach dem inflationär ausgeschütteten Kritikerlob ausnahmsweise mal gerecht wird.

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    C
    colladestravor 8 Jahren
    Rezension zu "neununddreißig neunzig 39, 90" von Frédéric Beigbeder

    Wie nah am Wahnsinn sich doch unsere Welt befindet und wir sind die Zuschauer dessen, die dafür auch noch Geld zahlen, um wahnsinnig zu werden.

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    cörchens avatar
    cörchenvor 8 Jahren
    Rezension zu "neununddreißig neunzig 39, 90" von Frédéric Beigbeder

    Ich kann den Tumult um das Buch nicht verstehen. Einzelne Kapitel sind interessant. Aber zusammengefasst wirkt das Buch nicht als Roman, sonderns als Sammlung von Sequenzen. Es ist schonungslos, realistisch, aber schwer lesbar. Die einzelnen Sätze wirken wie Werbebotschaften (sicher so gewollt), aber dadurch ist das ganze Buch schwer lesbar und der Zusammenhang schwer fassbar.

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    Ritjas avatar
    Ritjavor 8 Jahren
    Rezension zu "Neununddreißigneunzig" von Frédéric Beigbeder

    Böse, zynisch und teilweise brutal. Selbstverliebter Erzähler, der kokst und alles macht, um gefeuert zu werden. Es gelingt ihm aber nicht, jedoch er schreibt ein Buch über das Leben in der Werbewelt...über die Lügen und Provokationen, die Spots und den Darstellerinnen, über Macht und Gier in der Branche. Das Buch startet rasant, lässt aber am Ende stark nach.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Neununddreißigneunzig" von Frédéric Beigbeder

    Ein absolut fantastischer Roman mit krachend rasantem Ende und ohne Vollbremsung.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Neununddreißigneunzig. 39.90" von Frédéric Beigbeder

    Zynisch, selbstverliebt, provozierend um der Provokation willen - selbst der Style des Autors passt perfekt in die Werbe-Glamour-Welt, die er beschreibt.
    Fazit:Eine Konsumkritik der anderen Art, selbstverliebt, aber brilliant geschrieben.

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    Marcels avatar
    Marcelvor 9 Jahren
    Rezension zu "Neununddreißigneunzig. 39.90" von Frédéric Beigbeder

    Octavo Parango ist Kreativer in der Pariser Werbeagentur Rossery & Witchcraft, verdient mit seinen 33 Jahren 13.000 Euro im Monat, fährt die neusten Wagen und trägt die teuersten Klamotten. Und er möchte gefeuert werden. Endlich raus aus dem schmutzigen Werbegeschäft. Aus diesem Grund schreibt er dieses Buch.

    Komplette Rezension lesen: http://readit.korsti.de/1002/frederic-beigbeder-neununddreissig-neunzig-rezension

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    »Mit diesem zornigen Insiderporträt der Werbeindustrie gelang Frédéric Beigbeder ein Romanhit.« Der Spiegel

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