Frédéric Zwicker Hier können Sie im Kreis gehen

(40)

Lovelybooks Bewertung

  • 37 Bibliotheken
  • 14 Follower
  • 2 Leser
  • 30 Rezensionen
(21)
(9)
(7)
(3)
(0)

Inhaltsangabe zu „Hier können Sie im Kreis gehen“ von Frédéric Zwicker

Im Alter von 91 Jahren kommt der demente Witwer Johannes Kehr ins Pflegeheim. Nur: Seine Demenz ist vorgetäuscht. Im Heim hofft Kehr, seine Ruhe zu finden. Aber so einfach ist es nicht. Er beobachtet die schrulligen, nicht selten aggressiven Mitbewohner und die Nachlässigkeit der Pfleger. Seine vorgetäuschte Demenz nutzt er, um Desserts zu stehlen und Gehhilfen unliebsamer Nachbarn zu verstecken. Bald aber wird seine Schauspielerei anspruchsvoller; je vertrauter ihm das Heim wird, desto größer ist die Gefahr einer Enttarnung. Als zufällig seine Jugendliebe Annemarie auftaucht, flackert die alte Zuneigung erneut auf. Ein literarisch feinfühliges Debüt, beobachtungsstark und intensiv.

Ein Buch was nicht weiß, was es eigentlich sein will. Nichts halbes und nichts ganzes, mit einen negativen Grundton.

— CocuriRuby
CocuriRuby

Eine Lektüre die zum Nachdenken anregt ... mich macht sie melancholisch.

— brenda_wolf
brenda_wolf

ein großartiges, bewegendes Buch!

— Vucha
Vucha

Eine Geschichte die zum Nachdenken anregt.

— twentytwo
twentytwo

Ein Buch das zum Nachdenken anregt

— Wihteblack
Wihteblack

Ein Gelungenes Debüt über die Themen Alter und Demenz, das sprachlich eher ungewöhnlich daherkommt.

— Jashrin
Jashrin

Keine leichte Kost, da es um das Thema Alter, den Alltag im Pflegeheim und Lebenserinnerungen geht, aber für mich große Literatur!

— vanessabln
vanessabln

Kurzweiliger Roman, der einen ganz besonderen Einblick in den Alltag von Pflegeheimen bietet.

— Salutcori
Salutcori

Danksagung: "An die Bewohner der Pflegeheime [...], die kaum je erfahren werden, dass ihnen hier ein bescheidenes Denkmal gesetzt wurde." <3

— PaulaAbigail
PaulaAbigail

Das Buch hat mich weicher gemacht, hat mich verändert. Über welches Buch kann man so etwas sagen?

— Claddy
Claddy

Stöbern in Romane

Töte mich

großártig wieder eine echte nothomb

mirin

In einem anderen Licht

Wie viel gutes muss man tun, um Vergangenes wieder gut zu machen? - Eine bewegende Geschichte über Verrat und Trauer

lillylena

Das saphirblaue Zimmer

Ein weiteres Jahreshighlight: spannend, geheimnisvoll und verwirrend - eine sehr komplexe Familiengeschichte. Für alle Fans von Teresa Simon

hasirasi2

Macadam oder Das Mädchen von Nr. 12

Macadam ist ein eine Sammlung von 11 berührenden Geschichten. Jede Geschichte handelt von einem anderen menschlichen Schicksal.

Die_Zeilenfluesterin

Acht Berge

Tolles Buch mit wunderschönen Worten geschrieben.

carathis

QualityLand

Kurzweilige Zukunftssatire

dowi333

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ein Buch was nicht weiß was es sein will

    Hier können Sie im Kreis gehen
    CocuriRuby

    CocuriRuby

    28. August 2017 um 17:25

    Ich hatte mir von diesem Buch etwas ganz anderes erhofft. Die Prämisse klang leicht skurril und der Autor ist u.a. Slammer, weshalb ich mir einen verschrobenen Humor und zu herzen gehende Geschichte erwartet – war es nicht. Das Buch bleibt im Grundton ziemlich ernst – weshalb dann für mich das Setting schon nicht mehr nachvollziehbar ist (also einfach so freiwillig so tun, als wäre man Dement). Es ist an sich gut geschrieben: nicht zu kalt, nicht zu emotionsgeschwängert und allgemein gut beobachtet. Man merkt, dass sich der Autor in diesem Milieu nicht fremd ist – er hat im Altersheim seinen Zivildienst abgeleistet. So liest sich das Buch aber auch – es wirft einen Blick darauf, wie es im Altersheim (Demenzstation) ist, vielleicht auch wie es ist alt zu sein. Aber es ist nicht so tiefgründig geschrieben, dass man wirklich ein Gefühl dafür bekommt. Generell fehlte mir der Tiefgang – oder die sprachliche Präzision das gut Beobachtete auch entsprechend wiederzugeben. Ich hatte mich gefragt, warum das Buch nicht aus Sicht des Zivildienstleistenden geschrieben wurde, statt aus der Sicht eines 91jährigen – das hätte dem Autor vielleicht mehr gelegen. Im Prinzip gibt es zwei Handlungsstränge, zum einen den aktuellen im Pflegeheim und Erinnerungen aus dem Leben des Protagonisten. Die Handlung ist dementsprechend relativ Sprunghaft, weil die Abschnitte sind sehr kurz – es sind immer nur kurze Momentaufnahmen die beschrieben wurden. Trotzdem lassen sich erstaunlich viele Wiederholungen finden. Hauptsächlich erzählt der Protagonist selbst seine Geschichte, zwischendurch gibt es aber auch vereinzelnde Abschnitte, die plötzlich im allwissenden Erzähler geschrieben sind, ohne für mich erkennbaren Grund. Was mich nicht sonderlich angesprochen hat war, dass fast alles in der Retroperspektive erzählt wurde. Es liest sich oft so, als wäre es eigentlich ein Brief – häufig an seine Enkelin, mit der er sich sehr verbunden fühlt – nicht genug um ihr die Wahrheit zu erzählen und ihr den Schmerz zu ersparen – oder er erzählt im Gedanken mit der Katze, etc. Selbst das aktuelle Geschehen ist meist nacherzählt. Das wirkte auf mich sehr unpersönlich. Das Buch konnte mich überhaupt nicht packen – ich fand es größtenteils langweilig und es hinterlässt auch nicht gerade ein sonderlich gutes Gefühl. Das Buch sorgt nicht dafür, dass man sich darauf freut alt zu werden. Es trägt eher den Tonus, wer ins Altersheim geht, geht dorthin um zu sterben. Punkt. Es war aber auch nicht so, dass das Buch sonderlich kontrovers gewesen wäre oder man schockierende Dinge erfahren hätte, mit denen man nie gerechnet hätte oder noch nie vorher gehört hätte. Gelegentlich gab es Momente, die gut beobachtet und was bedrückendes an sich hatten (also eine Emotion in mir ausgelöst haben). Die waren aber auch eher kurz. Manchmal Schwang auch mit, dass man sein Leben jetzt leben soll und nicht erst dann, wenn sein Leben zu Tagträumen verwelkt. Aber hauptsächlich muss man sich auf eine negative Grundstimmung einstellen. Nach dem Motto: Du wirst alt werden, jeder verdrängt es, aber gegen die Tatsache selbst kannst du nichts tun und es wird scheiße und traurig und entwürdigend werden – finde dich damit ab. Glückwunsch. Fazit Letztlich ist es kein wirklich schlechtes Buch, aber es weiß meines Erachtens nicht so genau, was es eigentlich sein will. Eine witzige, skurrile Geschichte ist es nicht. Für eine Parabel war es nicht scharfsinnig genug, für eine Anekdote nicht charismatisch genug, für eine Reportage gab es kein Erkenntnisgewinn; ich fand es auch nicht literarisch wertvoll, weil es sprachlich nicht präzise genug war oder mich in meinen Grundfesten erschüttert hat. Das Buch hat mir nichts gegeben.

    Mehr
  • Hier können sie im Kreis gehen

    Hier können Sie im Kreis gehen
    twentytwo

    twentytwo

    20. March 2017 um 11:01

    Nachdem Johannes Kehr sich bis ins hohe Alter noch selbst versorgt hat, beschließt er dass es endlich an der Zeit ist sich um seine altersgerechte Versorgung zu kümmern. Um seine Familie nicht mit seiner Pflege zu belasten, fällt seine Wahl auf das örtliche Pflegeheim, auch wenn er dazu den ein oder anderen Kompromiss eingehen muss. Um sich einen, wenn auch beschränkten, Freiraum zu verschaffen, legt er sich eine zweckorientierte Demenz zu, die ihm im Rahmen der strengen Heimregularien kleine Freiheiten ermöglichen soll. Im Grunde genommen klappt dies ganz gut und es gelingt ihm erstaunlich gut sich mit den neuen Umständen zu arrangieren. Als aber seine einstige große Liebe ebenfalls in das Heim kommt befallen ihn erhebliche Zweifel und zwingen ihn dazu sein Konzept neu zu Überdenken.FazitEine sehr einfühlsame Geschichte, die sich intensiv mit dem Alter und seiner Problematik auseinandersetzt und durch die ungewöhnlichen Perspektive dazu anregt sich diesem Thema einmal von einer anderen Seite zu nähern.

    Mehr
  • "... ein bescheidenes Denkmal"

    Hier können Sie im Kreis gehen
    PaulaAbigail

    PaulaAbigail

    21. February 2017 um 17:49

    Der demente 91-jährige Herr Kehr wird ins Pflegeheim eingewiesen; und alle gehen sie ihm auf den Leim. Herr Kehr nämlich ist wohlauf und die Demenz nur vorgetäuscht. Hier können Sie im Kreis gehen ist definitiv ein Roman über Familie, aber auch über das Leben im Pflegeheim und mit der Krankheit Demenz, generell über das Alter und Älter werden. Schön finde ich vor allem auch, dass Frédéric Zwicker seinen Zivildienst im Pflegeheim absolviert hat und somit hautnah erzählen kann. Zuletzt danke ich all den Bewohnerinnen und Bewohnern der Pflegeheime, die mich nicht nur zu diesem Buch inspiriert haben und die kaum je erfahren werden, dass ihnen hier ein bescheidenes Denkmal gesetzt wurde. (aus der Danksagung) Viel mehr möchte ich dazu eigentlich gar nicht sagen, ausser: Lesen und weitererzählen erwünscht

    Mehr
  • "Früher oder später passiert es sowieso"

    Hier können Sie im Kreis gehen
    19angelika63

    19angelika63

    31. January 2017 um 13:57

    Klappentext „Früher oder später passiert es sowieso.“ Mit dieser Einsicht in die Notwendigkeit plant Kehr im Pflegeheim das Leben, das ihm nach dem Tod seiner Frau noch bleibt. Zu seiner Tochter hat er keinen guten Draht, seine Enkelin Sophie liebt er, aber sie erwartet ein Kind, und er will sie nicht zu sehr beanspruchen. Im Pflegeheim hofft Kehr seine Ruhe zu finden. Aber so einfach ist es nicht. Er beobachtet die schrulligen, nicht selten aggressiven Mitbewohner und die Bemühungen der Pfleger. Seine vorgetäuschte Demenz nutz er um Desserts zu stehlen, Gehhilfen unliebsamer Nachbar zu verstecken und sich seine Freiheiten herauszunehmen. Bald aber wird seien Schauspielerei anspruchsvoller; je vertrauter ihm das Heim wird, desto größer ist die Gefahr der Enttarnung. Als zufällig seien Jugendliebe Annemarie auftaucht, flackert die alte Zuneigung erneut auf. „Ich habe lange zugeschaut. Als ich jung war, sah ich die Leute alt werden und verblassen. Sie entfernten sich scheinbar von mir, es war die Vergänglichkeit, die ich den Menschen ansah. Ich hatte alles vor mir. Mein Leben hatte noch gar nicht angefangen. Später sah ich die Menschen dann zu mir heranwachsen. Ich hatte sie überholt, und sie waren mir auf den Fersen. Und bald fühlte ich mich in die Enge getrieben. Den Weg nach vorne versperrte mir der Tod, der immer unverhohlener auf mich schielte, während er erst sporadisch, bald regelmäßig an die Türen meiner bekannten klopfte. Er war mir ein altbekannter und doch nicht minder unsympathischer Begleiter. (…)Letzter Akt: die letzte Sünde. Anstatt ihre verbleibende Zeit in die Hand zu nehmen, anstatt nach vorne zu schauen, wie sie es früher immer wollten, drehen sie sich um.“ (Seite 5/ 6) Kehr ist 91 Jahre alt und beschließt seine letzten Tage in einem Pflegeheim zu verbringen. Und damit er dorthin gelangt, macht er einen auf „Dement“. Er macht dies, um der lieben Familie nicht zur Last zu fallen. Obwohl, eigentlich ist da nur noch seine geliebte Enkeltochter Sophie, denn zur Tochter hat er seit Jahren keinen Kontakt. Doch Sophie ist schwanger und Kehr möchte ihr auf keinen Fall eine Last sein, sollte er plötzlich erkranken. Darum sein Entschluss i „ Ich war dem Winter stets dankbar, wenn viel Schnee fiel, der den Lärm dämpfte und viel Hässliches zudeckte.“ (Seite 38) Die Geschichte kommt in kurzen und knappen Kapiteln mit eben solchen Sätzen daher. Für mich ein stilistische Mittel um zu zeigen, dass nicht mehr viel Zeit bliebt und es jetzt an der Zeit ist sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. In allen Kapiteln geht es immer um Kehr. Mal wird etwas über ihn erzählt, mal erzählt er selber. Obwohl Kehr ein gesunder Mann ist, wird schnell klar warum und wie es sich auf seine Zeit als Demenzkranker vorbereitet hat. An vielen Stellen muss ich inne halten, da sie mich sehr bewegen … Vor allem wenn seine Enkeltochter Sophie zu Besuch kommt und Kehr konsequent seine „Rolle“ durchzieht, obwohl er sieht wie sehr Sophie darunter leidet. Oder wenn er sich an sein Leben erinnert und  über den Verlust seines Sohnes spricht … Dann gibt es Stellen, die mich laut auflachen lassen … dieses Buch ist ein Wechselbad der Gefühle. „Früher konnte man noch rechtzeitig sterben. Irgendwann hat man das verlernt. Man hat keine Zeit mehr für den Tod, weil man noch Direktor, Millionärin oder vierfacher Ehemann werden wollte. Man hat angefangen, sich selbst so wichtig zu nehmen, dass man vergessen hat, nur das zu bedeuten, was man jenen bedeutet, die einem etwas bedeuten. Man hat den Tod in unserer Gesellschaft aus dem Leben vertrieben.“ (Seite 90) Frédéric Zwickers Debüt hat mir inhaltlich als auch sprachlich sehr gut gefallen. Er zeichnet einen Mann auf, der mit 91 Jahren an einem Punkt angekommen ist, an dem er eine Rückschau auf sein Leben hält und einen Ausblick auf das was noch kommen kann. Dabei setzt er sich auch mit dem nahenden Tod auseinander. Zwickers Protagonist ist dabei manchmal zynisch und hart, manchmal liebevoll und weich. Ein wirklich gelungenes Debüt, das noch lange nachwirkt!

    Mehr
    • 6
  • Hier können sie im Kreis gehen

    Hier können Sie im Kreis gehen
    Wihteblack

    Wihteblack

    12. November 2016 um 19:10

    In diesem Buch geht es um Herr Kehr der mit 91Jahren ins Pflegeheim geht und vorgibt unter Demenz zu sein. Das gelingt ihm auch gut niemand schöpft Verdacht bis seine Jugendliebe auftaucht. Herr Kehr beobachtet seine Mitbewohner und liesst Krankenakten heimlich und geht heimlich raus aus dem Heim.Es ist ein sehr feinfühliges Buch das zum Nachdenken einem bringt.

  • Ein gelungenes Debüt, das zum Nachdenken anregt

    Hier können Sie im Kreis gehen
    Jashrin

    Jashrin

    04. October 2016 um 13:23

    Johannes Kehr hat inzwischen ein hohes Alter erreicht und geht mit 91 Jahren freiwillig in ein Altersheim. Zum einen möchte er niemandem, besonders nicht seiner Enkelin, zu Last fallen, zum anderen hofft er, dass er dort seine Ruhe haben wird. Aus diesem Grund täuscht er auch eine Demenz vor. Auf dieser Weise braucht er sich um nichts zu kümmern, und wenn ihm irgendetwas nicht gefällt, dann hat er das leider vergessen. Er nutzt seine vorgetäuschte Demenz zum Beispiel dafür, sich auch mal einen zusätzlichen Nachtisch zu stibitzen oder er nimmt ganz aus Versehen die Gehhilfe einer anderen Bewohnerin mit – wenn diese dann den anderen eine Weile nicht auf die Nerven gehen kann, ist das doch nicht so schlimm, oder? Doch mit den Wochen wird es immer schwieriger den Schein zu wahren und als dann auch noch seine Jugendliebe Annemarie ins Heim kommt, fällt es ihm besonders schwer nicht mit ihr in alten Erinnerungen zu schwelgen. Wie lange kann er seine Mitmenschen täuschen? Oder täuscht er am Ende sich selber? Frédéric Zwicker greift in seinem Debütroman ein sensibles und auch aktuelles Thema auf. Wie geht es den Menschen in den Pflege- und Altersheimen? Was bestimmt ihr Leben und inwieweit können die Pflegekräfte auf den einzelnen eingehen?                                                                                                  In einer Zeit, in der viele Menschen pflegebedürftig sind und oft händeringend nach genügend Personal gesucht wird, trifft der Autor dieses feinfühlig erzählten Buches den richtigen Ton und schafft es, dem Leser ganz unauffällig vielerlei Denkanstöße zu geben. Der Alltag im Pflegeheim wird authentisch beschrieben, mit einem ebenso genauen Blick wie ihn auch die Figur von Herrn Kehr hat: es geht um die Pflegekräfte, die nicht auf alles eingehen können und zum Teil auch nicht wollen, die Bewohner, die sich oft in hohem Alter noch einmal ganz umstellen müssen und in Ansätzen auch um die Familien, die einen Angehörigen im Heim besuchen. Die Erzählweise und vor allem die Worte, die der Autor Herrn Kehr in den Mund legt, sind teils zynisch und erscheinen in manchen Passagen fast menschenverachtend, doch für mich sind sie das keinesfalls. Frédéric Zwicker fängt meines Erachtens nach zwar teils schonungslos, doch niemals abwertend, die Realität in einem Pflegeheim ein. Viele Aspekte lassen sich einfach nicht Schönreden und man sollte es auch nicht krampfhaft versuchen. Das Buch dreht sich ausschließlich um Herrn Kehr. Die Perspektive wechselt immer wieder zwischen seinen Gedanken und Erinnerungen, aktuellen Situationen aus der Ich -Perspektive und Erzählungen aus Sicht eines neutralen Erzählers, der sich aber auch immer auf Situationen mit Herrn Kehr beschränkt. Die vielen kurzen Kapitel, manche nicht mal eine halbe Seite lang, erzählen eine eindringliche Geschichte und werfen - jedes für sich - neue Aspekte auf. So entsteht ein Mosaik von Herrn Kehrs bewegtem Leben. Sowohl die Vergangenheit als auch die Gegenwart werden geschildert, jedoch nicht in chronologischer Reihenfolge. Gerade seine Gedanken springen hin und her auch seine Beweggründe ins Heim zu gehen werden erst nach und nach deutlicher. Seine Enkelin Sophie ist für ihn der wichtigste Mensch und wie er sagt, erzählt er seine Geschichte für sie. Neben seiner Familie und einigen anderen für ihn wichtigen Personen, gibt es auch viele Heimbewohner, die der Leser nach und nach kennenlernt. Sei es die eher unbeliebte und zickige Frau Tüsser, der schizophrene Herr Konrad oder auch Frau Hülster, die stets die eine, gleiche Geschichte erzählt. Alle haben ihre Eigenheiten, sind beliebt, schrullig, einsam oder überfordert. Vor allem der demente Herr Müller hat mich sehr berührt. Immer wieder steht er auf dem Flur, doch niemand nennt ihm die Zahlenkombination für die Stationstür und so steht er regelmäßig dort und versucht vergeblich hinauszukommen - bis ihn eine Pflegekraft wieder zurückbringt. Auch das Schicksal von Frau Fassbinder hat mich betroffen gemacht und wirft die Frage auf, ob es eigentlich eine Alternative zu den üblichen Pflegeheimen gibt, die nicht nur bezahlbar, sondern auch praktikabel ist. Mein Fazit: Durch die ständig wechselnde Perspektive war das Buch anfangs eine Herausforderung für mich, doch es hat sich gelohnt, sich darauf einzulassen. Ein sprachlich interessantes Buch, das sich auf eine ungewöhnliche Weise dem Thema Alter und Demenz nähert und dass mich letztlich voll und ganz überzeugen konnte. Ein gelungenes Debüt, das gut unterhält und seine Leser zum Nachdenken animiert.

    Mehr
  • Intelligentes, tiefsinniges Debüt zum Thema Alter

    Hier können Sie im Kreis gehen
    vanessabln

    vanessabln

    01. October 2016 um 20:51

    Von diesem Debüt bin ich sehr positiv überrascht worden. Eigentlich hatte ich wohl eher etwas Humorvolles für zwischendurch erwartet. Der Anfang war dann etwas schwierig aufgrund der kurzen, unzusammenhängenden Absätze. Je mehr ich las, desto beeindruckender fand ich das Buch jedoch. Der 91-jährige Protagonist ist anfangs schwer durchschaubar, aber dann kann man ihn immer besser verstehen. Johannes Kehr hat sich freiwillig entschlossen, ins Pflegeheim zu ziehen, um dort Demenz vorzutäuschen. Tatsächlich beobachtet er alles ganz genau und ist geistig noch erstaunlich rege. Er kommentiert die unterschiedlichsten "Mitinsassen" und treibt mitunter seine Späße mit ihnen. Um sich etwas Freiheit zu bewahren, büxt er hin und wieder aus zu einem Spaziergang. Bunt gemischt mit dieser Gegenwart im Pflegeheim sind immer wieder Absätze mit seinen Erinnerungen eingefügt. Die Kindheit, die eigenen Kinder und die Enkelin spielen eine Rolle, ebenso die verstorbene Ehefrau und die Jugendliebe (die sogar noch in der Gegenwart ihre Rolle bekommt). Aber auch Herr Kehrs kritischer Blick auf die Welt und die Menschen, die ihn umgeben, kommt immer mehr zum Vorschein. Zum Schluss habe ich Johannes Kehr mit seiner ganz eigenen, zurückhaltenden Art sehr gemocht.Das Buch konnte ich nur langsam lesen, es ist doch ziemlich tiefsinnig, wenn auch mit feinem Humor gespickt. Leichte Kost ist es bestimmt nicht, nicht nur wegen der traurigen Abschnitte aus dem Leben des Protagonisten. Natürlich spielt das Thema Alter mit all seinen Auswirkungen die Hauptrolle. Man erfährt viel über das Leben im Pflegeheim, das der Autor mit feinfühligem Blick, aber auch deutlich und sprachlich beeindruckend beschreibt. Für ein Debüt ist das Buch eine große Überraschung, die beim Blick auf das junge Alter des Autors nur noch größer wird. In dem relativ kurzen Roman verbergen sich viele intelligente Sätze, die für mich große Literatur sind.

    Mehr
  • Hier können Sie im Kreis gehen

    Hier können Sie im Kreis gehen
    Salutcori

    Salutcori

    27. September 2016 um 21:39

    Der Debütroman "Hier können Sie im Kreis gehen" des Schweizer Autoren Frédéric Zwicker im Nagel & Kimche Verlag 2016 erschienen erzählt die Geschichte des 91-jährigen Johannes Kehr. Kehr lebt mit der Diagnose "Fortgeschrittene Demenz" im Pflegeheim. Diese ist aber nur vorgetäuscht. Zwicker schafft mit diesem besonderen Erzähler einen unverwechselbaren Einblick in den Alltag eines Pflegeheims. Durch diese besondere Perspektive werden Themen wie Betreuungsangebote und der Umgang des mangelnden Pflegepersonals mit den zu Pflegenden amüsant und schonungslos offen erzählt. Das ist manchmal todtraurig und manchmal komisch - diese Ambivalenz kommt jedem, der Kontakt mit der Pflege von Menschen zu tun hat, bekannt vor. Die Figuren - insbesondere Herr Kehr - sind lebendig beschrieben und haben von Seite eins an die volle Sympathie. Insbesondere der liebevolle Umgang zwischen ihm und seiner Enkelin sind herzerwärmend. Das 158 Seiten lange Hardcover ist handlich und sehr schön gestaltet. Bereits das Cover zeigt einen älteren Mann und den obligatorischen Kreis, der sich schon im Titel findet. Die Einschränkung des Bewegungsradius älterer oder zu pflegender Menschen wird hier deutlich. Das ist auch das Fazit, das für mich am Ende der Lektüre steht: es ist erschreckend wie sehr die Gesellschaft ältere oder zu pflegende Menschen einschränkt und ihnen so die Eigenständigkeit mehr und mehr entzieht - wie bei Vögeln, deren Flügel verkümmern. Fazit: Frédéric Zwicker hat durch umfangreiche Recherchen einen Roman geschrieben, der einen einzigartigen und gleichsam unterhaltsamen Einblick in Pflegeheime schafft. Dabei zeigt er die Menschen, die trotz schwerer körperlicher Einschränkungen ihre Menschlichkeit nicht verlieren. Das Altwerden gehört zum Leben dazu - warum verleugnen wir es dann und sperren die Alten aus?

    Mehr
  • Mitreißend von der ersten Zeile an

    Hier können Sie im Kreis gehen
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    26. September 2016 um 14:45

    Mitreißend von der ersten Zeile an„Hunde sind mir zu menschlich mit ihrem Gepolter; Gehechel und Gebell“.So sieht das Herr Kehr mit seinen 91 Jahren. Und noch viel mehr sieht der Mann, was den Zuschauer umgehend berührt, emotional abholt und mitten hineinversetzt. Nicht nur in die Lage des Herrn Kehr, sondern auch in seine misanthropisch scheinende, im Blick auf die ein oder andere Person seines Lebens aber doch auch mit einem weichen Kern versehene, Persönlichkeit.In raschen Wechseln der Kapitel, die allerdings allesamt sich um Herrn Kehr drehen (mal aus der Ich-Perspektive innerlich erzählt, mal in kurzen, äußeren Beobachtungen gesetzt) wird langsam, aber sicher deutlich, was diesen gestandenen, zähen, geistig vor allem gesunden Mann, dazu gebracht hat, sich (intensiv vorbereitet) in dieses Pflegeheim auf die „Fast-Demenz“ Station bringen zu lassen.Ein Überdruss an Leben einerseits, klar. Ein kühler, oft verächtlicher Blick auf „die Menschen“ in ihrem Gewusel, ihren Wichtigkeiten, ihrer Selbstbezogenheit.Daneben aber auch das Ringen um Fassen ob all der Verluste. Frau, Sohn, alle Freunde des ehemals stattlichen Freundeskreises.Erinnerungen an das eigene Leben tauchen auf und werden eingeflochten, wie ebenso, unprätentiös und kurz, aber mit jedem Satz treffend, der „Alltag auf Station“ trocken und zynisch geschildert wird.Die „Tee-Schwemme“ genauso, wie der „Harem“ des einzig noch sexuell aktiven Mannes auf der Station (beim Rest ginge da nichts mehr, beim besten Willen nicht).Und die Weichheit des Mannes lugt ebenso, knapp, klar, mitreißend, um die Ecke all des Erzählten. Seine Enkelin Sophie, das ist sein Augenstern. Und bei dieser wird sich auch der Grund finden lassen, warum er in diesem Heim den Dementen (zunächst zumindest) nur „spielt“.„Sophie, diese Geschichte ist für Dich, Ich erzähle sie Dir, weil Du sie nicht hören kannst“.Weder kitschig, noch sentimental wird Zwicker bei all dem in seiner Erzählweise, noch zu distanziert oder kühl. Immer bleibt er persönlich im Ton und folgt seiner Hauptfigur durch die Betrachtungen des Lebens, in eine gewisse, wenn auch leicht zynische (aber überaus ansprechende und passende) Altersweisheit hinein. Folgt Kehr bei seinen „Hobbys“, anderen Streiche spielen (der verbissenen und gefühlskalten „christlichen Missionarin“ auf der Station, dem „Dessert-Klau“ und vielem anderen) und erschafft so mit Verve ein echt4es, fassbares, emotional dichtes Leben, das vor den Augen des Leser in und um diesen Herrn Kehr herum entsteht,„Wer mich kennt, hält das hier für einen Epilog…… ist in Tat und Wahrheit ein neuer Film, Quais eine optische Täuschung“.Wobei, „das Angenehmste an Pflegeheimen ist, das nur wenige Insassen nachtragend sind. Dazu fehlt ihnen das Erinnerungsvermögen“.Mit Momenten auch, bei denen der Leser schlucken muss. Wenn Sophie zu Besuch kommt und Kehr aus Liebe seine Rolle konsequent durchhält. Wenn der ungeschönte Blick auf diese „letzte Station“ im Leben der Bewohner drängend in den Raum tritt. Wenn Kehr an seinen Sohn Paul, an die eigene Kindheit denkt, all die Dramen seines Lebens.Bis dann Annemarie einzieht. Mit der Herrn Kehr etwas besonders verbindet, was einiges in ihm und auf der Station ändern wird.Ein sprachlich ganz hervorragender, genau im richtigen, anfassenden Tonfall erzählter Roman mit einem sehr besonderen Sujet und einer überragend gezeichneten Hauptfigur.Eine Perle von Debüt-Roman.

    Mehr
    • 4
  • Leserunde zu "Hier können Sie im Kreis gehen" von Frédéric Zwicker

    Hier können Sie im Kreis gehen
    TanjaMaFi

    TanjaMaFi

    Ein Rentner mischt das Pflegeheim auf Was machen wir eigentlich, wenn wir alt werden und uns nach Ruhe sehnen? In seinem Debütroman "Hier können Sie im Kreis gehen" erzählt Frédéric Zwicker einfühlsam die Geschichte von Johannes Kehr. Der 91-Jährige ist ins Pflegeheim gezogen und täuscht dort Demenz vor, um so ein beschauliches Leben zu führen. Doch je länger er im Pflegeheim ist, desto schwieriger wird es, das Schauspiel aufrecht zu erhalten. Und dann begegnet er auch noch seiner Jugendliebe Annemarie...Lernt in unserer Leserunde den eigensinnigen Rentner Johannes kennen und erlebt mit ihm das Leben aus einer ganz anderen Perspektive. Außerdem nimmt Autor Frédéric Zwicker an der Leserunde teil und ihr könnt ihm eure Fragen rund um das Buch stellen!Mehr zum InhaltIm Alter von 91 Jahren kommt der demente Witwer Johannes Kehr ins Pflegeheim. Nur: Seine Demenz ist vorgetäuscht. Im Heim hofft Kehr, seine Ruhe zu finden. Aber so einfach ist es nicht.  Er beobachtet die schrulligen, nicht selten aggressiven Mitbewohner und die Nachlässigkeit der Pfleger. Seine vorgetäuschte Demenz nutzt er, um Desserts zu stehlen und Gehhilfen unliebsamer Nachbarn zu verstecken. Bald aber wird seine Schauspielerei anspruchsvoller; je vertrauter ihm das Heim wird, desto größer ist die Gefahr einer Enttarnung. Als zufällig seine Jugendliebe Annemarie auftaucht, flackert die alte Zuneigung erneut auf. Ein literarisch feinfühliges Debüt, beobachtungsstark und intensiv.Mehr zum Autor1983 wurde Frédéric Zwicker im schweizerischen Lausanne geboren, wuchs jedoch in Rapperswil-Jona am Zürichsee auf. Er studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Universität in Zürich und nahm während seines Studiums an diversen Poetry Slams teil. Mit seiner Band "Knuts Koffer" setzte er einige seiner Texte musikalisch um. Er arbeitete unter anderem als Werbetexter, Journalist und Musiklehrer und ist mittlerweile für die Redaktion der Kulturzeitschrift "Saiten" tätig. Frédéric Zwicker lebt momentan wieder am Zürichsee und hat vor Kurzem seinen Debütroman "Hier können Sie im Kreis gehen" veröffentlicht.Mit Nagel & Kimche verlosen wir 25 Exemplare von "Hier können Sie im Kreis gehen"! Wollt ihr Testleser* für Frédéric Zwickers beobachtungsstarken Debütroman werden? Dann beantwortet einfach folgende Frage:Johannes Kehr wählt einen sehr speziellen Weg, seinen Ruhestand zu verbringen. Wie stellt ihr euch euren eigenen Lebensabend vor?Ich freue mich auf eure Antworten und drücke euch fest die Daumen!*Bitte nehmt an den Leseabschnitten und Themen teil undbeachtet auch unsere Richtlinien zur Teilnahme an Leserunden:  http://www.lovelybooks.de/info/richtlinien-lr-bv/

    Mehr
    • 565
  • So viel Aussage in so wenig Text: beinahe ein Wunder!

    Hier können Sie im Kreis gehen
    Claddy

    Claddy

    20. September 2016 um 22:34

    Johannes Kehr, 91 Jahre, begibt sich ins Pflegeheim. Dort denkt er nach. Über sich, über die anderen, über das Leben. Und er verstellt sich. Denn dement, wie er andere glauben machen will, ist er nicht. Frédéric Zwicker hat ein wunderbares Werk geschaffen. Ironisch, philosophisch und eigenbrötlerisch beschreitet sein erstaunlicher Protagonist eine heimliche Bühne zu einem letzten Akt. Alle führt er an der Nase herum. Studiert, eingeübt hat er sein scheinbares geistiges Versagen, um nicht vorzeitig entlarvt zu werden. Kehr ist ein guter Beobachter. Er schaut genau hin und erzählt in kleinen Häppchen. Von den Eigenarten der anderen Bewohner, die er gerne auch Insassen nennt. Von Besuchern und Mitarbeitern. Von Familie und von Vergangenheit. Immer wieder auch von der überwältigenden Liebe zu seiner Enkelin Sophie. Schrittweise führt er durch Etappen seines Lebens, nicht uns, nicht den Leser, sondern das Kätzchen, das ihn häufig besucht. Streiche spielt er mitunter. Teils aus Spaß, teils, weil die Rolle es ihm gebietet. Manchmal wechselt die Perspektive, dann sieht man ihn von außen. So, wie alle ihn sehen, den alten Mann, der seine Sinne nicht mehr so recht beisammen hat, der vermeintlich Unsinniges tut, Nachsicht einfordert, Geduld strapaziert. Im Laufe der Geschichte wird klar: Kehrs Beweggründe sind nachvollziehbar, sein Handeln ist so abstrus nicht, wie es anfangs erscheint. Zwicker, so jung noch, beweist, dass er sich in Alte hinein fühlen kann wie kaum ein anderer. Zudem macht seine sensible und schelmische Sprache das Lesen zu einem exquisiten Erlebnis. Tiefsinnige Doppeldeutigkeiten sind allerorten versteckt und rufen den Eindruck hervor, so unendlich viel mehr gelesen zu haben als die nicht einmal 160 Seiten, die das Büchlein umfasst. Die Bandbreite der Emotionen, die das Buch auszulösen vermag, ist gigantisch. Selten hat ein Buch so heiter und gleichzeitig so tieftraurig gestimmt! Wer anspruchsvolle, schöne Literatur mag und sich für Menschen interessiert, sollte, wer sich für alte Menschen interessiert, muss dieses Buch lesen.

    Mehr
  • Humorvoll, aber mit berührendem Tiefgang, die letzte Station

    Hier können Sie im Kreis gehen
    Lemala

    Lemala

    18. September 2016 um 15:03

    Es gibt Bücher, die etwas an sich haben, das kein anderes Buch auf diese Weise ausstrahlt; etwas, das nicht nur einfach die Kombination einer ausgeklügelten Handlung mit einem hervorragenden Ausdruck ist, sondern über die Teile des Ganzen hinausreicht, weil es den Leser bewegt und auf eine gedankliche Reise mitnimmt, die unvergleichbar ist. Und so ein Buch ist ,, Hier können Sie im Kreis gehen" von Frederic Zwicker, erschienen im August 2016 im Verlag Nagel & Kimche in der Schweiz. Johannes Kehr lässt sein Leben Revue passieren und beschliesst mit 91 Jahren in ein Altersheim zu ziehen. Mit einer vorgetäuschten Demenz versucht er kleine Vorteile für sich zu erzielen bis, ja bis seine Jugendliebe Annemarie auftaucht. An diesem Werk fasziniert mich ganz besonders, wie grade ein soo junger Autor bemerkenswert präzise das Vorgehen alter Menschen beschreibt, da die meisten jungen Leute wenig Intresse am Altsein hegen. Auch meine Mutter lebt seit kurzem in einem Pflegeheim und ist dement, so konnte ich sehr vieles nachvollziehen und beobachten. Das Buch beendete ich mit Tränen, die mir übers Gesicht liefen. Das letzte Kapitel - schlicht, vorhersehbar und doch soo emotional. Der Schreibstil gefiel mir sehr gut, wie auch die kurzen Kapitel. Die abwechselnde Erzählperspektive störte mich absolut nicht, ich war sofort wieder im Geschehen. Wenn hier und da einige Leser über eine ab und zu harte Wortwahl klagen, so spiegelt sie doch die ( traurige) Realität deutlich wieder. Meine Leseempfehlung richtet sich an alle diejenigen, die wissen wollen wie sich das Altsein anfühlt.

    Mehr
  • Die Geschichte des Johannes Kern im Pflegeheim hätte sicherlich einiges Potenzial gehabt.

    Hier können Sie im Kreis gehen
    zuckermaus78

    zuckermaus78

    14. September 2016 um 15:43

    Ich hatte mir etwas ganz Anderes erwartet. Zu aller erst war ich über die Knappheit von 160 Seiten überrascht. Na gut, das sagt ja bekanntlich nichts aus... Voller Vorfreude stürzte ich mich auf die Geschichte des alten Mannes der sich "freiwillig" in ein Altersheim begibt. Was  soll ich sagen? Es dauerte für mich sehr lange mich in diesem Buch zurecht zu finden. Der Perspektivenwechsel, die kurzen Kapital, das alles hat mich wenig angesprochen. Vor allem der Perspektivenwechsel war für mich auf den ersten 20 Seiten schwer nachvollziehbar. Positiv hervorzuheben ist der Schreibstil von Frederic Zwicker. Dieser hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die kleinen mehr oder weniger "bösen" Streiche des alten Mannes, das Treffen mit seiner Jugendliebe haben mich ein wenig entschädigt. Leider wurde dieser Roman meinen Ansprüchen nicht gerecht, was ich sehr schade finde. Die Geschichte des Johannes Kern im Pflegeheim hätte sicherlich einiges Potenzial gehabt.

    Mehr
  • Empfehlenswert für Personen mit Erfahrungen im Bereich Demenz

    Hier können Sie im Kreis gehen
    Daniz86

    Daniz86

    14. September 2016 um 14:03

    Ich hatte sehr viele Schwierigkeiten zu Beginn in das Buch reinzukommen. Die Erzählweise speziell die vielen kurzen Kapitel die auf verschiedenen sichten erzählt werden waren sehr anstrengend zu lesen und ich habe ca. bis Seite 50 gebraucht um endlich einigermaßen mit dieser Art der Geschichte klarzukommen. Aber so richtig daran gewöhnt habe ich mich während des gesamten Buches nicht. Hätte ich das Buch nicht gewonnen um bei der Leserunde mitzumachen hätte ich es auch wahrscheinlich nie zu Ende gelesen. Andererseits passt die Art der Erzählung natürlich perfekt zum Thema da sich bei Demenzkranken ja auch nicht immer alles in der richtigen Reihenfolge abspielt. Deshalb denke ich für Menschen mit Bezug zu diesem Thema ist es bestimmt interessant zu lesen. Für mich persönlich hätte es in diesem Buch ruhig mehr Handlungen vielleicht auch Streiche von Herrn Kehr geben dürfen. Das Ende war einerseits so wie von Anfang an erwartet aber andererseits auch überraschend. Einige Überraschungen mit denen ich nicht gerechnet habe gab es auch im Verlauf des Buches. Es war zum großen Teil amüsant zu lesen aber manchmal auch zu heftig für meinen Geschmack. Fazit: Das Buch ist meiner Meinung nach leider mir für Personen mit Bezug zum Thema Demenz empfehlenswert. Für alle anderen ist schon alleine der Schreibstil und teilweise die Sprache harte Kost und kein Lesevergnügen.

    Mehr
  • Könige des Chaos

    Hier können Sie im Kreis gehen
    LimitLess

    LimitLess

    12. September 2016 um 10:28

    Hier können Sie im Kreis gehen ist eine sehr sarkastische Beobachtung eines Pflegeheims und seinen dementen Bewohnern. Durch den klaren Blick von Johannes Kehr, der sich nur als dement ausgibt, kommen Bewohner, Pfleger und Angehörige nicht so gut weg. Seine persönlichen Erfahrungen hat der Autor gekonnt in die Geschichte eingebaut und nebenher Themen wie das Leben, den Tod, Familie und Liebe nicht ausgespart. Fast durchgehend in Monologform erzählt Herr Kehr von seinem bisherigen Leben und seinen Gedanken und Innenleben. Die Perspektive wechselt ungewohnt zwischen der ich-Form, also aus der Sicht von Herrn Kehr, und einer Beobachterperspektive, die Herrn Kehr während seines Alltags im Pflegeheim begleitet. Mir war es ehrlich gesagt zu viel Monolog und zu wenig Handlung. Ich hatte andere Erwartungen an das Buch, die es nur teilweise erfüllen konnte. Die wenigen Streiche, die Herr Kehr seinen Mitmenschen spielt waren mir zu wenig. Die Ausführungen über sein Leben haben mich nicht wirklich interessiert und für mich blieb lange unklar, wie man als völlig gesunder Mensch in ein Heim für Demenzkranke geht. Freiwillig. Es kommt zwar eine Art von Erklärung, aber es blieb mir trotzdem suspekt. Der Schreibstil hat mir jedoch gefallen. Die Geschichte ließ sich flüssig lesen und aufgrund der Kürze war man auch schnell durch. Die Kapitel waren aber wirklich extrem kurz und die Perspektivenwechsel dementsprechend schnell hintereinander. Herr Kehr als Hauptfigur war mir nie wirklich sympathisch und auch das Auftauchen seiner Jugendliebe konnte für mich nichts mehr rausreißen. Fazit Eine kritische sowie humorvolle Beobachtung eines Pflegeheimes für Demenzkranke, die jedoch mit dem fast durchgehenden Monolog des Hauptprotagonisten, der fehlenden Handlung und den weniger interessanten Rückblenden meine Erwartungen nicht erfüllen konnte. Die Kürze der Geschichte passte für mich deswegen gut, da ich nicht viel mehr in dieser Form von Herrn Kehr lesen wollte.

    Mehr
  • weitere