Die kleine Souvenirverkäuferin

von François Lelord 
3,6 Sterne bei60 Bewertungen
Die kleine Souvenirverkäuferin
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (35):
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Einfach schön

Kritisch (8):
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Das Buch konnte mich leider so gar nicht packen und ich habe es nicht fertig gelesen, was eigentlich so gar nicht meine Art ist...

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Inhaltsangabe zu "Die kleine Souvenirverkäuferin"

Hanoi in den 90er Jahren: Julien, ein junger Arzt aus Paris beginnt gerade, das durch den Bürgerkrieg zutiefst traumatisierte Land und seine Menschen ein wenig zu verstehen, da bricht ein tödliches Virus aus. Er macht sich unter Umgehung sämtlicher Gesetze in die entlegene Bergregion auf, in der das Fieber wütet. Doch kaum ist er fort, wird eine kleine Souvenirverkäuferin, die er allmorgendlich am See traf, verhaftet. Die Behörden sehen den Kontakt von Einheimischen zu Ausländern nicht gern. Eine Katastrophe, denn von dem Geld, das die junge Frau in ihr Dorf schickt, lebt ihre ganze Familie. Und wie soll Julien sie nach seiner Rückkehr wiederfinden

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492054904
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:318 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:12.04.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 16.04.2012 bei OSTERWOLDaudio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    MarthaAmasVivons avatar
    MarthaAmasVivonvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Süße Geschichte. Man "fiebert" mit, aber doch wusste ich manchmal nicht, was der Autor mir gerade sagen möchte.
    Schöne Geschichte, aber etwas fehlte.

    Eine kleine süße Geschichte über einen jungen Franzosen in Amerika der sich in eine junge hübsche Vietnamesin verliebt.

    Lässt sich sehr schön lesen und wird gegen Ende auch immer spannender, zwischendurch zieht es sich aber teilweise sehr in die Länge und ich wusste nicht, worauf der Autor hinaus möchte.

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    MarthaAmasVivons avatar
    MarthaAmasVivonvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Süße Geschichte. Man "fiebert" mit, aber doch wusste ich manchmal nicht, was der Autor mir gerade sagen möchte.
    Niedlich aber etwas langatmig

    Eine kleine süße Geschichte über einen jungen Franzosen in Amerika der sich in eine junge hübsche Vietnamesin verliebt. 
    Lässt sich sehr schön lesen und wird gegen Ende auch immer spannender, zwischendurch zieht es sich aber teilweise sehr in die Länge und ich wusste nicht, worauf der Autor hinaus möchte.

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    literats avatar
    literatvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Einfach schön
    Einfach schön.

    Ich mag die Sprache, ich mag den Autor un den Protagonisten. In dem Buch geht es um einen französischen Arzt, der in Vietnam arbeitet und dort zwischen 2 Frauen gerät, er muss sich entscheiden, ob er gegen die Konventionen verstößt und sich für sein Herz und die Vietnamesin entscheidet oder vor der herrschenden Klasse, der Vernunft einknickt und sich für seine englische Kollegin entscheidet, die ihn ebenfalls tatsächlich liebt. Am Ende steht er mit leeren Händen da, das Regime hat dazwischengefunkt, aber er hat doch an seinen Prinzipien festgehalten, ist seinem Herzen gefolgt. Hinreißend!!!

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    IlonGerMons avatar
    IlonGerMonvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr anrührend, aber auch ein wenig fremd
    Ein Blick hinter den Vorhang - Leben in Vietnam

    Julien lebt Anfang der 90er Jahre in Vietnam und die Eingewöhnung ist nicht einfach für ihn. So anders sind Land und Leute.  Es herrscht eine permanente und immer diffuse Angst vor staatlichen Restriktionen, der Kontakt von Ausländern mit den Einheimischen wird nicht gern gesehen.

    Julien arbeitet als Arzt in einem Krankenhaus und wird dort mit einer rätselhaften Viruserkrankung konfrontiert. Sein vietnamesischer Chef und seine britische Kollegin Clea versuchen, die erkrankte Ordensschwester zu behandeln, stehen aber vor einem Rätsel. Da das Virus anscheinend aus dem Norden von der Dorfbevölkerung in die Städte getragen wird, begeben sich Clea und Julien auf eine ebenso verbotene wie auch gefährliche Reise in diese Region, um diesem Krankheitserreger auf die Spur zu kommen.

    Julien hat in den Wochen vor dieser Reise des Öfteren den Kontakt zu einer jungen Frau gesucht, die auf der Uferpromenade verbotenerweise Souvenirs an die Touristen verkauft. Wobei Kontakt fast noch besser durch Beobachten ausgedrückt wäre, denn ein wirkliches Gespräch kommt zumindest anfangs kaum zustande. Diese junge Frau ist wie viele andere, die es ihr gleichtun, in ständiger Gefahr von der Polizei aufgegriffen und inhaftiert zu werden, andererseits benötigt sie diesen noch so kleinen Verdienst für die Unterstützung ihrer Familie. Julien möchte diese junge Frau gern näher kennenlernen. Er hat sich in sie verliebt, weiß aber aus seinen Kontakten mit der französischen Botschaft, wie gefährlich eine solche Bekanntschaft beiden werden kann. Die Polizei und der Staat haben ihre Augen überall und unterbinden Kontakte dieser Art immer sehr rigoros.

    Julien und Clea finden wichtige Informationen über das Virus heraus, allerdings passiert bei einer Blutentnahme ein Unfall und sehr wahrscheinlich hat sich Clea selbst infiziert. Nach ihrer Rückkehr in die Hauptstadt kann Julien die kleine Souvenirverkäuferin zunächst nicht wiederfinden. Und er missachtet alle Warnungen, dass er nicht nach ihr suchen soll. In der Konsequenz wird er seitens der Polizei unter Hausarrest gestellt und ihm wird jeglicher Kontakt zu Einheimischen untersagt.

    Im Großen und Ganzen ist diese Geschichte um die verbotene Liebe sehr anrührend und ohne Pathos erzählt. Leider vermittelt der zwischen Zeilen immer mal wieder das Gefühl, dass die Kolonialzeit Frankreichs in Vietnam noch immer besteht, auch wenn wir mittlerweile in den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts angekommen sind. Das verwunderte mich umso mehr, als ich dann las, dass der Autor in beiden Ländern lebt. Hier hätte ich etwas mehr Abstand gut gefunden.

    Trotz dieser kleinen Kritik hat mir der Roman sehr gut gefallen, gerade weil es eine Geschichte der leisen Töne ist. Insgesamt hat Lelord diese Mischung aus Liebesgeschichte und Medizinkrimi gepaart mit dem nötigen Wissen über das politische und gesellschaftliche Leben gekonnt erzählt. Ich kann das Buch wärmstens zum Lesen empfehlen.

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    BookfantasyXYs avatar
    BookfantasyXYvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Eine schöne Geschichte in Vietnam erzählt
    Kleiner asiatischer Kosmos aus Liebe, Krankheit und Diplomatie

    Mitten in den 1990er Jahren arbeitet der französische Arzt Julien in einem Krankenhaus. Seine britische Kollegin Clea und sein vietnamesischer Chef Dâng versuchen einen unbekannten Virus zu bekämpfen. Eine Ordensschwester ist schwer erkrankt an diesem Virus.  Da anscheinend der Virus von der Dorfbevölkerung im Norden des Landes in die größeren Städte getragen wird, überlegen sich die Ärzte wie sie der dortigen Bevölkerung helfen können, weil hauptsächlich die jungen Männer und Frauen in die Stadt gehen, um Geld für ihre Familien zu verdienen. Zwischen Krankenhausalltag und Abende in gewissen Bars mit Mitarbeitern aus der französischen Botschaft lernt Julien die kleine Souvenirverkäuferin – oder auch liebevoll Herbstmilch genannt – kennen. Herbstmilch ist auf der einen Seite nah für Julien, und dann wieder nicht. Herbstmilch lebt für ihre Familie, um Geld zu verdienen. An einem See steht sie jeden Tag, aber das Terrain ist nicht ungefährlich für sie, wenn Diplomaten in der Stadt sind. Manche Verkäuferinnen werden mit Gefängnisaufenthalt bestraft. Eines Tages machen sich Clea und Julien auf dem Weg in ein entlegenes Dorf. Dort treffen sie die ersten kranken Menschen an. Clea entnimmt Blutproben bei den Dorfbewohnern. Aus Versehen rutscht ihr die Spritze ab. Zurück in der Stadt beginnt die Zeit des Überlebens. Julien steht in einer Welt zwischen der Rolle als Arzt, der Freundschaft zu Clea und der unausgesprochenen Liebe zu Herbstmilch.

    Der französische Autor François Lelord ist bekannt geworden durch seine Bücher mit dem Protagonisten Hector. Bei diesem Roman begibt er sich auf eine Reise nach Asien - genauer nach Vietnam – die die zweite Heimat des Autors geworden ist. Frankreich besetzte in der Vergangenheit das asiatische Land als Kolonialherrscher. Deshalb existiert bis heute eine Beziehung zwischen beiden Ländern. Anfangs und zwischendurch bekommt man in der Geschichte den Eindruck, sich „noch“ in der Kolonialzeit zu befinden, und nicht längst entfernt davon in den 1990er Jahren. Dennoch beeindrucken die Liebe und Emotionen zwischen den Figuren sowie die Beschreibung der vietnamesischen Kultur und deren Landeseindrücke, die einen beim Lesen in eine andere Welt außerhalb Europas und jeglicher Großstadtatmosphäre versetzen. Ebenso zeigt die Geschichte negative und positive Seiten des Landes und der Kultur, trotzdem liegt keine Schwere in der Erzählweise, eher im Gegenteil. Kurze Kapitel und  ein handliches Buchformat – kleiner als übliche Hardcoverbücher – bereiten ein angenehmes Lesevergnügen.

    Bei diesem Roman empfand ich eine gewisse Leichtigkeit in der Sprache, Atmosphäre und Sprachstil. Mir haben die zwischenmenschlichen Beziehungen sehr gut gefallen. Eher gestört haben mich die Altlasten der Kolonialzeit, die sich zwischen den Zeilen liest. Da ich dieses Land noch nicht bereist habe, kann es gut sein, dass über diesem Land noch ein Hauch von Kolonialstil liegt. Man merkt, dass dem Autor das Land sehr am Herzen liegt, was sich in dieser Geschichte wiederspiegelt. Wer gerne in ferne Länder und deren Geschichten abtaucht, kann ich diesen Roman sehr empfehlen. Eine Geschichte aus Liebe, Diplomatie, Überlebenskampf und Kultur.

    Kommentare: 8
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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    ✎ François Lelord - Die kleine Souvenirverkäuferin

    Ich glaube, hätte ich dieses Buch nicht in einer kleinen privaten Leserunde gelesen, würde es noch ein Weilchen bei mir subben. So aber bin ich froh, dieses schöne Buch gelesen zu haben, auch wenn es mich nicht vollständig überzeugen konnte.
    Diese Lektüre schlägt eher die leisen Töne an, auch wenn man das bei einem Gemisch von Liebesroman mit einem Schuss Medizinkrimi mit politischem Hintergrund vielleicht nicht erwarten würde.
    Super sind hier vor allem die kurzen Kapitel, da man sich zwischendurch immer mal wieder schnell eins genehmigen kann, wenn man unbedingt wissen möchte, wie die Geschichte weitergeht. Irgendwie liest man auch die ganze Zeit so vor sich hin und ist trotzdem mitten in der Geschichte drin.
    Man merkt, dass François Lelord sowohl in Frankreich als auch in Vietnam lebt, denn die Geschichte wird gut aus der Sicht eines Franzosen erzählt - wobei diese auch mal wechseln -, aber die Traditionen Hanois kommen nicht zu kurz. Man bekommt einen kleinen, überschaubaren Einblick in das Leben und Denken der Menschen dort. Auch zur Geschichte bekommt man einiges zu lesen. Sehr schön fand ich auch, dass der Autor nicht einfach nur die andere Sprache verwendet hat, sondern zudem erklärt, was es heißt bzw übersetzt. (hat man ja öfter mal in anderen Büchern nicht und man muss erst googlen oder liest drüber hinweg) Sie klingt für mich irgendwie blumig, leicht - ich mag sie.
    Im Endeffekt fand ich es eine nette Lektüre für ruhige Abende zwischendurch, die an der ein oder anderen Stelle ruhig noch etwas ausführlicher hätte sein dürfen. Ich denke, ich werde das Buch liebevoll weitergeben, denn in meinem Regal hätte es doch ein eher tristes Dasein, da ich es kein zweites Mal lesen würde. Die Geschichte ist zwar schön, der Schreibstil des Autors auch angenehm, aber für mich nichts, was lange nachhallen wird.

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    AnnikaLeus avatar
    AnnikaLeuvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Reizend und zartbitter. Dieses Werk lässt den Horizont immer weiter fortrücken, je näher man ihm entgegen zukommen versucht.
    Mit Baileys

    „(...)mit eigenen Augen anschauen.“

    Na so was? Zwischen all der Fantasy, der Science Fiction und den Mixed Genres nun so was? Dat hat die Key doch bestimmt nur gekauft, weil ‚Spiegel-Bestseller‘ draufsteht! Ätsch hat se nicht. François Lelord (mit Cedille) ist einer der Lieblingsautoren meiner kleinen suista und deswegen in meinen Händen gelandet. Und statt durch irgendeine erfundene Welt zu latschen und Helden dabei zuzusehen wie sie mit Pistolen oder Schwertern um sich schnetzeln, folge ich einem stinkelangweiligen jungen Arzt (Julien) nach Hanoi (Vietnam). Und schon nach den ersten Seiten stelle ich fest: hach, das wär’ doch mal ein schönes Setting in einem Fantasy-Roman, dort geht es immer so mittelalterlich zu! Und feix’ mir einen, weil ich echt kaum aus meinem Schubladen Denken heraus komme.

    Aber auf denn nun also in die Wahlheimat des französischen Autors. Und obwohl ich es nicht vorhatte - immerhin hab ich doch schon drei englische Bücher dies Jahr gelesen, pauke ich jetzt Vokabeln. Ich weiß jetzt was ‚ grün‘ auf Vietnamesisch heißt - aber das ist nicht so einfach. Darüber hinaus gibt es ganz viele accents aigu, accents grave sowie accents circonflexe, in so wunderschön klingenden Worten wie: „ Attaché“. (Wie die ganzen Zeichen auf den vietnamesischen Worten heißen weiss ich nicht!) Es ist jedoch ein ziemlich vielseitiges Buch und daher finden wir nicht nur Französisch, Deutsch und Vietnamesisch, sondern weil’s so schön ist auch Englisch. Ganz davon abgesehen, dass es hier um vielmehr als eine Tourismusfalle geht. Die Worte Regime und Militär, sowie Aggressoren und Krieg ziehen einem das Herz zusammen. Merkwürdigerweise jedoch, lebt das Buch von einer schmeichelhaft sinnlich seichten Weise. Man spürt den Druck des Klimas, erkennt mit Julien zusammen den Unterschied zwischen Vaterland und Vaterwasser, lernt die einzelnen ausländischen Mitarbeiter der Botschaft kennen und taucht ein in ein, ich möchte mal sagen, harmonisches Leben weit jenseits unserer Grenzen.

    „Aber das ist nicht so einfach.“

    Die im Klappentext erwähnte Epidemie hat sich angekündigt, Julien, Clea und andere Ärzte versuchen zu helfen.
    Dabei ist Clea, die angepriesene perfekte Frau für Julien, eine hervorragende Heldin, die es versteht mit Charme und Einschüchterung selbst Parteitreue und Polizisten zu becircen. Nur bei Julien klappt das nicht. Julien versucht nach dem Vorbild seines Vaters, einem Richter zu handeln: unnachgiebig gegenüber den Starken und mild sein zu den Schwachen. Und das Mädchen mit dem zu schweren Koffer aus einer Provinz, ihr scheint sein Herz zuzufliegen. Das schöne dabei ist, er merkt das nicht einmal selbst, sein Interesse ist eher schüchtern und verhalten. Julien ist ein angenehmer Protagonist mit einem großen Raum voller Gefühle. ‚ Herbstlicht‘ hingegen ist einfach nur eins: reizend.

    Ich weiß nicht was es ist, aber die Zeilen tragen sich von selbst, wie eine angenehme Musik, der man gern folgt, „ zart und klug“ wie auf dem Buchumschlag versprochen, unglaublich beruhigende Atmosphäre, wunderschöne Sinneseindrücke, Erfahrungsbericht einer anderen Kultur mit herrlichen Anekdoten, die einem geradezu romantisch naiv vorkommen:
    „Großer Bruder ist Arzt.“
    „Kleine Schwester weiß.“
    „Dann wissen es also alle?“
    „Das ist hier so.“
    (S.48)
    Das ist hier so. Es ist nicht einfach. Ein Seufzen liegt mir auf der Zunge, eine fast schon zartbittere Melodie des Lebens unter schwierigen Umständen. Die zeitliche Einordnung ist mir noch nicht ganz klar: nach französischer Kolonialherrschaft und nach den Amerikanern, jedoch sprechen die Charaktere von Saigon (bis 1975) statt Ho-Chi-Minh. ((2004))


    „Buy for me.“

    Um aber dieses Land zu verstehen muss man wohl das: Kim Vân Kiêu lesen, welches immer wieder erwähnt wird; ebenso wie die Tatsache, dass Julien seine Kollegin Clea bewundernswert findet, dies aber nicht das ist was sie hören will von ihm; oder wie hübsch die Pagode inmitten des Sees ist. Unter anderem um dieses erwähnte Buch geht es nämlich in dieser Geschichte in einem Land far far away. Julien liest es und stellt zum Schluß Vergleiche zu seinem eigenen Leben an. Hervorragend und kein Stück ‚zufällig‘ daher kommende Nebencharaktere inszenieren den Aufenthalt des Arztes mit allen Unbilden, doch auch allen schönen Seiten Vietnams. Es ist ziemlich tiefgründig und wirkt ehrlich, selbst wenn die Charaktere allesamt erfunden sind und dann obendrauf auch noch selbst ständig in Rollen spielen die ihnen in dieser Kultur vorgegeben sind. Und, was das allerschönste ist, es hat kein Happy End, eine zarte Hoffnung schon, aber vor allem fühlt es sich tragisch an - wie das Leben, zumeist schwer und unerfüllt melancholisch. Selbst für einen SurferBoy aus den Staaten oder den Hotelier des ‚ Métropole‘. Ein erträglicheres Schicksal scheinen hier das Großmütterchen von Gegenüber und der Klinikprofessor zu erleben.
    Dieses Gefühl, wenn das Glück am Horizont wartet, dieser aber immer weiter zurück weicht, wenn man auf ihn zugeht.

    Fazit:


    Das ist … kann man das so sagen? süß. Dieses Buch ist bezaubernd süß wie FairTrade Schokolade.
    Eine Menge Anreize zum Nachdenken, glaubhaft geschildert. Von den Protagonisten gewertet und kritisierte Systeme, wobei nicht nur dieses ferne Land dran glauben muss, sondern auch die ‚Weststaaten‘: diese tay und Bürokratie im Allgemeinen, sowie Armut, Überbevölkerung, fehlende Schulbildung, fehlende medizinische Mittel, Glaube und Aberglaube und was nicht noch alles … aber da steht Vietnam sicher nicht alleine da.
    Man spürt deutlich die Faszination die dieses Land auf den Autor ausgeübt und ihn inspiriert hat. Und das ist gut so, denn so kann ich mich in Ruhe zurück lehnen und dabei zu sehen, ohne selbst hinzu fliegen - denn so weite Urlaube habe ich nicht geplant momentan.

    Mal was ganz anderes für mich, locker an einem Abend erledigt und das Gefühl gehabt, ganz weit weg gewesen zu sein. Gutes Buch!

    Zum Urteil wird ein Baileys getrunken.

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    pardens avatar
    pardenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Eine seltsame Viruserkrankung, eine kleine verbotene Liebe, zwei verschiedene Kulturen - eine eigentümliche, wenn auch zarte Mischung...
    Eine kleine verbotene Liebe...

    EINE KLEINE VERBOTENE LIEBE...

    Kann man sich verlieben, wenn einen Welten trennen? Und warum kann man sich manchmal nicht lieben, wenn doch alles zu passen scheint? Könnte es Julien doch nur gelingen, Cleas Gefühle zu erwidern. Gemeinsam arbeiten die beiden Ärzte daran, den Ausbruch einer Epidemie in Hanoi zu verhindern. Aber obwohl sie das perfekte Paar wären, muss Julien immerzu an eine junge Vietnamesin denken, der er manchmal am See des zurückgegebenen Schwertes begegnet …

    Einst geriet Vietnam unter französische Kolonialherrschaft. Doch in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, in denen dieser Roman spielt, sind vor allem noch die Auswirkungen des Vietnamkriegs spürbar. Unter kommunistischer Führung gibt es eine enorme Polizeipräsenz und eine oftmals bedrohliche Überwachungsmentalität. Sowohl die einheimische Bevölkerung steht unter Beobachtung als auch gerade Touristen oder Ausländer, die sich beruflich länger in Vietnam aufhalten.
    Dies bekommt auch Julien allmählich zu spüren, ein französischer Arzt, der am Botschaftskrankenhaus in Hanoi tätig ist. Eigentlich hat er kaum Kontakt zu Einheimischen - einmal abgesehen von einem kleinen Sprachkurs und einer vietnamesischen Putzkraft. Doch an dem kleinen See im Park, wo Julien sich in seiner Freizeit gerne aufhält, trifft er nicht nur immer wieder auf Kollegen, sondern sieht gelegentlich auch eine kleine Souvenirverkäuferin, die er im Grunde erst registriert, als ihm auffällt, dass sie nicht so aufdringlich agiert wie die anderen, die eine Kleinigkeit verkaufen wollen.

    Minh Thư heißt die kleine Souvenirverkäuferin, Herbstlicht. Sie ist 20 Jahre alt, hat vier jüngere Geschwister und eine kranke Mutter. Ihr Vater schuftet oft in zwei Jobs, um die Familie zu ernähren. Englisch hat sie von den Touristen gelernt und in ein paar Stunden in einer Abenschule. Der Verkauf der Andenken ist verboten, doch Minh Thư und ihre Familie sind dringend auf den zusätzlichen Verdienst angewiesen, also traut sie sich immer wieder an diesen See im Park. So wie Julien auf sie aufmerksam wird, registriert auch Minh Thư den jungen Arzt - doch sie ist vorsichtig. Denn ebenso wie der Verkauf der Souvenirs ist der Kontakt mit Ausländern den Einheimischen streng verboten. In doppelter Hinsicht droht der kleinen Verkäuferin stets die Verhaftung und Unterbringung in ein Umerziehungslager.
    Während Juliens Gedanken immer wieder um Minh Thư kreisen und die beiden sich bei jeder Begegnung ein wenig mehr annähern, wird im Krankenhaus eine Nonne eingeliefert, die bald darauf verstirbt. Die  Anzeichen mehren sich, dass sie an einem seltsamen Virus gelitten hat, und es steht zu befürchten, dass eine Epidemie ausbrechen könnte. Julien und seine Kollegin Clea, mit der er immer wieder einmal ein Verhältnis hat, beschließen, zu dem Kloster in die entlegene Bergregion zu fahren, woher die Nonne ursprünglich kam. Sollten sich dort die Anzeichen einer reihenweise Erkrankung zeigen, hätten sie klare Anhaltspunkte für die Möglichkeit einer Epidemie - und damit eine Grundlage um zu verhindern, dass das vietnamesische Regime diese Bedrohung weiter leugnet und verschweigt. Doch auch dieses Unternehmen ist unerwünscht, so dass Clea und Julien zunehmend in den Fokus der staatlichen Überwachung geraten.

    Eine eigentümliche Mischung präsentiert François Lelord hier - eine mysteriöse Viruserkrankung, eine kleine verbotene Liebe, zwei verschiedene Kulturen. Interessant sind die Einblicke in das Leben, die Mentalität und Kultur Vietnams, wenn sie auch aus der Sicht des französischen Arztes geschildert sind, was somit immer ein Blick von außen bedeutet. Durch die Schilderung der Ereignisse und der Zustände im Land, bringt der Autor zwischen den Zeilen auch deutliche Kritik am Regime der damaligen Zeit an.
    Die Erzählweise ist, wenn auch zart, so doch stets ein wenig distanziert, so dass ich als Leser das Geschehen zwar interessiert beobachtet habe, jedoch nicht wirklich berührt wurde. Auch die Ausgestaltung der Charaktere blieb eher schemenhaft. Im Grunde passen dieser Schreibstil und die Charkaterzeichnung aber zu der doch eher distanzierten und zurückhaltenden Art der Vietnamesen, so dass ich dies auch nicht als sonderlich störend empfunden habe.

    Insgesamt präsentiert Lelord hier eine nette Geschichte, die für meinen Geschmack durch die zahlreichen Verflechtungen ein klein wenig überambitioniert wirkt. Es ist keine wirkliche Liebesgeschichte, aber ebensowenig ein Thriller oder ein politischer Roman. Es ist von allem etwas und dadurch zuweilen etwas verschwommen und sprunghaft - auch das Ende kam für mich recht abrupt. Alles in allem jedoch eine angenehme, zarte Erzählung.



    © Parden

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    LadySamira091062s avatar
    LadySamira091062vor 3 Jahren
    traurige Liebesgeschichte im fernen Vietnam

    Die kleine Souvenirverkäuferin spielt im Vietnam der 90iger Jahre wo Julien als  französisscher  Botschaftsarzt  versucht Land und Leute besser kennen zu lernen.

    Bei seinen Spaziergängen am See entdeckt er eine junge Souvenirverkäuferin,die ihm seltsamerweise  nicht mehr  aus dem Kopf geht.Ihr Leben ist so ganz anders als seins und doch fesselt sie ihn mit ihrer Anmut und Schönheit.seine  Arztkollegin Clea ,die   inihn verliebt ist merkt sehr schnell das er  ernsthafte gefühle für die  junge Vietnamesin hat ,doch die gesellschaftlichen Zwänge und  das politische Klima lassen  eine ehrliche  Liebe  nicht zu .Als die junge Frau  verhaftet und in ein lager geschickt wird  gleingt es  Julienss Botschaftskollegen  auf   geheimnisvollen Wegen  die junge Frau frei zu bekommen, doch der Preis dafür ist hoch.Als Julien sich bei einem Besuch im Norden mit einem  gefährlichen Virus ansteckt ,an dem seine  Arztkollegin Clea verstirbt und eine Epedemie ausbricht weiss er nicht wie er Herbstlicht davor schützen kann ,denn sie  ist die einzige  ,die ihn pflegt . Kaum genesen  wird  Julien von der Geheimpolizei geschnappt und verhört und das Verhängnis nimmt seinen Lauf.

    Ich muss ehrlich zugeben das ich von dem Buch angenehm überrascht wurde,der Stil ist wunderschön ,berührend und liest sich schnell ,wenn auch die Schriftgröße doch  sehr klein ist( was für  mich  älteres Semester  nicht ganz einfach  war ).Auch wenn das Ende mcih traurig zurück läßt mus sich sagen ein wunderschönes ,berührendes Buch ,das zu lesen sich wirklich gelohnt hat

    Die Kultur und die Menschen  Vietnams werden einem  sehr  schön und einfühlsam  nahe gebracht ,die Landschaft  kann man sich  ohne weiterers vorstellen.Und die Liebesgeschichte   ist zu Herzen gehend auch oder gerade wegen  dem Fehlen  intimerer Szenen .Man merkt das hier mit viel Liebe zu Land und Leuten eine Geschichte erzählt wird ,die auch heute noch genau so passieren  könnte .

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    Hikaris avatar
    Hikarivor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Berührende Geschichte über Vietnam in der Nachkriegszeit in den 1990er Jahren.
    Rezension: Die kleine Souvenirverkäuferin - François Lelord

    Die kleine Souvenirverkäuferin von François Lelord ist eine berührende und spannende Geschichte über Vietnam in den 1990er Jahren, das sich immer noch in der Nachkriegszeit des Vietnamkrieges befindet.

    Protagonist der Geschichte ist der junge Arzt Julien, der sich als Botschaftsarzt in Vietnam befindet. Um ihn herum tummeln sich allerlei Figuren - vor allem aber die kleine vietnamesische Souvenirverkäuferin, die es ihm angetan hat, aber deren Leben in Vietnam so ganz anders ist als seines als europäischer Ausländer.

    Die Feinheiten der Gesellschaft, die vietnamesische Kultur und Politik, die gesellschaftlichen Grenzen und Überwachungen werden sehr schön dargestellt in dieser Geschichte, die eine deutliche Liebe zum Land zeigt.

    Da Lelord selbst Arzt ist und u.a. in Hanoi gelebt hat, wirkt sein Buch wirklich authentisch und er weiß, mit seiner Geschichte und seinen Charakteren zu überzeugen. Er transferiert die kulturellen Besonderheiten und die politischen Zustände des Landes mit dieser wundervollen Geschichte und lässt einen teilhaben an den Auswirkungen der historischen Vergangenheit.

    Der Schreibstil ist wunderbar zu lesen und passt zur Atmosphäre des Buches, des Landes und der Geschichte. Man kann in diese andere Lebenswelt abtauchen und sehen, wie anders und gleich gewisse Aspekte sind und welche Nachwirkungen auch noch heute die verschiedenen historischen Ereignisse haben. Ein wie ich denke ehrliches Bild über Vietnam von außen betrachtet, das eine große Liebe zu Land und Leuten aufweißt.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    xoxoJades avatar
    so da einige bei der Verlosung nicht so viel Glück hatten wie ich, und ich mich bei einigen Wanderbüchern angemeldet habe, möchte ich es gerne als Wanderbuch anbieten. Jedoch müsstet ihr euch noch ein Weilchen gedulden, da das Buch noch nicht angekommen ist und ich nicht weiß ob ich es gleich nach dem Erhalt lesen kann. Es gelten die üblichen Wanderbuch-Regeln:
    • Ihr erfragt eigenständig die Adresse eures Nachfolgers auf der Liste
    • Die Lesezeit beträgt 2 Wochen, wenn ihr länger braucht einfach Bescheid sagen, ich denke jeder von uns kennt das und ich bin niemandem deswegen böse. Jedenfalls so lange Bescheid gegeben wird... ^^
    • Ihr gebt mir Bescheid wo das Buch ist, also ob ihr es gerade verschickt/erhalten habt oder gerade am Lesen seid
    • Ihr behandelt das Buch als wäre es euer eigenes
    • Geht das Buch verloren teilen sich Absender und Empfänger die Kosten für ein neues Exemplar
    • Solltet ihr das Buch anderweitig erworben o.ä haben gebt mir bitte Bescheid.
    • Ich behalte mir jederzeit vor, Teilnehmer aus der Liste zu streichen-dabei wird es keine Diskussionen geben
    Edit:
    Da bei meinen anderen 2 WBs massive Probleme aufgetreten sind, gibts einen kleinen Zusatz:
    • sobald die 2 Wochen rum sind und keinerlei Rückmeldung besteht frage ich max. 2 mal (im Thread)  nach
    • sollte ich dann immer noch keine Antwort haben schicke ich eine PN
    • steht die Rückmeldung immer noch aus, kommt die Person auf die "Blacklist" der Wanderbuchteilnehmer und hat unverzüglich das Buch zu mir zurück zu schicken.
    • Wenn etwas wirklich Wichtiges dazwischen kommt wie z.B Familienprobleme, Krankheit o.ä teilt ihr mir das bitte mit, ich denke da lässt sich zumindestens wanderbuchtechnisch was machen ^^
    Über einen Leseeindruck würde ich mich freuen, ob ihr ein Rezi schreibt, bleibt euch überlassen. Viel Lesespaß wünsch ich allen Teilnehmern =)

    1. Cellissima =>  erhalten am 2.11 verschickt am
    2. Deli => erhalten
    3. Lizzy1984w => erhalten am 31.1.13
    4. schokoloko29 => erhalten, ca. am 21.1.13
    5. MerlinundPaula => erhalten - hier ist das Buch immer noch!
    6. 28horseshoe
    7. Pennelo
    8. Lilli33
    9. MelE
    10. melanie_reichert
    zurück zu mir ^^


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