François Place

 4 Sterne bei 23 Bewertungen
Autor*in von Gwen.

Lebenslauf

François Place, geb. 1957, lebt in der Nähe von Paris. Er zählt zu den erfolgreichsten Bilderbuchkünstlern Frankreichs. Place wurde u. a. mit dem Rattenfänger-Preis der Stadt Hameln und dem Bologna Ragazzi Award ausgezeichnet. Er illustrierte Tobie Lolness von Timothée de Fombelle, außerdem erschien bei Gerstenberg Der König der vier Winde. Gwen. Der Lehrling des Heilers ist der erste Roman des preisgekrönten Autors und Illustrators.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von François Place

Cover des Buches Tobie Lolness (ISBN: 9783836956604)

Tobie Lolness

(5)
Erschienen am 25.06.2018
Cover des Buches Gwen (ISBN: 9783836953665)

Gwen

(5)
Erschienen am 24.01.2011

Neue Rezensionen zu François Place

Cover des Buches Gwen (ISBN: 9783836953665)
W

Rezension zu "Gwen" von François Place

Windheart
Eine Geschichte zwischen den Welten

Dieses Buch in ein Genre einzuclustern, fällt gar nicht so leicht. Beginnt es quasi als historischer Roman kurz vor Ausbruch des ersten Weltkriegs, so mischen sich bald Elemente hinein, die für ein Fantasy-Werk zu wenig, für eine geschichtstreue Erzählung allerdings eindeutig zu viel des Guten sind. Doch gerade das macht für mich einen großen Teil der Faszination aus. Man wird dieses Buch wohl nie gänzlich verstehen und kann es aus vielerlei Blickwinkeln betrachten (fast wie die Bibel...). Sieht ein Kind wohl eher die Abenteuergeschichte und das Katz-und-Maus-Spiel, so kann ein Leser älteren Semesters durchaus eine Anti-Kriegsparabel erkennen und für Jugendliche dürfte der Coming-of-Age-Aspekt das Buch bestimmen.

Doch worum geht es überhaupt?

Unser Protagonist, der schwächliche Gwen, wird Anno 1914 aus seinem kargen Leben in der Bretagne herausgerissen und findet sich unverhofft in einer mittelalterlichen Parallelwelt wider - und in den Fängen des Zöllners Jorn, der ihn im weiteren Verlauf schamlos ausnutzt und wie eine Schachfigur in der Geschichte hin- und herbewegt. Gwen, zunächst fest entschlossen, seinem neuen Leben zu entfliehen, wird nebenher zu einer Art Medikus ausgebildet und beginnt, sich ein neues Leben aufzubauen. Die mysteriöse Parallelwelt scheint durchaus verbunden mit seiner Heimat zu sein - doch ein Weg hinaus wirkt unerreichbar. Und so lernt Gwen, mit der Situation umzugehen. Zwischen Frustration, Resignation und persönlichem Wachstum sucht er sich einen Weg durch die Wirren dieses wunderlichen Landes. 

Der Schreibstil des Buches ist einzigartig - und das meine ich tatsächlich weder als Lob noch als Abwertung. Die Sätze wirken teils so obskur und altertümlich, dass man sich beim Lesen selbst wie in eine andere Welt gesogen fühlt. Einige könnte das abschrecken, aber hat man erst einmal einen Zugang gefunden, so stört es einen nicht, sondern man weiß es als Beitrag zur Atmosphäre des Buches zu schätzen. 

Die Charaktere wirken teils holzschnittartig, andererseits weist besonders Jorn im Verlauf der Geschichte doch eine erstaunliche Tiefe auf. Gwen selbst ist zunächst kein sonderlich "sympathischer" Protagonist. Er ist schwach, bezieht ständig Prügel und stellt allgemein ein vermeintlich ewiges Opfer dar. Doch wächst er im Verlauf des Buches. Er ist kein Heror, der irgendetwas in der Welt bewegen will. Er möchte eigentlich nur selbst in Ruhe (über-)leben - in seiner Heimat. Im Grunde kreist er ausschließlich um sich selbst und sein Schicksal. Wer also eine klassische Heldenreise sucht, der sollte dieses Buch schleunigst beiseite legen. Doch heißt das keineswegs, dass keine Charakterentwicklung zu erwarten wäre. Oder keine Abenteuer.

Ich selbst liebe das Buch weniger für seinen Hauptcharakter. Der ist in meinen Augen nur Mittel zum Zweck, um die Geschichte zu erzählen - darüber, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und am Ende zu fliegen; "auf eigen Flügeln, aus eigener Kraft", wie Gwen es ausdrückt. Mich befällt immer eine eigentümliche Stimmung, wenn ich das Buch mal wieder zu lesen beginne. Die Atmosphäre ist definitiv eine der größten Stärken des Werks.

Wer offen ist und einmal etwas ganz anderes lesen will, dem lege ich dieses Buch an's Herz. Egal, ob 12 oder 72 (wobei man schon ein etwas weiter sein sollte, möchte man den Roman mit 12 bereits lesen). Auch Mystery-Fans könnten vielleicht Blut lecken. Doch wer leichte Kost oder eine generische, glattgeschliffene Geschichte sucht, der möge lieber zu etwas anderem greifen.


Cover des Buches Tobie Lolness (ISBN: 9783836956604)
D

Rezension zu "Tobie Lolness" von Timothée de Fombelle

DottiRappel
Enttäuschend

Das Buch hat mich überhaupt nicht gepackt. Ich fand es ziemlich langweilig und der Anfang ist zu kompliziert geschrieben.

Cover des Buches Tobie Lolness (ISBN: 9783836956604)
Seelensplitters avatar

Rezension zu "Tobie Lolness" von Timothée de Fombelle

Seelensplitter
Eine kleine Welt für sich

Meine Meinung zum Kinderbuch:

Tobie Lolness

Ein Leben in der Schwebe - Die Augen von Elisha


Inhalt in meinen Worten:

Ihr kennt alle sicherlich einen Baum, doch wisst ihr, wie er beschaffen ist, wisst ihr, das darin Leben zu finden ist, und nicht nur die Wasserstraße sondern kleine Menschen leben in diesem Baum, gerade mal so groß wie der Rand eures Fingernagels, der vielleicht gerade nicht geschnitten ist. Dort lebt Tobie. Und hier geht es um seine Lebensgeschichte. Denn er musste fliehen, doch wohin und warum? Nun das wird euch hier erzählt. Auch wie er wieder zurückfindet und für seine Rechte einsteht, doch ist das so einfach? Nun Tobies Leben ist ein besonderes Leben und das dürft ihr hier entrdecken. Habt keine Angst vor Spinnen, die größer sind als ihr, habt keine Angst vor Käfern, an sich tun sie euch nämlich nichts, sie unterstützen euch eigentlich bei der Arbeit und habt vor allem keine Angst, euer Herz für neue Chancen und Wege zu öffnen, es könnte sich nämlich lohnen.


Wie ich das Gelesene empfinde:

Dieses Buch ist wirklich vielschichtig. Es steckt unheimlich viel in wenigen Zeilen, das man erst einmal verstehen muss. Es sind auch mitunter nicht ganz so einfache Worte dabei, die Kinder so vielleicht noch nicht kennen, wer sich aber trotzdem traut weiter zu lesen, wird eine Lebensgeschichte von jungen Jahren bis zum mittleren Alter finden, das finde ich eine interessante Kombi in einem Kinderbuch.

Die Reise die Tobie im Buch unternimmt und die Gefühle die er dabei wiederspiegelt haben mich sehr berührt. Die Hoffnungen und Enttäuschungen, die großen Ideen die doch nicht ganz so klug waren, wie sich eingipsen lassen um an die Stelle eines anderen zu kommen und dabei beinahe den Flammen zum Opfern zu fallen, aber es gibt noch so vieles mehr. Freundschaft, Verrat, Neubeginn, und altes wieder neu in das Leben rufen, aber auch was eine Erziehung anrichten kann, nämlich zerstören und bitter machen. 


Die Gedanken sind teilweise sehr philosophisch, zum Teil rückeln sie am Weltbild und zum anderen Teil ist es einfach eine Welt, die wir auch heute kennen, nur mit dem Unterschied das alles minimal ist. 


Charaktere:

Tobie ist sehr vielschichtig. Einerseits in seiner Geschichte, die er mir hier kund tut zum anderen aber auch durch seinen Charakter. Er geht durch so viele Tiefs und Aufs. Ich hatte teilweise wirklich respekt vor ihm, das er nicht aufgab, das er weiter ging, das er am Ende des Buches auf wirklich viel blicken konnte. Auch die anderen Charakter, jeder für sich hat seine Reise und seinen Weg gefunden, manche wurden belohnt, andere dagegen mussten erkennen welchen Mist sie bauten. 


Kinderbuch:

Obwohl es für Kinder ab 10 Jahren zu lesen geht, fand ich manche Worte sehr schwer und teilweise zog sich das Buch in dezente Längen, ich als 10 jährige hätte nicht so sehr die Geduld gehabt und wäre weiter gekommen als bis zu den ersten 100 Seiten. Aber wenn ich älter gewesen wäre, hätte ich es durchgelesen, weswegen ich das Buch eher ab 12 oder 14 empfehlen möchte. 

Es ist sehr philosophisch und auch mit vielen Hinterfragen der eigenen Weltsicht verbunden, was ich nicht tragisch finde im Gegenteil, aber jetzt als Erwachsene kann ich mit dem Inhalt viel mehr anfangen als vielleicht als Jugendliche. Deswegen bin ich nicht sicher ob es wirklich ein reines Kinderbuch ist. 


Spannung:

Wurde immer wieder angehoben und kurz auf die Spitze getrieben, danach kamen kurze Erholungsphasen. Letztlich ist es aber ein Buch das konstant eine Spannungslinie hat, die mal mehr mal weniger zu oder abnimmt. Das finde ich toll. 

Auch die Reise von Tobie fand ich ungemein spannend.


Empfehlung:

Durchhalten lohnt sich, auch wenn es Längen und manche Szenen gibt, die nicht ganz einfach waren. Jedoch ist meine Leseempfehlung eben erst ab 12-14 Jahren und nicht schon ab 10 Jahren. Und die Leser sollten geneigt sein auch mal durch schwerere Stellen gut durchhalten zu können. 


Bewertung:

Tobie bekommt von mir vier Sterne und es war wirklich eine ganz besondere Reise.

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