Françoise Sagan

 4 Sterne bei 350 Bewertungen
Autorin von Bonjour tristesse, Ein gewisses Lächeln und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Françoise Sagan

Der Skandalöse Beginn einer internationalen Karriere:Françoise Sagan, geboren am 21. Juni 1935 in Carjac, war eine französische Schriftstellerin. Sie studierte Literatur an der Pariser Sorbonne und schrieb zu Studienzeiten ihren ersten Roman. 

Durch ihr Debüt „Bonjour tristesse“, das wegen seiner freizügigen Schilderungen einen Skandal auslöste, wurde die Autorin schlagartig bekannt und begann ihre schriftstellerische Karriere. Das Buch wurde mit dem Prix des Critiques ausgezeichnet und in über 22 Sprachen übersetzt. Danach folgten noch weitere zahlreiche Romane, Theaterstücke und Memoiren über ihr Leben. 

1957 erlitt die Autorin einen schweren Autounfall und rutschte nach ihrer Erholung in die Drogenszene hinein, weswegen mehrfach verurteilt wurde. 

Die französische Autorin starb am 24. September 2004.

Alle Bücher von Françoise Sagan

Cover des Buches Bonjour tristesse (ISBN: 9783548290836)

Bonjour tristesse

 (187)
Erschienen am 02.05.2019
Cover des Buches Ein gewisses Lächeln (ISBN: 9783803126689)

Ein gewisses Lächeln

 (23)
Erschienen am 05.05.2020
Cover des Buches Lieben Sie Brahms ... (ISBN: 9783803127976)

Lieben Sie Brahms ...

 (16)
Erschienen am 16.03.2018
Cover des Buches Ein verlorenes Profil (ISBN: B001E2HOXO)

Ein verlorenes Profil

 (8)
Erschienen am 01.01.1994
Cover des Buches Ein bisschen Sonne im kalten Wasser (ISBN: 9783442749119)

Ein bisschen Sonne im kalten Wasser

 (5)
Erschienen am 12.09.2016
Cover des Buches Die dunklen Winkel des Herzens (ISBN: 9783550200915)

Die dunklen Winkel des Herzens

 (2)
Erschienen am 26.11.2019

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Françoise Sagan

Cover des Buches Blaue Flecken auf der Seele (ISBN: 9783803113665)
aus-erlesens avatar

Rezension zu "Blaue Flecken auf der Seele" von Françoise Sagan

Makellose Blutergüsse
aus-erlesenvor 9 Monaten

Einem Dichter beim Schreiben, beim Ersinnen einer Geschichte über die Schulter zu schauen – fast unmöglich. Man stelle sich vor dem großen Thomas Mann bei seiner Routine gestört zu haben. Er hat den gesamten Tagesablauf seinem Werk untergeordnet. Störte ihn eines seiner Kinder, gab’s oft mehr als nur einen mahnenden Blick.

Und bei Françoise Sagan? Die lässt sich bei der Arbeit selbst auch nicht auf die Finger schauen. Sie kokettiert aber sehr wohl mit der Vorstellung dem Leser bei der Auferstehung ihrer Figuren teilhaben zu lassen. Zumindest gewinnt man diesen Eindruck, wenn man „Blaue Flecken auf der Seele“ Seite für Seite weiter in sein Herz lässt. Da sind Eléonore und Sébastian. Bruder und Schwester aus Schweden, die im Frankreich der Siebziger Jahre ihrem scheinbar nutzlosen Dasein unbeirrt frönen. Wenn sie denn etwas tun, dann nur, um den Zustand der absoluten Freiheit, den Zustand des Müßigganges, den Status des In-Den-Tag-Hineinlebens nicht zu verlieren. Ein paar Liebeleien hier, ein Kuss da. Ansonsten wälzt man sich im Antlitz der Sonne auf dem Boden der Nonchalance. 

Die Zwischentöne, die man sich als Leser sonst selbst zusammenreimen darf, kann, muss (wie auch immer man aufgelegt ist), liefert die Autorin frei Haus gleich mit. So richtig weiß sie noch nicht wohin mit diesen beiden lustigen Gesellen, die der Gesellschaft – im Buch wie in der Realität) gehörig auf den Wecker gehen. Nonkonformismus, Alkoholismus, Genialität und Erfolgssucht – sicher Attribute, die man nur allzu gern Françoise Sagan andichtete. Hier und da vielleicht zu Recht. Doch niemals mit Allgemeinheitsanspruch. Genau so wie Eléonore und Sébastian im Grund schlechte Menschen sein können. Sie lassen ihre Schöpferin am ausgestreckten Arm über dem Abgrund des Scheiterns baumeln. Doch Sagan lässt sich nicht hängen, und schon gar nicht fallen. 

Sie schaffte es immer wieder neue Geldquellen aufzutun. Immer kurz vor knapp entrann sie den Gläubigern. Und das schwedische Geschwisterpaar? Mal wird Schmuck versetzt, um weiterhin dazu zu gehören. Sie machen sich Politik und Erotik zum Spielball ihres Lebens. Nimm Du ihn, ich hab ihn. Was wie eine sinnbefreite Floskel klingt, ist für die beiden Lebenselixier. Doch das Ende naht. Eléonore und Sébastian sind clever genug dies zu erkennen. Und handeln. 

Die Parallelen zu Sagans Leben sind offensichtlich. Sie zögerte nie das Leben prompt und ausgiebig zu genießen. Das Morgen ist weiter entfernt als manchem lieb ist. Dieses Buch ist ein Schulterblick über den zugewandten Rücken einer Autorin, die sich – wie ihre Figuren – nicht verbiegen ließ. Dieses Leben hinterließ Spuren, die bis heute sichtbar sind.

Kommentare: 1
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Cover des Buches Bonjour tristesse (ISBN: 9783548290836)
gemuesebuergerins avatar

Rezension zu "Bonjour tristesse" von Françoise Sagan

Von der Leere nach dem Drama
gemuesebuergerinvor 2 Jahren

Für mich war diese kurze Geschichte eine Metapher für die Angst vor dem, was man sich als heranwachsender Mensch unter dem Erwachsen-Sein vorstellt. Ein Symbol für die Urangst, schmerzvollen Verlust zu erleiden, und ein letztes Aufbäumen vor dem unwiederbringlichen Abschied einer Lebensphase, in der Verbindlichkeit und Verantwortung keine Rolle spielen.

Der Handlungsmotor der Charaktere konzentriert sich rein auf ihre Impulse, es ist keinerlei Ratio in den Figuren erkennbar, was mich glauben lässt, dass sich Sagan vielleicht mit dieser Geschichte amüsiert über die Manipulierbarkeit der Menschen und ihrer irrigen Annahme, sie besäßen eine Entscheidungsgewalt über ihr Handeln.

So sehr, wie Cécile wütet, um ihre vom selbst in kindlicher Unverbindlichkeit handelnden Vater uneingezäunte, sorglose Freiheit nicht zu verlieren, so sehr sucht sie eine Halt, Ruhe und Grenzen gebende Mutterfigur. Anne fungiert dabei für Cécile gleichermaßen als bedrohliche Verkörperung der Vernunft, wie auch als angsteinflößende Verheißung dessen, das abseits unbekümmerter Begierde und unverbindlicher Bande liegen könnte, nämlich die bedingungslose Bindung an einen anderen Menschen, die uns so verletzlich macht.

Cécile scheint für nichts zu brennen. Sie besetzt mit gewisser Beliebigkeit Figuren in ihrem Bauerntheater, die (das ist das schwache Moment der Geschichte) allzu willfährig mitspielen.

Das, was diese Geschichte aber so interessant macht, ist nicht die dürftige Handlung dieser simpel aufgeführten Scharade, sondern dass Sagan, und das ist das überraschende Element, die Hauptfigur nicht aus einem der klassischen Antriebe wie rasende Begierde, blinde Rache oder alles verzehrenden Hass heraus handeln lässt, sondern, und das macht Cécile gefährlich, aus unberechenbarer Willkür, aus einer Art gelangweiltem Spieltrieb.

Wie weit können wir also gehen, wenn uns keine externe moralische Instanz hindert, bis uns eigene Gewissensbisse am weiteren Handeln hindern? Was ist unser Korrektiv im Leben, wenn wir vermeintlich unbegrenzte Freiheit haben und wo endet unser Recht auf Genusssucht und beginnt unsere Verantwortung?

Kommentare: 8
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Cover des Buches Die dunklen Winkel des Herzens (ISBN: 9783550200915)
ullikens avatar

Rezension zu "Die dunklen Winkel des Herzens" von Françoise Sagan

Das Unvollendete
ullikenvor 3 Jahren

Das Cover ist in Grau gehalten und zeigt uns die einmalige und preisgekrönte Autorin Francoise Sagán vor einer Wendeltreppe, die eine Treppe des Anwesens sein könnte, um das es in dem Roman geht. Darunter sehen wir in knalligen pinkfarbenen Lettern den Namen der 2004 verstorbenen Schriftstellerin.


Dennis Westhoff, Francoise Sagáns Sohn fand ein unvollendetes Manuskript seiner Mutter und veröffentlichte es 2019, ohne es von einem anderen Autoren zu Ende schreiben zu lassen. Er selbst hat es lediglich vervollständigt, dort wo wenige Worte fehlten oder ähnliches. Und das war, meiner persönlichen Meinung nach, sehr gut so. Wer es liest, erinnert sich an die Autorin, die auf die ihr eigene Art ihre Protagonisten und deren Gefühle darstellen konnte. 


Ludovic Cresson überlebt einen schweren Autounfall und nicht nur das, er wird, offenbar vollständig genesen, nach einer Odyssee durch Krankenhäuser und Nervenheilanstalten entlassen. Doch zuhause auf dem Landsitz der Familie freut das lediglich seinen herrischen Vater - seine Frau hatte sich dagegen schon als reiche Witwe gesehn und verweigert ihm das Ehebett - sie bezeichnet ihn als schwachsinnig. Sein Vater bekommt ein unschönes Gespräch der Eheleute mit; daraufhin unternimmt er etwas, um das Selbstwertgefühl seines Sohnes zu steigern. - Zudem kommt Ludovics Schwiegermutter, eine fröhliche und charmante Frau zu Besuch. Sie möchte bei der Ausrichtung eines Festes zur Genesung des Sohnes helfen.


Es ist so schön, die leicht beschwingten Worte der Autorin zu lesen. Die Charaktere und deren Gefühle sind wie immer einmalig und einfühlsam dargestellt. Ich konnte mir einzelne Passagen sehr gut vorstellen. Das Ende, welches keines ist, lässt alles offen und so sei es dem Leser überlassen, sein eigenes Ende zu denken.


Veröffentlicht wurde der Roman 2019 im Verlag Ullstein GmbH. Aus dem Französischen übersetzt von Waltraud Schwarze und Amelie Thoma.

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Klassiker-Leserunde im Oktober 

Herzlich willkommen zur Oktober-Leserunde der Klassikergruppe!

Wir starten am 1. Oktober und freuen uns über jeden, der mit dabei ist.

Viel Spaß!

285 Beiträge
Gackelchens avatar
Letzter Beitrag von  Gackelchenvor 2 Jahren
Ich frage mich ja, ob Elsa und Cyril nicht am Ende doch etwas am Laufen haben."

Ha! Als der Plan verdeutlicht wurde, war mein erster Gedanke auch "Oh Mädchen, das geht nach hinten los." Beide sind ja vom Alter her perfekt und je länger die das spielen, desto realer wird es für sie werden. Denke ich mir auf jeden Fall mal. Ich gehe auch mal davon aus, dass Cyril irgendwann die Schnauze voll hat von dem Teeny?! Bin auf das Ende jetzt gespannt!

Zusätzliche Informationen

Françoise Sagan wurde am 21. Juni 1935 in Cajarc (Frankreich) geboren.

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