Bonjour tristesse

von Françoise Sagan 
4,2 Sterne bei143 Bewertungen
Bonjour tristesse
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K

wunderbar

Claraphines avatar

Berührend und verstörend. Und doch ist jede Seite spannend! Ich habe das Buch in 2 Tagen verschlungen!

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Inhaltsangabe zu "Bonjour tristesse"

Françoise Sagan war erst 19, als sie mit „Bonjour tristesse“ die Welt eroberte. Ihr Roman wurde in dutzende Sprachen übersetzt, millionenfach verkauft und verfilmt. Mit großer Treffsicherheit beschreibt sie darin die Befindlichkeiten ihrer jugendlichen Hauptfigur: Cécile ist ein launischer Teenager, scharfsinnig, egoistisch, manipulativ – und dazu verdammt, den Sommer mit ihrem eitlen Vater und seiner jungen, etwas einfältigen Geliebten Elsa in einem Haus an der Côte d’Azur zu verbringen. Zunächst jedoch gelingt es Cécile, die Erwachsenen gegeneinander auszuspielen und den Aufenthalt nach ihrem Geschmack zu gestalten: in herrlicher Leichtigkeit und Freizügigkeit. Bis plötzlich die kluge Anne auftaucht, eine Freundin ihrer verstorbenen Mutter, und die sommerliche Idylle mit erzieherischer Strenge zu zerstören droht. Als der Vater Elsa verlässt und Anne heiraten will, schmiedet Cécile einen Plan – mit tragischen Konsequenzen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783550081385
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:176 Seiten
Verlag:Ullstein Buchverlage
Erscheinungsdatum:11.08.2017
Das aktuelle Hörbuch ist bei Sodis(Folio,L Imaginaire) erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Ritjas avatar
    Ritjavor einem Jahr
    Die große Begeisterung blieb aus...

    Ich kannte weder die Autorin noch die Geschichte und war gespannt wie das dünne Büchlein sein wird, da es sehr viele positive Bewertungen und begeisterte Meinungen darüber gab. 
    Nachdem ich es gelesen habe, muss ich zugeben, dass ich mich nicht so ganz dem Jubel anschließen kann. Mich hat die Geschichte leider nicht so berührt und eingefangen. Cécile fand ich leider wenig symphatisch. Dafür fand ich Anne interessant, wenn auch unnahbar und gelegentlich herrisch. Genau das Gegenteil von Cécile und ihrem Vater, die so gern einfach in den Tag lebten und ihre exzentrische Ader ausleben wollten. Die wechselhafte Beziehung zwischen Anne und Cècile waren für mich das Interessanteste an dieser Geschichte. Beide Personen konnte man irgendwie nicht greifen und einordnen, beide hatten ihre hellen und dunklen Seiten, die einmal den Leser abstießen oder anzogen.
    Grundsätzlich hat bei mir Céciles Art, wie sie mit ihren Mitmenschen spielte, sie manipulierte und für ihre Zwecke einsetzte, eher für Ablehnung als für Begeisterung gesorgt.  
    Nach dem Lesen war tatsächlich eine gewisse tristesse (Traurigkeit) vorhanden, die bei mir durch die letzten Seiten hervorgerufen worden, aber die große Begeisterung für dieses Buch blieb bei mir leider aus.

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    KRLeserinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: wunderbar
    ein nachhallendes Buch


    Vorweg: Der Klappentext dieser Ausgabe ist irreführend. Er beschreibt nicht den Inhalt des Buches, sondern den Erfolg der Autorin.


    Zum Inhalt: 
    Die Ich-Erzählerin, Halbwaise und 17, verbringt einen faulen Sommer an der Cote d'Azur. Mit dabei ist auch die aktuelle Geliebte des Vaters. Die Ich-Erzählerin fühlt sich dieser Halbweltdame zwar intellektuelle überlegen, aber allen anderen unterlegen und schmiedet sich ihr eigenes Weltbild, in dem sie mit ihrem Vater eng verbunden ist. Diese Verbindung wird durch die Ankunft und bald darauf folgende Verlobung der älteren Anne, eine Pariser Intellektuelle, bedroht. So beginnt sie, Pläne zu schmieden, wie sie die Verbindung zerstören könnte. Immer, wenn Anne nett zu ihr ist, wünscht sie, "die Komödie" zu beenden, doch es gelingt ihr nicht. Die Dingen nehmen ihren Lauf, mit unvorhersehbaren Folgen.
    Beeindruckend treffsicher beschreibt F. S. Gefühle, durchschaut Figuren und schreibt all dies in einer wunderbar poetischen Sprache, dass man in einen großartigen Lesegenuss gerät. Auch werden die trägen Tage am Meer richtig lebendig. Ein wunderschönes Buch, das lange nachhallt. 
    Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars über Netgalley.

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    Aspasias avatar
    Aspasiavor einem Jahr
    Bonjour Françoise, aussi à nouveau..

    Ich muss hier gestehen, ich bin eine Wiederholungstäterin, was die Lektüre dieses Romans angeht. Ich habe ihn im zarten Alter von 13 oder 14 schon einmal gelesen. Damals, weil ich in meiner französischen Phase jedes Kulturgut der „Grand Nation“ und das ist dieses Debut nun einmal, gierig goutiert habe, den Hype im Erscheinungsjahr 1954, um seine Leistung als Emanzipationsroman, Jahrzehnte später, jugendlich ignorant wie ich war, aber nicht wirklich nachempfinden können. Dafür wurden die beiden Heldinnen Anne und Cécile aber für lange Zeit meine Blaupause für Französinnen mit einer deutlichen Preferenz.

    Jetzt mit dem Abstand an Jahren und Erfahrungen ihn noch einmal zu lesen, fand ich ausgesprochen spannend. Einerseits, dass der Roman gerade jetzt erneut aufgelegt wurde, wo ich oft das Gefühl habe, dass die schon erstrittenen Freiheiten auch von Frauen oft mit Füßen getreten werden, und andererseits, weil ich wissen wollte, welche Wirkung er heute auf mich hat.

    Françoise Sagans, mit zarten 18 Jahren in nur 7 Wochen herunter geschriebenes Debut „Bonjour Tristesse“ von 200 Seiten ist nicht nur ein in 22 Sprachen übersetzter Welterfolg, sondern vor allem in der Heimat der Autorin ein Kultbuch, weniger wegen seiner überragenden literarischen Qualität als des Eklats, der mit seinem Erscheinen im Nachkriegsfrankreich, dem Frankreich der Vierten Republik mit ständig wechselnden Regierungen, einer siegreichen Kolonie Indochina und den ersten Aufständen in Algerien, einherging.

    Der Roman handelt wie so viele Romane von der Liebe. Ein Mann, drei Frauen, eine Intrige.

    Cécile, die 17 jährige Erzählerin verbringt die langen, französischen Sommerferien mit ihrem Vater Raymond, und seiner aktuellen Geliebten, der 29 jährigen Elsa, eine sinnliche Rothaarige mit Hang zum Sonnenbrand, ein plaudernde Naive, der Männer nur schwer widerstehen können, in einer mondänen Villa an der Côte d’Azur. Der charmante, selbstverliebte Raymond ist Cécile trotz seiner 40 Jahre, mehr Kamerad als Erzieher seit sie zwei Jahre zuvor das Internat verlassen hat, und zu ihm nach Paris gezogen ist, wo die Beiden das Leben der Reichen und Schönen, der bohemianhaften Non-Konfomisten mit dem nötigen Kleingeld führen. Beide sind in ihrer ungewöhnlichen Vater-Tochter-Beziehung glücklich, Cécile stört sich nicht an den wechselnden Gespielinnen ihres Vaters, die ihm Zeitvertreib und Streicheleinheiten fürs Ego sind und Raymond verwöhnt sein kleines Mädchen, stellt keine bürgerliche Forderungen nach Schulabschluss und Zubettgezeiten, sondern macht sie zu der Einen, seinen ständigen Begleiterin.

    So ist der Urlaub zu dritt ein Sommertraum, der sich unter flirrender Hitze zwischen verschlafen Café auf der Terrasse mit Meerblick, bäuchlings im heißen Sand liegend und abends in St Tropez oder Cannes ein Barbesuch, ein Restaurant und dann ein Club bewegt.

    Cécile lernt den 25 jährigen Jurastudenten Cyril kennen, der mit seiner Mutter in einer benachbarten Villa residiert: sie baden im Meer, segeln an der Küste und küssen sich im Pinienwäldchen.

    Dieses Idyll des seligen Nichtstuns wird unterbrochen als sich Anne Larsen, eine Freundin von Cécils verstorbener Mutter zu ihnen gesellt. Anne ist eine elegante, gebildete Frau, eine Frau mit Grundsätzen und Stil, die in Paris ein Modeatelier leitet und die leicht unterkühlte, maßvolle Aura einer Lauren Bacall versprüht. Sie wird von der flatterhaften Cécile, die gerade durch ihre Abiturprüfung gefallen ist und sich zu einer Nahprüfung nicht aufraffen kann, mit ängstlicher Bewunderung verehrt. Doch schnell schlägt die Stimmung um. Die Frau in den Vierzigern ist ganz Taktikerin, zu klug, um sich offen gegen Elsa zu positionieren. Und Raymond beißt an, er verbringt eine Nacht mit ihr, der Gleichaltrigen, die so vernünftig und verantwortungsbewusst ist, so exotisch, dass sie am Morgen danach Cécile ihre Heiratspläne eröffnen. Cécile ist zu schockiert, sie schwank zwischen Freude über die zukünftige Erwachsene in ihrem flatterhaftem Leben, die ihrem und dem Leben ihres Vaters Richtung gibt und Wut darüber, dass Anne ihnen damit auch das Gefühl gibt unzureichend zu sein, die personifizierte Kritik in ihr Leben träte. „Durch Annes Schuld geriet ich nun in eine Welt der Vorwürfe, des schlechten Gewissens, in der ich mich verlor..“ Das führt dazu, dass Cécile sich in ihrer Verlustangst wehrt und eine nicht unbedingt kreative Intrige spinnt, an deren Wirkung sie sogar bis zum Schluss zweifelt.

    Sie bringt Cyril und Elsa dazu ein Liebespaar zu mimen, um Raymonds Jagdtrieb zu wecken, was ihr letztlich gelingt. Er, dessen Ego es nicht verkraftet, dass Elsa sich so schnell nach der Trennung mit einem jüngeren Mann tröstet, nutzt die Gelegenheit im Pinienwäldchen Zärtlichkeiten mit ihr Auszutauschen und wird dabei von Anne inflagranti ertappt. Diese, tief verletzt, setzt sich in ihr Auto und rast viel zu schnell die kurvige Küstenstraße entlang und kommt zu Tode. Ein schrecklicher Unfall oder gar Selbstmord? Vater und Tochter sind geschockt, aber nicht wirklich betroffen von Annes tragischem Tod, an dem sie nicht unschuldig sind. Sie kehren zurück nach Paris und schon bald auch zurück in ihr altes Leben. Cécile lernt einen jungen Mann kennen, ihr Vater eine junge Frau. Sie sitzen wie zuvor gemeinsam am Tisch und erzählen sich lachend und trinkend von ihren kleinen Liebeleien, während sie den nächsten Sommerurlaub an der blauen Küste planen.

    Dieses Skandalbuch steht für den Bruch mit den damals auch in der Literatur vorherrschenden bürgerlichen Werten. Fünf Jahre zuvor war Simone de Beauvoirs „Le deuxième sexe“ erschienen, es thematisierte die Gleichstellung der Frau und wandte sich gegen die vor allem für Frauen maßgebliche christliche Moral. Au revoir: Monogamie und eheliche Treue; Bonjour: Sex just for fun! Das die Vielleserin Sagan das Buch gelesen hat, halte ich für wahrscheinlich und sicherlich hätte es sie nicht unberührt gelassen. Die katholische Kirche war auf jeden Fall empört und setze beide Werke auf den Index der verbotenen Bücher.

    Cécile, Sagans Alter Ego, das androgyne, kleine Ding, strebt nicht, wie es sich für eine Frau ihrer Zeit und Gesellschaftsschicht gehörte, nach einem Ehemann, Kindern, einem bürgerlichen Dasein, sondern lebt für den Augenblick, liebt Luxus und Genuss, ist schamlos und lässt sich treiben von ihren unmoralischen Bedürfnissen. Den Plan, die Beziehung zwischen Anne und ihrem Vater zu sabotieren, führt sie mit fast kindlicher Boshaftigkeit aus und wie ein Kind gelingt es ihr auch ihre bösen Taten schnell zu vergessen. Sie sagt über sich selbst: „Die einzige meinem Wesen gemässe Charaktereigenschaft ist die Freude am Vergnügen und am Glücklichsein.“

    Eine Hedonistin at her best!

    Ach, und die Wirkung: Ich habe „Bonjour Tristesse“ geliebt; gestern wie heute.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Lesenswerter französischer Klassiker...

    Dieser französische Literaturklassiker erschien 1954 und löste seinerzeit einen Skandal aus. Zu freizügig (gemessen an heutigen Maßstäben lächerlich, aber damals durchaus schockierend) und noch dazu geschrieben von einer 18-jährigen Jungautorin.
    Und gerade das jugendliche Alter Sagans macht das wunderbar geschriebene Werk interessant. Beeindruckend, wie psychologisch tiefgründig diese junge Frau ihr Debüt verfasste, dramatisch, traurig und differenziert beschreibt Sagan in Ich-Form, wie eine 17-jähriges Mädchen durch geschickte Intrigen die Verlobte ihres Vaters ins Aus zu manövrieren versucht, um so das bisherige angenehme Leben mit ihrem Vater weiterzuführen. Die kindlichen Ränkespiele nehmen natürlich kein gutes Ende...

    Fazit: Gut geschrieben, psychologisch beeindruckend, ein Klassiker, den man definitiv gelesen haben sollte.

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    SarahJaninas avatar
    SarahJaninavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Grandios von den Gefühlen her. Das Buch lebt, sobald man es aufschlägt und auf die exzentrischen Charaktere trifft.
    Tristesse ist das richtige Wort.


    Cecile fährt mit ihrem Vater und dessen Geliebten Elsa ans Meer, um dort die Ferien zu verbringen. Eines Tages taucht Anne auf, eine alte Freundin ihres Vaters, die Cecile schätzt, aber auch fürchtet.
    Als Ceciles Vater Elsa mit Anne betrügt, schmiedet Cecile einen Plan. Denn Anne würde, wenn sie bliebe, das unbeschwerliche, leichtsinnige Leben von ihr und ihrem Vater zerstören und sie zu zivilisierten, erwachsen handelnden und denkenden Menschen machen. Was Cecile nicht zulassen möchte.

    Das Buch ist in einem typisch altfranzösischen Stil geschrieben und wenn man den Film ‚Bonjour Sagan’ über die Autorin gesehen hat, wird man schnell einige Parallelen zu ihrem eigenen Leben bemerken. Sie trinkt gern viel, sie geht mit Menschen aus, die doppelt und dreifach so alt sind wie sie und redet ohne viel Verstand über die Liebe. Die Hauptperson Cecile hat diese Eigenschaften im Buch ebenfalls. Oft dachte ich, ich lese über die Autorin selbst und nicht über eine fiktive Person, aber das hat man ja auch oft, dass die Personen in Büchern Ähnlichkeiten mit den Autoren haben. Manche mehr und manche weniger.
    Vom Stil her war es eher leicht geschrieben, mit vielen altertümlichen Wörtern, die ich nicht kannte, was mir einige Momente bescherte, in denen ich etwas dazulernen konnte. 
    Die Geschichte an sich hatte viel Ausdruck. Einen wirklichen Bezug konnte ich zu Cecile nicht aufbauen, da ich sie nicht gerade sympathisch fand, aber nachvollziehen konnte ich sie und ihren Vater schon. Ihre Lebensweise hat etwas Exzentrisches, etwas Künstlerisches, etwas Anziehendes. Menschen, die ihre innere Ruhe nur im Trubel finden. Menschen, die ihre Partner wechseln und Aufreißer sind, egal in welchem Alter. Menschen, die einfach genießen und nicht an die Zukunft denken. Es hat etwas Freies, Ungebundenes, was dieses Leben so reizvoll macht. Kein Wunder, dass Cecile es nicht unbedingt für ein stilles, vernünftiges Leben aufgeben will, auch wenn sie sich einerseits vielleicht sogar nach einem solchen Glück sehnen würde. Nach Vertrautheit, Geborgenheit, sinnvollen Zeitvertreiben und weiterem. 

    Die Charaktere in diesem Buch sind gut ausgearbeitet, gerade auch Anne nimmt einen großen Teil des Buches für sich in Anspruch, einfach, weil sie so eine undurchschaubare Person ist, hinter deren Geheimnis man zu kommen versucht. Sie ist anders, als andere und trägt Eigenschaften mit sich, die beneidenswert sind. Gleichzeitig ist sie aber auch leicht herrisch, obwohl sie so gleichgültig tut. Ihre Handlungen waren für mich etwas gegensätzlich und sie war für mich eine Person, die ich nicht mögen konnte, trotz dass Cecile oft von ihr schwärmte, obgleich sie versuchte, sie aus dem Haus zu kriegen und ihr zu schaden. Zwischen den beiden herrschte eine Art Hassliebe, die ich nicht ganz zu verstehen wusste, aber mich neugierig hat sein lassen, das ganze Buch über.

    Im Grunde ging es in diesem Buch um Liebe, Treue, Untreue, verschiedene Lebensweisen, verschiedene Träume, Erziehung, verlorene Jugend, gelebte Jugend, aufrechterhaltene Jugend, Verstand, Gefühle, Intrigen und Verzweiflung.

    Das Wort Tristesse trifft die Stimmung des Buches eigentlich sehr gut. Es wog immer eine gewisse Traurigkeit, etwas Bedrückendes zwischen den Zeilen mit und das Buch hüllte dich sanft aber unweigerlich damit ein.

    Was die Autorin definitiv geschafft hat, war es die Atmosphäre aufzubauen. Dieses Buch lebt, wenn man es aufschlägt. Es lebt von den Erlebnissen, von den Gefühlen und den unerfüllten Wünschen der Protagonisten. Von der Stimmung her definitiv eines der besten Bücher, die ich bisher gelesen habe.

    Von allem anderen her für mich nur mittelmäßig begeisternd, was aber nicht an der Qualität des Werkes lag, sondern einfach an meinem Geschmack. Dieses Buch war grandios in seiner Wirkung, aber es konnte mir nichts Positives geben, aber ein paar weitere Erfahrungen und Erkenntnisse im Thema Lieben, Leben und Leiden. Doch da es mir mehr Tristesse als irgendwas gebracht hat, vergebe ich wohlwollend gute drei Sterne, die mein Gefühl dem Buch gegenüber gut ausdrücken. Gespalten, traurig und widerstrebend. 

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    HarIequins avatar
    HarIequinvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein sommerlicher, unterhaltsamer und melancholischer Roman, den ich in einem Tag erschlungen habe. Unbedingt lesen :)
    Mein bisheriges Sommer-Highlight

     „Bonjour Tristesse“ - der Name ist Programm und man kommt an ihm einfach nicht vorbei, wenn man sich ein wenig mit französischer Literatur beschäftigt. Das Werk beschreibt einen Sommer der 17-jährigen Cécile mit ihrem Vater Raymond und seiner Geliebten Elsa in einer Ferienvilla an der Riviera. Als eine ehemalige Freundin ihrer Mutter auftaucht ist die Freiheit jedoch bedroht: Anne sticht Elsa aus und nimmt sich Céciles Erziehung an. Diese schlägt zusammen mit ihrer Ferienliebe Cyril und Elsa zurück. Die Konsequenzen sieht sie zu spät du am Ende kann sie die Traurigkeit nur noch begrüßen.

    Bei dem Wort „Skandalroman“ habe ich etwas anderes erwartet; nach heutigen Maßstäben ist dieser Klassiker wirklich wenig skandalös. Die geschilderte Sexualität ist eigentlich sehr diskret, die angebliche Huldigung an Reichtum und Opulenz auch eher Interpretationssache. Trotzdem war ich positiv überrascht (vermutlich auch, weil ich keine übersexualisierten, provokanten Bücher mag) und habe das Buch an einem Tag verschlungen. Es liest sich so leicht und schnell, ich wollte es gar nicht aus der Hand legen und es gehört definitiv zu den Büchern, die ich ab jetzt mit dem Sommer in Verbindung bringe.

    Die Geschichte um Cécile und ihren Urlaub an der Côte d’Azur ist spannend, sommerlich und kann mit einem überraschendem Ende punkten. Die Protagonistin ist fantastisch dargestellt und man kann ihre inneren Konflikte gut miterleben. Sie ist authentisch beschrieben, hat ihre Launen und Unsicherheiten und ist einfach ein Teenager im Wandel. Auch die anderen Charaktere sind auf den Punkt genau – allgemein kann ich an diesem Buch nicht beklagen, dass irgendetwas zu viel oder zu wenig war. Kurzum, ich würde nichts daran ändern und das Buch wahrscheinlich nochmal mit etwas Abstand lesen.

    „Bonjour Tristesse“, was ich im Übrigen auch einen sehr ansprechenden Titel finde, hat auf jeden Fall mein Interesse an der Autorin geweckt. Mit 18 so einen ausgezeichneten Roman zu schreiben ist schon beachtlich und ich kann ihn nur dringend weiterempfehlen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Im Kopf eines Teenies

    Ich finde den Stil der Autorin sehr klar und fast einfach. Es liest sich sehr flüssig und da das Buch nicht sehr dick ist, kann es leicht passieren, dass man es an einem Abend (Man wollte doch nur ein Kapitel lesen …) zu Ende gelesen hat. Was denke ich für Schriftsteller ein Kompliment ist.

    Die Geschichte handelt von einem verwöhnten Mädchen (darf man zu 17jährigen noch Mädchen sagen?), die mit ihrem Vater ein so genanntes Lotterleben führt. Sie sind reich und Lieben die Freiheit und das Vergnügen. Der Vater scheint so etwas wie der damalige Hugh Hefner zu sein, der schneller eine neue Frau zur Hand hat, als ich ein neues Buch. Und die Tochter scheint darin nichts schlimmes zu finden, bietet ihr das Ganze doch ein Leben ohne Verantwortung und ohne Studium. Als dann allerdings Anne in das Leben der beiden tritt und der Vater sie auch noch heiraten will, endet das schöne Leben für Cécile und sie beginnt nach einem Ausweg zu suchen, der in einer, für mich, verblüffenden Katastrophe endet.

    Das Buch ist sehr realistisch geschrieben. Die Perspektive der 17jährigen Ich-Erzählerin ist mehr als glaubhaft: Man erlebt die verschiedensten Launen, die Meinung ändert sich regelmäßig und man merkt, dieser Mensch ist noch lange nicht erwachsen und hat keine Ahnung davon, was sie eigentlich will. Allerdings habe ich auch noch nie so viele unterschiedliche Meinung über ein und dieselbe Sache von einem Protagonisten erlebt, wie in diesem Buch. Teilweise verbringt man ganze Seiten ohne Handlung, gefangen in dem Kopf von Cécile. Diese wankelmütige Charakterdarstellung ist ziemlich faszinierend und trifft sicherlich nicht nur den damaligen Zeitgeist. Die damals 18 Jahre (!) alte Autorin hat der Roman jedenfalls weltberühmt gemacht.

    Und das nicht zu Unrecht. Der Plot ist packend, gespickt von der scheinbar aktuellen Einstellung der damaligen Jugend und der Stil verführt zum weiterlesen. Dennoch muss ich sagen – vielleicht liegt es daran, dass ich selten Französische Romane lese – dass mich der Roman irgendwie auf Distanz gehalten hat. Ich war gepackt von der Geschichte/dem Stil, dennoch ging es mir nicht unter die Haut. Zwar verblüffte mich die Katastrophe, doch ich war nicht des Charakters wegen erschüttert. Mir hat die Identifikation mit den Charakteren gefehlt. Es waren interessante Menschen, aber so richtig verstehen konnte ich keine von ihnen.



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    milasuns avatar
    milasunvor 4 Jahren
    Bonjour tristesse - Francoise Sagan

    "Die ersten Tage waren strahlend schön. Wir verbrachten viele Stunden, ganz zerschlagen von der Hitze, am Strand und nahmen langsam eine gesunde, goldbraune Farbe an. Ich war vom frühen Morgen an im Wasser; es war frisch und durchsichtig, und ich grub mich hinein und tobte mich aus. Ich wollte mich von allen Schatten und allem Schmutz der Stadt reinigen. Dann streckte ich mich im Sand aus, ergriff eine Handvoll und ließ ihn in einem weichen, gelblichen Strahl durch meine Finger rinnen. Er verrinnt wie die Zeit, sagte ich mir - was für ein einfacher Gedanke, und wie angenehm war es, einfache Gedanken zu haben! Es war Sommer."

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    Sokratess avatar
    Sokratesvor 8 Jahren
    Rezension zu "Bonjour tristesse" von Françoise Sagan

    Nun ja, ein Klassiker, den ich aufgrund dieses „Klassiker-Status“ gelesen habe. Was die Handlung angeht, verweise ich auf meine emsigen Vorrezensenten. Und: die Freizügigkeit, die noch im Zeitpunkt der Veröffentlichung des Romans in den 1950er Jahren ein Stein des Anstoßes war, kann heute nur noch wenig nachvollzogen werden. Die Handlung ist weder anstößig, noch ist die Sprache vulgär oder sexualisiert. Ganz im Gegenteil. Sagan schreibt von einer fiktiven 17jährigen, die zusammen mit ihrem in Beziehungen sehr engagierten Vater an der französischen Mittelmeerküste ihren Urlaub verbringt. Zwischen Baden und am Strand herumliegen passiert nicht viel, außer dass der Vater die Frauen wechselt und Cécile ihren ersten Freund hat, der sie – zum Ende des Romanes hin – bittet, seine Frau zu werden. Der Titel des Romanes rührt offenbar von dem Gefühl junger Leute her, das man hat, wenn man in der Zeit zwischen Schule und Ausbildung/Studium schwebt, in der die Zeit scheinbar „stillsteht“. Man kann sich selbst hieran noch erinnern... Sprachlich bleibt Sagan hinter Klassikern – auch französischen – zurück, die Spannung bleibt auch nur auf sehr niedrigem Niveau. Für mich leider ein nur mittelmäßiges Leseerlebnis.

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    ariellas avatar
    ariellavor 8 Jahren
    Rezension zu "Bonjour tristesse" von Françoise Sagan

    Als ich "Bonjour Tristesse" zum ersten Mal in der Hand hielt, hatte ich eigentlich eine ganz andere Vorstellung von dem Buch. Obwohl es in eine ganz andere Richtung geht, als ich vorher angenommen hatte, bin ich nicht enttäuscht, sondern eher positiv überrascht.
    In diesem Buch geht es um Cécile, eine Halbwaise, die mit ihrem Vater und einer seiner unzähligen Liebschaften den Sommer verbringt. Kurz darauf stößt Anne, eine Freundin der Familie zu ihnen und nimmt den Platz der neuen Geliebten des Vaters ein. Langsam aber sicher fühlt sich Cécile von ihr vereinnahmt und kontrolliert. Sie sehnt sich nach der alten Freiheit und Sorglosigkeit zurück, und spinnt Intrigen, um Anne aus ihrem Leben herauszudrängen. Doch schon bald verselbständigt sich ihr Plan...
    Francoise Sagan's Roman war zur Zeit seiner Veröffentlichung ein Skandal, was man aus heutiger Sicht sicher nicht mehr so empfinden würde. Trotz dessen ist es ein unterhaltsamer und teilweise auch spannender Roman. Die Figur der Cécile ist sehr scharfsinnig und reflektiert und die Sprache ist erstaunlich komplex und gut gewählt. Wenn man bedenkt, dass dies das Debüt einer damals 18-Jährigen ist, könnte man dieses Buch durchaus als ein kleines Meisterwerk bezeichnen. Ich werde auf jeden Fall noch weitere Bücher der Autorin lesen.

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