Frances Maynard

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Frances MaynardWie Ellie Carr zu leben lernt
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Wie Ellie Carr zu leben lernt
Wie Ellie Carr zu leben lernt
 (9)
Erschienen am 16.10.2017

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gsimaks avatar

Rezension zu "Wie Ellie Carr zu leben lernt" von Frances Maynard

Ellie muss man lieben!
gsimakvor 8 Monaten

Ich bin begeistert. Total angetan von einer jungen Frau, die zu leben gelernt hat. Sie wird Ellie genannt und ich werde sie niemals mehr vergessen.Ellie erzählt von ihrem Leben. Mal in der Gegenwart-mal in der Vergangenheit. Ellie braucht Routine, um ihren Alltag zu meistern. Überraschungen bringen sie durcheinander. Mit Menschen sprechen mag sie nicht so gerne. Sie versteht oftmals nicht, wenn andere Menschen Witze machen oder wenn es ernst gemeint ist. Mit Redewendungen kann sie nichts anfangen. Sie ist Autistin. Sie weiß sehr viel über Kekse. Mit ihrer Mutter genießt sie diese zu bestimmten Zeiten. Ihr Vater lebt nicht mehr. Ellie fühlte sich von ihm stets verstanden. Ihre Mutter ist sehr streng zu ihr. Traut ihr nichts zu und hält ihre ständig ihre Missgeschicke vor.Dann bekommt die alte Dame einen Schlaganfall. Nach dem Krankenhaus zieht sie in ein Pflegeheim. Erst ist Ellie sehr verunsichert. Ihr normaler Tagesablauf ist nun erheblich gestört. Sie lebt alleine im Haus. Schnell entwickelt sich eine neue Routine für sie. Sie besucht täglich ihre Mutter im Pflegeheim.
Mit dem Thema Autismus habe ich mich bisher noch nie befasst. Ich habe mir einige Infos gegoogelt. Diese Geschichte bringt Autismus genau auf den Punkt. Man versteht das Verhalten Betroffener viel besser. Der Titel des Buches trifft exakt zu. Nachdem Ellie allein im Haus lebt, lernt sie wirklich zu leben. Sie lernt einen Computer zu bedienen und tauscht sich mit einer anderen Betroffenen aus. Sie erstellt eine Liste mit sieben Regeln, die ihr das Miteinander mit anderen Menschen erleichtern sollen. Ihre Nachbarin Sylvia ist eine gute Freundin für sie. Sylvia kennt Ellie und ihre Mutter schon seit vielen Jahren. Die tägliche Tasse und Gespräche mit ihr, tun Ellie sehr gut. Sylvia nimm sie ernst. Erklärt ihr viele Dinge. Erledigt mit ihr Behördengänge. Hilft ihr ein neues Leben zu führen. Einmal möchte Ellie Sylvia helfen. Das endet jedoch in einem Fiasko. Eine Zeit lang herrscht zwischen den Beiden Funkstille. Das stimmt Ellie sehr traurig. Um Ellies Vater ranken sich viele Geheimnisse. Andeutungen von anderen versteht sie nicht.Für sie sind die anderen Menschen die "Normalen!" Ehrlich gesagt fand ich Ellie ganz normal. Ja, mit einer Störung, aber so richtig normal. Was kann falsch daran sein, Dinge so auszusprechen, dass sie jeder versteht? Führen Redewendungen nicht oftmals auch bei "Normalen" zu Missverständnissen?Ellie versteht auch die Worte zwischen den Zeilen immer besser.Ihre Mutter war nicht unbedingt eine Sympathieträgerin. >>Doch nicht so<<  musste Ellie oft von ihr hören. Sie hat überhaupt nicht versucht, das Beste aus ihrer Tochter rauszuholen. Hat den eigenen Frust an ihrer Tochter ausgelassen. Die Wahrheit über Ellies Vater zu einem großen Geheimnis gemacht. Einzig mit ihrer finanziellen Vorsorge für Ellie, konnte sie bei mir punkten. Ellie wird mit jedem Tag ein kleines bisschen selbständiger. Sie geht immer öfter ungewohnte Wege und bewirbt sich für eine ehrenamtliche Tätigkeit.


Der Abschied von Ellie fiel mir nicht leicht. Ihre Geschichte reflektiert Autismus exakt wieder. Ellie muss man mögen. Ihre liebenswerte Art geht einem durch und durch. Sie kann nicht lügen. Sie lernt mit jedem Tag ein bisschen mehr. Sie hat mich oft zum Lachen gebracht. Genau dieses Lachen hat Ellie bei anderen Menschen verunsichert. Für sie war alles Gesagte ernst gemeint. Ellie hat zu leben gelernt. Sie hält noch viele Überraschungen bereit. Sie lernt neue Menschen kennen. Sie liebt Tiere. Und nun liebt sie auch das Leben!Ich kann Euch die Geschichte nur an's Herz legen. Herzerfrischende Ehrlichkeit begegnet einem auf jeder Seite. Eine ruhige Geschichte, die mich sehr gut unterhalten hat.Ach, und noch eins: Am Ende habe ich Ellies Mutter besser verstanden.Schaut Euch nur mal die wunderschöne Aufmachung des Buches an. Der Inhalt kann absolut mithalten!
Danke Frances Maynard. Ich habe jedes einzelne Wort genossen.


>>Alte Menschen brachen oft zusammen, aber ich hätte niemals gedacht, dass Mutter das passieren würde. Ich war überrascht, dass sie es zuließ.<< (Seite 7)
>>Die Leute redeten um des Redens willen, ohne dass das, was sie sagten, besonders viel Sinn ergab.<< (Seite 235)

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ForeverAngels avatar

Rezension zu "Wie Ellie Carr zu leben lernt" von Frances Maynard

Aus dem Leben einer Autistin
ForeverAngelvor 8 Monaten

Die 27-jährige Autistin Elvira "Ellie" Carr hat ihr Leben bislang unter der strengen Führung ihrer Mutter verbracht, die alles für sie geregelt und sie weitesgehend von der Außenwelt abgeschnitten hat. Ihr Vater, der ohnehin ständig "verreist" war, ist vor einiger Zeit verstorben, und so waren die beiden nur zu zweit. Jeder einzelne an ihre Tochter gerichtete Satz hat gezeigt, wie sehr Agnes Carr ihr Kind verachtet, wie genervt sie davon ist, dass Ellie anders ist. Ständig meckert sie an ihr herum, immer wieder sagt sie ihr, dass sie nicht normal ist und kein normales Leben führen kann, dass sie alleine nicht zurecht kommen wird. Was ihr auch ganz gelegen kommt, denn Agnes ist schon 72 und ihre Gelenke tun weh, sodass Ellie sich den ganzen Tag um sie kümmern muss. Doch dann erleidet Agnes einen Schlaganfall und plötzlich ist Ellie alleine. Aus Angst davor, in ein Heim zu kommen, ist sie fest entschlossen, ihr Leben selbst zu regeln, trotz allem, was ihre Mutter ihr eingeimpft hat.


"Sylvia sagte, ich würde das alles ganz prima machen, und nicht jeder könne seine Mutter zweimal am Tag im Krankenhaus besuchen. Als ich aufschaute, hatte sie Tränen in den Augen. Ich verstand nicht, wieso sie weinte, wenn sie nette Sachen sagte."
(Seite 40)


Mit Hilfe ihrer Nachbarin Sylvia stellt Ellie sich den Hürden des Lebens. Sie entwickelt eine Liste mit 7 Verhaltensregeln, die sie fortan im Umgang mit anderen Menschen befolgen will. Sie sucht sich einen Job. Sie wagt sich aus dem Haus, um ihre Mutter im Pflegeheim zu besuchen. Und sie erleidet immer wieder Rückschläge, wenn ihre Benimmregeln nicht funktionieren und sie nicht verstehen kann, warum die Menschen auf sie negativ reagiert haben. Eine Zeit denkt sie, durch ihre Regeln alles nur noch schlimmer gemacht und ihre einzige Freundin verletzt zu haben, obwohl sie nur helfen wollte. Kommt sie vielleicht doch nicht alleine zurecht? Hat ihre Mutter die ganze Zeit recht gehabt?


"Ungewisses mochte ich nicht. Ich mochte Antworten. Informationen. Ich hatte die Dinge gerne geordnet und endgültig."
(Seite 154)


Ellie Carrs Geschichte hat mich nicht ganz so begeistert und berührt wie die von Jubilee Jenkins (Die kuriosen Symptome der Liebe), aber auch Wie Ellie Carr zu leben lernt ist ein ganz besonderer Roman aus einem ganz besonderen Verlag. Ich kann nicht beurteilen, ob Frances Maynards Beschreibung einer Autistin wirklich authentisch ist, aber für mich hat es sich so angefühlt. Ellie ist einfach anders als andere Menschen und durch die Ich-Perspektive erfahren wir, was in ihrem Kopf vorgeht, was sie sich dabei denkt, wenn sie etwas sagt und warum sie scheinbar beleidigende Aktionen für richtig hält und dass hinter vielem keine böse Absicht steckt, sondern vielmehr ein bisschen Naivität und die Unfähigkeit, zwischen den Zeilen zu lesen. Scherze, Sarkasmus, Ironie, das alles versteht sie nicht, denn sie nimmt jedes Wort für bare Münze. Ellie ist eigen, aber sie ist dabei keineswegs unsympathisch und als Leser kann man jeden ihrer Schritte nachvollziehen, obwohl sie so anders denkt und die Welt so anders sieht.


"Als der Bus kam, warf [die Frau] ihre Zigarette auf den Boden, doch sie schwelte auf dem Boden weiter und stellte ein Brandrisiko da. Ich tippte der Frau auf die Schulter, um es ihr zu sagen. [...] Sie [...] fauchte mich an, für wen ich mich eigentlich hielte. Dann wartete sie gar nicht ab, bis ich es ihr sagte, was unhöflich war (Regel 1); stattdessen sagte sie zu mir, ich sei eine fette Schlampe. Das stimmte nicht, jetzt, wo ich abgenommen hatte, trug ich Größe 40, und mein BMI war normal."
(Seite 129)


Wie Ellie Carr zu leben lernt ist eine sehr ruhige Geschichte, die in langsamen Tempo und völlig unaufgeregt erzählt. Sie nimmt uns mit in Ellies Leben und ihre Gedankenwelt und zeigt, wie Ellie mit all den Veränderungen, die sich plötzlich ereignen, fertig wird. Die Mischung aus all dem ist es auch, was diesen Roman so spannend macht. Ein bezauberndes Buch aus einem bezaubernden Verlag mit einer wunderschönen Halbleinen-und-Lesebändchen-Ausstattung.


(c) Books and Biscuit

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momomaus3s avatar

Rezension zu "Wie Ellie Carr zu leben lernt" von Frances Maynard

Rezension "Wie Ellie Carr zu leben lernt" von Frances Maynard
momomaus3vor 9 Monaten

Zunächst bedanke ich mich beim Bloggerportal und dem Wunderraum Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Titel: Wie Ellie Carr zu leben lernt
Autor: Frances Maynard
Verlag: Wunderraum / Random House
Seitenzahl: 368
Preis: 22,00 € (Hardcover)
Erscheinungsdatum: 16.10.2017
Genre: Roman

I N H A L T

Ellie Carr ist siebenundzwanzig und weiß alles über Kekse. Menschliche Beziehungen hingegen liegen ihr überhaupt nicht. Denn Ellie ist Autistin. Als ihre Mutter nach einem Schlaganfall ins Krankenhaus kommt, muss die junge Frau erstmals für sich selbst sorgen und ihr Schneckenhaus verlassen. Mit Hilfe von Kochrezepten – Ein Schritt nach dem anderen! – und Tipps aus Internetforen – Sei lieber diplomatisch als ehrlich! – erstellt sie sich eine Liste mit »sieben Regeln für den Umgang mit Menschen«, an die sie sich eisern hält. Doch leider erweisen sich diese Regeln im Dschungel des menschlichen Miteinanders als völlig unzuverlässig. Zum Glück begreift Ellie allmählich, dass es im Leben gar nicht so sehr um Regeln geht, sondern darum, mutig seinen Weg zu gehen. Liebevoll ausgestattete Ausgabe mit Leinenrücken und Lesebändchen. 

(Quelle: Wunderraum)

C O V E R   &   T I T E L

Das ganze Buch ist hübsch gestaltet. Der Buchrücken ist aus Leinen und es gibt ein Lesebändchen mit der Aufschrift „Lesepause“. Das Cover selbst zeigt eine Keksdose sowie einen Keks und dies passt sehr gut zur Geschichte, genauso wie der Titel.

S C H R E I B S T I L

Die Autorin hat einen sehr guten Schreibstil, mit dem sie es schafft mich zu fesseln.

E I G E N E M E I N U N G

Nachdem ich dieses Buch das erste Mal gesehen habe, fiel mir zuerst das hübsche Cover mit den Keksen drauf auf, denn ich mag Kekse sehr gern. Dann sah ich wie besonders schön es gestaltet ist und als ich auch noch den Klappentext gelesen habe, wars um mich geschehen. Ich musste dieses Buch haben und lesen. Und ich bin sehr froh darüber, dass ich es vom Wunderraum Verlag zur Verfügung gestellt bekommen habe.

Es dauerte etwas bis ich in die Geschichte rein kam, doch dann konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen.

Diese Geschichte ist etwas Besonderes. Es geht um die 27 Jährige Autistin Ellie, die nachdem ihre Mutter stirbt plötzlich auf sich allein gestellt ist.

Sie versucht im Alltag zurecht zu kommen, denn als Autistin hat sie es nicht einfach. Sie versteht nur das, was die Menschen sagen, denn sie kann nicht „zwischen den Zeilen lesen“ und weiß nicht was hinter den gesagten Sätzen stecken kann, denn sie versteht keine Ironie.

Was Ellie besonders gut kann, ist über Kekse zu berichten, denn sie liebt diese sehr und wir erfahren somit viel darüber und dies hat mir sehr gut gefallen.

Die berührende Geschichte ist aus der Sicht der Protagonistin erzählt und somit können wir uns gut in sie und ihre Gedankenwelt hineinversetzen.

F A Z I T

Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich für Autismus und die Menschen mit dieser Krankheit interessiert und der mehr über den Alltag von ihnen erfahren möchte.




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