Der italienische Titel ist “Verrà il vento e ti parlerà di me “ (Der Wind wird kommen und dir von mir erzählen) und der Roman hat weder mit einem italienischen Sommer noch mit Glacen zu tun, wie das Cover suggeriert. Der Klappentext entspricht auch nicht dem Original und enthält einen schwerwiegenden Fehler.
Caterina (die Nichte) will nicht von Matera weg sondern von Policoro. Teresa (die Grossmutter) verliess Matera, aber nicht freiwillig. Wie zehntausende der Bewohner der Höhlenwohnungen von Matera zwangsweise umgesiedelt. Ihre Familie zog nach Policoro .
Heute ist Policoro die viertgrösste Stadt der Basilicata. Damals war es ein kleines Dorf und keine eigene Gemeinde.
Abwechselnd erzählt die Autorin das Leben der beiden Frauen aus ihrer Perspektive und verdeutlicht dadurch wieviel innert zwei Generationen sich verändert hat, insbesondere für die Frauen.
Ein sehr interessantes Zeitzeugnis. Schade hat der deutsche Verlag ignoriert worum es geht.
Francesca Barra
Lebenslauf
Bücher, bei denen man Fernweh bekommt: Francesca Barra, geboren 1978 in Policoro, arbeitet als Drehbuchautorin und Journalistin. Sie studierte Kommunikationswissenschaften und ist heute nicht nur für verschiedene Printmedien tätig, sondern arbeitet auch für Film, Fernsehen und Radio. Auch in der Politik war sie eine Zeit lang aktiv. Seit 2009 veröffentlicht Barra eigene Texte, 2017 erscheint ihr erstes Buch in deutscher Übersetzung, »Ein italienischer Sommer«. Für ihre Arbeit wurde Francesca Barra mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Mario-Francese-Preis 2010 oder dem Heraclea-Preis 2013. Barra hat drei Kinder und ist seit 2017 mit dem Schauspieler Claudio Santamaria verheiratet.
Alle Bücher von Francesca Barra
Ein italienischer Sommer
Der Zauber eines Sommers
Neue Rezensionen zu Francesca Barra
Die Geschichte über eine Familie in Italien. Über drei Schwestern und deren Werdegang, Träume, Hoffnungen und die Rückkehr der Enkelkinder in das verschlafene Dorf.
Der Titel und das Cover versprachen mir eine angenehme Geschichte über eine Familie. Leider war die "Geschichte" so tief versteckt, dass ich sie kaum fand. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, konnten mich jedoch nicht ansprechen. Die Stimmung im Dorf und die Veränderungen waren zu wenig eingehend, dass ich wirklich Veränderungen wahrnehmen konnte.
Der "Zauber" des Sommers blieb mir leider verborgen. Ich konnte keine wirkliche Geschichte entdecken oder nachempfinden.
Die drei Schwestern Ida, Beatrice und Rossella wachsen in einem kleinen Dorf in der Basilikata auf. Doch alle drei verfolgen komplett unterschiedliche Träume und Ziele, worüber sich die Familie entzweit. Jahre später treffen sie sich wieder, geprägt von ihren Schicksalsschlägen und geplatzten Träumen. Im Kreis der Familie, bemerken sie jedoch rasch, dass sie noch immer ein starkes Band miteinander verbindet...
Das Buch liest sich angenehm und leicht. Die Unterteilung in Kapitel, in welchen man jeweils die Sicht einer der Schwestern einnimmt, hat mir gut gefallen. Teilweise hätte ich gerne noch etwas mehr zu den unterschiedlichen Erlebnissen erfahren. Im Gesamten gelang es der Autorin aber, ein umfassendes Bild der Familie zu zeichnen. Die Erzählweise ist unaufgeregt, wirkt aber keineswegs langweilig. Im Gegenteil, die unterschiedlichen Erzählperspektiven sorgen für interessante Wendungen und die Protagonisten wachsen einem ans Herz.
Ein gemütlicher Sommerroman, kombiniert mit der Familiengeschichte von drei Schwestern.
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