Fazit: Ich habe alles an diesem Buch geliebt, insbesondere aber die starke und unabhängige weibliche Protagonistin, die sich niemals die Butter vom Brot nehmen lässt und immer ihren Weg geht. Anna ist die erste Briefträgerin und bringt frischen Wind in ein kleines italienisches Dorf. Ein Dorf, welches oftmals nicht über den Tellerrand hinausschaut. Aber Anna schafft es den Menschen zu helfen und sie zu mindestens zeitweise zum Umdenken zu animieren. Sie scheint niemals aufzugeben und die Kraft für Drei zu besitzen. Ein Roman, den ich als Familienunterhaltungsgeschichte einordnen würde und der mich dauerhaft gefesselt hat. Die Handlung ist oftmals auch ruhig und langatmig und doch habe ich den Faden und das Interesse nie verloren. Die Beschreibungen gehen tief und der Leser wird stark in die Gefühle einzelner Personen eingebunden. Ich mochte es an dieser Stelle sehr, dass nicht jeder Liebe nachgegangen wird sondern auch die inneren Kämpfe und die Loyalität beschrieben werden. An Anna werde ich noch lange denken und mir eine Scheibe abschneiden können. Ein wirklich sehr schönes und intensives Buch!
Francesca Giannone
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Die Briefträgerin
Neue Rezensionen zu Francesca Giannone
Obwohl sich mein Geschmack weniger nach den Top Ten der Buchbestsellerlisten richtet sondern entweder nach Cover oder altbekanntem Muster, bin ich bei dem Buch stehen geblieben.
So viele Meinungen zu dem relativ unscheinbaren Buch haben mich neugierig gemacht und schnell wird klar, warum….
„Süditalien 1934: Eine selbstbewusste junge Frau aus dem Norden bringt als erste Briefträgerin frischen Wind in ein kleines Dorf.
Lizzanello, ein beschauliches Dorf, in dem sich alle kennen: Als Anna und Carlo hier 1934 frisch vermählt mit dem Bus aus dem Norden eintreffen, freut sich Carlo, endlich zurück in seiner Heimat zu sein. Doch Anna denkt darüber nach, was für ein Leben sie als Norditalienerin in dem kleinen Ort erwartet, in dem ganz eigene Gesetze herrschen. Allen Widerständen zum Trotz geht Anna mutig und entschlossen ihren eigenen Weg – und bringt als erste Briefträgerin frischen Wind nach Lizzanello. Über zwanzig Jahre lang, erst zu Fuß, dann mit dem Fahrrad, trägt sie die Post aus: Ansichtskarten von Emigranten, Briefe von Soldaten an der Front, Mitteilungen von heimlichen Liebhabern. Und irgendwann muss sie sich fragen, wie lange sie eigentlich noch ihre eigenen Gefühle verbergen kann, die sie seit Jahren für den Bruder ihres Ehemanns empfindet.“
Das war ein sehr besonderes Buch. Aufgrund der Echtheit (die Großmutter der Autorin war die erste Postbotin in Italien!!) bekommt es zu der unbestreitbaren Authentizität eine hochemotionale Komponente, die mich das gesamte Buch über begleitet und nicht mehr loslässt.
Anna ist eine derart starke, durchsetzungsfähige, emanzipierte und beeindruckende Person (die zudem noch Bücher liebt ♥️), das ich sie sofort in mein Herz geschlossen habe.
Es liest sich (nach anfänglichen Schwierigkeiten ins Buch zu finden) flüssig, wenn auch nicht fehlerfrei.
Dennoch wirkt die Fülle an Konflikten auf mich manchmal zu geballt. Trotzdem ist es ein sehr schöner und berührender Roman, der die Eindrücke im konservativen Italien phantastisch einfängt und nicht spurlos an einem vorbei geht.
Als großer Fan von Italien, seinen Bewohnern, der tollen Landschaft und dem guten Essen haben mich Anna und ihre Familie von der ersten Sekunde an begeistert und in ihren Bann gezogen.
Anna, eine selbstbewusste Frau zieht der Liebe wegen von Nord nach Süditalien. Dort trifft sie auf die gesamte Verwandtschaft ihres Mannes Carlo. Als „Fremde“ im Dorf muss sie sich ständig beweisen und stößt mit ihrem Mut und ihrer Willenskraft auch oft auf Ablehnung.
Aber Anna setzt sich immer wieder durch. Sowohl innerhalb der Familie als auch im täglichen Leben. Außerdem hat sie ein gutes Herz und versucht immer allen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und zu helfen.
Mich hat die Lebensgeschichte dieser italienischen Großfamilie mehr als fasziniert, und für mich hätte dieses Buch auch gerne 1000 Seiten haben können.
Die Autorin Francesca Giannone erzählt diese historische Familiengeschichte mit sehr viel Herzblut, Empathie und Einfühlungsvermögen. Man erfährt zudem auch noch einiges über das Dorfleben und die Eigenheiten der Bewohner in Süditalien. Und das Thema Liebe kommt in diesem Buch wahrlich auch nicht zu kurz.
Trotz ein paar Schreibfehlern für mich ein mehr als wundervolles Buch.
Absolute Kaufempfehlung.
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