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Rukhi

vor 1 Jahr

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„Ich war eine Abgesandte des Ödlands, die überall, wo sie hinkam, nur Asche zurückließ.“

Für jeden der jetzt den Klappentext liest und denkt „ooh spannend“ der kurze Hinweis: Cass und co sind nicht auf dem Weg ans Meer und Cass „ruchloser Zwillingsbruder Zach“ ist ihnen auch nicht dicht auf den Fersen. Wie schon im ersten Band der Reihe baut sich die Spannung und die Action nur sehr, sehr langsam auf.

Die Handlung ist zwar durchgehend interessant (im Gegensatz zu „Das Feuerzeichen“, das stellenweise sehr langatmig war), aber es liegt wohl einfach in Francesca Haigs Natur, sich mit allen ein bisschen mehr Zeit zu lassen, als das ein anderer Autor tun würde.

Die Actionszenen liegen ihr, keine Frage, gehören der große Kampf in der Mitte und das Aufeinandertreffen von gutem Zwilling und bösem Zwilling am Ende doch immer zu meinen Lieblingsszenen. Doch zwischendurch müsste sie einfach mal etwas schneller zum Punkt kommen.

Oft werden Dinge auch zigtausend mal wiederholt, so als ginge die Autorin davon aus dass man das Buch über Wochen/Monate hinweg liest und immer mal wieder an die Handlung erinnert werden muss.

„‚Was willst du?‘, fragte er noch einmal. ‚Ich will dich aufhalten‘, erwiderte ich. Früher hätte ich gesagt, ich wolle ihn retten. Vielleicht meinte ich damit aber auch dasselbe.“

Am Anfang hat mir das noch geholfen wieder in die Geschichte hineinzufinden, denn die Autorin erklärt nochmal alles was in Buch 1 passiert ist (vieles war mir nicht mehr im Gedächtnis).

Ab der Hälfte des Buches wurde es dann doch etwas nervig und ich habe manche Absätze einfach überflogen.

Auch die vielen Umschreibungen und blumigen Erklärungen, die aus Band 1 schon die Spannung rausgenommen habe, gab es hier wieder im Überfluss. Ich hasse es, Bücher querlesen zu müssen, aber manchmal geht es einfach nicht anders. Sorry, Miss Haig, aber ihr Schreibstil liegt mir einfach nicht.

Hinzu kommt, dass die Protagonisten immer noch nicht den Leser an sich rangelassen haben. Ich hatte mir Charakterentwicklung gewünscht, wenigstens im zweiten Band, aber die Figuren bleiben alle undurchsichtig und leer. Wer das gleiche Gefühl im ersten Band hatte, wird auch im zweiten Teil mit Cass und Piper nicht besonders warm werden.

„Stundenlang durchkämmten wir die staubigen Räume. Wände mit Mustern aus Rost und Wasser. Ein Babyschädel, der genauso schwer wog wie ein Albtraum. Eine Bank, auf der die Knochen drapiert waren wie in einem Schaufenster.“

Einzig die Handlung und die Welt, die Geschichte Drumherum, konnten mich wieder so richtig begeistern. Wir näher uns der Katastrophe an, die die Welt in den Zustand versetzt hat indem sie jetzt ist. Lernen mehr über die Zwillingsgeburten, was für Experimente und Forschungen darum im Vorher und im Anderswo betrieben wurden… und ich kann fast nicht aufhören davon zu schwärmen. Aber spoilern will ich ja auch nicht… ;-)

Zum zweiten Mal hat Francesca Haig mich begeistert, obwohl ich mit Stil und Art des Buches schon wieder so meine Probleme hatte. Trotzdem werde ich den dritten Band bestimmt auch noch lesen, dafür stecke ich zu tief drin in der Geschichte, bzw. die Geschichte steckt zu tief in mir drin. Trotzdem kann ich wieder nur drei Sterne vergeben.

Wer mit einem blumigen, gemächlichen Schreibstil aber keine Probleme hat, kann sowohl mit Band 1 „Das Feuerzeichen“ und Band 2 „Rebellion“ auf eine packende Reise gehen, die euch so schnell nicht mehr loslassen wird.

Autor: Francesca Haig
Buch: Das Feuerzeichen - Rebellion
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