Francesca Melandri

 4.1 Sterne bei 102 Bewertungen
Autorin von Eva schläft, Alle, außer mir und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Francesca Melandri

Die Geschichte der Protagonisten verwoben mit der eines Landes: Francesca Melandri ist 1964 in Rom geboren. Als Drehbuchautorin ist sie bereits seit Langem bekannt, schrieb die Texte zu vielen beliebten Filmen wie beispielsweise „Prinzessin Fantaghirò“ von 1991. 2010 erschien ihr erster Roman, „Eva schläft“. Darin reist die etwa 40-jährige Eva quer durch Italien, um ihren Stiefvater zu besuchen, der im Sterben liegt und sie noch einmal sehen möchte. Das Buch springt zwischen den Erlebnissen auf Evas Reise und Erlebnissen in ihrer Vergangenheit und beleuchtet dabei die Geschichte Südtirols der 60er und 70er Jahre. Dass Melandri ihr Können mit ihrem Debüt noch lange nicht ausgeschöpft hat, stellt sie mit dem 2018 erscheinenden Buch „Alle, außer mir“ unter Beweis. Ilaria stellt sich darin die Frage, wie gut sie ihren Vater wirklich kennt, als ein junger Afrikaner eines Tages behauptet, mit ihr verwandt zu sein, und erforscht die Vergangenheit ihres Vaters. Der geographische und geschichtliche Rahmen der Geschichte macht dabei nicht bei den Grenzen Italiens Halt, sondern verlagert sich über die Geschichte Äthiopiens bis in die heutige Politik.

Neue Bücher

Alle außer mir

 (1)
Erscheint am 11.05.2020 als Taschenbuch bei btb.

Alle Bücher von Francesca Melandri

Cover des Buches Eva schläft (ISBN:9783803128058)

Eva schläft

 (55)
Erschienen am 20.09.2018
Cover des Buches Alle, außer mir (ISBN:9783803132963)

Alle, außer mir

 (31)
Erschienen am 21.06.2018
Cover des Buches Über Meereshöhe (ISBN:9783896674852)

Über Meereshöhe

 (12)
Erschienen am 22.10.2012
Cover des Buches Über Meereshöhe (ISBN:9783803128126)

Über Meereshöhe

 (1)
Erschienen am 14.03.2019
Cover des Buches Alle außer mir (ISBN:9783442716869)

Alle außer mir

 (1)
Erscheint am 11.05.2020
Cover des Buches Alle, außer mir (ISBN:9783839817193)

Alle, außer mir

 (1)
Erschienen am 12.12.2018
Cover des Buches Eva dorme (ISBN:9788804607847)

Eva dorme

 (1)
Erschienen am 11.05.2011
Cover des Buches Sangue giusto (ISBN:9788817092159)

Sangue giusto

 (0)
Erschienen am 14.09.2017

Neue Rezensionen zu Francesca Melandri

Neu
L

Rezension zu "Alle, außer mir" von Francesca Melandri

„Die Privatinteressen haben jede Vorstellung von Gemeinwohl ausgelöscht.“
Literatur_Famulusvor 5 Monaten

Italien, Äthiopien, Familien, Rassismus und die Macht. Oder: Korruption, Kolonialismus, Faschismus, Geheimnisse und Männerzirkel. 

Scheinbar nebenbei entwickelt Francesca Melandri Beziehungsgeschichten und zeichnet sie seit den 30er Jahren nach (ein wenig sogar seit dem 1. Weltkrieg). Oft und lange sind sie Geheimnisse. Erst 2010, als der dritte Namensträger Attilio als geflüchteter Äthiopier auftaucht, beginnen bei den Nachgeborenen Erkenntnislichter zu leuchten. 

Die Realgeschichte der kolonialen Ausbeutung Italiens, die menschenverachtenden Regime der Täter und Förderer, der Mussolini-Faschismus, die neugeschichtlichen Schreckenskontakte zwischen Berlusconi und Gaddafi, sowie neue Fluchttraumatas werden über die Hauptfiguren erzählt. Über sie entwirft Francesca Melandri in ihrem Roman „Alle, außer mir“ ein Sittenbild Europas, Italien dient ihr als naheliegendes Beispiel. Von der Kolonialmacht, hin zur Entwicklungshilfe für den äthiopischen Kaiser Haile Selassie und das „realsozialistische“ Terrorregime Derg werden die wahren Beziehungen verdeckt entwickelt. Rassismus ist nur scheinbar mit dem Faschismus beendet. Wie viele in Europa möchte heute wieder die Köpfe vermessen oder die Hautfarbe klassifizieren? Männergeheimnisse dominieren die Beziehungen in Familien und Staaten. Das „Delikt der Illegalität“ ist die neue Grenze Europas.

Die Mutter verehrt ihren Attilio Profeti, stellt ihn auf einen xenophoben Sockel, die Großmutter vererbt ihm „Alle, außer mir“. Übersetzt könnte es auch heißen: „Ich habe nur meine Pflicht getan“. Italienische Frauen geben dem Duce ihren Trauring. Sie ehelichen ihn in mystischen Zeremonien und ebnen ihren Söhnen den Weg in den Heldetod. Der Rassismus dient in Äthiopien und in Europa der Rechtfertigung des Kriegs-Terrors.

„Ihr wisst nichts von uns, auch wenn ihr da wart“, sagt der geflüchtet, vermeintliche Attilio, 2010 zu seiner Tante Ilaria in Rom. Langsam beginnen sie und ihr Bruder die Flucht und die Familiengeschichte anzunehmen.

Ein hervorragender Roman. Die schnellen Wechsel der Szenen verlangen allerdings Lese-Konzentration und Ausdauer, die Themen auch. Die vielen Geschichts- und Fachinformationen scheinen ausgezeichnet recherchiert zu sein.

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L

Rezension zu "Eva schläft" von Francesca Melandri

Die Sprache, die Erzählung, Verquickung mit der Zeitgeschichte, die Entwicklung der Persönlichkeiten: Wau!
Literatur_Famulusvor 5 Monaten

Eine Schreibkollegin hat mich auf "Eva schläft" aufmerksam gemacht. Ich bin ihr sehr dankbar.

Fantasy ist nicht meines, aber Fantasie, die mich bewegt, die eine berührende Geschichte mit zeitgeschichtlichen Gegebenheiten verwebt ist, da bin ich begeistert.

Vielleicht auch, weil ich mich an so manche Vorfälle der Südtirol "Bumser" und der späteren Neonazis, wie Burger, noch so gut erinnern kann. Die Befreiung Südtirols von den Gewaltaktionen ist mit meiner Politisierung in jungen Jahren zusammengefallen. Francesca Melandri hat mir das Allermeiste davon in "Eva schläft" zusammengefasst.

Aber nicht nur dies:

Ihr Schreibstil, ihre Art zu erzählen, die Spannung aufbaut, wo man es gar nicht für möglich hält, und die Architektur des Buches haben mich eintauchen lassen - in drei Tagen war ich durch, obwohl ich das Ende des Buches hinauszögern wollte, so schön war es.

Die Annäherung zum Höhepunkt über Jahreszahlen und über gefahrene Bahnkilometer, habe ich so noch nirgends gelesen - Gratulation dazu.

Es gäbe viele Beispiele um darzustellen, wie Personen charakterisiert und damit lebendig gemacht wurden. Ich greife Frau Mayer, die Hotelbesitzerin heraus:

"Aus Frau Meyers Mund waren den Personalpronomen "Sie" und "Ihnen" die Großbuchstaben, mit denen sie geschrieben wurden, überdeutlich anzuhören." und

"… :schlanke Figur, Turnerinnenbeine, ein zwar nicht üppiger, aber durch den Dirndlausschnitt gefällig zur Geltung gebrachter Busen und ein dicker blonder Zopf, den sie um den Kopf geschlungen trug und dem nie, da waren sich alle sicher, auch nur ein einziges Haar entwischte."

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Rezension zu "Über Meereshöhe" von Francesca Melandri

Über Meereshöhe
Borisvor 10 Monaten

Kann man einem Buch ein besseres Kompliment machen, als die Bermekung: Aber leider zu kurz! Francesca Melandri, deren Buch " Alle, außer mir" ich auch schöne bemerkenswert gut fand, aber leider etwas zu lang, zu wenig dicht, schafft es mit diesem Buch eine genaue Beschreibung Italiens Ende der 70iger Jahre, die Zeit der Roten Brigaden, und gleichzeitig das berührende Portrait zweier Menschen in dieser Zeit zu zeichnen. Gerne hätte ich noch mehr von Luisa und Paolo erfahren, die sich eine Nacht, gestrandet auf einer Gefängnisinsel bei Sturm,kennenlernen. Das ist auch mein einziger kleiner Einwand. Diese Konstruktion mit der Insel knirscht doch ein wenig, ist zu sehr gedacht. Aber trotzdem: ich wünsche mir solch ein unaufgeregtes und doch berührendes Buch zum Deutschen Herbst. Kenne ich zumindest nicht.

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