Francesca Melandri Über Meereshöhe

(11)

Lovelybooks Bewertung

  • 11 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 4 Rezensionen
(3)
(7)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Über Meereshöhe“ von Francesca Melandri

Poetisch, spannend und hochbrisant!

1979: Zwei Menschen, die sonst nichts miteinander gemein haben, auf dem Weg zu einem hermetisch abgeriegelten Hochsicherheitsgefängnis, das wie eine Hazienda aussieht. Luisa, die in der Toskana einen kleinen Bauernhof führt und ihre fünf Kinder allein großzieht, besucht ihren Mann. Weil er in einem Wutausbruch einen Gefängniswärter umbrachte, wurde er kürzlich von einem normalen Gefängnis hierherverlegt. Paolo hingegen, ein vorzeitig pensionierter Philosophielehrer, wird auf dieser nach Salz, Feigen und Blumen duftenden Gefängnisinsel seinen einzigen Sohn treffen, der in den Terrorismus abgeglitten ist. Paolo verachtet die Gewalt und den Dogmatismus seines Sohnes, und doch besucht er ihn, sooft er kann, und pflegt die vertrauten Gesten ihrer früheren tiefen Zuneigung.

Nur unter großen Demütigungen können Luisa und Paolo mit ihren Angehörigen sprechen. Auf unterschiedliche Weise werden sie beide von dieser Erfahrung tief erschüttert. Ein dramatischer Zwischenfall im Gefängnis zwingt die Bäuerin und den vereinsamten Intellektuellen, eine Nacht länger als geplant auf der sturmumtosten Insel zu bleiben. Erst viel später, im Jahre 2009, wird Ihnen die Bedeutung dieser Nacht deutlich werden.

Sehr schöne Charakterstudie Ein "Nachwort" mit Hintergrundinformationen wäre schön gewesen

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Wunderbar geschrieben - absolut empfehlenswert.

— reading-books

Klingt spannend...

— Heufee

Stöbern in Romane

Das Herz des Henry Quantum

Meiner Meinung nach sehr emotionslos und überhaupt nicht packend

snekiiic

Leere Herzen

Tolles Cover, spannende Handlung, sprachlich ausgefeilt, Leseempfehlung!

dasannalein

Was man von hier aus sehen kann

Etwas ganz besonderes!

TheCoon

Kleine große Schritte

Ein wichtiges Thema, die Ausarbeitung überzeugt nicht ganz.

TheCoon

Solange es Schmetterlinge gibt

Leider nicht sehr überzeugend!

TheCoon

Oder Florida

Puh ... das war so gar nicht mein Buch. Die Story ist flach und die "Witze" platt ....

19angelika63

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Absolut empfehlenswert

    Über Meereshöhe

    reading-books

    05. March 2014 um 15:22

    "Über Meereshöhe" ist ein Buch über ein nicht alltägliches Thema. Es hat Tiefgang und das Buch kann daher in meinen Augen nicht wirklich als Unterhaltungslektüre bezeichnet werden. Das hätte irgendwie nicht gepasst. Die Geschichte zweier Menschen, die einen Angehörigen im Gefängnis besuchen und sich dabei näher kennenlernen. Das ist nicht alltäglich und sicherlich nicht einfach. Der Schreibstil passt hervorragend zu dem Thema. Er ist nicht locker leicht, denn auch das Thema ist es nicht. Er ist allerdings auch nicht hochtrabend und extrem kompliziert. Die Mischung aus Tiefgang und fließender Erzählung macht dieses Buch so besonders. Die Protagonisten wurden überlegt angelegt und haben ausreichend Tiefe um die Geschichte tragen zu können. Melandri hat es geschafft aus einer vielleicht alltäglichen Situation, einer Erzählung über Angehörige von Gefängnisinsassen sowie die Insassen selbst etwas Besonderes entstehen zu lassen. Dieses Buch braucht keine Spannung. Es lebt von seiner Geschichte, den Charakteren und dem Schreibstil. Es geht hier nicht darum, dass man das Buch nicht zur Seite legen kann, man will es einfach nicht. Die Geschichte ist fesselnd und nachdenklich - einfach wunderbar und absolut empfehlenswert.

    Mehr
  • Rezension zu "Über Meereshöhe" von Francesca Melandri

    Über Meereshöhe

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. February 2013 um 18:10

    Wie ich zu diesem Buch kam: habe es über BloggDeinBuch gewonnen Worum es ging und was ich von dem Buch hielt: Das Buch beginnt 1 Jahr vor den aktuellen Handlungen und beschreibt wie die Gefangenen auf die Insel gebracht werden. Danach werden die drei Hauptcharaktere Luisa, Nitti und Paolo ins Spiel gebracht und man bekommt einen Einblick in ihr Leben. Die Autorin vermag es geschickt in die Vergangenheit zu blenden und so die Puzzlestückchen um Luisa und Paolo zu vervollständigen. Luisa ist Mutter von 5 Kindern und besucht auf der Insel ihren Ehemann, der wegen des Mordes an einem Vollzugsbeamten dort sitzt. Paolo hingegen besucht seinen Sohn, der dort wegen der Beteiligung an einer Revolte + dem Mord an mehreren Menschen sitzt. Nitti ist Strafvollzugsbeamter auf der Insel und zuständig für die Pädophilen Täter. Er lebt mit seiner Frau Maria Caterina zsammen auf der Insel. Luisa ist das erste mal am Meer und die Autorin beschreibt wirklich sehr schön blumig wie sie das alles wahrnimmt. Ihr Mann wurde erst vor kurzem auf diese Insel verlegt deshalb ist das für Luisa alles neu. Sie ist begeistert vom glänzenden Wasser und dem Duft der Insel und saugt alles wortwörtlich in sich auf. Paolo ist ein ganz anderer Schlag mensch, er ist abgeklärt und mittlerweile das 4te mal auf der Insel. Er hasst sie und kann ihr überhaupt nix abgewinnen. Es treffen zwei gegensätzliche Charaktere aufeinander und die Geschichte entwickelt sich langsam. Bei der geplanten Rückreise der beiden passiert ein Unfall und ihr Transporter wird aufgehalten. Der Kapitän der Fähre allerdings wartet nicht auf seine beiden Passagiere sondern sucht wegen eines drohenden Unwetters das Weite und Luisa und Paolo sitzen auf der Insel fest. Die beiden kommen ins Gespräch und stellen fest, dass sie doch nicht sooooo unterschiedlich sind wie eingangs gedacht…. Das Buch hätte ich mir normal nicht gekauft, deshalb liebe ich so Aktionen wie bei “BloggDeinBuch” weil man so auch mal Geschichten lesen kann, die man normal nicht liest. Das Buch ist sehr schön geschrieben, die Autorin versteht es mit Worten zu jonglieren und hat einen sehr breitgefächerten Wortschatz. Das Lesen wird nicht langweilig, es kommen keine Wiederholungen vor und das Buch ist spannend obwohl nicht wirklich etwas dramatisches oder so passiert. Die Charaktere sind durchweg sympathisch und authentisch und man muss unbedingt wissen wie es weitergeht. Fazit und Bewertung: Mir hat das Lesen sehr großen Spaß gemacht und ich empfehle das Buch ruhigen Gewissens weiter. Nicht umbedingt etwas für Thrillerfans aber für Menschen die gerne mal eine sehr schöne Geschichte mit Tiefgang lesen wollen die auch noch nachhallt, denen kann ich das Buch echt anraten.

    Mehr
  • Rezension zu "Über Meereshöhe" von Francesca Melandri

    Über Meereshöhe

    Tanja-WortWelten

    20. January 2013 um 22:00

    ZUSAMMENFASSUNG: Noch nie zuvor hat Luisa - Bäuerin und Mutter von fünf Kindern - das Meer gesehen. Dass sie es erstmals zu Gesicht bekäme, weil sie ihren Mann in einem Hochsicherheitsgefängnis auf einer Insel vor der italienischen Küste besuchen würde, hätte sie sich damals, als sie ihn, verliebt und hingerissen von ihm, heiratete, nie träumen lassen. Doch so ist es nun einmal. Als er damals, im Alkoholrausch den Mann totschlug, war das der Weg, der von nun an vor ihr lag - immer und immer wieder Besuche bei ihm im Gefängnis. Da ist der Anblick des Meeres nur ein kleiner Trost, wenngleich sie doch auch erleichtert ist, zu wissen, dass er das Gefängnis nie mehr verlassen wird. Für Paolo ist es nicht das erste Mal, dass er seinen Sohn in jenem Gefängnis auf der Insel besucht. Leider. Denn ganz gleich, wie viel Zeit auch verstreicht, schafft er es doch noch immer nicht, recht zu begreifen, wie das alles passieren konnte. Wie sein Sohn, sein einziges Kind, der Junge, mit dem er so viel Zeit verbrachte, Menschenleben nehmen und jenem kleinen Mädchen, dessen Foto damals beim Prozess durch die Presse ging, den Vater entreißen konnte. Er wird es nie verstehen. Doch genauso wenig kann er einfach damit aufhören, seinen Sohn zu lieben. Aber dieser eine Besuch bei ihm ist anders. Dieses Mal ist Luisa dabei und ein Sturm zeiht auf und hält die beiden auf der Insel fest, wo sie die Nacht bei einem der Wärter verbringen müssen ... FAZIT: Es ist eine ganz besondere Reise, auf die Francesca Melandri ihre Leser in Über Meereshöhe mitnimmt. Eine Reise, die sowohl das Leben von Luisa, als auch das von Paolo für immer verändern wird. Denn die beiden stellen auf eine unglaublich berührende Weise dar, dass nicht nur die Opfer von Paolos Sohn oder Luisas Mann jemanden verloren haben. Dass es nicht das Schlimmste ist, wenn man einen geliebten Menschen an den Tod verliert. Besagten Menschen an Fanatismus oder unbezähmbare Aggression zu verlieren, kann so viel schlimmer sein als das. Weil der Mensch, den man liebt, dann noch lebt und doch nicht der ist, in den man sich einmal als junges Mädchen oder als frisch gebackener Vater verliebt hat. Melandris Charaktere - Luisa, Paolo und sogar der Vollzugsbeamte Nitti Pierfrancesco - tragen die Geschichte und sind noch dazu auf eine Weise natürlich und einfach echt, dass man sie auf Anhieb verstehen und nachvollziehen kann. So entwickelt sich ein ganz und gar rundes Gesamtbild, das zu lesen einem ein leises Lächeln auf die Lippen zaubert, ganz gleich, was auch kommt. Ganz einfach, weil man Paolo und Luisa, so verschieden sie auch sein mögen, lieb gewinnt. Und auch Nitti, der zwar seine Fehler hat, jedoch im Grunde ein tiefguter Mensch ist. Der einzige Fehler findet sich in meinen Augen nur in dem, was sich auf der Rückfahrt von der Insel mehr oder weniger ereignet. Für mich passte das einfach nicht ins Bild dieser wunderbaren, so ganz und gar neuen Freundschaft. Sonst jedoch ein wirklich wunderbares Buch, das ich sehr gerne gelesen habe.

    Mehr
  • Rezension zu "Über Meereshöhe" von Francesca Melandri

    Über Meereshöhe

    Gospelsinger

    22. October 2012 um 01:08

    Wenn ein Verbrechen geschieht, dreht sich meist alles um den Täter, vielleicht auch noch um das Opfer und dessen Familie. Nur die Angehörigen des Täters bleiben außen vor. Sie werden gleich mit angeschuldigt und, wenn schon nicht eingesperrt, sozial isoliert. Dieses Buch füllt also eine Lücke, denn es dreht sich um die Angehörigen zweier auf einer italienischen Gefängnisinsel Inhaftierter. Luisa, eine toskanische Bäuerin, besucht ihren Mann. Ausnahmsweise sogar einmal gern, denn weil er in dieses Hochsicherheitsgefängnis verlegt wurde, sieht Luisa zum ersten Mal in ihrem Leben das Meer. Davon abgesehen, sind die Besuche bei ihrem äußerst gewalttätigen Mann eine lästige Pflicht, denn er hat auch sie misshandelt. Und sie muss jetzt sehen, wie sie allein mit den fünf Kindern klarkommt. Paolo, ein pensionierter Lehrer, besucht seinen Sohn, der im Namen der Revolution getötet hat, und nach wie vor an die Sache glaubt, sein Handeln für gerechtfertigt hält. Eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung ist die Folge. Paolo kann einfach nicht verstehen, wie sein Sohn zum Terroristen werden konnte. Auf der Insel lebt der Gefängniswärter Pierfrancesco Nitti, der sich immer mehr von seinen Mitmenschen zurückzieht. Er wird nicht respektiert, und in letzter Zeit hat auch seine Frau Probleme, ihn zu verstehen. Ein Zwischenfall bei einem Gefangenentransport und ein Sturm, der die Insel von der Außenwelt abschneidet, führen diese drei Personen zusammen, die bei näherem Hinsehen mehr gemeinsam haben, als man gedacht hätte. Diesem ungewöhnlichen Roman wünsche ich viele Leserinnen und Leser. Ich war fasziniert von dieser Geschichte, die einfühlsam in einer wunderbar poetischen Sprache geschrieben ist. Die Charaktere sind etwas ganz Besonderes und haben mich tief berührt. Dieses Buch ist schnell gelesen, aber wirkt lange nach.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks