Wer ist dieser Künstler, den nie jemand zu Gesicht bekommt und der überall auf der Welt seine Street Art präsentiert? Ist es ein Mann? Eine Frau? Ein Kollektiv? Dieser Frage gehen zwei junge Londoner nach. In Videos porträtieren sie Banksys Leben, beleuchten seine Arbeiten und erschließen sich so seinen künstlerischen Werdegang.
„Banksy – Die illustrierte Geschichte“ ist eine der ersten Graphic Novels überhaupt, die ich gelesen habe. Die Autoren und Illustratoren Francesco Matteuzzi und Marco Maraggi erzählen mit Worten und Bildern vom Leben und Schaffen Banksys. Jeder hat den Namen schon einmal gehört, jeder verbindet etwas mit Banksy – in der illustrierten Biographie erfährt der Leser viele Details aus Banksys Leben sowie seinem künstlerischen Schaffen.
Erzählt wird Banksys Geschichte aus der Sicht zweier junger Londoner. Er, Adam, ist Street-Art-Künstler und wird von ihr erwischt, als er mit einer Spraydose eine Wand bemalt. Sie, Claire dreht Videos zu Banksy und interessiert sich für seine Kunst. Zuerst hält sie den jungen Mann für Banksy selbst, als sie merkt, dass es sich hierbei um einen Irrtum handelt, ist es bereits zu spät. Die Polizei fährt an und nimmt beide jungen Menschen vorerst in Gewahrsam. Da die Polizisten denken, dass sie beide gemeinsam die Wand mit Graffiti beschmiert haben, werden sie dazu verdonnert, in der Umgebung die Wände wieder weiß zu streichen. Während die beiden jungen Menschen ihre Sozialstunden ableisten, haben sie jede Menge Zeit, sich über das Phantom Banksy zu unterhalten…
Die Rahmengeschichte von Claire und Adam soll die Unterhaltung über Banksy lebendig wirken lassen. Tatsächlich wirkte sie für meinen Geschmack etwas gestellt und wirr. Die beiden Menschen tauchen ständig Sticheleien miteinander aus und die Szenen wirken gestellt. Ich denke, dass die Biografie davon profitiert hätte, wenn einfach nur Banksys Geschichte (vielleicht aus der Sicht von Banksy oder von einem neutralen Erzähler) erzählt werden würde. Die Story der beiden jungen Menschen drum herum braucht man nicht.
Die Bilder in der Graphic Novel sind schön gemacht. Schade ist nur, dass die meisten der Werke von Banksy, über die die beiden Londoner reden, nicht in den einzelnen Illustrationen auftauchen. Das finde ich schon merkwürdig, dass in einer Graphic Novel über Kunst nur Beschreibungen ebenjener Kunst zu finden sind, diese aber nicht per se durch Illustrationen festgehalten sind.
Die Informationen aus Banksys Leben sind interessant, aber teilweise etwas wirr eingestreut.
Alles in allem ist „Banksy – eine illustrierte Geschichte“ ein interessanter, aber teilweise auch etwas bemühter Versuch, das Leben und Wirken des Künstlers auf bildliche Art zu veranschaulichen.