Francine Jay

 4,2 Sterne bei 20 Bewertungen

Lebenslauf von Francine Jay

Francine Jay bloggt seit einer Weltreise im Jahr 2009, als ihre gesamten Besitztümer noch in einen Koffer passten, höchst erfolgreich als »Miss Minimalist« über Themen wie Decluttering, nachhaltigen Konsum und einen minimalistischen Lebensstil.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Rezensionen zu Francine Jay

Cover des Buches Aufgeräumt macht glücklich! (ISBN: 9783442177875)Ritjas avatar

Rezension zu "Aufgeräumt macht glücklich!" von Francine Jay

Wirken lassen, anpacken und Freiheit genießen
Ritjavor 2 Jahren

Ich habe schon ein paar Bücher bzw. Artikel über Minimalismus gelesen und konnte mich damit mehr oder weniger gut damit identifizieren. Während das Buch von Lina Jachmann sehr auf das Schlüssellochprinzip gesetzt hat, d.h. viele anschauliche Bilder von aufgeräumten Wohnungen und sympathischen Bewohnern kommt nun Francine Jay ohne Bilder dafür mit sehr viel Text daher. Beide Bücher haben mir gut gefallen und mich auch immer mehr darin bestärkt den Minimalismus in kleinen Schritten fortzuführen.

Francine gibt erstmal einen kleinen Überblick und baut die Motivation zum Minimalismus auf. Sie zeigt sehr deutlich die Vorteile von einer aufgeräumten und nicht überfrachteten Wohnung und was wir bei der Suche/dem Streben nach Dingen/Konsum an Lebenszeit verschwenden. Manchmal kam es mir vor, als würde sie den Leser einen Spiegel vorhalten. Jedoch macht sie es sehr behutsam und lässt dem Leser noch genug Freiraum, um Luft zu holen und das Gelesene zu verdauen. Sie bedrängt niemanden, sie pocht nicht auf ihren Standpunkt und sie bietet Alternativen an. 

Was mir gut gefallen hat, dass sie nicht festlegt, dass Minimalismus mit einer Zahl verknüpft ist z.B. nur noch 100 Dinge besitzen o.ä.. Auch empfiehlt sie, dass man sich langsam herantasten soll und zeigt dafür auch Handlungsmöglichkeiten auf. Sie geht durch jeden Raum und erklärt, wie man am besten die (Minimalismus-)Methode anwendet und zeigt auf, dass auch schon das Ausmisten bzw. Entrümpeln kleinerer Fächer oder Schubladen ein Erfolg sind, wenn man dranbleibt und sie nicht wieder füllt.

Ich habe mich schon innerlich davon verabschiedet, dass die Einführung des Minimalismus in meinen Alltag ein schneller Prozess sein wird. Natürlich kann ich es radikal machen (wie der Finne Petri Luukkainen in seinem Leben und Film) und alles entsorgen, verkaufen und weggeben, aber das widerstrebt mir. Ich werde mich für die recht langsame, aber stetige Variante (und dabei hat mir auch das Buch geholfen) entscheiden. 

Zuerst sichten, was kann wirklich direkt weg (kaputt, abgelaufen, noch nie im Leben benutzt) und dann nichts Neues hinzufügen, wenn es nicht notwendig erscheint (die Eins rein – Eins raus Methode). Den gewonnenen Platz genießen und dann schrittweise vorgehen. Vieles habe ich schon angepasst z.B. Kleiderschrank, Bad und kleinere Regale. 

An meinen Bücherregalen scheitere ich noch etwas. Und wer meinen SUB sieht, weiß, das kann dauern, aber auch hier habe ich mir vorgenommen – im Jahr 2019 wird dieser einer Prüfung unterzogen und schrumpfen. 

Minimalismus ist ein stetiger Prozess, der nie endet. Man muss fast schon Mut haben, sich dem Konsum, dem Marketing der Unternehmen und dem Druck der Gesellschaft entgegen zu stellen, aber ich glaube für den gewonnenen Freiraum und der Unabhängigkeit, die man erzielen kann, lohnt es sich.

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Cover des Buches Less is More (ISBN: 9783442393077)M

Rezension zu "Less is More" von Francine Jay

Einfache Ratschläge
michael_lehmann-papevor 5 Jahren

Einfache Ratschläge

Zunächst sollte der Leser grundlegend interessiert und auf der Suche nach einem „Minimalisieren“ des eigenen Lebens sein, um mit diesem Buch etwas anfangen zu können.

Zwar beginnt Jay mit einer motivierenden Hinführung (nicht „etwas“ wird verloren, sondern „Platz“ wird gewonnen), aber die eingestreuten Verweise auf das ZEN mit seinem Ziel der Lösung von allem weltlichen als Hintergrund des möglichst weit „Minimieren“ des eigenen, dinglichen Besitztums, wirken am Ende der Lektüre doch recht fordernd auf jene Leser, die sich dem Thema mit allgemeiner Neugier eher nähern als mit festen Entschlüssen.

Dazu tritt eine überaus einfache, man könnte sagen fast kindgerechte Sprache, innerhalb der der Leser konsequent vertraulich direkt in „Du-Form“ angesprochen wird. Ein Stil, der einem auch liegen muss, um die Inhalte des Buches aufzunehmen und für sich zu prüfen.

Was diesen Teil angeht, bietet Jay durchaus ein umfassendes Denkmodell und, daraus folgend, praktisches „Programm“ in zehn Schritten, in welchem viele handfeste und verwendbare Anhaltspunkte mitgeteilt werden, so man sein Leben gründlich „entrümpeln“ möchte. Sehr gelungen dabei ist die „Entzauberung der Dinge“, die Gedanken, wie sehr jeder der „Aufladung“ bestimmter Gegenstände durch Werbung und Imagekampagnen bereits „erlegen ist“. Von Smartphones bis zu Automobilen, von Kunst über Möbel bis zur Kleidung reicht diese „Aufladung“ als „Wertsteigerung“ des „Benutzers“, so er genau die gerade angesagten richtigen Dinge besitzt und vorzeigen kann.

Das aus diesen Grundgedanken und dem 10-Schritte Programm eine „wahre Lust am Minimieren“ entstehen kann (und in den Augen der Autorin auch sollte) mag eine mögliche Folge sein. Was ein stückweit zu kurz kommt in der gesamten Atmosphäre, die das Buch aufbaut, sind jene auch kleinere „Zwischenformen“, die ihre Zweck bereits erfüllen könnten mit einem gewissen Maß des Aussortierens.

So mancher würde sich vielleicht gerne ein wenig Raum schaffen, ohne direkt in minimalistisch eingerichteten Räumen im Anschluss zu leben und ebenso möchte vielleicht nicht jeder Leser Zimmer für Zimmer zunächst komplett leeräumen, um dann das „Notwendige und Erfreuliche“ wieder einzuräumen.

Vom oft zu vertraulichen Ton abgesehen und für jene, die tatsächlich umfassend die „Welt der Dinge“ auf das reduzieren möchten, was es braucht, bietet Jay allerdings dann durchaus eine breite und umfassende „Schritt-für-Schritt“ Anleitung zu diesem „Weniger ist mehr“.

Wobei viele der Inhalte und Ratschläge im Buch nicht unbedingt neu sind, sondern in so gut wie jedem Ratgeber in Richtung eines „Weniger ist (deutlich) mehr) zu finden sind.

Leicht und locker zu lesen, prägnant beschreiben und mit hervorgehobenen Merksätzen versehen, bietet das Buch eine inhaltlich eine gute Verständlichkeit und klare Zielrichtung. Die man, wie den Tonfall, mögen sollte, um Gewinn aus dem Werk zu ziehen.

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