Francine Prose

 3.4 Sterne bei 26 Bewertungen
Autor von Am Tag danach, Lügen auf Albanisch und weiteren Büchern.

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Am Tag danach

Am Tag danach

 (9)
Erschienen am 23.01.2009
Die Wut

Die Wut

 (5)
Erschienen am 14.09.2009
Durchtrieben

Durchtrieben

 (3)
Erschienen am 05.02.2001
Lügen auf Albanisch

Lügen auf Albanisch

 (5)
Erschienen am 11.08.2014
Die Liebenden im Chamäleon Club

Die Liebenden im Chamäleon Club

 (2)
Erschienen am 21.03.2016
Das Leben der Musen

Das Leben der Musen

 (1)
Erschienen am 15.03.2004
Reading Like a Writer

Reading Like a Writer

 (1)
Erschienen am 13.09.2011
The Angel's Mistake

The Angel's Mistake

 (0)
Erschienen am 01.04.1997

Neue Rezensionen zu Francine Prose

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M

Rezension zu "Die Liebenden im Chamäleon Club" von Francine Prose

In berauschender Sprache
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

In berauschender Sprache

Es ist eine ganz besondere Lebensgeschichte, die Francine Prose in diesem biographischen Roman in ihrer Entwicklung, in ihrem „Besonders-Sein“, aber auch „Abgesondert-Sein“, von allen Seiten her und aus verschiedenen Perspektiven heraus beleuchtet.

Lou Villars, basierend auf der realen Violette Morris, war ein verschlossenes Mädchen. Aufgewachsen in einem Klosterinternat nach einem „Zwischenfall“ mit ihrem Bruder in der Familie. Kräftig gebaut, aber wie kräftig und wie generell dieses Mädchen ihren Körper für alle möglichen sportlichen Richtungen einsetzten konnte, das sollte sich erst durch Zufall in der Klosterschule zeigen.

Zwischenmenschliche Kontakte, Freundinnen gar, das war der Heranwachsenden fremd. Aber unter Anleitung eines leicht merkwürdigen Sportenthusiasten mit großer Experimentierfreude (er erfand das erste Ergometer) wächst Lou über ich hinaus.

Laufen, Diskuswerfen, Gewichte stemmen, später dann auch Boxen (wie ein Mann und oft gegen Männer), Autorennen, alles was schnell ist, hart ist, den Kopf so gut wie ausschaltet.
Und für das sie, zu ihrer Zeit, ihren Köper in einer Art und Weise angleicht, die gleichermaßen faszinierende wie abstoßende Reaktionen hervorrief.

„Wenn sie bereit sind, wirklich hart zu arbeiten, können meine Schwester und ich Ihnen helfen, die Schwerkraft zu überwinden, ohne den Boden verlassen zu müssen. Sind Sie bereit, hart zu arbeiten?“.

Und ob.

Während der junge Fotograf Gabor Tsenyi zur gleichen Zeit überhaupt erst mal versucht, seinen Weg zu finden. Im Paris der 20er Jahre. Bekannt mit dem zynischen, begabten, egomanischen Schriftsteller Lionel Maine, ebenfalls noch am Anfang, auf der Suche, immer irgendwie damit beschäftigt, mit dem wenigen Geld, dass beide für ihre Arbeiten erhalten, das Bestmögliche an Spaß und Amüsement zu leben.

Und das ist nicht schwer im Paris jener Jahre, in den Clubs, in der offen erotisch aufgeheizten Atmosphäre, am Montmartre, im „Club Chamäleon“, wo die Herren Kleider und die Frauen Smoking tragen, wo die lesbische Liebe sich offen zeigt, wie überhaupt Paris die Stadt der freien Liebe zu jener Zeit ist und weiter werden wird. Zunächst.

Eine Zeit, eine Atmosphäre, ein Paris, das Francine Prose so lebendig, bunt, präzise zu beschreiben versteht, Personen, denen sie mit leichter Hand tiefen Grund verschafft, die dem Leser ebenso schnell und nachhaltig nahekommen, wie die verruchte Stimmung, die Klänge der Bands, das ganze Lebensgefühl dieser Bohemian, das die Nacht zum Tage macht und die Freiheit zum Ideal.

Eine Haltung, Möglichkeiten, die Lou Villars Schritt für Schritt auch für sich erschließen wird. Inzwischen sportlich bekannt, die olympischen Spiele 1936 winken am Horizont (auch wenn ob der Vielfalt der Talente noch nicht klar ist, in welcher Disziplin nun genau Lou daran teilnehmen soll). Hitler persönlich wird auf die kräftige, eisenharte Frau aufmerksam. Und diese auf eine deutsche Rennfahrerin, mit der die Liebe erstmalig in Leben Lou Villars treten wird. Mit nicht unbedingt harmonischem „Heimatfilm-Ausklang“.

Wie dann die Stimmung sich verändert, der Krieg am Horizont heraufzieht, erkämpfte Freiheiten sich auflösen, das ist die eine Linie, die Prose durch die Augen ihrer schon jung so verlebt wirkenden Protagonisten wunderbar melancholisch ins Buch hineinbringt. Wie auch die Liebe ihre Wege geht, Herzen gebrochen werden, andere zusammenfinden.

Und wie aus der jungen, merkwürdigen, anfangs noch unbedarft-körperlichen Lou eine Geächtete werden wird, eine Kollaborateurin mit schmählichem Ende, dass ist allemal als zeitgeschichtlich atmosphärisch dichter Roman und persönliches Drama spannend zu lesen. Wobei der wunderbare und bildkräftige Stil Proses in bester Weise dafür sorgt, dass der Leser wie in einem Sog sich wiederfindet.

Eine überaus empfehlenswerte Lektüre über Schicksale und eine verlorene Zeit der „wilden“ Freiheit.

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Rezension zu "Lügen auf Albanisch" von Francine Prose

Die kleinen Lügen einer albanischen Immigrantin
Skyvor 5 Jahren

Die kleinen Lügen einer albanischen Immigrantin

Als die Alabanerin Lula in den USA ankommt, geht es vor allem um zwei Dinge: Endlich dem Land den Rücken kehren zu können, unter dem sie solange leiden musste und die Greencard bekommen, den Traum des amerikanischen Lebens leben. Und beidem kommt sie mit jedem Schritt näher. Seit sie bei Mister Stanley arbeitet, ist ihr neuer Job die Versorgung eines Teenagers. Sie soll für ihn kochen, was mehr aus Tiefkühlkost besteht, und sich um ihn kümmern. Denn die eigentliche Mutter ist schon längst gegangen und leidet unter starken psychischen Problemen, die das Famlienleben seitdem belasten.
Lulus Tage sind daher eher trist und sie kommt kaum aus dem Haus heraus. Doch auf einmal stehen drei Landsmänner vor ihrer Tür. Alvo, der Anführer der drei, verschlägt ihr sofort die Sprache und übergibt ihr etwas, was ihren amerikanischen Traum zerstören könnte. Es könnte ihre GreenCard kosten. Aber was tut man nicht alles, wenn das Herz einmal das Schlagen begonnen hat.

Francine Prose will eine Immigrationsgeschichte schaffen, die mit Kritik an die USA und seine Einwanderungspolitik nicht spart, einen Blick in das zerrüttete Leben mancher amerikanischer Familie geben und gleichzeitig den ewigen Stolz der amerikanischen Seele einen Tritt verpassen will.  Was wie eine bitterböse und aberwitzige Satire wirkt, verkommt aber schnell zu  einer belanglosen Geschichte, die an allen Enden und Ecken schwächelt.
Wenn man sich die Charaktere ansieht, bekommt man unnahbare Persönlichkeiten, die entweder total überzeichnet sind und das Satirische zerstören oder sie sind so flach, dass man nicht weiß, was man mit ihnen anfangen soll. Stereotypische Stempeln kleben ihnen auf der Stirn ohne dass sie ihrer Funktion als amüsantes oder karikaturhaftes Abbild der Realität gerecht werden. Sei es der Anwalt von Lula mit seinen ewigen Heldentum, dem die Weltrettung nicht genug erscheint oder Mister Stanley, der, obwohl er einen Großteil des Romans einnimmt, nicht wirklich ein Bild ergibt. Mist Stanley ist nur der Vater von Zeke, verdient gutes Geld und ist eigentlich unglücklich mit seinen Job, unternimmt aber nichts für sich selbst. Allen voran fehlt es der Protagonistin an Feinschliff, obwohl sie der einzige Charaktere ist, der es ein wenig schafft hervorzustechen. Das liegt aber vor allem an der personalen Ich-Perspektive, die die Autorin verwendet. Ihre Art, mit kleinen Lügen die Welt zu verändern, die Geschichten aus Albanien ihren Bedürfnissen anzupassen und den doch trocknen Humor, machen es möglich, dass man sie ein wenig ins Herz schließt. Nichtsdestotrotz bleibt sie dem Leser ziemlich fern und weckt wenig Interesse. Obwohl ihre Persönlichkeit den Schreibstil trägt, herrschen auch dort einige Probleme.
Francine Prose schafft es unglaublich direkt zu sein, sehr böse Spitzen zu schaffen und dabei noch eine schelmische Natur an den Tag zu legen, die sie mit interessanten Vergleichen und Metaphern aufzupeppen vermag. Die Sprache ist wahrlich ein Genuss und ist auch einer der wenigen Aspekte, die für den Roman sprechen. Er hat seine eigene Note, die einen verzaubert, wobei auch hier an manchen Stellen weniger mehr gewesen wäre oder wiederum an anderen Stellen genau umgekehrt. Es findet sich kein richtiges Gleichgewicht zwischen der Sprache, den Charakteren und den herrschenden Umständen.
So ist es auch in der Handlung. Alles wird angeschnitten, aber nichts wird fertig gebaut. Es gibt ein Fundament für verschiedene Kritikpunkte an die USA, doch dabei bleibt es. Es bleibt nur bei oberflächlichen Dingen, es wird angesprochen und wieder vom Tisch gekehrt. Die sonst geradlinige überrascht wenig und wirkt oftmals so belanglos, dass man den Roman in die Ecke werfen und sich stattdessen viel lieber etwas anderes lesen will. Einzig das letzte Drittel nimmt etwas Fahrt auf, nachdem der Anfang ziemlich langatmig daherkommt und wie ein viel zu langer Vorspann wirkt. Wenn man den Schluss einmal erreicht ist, ist es zumindest rund und alle Fragen sind geklärt, das Leben aller Charaktere besiegelt, lässt aber einen genauso zurück wie man sich beim Lesen gefühlt hat: seltsam unberührt. "Lügen auf Albanisch" versucht Familientragödie, Satire und Immigrationsstory in einem zu sein und hat trotzdem keinen Bereich davon wirklich abgedeckt.

Fazit

"Lügen auf Albanisch" bietet gute Fundamente für eine Satrie auf das amerikanische Leben und seine Immigranten. Nur dabei bleibt es auch. Nichts wird zu Ende geführt, was angefangen worden ist. Da kann auch ein guter Schreibstil nicht mehr helfen und dem Roman das Leben einhauchen, was er so dringend nötig hat.

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Rezension zu "Lügen auf Albanisch" von Francine Prose

Rezension zu "Lügen auf Albanisch" von Francine Prose
safidovor 6 Jahren

Zum Inhalt:

Lula, gerade aus Albanien in Amerika angekommen, möchte unbedingt die heißbegehrte Green Card bekommen.

Unterstützung bekommt sie dabei von ihrem Anwalt und ihrem Chef. Alles scheint gut zu laufen, bis Lula von albanischen Landsmännern um einen Gefallen gebeten wird…

Meine Meinung:

Das Buch verspricht „eine wunderbar humorvolle Immigrationsgeschichte mit witzigen Dialogen und schrägen Charakteren…“ und teilweise kann ich dieser Aussage des Buchrückens zustimmen.

Ich muss zugeben, dass ich sicherlich nicht alle witzigen Dialoge und Spitzfindigkeiten richtig verstanden habe, von denen es zugegebenermaßen jede Menge gibt.

Vielleicht, weil mir stellenweise das nötige Wissen fehlte, diese richtig verstehen zu können, weil ich weder Albanerin noch Amerikanerin bin. Vielleicht, weil in manchen Aussagen doch ein wenig zu viel Bissigkeit steckte und ich sie nicht als lustig empfinden konnte. Vielleicht lag es auch an einer Mischung aus beidem. Was jetzt aber nicht heißen soll, dass ich nur kopfschüttelnd über diesem Buch gesessen habe und mich fragte, wie man so was schreiben kann – ich habe auch herzlich gelacht. Hier mal Beispiele für alle drei Varianten. Wobei ich es offenlasse, auf welche was zutrifft.

„Lula wappnete sich. Winziger Gefallen konnte bedeuten, nach Dubai und zurück zu fliegen, beide Strecken Holzklasse, mit Dutzenden Kondomen voller Heroin im Arsch.“ (S. 41)

„Kein Wunder, dass zwischen albanischen Männern und Frauen so viel Bitterkeit bestand. Das war die albanische Version von Aschenputtel. Was machst du, wenn ein Mädchen dich nicht leiden kann? Du schüttest ihr Säure ins Gesicht und bezahlst dann für die Schönheits-OP.“ (S. 116)

„Lula sagte: >Wenn Hoxha und Milosevic ein Baby hätten und das Baby ein Junge wäre, sähe es aus wie Dick Cheney.<“ (S. 127)

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Immer mal wieder kommen ellenlange, verschachtelte Sätze vor, die für eine gewisse Auflockerung sorgen. Im Großen und Ganzen war die Geschichte, die aus Lulas Sicht erzählt wird, gut und flüssig zu lesen. Die ersten Seiten haben mich ein wenig verwirrt, weil erst mal mit vielen Sprüngen die Vergangenheit aufgerollt wird. Das kommt zwar auch im weiteren Verlauf noch des Öfteren vor, dann aber im Rahmen der eigentlichen Handlung, was für mich dann nicht mehr so verwirrend war.

Der Verlauf der Geschichte nahm immer mal wieder Wendungen – teilweise zu erahnende, teilweise unerwartete, teilweise absurde. Insgesamt fand ich die Story anfangs etwas zu langatmig, in der Mitte gut und spannend und das Ende einen guten Abschluss.

Die versprochenen schrägen Charaktere gibt es durchaus in diesem Buch. Mit ihnen verhält es sich aber ähnlich, wie mit den witzigen Dialogen. Teilweise gut gelungen, teilweise ein wenig überzogen.

Der Titel hätte fast nicht besser gewählt werden können. Lügen, egal ob groß oder klein, sind fester Bestandteil von Lulas Leben in den USA.

Francine Prose erzählt in ihrem Buch eine hauptsächlich komische, aber auch berührende und spannende Geschichte, die mich leider nicht vollkommen überzeugen konnte.

bookwives.wordpress.com

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