Francine Prose Lügen auf Albanisch

(4)

Lovelybooks Bewertung

  • 5 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(0)
(0)
(2)
(2)
(0)

Inhaltsangabe zu „Lügen auf Albanisch“ von Francine Prose

Die junge Albanerin Lula – schlagfertig, trinkfest und nie um eine gute Lügengeschichte verlegen – lebt als Kindermädchen bei Mister Stanley, der an der Wall Street arbeitet, und dessen halbwüchsigem Sohn Zeke, nachdem Mister Stanleys Frau die Familie Hals über Kopf verlassen hat. Unterstützt von einem hoffnungslos idealistischen Einwanderungsanwalt, bemüht sich Lula um die begehrte Green Card. Die Tage im trübsinnigen New Jersey verstreichen mehr oder weniger ereignislos, bis Lulas Landsmann Alvo vor der Tür steht und mit einer riskanten Bitte aufwartet …

Stöbern in Romane

Vintage

Rasanter Rockroman, mit vielen Fakten rund um den Mythos Gitarre. Eine unterhaltsame Lektüre!

liesdochmaleinbuch

Das saphirblaue Zimmer

meine hohen Erwartungen wurden leider vollends enttäuscht - gute Idee, die leider nicht richtig umgesetzt wurde

Gudrun67

Phantome

Mich hat das Buch auf jeden Fall berührt, es wirkt nach, vor allem wegen der Teile des Bosnienkriegs.

readinganna

Sonntags fehlst du am meisten

Tragische Geschichte, die zeigt wie sich durch äußere Umstände ein Leben entwickeln kann.

dartmaus

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge

Eine berührende Geschichte!

Fluffypuffy95

Sieben Nächte

Für mich persönlich etwas zu überbewertet. Statt vieler komplizierter Worte und Gedankengänge wären Taten interessanter gewesen.

Cailess

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Die kleinen Lügen einer albanischen Immigrantin

    Lügen auf Albanisch
    Sky

    Sky

    07. October 2013 um 13:40

    Die kleinen Lügen einer albanischen Immigrantin Als die Alabanerin Lula in den USA ankommt, geht es vor allem um zwei Dinge: Endlich dem Land den Rücken kehren zu können, unter dem sie solange leiden musste und die Greencard bekommen, den Traum des amerikanischen Lebens leben. Und beidem kommt sie mit jedem Schritt näher. Seit sie bei Mister Stanley arbeitet, ist ihr neuer Job die Versorgung eines Teenagers. Sie soll für ihn kochen, was mehr aus Tiefkühlkost besteht, und sich um ihn kümmern. Denn die eigentliche Mutter ist schon längst gegangen und leidet unter starken psychischen Problemen, die das Famlienleben seitdem belasten. Lulus Tage sind daher eher trist und sie kommt kaum aus dem Haus heraus. Doch auf einmal stehen drei Landsmänner vor ihrer Tür. Alvo, der Anführer der drei, verschlägt ihr sofort die Sprache und übergibt ihr etwas, was ihren amerikanischen Traum zerstören könnte. Es könnte ihre GreenCard kosten. Aber was tut man nicht alles, wenn das Herz einmal das Schlagen begonnen hat. Francine Prose will eine Immigrationsgeschichte schaffen, die mit Kritik an die USA und seine Einwanderungspolitik nicht spart, einen Blick in das zerrüttete Leben mancher amerikanischer Familie geben und gleichzeitig den ewigen Stolz der amerikanischen Seele einen Tritt verpassen will.  Was wie eine bitterböse und aberwitzige Satire wirkt, verkommt aber schnell zu  einer belanglosen Geschichte, die an allen Enden und Ecken schwächelt. Wenn man sich die Charaktere ansieht, bekommt man unnahbare Persönlichkeiten, die entweder total überzeichnet sind und das Satirische zerstören oder sie sind so flach, dass man nicht weiß, was man mit ihnen anfangen soll. Stereotypische Stempeln kleben ihnen auf der Stirn ohne dass sie ihrer Funktion als amüsantes oder karikaturhaftes Abbild der Realität gerecht werden. Sei es der Anwalt von Lula mit seinen ewigen Heldentum, dem die Weltrettung nicht genug erscheint oder Mister Stanley, der, obwohl er einen Großteil des Romans einnimmt, nicht wirklich ein Bild ergibt. Mist Stanley ist nur der Vater von Zeke, verdient gutes Geld und ist eigentlich unglücklich mit seinen Job, unternimmt aber nichts für sich selbst. Allen voran fehlt es der Protagonistin an Feinschliff, obwohl sie der einzige Charaktere ist, der es ein wenig schafft hervorzustechen. Das liegt aber vor allem an der personalen Ich-Perspektive, die die Autorin verwendet. Ihre Art, mit kleinen Lügen die Welt zu verändern, die Geschichten aus Albanien ihren Bedürfnissen anzupassen und den doch trocknen Humor, machen es möglich, dass man sie ein wenig ins Herz schließt. Nichtsdestotrotz bleibt sie dem Leser ziemlich fern und weckt wenig Interesse. Obwohl ihre Persönlichkeit den Schreibstil trägt, herrschen auch dort einige Probleme. Francine Prose schafft es unglaublich direkt zu sein, sehr böse Spitzen zu schaffen und dabei noch eine schelmische Natur an den Tag zu legen, die sie mit interessanten Vergleichen und Metaphern aufzupeppen vermag. Die Sprache ist wahrlich ein Genuss und ist auch einer der wenigen Aspekte, die für den Roman sprechen. Er hat seine eigene Note, die einen verzaubert, wobei auch hier an manchen Stellen weniger mehr gewesen wäre oder wiederum an anderen Stellen genau umgekehrt. Es findet sich kein richtiges Gleichgewicht zwischen der Sprache, den Charakteren und den herrschenden Umständen. So ist es auch in der Handlung. Alles wird angeschnitten, aber nichts wird fertig gebaut. Es gibt ein Fundament für verschiedene Kritikpunkte an die USA, doch dabei bleibt es. Es bleibt nur bei oberflächlichen Dingen, es wird angesprochen und wieder vom Tisch gekehrt. Die sonst geradlinige überrascht wenig und wirkt oftmals so belanglos, dass man den Roman in die Ecke werfen und sich stattdessen viel lieber etwas anderes lesen will. Einzig das letzte Drittel nimmt etwas Fahrt auf, nachdem der Anfang ziemlich langatmig daherkommt und wie ein viel zu langer Vorspann wirkt. Wenn man den Schluss einmal erreicht ist, ist es zumindest rund und alle Fragen sind geklärt, das Leben aller Charaktere besiegelt, lässt aber einen genauso zurück wie man sich beim Lesen gefühlt hat: seltsam unberührt. "Lügen auf Albanisch" versucht Familientragödie, Satire und Immigrationsstory in einem zu sein und hat trotzdem keinen Bereich davon wirklich abgedeckt. Fazit "Lügen auf Albanisch" bietet gute Fundamente für eine Satrie auf das amerikanische Leben und seine Immigranten. Nur dabei bleibt es auch. Nichts wird zu Ende geführt, was angefangen worden ist. Da kann auch ein guter Schreibstil nicht mehr helfen und dem Roman das Leben einhauchen, was er so dringend nötig hat.

    Mehr
  • Rezension zu "Lügen auf Albanisch" von Francine Prose

    Lügen auf Albanisch
    safido

    safido

    31. December 2012 um 12:00

    Zum Inhalt: Lula, gerade aus Albanien in Amerika angekommen, möchte unbedingt die heißbegehrte Green Card bekommen. Unterstützung bekommt sie dabei von ihrem Anwalt und ihrem Chef. Alles scheint gut zu laufen, bis Lula von albanischen Landsmännern um einen Gefallen gebeten wird… Meine Meinung: Das Buch verspricht „eine wunderbar humorvolle Immigrationsgeschichte mit witzigen Dialogen und schrägen Charakteren…“ und teilweise kann ich dieser Aussage des Buchrückens zustimmen. Ich muss zugeben, dass ich sicherlich nicht alle witzigen Dialoge und Spitzfindigkeiten richtig verstanden habe, von denen es zugegebenermaßen jede Menge gibt. Vielleicht, weil mir stellenweise das nötige Wissen fehlte, diese richtig verstehen zu können, weil ich weder Albanerin noch Amerikanerin bin. Vielleicht, weil in manchen Aussagen doch ein wenig zu viel Bissigkeit steckte und ich sie nicht als lustig empfinden konnte. Vielleicht lag es auch an einer Mischung aus beidem. Was jetzt aber nicht heißen soll, dass ich nur kopfschüttelnd über diesem Buch gesessen habe und mich fragte, wie man so was schreiben kann – ich habe auch herzlich gelacht. Hier mal Beispiele für alle drei Varianten. Wobei ich es offenlasse, auf welche was zutrifft. „Lula wappnete sich. Winziger Gefallen konnte bedeuten, nach Dubai und zurück zu fliegen, beide Strecken Holzklasse, mit Dutzenden Kondomen voller Heroin im Arsch.“ (S. 41) „Kein Wunder, dass zwischen albanischen Männern und Frauen so viel Bitterkeit bestand. Das war die albanische Version von Aschenputtel. Was machst du, wenn ein Mädchen dich nicht leiden kann? Du schüttest ihr Säure ins Gesicht und bezahlst dann für die Schönheits-OP.“ (S. 116) „Lula sagte: >Wenn Hoxha und Milosevic ein Baby hätten und das Baby ein Junge wäre, sähe es aus wie Dick Cheney.<“ (S. 127) Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Immer mal wieder kommen ellenlange, verschachtelte Sätze vor, die für eine gewisse Auflockerung sorgen. Im Großen und Ganzen war die Geschichte, die aus Lulas Sicht erzählt wird, gut und flüssig zu lesen. Die ersten Seiten haben mich ein wenig verwirrt, weil erst mal mit vielen Sprüngen die Vergangenheit aufgerollt wird. Das kommt zwar auch im weiteren Verlauf noch des Öfteren vor, dann aber im Rahmen der eigentlichen Handlung, was für mich dann nicht mehr so verwirrend war. Der Verlauf der Geschichte nahm immer mal wieder Wendungen – teilweise zu erahnende, teilweise unerwartete, teilweise absurde. Insgesamt fand ich die Story anfangs etwas zu langatmig, in der Mitte gut und spannend und das Ende einen guten Abschluss. Die versprochenen schrägen Charaktere gibt es durchaus in diesem Buch. Mit ihnen verhält es sich aber ähnlich, wie mit den witzigen Dialogen. Teilweise gut gelungen, teilweise ein wenig überzogen. Der Titel hätte fast nicht besser gewählt werden können. Lügen, egal ob groß oder klein, sind fester Bestandteil von Lulas Leben in den USA. Francine Prose erzählt in ihrem Buch eine hauptsächlich komische, aber auch berührende und spannende Geschichte, die mich leider nicht vollkommen überzeugen konnte. bookwives.wordpress.com

    Mehr